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Jüdische Rundschau · 1933-08-15 · Heft 65 (15.8.1933) · p. Seite 434

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 65 (15.8.1933)
Date
1933-08-15
Page
Seite 434 (sequence 6)
Language
German
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Seite 432 jüdische Rundschau ffr. 65, 15. vm. 1933 - . _ _ * —- — — - — ■ , - —■ — - Neagrflndang )fldischer Volksschalen Die Reichsvertrefung der Jüd. Landesverb-ände Deutschlands teilt mit: Am 9. d. M. ist der Unterlussehuß des lei der Reichsvertretung gebildeten Erriehungsaus Schusses zusammengetreten, der die Aufgäbe hat, die Neu grün düng jüdischer Schulen in die Wege zu leiten. Der Ausschuß hat alle Möglichkeiten der Neugründung von jüdischen Volksschulen eingehend durchgesnrochen. Es soll in denjenigen Gemeinden, die genügend Kinder für eigene jüdische Volksschulen haben, auf die Errichtung jüdischer Volksschulen, wo bereits solche hestehen, nötigenfalls auf die weitere Ausgestaltung dieser Volksschulen hirtfcwirkt werden. Hinsichtlich der Ausgestaltung dieser Volksschulen soll neben der allgemeinen und der jüdischen Bildung־ möglichst weitgehend auch Berufskunde im Sinne der Vorbereitung einer beruflichen Umschichtung getrieben werden. Es ist beschlossen worden, schnellstens an alle Gemeinden, in denen die Neuerrictitung oder die Erweiterung ihrer jüdischen Volksschulen nach der Zahl der Kinder in Betraclit kommt, mit konkreten Vorschlägen heranzutreten. Gegenstand eingehender Beratungen war auch die Frage zentraler Schulen, etwa in Internatsform, für die Kinder der kleineren Gemeinden in den einzelnen Ländern und Provinzen. Hier soll zunächst einmal eine genaue Ausarbeitung über ein derartiges Projekt, besonders auch hinsichtlich der finanziellen Gestaltung, vorgelegt werden. Organisation der jüdischen Gehörlosen Man schreibt uns: Auf Anordnung der Reichsfachschaftsreifer für die deutschen Gehörlosen sind alle gehörlosen jüdischen Mitglieder aus den Vereinen atiszuscliließen. Es handelt sich zun Teil um Mitglieder, die viele Jahrzehnte ihrem Verein an gehört, leitende VorslamUporten jnnegehabt und sich Verdienste um den Verein erworben hatten, ln Berlin beispielsweise wurden aus dem Allgemeinen Unterstützungsverem 33 jüdische Gehörlose ausgeschlossen, darunter eine Anzahl verdienter Vorstandsmitglieder. Eine ganze Anzahl der Ausgeschlossenen, die über 23 Jahre Mitglieder waren, daruntcr'cine alte gehörlose Frau, die schon 57 Jahre, seit 1876, Mitglied Ist, werden durch diese Maßnahme hesonders hart betroffen, da sie in vorgerücktem Alter ihrer durch Beitragszahlung erworbenen Rechte auf laufende Monaisuritersiütning vcrlusti׳־ gegangen sind. Der seit 37 Jahren in Berlin bestellende Verein zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen in Deutschland, e. V., der Mitglieder aus allen Teilen •Deutschlands aufnimmt, fordert die ausgeschlossenen Gehörlosen und hochgradig Schwerhörigen jüdischen Glaubensbekenntnisses auf, sfeh ihm anzuscWießen, — Nähere Auskünfte und Anmeldungen beim Vorsitzenden Erwin Kaiser, Berlin NO 55, Drunselweg 1. Büro- und Sprechstunde jeden Dienstag abend J/8״ Uhr im israelitischen Gemeindehaus, Rosenstr. 2—4. Aus Mitteln, die aus London überwiesen wurden,!st soeben ein Terrain von 2250 Dunam für die Kolonie in der Nähe von Gaza für die geplante Palästina-Kolonie für fud enefirf sten endgültig angekauft worden. Es soll sofort mit der Anlage von Orangenpflanzungen und der Errichtung von Häusern begonnen werden. Die Kolonie wird auch eine Kirche, die einzige Kirche für Judenchristen in der Welt, erhalten. Ortsgruppen Hamborn. Ueber ״Das deutsche Judentum und Pa!ästina“ sprach am letzten Sonntagvormittag hier Dr. Ludwig L ö wen s t ei n- Düsseldorf. Wir sind der Gemeinde, die In verständnisvoller Weise für den Vortrag die Synagoge zut Verfügung stellte, zu Dank verpflichtet; Eine große Zahl neuer Abonnenten für die ״Jüdische Rundschau" und neuer Inhaber von KKL,-Büchsen wurden gewonnen. Wtüielimhaven-Rflstrlngen. Auch hier ist eine Zionistische Gruppe gebildet worden. Sie umfaßt zunächst 22 Mitglieder. In den Vorstand wurden Herr Marcus Schulsinger und Fräulein Jenny Wolf gewählt. — Am 16. Juli fand eine Tagung des Jtigendbundes Wilhelmshaveu-Rüstringen statt, zu der sich auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung eingeftindcn hatten, ltn überfüllten Saale hielt Herr Landrabbiner Dr. Blum. Emden, ein Referat über Theodor Herz!. Herr Ihno Weinberg, Esens, schilderte in packenden Worten die Not der jüdischen Jugend, deren Los nur durch die Mitarbeit nnd Unterstützung aller Kreise des Judentums gemildert werden kann. Vermischtes Gottesdienste anläßlich der hohen Feiertage. Die Berliner Zionistische־ Vereinigung veranstaltet auch in diesem fahre gemeinsam mit der Berliner Gruppe des Misrachi einen Gottesdienst in den Räumen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Meinekestr. 10. Karten sind im Büro der B. Z. V. ab 20. August zu haben. Die Bezirksgrupne lannowitzbrüeke der B. Z. V. veranstaltet ebenfalls einen Gottesdienst in den Räumen des Instituts Contiard, Brückenstr. 6. Karten zum Preise von 0,50—3 M. bei Herrn Alfred Ordo, Wallnertheaterstr. 40. Jüdische Schule KIops*o״,'׳tr. 58 (1 Min. v. Bahnhof Tiergarten). Anmeldungen von Knaben und Mädchen für samtliehe Klassen an allen Wochentagen von 12—13 Uhr bei der Schulleiterin Frau Nathan. (Tel. Tiergarten 2084). Das Israelitische Krankenhelm, Berlin N 24, Elsässer Straße 85, macht hierdurch darauf aufmerksam, daß cs bereits seit langer Zeit vollständig freie Arztwahl eingeführt hat. so daß jeder Arzt seine Patienten völlig uneingeschränkt behandeln kann. Das Israelitische Krankenheim ist stets unter Norden 8029 oder Norden 0831 zu erreichen. Synagogen-Vereln Weißensee E. V. Die Vermietung der Betsaalplätze für die Gottesdienste an den Hohen Feiertagen im ״Gesellschaftshau.se", Parkstr. 16, erfolgt für diejenigen Besucher, welche auf ihre vorjährigen Plätze Anspruch erheben, vom 1.—6. September. Die freihändige Vermietung erfolgt vom 7.—14. September außer Sonnabends während der Geschäftsstunden bei Herrn Leo L e ß, Berliner Allee 234. — Der Beginn der Gottesdienste ist derselbe wie bei ׳denjenigen der Hauptgemeinde mit neuem Ritus. Jüdischer Theater-Verein ,.Rheingold 19“. Geschäftsstellen: Auskünfte: A. Brodtmann SO 36, Köpenicker Str. 170־ (Zigarrengeschäft), F 8, 7088; Schriftsachen an S. Grünthal, NO 55, Wehlauer Str. 6. Vereinslokal: Hermanns Restaurant, I lägerstr. 18. Donnerstag, den 17. August, 9 Uhr abends, Schallplatten-Künstlerkonzert und Tanz. Eintritt 20 Pf. Ab 23. August Sitzungen jeden Mittwoch. Arbeitsnachweis. Für anerkannte Fachkraft des Musikalienhandels, großes Verkaufstalent, selbständ. Arbeiter, tüchtig und verantw.-bewußt, auch Schallpl. und S.-O.-Spezialist, guter Werber und Korrespondent, erprobt in lOjähriger Selbständigkeit, Musik-Katalogisierungsarbeiten ausgeführt, wird Stellung, auch als Musikarchivar, gesucht, Ausland angenehm. Meldungen sind zu richten an den Jüd. Arbeitsnachweis, Berlin SW, 19, Lindenstr. 48/50, Tel. Dönhoff 307/308. Der Synagogenverein Rykestraße hatte zum 3. August eine Versammlung aller Platzinhaber einberufen. Der vorsitzende Sally Heflbrunn wies auf die einschneidende Umstellung des bisherigen konservativen auf rein liberalen Ritus hin, die trotz persönlichen und schriftlichen Einspruches durchgeführt worden sei. Der Redner des Abends, Dir. K a r e s k i, sprach von der allgemeinen Unzufriedenheit mit der derzeitigen Führung der Gemeinde, die voll versagt hätte. Zum Schluß wurde von den fast 300 Besuchern gegen nur 2 Stimmen nachstehende Resolution angenommen: ״Die am 3. August 1933 ln den Unionsälen versammelten Platzinhaber der Synagoge Rykestraße protestieren auf das schärfste gegen jede Liberalisierung und Abschaffung der konservativen Gebrauche in der Synagoge in einer Zeit, in der Einigkeit, Einheit und Duldung herrschen sollten, und ft! der es wirklieh wichtigere Dinge zu erledigen gibt. Sie fordern als konservative Juden eine Unterstellung ihrer religiösen Belange unter die allein maßgebliche Autorität des jüdischen Gesetzes In seiner maßgebenden Interpretation und Wiederher- Stellung des jetzt bestehenden Ritus für die konservativen Synagogen." Herzl-Klub Breslau. Sonnabend, den 19. August, abends j/29 Uhr, begeht der Herzl-Klub Breslau, der einzige Klub des Herzl-Bundes, der die ganzen Jahre hindurch ohne Unterbrechung und erfolgreich gearbeitet haf, den Gedenktag seines zwanzigjährigen Bestehens, (ln den Räumen von Komhausers Restaurant.) Er ladet hierzu alle Bundesbriider aus dem Reiche ein. Bei dieser Gelegenheit will der Herzl-Klub eine ihm von vielen Seiten zugegangene Anregung aufgreifen und eine Wiederaufrichtung des Bundes In die Wege leiten. Bundesbrüder und andere junge Zionisten, aus Berlin und dem Reiche, die an einer Zusammenarbeit Interesse haben, wollen ihre Adresse an Bbr. Walter Danziger, Breslau 5, Freiburger Str. 32, einsenden. Berliner Kalender Eintritt nur für Mitglieder and geladene Gäste. Berliner Zionistische Vereinigung. LehniuerPiatz: lO.Ang, 20.30 Uhr, Caf6 Ldon, Kurfürstendsmra: ״Aas de» Leben jüdischer Siedlungen in Palästina“, Enzio Serenl E. LieSensteia. — S a vi gn y p ia t *: 10. August, 20.30 Uhr, gemeinsam mit Lehnfner Plate. — Süd: 15. August, 20.30 Uhr, ״Deutscher Hof“, Luckautr Str. 15: ״Umschichtung und Chahiriuth“, Walter Tempel — Witten bergplats: 17. August: 20.30 Uhr, Meinekestr. 18, R.-A. Gundermann: ״Judennot und Zionismus“. Verband Deutscher Zlonisten-Revisionliten, Groppe West. Donnerstag, den 17. August 1933, 20.30 Uhr, Konditorei Hefter, Wittenbrrgpiat* 3, Vortrag Dr. Justus Schloß: ״Unsere Stell!mg rum Frenchbericht“. Um ..... Wir rufen Euch! Tretet ein in den KULTURBUND DEUTSCHER JUDEN (behördlich genehmigte Organisation zur Pflege des geistigen Lebens innerhalb des Judentums) Was wir wollen! Hunderten von entlassenen, zur Resignation verdammten Menschen Arbeit, Existenz, Lebensmut, Sammlung geben! Die religiöse und rassenhafie Verbundenheit der Juden manifestieren! Aus dem Bekenntnis zum Judentum In der Not ein stolzes Bewußtsein für bessere Zelten zimmern! Kunstwerke sehen und erleben! hören und begreifen! Den Geist am Geist Größerer stöhlen! Hinstreben zu dem Ziel, ein erkennender, bescheidener Teil des großen Ganzen zu sein, alt Einzelner der Gemeinschaft mit Fühlen und Handeln verpflichtet! So fassen wir den Sinn des Kulturbundes. Hier wollen, hier müssen wir alle Zusammengehen. EIn Bund — eine Gemeinschaft — ein Wollen — eine Religion Ehrenpräsidium: Leo Baedc - Martin Buber - Ismar Elbogen - Arthur Eloesser - Georg Hermann - Leonid Kreutzer Max liebermann - Max Osbom - Franz Oppenheimer - Jacob Wassermann Bundesvorsilzender: Dr.Kurt Singer. Intendant (Hie bin» aosuhnelden and timenden T) Kulturbund *Deutscher Juden Berlin-Charlottcnburg 4, Mommscnstraße 56 Hierdurch erkläre ich meinen Eintritt in den Kulturbund Deutscher faden für das Bundesjahr 1933134 zum monatlichen Mitgliedsbeitrag von RM 2,50 (einmalige Einsdireibegebähr RM 0,50). Hierfür hat das Mitglied das Recht, 3 Bundesveranstaltungen monatlich und zwar je eine Theatervorstellung (Schauspiel bau. Oper), ein Konzert und einen Vortrag ohne weitere Zuzählung zu besuchen. Der Zutritt zu den Veranstaltungen ist nur Mitgliedern möglich harnet ...———-——-— -----— —.—י־•- Telephomr .—. ——-— ....—~^——— - iBUIe destlld» Sdiriff) DAS THEATER IIIRD SCHAUSPIEL UND OPER PFLEGES Künstlerische Gesamtleiiung: Dr. KURT SINGER YormalJ Intendant der Städtischen Oper Berlin Im Programm sind bisher u, a. vorgesehen: SCHAUSPIEL Dmnah1rat»<he Leitung: JULIUS BAS (steiirtitr. SdiauspteidlreWor) Regle: Oberreg. Dr. KARL LOEWENBERC (rorm. Sdiauiplelhau» Frankfurt e. M. KURT BAU MANN Gertlnirenlerungen: VICTOR BARNOWSKY u. a. OPER Muatkailsshe Oberleitung: Generalmusikdirektor JOSEF ROSENSTOCK (Mannheim) (»IcÜTtrtr. Opemdlrektor) Regie: Dr. KURT SINGER Leasing: Naihan der Weise Shakespeare: Wie es euch gefüllt Emil Bernhard: Die Jagd Gottes Molftre: Der Misanthrop (EntauMhruni) Beer-Hofmann: Jaacobs Traum Mozart; Figaros Hochzeit oder Cosi fon futie Beethoven: Fidel(» Donlzettt: Don Pasejuale Mehalt Josef In Ägypten Verdi: Rigoleito Tichaykoviky: Goidne Schube (Erstaufführung) GasNnscenlerangen prominenter Regisseure sind vorgesehen. Bahnenbild und KosMmwesen: HEINZ CONDEIL frone. Aussiettunlsdiet ln Hannover) Ais GSste: Prof. E. STERN und WALTER AUERBACH KONZERTE Abteilungsleiter: Prof. LEONID KREUTZER Dr. HERMANN SCHILDBERGER Dr. KURT SINGER Dirigenten: MICHAEL TAUBE Generalmusikdirektor JOSEF ROSENSTOCK n. Symphonische Werke und Konzerte von: H&ndel, Haydn, Beethoven, Mozart, Schubert, Mendelssohn, Brahms, Mahler Kammermusik und Kammerdiorkonzerte. Komposliionsabende lebender Jüdischer Musiker. Unter Mitwirkung namhafter Instrumental- und Gesangssoliiien VORTRAGE Abteilung für Geisteswissenschaft: Leitung Dr. Leo Baeck Vortragende: Rabb. Dr. Leo Baeck — Prof. Dr. David Baungarl - Rabb. Dr. Joachim Prinz - Prof. Dr. Erwin S t r a u s s. Abteilung für Literatur and Theater: Leitung Julius Bab Vortragende: Julius Bab - Arthur Eloesser — Kurt Walter Galdscbmlt •* _Luft Weltmann Rezltationsabendc: Ludwig Hardt — Edith Hermstedt-Oellingen Abteilung für Musikwissenschaft: Dr. Anneliese Landau - Prof. Dr. Kurt Sachs - Dr. Alfred Einslein Abteilung für Kunstgeschichte: Dr. Max Osbom - Hedwig Fechheimer Interessengemeinschaft mit der Jüdischen VoUuhochschale Auskünfte und Informationsmaterial gibt das Bundesbüro, Berlin-QiarloiieabBrg.4י Mommsenstrabe 56, J l Bismarck 471

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