Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 49 (20.6.1933)
- Date
- 1933-06-20
- Page
- Seite 273 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Guben 1× ep/1044673
- Max Brod 1× ep/1024844
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Nr. 49, 20, VL 19» JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 271 Briefe an die Redaktion Berlin-Tempelhof, den 18. Jan! 1933. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W 15. Mit Freude und Interesse begrüße Ich die neue Beilage ״Die jüdische Schule“. Ich möchte Ihnen dazu eine Anregung unterbreiten. Wir sind in einer Situation, wie vermutlich viele jüdische Eltern jetzt: nämlich überzeugt, daß unsere Kinder eine positiv-jüdische Erziehung haben müssen, aber selber — da in ganz anderen Anschauungen aufgewachsen -־ unfähig, ihnen eine solche zu geben. Aus rein praktischen Oründen, besonders wegen der weiten Entfernung, ist es uns mich vorläufig nicht möglich, unsere Kinder in eine jüdische Schule zu schicken. Wir würden es aber mit Freude begrüßen, wenn es während der großen Ferien möglich wäre, sie tagsüber in ein jüdisches Ferienlager oder dergl, zu geben, wo sie außer körperlicher Erholung vor allem Umgang mit jüdischen Kindern, und durch den Leiter (bzw. die Leiterin) eine erste Einführung in jüdisches Leben bekämen. Natürlich dürften die Kosten für einen solchen Tagesaufenthalt (mit Verpflegung) nicht hoch sein, denn es handelt sich ja um Kinder von Eltern, die aus pekuniären Oründen keine Ferienreise ermöglichen können. Sollte es nicht jüdische Villenbesitzer in der Umgebung von Berlin geben, die für einen solchen Zweck einen Aufenthaltsraum und Küchenbenutzung zur Verfügung steilen? Ich würde mich freuen, wenn jemand meine Anregung aufgriffe. Hochachtungsvoll Alfred Cohn. fß Paris, den 14. Juni 1933. Sehr geehrter Herr Redakteur! In den Betrachtungen, die Max Brod in Nr. 45/46 veröffentlicht, um die Stellung des jüdischen Dichters deutscher Zunge zu umgrenzen, wird die des jüdischen Politlk ers erwähnt. Im Anschluß daran wäre es m. E. nötig, die tatsächliche Rolle fcstzustellen, die der jüdische Politiker im Staatsleben Deutschlands spielen konnte; den zahlenmäßigen Anteil. Dieser fällt doch wohl kaum ins Gewicht. In den neunzehn Nachkriegskabinetten mit zweihundertfünfzig Ministem gab es fünf Juden; im letzten Reichstag unter 608 Abgeordneten 14 jüdische Mitglieder. Sind diese Angaben richtig — ich entnehme sie einem Aufsatz der ״Züricher Zeitung“ über die diesbezügliche Sündenbockmystik —, ist es zwar in gedanklicher Erörterung, aber nicht in Berücksichtigung der Zahlenverhältnisse möglieh, den ״jüdischen Politiker in Deutschland“ als wesentliche Erscheinungsform zu beschreiben. Ich glaube, dieser jüdische Politiker sei immer einerseits mehr ein frommer Wunsch gewesen und anderseits mehr ein zu propagandistischer Ver- Wertung erdichteter Gegenspieler als leibhaftige, dem jiidisehen Dichter zahlenmäßig gleichzustellende Wirklichkeit. Wir sollten uns in dieser Hinsicht keinerlei ״Sündenbockmystik“ anheimgeben. Dr. Leopold J u s t h. Die Einwanderung von Handwerkern Das Berliner Palästina-Amt teilt mit: Bekanntlich hat die Palästina-Regierung der Exekutive der Jewish Agency zugesagt, die Bewilligung von Einwanderungserlaubnissen für gelernte Handwerker, die über ein Kapital von £ 250 verfügen, — das für die Berufsaus- Übung notwendige Werkzeug kann evtl, auf diesen Betrag mitangerechnet werden — und deren Berufe Aussicht auf Arbeitsmöglichkeit in Palästina haben, zu erleichtern. Das Palästina-Amt hat für die Einwanderer der Kateforie A 3 (£ 250 Handwerker-Visum) eine besondere Ausunfts- und Organisationsstelle geschaffen, und Bewerbern, die die oben angeführten Bestimmungen erfüllen, wird anheimgestellt, zwecks Bearbeitung und ordnungsgemäßen Weiterleitung ihrer Anträge sich mündlich oder schriftlich an die Abteilung ״Handw e r k e r - AI i j a h" des Palästina- Amtes, Bearbeiter: Walter Tempel, Berlin W15, Meineke- Straße 10, zu wenden. Jaden und Pfandleihe Aus Altenburg (Thüringen) wird uns berichtet: Einer in Altenburg wohnenden Familie ist vom Stadtvorstand Altenbürg nachstehende Mitteilung zugegangen: ״Lt. Verfügung des Herrn Staatsbeauftragten für die Stadt Altenburg vom 1. Juni 1933 dürfen Pfänder von Juden vom Städt. Pfandamt grundsätzlich nicht mehr angenommen werden. Es kommen demnach auch Neu* Versetzung oder Verlängerung der bereits versetzten Pfänder nicht mehr in Frage. Sie wollen also dafür Sorge tragen, daß Sie ihre Pfänder vor dem Verfalltag einlösen, andernfalls werden die Pfänder zur nächstfolenden Auktion versteigert. Eine weitere Stundung kommt einesfails in Frage. Der Stadtvorstand. Städtisches Pfandamt Altenburg, Thür. (Unterschrift).“ Zur Vermeidung von materiellem Schaden ist es also wichtig, daß Juden darauf aufmerksam gemacht werden, daß ihnen in diesem Fall die städtischen Einrichtungen nicht mehr zur Verfügung stehen. Neue Kammermusik. Innerhalb der Gemeinschaft jüdischer Musiker Berlin hat sich eine Kammermusikgruppe gebildet, die sich aus einem Streichquartett sowie aus einem Quartett — bestehend aus einer Gesangsstimme und Streichtrio — zusammensetzt. Diese Gruppe, der die Sängerin Paula Lindberg sowie die Herren Frey, 1. Violine, Prager, 2. Viol., Meyer, Viola, und Weil, Cello, angehören, wird sich der Pflege der Lied- und Kammermusik in öffentlichen sowie in privaten Haus-Konzerten widmen. Darüber hinaus aber will das Ensemble Anregung zu einer neuen Kompositionsgattun״ geben: Musik für Quartett, das aus einer Gesangsstimme und drei Streichinstrumenten besteht. Namhafte Komponisten, wie Edvard Moritz, Paul Dessau, Wolfg. Zeller, Erich Walter Stemberg, Wolfg. Jacob! u. a., haben Kompositionen für diese neuartige Besetzung bereits geschrieben bzw. Volkslieder gesetzt. Die Kammermusikgruppe, die in Deutschland und im Auslande konzertieren wird, veranstaltet zugunsten der Jüd. Künstlerhilfe am 26. Juni im Hause Buchthai, Westend, Lindenallee 22, ihr nächstes Konzert. Das Programm bringt Streichquartette von Beethoven und Brahms sowie Streichtrio-Lieder. Auskunft und Sekretariat: Herrn. Weil, Berlin- Charlottenburg, Fasatieustr. צ (Tel.: Steinplatz 9439). ״Deutsche• Geschäft“ Wir erhalten die Zuschrift einer Firma Walter Holschau, die rot umrandete Klebezettel mit der Aufschrift ״Deutsches Geschäft“ anbietet. Es wird den Empfängern des Zirkulars empfohlen, die Anbringung derartiger Etiketts aut Kassenzetteln, Lieferscheinen, Verpackungen aller Art, sowie aut allen Schriftstücken zu veranlassen. In diesem Zirkular heißt es weiter: ״Gerade die kleine und dabei so augenfällige Aufmachung macht die Klebezettel zu einem Werbemittel ganz besonderer Art, indem durch diese der Kundschaft angezeigt wird, daß Ihr Unternehmen unter Deutscher Leitung steht und schließlich das übrige Publikum auf eine ihm heute sehr sympathische Art geworben wird. Als Deutsches Unternehmen hat es sich die ״Zentrale für Propaganda- und 'Werbemittel“, bei ihren Gedankengängen nicht zuletzt unterstützt von von maßgebenden politischen Stellen, nun zur Aufgabe gemacht, besagte Zettel bet überhaupt allen Deutschen Geschäftsleuten und Unternehmen einzuführen.״ Es folgt die Preisangabe und weitere geschäftliche Bern erkungen. Wir können nicht annehmen, daß politische Stellen diese Aktion unterstützen, da in verschiedenen Verlautbarungen ausdrücklich gegen solche Propaganda Stellung genommen wurde. Auch ist die Benutzung solcher Etikette ganz unkontrollierbar. Man sollte nicht dulden, daß geschäftstüchtige Unternehmungen die nationale Gesinnung zur Reklame mißbrauchen. Die Kreisgruppe Neidenburg des ״Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand" gibt einen ״Anzeiger“ heraus, der gemäß dem Leitartikel der uns vorliegenden ersten Nummer in erster Linie dazu bestimmt ist, darauf zu wirken, daß mit dem ״rein gewohnheitsmäßigen Kaufen bei den volksfeindlichen Juden und Judenfreunden“ Schluß gemacht werde. Der ״Anzeiger“ ist voll mit Boykottaufforaerungen und bringt fett gedruckt die Parole ״Wer beim Juden kauft, begeht Verrat am deutschen Volk“. — Wir glauben, daß diese Publikation im Widerspruch steht zu den klaren Richtlinien des Kampfbundführers Dr. Rentein, der sich gegen Einzelaktionen dieser Art ausgesprochen hat. Arbeitsgemeinschaft mit dem Hechalnz Zwecks Klärung der Hachscharahfragen haben in Berlin eine Reihe von Besprechungen zwischen den Vertretern der Z. V. f. D., des Hechaiuz, des Deutschen Makkabikreises und des K.J. V. stattgefunden, bei denen folgendes vereinbart wurde: In Anbetracht der Tatsache, daß sowohl Makkabi wie K. J. V. Mitglieder aller zionistischen Parteien vereinigen, kann ein Zwang zum Eintritt in den Hechaiuz auf diejenigen ihrer Mitglieder, die zur Hachscharah gehen, nicht ausgeübt werden. Es bleibt daher den Mitgliedern des Makkabi und des K. J. V. freigestellt, in den Hechaiuz einzutreten. Zwecks Schaffung einer engeren Zusammenarbeit in allen Fragen der Hachscharah wurde ein Mitglied des Makkabi und des K. J. V. in den Merkas Hechaiuz kooptiert. Das K. J. V. hat diese Arbeitsgemeinschaft mit der Tendenz beschlossen, seine Mitglieder, die auf Hachscharah gehen, später in den Hechaiuz einzuordnen. Die Beschaffung und Verteilung der Stellen und die Verhandlungen mit ausländischen Instanzen sollen durch den Merkas des Hechaiuz im Einvernehmen mit den anderen Organisationen erfolgen. Für den Hechaiuz: Enzo Serenf. Für den Deutschen Makkabikreis: Friedenihal. Für das Kartell Jüdischer Verbindungen: Hermann Jacobi. Ortsgruppen Glogau. Die vor wenigen Monaten gegründete zionistische Arbeitsgemeinschaft hat sich inzwischen zu einer Ortsgruppe mit ca. 30 Mitgliedern entwickelt. Durch Aufklärungsarbeit in Form von Vorträgen ist es gelungen, das Interesse eines großen Teils stark assimilierter Kreise für jüdische Art und jüdisches Leben zu wecken. Kürzlich sprach im überfüllten Gemeindesaal Herr Dr. Cohn über: ״Der Schicksalsweg der deutschen Juden“. Die Diskussion war besonders lebhaft In der Frage der jüdischen Schule, zumal sich auch abgebaute Lehrer daran beteiligten. Der Abend brachte der Ortsgruppe eine Reihe neuer Mitglieder. Auch ein hebräischer Sprachkursus ist von der Ortsgruppe ins Leben gerufen worden. (Lehrer: Herr Sud aus Prag, gegenwärtig am jüd.- theol. Seminar in Breslau.) An dem Kursus beteiligten sich bisher ca. 50 Hörer. Guben. Hier ist eine Palästina-Beratungsstelle eingerichtet worden, deren Leitung Dr. Lichtwitz, Guben, Grüne Wiese 2, übernommen hat. Sprechstunden Dienstag 12—1 und Donnerstag 5—6 Uhr. Lyck (Ostpr.). Am 28. Mai fand in Stradaunen bei Lyck eine jüdische Jugendkundgebung statt, auf der sich ca. 90 Teilnehmer aus Südostpreußen trafen. Kurt Winter (Königsberg) sprach unter starkem Beifall über ״Die jüdische Jugend und ihre Zukunft“ und zeigte, wie der Zionismus der Jugend neuen Lebensraum erkämpft. Anschließend wurde über die Berufsumschichtung referiert, und es erfolgte praktische Beratung. Die Zusammenkunft erreichte ihren Abschluß durch die Gründung einer Zionistischen Ortsgruppe in Lvck, der sehr viele Mitglieder sofort beitraten. K. Neiße. Die erst seit kurzem bestehende zionistische Arbeitsgemeinschaft in Neiße trat am 25. Mai zum erstenmal an die Oeffentlichkeit. Trotz strahlenden Frühiingsvetters versammelte sich fast die ganze Gemeinde, um den Vortrag des Herrn R.-A. Jacobsohn aus Breslau über ,,Palästina als Ziel jüdischer Wanderbewegung“ zu hören. Die Ausführungen des Redners wurden lebhaft diskutiert und haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Es erfolgten mehrere Neumcldungen. Die zionistische Idee hat sich nunmehr hier stark verankert. Die Arbeitsgemeinschaft plant trotz der vorgeschrittenen Saison noch mehrere Veranstaltungen. Schneldetnühl. Hier ist eine Palästina-Beratungsstelle für die Grenzmark eingerichtet worden, deren Leitung Herr Alfred Werner, Schneidemühl, Bromberger Str. 17, übernommen hat. Interessenten werden gebeten, sich vorher schriftlich oder mündlich bei Herrn Werner anzumelden, da feste Sprechstunden nicht angesetzt werden können. Frauen-Arbeltsgemelnschaf! für Palästina. Gruppen West und Nord west: 27. Juni, nachm. 41/2 Uhr, Vortrag von Dr. Marie Mayer: ״Hausfrauensorgen in Palästina“. Ort wird noch bekanntgegeben. Vermischtes Wechsel im Vorsitz der BZV. Dr. Willi Schön, der 1'n den letzten drei Jahren den Vorsitz in der Berliner Zionistisehen Vereinigung geführt hat, hat aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Der Hauptvorstand der BZV. hat an seiner Stelle R.-A. Benno Cohn zum Vorsitzenden der BZV. bestimmt. Dr. Willi Schön hat sein Amt in einer für die BZV. besonders schwierigen Zeit geführt. In dreijähriger Anstrengung ist es ihm gelungen, neue Menschen zur aktiven Mitarbeit in der Organisation heranzuziehen und mit ihnen gemeinsam die zionistische Arbeit in Berlin auf einer breiten Basis neu aufzubauen. Als Anerkennung der Verdienste von Dr. Schön um die zionistische Bewegung in Berlin hat der Hauptvorstand der BZV. beschlossen, in Erez-lsrael einen Garten auf seinen Namen anzupflanzen und hierfür eine Sammlung unter den Mitgliedern der BZV. zu veranstalten. Elternhilfswerk für die jüdtsche Jugend. Am 22. Juni, abends 8 Uhr pünktlich, soll im großen Saal des Logenhauses, Kleiststr. 10, ein Elternhilfswerk für die jüdische Jugend ins Leben gerufen werden. Persönliche Einladung gilt als Ausweis. Eltern und am Erziehungswerk Interessierte erhalten auf schriftlichem Wege nähere Auskunft bei Herrn Dr. Helft, Halensee, Joachim-Friedrich-Str. 4. Hebräische Kurse der Berliner Zionistischen Vereinigung. Im Laufe der nächsten Woche werden in folgenden Bezirken neue Anfängerkurse eingerichtet: Halensee, Charlottenburg, Bayerischer Platz, Hansaplatz, Wittenbergplatz, Gesundbrunnen, Alexanderplatz, Schlesisches Tor. Aufnahmen in diese Kurse sind zum Teil noch möglich. Die Kurse finden am Vormittag. Nachmittag und Abend in Privatwolimingen statt. Jeder Kurs umfaßt 14 —16 Teilnehmer. Preis 3,— M. pro Monat, zweimal wöchentlich je liü Stunden. Anmeldungen täglich zwischen 3—6 Uhr auch telephonisch im Büro der B. Z. V., Berlin W 15, Meinekestr. 10 (Bismarck 7165—70). Krankenpflegepersonal-Vcrniittlung. Bei der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, Berlin-Charlottenbürg 2, Kantstr. 158, ist eine besondere Ausgleichs- und Vermittlungsstelle für jüdisches Krank enpflegcpersnual. eingerichtet worden, jüdische Krankenanstalten, Hospitäler, Altersheime, Heilstätten, Erholungsheime, Privaildiniken sowie Privatpersonen werde;! dringend gebeten, offene Stellen unter Angabe der besonderen Wünsche bei der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, Abt. Krankenpflegepersonal-Vermittlung, anzumclden. Wäsche-Direktrice gesucht. Erstklassige Wäsche-Direktrice (Entwerfen und Zuschneiden) mit englischen Spraclikenntnissen für Wäschefabrik im Freistaat Irland gesucht. Offerten an die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ zur Weiterleitung erbeten. Ein jüdisches Kinderheim in der Umgebung von Berlin bittet Freunde, die dazu in der Lage sind, Lehrmaterial zu spenden, insbesondere Lehr- und Anschauungsmaterial über Palästinakunde. Helft durch Bücher! Wir erhalten folgende Zuschrift: Um einigen unbemittelten Auswanderern eine erste _ Existenzmögiiclikeit in Palästina zu schaffen, sammeln wir für sie Bücher in allen Sprachen und aus allen Gebieten zur Er- Öffnung einer Leihbibliothek. Wir bitten deshalb die Leser der ״Jüd. Rundschau“, uns aus ihrem Besitz möglichst viele Bücher, die sie nicht mehr brauchen, zur Verfügung zu stellen. Nachrichten erbeten an die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“. Arbeitsnachweis. Für ein erstklassiges Hotel in Tcl-Awiw werden noch gesucht: 1 Saucier, 1 Kochkommis, 1 Patissier-Kommis. Ferner suchen wir dringend Kleidernäherinnen und Direktricen für Holland. Wir bitten, geeignete Bewerber in unsere Sprechstunde, täglich, außer Mittwoch, in der Zeit von 9,30 bis 12,30 Uhr. zu kommen. — Selbständige jüdische Herren- und Damenfriseure werden gebeten ihre Adresse mitzuteilen. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Abtig. für gewerbl. weih!. Personal, Berlin C2, Rosenstr. 2—4; Abtig, für gewerbl. männl. Personal, Berlin C2, Heidereutergasse 5; Tel. Norden L5 1 6711. Stellenangebot. Wie uns aus Palästina mifgetcilt wird, kann dort einem gut ausgebildeten und erfahrenen Spezialisten der Hefe - Fabrikation eine Stellung per sofort nachgewiesen werden. Das Gehalt wird zirka ■C 25 per Mon3t betragen, und es dürfte möglich sein, einen Anstel!un״svertrag auf 3 Jahre fest von der Firma zu erhalten. Geeignete Kandidaten für einen solchen Posten wollen sich auf schnellstem Wege, womöglich telegraphisch, ati folgende Adresse wenden: Dr. Bernhard A rin stein, P. O. Box 714 1 el-Awiw; Telegramm-Adresse: Arinsfein, Trumpcldorstr. Tcl-Awhv. Frankfurt 8. M. Eine Gruppe jüdischer Sänger *und Sangerinnen hat sich unter Leitung von Dr. N. Ehrenreich zu einem Kammerchor zusammcngeschlossen, der sich die intensive Pflege allgemeiner und jüdischer Vokalmusik zur Aufgabe gesetzt hat. Die Vereinigung will durch Abhaltung von Konzerten, Mitwirkung bei Vereinen usw. brachliegenden künstlerischen Kräften des jüdischen Kreises Betätigung und nach Mögiiclikeit auch wirtschaftliche Hilfe verschiffen, in einer von der ״Gesellschaft für jüdische Volksbildung“ veransfalfeten Feierstunde, die am 28. |uni, 20 Uhr, in der Frankfurt-Loge staftfindet, wird der Chor zu in ersten Male an die Oeffentlichkeit treten. Das Programm, bringt Vertonurcgen Davidischer Psalmen von Schubert, Liszt, Mendels- Sohn und Brahms. Jüdische Jugendtagung. ln Au rieh fand eine Tagung der jüdischen Jugendverbände Ostfrieslands und Emslands statt, auf der die Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugendvereine dieser Gebiete beschlossen wurde. Zum Führer der Arbeitsgemeinschaft wurde Ino Weinberg, Fsenz, gewählt. Auf der Tagung hielt Landrabbiner Dr, Blum-Emden einen Vortrag über das Thema: ״Situation und Aufgabe der jüdischen Jugend im jetzigen Deutschland“, in dem er erklärte, die Jugend müsse sich ernsthaft mit dem Gedanken der Berofsumschichtung und Auswanderung, in erster Linie nach Erez Israel, vertraut machen. Die seelische Not müsse durch Selbstachtung, Zusammenschluß und Pflege jüdischen Wissens, jüdischen Empfindens und jüdischen Lebens überwunden werden. Im Sinne dieser Forderungen beschloß die Konferenz, gruppenweise Kurse zur Erlernung von Sprachen, hauptsächlich Neuhebräisch und Englisch, zur Schnellerlernung der Grundlagen verschiedener Handwerkszweige, sowie Kurse zum Zweck weiterer körperlicher Ertüchtigung des Jung- Judentums zu errichten. Geschäftliche Mitteilungen Das Restaurant Rubinstein, Berlin W, Joachioisthalcr Str. 41, empfiehlt sich unseren Lesern. Jüd. Akademiker und Angestellte erhalten eine Preisermäßigung von 10 Prozent. Wir machen unsere Leser auf das in der heutigen Ausgabe erscheinende Inserat der Kaschruth-Kommission der Jüdischen Gemunde Berlin aufmerksam.