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Jüdische Rundschau · 1933-05-26 · Heft 42 (26.5.1933) · p. Seite 219

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 42 (26.5.1933)
Date
1933-05-26
Page
Seite 219 (sequence 1)
Language
German
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?9. 5.1333 Nene Siedlung auf altem Boden Einzelnummer KM 0,2* JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Reichsmark, vier t e 1 j ä h r 1 i c h 5,75 Reichsmark. Auslandaabonnements werden in der Wahrung der einzelnen Lander berechnet. Anzeigenpreis: S gespaltene Nonn^fllezetle 0,50 RM. Stellengesuche 0,25 RM Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b-H., Berlin W15, Meinekestr.10. Telefon: J1 Bismarck 716570־. Postscheck -Konten: Berlin!7392, Basel V 9355. Belgrad 680 32, Brüssel 394 33, Budapest 596 93, Danzig 1973, Haag 140470, Prag 5941Q, Riga 4155, Straßburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156030. Bank.Konten: Dresdener Bank, Depositen * Kasse Berlin, Kurfürsteudatmn 52; Rumänische Kreditbank, Cemsuti (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Haifa, ferusalero, Tel-Aviv. Nummer 42//״ | Berlin, 26. V. 1933 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. א׳ סיון תרצ״ג | xxxviii. Jafarg. Der Zionismus^ erstrebt für das JQdfsche Volk dl» Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ SynM der Hoffnung und Ermutigung Jn Jerusalem fand, wie uns von dort berichtet wird, die feierliche Einweihung des Freilicht-Theaters der Hebräischen Universität auf dem Skopusbcrg bei Jerusalem statt. (Die ״Jüdische Rundschau“ hat eine Abbildüng dieses einzigartigen Theaters, das an einem Punkt mit unvergleichlich grandioser Aussicht in den judäischen Bergen errichtet ist, in Nr. 36 veröffentlicht.) Das Theater trägt den Namen der verstorbenen Gattin des Amerikaners Samuel Untermeyer, einer Frau, die sich durch großen Kunstsinn und durch tätige Unterstützung künstlerischer Zwecke ausgezeichnet hat. Anläßlich der Eröffnungsfeier hielt der Kanzler der Universität, Dr. J. L. M a g n e s, eine Ansprache, deren Schlußabsätze wir hier wiedergeben: ״Wir weihen diese Bühne mit Freude und Musik ein zu einer Zeit der Trauer und des Elends in Israel. Die große Judenheit Deutschlands, welche sowohl zur Kultur des deutsehen Volkes als auch zu der des Judentums Großes beigetragen hat, ist in schwerer Gefahr der Verelendung. Im Lichte der Tragödien unserer jüdischen Geschichte kann man viele der Warnungen der talmudischen Literatur gegen die Teilnähme von Juden an griechischen und römischen Theatern und Arenas verstehen. Einer unserer Lehrer sagt: ״Gelobt seist Du, daß Du mein Los in die Reihe derer gestellt hast, die lieber im Lchrhaus sitzen als in Theatern und Arenas.“ Und ein anderer Lehrer äußert sich mit Bitterkeit über den Widersinn, daß die Theater und Arenas der Völker noch bestehen, während der Tempel in Trümmern liegt. W i r aber in Jerusalem, in Palästina, haben keine solchen Skrupel. In diesem Moment der Zerstörung dort, be- Jüdische Schüler in deutschen Schulen Das Schicksal der jüdischen Schüler an den höheren Schulen ist noch durchaus ungeklärt. Dieser Tage hat der preußische Minister für Kunst und Wissenschaft folgende Anordnung getroffen: ״Wie Ich erfahre, sind einzelne Leiter höherer Lehranstalten bereits dazu übergegangen, Schüler nichtarischer Abstammung, zum Teil auch Angehörige ausländischer Staaten, vom Besuch der höheren Lehranstalt auszuschließen. Ein solches Vorgehen ist nicht zulässig. Es sind vielmehr die näheren Ausführungsbestimmungen des Reichsministers des Innern zu dem Gesetz gegen die Ueberfüllung deutscher Schulen und Hochschulen vom 25. April 1933 (RGBl. S. 225) und meine alsdann ergehenden Anordnungen abzuwarten. Ich ersuche, zu veranlassen, daß danach zu Unrecht etwa bereits von der Teilnahme am Unterricht ausgeschlossene Schüler und Schülerinnen unverzüglich wieder zugelassen werden.“ Trotz dieser formellen Anweisung wird die Situation der jüdischen Schüler nicht nur an den höheren Schulen, sondern auch an Volksschulen begreiflicherweise immer schwieriger. Wir haben vor einiger Zeit die Hoffnung ausgesprochen, daß die Lehrer genügend Taktgefühl und Menschlichkeit haben werden, um die neue Situation auch für jüdische Schüler erträglich zu machen, wobei gerade durch eine offene Ausspräche in würdiger Form viel gewonnen werden könnte. Es ist aber schwer zu vermeiden, daß an einzelnen Schulen, auch Volksschulen, Vorkommnisse unterlaufen, die für jüdische Schüler die schwersten seelischen Konflikte bieten. Aus Breslau wird z. B. ein Fall gemeldet, wo in einer Schule die ״Juden-Bänkc“ in einen gewissen Abstand von den Bänken der übrigen Schüler gerückt wurden. Auch im!Unterricht ergeben sich besonders bei der schon jetzt beginnenden Unter- Weisung in Rassenkunde für die jüdischen!Schüler peinliehe Momente. Die vielen Schulfeiern, bei denen das Wesen des deutsch-völkischen Staates unterstrichen wird, müssen sich bei den jüdischen Schülern um so problematischer auswirken, als ja den Kindern bekannt ist, daß daslneue Deutschiand Juden nicht als vollberechtigte Staatsbürger anerkennt. Nunmehr bringt der ״Völkische Beobachter“ Vom 24. Mai folgende Mitteilung: ״Die Bestimmungen der Schulordnung über das Tragen von Abzeichen sind vom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung — unter gleichzeitiger Aufhebung entgegenstehender früherer Erlasse — dahin abgeändert, daß den Schülern und Schülerinnen aller dem Minister unterstehenden Schulen gestattet ist, die Abzeichen der nationalen Vereine und Verbände in der Schule zii tragen und Werbeschrift e n an der Schwarzen Tafel der Anstalt nach Genehmigung durch die Anstaltsleiter anzubringen.“ Wir verstehen vollkommen, daß der neue Staat seine Er- Ziehungsgrundsätze und die Ausgestaltung der Schulen nicht dadurch beeinflussen lassen kann, daß auch jüdische Schüler in diesen Schulen sind. Aber vom jüdischen Standpunkt bleibt nichts anderes übrig, als daß um einer charaktervollen Erziehung willen, die ja von der Regierung auch für die jüdischen Staatsangehörigen bejaht werden muß,\ die Unterbringung der Kinder in jüdischen Schulen gefordert werden muß. Hier besteht eine offenkundige Interessen-Gleichheit zwischen dem nationalen Deutschland und der jüdischen Gemeinschaft. Die jüdischen Schüler sind, vom Gesichtspunkt der deutsch-völkischen Erziehung gesehen, ein *,störendes“ Element in der Schule, ß4h«t hätte die mühen wir uns hier zu bauen; und Bauen bedeutet für uns nicht nur die Errichtung von Pfeilern aus Ziegeln und Stein, sondern auch die Verwendung allen Materials des menschlichen Geistes für den Aufbau unserer Kultur und Zivilisation. Wir haben kein Bedenken, sondern cs ist geradezu einer unserer Zwecke, ״die Schönheit Japhets irt die Zelte Sems zu bringen“, die Werke Europas in unser jüdisches Haus. Das Oratorium, das heute hier vorgeführt wird, ״J u - das Maccabäus“ von Händel, wurde von einem Deutsehen in England über ein jüdisches Thema geschrieben. Die Tatsache, daß wir dieses unser Theater der Kunst weihen ohne Haß in unseren Herzen, ohne rassische, religiöse oder politische Vorurteile, soll für unsere Brüder in Deutschland ein Symbol der Hoffnung und der Ermutigung sein. Friede sei in Deinen Zelten, Jerusalem, Zufriedenheit in Deinen Wohnungen. Um meiner Brüder und Freunde willen, laß mich Dich grüßen mit dem Gruße des Friedens.“ * Jerusalem, 22. Mai. (J. T. A.) Der Kanzler der Hcbräischen Universität in Jerusalem, Dr. Juda L. Magnes, entwickelte in einer an der Universität abgehaltencn Presse- Konferenz den Plan, in Jerusalem eine jüdische Weltakademie der Wissenschaften ins Leben zu rufen, der alle jüdischen Forscher und Gelehrten, die in der wissenschaftlichen Welt besondere Bedeutung erlangt haDen, a!1gehören sollen. Regierung ein Interesse daran, die Enfstehung jüdischer Schufen zu fördern, die — im Einvernehmen mit den Regierungsstellen — von der jüdischen Gemeinschaft so geleitet werden müßten, daß die in Deutscli- Iand aufwezdwetsden Juden nicht innerlich verkrüppefte, asoziale Elemente, sondern aufrech"te, offene und selbstbewußte Menschen ohne Haß- und Minderwertigkeitsgefühle und damit zugleich auch ein Aktivum für den neuen Staat werden. Ein Reichskanzler-Interview Der Berliner ״Montag“ vom 22. Mai veröffentlicht ein Telegramm seines New׳ Vorher Korrespondenten, worin ein lnterview auszugsweise wiedergegeben wird, daß der Reichskanzler Hitler dem Verleger der deutsch-amerikanischen ״N cw׳ Yorker Staatszeitung“, Bernard Ridder, in Berlin gegeben hat. Bernard Ridder hat sich gemäß einer früheren Veröffentlichung in der ״Berliner Nachtausgabe“ vom 16. Mai enthusiastisch über das neue Deutschland ausgesprochen und erklärt, er stimme hundertprozentig mit den Ideen des Nationalsozialismus überein, ״ausgenommen lediglich das Rassen- Problem, für das dem Amerikaner eben das Verständnis fehlt, w׳eil er die deutschen Gegebenheiten einfach nicht kennt“, ln dieser Frage, so meint Herr Ridder, bestehe gegenwärtig die einzige politische Differenz zwischen der deutsehen und amerikanischen Auffassung. In dem Interview, über das der ״Montag“ berichtet, hat Reichskanzler Hitler zunächst die Maßnahmen gegen die K ommunisten begründet und gefragt, was Amerika getan hätte, wenn ״anstatt des Reichstagsgebäudes das Weiße Haus in Flammen aufgegangen wäre“. Er fügte in bezug auf die Marxisten hinzu: ״Weshalb beweint die Welt mit Krokodilstränen das hundertfach verdiente Schicksal einer kleinen Minderheit? Wo war das Weltgewissen, als Millionen in Deutsch- Iand Hunger litten, entbehrten und in Not verbluteten?“ Im weiteren Verlauf des Gespräches kommt der Reichskanzler auf die Judenfrage zu sprechen. Der ״Montag“ gibt diese Aeußerung folgendermaßen wieder: ״Soll ich tausende deutsehblütlger Menschen vernichten lassen, damit alle Juden selbst geschützt arbeiten, leben und prassen können, während ein MHIionenvolk verhungert, verzweifelt und dem Bolschewismus zum Opfer fällt?“ Hier muß ein Fehler in der Wiedergabe vorliegen, denn der Reichskanzler kann nicht gesagt haben, daß das deutsche Miliionenvolk zum Untergang verurteilt wäre, wenn die deutsehen Juden, die kaum ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, auch das Recht zu arbeiten, d. h. zu ehrlichem Erwerb ihres Lebensunterhalts hätten. Jeder wird zustimmen, wenn gesagt wird, daß nicht Einzelne ״p r a s s e n“ sollen, während das Volk darbt. Das bezieht sich aber auf Juden und Nichtjuden in gleicher Weise. Und wenn durch soziale Maßnahmen den Prassern etwas genommen wird, wird keine jüdische Instanz und kein jüdisches Orgau etwras dagegen einwenden, trotzdem auch Juden davon betroffen sein mögen. Aber die ungeheure Mehrheit aller deutschen Juden ist weit entfernt davon zu prassen und will in ehrlicher Weise und in angestrengter Arbeit ihr Dasein fristen, wobei die Juden sich sogar bewußt sind, daß sie unter Umständen ״mehr“ arbeiten und leisten müssen als andere, um eine Existenz zu finden. Die heutige Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ mußte wegen des Himmelfahrtstages bereits am Mittwoch, 24. d. M., abgeschlossen werden. Die deutsche Judenschaft im neuen Deutschen Reich Von Hugo Rosenthal. 1. Historische Rückschau Die nationale Revolution schaltete den jüdischen Bevölkerungsteil Deutschlands aus der Mitarbeit am Neuaufbau des Staates aus. Diese Ausschaltung richtete sich gegen die Juden von zwei Gesichtspunkten aus. i rnnal verfielen sie im Prozeß der ״Gleichschaltung“ dem gleichen Geschick wie alle marxistischen oder im Sinne des neuen Deutschland national nicht zuverlässigen deutschen Staatsbürger. Zum anderen wurden sie die Opfer eines leidenschaftlichen, gegen ihre Rasse geführten Kampfes. Beide Gesichtspunkte, die für das Subjekt dieses Kampfes (die Nationalsozialisten) identisch sind, haben vom jüdischen Standpunkt aus grundverschicdencii Charakter. So wenig es eine Formel gibt, die lautet: Marxist Jude, so wenig gibt es auch eine Formel: Jude :־-־ Marxist. Daraus ergibt sich zunächst schon, daß vom Standpunkt des Juden aus das Schicksal des jüdischen Marxisten als eines Unterlegenen im Kampfe zweier Weltanschauungeil keine j ü d i s c 11 - politische oder gar jüdischweltanschauliche Bedeutung hat. Die große Masse der deutsehen Juden hatte mit dem Marxismus nichts zu tun. Das gilt, trotzdem viele von ihnen der SPD. angehört haben mögen, und obwohl die meisten ihrer Stimmen (auch der Nichtorganisierten) bei den Waiden der SPD. zugefallen sein mögen. Das war aber nicht von Anfang an so. Vor dem Kriege und nachher, solange es eine lebeaö.'.ihige bürgcrlich - d e m o kr atisch c Partei gab, gehörten die Juden beinahe restlos ihr an oder gaben ihr die Stimme bei den Wahlen. Aus dieser Tatsache erhellt schon, daß nicht der ״Marxismus“ der SPD. bestimmend war für die politische Orientierung der Juden, sondern die politische Entwicklung, die dazu führte, daß die SPD. die einzige Partei war, die ais Vertreter des Prinzips der Demokratie den Juden Anschlußmöglichkcit bot. Viele Juden gehörten zur SPD., nicht weil, sondern trotzdem sie marxistisch war. Daß nicht die gesamte deutsche judenschaft den Kopf in den Sand der Demokratie der SPD. steckte, um ihren ,Marxismus nicht zu sehen, geht aus dein Bemühen mancher jüdischen Kreise hervor, die Juden zur Stimmabgabe für das Zentrum zu veranlassen, ein Ruf, dem namentlich die gesetzestreuen Juden in nicht geringer Zahl gefolgt sein Der Politik der deutschen Juden im letzten Jahrzehnt waren objektive Grenzen gesetzt durch ihre einförmige berufliche Gliederung einerseits und den Anti ■■•eini'i ־■•uns des nationalgesinnten Deutschlands andererseits. Nut in einer Hinsicht war die deutsche Judenschaft beinahe einheitlich gerichtet: in ihrer Ablehnung des Kommunismus. Denn das deutsche Judentum, das sich als eine Religionsgemeinschaft ansah, mußte der! Kommunismus, den Todfeind aller Rcligion, ablehnen. Ebenso entschieden lehnte das nationale Judentum den Kommunismus ab, der ja auch den Zionismus scharf bekämpft. Man darf wohl sagen, daß das hier Gesagte für etwa 80 bis 00 Prozent der Juden Deutschlands zutraf, d. h. für den gesamten bürgerlichen Mittelstand und das Kleinbürgertum, denen die Juden ־/uzurerhnen waren. Diese jüdische Mehrheit war politisch im Grunde genommen ebenso indifferent wie der bürgerliche Mittelstand der Deutschen, und das Zünglein an der Waage der Gesinnung schlug nach rechts oder links aus, je nachdem die wirtschaftlichen Verhältnisse des einzelnen günstiger oder weniger günstig waren. Die anonyme ״Masse“ der deutschen Juden hatte daher auch in Wirklichkeit mit all den Dingen, gegen die der Kampf des Nationalismus sich wandte, nichts — oder beinahe nichts — zu tun und ein einzelner Jude sprach die Ucberzeugung aller aus, als er bei Verhängung der Schutzhaft, aufgefordert, Vergehungen einzugestehen, antwortete: ״Ich bin mir des einen Vergehens bewußt, als Jude geboren zu sein!“ Auch die völlige Kopflosigkeit der deutschen Judenschaft einschließlich ihrer Führer während der ersten Etappe der nationalen Revolution war Ausdruck der vorherigen Unbekiimmertheit von Menschen, die sich sagten: ich bin mir keines Vergehens bewußt. Demnach wäre also der Angriff des neuen Deutschlands gegen die Juden ein verhängnisvolles ״Mißverständnis“ gewesen und die Faust, die ausholte, um alles zu zerschlagen, was der Idee eines neuen Deutschlands im Wege stand, hätte die Juden in jeder Hinsicht zu Unrecht getroffen? Diese Frage zwingt zu einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die letzten 120 Jahre. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren die Juden in Deutschland wie in allen anderen Ländern Europas völlig rechtlos. Der Grundsatz Friedrichs des Großen, daß die ״Religionen alle tolerieret werden müssen“, wurde von ihm selbst keineswegs auf die Juden angewandt. Im Gegenteil stellte das ״Revidierte General-Privilegium und Reglement vor die Judenschaft“ vom Jahre 1750 eine Stabilisierung der Rechtlosigkeit der Juden Preußens dar. Nur einer kleinen privilegierten Plutokratie war die Möglichkeit zu einem menschenwürdigen Dasein gegeben. Es bedurfte eines sich übet ein halbes Jahrhundert Mnziehenden Kampfes um die

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