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Jüdische Rundschau · 1933-05-12 · Heft 38 (12.5.1933) · p. Seite 192

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 38 (12.5.1933)
Date
1933-05-12
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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Seite 190 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 12, V. 1933 Es 11, ißt, daß des Dichters ״Junger David“ bereits druckfertig vorliegt; so ein Werk könnte wahrscheinlich als jüdisches Drama gewürdigt werden, auch wenn seine Verse in deutscher Sprache erklingen. Warum soll ein deutsches Publikum, in vollem Bewußtsein der Distanz, nicht Werke dieser Art ebenso auf sich wirken lassen, wie Meisterwerke nichtdeutscher Dichter aus allen Völkern? Im neuen deutschen Staat hat die deutsche Kunst und Dichtung volle Möglichkeit ihrer Entfaltung, sie hat die jüdische Konkurrenz und Einmischung nicht zu fürchten. Gerade darum kann sie weitherzig auch gegenüber den Juden sein. Dies ist die Chance, die wir für eine Entwirrung des komplizierten Judenpunktes in der Kulturpolitik des neuen Deutschland sehen. Gerechte, objektive Würdigung im vollen Bewußtsein der Distanz ist gerade dann am Platze, wenn die ״Ausgliederung‘‘ der Juden aus dem Deutschtum völkisch restlos vollzogen ist, so daß der von dem nationalen Deutschtum abgelehnte Einbruch jüdisehen Wesens nicht mehr 2u fürchten ist. Die Voraussetzung einer solchen vornehmen Lösung ist freilich, daß man nicht alles Jüdische grundsätzlich als minderwertig verwirft. Dr. Goebbels sprach in seinen Reden öfter von der ״jüdischen Asphaltpresse“ und ihrer Literatur, für die wir keinen Anlaß haben, geistig zu plädieren. Aber diese ,,Asphalt“produktion ist nicht das Judentum. Wie stellt man sich zur jüdischen Gemeinschaft als Ganzem, zu dem geschichtlichen Volk der Jaden? Wir können nicht annehmen, daß in dieser Hinsicht die Regierung die Theorien des Hammerverlags oder die in den Broschüren von Dr. von Leers vertretenen Anschauungen akzeptiert. Diese Frage ist für uns aber die brennendste, sie ist vor allem unausweichbar auf dem Gebiet der Kultur- und Schul- Politik. 4 Was werden deutsche, was werden auch jüdische Kinder in deutschen Schulen über das Judentum lernen? Innenminister Fr ick hat in seiner Rede vor den Kultusministern der Länder am 9. d, M. angekündigt, die Regierung beabsichtige, Rassenkunde als ein Unterrichtsfach in den Schulen einzuführen. Nach seinen Anweisungen soll die ganze Geschichte und Kulturgeschichte unter dem Rassengesichtspunkt betrachtet werden. Es ist hier selbstverständlich weder der Ort, noch die Möglichkeit, in den Gelehrtenstreit über Rassentlieorie einzugreifen. Es handelt sich ja hier nicht um wissenschaftliche Erörterungen, sondern um Riehtlinien einer Kultur- und Schulpolitik. Wir Juden haben auf die Gestaltung dieser Dinge keinen Einfluß, und wir haben die Richtlinien als Tatsache hinzunehmen. Aber so wie der ״Nichtaricr“-Paragraph in den Gesetzen im wesentlichen ein Judenparagraph äst, so könnte auch die Rassenkunde in den Schulen in der Praxis ein Mittel der Distanzierung vom Judentum werden. Minister Frick sagte über das Programm des rassenkundlichen Unterrichts: ״Dabei ist zu beachten, daß die Belehrung nicht bei äußerlichen Unterschieden stohenblribt, sondern daß, dem wachsenden Verstehen angepaßt, gerade auch die seelisch en Unterschiede, wenigstens in der. Grund- Zügen, aufgezeigt werden. Das ist nicht nur für das Verständnis der Eigenart der deutschen Stämme wichtig, sondem beinahe noch mehr für das Verständnis der Völker, zu denen wir unmittelbare Beziehungen haben. Dabei ist von einer gehässigen Beschimpfung f r c m - der Rassen grundsätzlich ab zu sehen. Notwendig ist vor allem der Nachweis der schädlichen Folgen der Rassenverschiechterung und die stete Betonung der Forderung unserer völkischen Zukunft, daß die Ueberfremdung deutschen Blutes mit fremdrassigem, vor allem jüdischem und farbigem Blut, unbedingt verhindert werden muß.“ Der Hinweis darauf, daß neben den anthropologischen auch die ,,seelischen Unterschiede“ aufgezeigt und in diesem Zusammenhang auch vor der Vermischung mit jüdischem Blut gewarnt werden soll, eröffnet die Möglichkoit antisemitischer Propaganda im Schulunterricht. Erfreulicherweise erklärte der Minister, es sei von einer gehässigen Beschimpfung fremder Rassen grundsätzlich abzusehen. Aber auch ohne gehässige Beschimpfung wird der Eindruck der M i n d erw er t i gk e i t der jüdisehen Rasse (man beachte das Wort ״Rassenverschlechterurig“) bei diesem Unterricht entstehen können. Man muß bedenken, wie einem jüdischen Kind, das an diesem Unterricht teilnimmt, zu Mute sein muß. In den Schulen wird künftig der Leistung der nordischen Rasse ein besonderer Raum im Unterricht eingeräumt werden. Wir Juden bewundern die unvergänglichen geschichtlichen Taten der nordischen Rasse, ihre Staatengründungen, ihre Dome, ihre Dichtung und Musik. Wir glauben nicht, daß nur Rassenverwandtschaft auch die Garantie einheitlicher politischer Haltung gibt: im Weltkrieg kämpften Deutsche gegen Angelsachsen und waren mit Türken verbündet; heute findet man im nordischen Skandinavien weniger Verständnis für Deutschland als im mediterranen Italien. Politische Grenzpfähle können unter Umständen stärker sein als Rassenverwandtschaft und können auch rassisch heterogene Elemente zusammenschmieden; die Juden, die im Weltkrieg in den Heeren aller Völker kämpften, sind ein Beispiel dafür. Aus Rassengründen sollte daher niemand im Staate in seiner bürgerlichen Stellung benachteiligt werden. Aber wenn man die Rassenkunde als Grundlage der Kulturbetrachtung nimmt, dann sagen wir als Juden, als Erben uralten Hintes, daß auch wir nicht zurückstehen werden. Wir könnten uns vorstellen, daß eine deutsche Schule, die genau nach den Anforderungen des Ministers Frick verfährt, auch dem jüdischen Wesen gerecht werden könnte. Mit allem Nachdruck könnte die Leistung der nordischen Rasse gerühmt, aber auch die des jüdischen Volkes mit Respekt erläutert werden. Aus solchem Unterricht könnte für deutsche und jüdische Kinder reicher seelischer Gewinn strömen; es wäre Gelegenheit, im Rahmen des Schulunterrichts eine Eigenschaft zu pflegen, die vielleicht ebenso wichtig ist wie Rassenstolz, nämlich Ritterlichkcit, Fairneß, das auch einem germanischen Volk eigene Prinzip des Gentleman-Ideals, das sich dort bewährt, wo man mit Fremdem, Andersgeartetem zusammentrifft. Solange man meinen mußte oder meinen konnte, von jüdischem Wesen als Verfälschung des Deutschtums bedroht zu sein, war ein solcher Ausgleich psychologisch schwierig. Wenn aber jeder das Ist, was er wirklich Ist, kann mit dem Selbstbewußtsein und dem Stolz auf die eigene Art eine entgegenkommende Haltung dem anderen gegenüber verbunden werden. Das wäre ein besonderer Gewinn, der sich wohl nirgends so zwanglos erreichen ließe als im Rahmen des rassenkundlichen Unterrichtes, dessen Einführung bevorsteht. Wir Juden aber haben die Pflicht, dies zu ermögliehen, indem wir unsere Kinder zu aufrechten Juden erziehen. Wir wollen keinen Rassenhochmut bei unseren Kindern züchten, aber wir müssen ihnen, wenn ihr Charakter nicht verkrüppeln soll, jüdisches Selbstbewußtsein geben, natürlichen Stolz auf ihre eigene Art; dies ist in der nächsten Periode die wichtigste aller Aufgaben für alle jüdischen Institutionen. Wir werden damit, und nur damit, auch dem neuen Deutschland einen Dienst erweisen; den einzigen, den wir von uns aus ehrlicherweise dem Vaterland heute zu bieten haben. Palästina Zuflucht getaufter Juden? Die katholische ״Bayerische Volkszeitung“ vom 4. Mai bringt nachstehende Nachricht aus Rom: ״R 0 m, 3. Mai (Eig. Bericht.) Aus Jerusalem ist bei den kirchlichen Stellen eine bemerkenswerte Nachricht eingelaufen, die die Gründung einer ganz besonderen Kolonie von Juden betrifft. Es handelt sich nämlich um die Schaffung ejner Niederlassung von Juden aus Deutschland, die nicht mehr dem mosaischen Bekenntnis angchören, sondem getauft und zum Christentum übergetreten sind. Da bekanntlich der Nichtarier-Paragraph sich so auswirkt, daß bis in die dritte Generation zurück der Uebertritt zum Christentum nicht von seiner Anwendüng befreit, hat sich bereits eine Kolonie von ISO Personen jüdischer Rasse, aber christlichen Bekenntnisses angesammelt, die in St. Johann Montana,_ Heimat des Täufers, angesiedelt werden sollen. Im jüdischen Lager selber sind die Meinungen darüber geteilt, ob der Religionswechsel zum Verlust der Rassenzugehörigkeit führe. Um Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen, werden nun die Juden, die Christen geworden sind, an einem Platz fern von Tel-Awiw, der Zentrale des Zionismus, angesiedelt. Die aus dem Judentum hervorgegangenen Christen gehören zur Hälfte der katholischen, zur Hälfte der evangelischen Konfession an. Die katholisch Getauften haben eine Missionssektion gegründet, die Mittel für die Propaganda Fide beschafft.“ Wir können die Richtigkeit dieser Nachricht itn Moment nicht nachprüfen. Wenn sie in dieser oder ähnlicher Form zutrifft, handelt es sich wohl um ein besonderes Kuriosum unserer Zeit. Vielleicht rechnen diese getauften Juden damit, daß die christlichen Kirchen, die ein Interesse an Verstärkung ihrer palästinensischen Position haben, sich ihrer annehmen werden in einem Moment, wo die deutsche Gemeinschaft diese Menschen, die der jüdischen Gemeinschaft den Rücken gekehrt haben, ausschließt. Auf Grund welcher Einwanderungsbestimmungen diese Einwanderer ins Land gekommen sind, wird gleichfalls nicht mitgeteilt. Vielleicht steht der erwähnte Plan in Zusammenhang mit einer Aktion, über die die JTA. wie folgt berichtet: Jerusalem, 8. Mai. (J. T. A.) In Südpalästina soll demnächst eine landwirtschaftliche Siedlung von Judep- Christen geschaffen werden. Im Auftrag der Hebrcw Christian Alliance hat Sir Leon Levison soeben einen Kaufvertrag über ein Gebiet von etwa 2000 Dimam, das zwischen der Stadt Gaza und dem britischen Lufthafen gelegen ist, abgeschlossen. Verhandlungen wurden auch über den Ankauf anderer Grundstücke gepflogen. Die Judenfrage in Danzig. Aus London meldet Tel.- Union: Der Völkerbundskommissar Rosting wurde, wie ״Evening Standard“ meldet, während seines Londoner Aufenthalts von Führern der Londoner Juden über die Lage der Juden in Danzig nach dem voraussichtlichen nationalsozialistischen Wahlsiege am 28. Mai befragt. Rosting habe erklärt, daß eine unterschiedliche Behandlung jüdischer Bürger in Danzig nicht in Frage komme. Dazu bemerken die ״Danziger Neuesten Nachrichten“: Von den Führern der Danziger Nationalsozialisten ist immer wieder betont worden, daß" sie sich stets an die Danziger Verfassung, nach der die Juden als Staatsbürger die gleichen Rechte in Danzig haben, halten und die jüdischen Staatsbürger in dieser Hinsicht nicht anders behandeln werden, als es verfassungsmäßig ist. Jede Verfassungsänderung bedarf bekanntlich der Zustimmung des Völkerbundsrates, so daß auch in dieser Hinsicht wohl alle Garantien gegeben sind. ״ Jeder Leser ein Werber — ״ schreibt uns einer unserer Abonnenten. Und Sie —? Der Monat Ijar bt der Werbemonat für die ״Jüdische Rundschau“. Elternversammlung des Jüdischen Schulvereins ln einer Elternversammlung der Schule des Jüdischen Schulvereins, Klopstockstr. 58, an der mehrere hundert Personen teilnahmen, wurde von der Leitung der Schule die neue Situation dargelegt, in der sich die Schule heute befindet. Infolge der politischen Verhältnisse hat die Schule plötzlich einen überaus starken Zulauf bekommen, und es entstand die Schwierigkeit, diese gewaltige neue Schülermenge in die Schule einzugliedern. Die Leitung der Schule stellte sich jedoch, wie die Leiterin Frau Nathan in überaus sympathischer und eindrucksvoller Weise auseinandersetzte, auf den Standpunkt, daß die Kinder die Hauptsache sind und nicht der Bürokratismus oder die technische Einrichtung, und so gelang es schließlich ihrer Euergie, auch die materiellen und organisatorischen Vorbcdingungen für die Unterbringung der bereits aufgenommenen Schüler zu schaffen. Unter den Eltern, die jetzt ihre Kinder in diese jüdische Schule schicken, sind viele, die bisher Sinn und Idee der jüdischen Schale nicht kannten oder ablclinten. Für sie in erster Linie war der Elternabend bestimmt, der Zweck und Wert einer jüdischen Schule zum Bewußtsein der Elternschaft bringen sollte. Man kann wohl den allgemeinen Eindruck der Zuhörer dahin zusammenfassen, daß dieser Zweck der Veranstaltung voll erreicht wurde. Der Appell der Verwaltung, den Schulverein durch Mitgliederwerbung und andere Zuwendungen materiell zu unterstützen, ist sicherlich auf einen fruchtbaren Boden gefallen, denn jeder Unvoreingenommene muß heute die unter schwierigsten Bedingungen geführte Pionierarbeit des Schulvereins würdigen. Das einleitende Referat hielt Dr. Elias Auerbach, der zunächst über das jüdische Bildungsziel sprach und die Bedeutung des Judentums-Unterrichtes in unserer Zeit darlegte. Der Vortragende wandte sich dann auch dagegen, daß bei der Neuorganisation schwere Fehler gemacht werden. Dazu führte er aus: Wer soll die jüdischen Schulen machen? Von grundlegender Bedeutung bei der Schaffung jüdischer Schulen ist die L e h r e r f r a g e. Die jüdische Schule darf kein Auffang für entlassene Lehrer werden. Unter diesen sind viele, die bis zu diesem Augenblick ganz unjüdisch eingestellt waren und ihr jüdisches Herz erst jetzt entdecken. So sehr wir alles Verständnis für die• Notwendigkeit haben, diesen entlassenen jüdischen Lehrern zu helfen, muh doch klar und offen ausgesprochen werden, daß ihre Versorgung Wohlfahrt$sachc ist. Die jüdische Schule aber dart kein Wohlfahrtsinstitut werden. Dagegen werden wir die jungen Kräfte heranzuziehen haben, für die das Jüdische Lebensaufgabe, Ideal, Ziel, Sehnsucht ist. Die Lehrer der alten Zeit mögen in Fächern, in denen das rein Sachliehe Hauptsache ist, beschäftigt werden, Mathematik oder Zoologie usw., aber die tragende Gesinnung im Unterricht muß die eines aur Kenntnis des Judentums beruhenden Selbstbewußtseins sein. Wenn durch diese Forderung Kämpfe entstehen sollten, so müssen sie mit zielklarer Energie durchgekämpft werden. Vor allem aber wird entscheidend sein, wer die Schulen leitet und ihren Geist bestimmt. Auch hier darf es keine Fragen der Anciennität geben, vielmehr muß das Entscheidende sein, daß Persönlichkeiten herangezogen werden, die von jüdischem Geiste erfüllt sind und die Gewähr dafür bieten, daß man ihnen eine jüdische Erziehung der kommenden Generation in die Hand legen kann. Wessen Aufgabe wird es sein, die neue jüdische Schule einzurichten? Aufgabe der Jüdischen Gemeinden? Ja! In erster Linie sind die jüdischen Gsmeinden dazu berufen und verpflichtet. Aber täuschen wir uns nicht: Hier steht uns ganz gewiß ein schwerer Katnpt bevor. Die Einrichtung jüdischer Schulen darf nicht in überalterten Anschauungen erfolgen. Die jüdische Schule selbst soll ja auch nicht nur der Auffang für die jüdischen Schüler werden, die aus anderen Schulen hinausgewiesen werden, oder denen das Verbleiben in diesen Schulen zur seelischen Llnrnöglichkeit gemacht wird, sondern sie soll positiv schöpferisch ein Erziehungswerk vollbringen. Das ist keine Aufgabe für ״Instanzen“ ״Dezernenten“, ״Referenten“. Das verlangt eine Durchdringung der Gemeinden und ihrer Schulorgane mit dem Verständnis für die großen lebensentscheidenden neuen Aufgaben, die der jüdischen Schule in Deutschland gestellt sind. Wird der ״JüdischeSchuIverein“ jetzt überflüssig werden? Nein und abermals nein. Er steht ganz im Gegenteil jetzt vor einer geschichtlichen Erweiterungseiner Aufgäbe und vor der Bewährung und Rechtfertigung seiner bisherigen Existenz. Gerade diese Vereinigung gesinnungsmäßig zusammenstehender, positiv jüdisch eingestellter Eltern muß und wird der wichtigste Faktor für den Aufbau des neuen jüdischen Schulwerkes werden. Diese Vereinigung, wie sie bisher durch den Jüdischen Schuiverein gegeben war, muß die Richtung ,weisen, muß vorwärtstreiben, muß kontrollieren und kritisieren und, wohl auch neben den Jüdischen Gemeinden, selbst beispielhafte neue jüdische Schulen schaffen. Die Entwicklung der nächsten Zeit wird dazu führen müssen, daß nicht nur der Jüdische Schulverein erweitert und ausgebaut wird, sondern daß überall in Deutschland neue jüdische Schulvereine aus dem Boden wachsen und in enger Anlehnung an Programm und Arbeitsmethoden des Jüdischen Schulvereins das große Werk in ihre Hand nehmen. Gemeinsame Aktion der jüdischen Genossenschaftsbanken. Die drei jüdischen Genossenschaftsbanken, die Volksbank Iwria e. G. m. b. H., Berlin N 54, Rosenthaler Str. 55, Volksbank Iwria e. G. m. b. H., Chemnitz, Poststr. 45, Volksbank Wratislawia e, G. m. b. H., Breslau, Ciartenstr. 64, haben im Interesse und auf Wunsch zahlreicher Kunden und Freunde der jüdischen Genossenschaftsbanken Spezialabteilungen für treuhänderische Vermögensverwaltung eingerichtet. Diese Abteilungen übernehmen: Einziehungen von Forderungen aller Art, Verwaltung und Verwertung von Grundbesitz, Verkaufs- Vermittlung von Warenlägern, Maschinen usw. — Die kostenlosen Beratungsstellen der Banken beraten jeden in Fragen der Vermögenslage, in Steuerfragen und sonstigen Angelegenheiten, die verbunden sind mit treuhänderischer Verwaltung bzw. Liquidierung von Eigentum. Japan als Auswandcrungsland? Wir erhalten folgende Zuschrift: Japans Bürger sind die rührigsten Menschen des Ostens. Sie streben nach Wcltbildung, Weltgeltung und Verbreiterung ihres Lebensraumes. Sie begrüßen daher jeden Westeuropäer, der ihnen wahre nutzbringende Kunde vom Wesen Westeuropas bringen und in verständlicher Weise übermittein kann, jüdische Aerzte, Anwälte, Ingenieure und Naturwissenschaftler, welche ihnen dieses geben können, sind gern gesehen. Es empfiehlt sich, den durch die jetzigen Verhältnisse in Deutschland brotlos gewordenen Akademikern diese Betätigungsaussichten vor Augen zu führen und durch Verhandlungen mit den zuständigen Stellen praktische Möglichkeiten zu schaffen. Besonders wertvoll kann deren Tätigkeit sein an den Kato-Gakko-Kollege«, Uebergangsanstaltcn für die Hochschulen. Im einzelnen orientieren darüber das Sonderheft ״Ostasien“ der deutschen Schule im Ausland und die Association of Foreign Teachers in Japan. -

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