Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 34 (28.4.1933)
- Date
- 1933-04-28
- Page
- Seite 171 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 34. 28 IV. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 171 Der Sport «Antisemitismus Daniel Prenn und der König von Schweden Wir haben in Nr. 32 über die Stellungnahme einiger englischer Sportsleute zum Fall Daniel Prenn berichtet. Bekanntlich hat Prenn im vorigen Jahre für Deutschland im Kampf um den Davis-Cup einen sensatbncllen Sieg errungen und wurde aus diesem Anlaß von der deutschen Oeffentlichkeit stürmisch gefeiert. Da Prenn aber Jude ist, wurde er von der Teilnahme an den diesjährigen Davis-Cup-Kämpfeii ausgeschlossen. Jeder Außenstehende muß, wie auch die ״Times“ schrieb, anerkennen, daß es von deutscher Seite richtig gehandelt ist, angesichts der allgemeinen Ausschaltung von Juden von repräsentativen Posten, nicht dort, wo es vielleicht Vorteile bringen könnte, sich eines Juden zu bedienen. Andererseits ist gerade im Sport allgemein eine besondere Fairneß und Kameradschaft int ernational üblich. Der König von Schweden, der vorige Woche in Berlin weilte, bekanntlich einer der passioniertesten Tennis- Spieler der Welt, ist, wie die Zeitungen berichteten, nach dem ihm vom Reichspräsidenten und Reichskanzler gegebenen Frühstück in die Tennishallen gefahren, um dort mit Daniel Prenn zu spielen. Dieses gewiß nur äußere Zusammentreffen zeigt( daß repräsentative Figuren von Völkern, die sicher rein nordischen Blutes sind, andere Auffassungen über sportliches Leben haben als heute in Deutschland maßgebend sind. Die Zeitungen bringen hierzu noch folgenden Bericht: Der Vorstand des Deutschen Tennis-Bundes trat am Sonntag anläßlich der Davispokal-Trainingsspiele zusammen und faßte zur Regelung der augenblicklich schwebenden Fragen bis zur endgültigen Entscheidung durch den Staatskommissar des Reiches einige wichtige Beschlüsse, die in erster Linie das Aricrproblem betreffen. Der Be- Schluß lautet wie folgt: 1. Die Frage der Zugehörigkeit von Nichtariern im Vorstand des Deutschen Tennis-Bundes ist dadurch erledigt, daß die bisher nichtarischen Mitglieder des Vorstandes und seiner Kommissionen ihr Amt niedergeldgt haben. 2. Die Aufstellung von Nichtariern für repräsentative Spiele (Davis-Pokal, Länderwettkärnpfe, Meden-Spiele) und für offizielle Verbandsspiele darf nicht vorgenommen werden. 3. Die Verbände und Vereine werden ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß die Nichtarier in führenden bew. repräsentativea Stellen bzw. Vorständen nicht verbleiben. 4. Die weitere Frage der Mitgliedschaft von Nichtariern in den Vereinen, ihre Betätigung bei Veranstaltungen und Ausübung des Sports sind den örtlichen Vcrhaltnissen anzupassen, bis zur Regelung durch den Staatskommissar, dessen Einsetzung durch die Regierung in Kürze zu erwarten ist. 5. Der Deutsche Tennisbund hält die Mitgliedschaft eines Vereins ausgesprochen jüdischen Charakters für nicht tragbar. Bei Neuaufnahmen von Klubs in den Bund bzw. in die Verbände oder von Personen in Klubs wird eine besondere Prüfung dahin notwendig sein, ob diese Einzelpersonen oder Klubs sich in marxistischer oder sonstwie staatsfeindlicher Weise betätigt haben. N4 A, SX/QLTV m ADI BAND Deutscher MaMcabtkreis Makkabi-Kimpfsplele. Vom 3. bi» 6. August 1933 veranstaltet der Makkabi-Weltverband unter dem Protektorat von Lord Mclcbett Mnkkabi-Kampfspiele in Ornauti (Rumänien). Der deutsche Malekabikreis plant eine Massenbeteiligung der deutschen Makkabim. Fr wird zu diesem größten jüdischen Sportereignis des Jahres eine starke Mannschaft in Fußball, Leirhtathletik, Turnen und Fechten nach Cernauti entsenden. In allen Vereinen ist mit der Vorbereitung der Mas3eniibungen, deren Ausarbeitung ihnen bereits zugesandt worden ist, zu beginnen. W₪₪₪₪K₪₪₪K₪₪KBB₪₪₪i Sonntag, den 30. April, vorm. 9 Uhr 0 RU N EWALD-SPORTPLATZ Klubkämpfe da« JOdlsehan Tum- und Sportclub Bar Kochba-Hakoah Leichtathletik-Fuß ball Abends 6 Uhr ״MAKKABI-STUHDE“ MAKKABISCHULE UNTER LEITUNG VON FELIX SIMMENAUER Eintritt: Erwachsene M.O.SO, Jugend!. M.0.25, Kinder M.0.15 Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Klopstockstr. 58 (am Bhf. Tiergarten), und Or. Hamburger Straße 27. Es wird in Nachmittags- resp. Abendkursen zweimal wöchentlich je 1 >,'2 Stunden unterrichtet. Außer den Anfängerkursen bestehen mehrere aufsteigende Stufen für Fortgeschrittene verschiedener Grade. Das Schulgeld beträgt monatlich 1 M. Es kann auf Antrag ermäßigt resp. ganz erlassen werden. — Wer Hebräisch lernen will, wird gebeten, sich an den Leiter der Hebr. Lehranstalt, N, Berggrün, Gruncwald, Trabener Str. 2 (Tel.: H. 5, Brabant 501, vorm. 8—9 Uhr, außer Sonnabend), telephonisch oder schriftlich unter Angabe der Vorkenntnisse zu ־wenden. Wir werden versuchen, allen Wünschen Rechnung zu tragen. — Sprechstunde: In der Schule, Große Hamburger Str. 27, Montag und Mittwoch, 18—18.30 Uhr. In der Schule, Klopstockstr. 58, Dienstag und Donnerstag, 18-18.30 Uhr. Kursus für Psychotherapie. Herr San.-Rat Juliusburger, Berlin, Mcinekestr. 3, Bismarck 4131, hat sich bereit erklirt, einen kostenlosen Kursus über Heilpädagogik und psychotherapeutische Fragen für jüdische Studenten abzuhalten. Interessenten wollen sich direkt an den Genannten wenden. Gottesdienste. Freitag, den 28. April, abends: Tn den Synagigen mit altem Ritus und Ahervcrsorjjungsanstaltcn: 7-30 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus (außer Syn. Rrinzregentensfraße) und Syn- Schmargendorf (Altersheim): 7 Uhr; Syn. Prinzregentenstraße: 7.15 Uhr. Predigten: Syn. Fricrlen-.tempel: Ftr. Prinz; Syn. Schmargcnclorf: Pr. Bergmann. In den übrigen Orgelsynagogcn: Ansprache des Rabbiners. — Sonnabend, den 29. April, morgens: Alte Synagoge und Synagoge Pcstalozzbtrnßc: 8.30 Uhr; alle anderen Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstalten: 9 Uhr; Frühgott esdienst: Syn. Kvkrstraße und Kottbusser Uter-Abawas Reim: 8.15 Uhr. Svnagog״n mit neuem Ri'us: llauptgoUesdienst: 10 Uhr; Syn. Köpenick: 9.15 Uhr; Syn. S.hmarg״nöorf (Altersheim): 10 Uhr. Friihgottesdienst: Svn. Liivicnvraße, Levetzows'rafje und Pr;nzregentcnstraßc: 7.30 Uhr; S'׳n. Kaimrstraße: 4 i hr: Jugendgnltesrlirnst mit Jiigcndfeier: Pr. W. T.rwv. Sabbat-Ausgang: 6-14 Uhr. — Oo'fr.dDnst an den \Vod!.-׳n׳a״׳n: abend. in allen Svnngogen: 7.30 Uhr; morgen־-: Alte Synagoge, Svn. Kaiserstraße und Rvkesfraße: 6.30 Uhr; übrige Svnagog״n mit a’tcm Ritus: 7 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: 7.30 Uhr. Gottesdienst des Beth Homidrasch, Rosenthaler Str. 55, begrün, det vom Mi ra hi, Freitagabend und Sonnabend. Zeiten wie in den Gemeindesynagogen mit altem Ritus. Berlin, Per J. T. S. C. Bar Korhba-IIakoah veranstaltet Sonntag, den 30. April 1933, für seine Mitglieder eine Makkabistunde, die unter Leitung von Felix Simmenauer durchgeiührt wird. Pie Makkabischule bringt: ״Autoemar.zipation“ von Leon Pinskor in einer dr,1matischen Bearbeitung zur Darstellung. Der Makkabi Ifazair hat in den letzten Tagen auf dem jüdischen Sportplatz eine Freilichtbühne aufgebaut.. Das genaue Programm fiir diesen Tag ist folgendes: 9—10.30 Uhr: Fußball der 1. Jugcndabdg. des Bar Kochba-Hakoah gegen 1. Junioren B. K. II.; 10.40—12.30 Uhr: 2■ Senioren d. Voreins ehemaliger Schüler gegen 2. Mannschaft B. K. II.; 12 40—2LTl1r: Leichtathletische Wettkämpfe; 2.20—4 Uhr: Alt-Hemn-Bund d. Voreins ehemaliger Schüler gegen B. K. II.; 4—5 Uhr: 1. Mannschaft d. Vereins ehemaliger Schüler gegen 1. Mannschaft des Bar Kochba- Hakoah; 6—7 Uhr: Makkabi-Stundc: ״Autoemanzipation“. Berliner ICetleirder Fraucnarbeitsjemeinschaft lür Palästina. Gruppe Gronewald, 4. Mai, nachm. 4.30 Uhr, Zusammenkunft bei Frati Pr. Kaufmann, Koblenzer Str. 18. — Studiomirkol Charlottcnburg: 2.!Mai, nrbm. 4.30 Uhr, Frau Mirjam Czuczka: Presseschau. Bei Frau Locwenthal, Nass.auische Str. 20. Gäste willkommen. Klub Junger Zionisten. Am 2. Mai, abends 8.45 Uhr, Meinekestraße 10, Ausspracheabend über die trinsjordanische Frage. Eingeführte Gäste willkommen. .Rücktritte *um Judentum tn Berlin. Die Jüdische Gemeinde Berlin verfautbart: fm Gemeindebürö gehen täglich Briefe von Personen ein, die in früheren Jahren aus der Genieinde oder aus dem Judentum ausgeschieden sind, und die jetzt ihren Wiedereintritt in die Gemeinde erklären. Unter diesen Briefen befinden sich auch solche sehr bekannter Persönlichkeiten, die sich für ehrenamtliche Mitarbeit zur Verfügung stellen. Wir geben von dieser erfreulichen Stärkung der Gemeinde mit besonderer Genugtuung Kenntnis. Der Bar Kochba-Hakoah Berlin veranstaltet Sonntag, den 30. April, 6 Uhr auf dem Grunewald-Sportplatz eine Makkabi- Stunde. Die Makkabi-Schuie bringt; ״Autocmanzipatbn“ von Leon Pinsker in einer dramatischen Bearbeitung zur Dar- Stellung. Von Vormittags 9 Uhr ab beginnen Fußball- und Leichtathletikwettkämpfe. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 0,50 M., für Jugendliche 0,25 M., für Kinder 0,15 M. Vermischtes Das Rabbiner-Seminar za Berlin hat die Eröffnung des Sommerhalhjahres auf Dienstag, 9. Mai 1933, um 5 (17) Uhr, angesetzt, bei der der gegenwärtige Vorsitzende des Dozentenkollegimns, Herr Dr, Moses Auerbach, den Eröffnungsvortrag halten wird. Die Aufnahmeprüfung findet am gleichen Tage, vormittags 9 Uhr, statt. Das Vorlesungsverzeichnis enthält die gleichen Fächer wie in früheren Semestern. Künstlerberatungsstelle. Für sämtliche Berufe aller Art ist bei der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe eine besondere Beratungsstelle eingerichtet worden. Sprechstunden für bildende Künstler täglich 10—1 Uhr Im Jüdischen Museum, Oranienburger Straße 31. Sprechstunde für darstellende Künstler, Schauspieler, Musiker, Artisten Montag und Donnerstag, 5—6 Uhr, itn Jüdischen Museum, Oranienburger Str. 31. Geschäftliche Mitteilangen Töchterpcnsfonit Wiesbaden. Zur Weiterbildung schulcntlasse* nrr junger Mädchen sowie auch für schulpflichtige Mädchen empfit'hit sich das Pensionat Geschw. Sobernhoim, Parkstr. 89, im schönsten Teile Wiesbadens gelegen. Das Heim bietet umfassende kaufmännische und praktische .Ausbildung, Schulkindern Unterricht In allen Schulfächern durch bewährte Lehrkräfte bei günstigen Bedingungen. Prospekte und Referenzen auf Wunsch. * Kinderheim Hirschberg am See (Böhmen), unweit der Grenze, nimmt Kinder im Alter von 3 — 14 Jahren für Mai, Juni, Juli, August auf. Nähere Auskünfte, Prospekte und Referenzen durch die Leiterin Frau Alice. Wefß-Sta hhagen, z* Zt. TrpHtz-Schönau, Postgasse 6, bei Strasser (s. Inserat). ^tucJüitutticSje, UND BLUMENSPENDEN iöj» man ab durrh Nathmatfondi - TtUeramma und Boom■ tptndtn fu. PoMMfoaf T.l.fT.mwi. »» 50 Pit kal allm VcrtraunuLuUn. Eta Boom 11••(•( 6 Mark, wir *mdm aal Wunsch *ins BmazhrtzhHjimj ca di* auUigtbm* Adrtsm. KEREN KA.JEMETH LEJ18RAEL BERLIN WIS. M«־״.«kw״a&* IO. Tal•) ob■ f I Bismarck 7165 Poatackeek K.o«t•! Berlin 38247 Vermahlt: Heins Carling Else Gerling geh, Panofsky V. Tarnowskle » Gory (Poln. Oberschieg.) Berlin - Zehlendorf, Riemeisteratr. 117 J Palästinensische Sdtallctterin Akademikerin, geprüfte Lehrerin der hebräischen und franr. Sprache, gnteriridb.tei vorzüglich und preiswert HebriUctl, franzftsltd), englisch. Angebote unter E 287 an die ״Jüdische Rundschau“, Berlin W 15, Melnekeetr. 10. Wegen Uehersiediung nach Palästim >lnd folgende Ceaehafte per •oforl sehr (iirartlg at>. zugeben 1 Konfektion für Herren, Damen und Kinder. Sioffe, Wel&weren und W<»che, flngeschloaaen ein gutgehende! Aktaklaacigeiebilt, be»ien« orgonUlerl. au* elnrelne Bronchen hiervon. 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Anfragen an die Hamburger Zionist. Vereinigung, BorastrMe 16, Tüchtig. Fachmann und Kaufmann der SdfesfsbriklHoti und verwandter Artikel der dhemtsdien Brandt« sucht zwecks Gründung eines derartigen Unternehmens in Pallsfina oder sonstwo im Ausland« Inter ««Seelen mit Kapital• Die hier be* findliekiea Maschinen und Kesse! konnten weiterverwendet werden. Eilofferten unter £ 92$ en die Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinakestrafie 10. Elttfgc Sühne aas gntem Harne, die in Sdhule oder Universität besuchen tollen, werden von Arstfamllfte aufgenommen. Gafl. Zuschr. unter E. 312 an die jüdische Rundschau, Berlin W15, McinekestraBe 10. lUd. Sch uhmacharmeister bildet int. j. Leute io 0 Monate» za praki. Idighmldi. au* im Maadilacabchr. gesrlaaenh. aaa. Prda de• Lthrg. 1000 MIc. •tlrl. Station. Bewerb, ■ol. B. 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Klötzel Esrtel Carlehnehs EXOTISCHE JUDEN in der großen Presse ein. Einige, weitere Stimmen: Arnold Zweig; ״Sieht sein IVi,ae/1 allein macht das Buch so spannend und beinahe aufregend, auch seine klare und farbige Schreibart nicht. Ausschlaggebend ist hier u ie überall die Einfühlung, die, ihm jede Einzelheit zum berechtigten und bejahten Teil eines lebendigen Ganzen macht." Bcrthn Radt - NtrRns«; ״Eine Fülle des L'ebcrraschenden und Aufschlußreichen, wie man sie vielleicht in keinem anderen der jüdischen Reisebücher findet." Robb. Dr. Dienemann. Offenbare: ״Das großeWunder des jüdischen Geschichtsganges und die Dauer und Festigkeit Israels wird erneut ins Bevmßlsein gehoben," Htndienrnt Dr. Wi י I y Cohn-B»e«lan: ״Man denkt immer, daß man so 1m II esrntliehen über die jüdische II eit Bescheid weiß. Wenn man aber dieses Buch gelesen hat, so erweist sich dies als ein Irrtum." In Ganzleinen RM. 6, — Durch jede Buchhandlung/ V/ K I. T •Vlllliit / BEXtLIX WS7 FALLilSTBAIRE 10/11 1