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Jüdische Rundschau · 1933-07-18 · Heft 57 (18.7.1933) · p. Seite 343

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 57 (18.7.1933)
Date
1933-07-18
Page
Seite 343 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer RM 0,25 Mit Palästina ~ Bilderbeilage JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatliche— Reichsmark, v i e r t e 1 j Mh r 1 i c h 5,75 Reichsmark. AufUndsabonnementa werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. Anzeigenpreis: 8 gespaltene Nonpareillezeile 0*50 RM. Stellengesuche 0,25 RM Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. Anzeigenschluß: Dienstag - Nummer: Freitag nachmittags 4 Uhr Freitag Nummer: Dicnassg nachmittags 4 Uhr. RedaktionsscKluß Sonntag und Mittwoch nachmittag Postscheck- Konten: Berlin 17392. Basel V 9355. Belgrad 68032, Brüssel 394 33. Budapest 596 93* Danzig 1973. Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155. Straßburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156 030 Bank-Konten: Dresdner Bank, Depositen• Kasse Berlin, Kurlürstendamna 52; Rumänische Kreditbank. Cemaun (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Haifa* lerusalem, Tel - Aviv. כ״ד תמוז תרצ״ג | xxxvm. jahrg. Der Zionismus erstrebt Hlr das indische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Basaler Programm.» Der Jude hinter dem Pflug nie Lösung der Judenfrage, die jetzt, nachdem sie unaufschiebbar geworden ist, von den Juden selbst — und wir hoffen mit Hilfe der großen nichtjfldischen Nationen — in Angriff genommen werden muß, ist kein rein mechanisches, auch kein nur wirtschaftliches oder geographisches Problem. Sie ist in erster Reihe ein seelisches Problem. Auch der Zionismus, der einen möglichst großen Teil des jüdischen Volkes in Palästina konzentrieren will, dachte sich diese Aktion niemals als eine äußerliche Uebersiedlung, sondern er wußte, daß zugleich eine tiefe innere Umgestaltung Platz greifen muß. Dieses Nebeneinander von äußerem und innerem Prozeß, von sozialer Gestaltung und seelischer Wandlung, hat auch zur Folge, daß die zionistische Lösung nicht nur für diejenigen Juden, die selbst,nach Palästina gehen und dort leben können, sondern auch für die in ihren bisherigen Wohnländern verbleibenden von revolutionärer Bedeutung ist. Denn hier vollzieht sich etwas anderes, als daß einige tausend Menschen sich einen anderen Wohnsitz suchen. Hier vollzieht sich ein grundlegender Umsturz der ganzen Begriffs- und Vorstellungswelt des einzelnen Juden und der jüdischen Gemeinschaft, ein endgültiger Bruch mit der Mentalität, die im Ghetto notwendigerweise entstehen mußte, und jeder Jude — wo immer er lebt — hat daran Anteil, weil es an die jüdische Substanz greift. Das ist ganz anders, als wenn Tausende von Juden — sei es sogar ein Vielfaches der Palästinawanderer — nach Amerika oder anderen Ländern auswandern würden. Daß kein anderes Land gegenwärtig der jüdischen Wanderung offen steht als Palästina, mag ein Zufall genannt werden; aber daß nur an dieses Land sich eine neue Epoche des jüdischen Daseins anschließen kann, ist ohne weiteres klar. Die Palästina-Idee und die Idee des neuen jüdischen Menschen gehören in eigenartiger Weise zusammen. Und auch wer nicht nach Palästina geht, ist in den Strom dieses neuen Werdens einbezogen, sogar der Jude, der sich dagegen wehrt und davon nichts wissen will. Palästina ־Debatte im Unterhaus Die Palästina-Anleihe — Veröffentlichung des Frendi - Berichts London, 14. Juli. (J. T. A.) In der am 14. Juli abgehaltenen Sitzung des englischen Unterhauses gab der Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister im Rahmen der Debatte über das Budget des Colonial Office eine Erkiärung betreffend Palästina ab. Er stützte sich hierbei aut.den überraschenderweise am selben Tage veröffentlichten Bericht des Landentwicklungsdirektors French. Der Kolonienminister führte aus: Nach folgenden Richtlinien wird vorgegangen werden: Es gab hier das Problem der ״dislozierten Araber“, wobei ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Pächter und Eigentümer zu machen war. Das zur Prüfung der Ansprüche dislozierter Araber eingesetzte Gericht hat seine Arbeiten beinahe vollendet. Es hat beschlossen, jene Araber als auf Hilfe anspruchsberechtigt anzuerkennen, die von dem Boden, auf dem sie saßen, dadurch entfernt worden waren, daß dieser Boden in andere Hände iibergegangen ist, und die keine neue, gleichermaßen zufriedenstellende Beschäftigung erhalten hatten. Hierbei gab es gewisse Ausnahmen, die u. a. Personen betreffen, die eigenes Land verkauft haben, Personen, die anderwärts Landbesitz hatten, und solche, die später andere Wirtschaften als die, von denen sie entfernt worden waren, betrieben. Die britische Regierung, erklärte Sir Philip, hat den Ent- Scheidungen des Gerichts zugestimmt; die Palästinaregierung wurde ermächtigt, an die Wiederansiedlung der dislozierten arabischen Pächter entsprechend den Entscheidungen des Gerichtes heranzugehen. Auf eine Zwischenfrage des Abg. Wedgwood, um wieviel dislozierte Araber es sich handle, antwortete Sir Philip, es seien 889 Familien vom Gericht registriert worden. Er fuhr dann fort: Wir hatten uns mit dem Problem des Arabers zu befassen, der von seinem Boden entfernt wurde und wieder angesiedelt werden soll. Da wir erkannt haben, daß dieses Problem vorhanden ist, müssen wir Schritte ergreifen, um zu verhindern, daß es wieder auftauche. Der High Commissioner empfiehlt, die Regierung möge die Notwendlgkeit von Sicherungen gegen die Wiederkehr ähnlicher Probleme im Verordnungswege feststellen; die Regierung hat den High Commissioner ermächtigt, die Pächterschutzverordnung so abzuändern, daß sie vollen Schutz für die Pächter bietet. Bevor der Kolonienminister sich der Besprechung der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung Palästinas und der in Aussicht genommenen Verwendungsart der Palästinaanleihe zuwandte, erklärte er, er wolle Dr. Ar 10soroffs, der das Opfer eines feigen Verbrechens geworden sei, gedenken. Dr. Arlosoroff sei ein Mann von großer Klugheit, von Weitblick und Verständnis gewesen, ein Mann, der nicht nur dem Zionismus große Dienste geleistet habe, sondem auch ein bedeutender Aktivposten für Palästina im allgemeinen gewesen sei. Was das Mandat betreffe, erklärte Sir Philip, so habe er hierzu bloß zu sagen, daß es absolut fair verwaltet werde. Seine Verwaltung liege in der Hand eines Mannes, des High Commissioners, zu dem alle, sowohl Juden als auch Araber, absolutes Vertrauen haben, dem sie im Lauf der Zeit l Das Symbol dieses neuen jüdischen Werdens aber ist der jüdische Bauer, der Jude hinter dem Pflug. Theodor Herzl ahnte das richtige, als er schrieb: ״An dem Tage, wo wieder der Pflug in der erstarkten Hand des jüdischeu Bauern ruht, ist die Judenfrage gelöst.“ Die Galuthjuden sind ein Volk von Städtern. Sie sind intellektuell, skeptisch, der Natur entfremdet, obwohl in ihnen ein starkes Naturempfinden verschüttet ist und obwohl z. B. der handfeste jüdische Handwerker des Ostens sich auf physehe Arbeit versteht und sie liebt. Aber in den Cafehäusern der europäischen Großstädte konnte man es in diesen Jahrzehnten oft hören: ״Jüdischer Bauer? Man verschone uns mit Idealisierung von Erdgeruch!“ Junge jüdische Menschen aber wandten dem Cafehaus den Rücken und zogen dorthin, wo sie den Boden bearbeiten konnten. Der jüdische Landarbeiter Palästinas entdeckte das Geheimnis von Boden und Natur, des Rhythmus der Jahreszeiten und des Segens der Erde. Nach fünfzig Jahren Arbeit, von denen die letzten 12 oder 13 Jahre besonders ausgedehnte Möglichkeit boten, ist das jüdische Dorf in Palästina Wirklichkeit. Nur aus dem Dorf aber, nur aus dem Bauerntum, kann ein Volk sich erneuern. Im neuen Deutschland hört man oft das Wort von ״Blut und Boden“ als Grundlage der Nation, ln der Tat, ohne das Bewußtsein der Zusammenhänge der Generationen und ohne Verwurzelung im Boden ist die Gefahr einer seelischen Anarchie nicht zu bannen. Wenn aber erst der Bauer lebt, dann ernährt er das ganze Volk, nicht nur physisch, sondern auch seelisch. Unsere Bilderbeilage, die der heutigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ beigelegt ist, zeigt den Juden hinter dem Pflug, der in die weite Ebene hinausblickt, die durch jüdisohe Arbeit aus einem verlassenen Sumpf zu einem blühenden Landstrich jüdischer Dörfer umgeschaffen wurde. Es ist wie ein Blick in eine bessere Zukunft, in ein verheißenes Land, und ist doch Wirklichkeit. Aus dem Bild dieses neuen Juden saugen die erniedrigten, verlassenen Massen der Juden Kraft und Stärke. nicht nur Vertrauen, sondern auch Liebe entgegengebracht haben. Nach einem kurzen Ueberblick über die landwirtschaftliehe und industrielle Entwicklung Palästinas, in dem er vor einseitiger Entwicklung des Orangenbäus warnte und auf die Bedeutung einer selbstversorgenden Landwirt- Schaft hin wies, die Tätigkeit der Versuchsstationen würdigte, die Fortschritte der Industrie hervorhob und über die Hafenbauten in Haifa und Jaffa berichtete, ging der Kolonienminister zur Besprechung der l-andentwicklungs- und Anleiheprobleme über. Im Jahre 1930, erklärte er, habe die Regierung angekündigt, sie beabsichtige, für die Zwecke der Landentwicklung in Palästina ein Darlehen auf mehrere Jahre zu geben. In Fühlungnahme mit dem High Commissioner habe die Regierung die Lage im Lichte der finanziellen Verhältnisse in England und in Palästina überprüft und sei zur Ansicht gekommen, daß es unter den augenblicklichen f inan ziellen Umständen der britischen Regierung nicht möglich sei, auf Kosten des britischen Staatsschatzes einen Beitrag zur Landentwicklung in Palästina zu leisten, wie dies 1930 beabsichtigt war. Die Finanzlage Palästinas sei übrigens so zufriedenstellend, daß Palästina selbst in der Lage sei, seine Bedürfnisse zu finanzieren. Die Palästina-Regierung habe bereits ein g r o ß z U g i - ges Programm öffentlicher Arbeiten und die Durchführung anderer Pläne, die von der englischen Regierung durchaus gebilligt werden, ins Auge gefaßt. Es werde vorgeschlagen, daß diese Arbeiten und die Wiederansiedlung der dislozierten Araber zum großen Teil mit Hilfe einer Anleihe von 2 Millionen Pfund finanziert werden. Die Regierung empfinde Genugtuung darüber, daß die finanziellen Hilfsquellen Palästinas de!1 Zinsendienst der Anleihe gewährleisten und volle Sicherheit für das notwendige Kapital bieten und daß der Anleihcdienst ohne Beeinträchtigung des Ueberschusses der palästinensischen Landesfinanzen geleistet werden kann. 1926 habe Kolonienminister Amery einen Gesetzvorschlag eingebracht, in dem die britische Regierung ermächtigt wurde, eine 4V2-Mil!ionen-Pfund-Anleihe zu garantieren. Damit sollte für Palästina die Möglichkeit geschaffen werden, Geld zu einem niedrigeren Zinssatz aufzunehmen. Auch jetzt solle in gleicher Weise vorgegangen und für die vorgeschlagene Anleihe ebenso wie für die frühere 41,4-Millionen-Anleihe die formelle Garantie der britischen Regierung gegeben werden. Ein entsprechender Gesetzvorschlag werde dem Parlament vorgelegt werden. Bezüglich der durch die Anleihe zu finanzierenden Arbeiten hätten Besprechungen zwischen dem High Commissioner und dem Finanzminister stattgefunden. Diese Arbeiten würden den wuchtigsten wirtschaftlichen Interessen des Landes entsprechen und allen Teilen der Bevölkerung zugutekommen. Zu den vorgesehenen Arbeiten würden die Anlage von Wasserleitungen und Kanalisationen in Jerusalem und Haifa, die Durchführung einer h y d r ographischen Untersuchung, Verbesserung der Wasserversorgung in den Dörfern, die Errichtung von Schulebäuden, der Bau eines Docks im Hafen von Haifa und ie höchst notwendige Ausgestaltung des Hafens von Jaffa gehören. ״ Jüdische Antisemiten “ Das Zeitalter der Emanzipation hat im jüdischen Leben eine seltsame Erscheinung erwachsen lassen. Die Sorge um die Behauptung der erworbenen Position in der nichtjüdischen Welt führte dazu, daß Juden eine freie Diskussion über jüdische Angelegenheiten und über den Zustand der jüdischen Gemeinschaft lieber vermieden. Jüdische Dinge sollten nur innerhalb der vier Mauern besprochen werden, außen war man nur ״Mensch“; es war auch besser, an Mißstände nicht zu rühren. Die Rücksicht auf die Umwelt versetzte die führenden Juden dieser Periode in eine innere Knechtschaft, die sich oft seltsam mit großer Weltoffenheit und moderner geistiger Kultiviertheit paarte. Rührte man an die Judenfrage, da bemächtigte sich dieser Menschen eine starke Nervosität, die sogar in unbeherrschten Haß umschlagen konnte. In unserer Zeit des Deutschland von 1933 darf man bei Erörterung der Judenfrage nicht mehr so wehleidig sein; aber die Nachwirkung eines ein volles Jahrhundert herrschenden Geisteszustandes ist auch heute noch bei vielen deutschen Juden zu beobachten. Die Aktualität, die heute die Judenfrage erlangt hat, veranlaßt wohl Adolf Damaschke, den Führer der deutschen Bodenreform, eine historische Reminiszenz auszugraben, die für uns Juden sehr interessant ist. Damaschke erzählt in dem am 12. Juli erschienenen Heft seines ״(alirbuch der Bodenreform“ (Verlag Gustav Fischer, Jena) die Geschichte der ״ersten national-sozialen Bewegung Deutschlands“, die mit dem Namen Friedrieh Naumann verbunden ist. Dabei erwähnt er die Be- Ziehung, die er damals zu einem merkwürdigen Mann hatte: Charles L. Hallgarten in Frankfurt a. M.: ״Sein Haus, den breiten Massen nicht einmal dem Namen nach bekannt, galt jedem Wissenden als eins der einflußreichsten in vielen Lagern. ... Er war bewußt Jude. Alle Fragen, die das Judentum berührten, waren deshalb seiner besonderen Anteilnahme sicher.“ Dieser Mann habe durch Unterstützung anderer Kandidaten (Gerlach) dazu beigetragen, daß der antisemitische Abgeordnete des Kreises Marburg nicht wiedergewählt wurde. Die Beziehung zwischen Damaschke und Hallgarten fand jedoch bald ein Ende. Darüber erzählt Damaschke folgendes: Eines Tages, nach einem besonders liebenswürdigen Gespräch, nahm Hallgarten meine ,,Deutsche Volksstimme“, die wie zufällig auf seinem Tisch lag und sagte: ״Hier finde ich einen Aufsatz, den ich nicht verstehe!“ Ich sah erstaunt auf. ״Sie bringen da etwas über Zionisten!“' ״Sie meinen den Bericht über die Tagung der Zionisten? Sie wollen die von ihnen erstrebte ״Nationale Heimstatte in Palästina“ nach bodenrefornierischen Grundsätzen aufbauen, weil diese einmal dem alten mosaischen Gesetze entsprächen (3. Mose, 25) und zum .andern, weil die Erfahrungen der alten Kulturländer die Wahrheit der Bodenreforin so deutlich zeigten, daß sie keine Neigung hätten, ihr neues Staatsgebiet gleichen Gefahren auszusetzen. Das scheint mir bedeutsam genug, um es mitzuteilen.“ ״Ueber Zionisten soll man nicht schreiben. Das sind schädliche Menschen: jüdische Antisemiten.“ . ״Wenn die deutschen Antisemiten oder die Konservativen oder die Sozialdemokraten oder wer immer badenreformerische Entschließungen aimehmen, so müßte ich im Organ des politisch und religiös neutralen Bodenrefonnbundes davon Kenntnis geben!“ ״Bei den deutschen Parteien mögen Sie es halten, wie Sie wollen; aber Zionisten — das ist etwas ganz anderes!“ In Hallgartens sonst so weich klingender Stimme war ein Ton von Gereiztheit: ״Die Ostjuden sollen nach Amerika gehen. Dort ist Raum genug und Freiheit, sich zu entwickelt!. Amerika ist das Palästina der nächsten Jahrhunderte.“ ״Ich habe weder Beruf noch Neigung, ein Urteil über die Strömungen innerhalb der Jurienheit abzugeben; aber wenn irgendwo etwas bodenreformerisch sich gestalten will, muß ich als jemand, den das Vertrauen der deutschen Bodenreformen an ihre Spitze berufen hat, darüber berichten.“ Hallgarten stand auf. Einige Sekunden sahen wir uns schweigend an. Dann sagte er: ״Nun ich weiß, das Wort Zionismus lese ich nicht mehr in Ihrem Blatt“ — und freundlich wie stets lud er mich ein, irgend etwas zu besichtigen. Jüdisch« Antisemiten? Unter Antisemiten versteht man doch wohl Leute, die Feinde des Judentums sind und darauf ausgehen, das Judentum zu schädigen oder zu vernichten. Hier aber war eine Gruppe von Mensehen, denen die Lage des Judentums unerträglich schien, weil sie in einer Atmosphäre der Ablehnung und Geringschätzung seitens der Umwelt, der dauernden Bedrohung und Kränkung nicht leben wollten. Hier war eine Gruppe, der der romantische Traum vorschweble, das jüdische Volk wieder in Glanz und Freiheit erhoben zu sehen; die meinte, daß für ein solches Ziel jedes Opfer gebracht werden muß und die die Gesamtheit der Juden für diese Idee gewinnen wollte. Die Zionisten waren nicht

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