Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- Seite 129 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26, 31. IIT. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 129 Ein plumper Versuch Das ״B e r I i 11 er T a g c b I a 1t“ vom 30. d. M. veröffentlich* einen Leitartikel ״Behauptungen und Abwehr“, vorn Rabbiner der Berliner Reformgemeinde, Dr. Joseph L e h * mann. Die Redaktion erklärt in einer Vorbemerkung, sie halte es für ״dringend nötig“, daß diese ״aus führenden jüdisehen Kreisen“ stammenden Ausführungen die entsprechende Verbreitung finden. Dazu ist zunächst zu sagen, daß der Rabbiner der Reformgeiueinde nicht als ״führende“ Gestalt des deutschen Judentums bezeichnet werden kann, da dieser Reformgemeinde nur eine kleine Gruppe angehört. Im übrigen sitzen Angehörige der Reformgemeinde auch in den großen jüdischen Gremien und Organisationen, die in diesen Tagen verschiedentlich Stellung genommen haben. Wir haben keine Veranlassung, mit dem Inhalt der Ausführungen des Herrn Lehmann in eine Polemik einzutreten, wie wir überhaupt innerjüdische Polemik in dieser Zeit nicht wünschen. Die Erklärungen der Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft, die Dr. Lehmann abgibt, sind bekannt, sie sind im Verlaufe von Jahren und Jahrzehnten immer wieder wiederholt warden, tmd man kann nicht sagen, daß der deutsche Antisemitismtis darum entstanden ist, weil es an solchen Erklärungen seitens der deutschen Juden gefehlt hätte. Wenn wir uns trotzdem mit dieser unangenehmen Sache befassen, so darum, weil Dr. Lehmann versucht, seinem Artikel eine Spitze gegen ״n a t i o n a I j ü d i s c 11 e Kreise“ zu geben, denen vorgevvorfen wird, sie benützten die Konjunktur, um ״die deutschen Juden aus ihrer Verwurzelung mit der deutschen Heimat- Kultur herauszureißen und sie so heimatlos zu machen.“ Diese Unterstellung steht in einem so grotesken Wider־ Spruch mit der von uns allen heute durchlebten Realität, daß man sich beinahe schämen muß, wenn ein Jude es mit seiner Manneswürde vereinbar findet, so etwas auszusprcchen. Der tragische Prozeß des Herausreißens der deutschen Juden aus der ihnen allen teueren deutschen Ktilturgemcinschaft ist nicht von ״jüdisch-nationalen Konjunkturpolitiken!“ angestiftet worden. Er geht mit einer Vehemenz ohnegleichen von der tragenden Bewegung des deutschen Volkes aus. Diesem furchtbaren Schicksal gegenüber sich dadurch behatrpten zu wollen, daß man seine eigene kleine Gruppe von den anderen Juden abzugrenzen sucht und etwas von ״jüdisch-nationalen Bestrebungen“ lallt, ist ein Verhalten, dessen nähere Charakteristik sich erübrigt. Von altersher war es die Art und Weise des Denunziantentums, sich selbst dadurch retten zu wollen, daß man andere bezichtigt. Wenn man heute die Ursachen des deutschen Antisemitismus prüft, wenn man die Frage untersucht, durch welche ״jüdischen“ Aetißeningen diesem Antisemitismus jahrelang Nahrung gegeben worden ist, dann wird man nicht die Antwort im jüdischnationalen Lager finden, sondern viel eher dort, wo Herr Dr. Lehmann jetzt seine Geistesprodukte ablagert. Wenn deutsch-völkische Führer, Schriftsteller, Politi'ccr den Antisemitismus schüren wollten, dann wiesen sie auf die ״Judenpresse“ hin und meinten damit z. B. das ״Berliner Tageblatt“. Die Blindheit jener Juden, die die durch ihr Judeseirt gesetzten Grenzen ihrer Wirkungsmöglichkcit nicht sehen wollten und sich darüber durch Betetierungen der Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemein- Schaft hinwegsetzten, hat zur Steigerung der antisemitisehen Abwehr jüdischer ״getarnter“ Einmischung namenlos beigetragen. Das ״Berliner Tageblatt“ vergißt vollständig, daß sich die Wut de! herrschenden Kreise in Deutschland vie» mehr gegen manche jüdischen Redakteure des ״Berliner Tageblatts“ wendet als gegen das Nationaljudentum, dessen Haltung und dessen Leistungen auch dem unvorcingenommenen deutschen Nationalisten wiederholt Respekt abgenötigt haben. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß der Versuch Dr. Lehmanns, in schwerer Zeit angesichts einer Katastrophe, die alle Juden in gleicher Weise trifft, eine bestimmte jiidische Gruppe, der er gegnerisch gegenübersteht, öffentlich anzuschwärzen, vereinzelt bleiben wird. * Der ״Völkische Beobachter‘ hat dem Anbiederungsversuch im vorhinein die Antwort gegeben, indem er am 30. d. M. ein Zitat des ״rein galizischen Berliner Tageblatt“ aus dem Jahre 1027 abdruckt und erklärt, ״diese Hebräer“ hätten 14 Jahre Deutschenhetze betrieben und hätten sich ihre Haitung früher überlegen sollen. Hessische Richtlinien für die Presse Auf Einladung des Staatspräsidenten Dr. Werner waren am Montag die Verleger und Redakteure der hessischen Presse zu einem Empfang im Staatsministerium erschienen, ln seinen begrüßenden Einleilungsworten erklärte Staatspräsident Dr. Werner, die Regierung wollte der hessischen Fresse die Richtlinien bekanntgeben, nach denen in Zukunft die gesamte presse- und kulturpolitische Arbeit in der hessischen Presse geleitet werden solle. Punkt 7 der bekanntgegebenen Richtlinien lautet: Ehrensache der deutschen, hessischen Presse ist es, im Nachrichten-, Untcrhaltungs- und Anzeigenteil fremdrassige internationale jüdische Einflüsse auszuschalten. Zu diesem Punkt wurde bemerkt, daß Zwangsmaßnahmen nicht beabsichtigt seien. Romane und Noveilen von Juden sollten jedoch nicht mehr erscheinen; ebenso Anzeigen von Leuten, die ihr Geld in den Dienst des Kampfes gegen die nationale Regierung stellten. Ueber das Einstein-Bankett, das in New York am 15. März stattfand, bringen die jetzt hier eingelangten amerikanischcn Zeitungen nähere Details. Das Bankett war von dem amerikanischen Komitee der ״Freunde der Universität Jerusalem“ in Gemeinschaft mit der Jüdischen Telegraphen- Agentur veranstaltet. Anwesend waren eine große Zahl nichtjüdischer und jüdischer Intellektueller, darunter mehrere prominente von Universitäten, amerikanische Nobelpreisträger, mehrere Diplomaten und eine große Reihe sonstiger Festgäste. Mehrere führende amerikanische Wissenschaftler hielten Ansprachen. Ferner sprach der tschechoslowakische Gesandte Wewerka. der einen speziellen Gruß des Präsidenten Masaryk überbrachte, und der deutsche Generalkonsul Dr. K i e p, der den Vereinigter! Staaten dafür dankte, daß sie den deutschen Gast so freundlich aufgenommen haben. Einstein hielt eine Rede, in der er die Bedeutung der Universität Jerusalem würdigte. Ueber die Verhältnisse in Deutsch• fand sprach er nicht. Doch bei anderer Gelegenheit erklärte er Journalisten, die ihn mit der Frage seiner etwaigen Rückkehr nach Deutschland bedrängten, folgendes: ״Deutschlands Beitrag zur Kultur der Menschheit ist so wichtig und bedeutend, daß man sich die Welt ohne diesen Beitrag gar nicht vorstellen kann. Es ist wichtig, gerade im jetzigen Moment dieser unumstößlichen Tatsache eingedenk zu bleiben,“ Die Spaltung im Revisionismus Warschau, 27. März. (J.T.A.) Das Exekutivkomitee des Weltverbandes der Zionistcn-Revisionisten, bestehend aus Meir Großman, Dt. Machower, Dr. S. Tiomkin und Stricker, hat beschlossen, in Warschau ein Kommissariat für Polen zu errichten. Mit der Leitung des Büros wurde Bamch Weinstein, Mitglied des zionistischen A.-C. und des Waad Leumi betraut. Es wird mitgeteilt: ״Da der Brith Trumpeldor von seinem Oberhaupt Jabotinsky unter einen Befehl gestellt worden ist, dem gemäß die Betharim gezwungen sind, gegen die legale Exekutive zu handeln, hat die Exekutive der Welt:Union der Zionistcn-Revisionisten beschlossen, eine neue revisionistische Jugend Organisation zu schaffen. Die Organisation wird auf einer Grundlage aufgebaut, die den Kameraden Freiheit des Gewissens und der Ueberzeugung sichert. Die Mitglieder werden Uniform tragen.“ Der hebräische Dichter Dr. Jakob Kahan, Vorsitzender des revisionistischen Oberrates in Polen, stellte sich vorbehaltlos hinter die legal gewählte revisionistische Exekutive. Histadruth gegen Farbstein Jerusalem, 28. März. (J. T. A.) Die palästinensische Arbeiterpartei hat an den Misrachi die ultimative Forderung gerichtet, seinen Vertreter in der Exekutive Färbst ein abzuberufen, widrigenfalls die Partei die Koalition mit dem Misrachi lösen werde. Die Forderung der Arbeiter- Partei wird damit begründet, daß Farbstein der Warschauer jiddischen Tageszeitung ״Moment“ Mitteilungen über die Verhandlungen bezüglich des Erwerbs von Boden in Transjordanien zukotnmen ließ, obwohl die Geheimhaltung des Materials vereinbart worden war. Dieses Vorgehen Färbsteins wird von der Arbeiterpartei als unerhörter Skandal bezeichnet, insbesondere deshalb, weil die Mitteilungen auch in der arabischen Presse wiedergegeben wurden und weitere Verhandlungen in dieser Sache beeinträchtigt haben. Die Misrachi-Exekutive gibt bekannt, dal) sic die gegen Farbstein erhobenen Beschuldigungen■ zurückweise und nicht beabsichtige, Farbstein aus der Exekutive abzuberufen. Gegen EinwanderanpbeschrSnknngen Tel-Awiw, 27. März. (J. T. A.) Eine auf der Tagung der Allgemeinen Zionisten in Palästina angenommene Resolution besagt, daß die Zeit gekommen sei, um die der jüdischen Einwanderung nach Palästina auferlegten Beschränkungen völlig abzuschaf* fen. Die Resolution fordert, daß die Palästina-Regierung mit der Regulierung der jüdischen Einwanderung nach Palästina die Jewish Agency betrauen soll. Die Resolution fordert ferner daß die Einwanderungszertifikate, die in den nächsten sechs Monaten werden ausgegeben werden, nicht allein auf Arbeiter beschrankt sein, souder!! daß auch die Möglichkeit für Einwanderer, sich in Landwirtschaft, Handel und den kleinen Industrien zu etablieren, zugrunde gelegt werden sollen. Ein Teil der Einwanderungszertifikate soll kleinen Händlern und Handwerkern, die nicht im Hechaluz organisiert sind, zugewiesen werden. Der Bombenansclilag von Naiialai Jerusalem, 27. März. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit dem Bombenwurf in Nahalai, der den Tod des Kolonisten David und seines Sohnes zur Folge hatte, wird gegen die zwei Araber, die beschuldigt sind, die Bombe hergestellt zu haben, i!!1 nächsten Monat der Prozeß beginnen. Die Angeklagten sind Ahmand Geliani und Mohamed Khalil Issar. Sie weigerten sich, während der Untersuchung den Behörden irgendeine Erklärung abzugeben und erklärten, es vorzuziehen, sich vor der Prozeßcröffnurig nicht zu verteidigen. Neun Zeugen jedoch sagten gegen die Angeklagten aus und bekundeten, daß die Fragmente der in Nahalai geworfenen Bombe zu den in Gelianis Werkstatt gefundenen Geschützkappen passen. Kleine Nachrichten Das Budget von Tel-Awiw wird laut den von der Munizipal-V'erwaltung dem Munizipalrat unterbreiteten Vorschlägen im kommenden Steuerjahr 167 000 Pfund betragen. Dies ist das größte Stadtbudget in Palästina, obwohl Tel-Awiw die zweitgrößte Stadt ist. Das neue Budget wird eine Steuer von rund 3 Pfund pro Kopf für eine Bevölkcrung von rund 60 000 entschließen. Vor kurzem haben mehrere amerikanisch-jüdische Knpitalisten Trans jordanien besucht und sich einige Tage lang in Amman aufgehalten. Die arabischen Zeitungen geben dem Verdacht Ausdruck, diese Juden seien nach Trausjordanien mit der Absicht gekommen, Verhandlungen über Bodenkäufe in Kerak dtirchzuführen. Anläßlich der ersten Jahrzeit nach dem Tode M. Fleinrich Scheins, einem der hervorragendsten Mitglieder der rumanischen Claowewe Zion und erstem Präsident der Zionistisehen Organisation Rumäniens, hat der Vorstand der Jiidischen Gemeinde Galatz beschlossen, ein lebensgroßes Bildnis Scheins im Sitzungssaal der Gemeinde anzubringen. Die Behörden haben 60 jüdischen ״Touristen“ aus Polen die Ausschiffung in Haifa untersagt, obwohl ihre Pässe ordnungsgemäß visiert waren. Die Regierung hat Zweifel, ob die Ankömmlinge in die Touristenkategorie fallen. Infolge des seit einiger Zeit in Jerusalem herrschenden Wassermangels hat die Palästina-Regierung angeordnet, daß Wasscrabgabe nur an jedem vierten Tag (statt zweiten) vor sich zu gehen habe. Die Bevölkerung wird aufgefordert, beim Wasserverbrauch mit größter Sparsamkeit vorzugehen. Die holländische Regierung hat in Jerusalem ein Grundstück zur Errichtung eines Flughafens erworben. Holländische Flugzeuge sollen zweimal wöchentlich auf dem Wege von Amsterdam nach Batavia und zurück in Jerusalem landen und einen Personen- und Postverkehr von und nach Palästina vermitteln. Im Verlauf der in der rumänischen Kammer durchgeführten Aussprache über den Staatshaushaltsvoranschlag der Regierung ergriff namens der Jüdischen Partei Deputierter Dr. Josef Fischer das Wort, um an einer Reihe von Einzelheit«! der Regierungsvorlage Kritik zu üben. Dr. Fischer erklärte, die Jüdische Partei werde zum Zeichen des Protestes gegen die ungenügende Berücksichtigung der iüdischcn Forderungen gegen den Haushaltsplan der Regierung stimmen. Bei den Neuwahlen in den Vorstand der Isr. Kultusgemeinde in Krems an der Donau, einer der ältesten ji'1dischen Gemeinden Oesterreichs, haben die Zionisten von den neun Sitzen im Vorstand acht für sich errungen. Wadi Chawarith-Känle rechtsgültig Das Distriktsgericht in Nablus hat den arabischen Einspruch gegen den Verkauf von rund 30 000 Dunam Wadi Chawarith-Boden, den der KKL kauflieh erworben hat, zurückgewiesen und somit den arabischen Ansprüchen auf dieses Bodengebict eir! Ende bereitet. Die Araber, die den Fall gegen den KKL vor Gericht brachten, behaupteten, daß sie laut dem Gesetz ein Vorkaufsrecht hatten, vor dem Jüdischen Nationalfonds den Boden zu erwerben. Der Richter entschied jedoch, daß das Vorkaufsrecht sich nicht auf Verkäufe durch öffentliche Auktion, auf welche Weise der Boden erworben wurde, beziehe. Vermischtes Die Jüdische Gemeinde übermittelt den nachstehenden Beschluß des Gemcindevorstandcs vom 23, März: ״Durch Rundverfügung soll den Beamten und Angestellten der Gemeinde folgendes bekanntgegeben werden: Angesichts der ablehnenden Stellung des Judentums zu den kommunistisehen Ideen, und der Bekämpfung aller Religionen, insbesondere auch des Judentums, durch den Kommunismus hat der Gemeindevorstand es stets für selbstverständlich angesehen, daß keiner seiner Beamten und Angestellten dem Kommunismus angehört. Falls in irgendeinem Einzelfall diese Annahme nicht zutreffen sollte, erwartet der Gcmeindevorstand von dem Betreffenden, daß er unverzüglich die Folgerungen ziehen und aus dem Dienst der Gemeinde ausschcidcn wird. Der Gemeindevorstand weist darauf hin, daß er selbst jeden Beamten und Angestellten unverzüglich aus dem Gemeindedienst entfernen wird, von dem ihm bekannt werden sollte, daß er dem Kommunismus angehört. Vorstand der Jüdischen Gemeinde, gez. Dr. Breslauer, Verwaltungsdirektor.“ Berichtigung. In der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ ist auf der ersten Seite in der Notiz ״Die neue Regierung und die Konfessionen“ in den dritten Absatz durch ein technisches Verseilen der Satz ״Die Neue Züricher Zeitung schreibt dazu“ hineingerateii, an eine Stelle, wo er nicht hineingehört und auch keinen Sinn ergibt, denn der darauffolgende Absatz ist eine selbständige Notiz und keineswegs ein Zitat aus der ״Neuen Züricher Zeitung“. Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Beginn des Sommersemesters am Mittwoch, dem 19. April. Es werden neue A 11 f ä!1 g c r k 1 a s s c 11 eröffnet. Mittlere una Fortgeschrittene können in den bestehenden Klassen aufgenommen werden. Auskunft: Brabant, H 5, 501 Jüdische Schule Klopstockstraße. Die diesjährige Aus- Stellung von Schülerarbeiten findet nicht, wie angezeigt, am 1.'3, April statt, sondern ist bis zum Beginn des neuen Schuljahres verschoben worden. Hechaluz. Wir geben bekannt, daß von Montag, den 3. April, für Anmeldungen und Auskünfte besondere Spree 11stunden eingerichtet werden: Täglich von 10—12 Uhr und Mittwoch von 3—5 Uhr. Da der Merlos des Hechaluz gegenwärtig mit Arbeiten überlastet ist, und er unter den heutigen schwierigen Umständen seine stärkste Aufmerksamkeit darauf konzentrieren muß, die notwendigsten Stellen zu beschaffen, sehen wir uns veranlaßt, zur Abwicklung der Arbeiten außerhalb der angegebenen Sprechstunden niemanden zu empfangen. Abschiedsfeier für Nachum Lewin. Am 25. März veranstartete der hebräische Jugendrat eine Abschiedsfeier für den ersten Vorsitzenden, Nachum Lewlri, anläßlich seiner Rückkehr aus Deutschland nach Palästina. Nachum Lewin hat sich in der hebräischen Arbeit in Deutschland, besonders unter der Jugend, nicht nur einen guten Namen geschaffen, sondern auch verstanden, sich die Liebe aller zu erringen, mit denen er im Laufe seiner Arbeit in Berührung karr; Welchen Widerhall Lcwins Arbeit bei der Jugend gefunden hat, ging hervor aus den Ansprachen der verschiedensten Vertreter jüdischer jugendgruppen. Lewin kehrt nach Erez Israel zurück. Seine Absicht ist, zu erwirken, daß durch die Agency ein Jugendamt gegründet werde, — gerade im gegenwärtigen Augenblick ein Gebot der Stunde. Wir wollen hoffen, daß sein Midien von Erfolg gekrönt sei. Wir wissen, daß wir die Verbindung mit Lewin aufrecht erhalten werden: wir werden hier trotz aller Schwierigkeiten weiterarbeiten, indem wir das auch im Sinne Nachums von Dr. Wovslawsky zitierte Wort beherzigen: דבר עברית ונבראת Im Namen des hebräischen Jugendrates: Dr. Hans J. Salom o 1t. Frankfurt a. M. (Verband J ü d. Frauen für Pa- J ä s t i n a - A r b e i t.) Montag, den 3. April, abends SG Uhr, Gruppenversammlung in den Klubräumen von ״Groß-Frank furt“. Frau Rahe] Frankel, früher Jerusalem, spricht über ״Frauenberufe in Palästina“. Gäste, auch Herren, herzlich willkommen. Beuthen (O.-Schl.), Im Rahmen der Winterarbeit in unserer Ortsgruppe kam es zu einer Reihe Von Veranstaltungen, die das regste Interesse der Beteiligten fanden. Am 16. Januar sprach Herr Dr. Melchior über den religiösen Abfall und seitie Bekämpfung. An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der als Meinung der Anwesenden zum Ausdruck kam, daß die Volkseigenschaft des Judentums neben seiner religiösen Bedeutung nicht vergessen werden dürfe. — Am 21. Januar hatte die Wizo Dr. Roth- Schild aus Breslau zu einem Vortrag gewonnen, in dem er die Assimilationstendenzen des Judentums und andere Gegenwartsfragen in geschichtlich fundierter Darstellung zu behandeln wußte. — Am 11. Februar (Chamisehoh ossor b’schwat) veranstaltc-te die Wizo in den hiesigen Logenräumen einen gut besuchten Tanzabend. Es fand ein Schattenspiel statt, zu dem heitere Verse von der Verfasserin, Frau Sem Goldschmidt, selbst verlesen wurden. Die einfallsreiche Darbietung fand großen Beifall. — Einen der Höhepunkte unserer Winterarbeit bildete der Vortrag von R.-A. Wund erlich (Oppeln) über das Geschiclitswerk Elias Auerbachs: ״Wüste und Gelobtes Land“. Der Redner schloß sein interessantes Referat mit dem dringenden Appell an jeden Einzelnen, das wertvolle und bedeutsame Buch zu lesen. An der auf diesen Vortrag folgenden Diskussion beteiligten sich Prof. Dr. Goiinski und Arnold Wiener. Cottbus. Als Purimveranstaltung vereinigte ein Teeabend etwa 80 Personen in den Räumen der hiesigen Loge. Unser Jungzionistischer Kreis bot als Veranstalter des Abends neben guter Unterhaltung, Tombola und hebräischen Liedern eine wohlgelungene Aufführung der Gerichtsszene aus Sammy Gronemanns ״Tohu-wabohu“. H.F. Frankfurter Kalender. Zionistisch« Jugend-Gruppe, Eschersheimcr Landstr. 65, II, großer Saal, Samstag, den 1• April, kontradiktorischer Abend über das Thema: ״Zwei Fronten zionistischer Außenpolitik“. Referenten: Dr. Moses König vom Standpunkt der Exekutive, Refer. Hans Kaufmann vom Standpunkt der Revisionisten. Eintritt frei, Eimi Minuten Eressereierat.