Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1933)
- Date
- 1933-05-19
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 207 Nr. 40. 19. V. 1933 Briefe an die Redaktion Kindererziehung in Palästina Beth-Sefer Rcali Ivri Haifa, 9. Mai 1933. Redaktion der ,Jüdischen Rundschau“ Sehr geehrte Redaktion, Ich habe vor etwa einem Jahre in Ihrer Zeitung (Nr. 42 vorn 27. Mai 1932) über Erziehung jüdischer Kinder aus Deutschland in Palästina geschrieben. Es war nicht das erste Mal, daß ich es tat. Sie wissen, wie lange ich schon für diesen Gedanken geworben habe. Es ist traurig, daß all mein Werben kaum Erfolg gehabt hat. Wie die Dinge nun heute stehen, halte ich es für meine Pflicht, den vielen Freunden, die mich in Deutschland kennen, zu sagen, daß ich alles daran setzen will, ihnen in dem wohl für sie schwersten Problem zu Hilfe zu kommen. Ich weiß, daß ihre und auch unsere Möglichkeiten beschränkt sind. Wir haben in den letzten Jahren uns — vielleicht glück* lichcrweise — fast ganz auf uns selbst stellen müssen. Das beschränkt natürlich unsere Möglichkeiten. Trotzdem wollen wir das Aeußerste tun, um helfen zu können. Die Schule hat gerade im letzten Jahre daran gehen können, ihre grundlegende Einstellung in die Wirklichkeit um* setzen zu können. Sie wollte ja immer in die höhere Schule Berufsbildung hineinbauen. Es ist ihr nun gelungen, in diesem Jahre eine Abteilung für Wirtschaftsbeamte sich anzugliedern. Kinder, die etwa die Bildung von 4 Gymnasialklassen haben oder eine Volksschule mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen haben, können sich als Beamte für private oder öffentliche Betriebe vorbereiten. Unsere Freunde sollen wissen, daß ein tüchtiger Berufsbeamtenstand von gut geschulten, menschlich und technisch absolut zuverlässigen, die Landessprachen, vor allen Dingen natürlich Hebräisch gut beherrschenden Beamten für Palästina heute ein ungeheures Desiderat ist. Die Schule hofft, zusammen mit dem Technikum eine höhere Schule für Handwerker noch in diesem Jahre zu eröffnen, die, etwa auf derselben allgemeinen Bildung fußend, die für Wirtschaftsbeamte vorausgesetzt wird, die allfemeinc Bildung fortsetzen und dabei in einem sorgfältigen räining zu einem guten Handwerk vorbereiten soll. Ich darf vielleicht auch in diesem Zusammenhänge die Hoffnung aussprechen, daß die Schule in nicht allzu ferner Zeit eine landwirtschaftliche Abteilung eröffnen kann, die mit höherer Bildung praktische und theoretische ]andwirtschaftliche Schulung verbinden soll und junge Menschen sowohl praktisch für die Landwirtschaft, als auch evtl, für eine Fortsetzung ihrer Studien in dem Agricultural Institute der Universität oder in einem Agricultural College der Welt vorbereiten soll. Das ist ein Unternehmen, dessen Ausführung noeh nicht absolut sichergestellt ist Vielleicht wird die fürchterliche Not dieser Zeit uns helfen, diesen für Palästina, aber auch gerade für deutsche Juden in diesem Moment so wichügen Plan schneller in die Wirklichkeit umzusetzen. ’ Aber wie dem auch sei: ob man Kinder zu uns oder nach Ben-Schemcn oder nach Nahalal oder wohin auch immer sendet, jüdische Eltern in Deutschland sollen wissen, welches Glück sie ihren Kindern schaffen, wenn sie ihnen die Möglichkeit geben, Jhier in Palästina ihre Erziehung zu finden. Diese junge jüdische Generation soll als eine Generation freier, unabhängiger, volljüdischer Menschen heramvachsen. Das kann ihnen Palästina geben, und jüdische Eitern sollten alles daran setzen, daß ihre Kinder hierher kommen, auch wenn sie selbst nicht kommen können. Ich habe der ^V. f. D. Einzelheiten über die Aufnahmebedingungen mitgeteilt. Eltern, die an diesen Fragen interessiert sind, werden dort erste Nachrichten bekommen und sich dann am besten direkt mit uns in Verbindung setzen. Mit ergebenem Gruß Dr. Arthur Biram, Direktor der Hebräischen Realschule in Haifa. P. O. B. 20, Hadar Hacarmel. * Seltsame ״Beratungsstelle" Zentralstelle für jüd. Wirtschaftshilfe Berlin N24, den 15. Mai 1933. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Sehr geehrte Redaktion, Auf den Brief ״Seltsame Beratungsstelle“ in Ihrer Nr. 33 vom 12. 5. 33 bitten wir um Aufnahme folgender Erwiderung: Der Einsender der Briefnotiz ״Seltsame Beratungsstelle“ hat einen Fragebogen der Aerztekammer mit dem späteren Fragebogen der kassenärztlichen Vereinigung verwechselt. Auf dem Fragebogen der Aerztekammer stand nur ״deutschstämmig — fremdstämmig“. Wir haben solchen Kollegen, die infolge ihrer Stellung zum Deutschtum Bedenken trugen, sich freiwillig als ״fremdstämmig“ zu bezeichnen, geraten, die Bezcichnting ,,Deutsche jüdischen Glaubens“ zu wählen. Mit diesem Rat haben wir uns vollkommen in ■dem Rahmen unserer politischen Neutralität gehalten, da es ja jedem ärztlichen Kollegen freistand, anders zu antworten. Wir finden eine solche Polemik in heutiger Zeit seltsam. Wer in dieser Zeit schwerster jüdischer Not es immer noch nicht gelernt hat, alle innerpolitischen jüdischen Fragen zurückzustcüen und gemeinschaftlich für unsere notleidenden jüdischen Kollegen einzutreten, dürfte viel mehr als wir die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben. Wir halten es für richtig, daß Kollegen, die gegen irgend■ einen Rat von uns Bedenken haben, sich vorher mit uns besprechen, ehe sie derartige Notizen den Zeitungen einsenden. ״Mut und Bekenntnis“ nehmen wir für alle die Kollegen in Anspruch, die mit uns freiwillig־ und ehrenamtlich und ohne Sonderinteressen arbeiten. In vorzüglicher Hochachtung Dr. Ahron, Beratungsstelle für Aerzte. V Zu diesem Brief der im Wesentlichen bestätigt, Was unser Einsender behauptet hat, äußert sich Dr. Salonon, dem wir das Schreiben vorgelegt haben, wie folgt: Die Bedeutung einer Hilfsarbeit ist heute leider nicht zu bestreiten und die Tätigkeit der Männer, die sie leisten, gewiß anzuerkennen. Aber darüber hinaus beseelt uns alle — und nur das kann uns als Juden erheben und die Zeit sinnvoll ertragen lassen — das Bewußtsein unseres Judentu ms und der Neuaufbau der jüdischen Gemeinschaft. Und darum ist es gerade in heutiger Zeit falsch und unerträglieh, von ״neutralem“ Standpunkte aus genau so wie früher innerjüdischen Fragestellungen atismweicnen, anstatt sie einer gemeinsamen einheitlichen Lösung zuzuführen. Aber dazu bedarf es allerdings einer geistigen Umstellung und echter innerer jüdischer Wandlung. Es kam mir darauf an, an einem Beispiel nachzuweisen, daß der Prozeß der Selbsterkenntnis bei unseren jüdischen Gegnern noch nicht so weit wie wünschenswert gediehen Ist. Nur auf diesen Nachweis kam es mir an, und er ist zweifellos erbracht. Und wie ich auch aus Gesprächen mit Kollegen erfahren habe, ist die Empfehlung der jüd.-ärztlichen Beratungsstelle von vielen auf beide Fragebogen angewandt und nicht nur schriftlich auf An unsere Abonnement Um eine Unlerbrediung in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" zu vermelden, bitten wir diejenigen Abonnenien, die Ihr Abonnement für Jaul noch nicht bezahlt haben, den fälligen Abonnemenftbeirag umgehend au überweisen, bezw., die ihnen in den nfichslen Togen zugehenden Nachnahmen prompt elnxuldicn. Expedition der ״Jüdischen Rundschau" Berlin W15, MeinekeslroSe 10 Postscheckkonto; Berlin Nr. 17372 Anfrage weitergegeben worden, sondern sie soll sich auch herumgesproclien haben bei jüdischen Aerzten, die sich auch schon früher einwandfrei ״jüdisch“ gefühlt haben. Eine von einer jüdischen Beratungsstelle ausgegebene Parole mußte unter heutigen Umständen bei der Alternative ״deutschstämmig — fremdstämmig“ doch in jedem Falle ״jüdisch“ lauten, das wäre nicht ״neutral“, auch nicht der Wahrheit zuwider, sondern würdig und richtig gewesen. Es wäre dringend wünschenswert, jetzt alle Arten von Mimikry beiseitezulassen und sich in der Not in einer gemeinsamen jüdischen Front zusamrnenzufinden, sich nicht nur mutig zur ״Arbeit“ zu bekennen, sondern sich ganz und gar einzusetzen fürs ganze ungeteilte Judentum. Hochachtungsvoll Dr, E. Salomon. * ״Arbeit adelt" Hörstein, den 10. Mai 1933. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin. Sehr geehrte Redaktion! Zu dem Schreiben von Rudolf Ltifadsky ״Arbeitender Jude verschafft sich Respekt“ in Nr. 38 der ״Jüdischen Rundschau“ möchte ich folgende in der gleichen Richtung liegende Erfahrung anfügen. Mein Bruder und ich hatten mit einer führenden Persönlichkeit einer Gruppe der NSDAP, einen Disput über die Judenfrage. Unter all den bekannten Anwürfen gegen Juden — ״selbstverständlich“ sollten sie auf uns ״persönlich“ keine Anwendung linden — befand sich auch die, daß Juden keine körperlichen Arbeiten leisten und nur die ״Ausbeuter“ des Handarbeiters seien. Wir wiesen nun, 11m den ersten Teil dieser Anschuldigung zu widerlegen, auf den Aufbau Palästinas hin, der doch nur durch außerordentliche körpcrliche Leistungen der Juden — auch deutsche Juden waren dabei — gelingen konnte. Wir erwähnten, daß sich in Deutschland junge Juden als Landwirte, Handwerker und sonstige Arbeiter ausbilden, um nach Palästina auszuwandem. Darauf die Antwort: ״Ja, davon hörten wir auch schon. Und vor diesen Juden haben wir Respekt. Diese brauchten nicht auszmvandcrn, sie würden auch in Deutschland Platz haben.“ Wenn diese Aeußerung auch nicht als offiziös gilt, so zeigt sie doch, daß in weiten Kreisen sich noch der alte jüdische Grundsatz bewährt: ״Hamlacbah m’chabedeth ba’aleha.“ (״Arbeit adelt den, der sie tut.“) Hochachtungsvoll Michael Berlinger. Sterbefall. Mitten in diesen schweren Tagen, die uns der April dieses Jahres gebracht hat, ist einer der ältesten Berliner Gesinnungsgenossen, der Kaufmann Isidor Eng-!ander, seiner Familie und der größeren zionistischen Familie entrissen worden. Als junger Mann ist er aus Wien zu uns gekommen, noch zu der Zeit, wo ״Jung-Israel“ als Vorgänger der ״Berliner Zionistischen Vereinigung“ wirkte. Von Anfang an und bis zu den letzten Wochen hat er sich unermüdlich mit einer großen Begeisterung und uneigennützigen Hingebung und einem geradezu glühenden Temperament für die Sache des jüdischen Volkes und seiner Heimat eingesetzt, ln allen Berliner zionistischen Arbeiten, vor allem auch in der Jüdischen Volkspartei und in den Organisationen um die Rykestraße und auf dem Prenzlauer Berg war er eifrig tätig, Isidor Engländer hat auch seiner Familie den Zionismus unverweikbar cingepflanzt. Ehre dem Andenken des aufrechten Mannes und unerschrockenen^uden. JÜDISCHES VOKABULAR (Siehe die Notiz ״Fiir unsere neuen Leser“ an anderer Stelle der heutigen Nummer) jewish Agency: die zu 50 aus Zionisten und zu 50 ״/״ aus Nichtzionisten bestehende Organisation, die gemäß Art. 4 des Völkerbund-Mandats berufen ist, mit der Palästina-Regierung in allen die jüdische Bevölkerung betreffenden Angelegenheiten zusammenzuarbeiten. Die ewish Agency hat ihren Sitz in London und ihre ״P a - ästiri a-Exekutive“ in Jerusalem. Der letzteren untersteht auch die Leitung des zionistischen Kolonisationswerkes. Waad Leumi: Nationalrat der palästinensischen Juden, leitendes Komitee der Knesseth Jlsrael: Gesamt-Gemeindeorganisation der palästinensisclien Juden, von der Regierung anerkannt. Assefath Nlwcharlm: Delegierten-Versammlung der palästinensisclien Juden, eine Art Parlament der Knesseth Jisrael, das auch den Waad Leumi wählt. Keren Hajessod: Palästina-Grundfonds, das Hauptfinanzinstril* ment der Jewish Agency für Kolonisation usw. Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationai-Fonds): Fonds zum Erwerb palästinensischen Bodens als unveräußerliebes jüdisches Volkseigentum. Jischuw: die Gesamtheit der in Palästina lebenden Juden. Chaluz: Arbeiter-Pionier, der sich außerhalb Palästinas für physische Arbeit vorbereitet und später in Palästina als Arbeiter lebt. Hachscharah: technische Vorbereitung für Palästina. Alijah: Einwanderung nach Palästina (wörtlich ״Aufstieg“). Olch: der Einwandernde, Mehrzahl Olim. Tarbuth: Kultur, besonders hebräische Kultur. Moschaw: Baucrnsiedlung aus Einzelwirtschaften mit kooperativen Einrichtungen. Moschawah: Privatwirtschaftliche Siedlung (meist Pflanzungs- Wirtschaft). Kwuzah: Genossenschaftliche Siedlung mit kollektivistischer Lebensform. HECHALUZ Die Mitglieder des Deutschen Hechaluz, di« in diesem Frühjahr und Sommer nach Palästina gehen, sind in einer Alijah-Gruppe organisiert, die den Namen Achduth (Einheit) führt. Diese Alijah-Gruppe umfaßt heute etwa 559 Chaluzim und Chaluzoth, von denen ca. 150 mit den Schiffen am 24. und 31. Mai von Triest abreisen. Der größte Teil vor» ihnen entstammt .Tugendbünden, 75 ״/״ dem ״Haboaira noar chaluzi“, die übrigen entstammen dem Arbeitskreis Berlin, dem Makkabi Hazair oder sind vorher in Jugendbünden nicht organisiert gewesen. Die Alijah-Gruppe hat versucht, olle ihre Mitglieder in verschiedenen Kreisen innerhalb Berlin« und in Ortsgruppen zu erfassen. Auf den Zusammenkünften beschäftigte man sieh in erster Linie mit den Fragen der Einordnung in Palästina und allen anderen aktuellen palästinensischen Fragen. Um alle, die auf Arbeiterzertifikate nach Palästina gehen, zu erfassen, wurde eine Reihe von Veranstaltungen gemacht, um ihnen den Weg der Einordnung als organisierte Arbeit® in Palästina zu erleichtern. Wir machen alle Interessenten auf unsere Sprechstunden, di« täglich von 3—-5 Uhr für Arbeitereinwanderer im Hechaluz, Meinekestr. 10, abgehalten werden, aufmerksam. Um auch den Bedürftigen ausreichende Ausrüstung 'ftf die Ueberfahrl zu verschaffen, hat sich die Berliner Zit»* nistische Vereinigung in dankenswerter Weise für uns eingesetzt. Leider ist es uns bisher noch nicht gelungen, genügende Ausrüstungen für alle unsere Menschen zu De* schaffen, und wir bitten daher die gesamte jüdische O elfe nt* lichkeit, uns mit Ausrüstungsspenden zu unterstützen. Die ersten zwei Sammeltransporte von Ber* lin nach Triest gehen am 22. und 20. Mai von Berlin ab. Die Teilnehmer dieser Transporte erhalten eine Bahnermüßigung von 25 °0. Anmeldungen müssen umgehend aü den Hechaluz eingereicht werden. Die Spaltung im Revisionismus. Der Verband deutscher Zionisten-Revisionisten teilt uns mit, daß er sich neu konstituiert hat. Der Vorstand besteht aus den Herren Richard Licht heim als Vorsitzendem, Dr. Justus S chloss ־und Ernst Hamburger. Das Büro befindet sich Berlin-Chirlottenburg 2, Joachimstlialer Str. 3. Die Neuorganisation erfolgte, nachdem die bekannten Differenzen innerhalb der Union zu einer Trennung der beiden Richtungen geführt 11aben. Der Verband deutscher Revisionisten hat sieh also v 0 fl der Führung־ J abotinskvs i o s g e s a g t und untersteht der gegenwärtigen revisionistischen Exekutive in Lon־ don, er umfaßt die in der Zionistischen Organisation verbliebenen Revisionisten. Tcl-Awiv, 18. Mai. (J.T. A.) Das frühere paläsfinensische Zentralkomitee der Revisionisten, das sich der Jabotinskv-Richtung angeschlossen hat, ist vom Exekutivkomitee der Weltunion für aufgelöst erklärt worden. Der Leiter des Welt-Exekulivkomitees, Meir Großmann, ist in Palästina eingetroffen, um persönlich den Kampf gegen die Jabotinsky-Richtung zu führen. Ephraim Cchn-Reiß. Am 22. Mai begeht Ephraim Cohn- Reiß seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der jetzt in Berlin lebt, hat sich vor dem Kriege als Organisator und Leiter des palästinensischen Schulwerks des ״Hilfsvereins der deutsehen Juden“ einen Namen gemacht. Trotz schwerer Differenzen mit den Zionisten, die besonders in dem ״Sprachenkampf“ zum Ausdruck kamen, muß anerkannt werden, daß er einer der Bahnbrecher der modernen hebräischen Er- Ziehung in Palästina gewesen ist. Ursprünglich Leiter der Lämelschule, gelang es ihm, den Hilfsverein, insbesondere Paul Nathan, für seine Pläne zu gewinnen. Mit Hilfe dieser Organisation baute er ein gewaltiges Erziehungswerk auf, dessen bedeutendste Institution das Lehrerseminar in Jeni- Salem war. Ehemalige Abiturienten dieser Anstalt (J. Burla, Dr. Sukenik, Richter Lebanon, Abadi, Dr. Riwlin u. a.) wenden sich in einem Aufruf an alle früheren Schüler und erbitten Beiträge für einen Jubiläumsfonds, der im Sinne des Jubilars für einen pädagogischen Zweck verwendet werden soll. PalMsÜnakursus. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet an vier Abenden einen einführenden Palästina» kursus für alle, die noch nicht wissen, aber wissen wollen, wie Palästina beschaffen ist, wie cs aussieht, was Juden in Land und Stadt geschaffen haben, und wie das Aufnauwerk geleitet und organisiert wird. 1. Abend, 24. Mai: Geographie Palästinas, Referent: Dr. Martin Band mann; 2. Abend, 29. Mai: Jüdische Stadt und industrielle Entwichlung, Referent: Dr. Georg Landauer; 3. Abend, 7. Juni: Landwirtschaftliche Kolonisation, Referent wird noch bekanntegeben; 4. Abend, 12. Juni: Die zionistische Bewegung als chöpferin des jüdischen Palästinas, Referent: R.-A. Benno Cohn. ~~ Der Kursus findet im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, statt. Beginn 9ג'י Uhr abends pünktlich. Eintritt 20 Pf. pro Abend. Berliner Zionistische Vereinigung. Konzert jüdischer Musiker. Zu einer ״Gemeinschaft jüdischer Musiker“ haben sich in Berlin erwerbslose jüdische Künstler zusammengeschlossen. Die ersten fConzerte finden am 22. 5. und 29. 5, 1933 in der Synagoge Prinzregentenstraße unter Mitwirkung von Solisten statt. Die Leitung haben Michael Taube und Dr. Kurt Singer. Das Programm des ersten Konzertes enthält: Iphtgenie-Ouvertiire von Gluck. Chöre von Schubert und Haydn, Chor und Arie aus Handels ״Judas Maccabäus“, Beethoven; 5. Sinfonie. Verkaufsstellen und Bestellungen: Rosenstr. 2/4 (Zimmer 15), Oranienburger Str. 31 (bei Dr. Schwarz), Kant- Straße 158, 2 Tr. links, Emser Str. 42/1V, Meinekestr. 10TI und am Abend des Konzertes in der Prinzregentenstraße, Preise: 1, 2, und 4 M. Die Volksbank Iwria e. G. m. b. H., Berlin N 54, Rosenthaler Str. 55, hat im Zusammenhang mit dem Ausbau ihrer Treuhandabteilung die Gründung einer Inkassoabteilung zum Zwecke der Einziehung von Forderungen beschlossen. Alle Interessenten werden gebeten, sich umgehend mit der Bank in Verbindung zu setzen. ״Ja - Sagen zum Judentum!11 2 Vortrlge v. Rabl». Dr. Joachim Prinz Montag, den 88. Mal 1933, SO Uhr pünktlich ln dar Aula der Schule KalaeratraSe *• 30 Dienstag, den 83. Mal 1933, 80' ׳ Uhr pQnktllch QroBer Saal der Lege Klelststr. 10 Berliner Zionistisch• Vereinigung Sruppe PrfodrlchthBln Oruppo SavIgnypiMc