Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 64 (11.8.1933)
- Date
- 1933-08-11
- Page
- Seite 421 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 64, 11. VIII. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Säte 4T9 Die Zahl der Einbürgerungen Im Reichs verwaltungsbiatt gibt Minist erialdhi• §ent Oeh. Regierungsrat Hering einen Kommentar tu em Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und über die Aberkennung .der deutschen Staatsangehörigkeit. Er er• kllrt darin, daß die Einbürgerungspraxis der vergangen« 14 Jahre eine große Zahl unerwünschter Elemente in die Volksgemeinschalt hineingelangen ließ. Als die Ostgrenze bei der Rückkehr der deutschen Truppen aus dem Osten im Jahre 1918 offen lag, strömten namentlich Ost ju den über die deutsche Grenze. In Preußen wurden in den Jahr« von 1922 bis 1933 rund 10300 Ostjuden eingebürf ert. Die Zahl aller Fremdstämmigen, die von 1919 bis 931 in Preußen eingebürgert worden sind, wird auf 15500 ohne Angehörige geschätzt. Diejenigen Personen, bei denen auf Grund des neuen Reichsgesetzes ein Widerruf der Einbürgerung erfolgt, werden staatenlos, wenn sie nicht noch die Zugehörigkeit zu einem fremden Staat besitzen. Kundgebung der Erlanger Studentenschaft Die ״Monatsschrift für akademisches Leben“, amtliches Naehrichtenblatt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, veröffentlicht in ihr« August-Nummer einen Aufruf, gezeichnet vom Presseamt der Erlanger Studentenschaft, in welchem die Erlanger Studenten dazu aufgefordert werden, den im ״Stürmer“ begonnenen ״Kampf unseres Frankenführers Julius Streicher gegen den Todfeind der arisch-germanischen Rasse auadrücklichst zu unterstützan“. Aus diesem Grund wird der Aufruf Streichers wiedergegeben, in dem ■ee heißt: ״Keine Rassevermischung, kein« Schandung hat schlixamere Folgen als die zwischen dem Angehörigen der niedrigen, widernatürlichen und minderwertigen jüdischen Küter- Kasse und der deutschen Frau. Auch wenn keine Befruchtung erfolgt, erleidet die Nichtjüdin einen in dieser Welt nicht wieder gutzumachenden seelischen und leihliehen Schaden. Das Blut ist verseucht, ihre Ehre ist dahin.״ Es wird dann gefordert, daß alle Juden und Nichtjüdinnen, die miteinander verkehren, mit voller Namensnennung an den Pranger gestellt werden. Die Erlanger Studentenschaft fügt hinzu: ״Leider bevölkern auch heute noch eine große Anzahl Angehöriger der jüdischen Rasse unsere Erlanger Universität“ und achließt ihren Aufruf mit den Worten ״Kommilitonen und besonders ihr, Kommilitoninnen, meidet die Gesellschaft mit Angchörigen der jüdischen Rasse-" Der polnische Staatspräsident Ober PalSstina Warschau, 7. August. (J. T. A.) Der Präsident der Republik Polen, Professor Moszczicld, hat das gegenwärtig in Polen weilende Mitglied der Exekutive der Jewisn Agency, Farbstein, in längerer Audienz empfangen. Farbstein gab eine eingehende Schilderung der Entwicklung Palästinas und der starken Beteiligung der polnischen Judenheit an diesem Aufbauwerk. Der Staatspräsident erklärte, er verfolge dauernd die Entwicklung Palästinas sehr aufmerksam. Es gereiche ihm zur Befriedigung, daß polnische Juden beim Aufbau des künftigen jüdischen Vaterlandes in erster Reihe stehen. Als Farbstein die Schwierigkeiten erwähnte, die bei dieser Arbeit zu überwinden seien, erklärte der Präsident: Ihr werdet von einem Ideal geleitet, und ein Ideal kann alle Sch wi!• rigkeiten überwinden. Wizo-Konlercoz In Prag Am 8. August wurde In Prag die VII. W e! t k o n f e ■ renz der wizo feierlich eröffnet. Die Begrüßungsrede hielt Frau Dr. W e i z m a n n als Vorsitzende der Londoner Exekutive, ln hebräischer Sprache hielt Frau Hadassah Samuel eine Ansprache. Ada Fishmann verlangte die Produktivierung der jüdischen Frau, im Namen der tschechoslowakischen Organisation hielt Hanna Steiner eine Begrüßungsansprache. Hierauf ergriff Frau Dr. Weizmann das Wort und referierte über die Lage der Juden in Europa und die Aufgaben Palästinas für die jüdische Zukunft. Die Arbeit der wizo in Palästina habe neue Formen angenommen und müsse mehr denn je ausgebaut werden. Es folgten die Berichte über Propaganda und Organisation (Frau Roinaua Goodman), über Finanzen (Mrs. G. O. AI m a n. London). über die Arbeit der Palästina-Exekutive und der Wizo-Organisation in Palästina und über die Hilfsorganisation für auswandernde deutsche Juden (Frau Sieff, London). Ueber die künftige Wizo-Arbeit referierte Frau Hanna Steiner, über die Lage der arbeitenden Frauen Palästinas Frau Rubaschoff (Palästina) und über die Jugendarbeit der Wizo Frl. Moshkowicz (Polen). Für Jugendbeherbergung Der R e ich s a u s s c h u ß der jüdischen Jugendverbinde ersucht uns um Abdruck nachstehenden Aufrufes; 111 dieser Notzeit braucht die jüdische Jugend dringender denn je Erholungszeiten für den Körper und die Seele. Dreiviertel der deutschen Juden sind Großstädter. Drei von vier jüdischen Jugendlichen sind auf größere Wanderungen angewiesen, um in der Landschaft einen inneren Ausgleich für den zermürbenden Druck der Woche zu finden. Diese Möglichkeit ist durch den Ausschluß der jüdischen Tugend vom Jugendherbergswerk schwer gefährdet. In der heutigen wirtschaftlichen Notlage verschwindet mit dem Wegfall der Herbe'gsmöglichkeit auch die Möglichkeit zu größeren Wanderungen selbst. Die jüdische Jugend ruft alle deutschen Juden auf, hier zu helfen! ln jeder Stadt, jedem Dorf, In denen Juden wohnen, muß eine Uebernachtungsmöglichkelt für durchwandernde jüdische Jugend geschaffen werden! Pritschen und Stroh für ein paar Lager müssen überall zu finden sein! Leerstehende Häuser von Juden, nicht benutzte Qemeinderäume müssen zur Verfügung gestellt werden. Wanderungen und Herbergswerk können eine Quelle der Verbindung und Verständigung zwischen allen Teilen der deutschen Judenheit werden. Zuschriften sind an seine Adresse nach Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158, zu richten. Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbinde (E. V.). Stsrbefall. Im Alter von 71 Jahren ist in T e 1»A w i w der hebräische Schriftsteller Schlotno Goldmann, der Vater von Dr. Nahum Ooldmann, gestorben. Wir sprechen Dr. Goldmann auf diesem Wege unser herzlichstes Beileid aus. Briefkasten der Redaktion S. Freudenthal, Oroßeicholzheim. Wir haben Ihre Anfrage an das Palästina-Amt Berlin wcitcrgegeben.- Ortsgruppen Beuthen (O.-S.). Die Ortsgruppe hat ihre Versammlung«- tätfgkeit auch während der Sommermonate nicht ruhen lassen. Von Veranstaltungen mehr internen Charakters sind die Referate vom 8. und 29. Mai und 12. Juni zu erwähnen, wo über die Palästina-Auswanderung, über die Landesvor- Standssitzung vom 21. und 22. Mai und über: ״Die Aufgaben der Jüdischen Gemeinde in dieser Zeit“ gesprochen wurde. Vortragende waren: Arnold Wiener, R.-A. Dr. Weißmann und Dr. Fränkel. — Besonders hervorzuheben ist die Gedenkfeier für Chajim Arlosoroff. welche am 28. Juni stattfand. Ansprachen hielten Arnold Wiener, R.-A, Dr. Weißmann und Fritz Tau (Beuthen), sowie Edgar Freund (Breslau). Durch Rezitationen der Jugend und hebräische Gesänge des Herrn Oberkantor Tarschis fand die Gedenkfeier eine würdige Umrahmung. — Am 26. Juli gab man den abreisenden Chaluzim eine stimmungsvolle Abschiedsfeier. Auch die Wi zo - Veranstaltung vom 3. Juli, in welcher Frau Dr. Else Rabin (Breslau) und Frau Betty Goldschmidt (Beuthen) über: ״Die Gegenwartsaufgaben der jüdischen Frau“ sehr wirkungsvoll sprachen, verdient noch registriert zu werden. — Sämtliche Veranstaltungen begegneten einem außerordentlichen Interesse und vollzogen sich vor überfülltem Saale. Guben. Vor kurzem fand hier ein Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Swarsensky, Berlin, über ״Der deutsche Jude am Scheidewege“ statt. Der Redner betonte insbesondere die Bedeutung Palästinas für das weitere Schicksal des Judentums und verlangte, in der Arbeit hierfür zusammenzustehen. Eine angeregte Diskussion schloß sich an diesen wichtigen Vortrag. Hamborn. Am 30. Juü sprach hier in der Oemeinde- Synagoge in einer Versammlung der Zionistischen Vcreinigung Herr Dr, Ludwig Loew enstein (Düsseldorf) über: ״Deutsche Juden und Palästina“. Der zahlreiche Besuch des Vortrages bewies, welch großes Interesse alle Mitglieder unserer Gemeinde dem Aufbauwerk in Palästina entgegenbringen. Eine Sammlung ergab ein erfreuliches Ergebnis für den KKL. Hindenburg. Die von der Zionistischen Ortsgruppe veranstaltete Herzl-Feier nahm einen außerordentlich würdigen Verlauf. — Nach den Begriißungs worten des Vorsitzenden Dr. Elias und dem Präludium-Spiel von Herrn Spitz sen. sprach Herr Spitz jun. Nordaus Gedenkworte. Einen tiefen Eindruck hinterließ die Herzl-Gedenkrede von Dr. Franz Meyer, Breslau. Johannisburg (Ostpr.). Die in Stradauen bei Lyck veranstaltete Jugendtagung für Süd-Ostpreußen führte auch hier zur Gründung eines Zionistischen Arbeitszirkels, der zur Ortsgruppe erweitert werden soll. In drei Heimabenden wöchentlich wird hebräischer Unterricht erteilt, zionistisches Wissen vermittelt und die den Zionismus betreffenden Tagesfragen besprochen. Köln. Vor einiger Zeit sprach in der Rhciniandloge im Rahmen der Kölner Zionistischen Vereinigung Herr Rabbiner Dr. Orünewald (Mannheim) über ״Jüdische Schule und jüdische Zukunft“. Er entwickelte das Programm einer jüdisehen Wesensschule, in der der ״jüdische Tag“ unverkürzt gelebt werde. An der Aussprache beteiligten sich die Herren 1r. Kllbansky, Rabbiner Dr. Carlebach und David. — Vor dem Referat gedachte Herr Mendet Bader (Kwuzah Misrah) des Todes von Chajim Arlosoroff. — Einige Tage später sprach Herr Kurt Blumenfeld über die Bedeutung Palästinas für das deutsche Judentum. Etwa 1000 Personen hatten sich eingefunden, um Blumenfeld zu hören. Er schilderte die äußere und die seelische Situation des deutschen Judentums in der Zeit der Assimilation. Nach dem geistigen Umbruch unserer Tage seien die Verwirkilchung des Zionismus und die Schaffung der jüdischen Schule Prüfsteine für die Haltung des deutschen Judentums. Der Abend schloß mit einer stürmischen Ovation für Blumenfeld. Moers. Gegen hundert Personen, fast die ganze Gemeinde, waren anwesend bei einem Vortrag über ״Palästina und die deutschen Juden“, den Dr. Ludwig Löwenstein, Düsseidorf, hier hielt. Es wurde ein zionistischer Jugendkreis geschaffen. — Für den KKL, der schon seit einiger Zeit von Fräulein Rosenbaum verwaltet wird, wurde eine stattliche Summe gesammelt. Recklinghausen. Die Herzl-Feier fand im Jugendheim statt. Ansprache: Samuel Scheffer. Musikalischer Teil: Max Weichselbaum und Alfred Aron (Geige und Klavier). Vermischtes Wichtig für jeden, der nach Palästina will! Das Merkblatt ״Alijah“ in wesentlich erweiterter Form mit einer Karte Palästinas und mit vielen Aufsätzen über Einwanderungsgesetze, Zoll- und Steuerfragen, Lebensverhältnisse, landwirtschaftliehe Bedingungen usw, in Palästina ist dieser Tage erschienen. Jeder, der sich mit der Absicht trägt, nach Palästina auszuwandern, muß zweckmäßigerweise dieses Heft erwerben. Auch denjenigen, die bereits im Besitz der vorigen Ausgaben, insbesondere der ersten Ausgabe vom Mai, sind, wird anempfohlen, die neue 24seitige Ausgabe zu erwerben. Das Merkblatt ״Alijah“ kostet 0,75 RM, und wird nur gegen Voreinsendung dieses Betrages zuzüglich 0,10 RM. Porto übersandt. ״C h i n uch“, das Merkblatt über die Lehrstätten in Palästina, d. h. über Universität, Seminare und Schulen Palästinas erschien dieser Tage ebenfalls in neuer erweiterter Auflage. Das Merkblatt kostet 0,50 RM. und wird nur gegen Voreinsendung dieses Betrages zuzüglich 0,10 RM. Porto übersandt. Hebräische Sprachkurse der Berliner Zionistischen Vereinigung. Im Laufe der nächsten Zeit beginnen in nachstehenden Gegenden neue Anfängerkurse: Rüdesheimer Platz, Charlottenburg (Bismarckstraße), Bayerischer Platz, Neukölln. Außerdem ist die Aufnahme für Teilnehmer mit einigen Vorkenntnissen in Kursen, die bereits seit einiger Zeit laufen, noch möglich. Die Kurse finden zweimal wöchentlich je IV» Stunden, um 6 Uhr nachm, und 8 Uhr abends, statt und kosten 3.— RM. monatlich. Anmeldungen: täglich zwisehen 9—1 Uhr, auch telephonisch (Bismarck 7165, App. 32), in der Meinekestr. 10,111, Schulberatung der Z. V. f. D. Hierdurch wird mitgeteilt, daß die Sprechstunde für Schulberatung nach den Schulferien wieder regelmäßig jeden Montag und Donnerstag, nachmittags zwischen 4—6 Uhr, Meinekestr. 10, stattfindet. Das Palästina-Amt Berlin teilt mit: Für sämtliche Abteilurigen des Palästina-Amts wurde eine juristische Beratungsstelle für Auswanderungsangelegenheiten, die Steuer-, Zoll- und Transferfragen, sowie die damit in Zusammenhang stehenden Einwanderungsbestimmungen betreften, eingerichtet. Die juristische Beratungsstelle unter Leitung von Herrn Assessor Walibach hat Sprechstunden von 9—12 Uhr im Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinekestr. 10, Zimmer 2, sowie auf Grund vorheriger telephonischer Verelnbarung (Bismarck 7165) auch an Nachmittagen. Schriftliehe Anfragen sind zu richten an das Palästina-Amt zu Händen von Herrn Assessor Wallbach, Berlin W15 ׳, MHnekestr. 10. Die Beratung ist grundsätzlich entgeltlich (nicht ״unentgeltlich“, wie es infolge eines Druckfehlers ia der vorigen Nummer hieß). Mitteilungen des K.J.V. Für einen Arzt, Darm- und Magenspeziausten, sowie für einen Zahnarzt und Apotheker besteht die Möglichkeit, sich bei einer Bet<\״gung von 10D0G0 Francs eine sehr gute Existenz in Frankreich zu schaffen. Interessenten werden gebeten, sich mit Frau Ellen lubczynski, Paris 17, 4 square Gabriel Faurö, in Verbindung zu setzen. Palästinareise des K. J. V. Es liegen uns nunmehr genaue Details für unsere Reise vor. Die Bundesbrüder, die sich gemeldet haben, erhalten in den nächsten Tagen ein Rundschreiben, das wir genauesten« durchzulesen bitten. Im Interesse einer reibungslosen Abwicklung erwarten wir nunmehr schnellste Definitivmeldung zuzüglich einer Anzahlung, damit die Buchung der Plätze vorgenommen werden kann. Alles weitere wird aus unserem Rundschreiben ersichtlich sein, das wir Bundesbrüder, die noch Interesse an der Reise und sich nicht gemeldet haben, anzufordern bitten. Das Präsidium des K.J.V. Der Zentralverband ostjildischer Organisationen Berlins E, V. teilt mit: Zur Verhütung von unangenehmen Folgen werden die polnischen Staatsangehörigen im eigenen Interesse gebeten, sich um die Verlängerung ihrer Pässe bereits drei bis vier Wochen vor Ablauf deren Gültigkeit zu bemühen. Der Zentralverband ostjüdischer Organisationen Berlin E. V., Berlin N54, Linienstr. 69 (früher Roscnthaler Str. 55), Tel.: D1 Norden 5514, stellt nach wie vor in allen Paßangelegenheiten und Beratungen zur Verfügung. Hechaluz Berlin. Der Zustrom zum Hechaluz ist so groß, daß wir täglich neue Gruppen bilden müssen. Da wir besonderen Wert auf die hebräische Ausbildung unserer Chawerim legen, brauchen wir sehr viele hebräische Lehrer. Wir bitten, daß sich Lehfer für diese Arbeit zur Verfügung steilen und sich im Büro, Monhijoupiatz 1, melden. — Außerdem brauchen wir immer mehr Stühle, Bänke und Tische. Wir bitten, uns Adressen an Monhijoupiatz 1 zu senden, damit wir die Möbel abholen können. Neuaufnahmen und Sprechstunden finden von jetzt ab vormittags von 9—12 Uhr, Monbijouplatz 1, statt. Unsere Büroräurne sind für Neuaufnahmen nur noch von 9—12 Uhr vormittags geöffnet. Chajim Arlosoroff. Man schreibt uns: Kurz nach dem Tode von Chajim Arlosoroff wurde seine Totenmaske abgenommen. Die Abnahme erfolgte auf Veranlassung von Angehörigen und Freunden Arlosoroffs durch den .Maler Kulvianski. Die Maske ist besonders gut gelungen. Die Galerie Dr. R. Pulvermacher, Tcl-Awiw, hat sie in Vertag und Vertrieb übernommen. Der Reinertrag fließt dem Keren Arlosoroff zu. Wir verweisen auf die Annonce in dieser Nummer. Landwirtschaftliche Lehrstellen. In einem großen!-andwirtschaftsbetrieb in der Mark Brandenburg können 25 geeignete junge Leute und 5 junge Mädchen für ein Jahr nufergebracht werden. Die Ausbildung erfolgt durch Fachleute in allen Zweigen der Landwirtschaft, Viehzucht und Oärtncrei. Die Kosten Tür Unterkunft, Verpflegung und Lehrgeld betragen 50 RM. monatlich. Bewerbungen an das Karteil jüdischer Verbindungen, Berlin-Charlottenburg, Bleibtrrustr. 50. Arbeitsnachweis. Wir haben Stellen für: perfekte Gummimäntelkleberinnen, Plätterinnen, auch für Herrenwäsche, Pelznäherinnen und Kürschnermamsells, perfekte Putzmacherinnen und Direktricen Kunststopferinnen, Einrichterinnen für Weißwaren und Tapisserien, perfekte Näherinnen für Damenkonfcktion (Akkord), Mäntelstepperinnen und Mäntelschneiderinnen für Berlin. — im Ausland für perfekte Konfektionsnälierinnen (eleganter Oenre), perfekte Näherinnen für kunstseidene Damenwäsche, Schirmnäherinnen, Filmkleberinnett. Ferner werden dringend benötigt: ein Beleuchtungsmeister, Theatermaler, Bühnenarbeiter, Theaterfriseure mit eigenem Fundus, Hilfsarbeiter für Bühne (Tischler, Tapezierer, Dekorateure), Cacheure, Oarderobieren (möglichst Schneiderinnen mit Erfahrung für Theater- und Maskengarderobe). Friseusen mit eigenem Fundus, Außerdem bitten wir jüdische Zuschneider, die bereit sind, einen größeren Zuschneidekursus zu übernehmen, sich bei uns zu meiden. Wir suchen dringendst handwerkliche Lehr- und Volontärstellen jeder Art. Arheitsgemeinschaft der jüd. Arbeitsnachweise, Abtlg. Renifsberatung und Abtlg. für gewerbi. Personal, Berlin C2, Rosenstrane 2—4, Tel: Norden 6711. — Junge Aerztin sucht Stelle als Sprechstundenhilfe gegen freie Station. Meldungen sind zu richten an den Jüd. Arbeitsnachweis, Abt. für freie Berufe, Berlin SW 19. Lindenstr. 48-50, Te!.: Dönhoff 307/308. Eine jüdische Pension in kleiner Universitätsstadt Italiens. Ein Ehepaar, dessen Sohn zum Studium nach Italien geht, beabsichtigt, dortseibst eine Pension zu errichten. Studenten, die dort studieren und Aufenthalt nehmen wollen, bitten wir um umgehende Mitteilung an die Redaktion der ,.Jüd. Rundschau“, Berlin W15, Meinekestr, 10, zwecks Weiicrleitung. KIte Scbleyn, eine Schülerin der Gesangspädagogin Dora Bernstein-Börner, ist als erste Operettensängerin an das Prinzeb-Theater nach den Haag verpflichtet worden. Sie tritt erstmalig als Madame Dubarry auf. Richard Tauber dirigiert. Chemnitz. Die Volksbank ״Iwria“ e, O.m.b.lL, Chemnitz, hielt am 2. August im Sitzungssaale ihrer Oe- Schiffsräume Poststr. 45, die erste Generalversammlung ab, die Bericht über das Geschäftsjahr 1932 zu erstatten hatte, Als Gast nahm der Aufsichtsratsvorsitzende des Volksbank Iwria e. G. m. b. H., Berlin, Direktor Georg K a r e s k i, Berlin, teil. Aus dem vorgetragenen Geschäftsbericht geht hervor, daß das junge Unternehmen die ihm gestellten Aufgaben voll und ganz erfüllt hat und in gesunder Weiterentwieklung begriffen ist. Im Jahre 1932 betrug der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches 21 319748,31 RM. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr wurden nach den gegebenen Berichten als günstig hingestellt, da sich die Zahl der Kunden und Genossen auf weitere Kreise ausgedehnt hat. Zurrt Aufsichtsrat erfolgte Neuwahl von drei Herren, so daß sich der Qesamtaufsicntsrat jetzt w׳ie folgt zusanrniensetzt: Jacob Mirsky, i. F, Unitas Wirkwarenges. m. b. I I, Cheinnltz, Vorsitzender; Isomer Schwebe!, i. F. Schwebel fk Co., Chemnitz, stellvertr. Vorsitzender; Konstantin Apter, Direktor der Bräunsdorf er Strumpffabrik A.-Q., Chemnitz; J. Baikind, in gleichnamiger Firma, Chemnitz: Max Baumöhl, in gleichnamiger Firma, Chemnitz; Hans Hartmann, Rechtsanwalt und Notar, Chemnitz; Dr. Saul Lande, i. F, Fiorid Strumpf-, Wirkwaren- und Garn-Ges. m. b. H.. Cfjemnitz. Herr Fritz Gerber, der seit der Gründung der Bank Vorstandsmitglied war, leitet jetzt die Volksbank Wratislawia e. G. m. b. H., Breslau, so daß sich der Vorstand aus Herrn Rudolf Weißköpf, Chemnitz, und Herrn Rudv Simonstein, Chemnitz, zusammensetzt. Zum Schluß hielt Direktor Kareski ein Referat über die augenblickliche Wirtschaftslage, das mit Interesse und Beifall aufgenommen wurde. Frankfurt a. M. F r a n k f. Zion. Verein. Elnführungskurs in den Zionismus, Unterlindau 21, 8.30 Uhr. Donnerstag, den 10. August: ״Zur Theorie des Zionismus“. Referent: Jakob Herzberg. Donnerstag, den 17. August: ״Der Zionismus. seine Parteien und Institutionen“. Referent: Dr. Fritz Millner. Donnerstag den 24. August; ״Palas.Ina, seine politische und wirtschaftliche Gestaltung“. Referent: Dr. Fritz Millner. ״_