Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 65 (15.8.1933)
- Date
- 1933-08-15
- Page
- Seite 430 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 428 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65, 15. Vm 1933 offen ausgesprochen werden, difi die Besorgiiis besteht, daß ein aus allen Teilen der Welt beschickter, breite Volksmasscn repräsentierender Kongreß in einer po aufgewühlten Zeit nicht immer so zielbewußt und geordnet arbeiten kann, wie es unter dem Gesichtspunkt höchster jüdischer Verantwortung gefordert werden muß, Nun der Kongreß doch nicht vertagt wurde, ist es Aufgabe der Exekutive und der Kongreßleitung, mit aller Entschlossenheit darüber zu wachen, daß der Kon* greß im Bewußtsein seiner positiven Verantwortung bleibt und sich nicht in eine Volksversammlung verwandelt. -Wenn auf anderen Kongressen Entgleisungen vor* kamen, so war dies höchstens unter dem Gesichts- Punkt eines geregelten Parlamentarismus zu bedauern. Heute aber, wo der Kongreß im vollen Lichte des allgemeinen Interesses tagt, muß er zeigen, was der Zionismus will, was gerade ihn von andersartigen Veranstaltungen unterscheidet Er muß diesmal den Verlockungen des Parlamentarismus, den uferlosen Redeleistungen, aus dem Wege zu gehen verstehen. Man darf wohl hoffen, daß die vorläufige Agenda, die mit Referaten überladen ist, noch eine Abänderung erfährt. Der Kongreß müßte kurz sein und zwei große Tatsachen- Komplexe in den Vordergrund schieben: das Werk in Palästina und die Judenlage in Deutschland. Die Palästina-Idee müßte in ihrer ganzen Größe und grundsätzlichen Bedeutung herausgestellt werden. Einzelheiten und Streitfragen müßten der Behändlurig in kleineren Gremien Vorbehalten bleiben. Der Kongreß als solcher muß zeigen, was in Palästina schon geschaffen wurde, was noch geleistet werden muß und kann. Die neue Periode der Palästinaarbeit nach dem Krieg ist jetzt bereits 14 Jahre alt, eine junge Generation ist teilweise bereits herangewachsen und ordnet sich ein in das Leben der Arbeiter und Bauern Palästinas, die Struktur des jüdischen Volkes in Palästina ist anders als bei den Juden der übrigen Welt. Palästina ist ein Land des Aufbaus, und wenn auch der Einzelne bcscheidenere Ansprüche stellen muß als in Europa, so bietet doch das Ganze ein größeres Maß von Hoffnung und Zukunftssicherheit. Die Judenheit der ganzen Welt erkennt bereits die Bedeutung Palästinas. Das Interesse der Juden hat bewirkt, daß mitten in der Welt- Wirtschaftskrise Palästina ein florierendes Land ist und eine prosperierende Wirtschaft hat, daß es keine jüdisehen Arbeitslosen hat und ständig neue Einwanderer aufnehmen kann. Wenn dies festgestellt wird, so sollen gleichzeitig keineswegs die großen Schwierigkeiten vergessen werden. Der Kongreß sollte in würdiger Form seine warnende Stimme erheben vor einem einseitigen politischen Fanatismus, dessen Folgen sich so furchtbar gezeigt haben. Bei aller Würdigung der Eigenart Pa- ISstinas soll der Kongreß nicht in leeres Selbstlob verfallen, sondern auch die inneren undr äußeren Konflikte empfinden, mit denen dieses Werk verbunden ist. Auf der anderen Seite steht die jüdische Situation in Deutschland. Diese ist, vom zionistischen Blickpunkt aus gesehen, vor allem Material der Erkenntnis und des praktischen Handelns. Die Entwicklung der Lage der Juden in Deutschland ist eine geradezu verblüffende Illustration zu den Erkenntnissen der Begründer des Zionismus. Der Zionismus entstand aus der Ueberzeugung, daß auch bei scheinbar ganz stabilen Verhältnissen die Juden ihre Lage nicht als gesichert anseben können, da die Judenfrage besteht und zu jeder Zeit akut werden kann. Ob diese Manifestation der Judenfrage in schärferer oder milderer Form geschieht, ist zwar für die beteiligten Juden sehr wichtig, für den Gesamtaspekt des Zionismus aber ohne Bedeutung. Der Zionist weiß auch, daß ein ,,Kampf“ gegen den Antisemitismus, in welcher Form immer, sinn- und zwecklos ist. Weder kann man den Antisemitismus durch Aufklärung ausrotten, noch durch den Appell an die Menschlichkeit zürn Schweigen bringen, am allerwenigsten aber kann man durch Kampfhandlungen irgendwelcher Art, die meist mangels realer Macht nur in der Phantasie der Beteiligten bestehen, die Lage ändern. Der Zionismus betrachtet den Antisemitismus als eine bestehende Tatsache, und er will durch seinen positiven Beitrag daran mitarbeiten, die Menschheit von ihm zu befreien. Darum sagte Herzl mit Recht, daß der Zionismus ein großes VersoImangswerk ist. Wir haben in Nr. 54 der ״Jüdischen Rundschau“ Auszüge aus Aeußerungen Theodor Herzls anläßlich des ersten Zionistenkongresses 1897 nun Abdruck gebracht. Diese Worte Herzls sollte sich jeder Teilnehmer des Prager Zionistenkongresses von 1933 vor Augen halten. Denn die internationale Diskussion der Judenfrage, die Herzl erstrebt hatte, wir stehen mitten in ihr darin. Alle Kräfte müssen aufgeboten werden, damit der Zionistenkongreß seiner eigentlichen Aufgabe, einen Plan der Abhilfe, einen Plan der Lösung der Judentrage aufzustellen, gerecht werden kann. Die deuts:11e Judenfrage ist nicht die einzige akute Judenfrage unserer heutigen Welt. Auch die Palästinaarbeit kann nicht ausschließlich auf deutsche Auswanderung eingestellt sein. Aber Deutschland bietet, gerade weil hier die Judenfrage auch politisch zugespitzt ist, eine Gelegenheit, um vielleicht zum ersten Male in eindrucksvoller Form zu zeigen, was der Zionismus ist und was er grundsätzlich Neues beinhaltet im Gegensatz zu allen bisherigen Formen der Verteidigung jüdischer Rechte. Die deutschen Zionisten erwarten, daß der Kongreß in diesem Sinne verlaufen wird und daß er praktische Maßnahmen treffen wird, um dem großen Auswanderungsbedßrfnis deutscher Juden nach Palästina die Wege zu ebnen. Frau Arlosoroff sagt aas Wiederaufnahme der Verhandlung in der Mordaffäre Jaffa, 10. August. (J.T.A.) Am 9. August wurde die Zeugenvernehmung im Verfahren gegen Stavsky, Rosenblatt und Minz, die der Teilnahme an der Ermordung t>r. Arlosoroff« beschuldigt sind, wieder aufgenommen. Tiefen Eindruck machte die Aussage der Witwe des Ermordeten, Frau Sima Arlosoroff dl# auf Befragen des Staatsanwalts Shitrlt die Angeklagten Stavsky und R o s e n b I a 11, die, von Pollzelbeamten flankiert, 'vor Gericht standen, mit voller Ueberzeugung als die Mörder D r. Arlosoroffs bezelchnete. Im ersten Teil ihrer Aussage schilderte Frau Ariosoroff eingehend, wie Dr. Arlosoroff die Tage nach seiner Rückkehr aus dem Ausland im Kreis seiner Angehörigen verbrachte. Am Abend des kritischen 16. Juni hatte Dr. Arlosoroff mit seiner Gattin nach dem Abendbrot um 9>4 Uhr die Pension Käte Dan in Tel-Awiw, in der sie abgestiegen waren, Verlassen. Als sich die beiden bereits in einiger Entfernung von der Stadt befanden, bat Frau Aoloioroff ihren Mann, umzukehren. Er lehnte dies jedoch ab, indem er seiner Frau versicherte, es bestehe kein Gnuid zu irgendwelcher Beunruhigung. Frau Arlosoroff hatte schon vorher zwei Männer bemerkt, die ihnen folgten, seitdem sie den Platz vor der Fabrik Lefkowitch passiert hatten, Die Männer waren einige Male an ihnen vorbeigegangen und dann wieder zurückgeblieben, so daß Frau Arlosoroff ihr Aussehen genau fcsfsTellcn konnte, Sie sei, erklärte Frau Arlosoroff weiter, mit ihrem Mann bis zum Jarkonvicrtcl gekommen und dann umekehrt. Hierbei seien ihnen die beiden Männer abermals egegnet. Frau Arlosoroff zeichnete eine Skizze der Stellung aller vier Personen am Strande im Augenblick der Tat und übergab diese Skizze dem Gericht. Sic könne sich nicht er- Innern, erklärte sie. ob einer oder zwei Schüsse abgegeben Worden seien. Während die Männer gegen einen Hügel flüchteten, habe sie gerufen: ״HiIf e, J uaen haben auf ihn geschossen!“, woraufhin Dr. Arlosoroff zweimal ״Nein, Sima“ sagte. Ihre erste Aussage habe eie vor dem Leiter der Kriminalpolizei, Hauptmann Rice, um 3 Uhr früh, vier Stunden nach dem Mord, gemacht. Sie gab Hauptmann Rice eine eingehende Beschreibung der Täter, die sie Im hellen Sternenlicht genau gesehen hatte. Später habe sie die Mörder nach Ihren Gesichtszügen, ihrem Körperbau und Ihrer Gangart Identifiziert. Als die bei der Vorführung Frau Arlosoroff gegenübergestellten Personen aufgetordert wurden, zu sprechen, damit Frau Arlosoroff die Täter an ihrer Stimme erkenne, hatte sie den Eindruck, daß Stavsky seine Stimme zu verstellen versuche. Bezüglich Rosenblatts erklärte Frau Arlosoroff, sie habe ihn mit noch größerer Bestimmtheit erkannt, als sie ihn einige Tage nach der Identifizierung-svorführung im Büro von Hauptmann Rice in Jerusalem unrasiert, wie er es auch am Mordabend gewesen sei, wiedergesehen habe. Zu einem dramatischen Auftritt kam es, als Staatsanwalt Shitrit einen Anzug Rosenblatts vorwies, bei dessen Anblick Frau Arlosoroff erklärte, es sei derselbe, den der Mörder getragen habe, als er den Schuß abfeuerte. Schon einige Tage vorher hatte Frau Arlosoroff auf der Polizei diesen Anzug unter einer Anzahl anderer ihr vorgelegter Anzöge erkannt. Im weiteren Verlauf des Verhörs wurde festgesfellt, daß Frau Arlosoroff bei zwei Vorführungen, bei denen Rosenblatt sich nicht unter den Vorgeführten befand, erklärt hatte, der Mörder sei nicht dabei. Insgesamt waren 5 Vorführungen veranstaltet worden. Von Minz behauptete Frau Arlosoroff sie glaube, gesehen zu haben, daß er aus der Stadt lierbeigelaufen kam, als sie nach dem Mord zur Pension eilte, um die Polizei und die Rettungsstelle zu verständigen. Nunmehr richteten Stavsky und Rosenblatt eine Reihe von Fragen an Frau Arlosoroff. Auf Grund dieser Befragung wurde festgestelit, daß Frau Arlosoroff zu Rosenblatt, als sie ihn im Büro von Hauptmann Rice sah, gesagt hat: ״Sagen Sie die ganze Wahrheit. Da Sie so jung sind, werde ich mein Möglichstes tun, um die Folgen für Sie leicht zu machen, und mich zu diesem Zweck direkt an die höchsten Instanzen wenden.“ Als sie ihn bei der Identifizlerungsvorführung erkannte, fragte sie ihn: ״Können Sie noch immer die Ruhe bewahren nach all dem, was geschehen ist?“ Vor Ab- Schluß des Verhörs fragte Rosenblatt noch Frau Arlosoroff, was sie damit gemeint habe, als sie im Büro von Hauptmann Rice sagte: ״Gestehen Sie, denn es liegen ernste Beweise gegen Sie vor!" ״Damit meinte ich“, antwortete Frau Ariosoroff, ״daß ich Sie erkannt hatte und daß dies ausreiche, um die Anklage gegen Sie zu erheben“. Hier wurde die Vernehmung abgebrochen und 'ihre Fort- Setzung auf den nächsten Tag angesetzt. Die Vernehmungen wurden am 10. und 11. August fortgesetzt. Zunächst wurden die leitenden Beamten der Polizeitruppe für Jaffa und Tel-Awiw, Major Sta-f f ord und Major F a r a d a y, hauptsächlich über die Identifizierungsvorführungen, an denen Stavsky und Rosenblatt teilnahmcn, einvernommen. Major Stafford bestätigte die Auslage Frau Arlosoroffs, daß die Nacht, in der der Mord begangen wurde, vollkommen sternenhell war, so daß es sehr leicht möglich war, Personen zu unterscheiden und zu erkennen. Der Zeuge erklärte, er habe alle Araber, die den Strand passierten, angehalten und sie gefragt, ob sie jemandem auf dem Strand begegnet wären, was alle verneinten. Major Stafford sagte weiter aus, Frau Arlosoroff sei in Ohnmacht gefallen, als sie Rosenblatt bei der Identifizierungsvorführung erkannte. Nachher habe sie erklärt: Ich empfand den größten Schock meines Lebens, als ich ihn erblickte. Rosenblatt sei nach den Erklärungen Frau Ariosoroffs bei der Vorführung bleich gewesen und nabe ein jüngeres Aussehen gehabt als der Mörder, wie ihn frau Arlosoroff ln Erinnerung hatte. Deshalb habe sie verlangt, ihn später nochmal« unrasiert zu sehen. Rosenblatts Anzugsjacke habe sie unter zehn anderen Jacken nach Größe, allgemeines Aussehen und den roten Streifen des Stoffes erkannt. Major Faraday berichtete über die am Strande von Tel- Awiw vorgenommenen Untersuchungen der Fußspuren. Die Spurenproben wurden an einem der Mordstelle ähnlichen Platz am Strande vorgenommen. Einer der poiizeiliehen Spurensucher Abu Rooz habe die Gehspuren Stavskys mit den Spuren an der Mordstelle nicht identifizieren können, er erklärte aber später, Stavskys Laufspuren glichen den länferen Spuren, die er am Tatort gesehen habe. Der zweite purensucher Abu Regaik habe erklärt, er habe Stavskys Spuren beide Male als den längeren der beiden an der Morastelfe gefundentn Spuren entsprechend feststellen können. Nach dem Spurenversuch habe Stavsky erklärt: Natürlich sind das meine Spuren. Vom dritten Beschuldigten, Jehuda Minz, war wenig die Rede. Bloß Major Stafford machte einige Zeugen namhaft, die außer Frau Arlosoroff Minz als den Mann erkannt haben wollen, der in der Mordnacht den Strand entlanglief. Am 11. August wurden der Polfzd-Spurensucher Abu Rooz und der Gefängnisarzt Dr. Shcbeita vernommen. Abu Rooz bestätigte die bei früheren Vernehmungen gemachten Aussageo des zweiten Spurensuchers Abu Regaik und anderer Nr. Zeugen betreffend die Ergebnis« der!dentUWenmgnrorführungen. Schon bei der öchprobe habe er einen Mann verdächtigt, jedoch nichts gesagt, da er seiner Sache nicht sicher gewesen sei. Er habe den Polizeioffizier aufgefordert, eine Laufprobe vorminehmen, und dann die Spuren Stavsky• mit Bestimmtheit als identisch mit denjenigen an der Mordstelle erklärt. Der Zeuge verbreitete sich sodann über Einzelheiten betreffs des Schuhwerks, das die beiden Mörder, nach den Spuren zu folgern, getragen haben müssen. Er gab zu, Stavsky am Vorabend der Erkennungsprüfung auf dem Hof des Polizeigefängnisses gesehen zu haben, erklärte jedoch, er habe bei dieser Gelegenheit keinerlei Fußspuren festgestellt; Stavsky und die übrigen Gefangenen seien auf hartem Boden gegangen, in dem keinerlei Fußspuren zurückblieben. Auch habe er damals noch gar nicht gewußt, daß Stavsky der Tat verdächtigt wäre. Dr. Shebelta, der GefStipisarzt, der Stavsky am 8. Juli auf Verlangen der Polizei untersuchte, sagte aus, er habe an Stavskys rechter Hand Abschürfungen festgestellt. Die Polizei nimmt an, daß Stavsky sich diese Abschürfungen an einen Stachcklraht-Zaun in der Nähe der Mordstelle, durch den er auf seiner Flucht schlüpfen mußte, zugezogen hat. * Von den bei der letzten gegen eine Grupp« palfistinensiicher Revisionisten durchgefünrten Razzia Verhafteten wurden Dr. Har-Even, Jcwlit, Lichter, Feinberg und H a g a I i I i gegen eine Kaution von je 50 Pfund freigelassyn. Eine allgemeine Freilassung der Beschuldigten gegen Kaution hatte das Oericht abgelehnt und bloß zugelassen, daß einzelne Beschuldigte gegen Sicherstellung auf freien Fuß gesetzt werden, insofern die Polizei In den betreffenden Fällen nichts dagegen einzuwenden habe. Das Gesamtergebnis der Kongreßwahlen London, 10. August. (J.T. A.) Auf Grund der bishe! eingegangenen Meldungen stellt sich das Gesamtergebnis der Wahlen zum 18. Zionistenkongreß folgendermaßen dar: Von den etwa 300 Mandaten hat die Arbeitergruppe 137 errungen. Außerdem wurden 2 unabhängige Arbeiterdelegierte gewählt. Die Allgemeinen Zionisten haben einschließlich der 11 Delegierten die auf di« Grünbaum-Liste (Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Polens) gewählt wurden, 76 Mandate erhalten. Außerhalb Polens haben dl« Radikalen Zionisten je 1 Mandat in Palästina und in der Tscheeho- Slowakei bekommen. Die Jabotinsky-Revisionlsten erhielten 43, die Großmann-Revlslonisten 4, der Misrachi 32 Mandate. 15 Mandate werden noch auf Grund der Reststimmen vergeben werden. Hlsrachl-WeNkonlereoz Krakau, 10. August. (J.T.A.) Die Konferenz des Misrachi wurde von Rabbi Meir Berlin, der u. a. Worte des Gedenkens für Dr. Chalm Arlosoroff sprach, eröffnet. Vom Oberrabbiner von Jerusalem, K u k, war ein Begrüßungstelegramm eingelaufen. Auf der gleichzeitig stattfindenden Tagung der Thora we-Awodah-Bewegung wurden Referate über das Verhältnis zum Misrachi, Über Hachscharah und Alijah und über die ideologischen Grundlagen der misrachistischen Jugendbewegung erstattet. Der Forderung des palästinensischen Delegierten Seheragai nach völliger Loslösung vom Misrachi trat Rabbi Berlin entgegen. . . * . . .. . Auf der in Krakau tagenden Weltkonferenz der misrachistischen Arbeiterbewegung Thora we’Awociah kam es zu einer stürmischen Debatte über die Frage der Erneuerung des gewerkschaftlichen Abkommens, das bisher bezüglich der Arbdtsverteilung zwischen dem Hapoel Hamlsrachi und der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas, Histadruth Haowdim, bestand. Nach eingehender Erörterung wurde beschlossen, das Abkommen zu erneuern. Die Wizo-Konterenz Ueber den Verlauf der Wlzo-Konferenz (Zionistische Frauenoreanisation), derer! Eröffnung wir bereits gemeldet haben, wird aus Prag weiter berichtrt: Die Generaldebatte auf der Weltkonferenz zionistischer Frauen wurde namens der Londoner Exekutive von Frau Edith Eder eröffnet. Als dringendste Aufgabe bezcichnete sie die Ansiedlung jüdischer Jugendlicher aus Deutschland in Palästina. Ada Fis lim an (Palästina) wies darauf hin, daß die Frau auch ln Palästina den Kampf um ihre Gleichberechtigung zu führen habe. Das Verlangen der Jung- Wizo-Bewegung nach“ vollständig Isolierter Ausbildung und Ansiedlung sei ein Absurdum. Frau Bella Cohen (Haifa) wies auf die mangelhafte Ausbildung vieler Mädchen, die infolge der Verhältnisse in Mitteleuropa jetzt nach Palästina kommen, hin. Ueber die Jung-Wizo-Tagung berichtete Frau Dr* Martha Hoffmann (Wien). Kuratorium des Judaisiisdien Instituts Genf, 13. August. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz von Chief Rabbi Dr. H ertz tagte in Genf die Jahreskonferenz des Kuratorlums für das judaistische Institut der Hebräischen Universität Jerusalem. Universitätskanzler Dr. J. L. Magnes erstattete den ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Instituts in letzter Zeit und über die in Jerusalem ausgearbeiteten Pläne für die Erweiterung seines Rahmens im kommenden Jahr. Nach eingehender Aussprache über die vorgelegten Pläne wurde ein Ausbau-Programm beschlossen, das eine Erweiterung des Forschungsbereichs des Instituts und die Schaffung von Möglichkeiten vorsieht, die Arbeit jüdischer Gelehrter, die durch die Maßnahme« in Deutschland betroffen wurden, für das Institut nutzbar zu machen. Neue Professuren für H e - bräisch und jüdische Philosophie wurden geschah (en. Ferner sollen eine weitere Lehrkanzel für Bibelforschung, sowie Lehrkanzeln für altisraelitische Geschichte und für Geschichte und Literatur in der Zeit des zweiten jüdischen Reiches errichtet werden. Das Kuratorium kam überein, daß in den nächsten Monaten größtmögliche Anstrengungen zur Auftrittgrößerer MögliclTkeiten~für Lehre und Forschung zu sichern Erlaß des Zehents in PalSstlna. Wie offiziell bekanntgegeben wird, hat der High Commlssloner mit Rücksicht auf die schlechte Winterernte den Zehent-Schuldnern von der gesamten Schuldsumme von 157 505 Pfund 105 150 Pfund erlassen• Vor einem Jahre, im August 1932, hatte der High Commissloner 173 000 Pfund an Zehentschulde» erlassen. Der High Coramissioner zieht nunmehr auch den Erlaß des Zehents für die Sommerernten und die Gewährung von Anleihen an notleidende Landwirte zun Ankauf wo Saatgut iu Erwägung, Wi wichtig licht, c reich stellten vom 1 gen d folgern In vor all vielfacl Brotge den. 0 zuge konnte mit sc eine K arbeits vor. L sichts Recht, Grenz! ergang praktis Beispit Angesi wehr 1 hang Die M lieh s; mer 8! D den E und welche verbiel daß di kraft 1 allem gebilli! bilde 1 wir s< Arbeit! der w! sei, la! tung, beschä Anges drohui Belegs ob dii den B teile n Kaut beit! geta n eh n Beurla der B wenig! ungii sogar jedoch Entlas fristge Ei zur fi bedeu lassun schuld 1״ gehört Schaft des A 354/33 folgt , wordei Geschi diesem schüft Angesi nicht kotts wenn in Co n allen Bekla; Urlaul (Urteil 103/3: l die B Das 1 ihre sie vc Anges mehr nicht Schai! sich! Entla! ziehe Arbei! Schad eesetz daß Bekla (Urtei f drohti mitgli Iager