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Jüdische Rundschau · 1933-10-04 · Heft 79-80 (4.10.1933) · p. Seite 625

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 79-80 (4.10.1933)
Date
1933-10-04
Page
Seite 625 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 79/80. 4 X. 1933 JüDISCHERUNDSCHAU Seite 623 1933 ifz! la ■che) 9622 Art te tu. lung saut OUanib rle Mtn r 10 t rf 3765/66 I •ditsKng nsporte ORTE B.H.!4 08 ■EN Oliva 1SBI raße 72!erarbeiten. liSsangen. fen isporte transporte istr. 42 erling i&ltee 56 er Str.) Herrenz..!0. Zimm. %. PolstertStteo Ifangs öilnen rzeiiöe u gebrsuc v. IUII sei. Oll׳ Alk. 32 Irc.i 0966 REI >HN!ppeaflure,;hilder 1nstr.47 mboJdt ־ •)א;!kauf hlafzimmer, nobel 1-sutt Humb. 3445 ejien rt 2 ermstr. 1 rtorf 404 י| HIltlMHtimiitiiä Unsere neue Beilage Ihr findet von jetzt an in der ״Jüdischen Rundschau11 eine Rubrik, die ganz. und gar für Euch bestimmt ist, lieb« Kinder. Jeder i che Junge und jedes jüdische Mädchen sollen hier etwas finden, was ihnen Freude macht und zeigt, wie schön es ist, Jude zu sein. Ihr sollt aus der ״Kimier-Rundschau“ stets etwas lernen und sehr viel Spall und Unterhaltung durch sie haben. Ganz, besonders viel wer■ den wir Euch natürlich von Palästina erzählen und dem Lehen, das die jüdischen Kinder dort führen. Aber auch alles amlere, was für uns Juden wichtig ist, soll hier behandelt werden. Es kommt natürlich auf eins an: I!1 r Kinder müßt selbst mitar beiten! Ihr sollt uns schreiben, was Euch interessiert, was Ihr gern in der ״Kinder-Rundseliau‘‘ lesen wollt und sollt uns selbst Beiträge schicken. Sei es nun, daß Ihr ein Erlebnis schildert, das Ihr selbst gehabt habt, oder Euch eine Geschichte ausdenkt, daß Ihr Vorschläge für jüdische Spiele macht oder daß Ihr auch Bilder und Zeichnungen, die Ihr seihst angefertigt habt, cinschickt. Es wird alles geprüft und das, was für alle Kinder g«- eignet ist, wird dann abgedruckt. Ihr seht aus der heutigen ersten Nummer bereits, was wir bringen werden. Ganz besonders müßt Ihr die ständigen Rubriken beachten: Die Briefe aus Palästina, in denen Kinder über ihr Leben dort berichten, den Briefkasten, in dem Eure eigenen Anfragen beantwortet werden, die lustige Ecke, in der wir etwas Unsinn machen wollen, die Lieder, die Ihr lernen könnt, und zwar in der Hauptsache solche!Jeder, die von den jüdischen Kindern in Palästina gesungen werden, und die Anleitungen zu schönen jüdischen Spielen sowie Bastelarbeiten. Nun also, frisch ans Werk, die heutige Nummer gelesen und dann, wenn Ihr cs könnt, auch mitgearbeitet! Die Redaktion der ״Kinder ' :/schau". Lied der Kinder Aus der Lieder Sammlung von Idelsohn f» * ' '״ ־#־;־רי־^ה ר־4ל » ־ עד 8־הת חך0!ם נ¬ ־ P r rfr־ t־H—f Lj- ■> «1 »■ rj p מת וו גות ב¬ חר ־די־9הךגל a־?ך לי־רו־ש־? ־ ים וו t iää h £ ״ביל .ו־ שיר; ־ לד יי־רו ׳ן ־ י ־?ם ״־עיר וי*?־י.ס ־• Wir heben die Füße und schreiten eins, zwei Wir heben die Fiifle und gehen nach Jerusalem Paare, Paare, mit Freude und Lied Gehen wir in die Stadt Jerusalem. \Vir schwenken die Fahnen und schreiten eins, zwei Wir’schwenken die Fahnen und gehen nachjerusalem Jede Fahne ist blau-weiß Eine zur rechten, eine zur linken. Hier ist das Tor, wir schreilen eins, zwei Hier ist das Tor, wir gehen nach Jerusalem Hier ist die Stadt, hurra, hurra! Jerusalem, wir grüßen dich!;;יפה ך;ל.;;יעד my ושת:ם;ני"־, דגל. גלי לידידים ן?ל ־נ" הוא לבן־?חול!bis אחד לימין, אחד -שמאל ה;ד, השער (צ״עד אחת ו׳מי״ןס ,י;־־, משער נל־ לירושלים ח;ה העיר, האח, האח! ןרו^ללש, ^׳לום רב יל. bis Die Noten sind beim hebräischen Text ebenfalls von rechts nach links zu lesen. K K [TORI * י A. Dieses Lied kann zu einem Bewegungsspiel verwandt werden. Die Kinder gehen paarweise, jedes Kind hat eine blau-weiße Fahne in der Hand. Zwei Kinder bilden das Tor. Hinter dem Torverteiien sich die Paare und gehen in 2 entgegengesetzten Richtungen zur Rückwand des Zimmers, wo sie sich wieder vereinigen, (s. Abb.) Mm Die Kinder in PaRislina sind sehr klug. Ein Reisender, der das noch nicht wußte, wollte einmal ein Kind prüfen: Er gab einem Kinde ein paar Porzeljanscherben und sagte: ״Bitte, näh’ mir den Teller zusammen.“ Das Kind hob einen Haufen voll Sand von seinem Buddelkasten und reichte sie dem Fremden mit den Worten: ״Machen Sie mir, bitte, daraus einen langen Faden, dann werde ich Ihren Teller nähen.“ I >#.z f'&x■ Der ״Gast" Fritz kommt aufgeregt nach Hause, holt sich ein dickes .Wörterbuch und fängt an, darin zu blättern. ״Was suchst Du, Fritz?“ fragt die Mutter. ״Ich suche das Wort Gast, Mutti. Als ich eben, durch den Hof ging, hörte ich den Kurt zu seinem Bruder sagen: ,Der Fritz ist ja unser Gast.‘ Was hat er damit gemeint? Sind wir denn hier zu. Besuch? Wo ist denn unser •wirkliches, eigenes Haus? Warum hast Du mir das nie erzählt, Mutti?“ ״Nein, Fritz, wir haben kein anderes Haus ...“ ״Warum bin ich denn ein Gast, Mutti? Warum antwortest Du mir nicht?“ ״Das erzähle ich Dir, wenn Du älter bist. Das kannst Du jetzt noch nicht verstehen.“ ״Wenn man mich Gast nennt, muß ich doch auch wissen, wo mein wirkliches Heim ist.“ ״Dann will ich es versuchen. Du hast schon sicher den Namen Palästina gehört, nicht wahr?“ ״Ja, da ist ja neulich ein Junge aus unserer Klasse hingefahren, aber was hat denn das mit unserem Heim zu tun?“ ״ln diesem Lande, mein Sohn, haben vor vielen, vielen Jahren unsere Ur-Ur-Großeitern, unsere Vorfahren, gelebt. Dort haben sie ihre Häuser gehabt, ihre Gärten und Felder besorgt, ihre Kühe und Schafe geweidet. Sie haben dort selbst ihre Gesetze bestimmt, und die Kinder gingen in ihre eigenen jüdischen Schulen. Dort haben unsere Vorfahren einen Herrliehen Tempel gehabt und unsere Feiertage mit großer Freude und Begeisterung gefeiert. Dort waren sie keine Gäste, denn es war ihr eigenes Land.“ ״Dann muß es aber ein schlechtes und häßliches Land Sein, wenn sie dort nicht geblieben sind?“ ״Nein, Fritzchen, es ist ein sehr schönes, ein ganz wunderbares Land. Das ganze Jahr ist dort Sommer, der Himmel ist noch blauer als in Italien, wo wir in ׳den Ferien waren. Die Bäume sind das ganze Jahr grün, und die schönsten und süßesten Früchte wachsen dort: Weintrauben, Apfelsinen, Grape-Fruits, Bananen, Datteln und noch und noch.“ ״Da möchte ich aber hin, Mutti. Ist das sehr weit? Wie spricht man dort? Heißen dort auch die Kinder Fritz, Gerda, Inge?“ ״Dort spricht man hebräisch, Fritz, so wie unsere Vorfahren dort immer gesprochen haben, wnd die Kinder heißen dort: Raphael, Rahel, wie unsere Großeltern hießen.“ ״Sag mal, Mutti, habt Ihr denn so lange vergessen, daß wir ein eigenes Land haben, das so schön ist? Wer war denn der erste, der Euch daran erinnert hat?“ ״Das war ein großer Mann, mein Sohn. Er war klüger und taplerer als wir alle, er hat uns alle an unser eigenes Land erinnert.“ ״Warum sagst Du ,war‘, Mutti, lebt er denn nicht mehr? Wie hieß er denn?“ ״Unser großes Vorbild heißt: Theodor Hcrzl. Er lebt schon seit neunundzwanzig Jahren nicht, seine Lehre aber verfolgen wir genau so, wie w׳enn er unter Uns wäre.“ ״Wie sieht es jetzt in Palästina aus, Mutti?“ ״Das erzähle ich Dir das nächste Mal, und nun gehen wir an die Schularbeiten, Fritz.“ ״Einen Augenblick noch, Mutti, erst mu.ß ich auf alle meine Schulhefte meinen richtigen jüdischen Namen schreiben. Ich will von heute ab nur noch ,Raphael‘ heißen und den Kindern, die mich ,Gast‘ nennen, werde ich erzählen, was für ein schönes eigenes Land wir haben und daß wir bald auch hinfahren werden, nicht wahr, Mutti?“ Theodor Herr! BRIEFE *aus P* Kinder im Alter von 6 bis 10 fahren zusammen mit einer Lehrerin und zwei Lehrern uiid spielen bis 12 Uhr am Mcc׳r. Zum Frühstück bekommen wir: Bananen, Milch, Dirkmilch, Kefir, Butter, Brot. Wir bauen Burgen, singen, gehen 2-3mal ins Wasser, und um 12 Uhr fahren wir per Autobus in die Schule, wo wir eine Stunde lang sticken, malen, basteln usw. Um 1 Uhr gibt es Mittagessen: stets Gemüse, Mehlspeisen, Obstsuppen, nie Fleisch. Von 2—3 Uhr liegen wir auf Strohmatten, die ״Ephratia“ (so heißt die Lehrerin) erzählt eine Geschichte, die ich aber noch nicht verstehe, weil ich zu wenig Hebräisch kann. Ich und ein Hamburger Kind haben dreimal wöchentlich bei einem Lehrer Hebräisch. Es grüßt Euch Eure B e b s. Chaluzim im Lager Ein Palästina ־ Spiel Da! fertige Spiel Wißt Ihr, wie ich mir ein Palästina-Spiel baue? Zunächst baue ich die Zelte. Hierzu schneide ich aus Papier einen Kreis von 20 bis 25 cm y!®• Durchmesser. Diesen Kreis teile ich in zwei kreis gibt ein Zelt, ln Kante des Halbkreises EV Halbkreise. Jeder Halbder Mitte der geraden mache ich einen Einschnitt, bestreiche den Rand bis zu dieser Stelle mit Klebestoff und klebe die beiden Ecken (E1 und E2) übereinander. Mein Zelt ist fertig. 'ei Ebenso mache aus dem übriggeein Zelt. — Damit auch hineingehen eine Tür ein und ich bliebenen Halbkreis man in das Zelt kann, schneide ich falte sie zurück, — An dieser Stelle sollen in Zukunft Briefe ahgcdrucht werden, die von unseren Freunden aus Palästina stammen und das Lehen der Kinder dort schildern. Wir bitten daher alle Schüler und Schülerinnen Palästinas, besonders diejenigen, die aus Deutschland dorthin gekommen sind, uns von ihrem Lehen zu berichten, von der Schule, den Festen, über Wanderungen, Spiele und das Lehen zu Hause. (Adresse; Redaktion der ,Jüdischen Rundschau“ (für Kinder-Rundschau), Berlin IV 15, Meinehcslr. 10.) Sommerschule in Tcl-Awiw Tel-Awiw, den 2. 9. 33. Heute will ich Euch von der Schule erzählen. Ich gebe jetzt in die Sommerschule der Arbeitervereinigung, d. h. ich fahre etwa um 28',נ Uhr hier vom Haus weg, steige an einer Ecke, die wir Potsdamer Platz nennen (beim Verkehrsschutzmaiin) ein und fahre aus Meer. Dort treffen etwa CO Die Orangenbäume mache ich folgendermaßen: Ich schneide aus dickem, dunkelgrünem Papier einen I 1 f 20 cm langen und 6 cm breiten \w! ml Streifen, ln diesen Streifen 1 1 KW! schneide ich bis zur Hälfte (H) schmale Zacken (etwa 10). Jetzt b drehe ich den Streifen der Länge nach wie eine Zigarrette zusammen und biege die Zacken ausein- Damit der Baum ich am unteren schnitte und klappe nen Teilchen zuander nach außen, stehen kann,mache Ende einige Eindie eingeschnitterück. Mein Bäumchen steht jetzt sehr schön. Aus orangefarbenem Seidenpapier mache ich kleine Kügelchen und klebe diese lose an die unteren Seiten der Aeste. Mache ich mehrere solcher Bäumchen und stelle sie um die Zelte, y so entsteht ein ganzes Orangengärtchen. Die Palmen mache ich genau so, nur werden die Zacken hier nur bis zu einem Viertel eingeschnitten. Die Chaluzim zeichne ich auf dickem Papier auf und schneide sie dann aus. Damit sie besser stehen können, stecke ich ihnen ein dünnes Stäbchen durch die Hand. Damit ist das Chaluzim-Lager fertig. Nun an die ArbeitI

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