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Jüdische Rundschau · 1933-07-04 · Heft 53 (4.7.1933) · p. Seite 303

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 53 (4.7.1933)
Date
1933-07-04
Page
Seite 303 (sequence 1)
Language
German
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־E 71533 Erste Erlebnisse im Heiligen lande Einzelnummer RM 0,25 JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedeti Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,—Reichsmark, vierteljährlich 5,75Reichsmark. Auibmdbabotmements werden in der 'Währung der einzelnem Linder berechnet. Anzeigenpreis: 8 gespalten* Noaparelttezeile 0,50 RM. Stellengesuche 0,25 KM Nummer 53 | Berlin, 4. VII. 1933 Redaktion, Verlag und Anzeigen *Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10. Telelon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittags 4 Uhr Redaktionsschluß Sonntag und Mi ttwoch nachmittag. Postscheck - Konten: Berlin 173 9*2, Base! V 9355, Belgrad 680 32, Brüssel 394 33, Budapest 596 93, Danrig 1973, Haag 140 470. Prag 59410. Klg* 4155, StraÄburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156030 Bank Konten: Dresdener Bank, Depositen-Kasse Berlin, Kurfürstendamm 52; Romanische Kreditbank. Cernaud (Rumänien); Anglo Palesiine Co. m Halia, _ Jerusalem, Tel-Aviv. י' תמוז תרצ״ג| xxxviii. Ja1»g. Der Zlonfsnm» wsfretH tOr da» Jüdische Volk Oie Schaffung einer Öffentlich■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.‘* Jag der Judenheif m Chicago Ein riesiger Prunkaulzug, an dem 3500 Personen und ein Massenchor von 2000 ausgebüdeten Stimmen teilnehmen werden, wird ein besonders hervorzuhebendes Ereignis des ״Tages der Judenheil“ im Rahmen des ״Jahrhunderts des Fortschritts“ — A Century of Progress — der Chicagoer Weltausstellung am 3. Juli 1933 sein. Eine der größten Bühnen der Welt ist auf dem sogenannten Soldier’s Field für die Darbietung des Prunkaufzuges, der den Namen ״The Romanco of a People‘‘ erhalten hat, errichtet worden. Er will Bilder aus der mythisehen Urzeit verkörpern und zeigen, wie sich aus dem Kampf gegen den Götzendienst die Eigenart des jüdischen Schicksals entwickelt. Der Prunkaiifzug — das erste jemals in Amerika unter freiem Himmel in Aussicht genommene Schauspiel dieser Art und Größe — ist jedoch nur der abschließende Höhepunkt im Programm des ״Tages der Judenheit“. Während des ganzen 3. Julis wird ״A Century of Progress“ und Chicago der Mittelpunkt einer großen Massen- Demonstration sein. Vier nationale Versammlungen sind zeitlieh so organisiert worden, daß sie mit dem Tag der Judenheit in Chicago Zusammentreffen. Während des Nachmittags werden eine Reihe von athletischen Veranstaltungen der jüdischen Jugendorganisationen Amerikas auf dem Platz der Halle der Wissenschäften abgehalten werden. Die lokalen Komitees fast jeder Alfred Rosenberg zur Judenfrage Bei der großen Kundgebung gegen den Friedensvertrag von Versailles, die vom Arbeitsausschuß deutscher Verbände am 28. Juni, dem Tag der Unterzeichnung des Versailler Vertrags, im Reichstagssitzungssaal der Kroll-Oper zu״ Berlin veranstaltet wurde, hielt der Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP., Alfred Rosenberg, eine große Rede, in der er auch auf die Regelung der Judenfrage in Deutschland zu sprechen kam und den Standpunkt vertrat, daß von einer Diskriminierung der Juden in Deutschland nicht die Rede sein könne. Er führte in diesem Zusammenhang, dem Bericht des ״Völkischen Beobachters“ zufolge, aus: ״Man spricht bei der Regelung der Judenfrage in Deutschland, es sei barbarisch, ein ganzes Volk zu diskriminie ren. Wir haben hier festzustellen, daß die deutsche Regierung die größten Bemühungen gemacht hat, um den unhaltbaren Zustand, der seit 14 Jahren bestand, in ritterlichster und gesetzmäßiger Weise zu ändern. Wir glauben, daß jeder unvoreingenommene, ausländische Beobachter es als unmöglich begreifen wird, daß von allen Anwälten der Reichshauptstadt 74 0״ Juden waren, wenn die Krankenanstalten zu 80—90 0/0 jüdische Aerzte hatten. Das ist ein Zustand, der nicht herbeigeführt worden ist durch eine besondere Leistung der betreffenden Anwälte- und Aerzte, sondern ein bestimmtes System suchte sich nur jüdische Aerzte und Anwälte aus. Es war deshalb notwendig, hier Wandel zu schaffen, damit unser junger deutscher Nachwuchs, der Jahre vorher gehungert und gebettelt hat, nunmehr auch zu Arbeit und Brot kommt. Wir haben nicht ein ganzes Volk diskriminiert, sondern nur Gejptchtigkeit und Parität hergestellt. Es handelt,/&ich hier nicht um eine sogenannte Judenverfolgütig, sondern nur um Gerechtigkeit der deutschen Nation gegenüber. Wir bestreiten jedem das Recht, uns den Vorwurf der Diskriminierung der Juden zu machen, solange eine Entwürdigung des großen deutschen Volkes durch den Versailler Unfriedensvertrag geduldet oder gar verteidigt wird.“ Diese Ausführungen eines der führendsten Männer der N3DAP. geben Aufschluß über die Intentionen der modernen deutschen Judenpolitik. Es ist für uns Juden sehr wichtig, diese Gesichtspunkte kennenzulernen und zu würdigen. Wir Juden beanipruchenkeine Vorzugsstellung, und di« von Herrn Rosenberg beklagten Zustände sind Folgen I einer anormalen Berufsschichtung, die von ein- I sichtiger jüdischer Seite längst als änderungsbedürftig er- I kannt wurde. Die schnelle und abrupte Liquidie- I r u n g dieser Berufsschichtung, ohne daß ersichtlich ist. auf I welche Weise die betroffenen Menschen ihren Lebensuntcr- I halt nun erwerben sollen, wird natürlich als Härte empfun- I den. Dazu kommt aber, daß dies nur einen Teil der Juden- [frage ausmacht. Denn nicht nur die Diskrimination in Wirt- | schalt und Berufsleben versetzt viele deutsche Juden in einen [ Zustand größter Ratlosigkeit, sondern die durch die Rassen- I theorie und die fortgesetzten pauschalen Herabsetzua- ■ gen des Judentums geschaffene Ehrenkränkung I trifft die Juden noch viel schwerer. Gerade am Tag von Ver- I sailles, an dem das deutsche Volk sich gegen die ihm an- I getane Schmach zur Wehr setzt, müßte Verständnis dafür' I vorhanden sein, daß für ein Volk und eine Gemeinschaft I Ehrenkränkung schwerer zu tragen ist als materielle Nach- I teile. \ 1 Stadt der Vereinigten Staaten haben tätigen Anteil in der Unterstützung und Förderung der Feierlichkeiten genommen. Das Schauspiel ״The Romance of a People“ findet unter der Leitung von Isaac Van Grove, dem früheren Dirigenten der Chicago Civic Opera Company, statt. Die Convention in Chicago Im Zusammenhang mit dem jüdischen Tag der Weitaus- Stellung in Chicago wird, wie von uns bereits kurz gemeldet, die diesjährige Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten in Chicago abgehalten. Die Konferenz dauert vom 1. bis 4. Juli und erhält ihren besonderen Glanz durch die Anwesenheit von Dr. W e i z m a n n, der auch an der Veranstaltung in der Weltausstellung teilnehmen wird. Die jüdischen Zeitungen Amerikas von Mitte Juni, die hier eingelangt sind, enthalten detaillierte Angaben über das äußere Arrangement, insbesondere die verschiedenen Extrazüge, die die Zionisten aus ganz Amerika nach Chi cago bringen werden. Man rechnet mit einer Teilnahme von 50 000 zionistischen Besuchern. Die Eröffnungsrede der Konferenz hielt der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas, Morris Rothenberg. Im Mittelpunkt der Sonntagssitzung stand die große Ansprache von Dr. Weizmann. Auf der Tagesordnung der Convention stehen auch die Wahlen zum Zionistenkongreß. Montagabend nehmen die Delegierten der Konferenz an der großen Schaustellung teil. Juden und deutsche Kultur Bei der Rhein-Mainischen Kulturkundgeb u n g in Frankfurt a. M. hielt auch Reichsstatthalter Sprenger eine Ansprache, über die (gemäß ״Frankfurter Zeitung“) WSN einen Bericht verbreitet, der u. a. folgenden Absatz enthält. ״Wohl habe Frankfurt im letzten Jahrhundert einen hervorragenden Platz im deutschen Kulturleben erhalten, aber diese •Kultur sei in Wirklichkeit nicht deutsch gewesen. Das vergangene System habe das Judentum in der deutschen Kunst immer stärkeren Einfluß gewinnen lassen, so daß das Judentum für sich den Ruhm in An- Spruch nahm, Träger der deutschen Kultur zu sein. Niemals aber könne eine kleine Gruppe des Volkes Träger des Kulturlebens einer Nation sein, sondern stets nur das gesamte Volk.“ Der Redner hält anscheinend unterschiedslos jede Beteiligur.g von Juden am deutschen Kulturleben für ablehnenswert, auch dort, wo diese Beteiligung in den Augen der Welt dem Deutschtum nicht zur Schande gereicht hat. Dabei können wir immer wieder feststellen, daß in nationalsozialistischen Kreisen eine eigentümliche Besorgnis besteht, man könnte die Juden als geistig überlegen halten. So finden wir z. B. in der ״Nationalsozial istisehen L a n d p o s t“ (München) einen Aufsatz von Wilheim Staudinger unter der Ueberschrift ״Sind die Juden uns geistig überlegen?“ In diesem Aufsatz wird zunächst der Armenier -Metzeleien gedacht und festgestellt, daß man sich in weiten Kreisen bis heute über die Hintergründe dieses Ausrottungsfeidzuges nicht im klaren sei und diesen als verabscheuenswiirdige und barbarische Tat betrachte. Man müsse jedoch bedenken, daß der Haß der Türken gegen die Armenier nicht unbegründet gewesen sei wegen der körperlichen und geistigen Beschaffenheit dieses Volkes. Die Armenier seien noch viel schlimmer als die Juden, obwohl beide grundsätzlich von der gleichen Rasse sind. Was die Juden betrifft, fährt der Verfasser fort: ״Wenn.die Juden da und dort einiges geleistet haben, das; nicht vollkommen wertlos ist, so beruht dies auf ihrem nicht-armenischen, vorab europäischen Ras s.e neinschlag, der ihnen seit den ältesten Zeiten (z, B. Philister!^ zufloß. Dieser Einschlag ist jedoch so gering, daß er sie nicht instandsetzte, auch mir annähernd die kulturelle Höhe etwa eines Balkanvolkes zu erreichen. Der typische Jude ist rein geistig, also un* schöpferisch eingestellt. Aber auch im Bereich der absoluten Geistigkeit, des reinen Intellektes reicht er an den Deutschen nicht heran.“ Um diesen Satz zu belegen, wird dann die Leistung Einsteins verächtlich abgetan, dagegen eine Reihe von arischen Physikern und Philosophen genannt. Schließlich wird festgesteift, daß der Jude an germanische Genies niemals heran reicht und daß daher der jüdische Arzt und jüdische Rechtsanwalt keinem intelligenten Deutschen überlegen wäre. Er schließt: ״Die Ausmerzung des jüdisch-armenischen Einflusses wird auch hier für die Kulturentwicklung Deutschlands bestimmt־ keine Nachteile, sondern nur Vorteile mit sich bringen. Der Aberglaube von der jüdischen Ueberlegenheit muß und wird verschwinden.“ Die Juden haben niemals die Leistungen germanischer Genies herabgesetzt. Gewöhnlich waren Juden unter den ersten, die solchen Genies zujubelten und ihnen manchmal auch in *hingebungsvollem Dienst den Weg bereiteten. Eine Anerkennung von Namen wie Kant, Kepler, Leibniz usw., die Staudinger anführt, ist für Juden eine Selbstverständ- I i c h k e i t. Ohne einem ״Balkanvolk“, das auch ein respektables Volk ist, nahetreten zu wollen, erlauben wir uns jedoch zu bemerken, daß es sehr maßgebende Kreise gibt, die über die kulturelle Bedeutung des Volkes der Bibel anders denken als der Verfasser des hier zitierten Artikels, Die deutsche Judenschaft im neuen Deutschen Reich Von Hugo Rosenthal. (Vgl. die beiden ersten Teile in Nr. 42 u. 43 44 der ״Jüd. Rundschau“.) Die nachfolgenden Ausführungen geben im Anschluß an die bereits früher veröffentlichten beiden Artikel eine .411zahl von Anregungen für die künftige Gestaltung des jiidisehen Lebens in Deutschland. Es handelt sieh um per■ sBnliche Vorschläge des Verfassers, die hier cur Diskussion gestellt werden. IVir glauben, daß diese Vorschläge aller Beachtung nicht nur seitens der jüdischen <feiterdUchheii. sondern auch seitens der verantwortlichen Organe everl sind. P,e,i 3. Im Kampf um die neue Emanzipation Der erste Schritt: Schaffung von Grenzpositionen In einem Kulturstaat ist es nicht denkbar, uab 111/0;״ ßevulkcruugsteile auf die Dauer von aller Mit«irkun« am staatlichen Leben ausgeschlossen bkiben. Bei jeder rovolutionaren Neuordnung im Leben einer Nation geschieht es, daß Maßnahmen ergriffen werden, die als Ausdruck eines neuen üestaltungswillens verstanden werden müssen, mögen sie den davon Betroffenen noch so bitter sein. Wenn dann nach Verlauf einiger Zeit jener Wille sich durchgeset/t hat, verlangt die Notwendigkeit einer Befriedigung aller Glieder des Staates gesetzliche Regelungen, die jedem Teile gerecht werden müssen. Die Situation der Juden im Deutschen Reich ist naturgemäß besonders schwierig. Während von solchen Be• völkmmgsgruppen, denen infolge ihrer bisherigen politischen Orientierung gewisse Beschränkungen auferlegt werden, im Grunde nur ein Wandel der Gesinnung vorausgesetzt wird, der sie wieder 7.1t Vollbürgern itn Staate machen kann, ist die Stellungnahme des Staates zur j ü d i s c h e n Bevölkcrungsgruppe anders gegründet. Die Beschränkungen, die die deutsche Judenschaft erfährt, haben mit ihrer weltanscliauliehen und politischen Einstellung nichts (oder beinahe nichts) zu tun. Sie treffen die jüdische Gemeinschaft a 1 s solche. Dadurch unterscheidet sich die nationalsozialistische Haltung grundsätzlich von der Haltung, die die Regierungen während des vergangenen Jahrhunderts den Juden gegenüber einnahmen. Sie sahen die Juden nicht als Gemein'..■halt, als Gruppe, sondern als jüdische Individuen an, die durch einen (von keiner Seite ernstgeuoininenen) Gesinnungswandel: die Taute, vollberechtigte Staatsbürger wurden. Die deutsche Judenschaft hat heute keine Möglichkeit, durch einen ,,Gesinnungswandel“ die verlorenen Bürgerrechte wiederzugewinnen. Das mag von vielen Juden bedauert wer- (len; vom jüdischen Standpunkt aus, d. h. von einem Standort aus, von dem jüdische Angelegenheiten nicht isoliert, ohne Beziehung zu allem, was jüdisch ist, betrachtet werden, ist die Unmöglichkeit des einzelnen, sich ein ״Entreebillett“ in den neuen deutschen Staat zu verschaffen, von Vorteil. Diese Situation müssen wir als gegeben voraussetzen und daraus folgern, daß eine in der Zukunft unabwendbares e 11 - regelung der staatsbürgerlichen Verhältnisse der Juden zwei Punkte ins Auge zu fassen hat: Erstens, daß in die Neuregelung nicht wieder ein Konfliktstoff hirteingelegt wird, wie er z. B. in der Assimilation*- tendenz dis Emanzipation von 18)2 zum Scheitern brachte und zweitens, daß die gesetzliche Regelung den Lebens- Bedürfnissen beider Gruppen gerecht wird. Wir hoffen, daß eine derartige gesetzliche Regelung seitens der Regierung bald beabsichtigt wird. Von welchen Gesichtspunkten sie sich bei ihren Entschlüssen aber auch leiten läßt und wann sie auch die ersten Schritte zur Nenregelung unternehmen mag, eins ist sicher: ehe noch die Regierung■ von sich aus handelt, muß der erste Schritt von uns aus bereits getan sein! Die deutsche Judenschaft hat aus inneren Notwendigkeiten die Aufgabe, Positionen zu schaffen, die ihre neue rechtliche Stellung vorbereiten sollen. Wir haben es bei diesen Positionen gewissermaßen mit einem Grenz -R-cgulierurtgsproblem zu tun. Es handelt sich um die Abgrcuzung der (ideellen) jüdischen ״Landschaft“. Diese Abgrenzung kann ohne Zutun der Juden von der Regierungsmacht vorgenommen werden. In solchem Falle sind wir entweder gezwangen, uns ihren Beschlüssen zu beugen oder wir können versuchen, auf dem Verhandlungswege Abänderungen zu erzielen, die unseren Wünschen mehr entsprechen. In beiden Fällen betreiben wir keine aktive, im besten Falle reaktive Politik. Wir können der gesetzgeberischen Aktion des Staates aber auch Vorarbeiten, indem wir sozusagen wichtige Grenzpunkte schon besetzen. Dabei kann es sich — was mit aller Deutlichkeit gesagt werden muß — nur um solche Grenz- Positionen handeln, deren Festsetzung in dieser oder jener Form den Intentionen des Staates entspricht, der gewillt ist, die Stellung der juden auf eine neue Rechtsgrundlage zu bringen. Die deutsche Judenschaft hat nun die Aufgabe", die Grenzpunkte, die sie unbeschadet späteren Entschlüssen des Gesetzgebers schon ausbauen kann, zu erkennen. In der Art, wie sie diese Aufgaben angreift und löst, wird sic ihren Tatsachensinn und ihre politischen Fähigkeiten erweisen. Es wird ihr dabei nicht möglich sein, alle in Betracht kommenden Punkte sogleich eindeutig «1 übersehen. Sie wird vielmehr derart Vorgehen müssen, daß sie zuerst zwei oder drei in

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