Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 47 (13.6.1933)
- Date
- 1933-06-13
- Page
- Seite 255 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 47,13. VI. 1933 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 253 VI1933 Awiw wird essieren, da orgegangen, ionsgebäude itrande von . ־ 1, ־ )achtet, dem Kantonen in große Aehn> und scharf« chweizer ein ind den perid!t zu ver• auch in der mitische Ik■• jm gewinnt, 1 gegen den •s Anzeichen, nitismus be■ ¬ו¬ Beweis in :r ״Neue!ו :ht iin redak• einem halb• ׳s Geschäfts• r. 16, einen .irf“ Stellung: u d e. Er hnt gereicht und;eher Ab• ten Gerichts-!, daß seine ■r Weise zur der Firma: :1) rein de ulcn katholisch obige Fest- 1932 an den n Jude, mit )Setzung verk und erteilt Bezeichnung Klage dürfte sein, sondern geschäftliche aß sich auch regen j ü• lern ist nur, rartiges verar in durch» 11 i s in u s in urteilung der inden, das ■eagiert. De eute als ein Betreffend cn 1 zu können, iswerte Aus- in ein anr t h i n vereifende B c- (onzentration können die werden, die iluth-Position enten r U n i ve rhat die Klirutschen Stuch hinter die g mit den en. Andernder Ansicht :u ihr stehen, ffübrung von em Orte hat A n p öb e- ׳orlesungsle» dnungen vergen sich zu tdozenten (es ngeraten, bis;ungen abtut, diese Her-!lassen. Der-!leiben.“ ״Furor teutonicus" Das ״Berliner Tageblatt“ veröffentlicht am 11. Juni einen Leitartikel ״Furor teutonicus und Pedanterie“ von Erich Haeuber, der sich auch mit der Judenfrage beschäftigt. Der Verfasser sieht in dem deutsehen Antisemitismus ״eine Neigung zur Pedanterie“. Die Massen, die ״die neuen Ideen instinktmäßig ahnten, ohne sie gedanklich schon voll erfassen zu können“, hätten nach einem sichtbaren Gegner gesucht. ״Die Schandtaten einer großen Reihe übler Geschäftetnacher, die zum Teil aus den Kreisen eines frisch eingewanderten Ostjudentums entstanden, waren der äußere Anlaß für den Erfolg der antisemitischen Propaganda in den großen Massen. Diese Propaganda selbst hatte ihren Nährstoff darin gefunden, daß ein Teil der jüdischen Intelligenz den Liberalismus, der das Judentum soeben erst aus dem Getto befreit hatte, mißbrauchte zu einer alles zersetzenden Kritik und zu einer Überspitzung der persönlichen Freiheit, die sich gelegentlieh sogar über die allgemeinen nationalen Interessen hinwegsetzte.“ (Sperrungen von uns —• Red. ״J. R.“) Man wird auf das höchste erstaunt sein, im ״Berliner Tageblatt“ eine solche scharfe Kritik des jüdischen Anteils am Liberalismus zu finden. Noch gesteigert wird dieses Erstaunen, wenn man in einem Beiblatt derselben Nummer als Einleitung zu einer reklamehaft aufgemachten Zusammenstellung von Auslandsberichten betreffend den Widerhall der Publikation des ״Berliner Tageblatts“ über die Judenfrage, die folgende Erklärung findet: ״Die Kaffeehaus-Literaten und Schmocks, die be! ihrem vorübergehenden Gastspiel in Deutschland nur Durchfälle erleben konnten oder ihre Scheinerfolge lediglich dem Zusammenhalten ihrer Clique zu verdanken hatten, haben zu keiner Zeit etwas mit um gemein gehabt Sie spielen sich jetzt au! Kosten derer, die würdig ihr oft schweres Schicksal tragen, als Märtyrer auf und fühlen sich vollkommen zu Unrecht berufen, aus ihren sicheren Winkeln Schmutz und Unrat über unsere ernsten und aufrichtig gemeinten Bemühungen auszugießen. Sie zeigen damit wieder einmal besonders deutlich, daß sie die Brücken, die sie früher zu unserem Vaterland leider mit Erfolg schlagen konnten, nunmehr gänzlich abgebrochen haben. Damit erübrigt es sich für uns in Zukunft, auf diese Anwürfe weiter einzugehen.‘‘ Es ist ein starkes Stück, wenn das ״Berliner Tageblatt“ die Gemeinschaft mit einem großen Teil seiner ehemaligen Mitarbeiter in dieser brüsken Form ablehnt. Wir wissen nicht, ob zu den ״Kaffeehaus-Literaten und Schmocks“ auch jene ehemals hochangesehenen Redakteure des ״Berliner Tageblatts“ gerechnet werden, die sich jetzt im Exil befinden. Wir haben mit diesen Herren politisch gewiß nichts gemein, aber wir empfinden es als den Gipfel der Geschmacklosigkeit, wenn das ״Berliner Tageblatt“, sei es auch unter neuer Leitung, in dieser Weise seine Vergangenheit verleugnet. Man kann doch die Tatsache nicht einfach ignorieren, daß in der gegen den ״jüdischen“ joumalismus betriebenen nationalsozialistischen Agitation jahrelang das ״Berliner Tageblatt“ an erster Stelle genannt wurde, geradezu als das Musterbeispiel eines ״volksfremden“ liberalen ״Juden-Blattes“. Wenn Herr Erich Haeuber davon spricht, daß die ״Schandtaten der üblen Geschäftemacher des Ostjudentums“ den Antisemitismus entfacht hätten, so müßte er doch, was übrigens der zweite Teil seiner Bemerkung ja ahnen läßt, sich bewußt sein, daß ein nicht geringerer Teil der antisemitischen Propaganda mit dem Kampf gegen das ״Berliner Tageblatt“ bestritten wurde. Auf die Veröffentlichung der ״Brücke“ vom 4. Juni, die verschiedene Aeußerungen zur Judenfrage enthielt, haben wir bereits in unserer vorigen Nummer hingewiesen. Da eine Fortsetzung der Aussprache ln der nächsten Woche folgen soll, wollen wir ein endgültiges Urteil zurückhalten; die Zusammenstellung der ersten Ausgabe mußte als zumindest recht ungeschickt und unglücklich bezeichnet werden. Das Tageblatt aber hat seine Korrespondenten in allen Ländern beauftragt, zu melden, welchen ״Eindruck“ dort dieses Blatt der ״Brücke“ gemacht hat. Die armen Korrespondenten sind in einer unangenehmen Lage. Sie haben natürlich über diesen Punkt nicht das geringste zu berichten, weil diese Publikation sicher keinen ״Eindruck“ gemacht hat. Sie helfen sich damit, daß sie einige allgemeine Bemerkungen über die Behändlung der Judenfrage in den einzelnen Ländern mitteilen. Durch die Aufmachung der Berichte wird die Impression erzeugt, als ob die Diskussion über die deutsche Judenfrage in den betreffenden Ländern, die seit Monaten in überaus eingehender Weise vor sich geht, erst durch die ״Brücke“ des ״Berliner Tageblattes“ hervorgerufen worden wäre. So wird z. B. aus London berichtet, die englische Öffentlichkeit habe ״mit erheblichem Interesse von der Publikation des ״Berliner Tageblatts“ Kenntnis genommen. .,.“ Es heißt dann weiter, auch die Jüdische Telegraphen-Agentur,. die ja alle Aeußerungen zur Judenfrage überall in der Welt registriert, habe zur Veröffentlichung Stellung genommen. Aus Paris wird gar gemeldet, man wundere sich über die ״Zivilcourage“, die in dieser Veröffentlichung liegt. Ebenso übertriebene und selbstlobende Berichte wurden auftragsgemäß geliefert aus Warschau, Budapest, Prag und Stockholm. Der Stockholmer Korrespondent erwähnt auch die großangelegte Artikelreihe Prof. Bööks, von dem er mitteilt, daß ihm 11. a. die Vergebung des Nobelpreises für Literatur obliegt, ohne aber im einzelnen Bööks Anschauungen wiederzugeben. (Eine teilweise Wiedergäbe eines der wichtigsten Artikel Bööks zur Judenfrage finden unsere Leser an anderer Stelle dieses Blattes.) Die Veröffentlichung der Korrespondenten-Stimmen zeigt jedenfalls, daß das ״Berliner Tageblatt“ noch an dem Reklamestil von vorgestern festhält. Welchen Zweck es mit dieser Aufrollung der Judenfrage verfolgt, geht aus einem großen Inserat hervor, das in der letzten ״C.-V.-Zeitung“ veröffentlicht wird. Darin wird erklärt, ״jeder Staatsbürger jüdischen Glaubens müsse die grundlegenden Erörterungen in der Brücke vom 4. Juni gelesen haben.“ Sonderdrucke dieses Blattes werden sogar kostenlos angeboten. Es ist ganz klar, daß das ״Berliner Tageblatt“ meint, auf diese Weise die Gunst der tausende abgefallener jüdischen Leser wiedergewinnen zu können. So heißt es in dem Inserat, das ״Berliner Tageblatt“ wolle die Regierung bei ihrer schwierigen Aufbauärbeit unterstützen, ״ohne darüber das Interesse derjenigen Gruppen zu .vergessen, die sich ausgeschaltet fühlen und in ilirem guten Willen für die allgemeine Sache des deutschen Volkes nicht verkannt werden wollen.“ Verwunderlich bleibt nur, daß die ״C.-V.־ Zeitung“ diese großzügige Proptganda für ihren extremsten Gegner Dr. Naumann macht, gegen dessen Plakate sie eben erst heftig Stellung genommen hat. Im übrigen hoffen wir, daß das ״Berliner Tageblatt“ einsehen wird, daß die Judenfrage heute nicht mehr in derselben oberflächlichen Weise behandelt werden kann wie früher. Ein großer Teil der Juden hat siph auf sein Juden tum besonnen und läßt das Judentum nicht mehr so bagatellisieren wie früher. Wenn schon das ״Berliner Tageblatt“ als deutsche Zeitung sich auch mit der Judenfrage beschäftigen will, dann muß es mit wirklicher Objektivität und ohne einseitige liberal-assimilatorische Tendenzen geschehen. Eine solche ernste Behandlung könnte fruchtbar sein und auch in Kreisen, die der Vergangenheit des ״Berliner Tageblatts“ sehr kritisch gegenüberstehen, Anklang finden. Die bisherige Methode der Behandlung dieser Frage aber führt auf einen falschen Weg und nützt weder den deutschen Juden, noch dem deutschen Volk. Namensänderungen werden rückgängig gemacht Im_ Zusammenhang mit einer Besprechung der kürzlich im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda abgehaltenen Pressekonferenz, in der der Leiter des Referats Volksgesundheit und Volkswohlfahrt Dr. Thomalla und Ministerialrat Dr. Conti den ärztlichen Mitarbeitern der Berliner Tageszeitungen Aufschlüsse über die Ziele der Regierung aut dem Gebiet der Bevölkerungspolitik und Rassenpflege gaben (s. Bericht in der vorigen Nummer der ״J.R.“), teilt die. in Berlin erscheinende ״Märkische Volkszeitung“ noch mit, daß die Regierung, dessenungeachtet, daß das letzte Wort über die künftige Stellung der Juden in Deutschland noch nicht gesprachen sei, für bestimmte Einzelfragen bereits feststehende Lösungen vorbereitet habe. So sei beabsichtigt, dort, wo es ״nicht möglich sein werde, die seit 1914 zugewandelten Ostjuden auszuweisen oder sie in Güte loszuwerden״, sie zu zwingen, ihren ursprünglichen Namen wieder anzunehmen. Zu diesem Zwecke wolle man die seit dem 1. August 1914 vorgenommenen jüdischen Namensänderungen, die in erster Linie die Ostjuden betreffen, rückgängig machen. Aus den Ausführungen Ministerialrat Contis bei der Pressekonferenz werden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die Behandlung der Judenfrage, so erklärte dem Bericht der ״Märkischen Volkszeitung“ zufolge Ministerialrat Dr. Conti, werde sich dadurch vereinfachen, daß in Zukunft streng geschieden werden müsse zwischen Volks- und Staatsangehörigkeit, bzw. zwischen Staatsangehörigkeit und Volkszugehörigkeit. Ausgehend von der Tatsache, daß man zwar zwei verschiedenen Staaten, jedoch nicht zwei verschiedenen Völkern angehören könne, würde die Stellung der Juden unter ein Minderheiten recht fallen. Dieses Recht würde ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit belassen, sie von bestimmten Berufen jedoch ausschalten, wie ihnen auch bestimmte Rechte und Pflichten nehmen, die dem Volksbürger zugebilligt werden oder ihm auferlegt sind. Alle Weiterungen, die in einer Diffamierung der Juden bestünden, würden in Zukunft wegfallen. Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß die Juden keine minderwertige, sondern eine anderweitige Rasse sind. Die neue Stellung der Juden soll also keine Repressalie oder Bestrafung, sondern Schutz der beiderseitigen Volkstümer vor verhängnisvollen Zusammenstößen und tragischen Vermischungen sein. _ Rabbiner Lehmann gestorben. Dieser Tage starb in Berlin einer der Führer des deutschen Reformjudentums, Rabbiner Joseph Lehmann, im Alter von 60 Jahren. Er wirkte seit 1910 an der Reformgemeinde und hatte dort einen großen geistigen Einfluß. Auch in der religiös-liberalen Weltbewegung spielte er eine Rolle. Lehmann war ein überzeugter radikaler Assimilant und Antizionist. Vor einiger Zeit ist er (bereits nach dem Umsturz) im ״Berliner Tageblatt“ mit mehreren Veröffentlichungen hervorgetreten, mit denen sich auch die ״Jüdische Rundschau“ scharf auseinandersetzen mußte. Lehmann war ein charakteristischer Repräsentant jener jüdischen Gruppe, die sich aus den jüdischen Zusammenhängen losgelöst hat und nur noch ein spiritualisiertes Judentum vertritt, dabei aber die Realitäten der Judenfrage überhaupt nicht sieht. Nichts war hierfür charakteristischer als sein letzter Beitrag im ״Berliner Tageblatt“, wo er als Zeugnis für den Patriotismus der deutschen Juden ein recht farbloses Zitat aus der Berliner ״Kreuz-Zeitung“ vom Jahre 1910 (!!) anführte. Trotz unserer entschiedenen Gegnerschaft gegen die von Lehmann vertretenen Anschauungen soll aber nicht verkannt werden, daß er in seiner Art dem religiösen Judentum, so wie er es auffaßte, nach besten Kräften zu dienen bestrebt war und sich um seine Gemeindeangehörigen große menschliche Verdienste erworben hat. Zurtlckgewiesene Stiftung. Das ״Westfälische Tageblatt“ Hagen berichtet aus Hamm: In der Stadtverordnetenver- Sammlung sollte eine durch die Inflation verloren gegangene und der Stadt Hamm vermachte Stiftung des früheren Ratsherrn Moritz Bac harsch in Höhe von 10000 RM. durch eine weitere Stiftung von 2000 RM. der inzwischen verstorbenen Gattin des Ratsherrn wieder aufieben. Es wurde dabei zur Bedingung gemacht, daß die Stadt Hamm für das auf dem israelitischen Friedhof befindliche Grab der Eheleute atifkommen solle. Dieser Antrag stieß auf heftigen Widerspruch bei der nationalsozialistischen Fraktion, die betonte, daß Bacharach sein Millionenvermögen nicht richtig versteuert und sich dadurch der Steuerhinterziehung schuldig gemacht habe. Gegen drei Zentrumsstimmen wurde beschlossen, die Stiftung zurückzuweisen. Keine Vertreibung der Juden aus Danzig. Die Lügenabvehr-Zentraistellc aer NSDAP, gibt bekannt: Der diplomatische Korrespondent des ״Daily Herald“ meldet, daß der Gauleiter der NSDAP, in Danzig, Albert Förster, in einem Geheimerlaß erklärt habe, daß die endgültige Vertreibung der Feinde Deutschlands aus Danzig, vor allem aber der Juden, im richtigen Augenblick erfolgen würde. Jetzt sei die Zeit zu dieser Aktion nicht reif. Der Danziger Korrespondent fügt hinzu — so heißt es in bemerkenswerter Weise weiter —, daß die Danziger National- Sozialisten einstweilen, und zwar durch die außenpolitische Zwangslage keine Schwierigkeiten machen würden. Der Gauleite! der NSDAP., Albert Förster, erklärt hierzu: Die oben wiedergegebene Meldung ist in allen Teilen unwahr. Sie stammt aus der Lügenpropaganda polnischer Agenten, die während des Wahlkampfes Briefe der NSDAP, eiälscht und verbreitet haben. Unter anderem ist auch ein rief, der angeblich von mir sein sol!־ in dem die oben zitiertc Behauptung enthalten ist, verbreitet worden. Darmstadt. Die Palästina-Beratung findet für Darmstadt und die in der Nähe liegenden Städte wie folgt statt: Montags und Donnerstags, von 18 Uhr bis 19.30 Uhr, bei Walter Stein, Darmstadt, Georgenstr. 9. Wir bitten dringend, ßich nach diesen Auskoaftszftta zu richten. Aus der Berliner Gemeinde In der Repräsentanten-VersammJung vom 8. Juni hielt der neu gewählte Vorsitzende des Vorstandes, Herr Direktor StahJ, eine programmatische Ansprache. In der anschließenden Debatte äußerte sich namens der Zionistisehen Fraktion ausführlich Herr Alfred Berger, der in vielen praktischen Punkten Herrn Stahl zustiminen konnte, zugleich aber auf die grundsätzliche Auffassungs-Verschiedenheiten hinwies, die auch heute noch bestellen. In den Gemeindevorstand wurde — an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Dr. Kleemann — Herr Bruno Woyda neu gewählt. Bereits vor der Repräsenfanten-Versammlung hatte der Vorstand aus seiner Mitte ein dreigliedriges Direktorium eingesetzt. In dieses Direktorium delegierte die Repräsentanten-Versammlung im Einvernehmen mit dem Vorstand als beratendes Mitglied Herrn Dr. Siegfried Moses, so daß das Direktorium jetzt aus den Herren Direktor Stah 1, Graetz, Dr. Kollensche r und Dr. Moses besteht. Christliche Deutsche für jüdische Hilfsaktion Jerusalem, 8. Juni. (J. T. A ) Die in Palästina in Angriff genommene Aktion für den Hilfsfonds zugunsten jüdischer Auswanderer aus Deutschland nimmt einen außerordentlich günstigen Verlauf. Dem Spendenaufruf des Zentralkomitees hat nicht nur die jüdische Bevölkerung in starkem Maße entsprochen, auch von christlichen Einwohnern, insbesondere von in Palästina ansässigen deutschen Christen, sind namhafte Spenden eingelaulen. In zahlreichen Briefen zu diesen Spenden wird dem Mitgefühl für die von einem harten Schicksal betroffener! deutschen Juden Ausdruck gegeben. Vermischtes Jüdische Schule Klopstockstr. 58 (1 Minute vom Bahnhof Tiergarten). Anmeldungen von Knaben und Mädchen für sämtliche Klassen und für den hebräischen Kindergarten auch weiterhin täglich außer Schabbath und Sonntag von 12—13 Uhr bei der Leiterin, Frau Nathan. Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Sprechzeit: Montag und Mittwoch, 18—18.39 Uhr, in der Schule, Große Hamburger Str. 27; Dienstag und Donnerstag, 18—18.30 Uhr, in der Schule, Klopstockstr. 53 (Bhf. Tiergarten). Tel. Auskunft: J 7, Hochmeister 2501, </f8—8 Uhr morgens. Uri Ber Günzburg. Man schreibt uns: ln dieser Woche beging, ganz in der Stille, einer unserer ältesten und früher tätigsten russischen Zionisten in Berlin seinen siebzigsten Geburtstag, Uri Ber Günzburg, der zu den ersten Pionieren der Chowcwe-Zion und dann des politischen Zionismus gehörte. Er war an der Gründung der Kolonie Jessud Ham-Maalah beteiligt. Daß er dem Bund ״ßn«־ Mosche“, an dessen Spitze Achad ha-’Am stand, angehörte, war selbstverständlich. Später war er einer der Mitschöpfer des hebräischen Verlages Achiassaf und an der Kolosisationsgesell- Schaft Ge’ullah beteiligt. In Welisch und nachher in Riga war er Bevollmächtigter des Odessa er Komitees der Chowewe-Zion. An den ersten zehn Zionistenkongressen hat Günzburg als Delegierter von Welisch und Ton Riga teilgenommen. Noch im Jahre 1900 hat er in Riga den ersten hebräischen Sprechverein Dorsche ibrith gegründet und weiter vier hebräische Kinderschulen. Mit Hilfe׳ des Rabbiners von Petersburg, Dr. Moses Eisenstadt, hat er in Petrosawodsk die erste hebräische Kinderschule ins Leben gerufen. Wir wünsehen dem alten Freunde und Mitkämpfer einen schönen Lebensabend, in Freuden über die Fortschritte in dem aufblühenden Erez Jisrael. H. L. Fritz Kortner in Kopenhagen. Wie aus Kopenhagen berichtet wird, kam es dort gelegentlich eines Gastspiels von Fritz Kortner zu Kundgebungen zugunsten des Künstlers. Kortner spielte den Sh y lock im. ״Kaufmann von Venedig“ und nach der berühmten Stelle ״Ist denn der Jude kein Mensch? Habe ich nicht Augen, Hände, Füße, Gedanken und Gefühle wie jeder ande re?“ — brach auf offener Bühne demonstrativer Beifall aus. — Dem Auftreten von Fritz Kortner und Gitta Alpar in Kopenhagen ging übrigens ein unliebsames Zwischenspiel voraus, indem der Direktor des Theaters, Otto Jacobsen, einen Drohbrief erhielt, der unterschrieben war ״Deutscher Kampfbund im Ausland gegen das Judentum, Abteilung Stockholm-Koper.hagen". Die 'Konenhagener deutsche Gesandtschaft erklärte, auf eine Anfrage, eine Vereinigung obigen Namens sei ihr nicht bekannt. Die befürchteten Störungen bei dem Auftreten der Künstler haben sich jedoch nicht ereignet. ״Entlassungen bei der Berliner Staatsoper“. Zu dieser Notiz in der vorigen Nummer wird uns noch mitgeteilt, daf) auch vier jüdische Mitglieder des Chors gekündigt worden sind, und zwar die Herren Ratz, Brotmann, Lcxandrowitsch una Frl. Rohn, die teilweise bereits dem Chor zehn Jahre angchören. Die Chewra Kadischa Groß-Berlin hält gemäß 8 11 der Satzungen ihre Hauptversammlung am Mittwoch, dem 28. Juni d. J., abends 8 Uhr, in der Rosenstr. 2—4 ab. ln derselben soll auch eine durch die Zeitverhältnisse gebotene Statutenänderung beschlossen werden. ״Was wird aus unseren Kindern?“ Zu unserem Versamnihmgsberieht in Nr. 45 46 der ״Jüd. Rundschau“ wird uns noch!nitgeteilt, daß der Antrag der Direktorin, Frau Schiratzky, die Gemeinde möge in der Volksschule Rykestraße neue Aufnahmeklassen gründen, von Herrn Refr. Heinz Cohn mitunterzeichnet war. Oberin gesucht. Im Israelitischen Kranlenhdm, Berlin N 2-1, Elsässer Str. 85, ist die Stelle einer Oberin zu besetzen. Tüchtige, orthodoxe Bewerberinnen wenden sich unter Darlegung ihres Lebenslaufs und unter Angabe von Referenzen an den Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn Heinrieh Freirich, Berlin SW! 68, Zimmerstr. 72—74. Der Zentralverband ostjüdischer Organisationen Berlins e. V,, Rosenthaler Str. 55, hat seine Büroräume jetzt in die L in i e n str. 69, vorn ptr., verlegt. Er steht nach wie vor in allen Paßangelegenheiten und Rechtsfragen zur Verfügung. Hechatuz ln der Schweiz. Man schreibt uns: Auf Initiative des Weit-Hechaluz hat sich in der Schweiz ein Komitee gebildet, das sich die Aufgabe gestellt hat, die Organisation der Hachscharah-Arbeit zu übernehmen. Es bcabsichtigt, in enger Fühlungnahme mit dem deutschen ״Hecha- Im“ seine Arbeit zu führen und einen Schweizerischen. Landesverband des Welt-Hechaluz zu entwickeln. Auch für die Schweiz sind großzügige Hachscharahprojckte ausgearbeitet Sie können verwirklicht werden, wenn nur alle beteiligten Kreise erkennen, daß diese produktive Hilfe die beste Selbsthilfe ist. Das Komitee, das in Zürich gebildet wurde, bittet alle Interessenten, mit ihm in Verbindung zu treten. Bis auf weiteres lautet die Adresse des ״Hechaluz für die Schweiz“: Walter Koch. p. Adr. Schärf, ßttikerstr. 25. Zürich (l .Tel. 47314, ־