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Jüdische Rundschau · 1933-02-07 · Heft 11 (7.2.1933) · p. Seite 51

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 11 (7.2.1933)
Date
1933-02-07
Page
Seite 51 (sequence 1)
Language
German
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Die Winter - Makhabiade Einzelnummer 0J.5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Di enstagu. Freitag. Bezugspreisbei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Au8Unds»twm״-™nn werdm in der Wlbrung der einreinen Und« berechnet• Anreigenpreie: 8 f>e־p. Nonpareillereile 0,50 G.-M. Stellengeeuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag wnd Anzeigen-Verwaltung: Br Jüdische Rundschau G.m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10. B ( Telefon: J 1 Bismarck 716570־. p" AnreigenschluS: Dienstag und Freit־!; nachmittag. 4 Uhr mm Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ' 394 33,k Budapest *59« 93," Da Riga 4155, Straf,h״re 164 30, \ ■ Konten: Dresdener Bank, De lache Kreditbank, Cem.uti (Ru 17392, Basel V 9355. Belgrad nrig 1973, Haag 140 470, Prag Varschau 190708, Wien 156 030. mänien); Anglo Palestine Co. i 680 32, 594 10, ״ Haifa; Per Zionismus erstreb« fPr da» JOdUche Volk die Schaffung einer PHentHeh ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.» Zur Lage in Deutschland Ein umstrittener Hirtenbrief Gegen oder t&r Antisemitismus? Der Bischof von Linz (Oberösterreich), Dr. G f ö 11 n e r, hat in einem umfangreichen Hirtenbrief, über־ den auch die Berliner ״Germania“ ausführlich berichtete, zur gegenwärtigen politischen Lage Stellung genommen. Die Kundgebung hat offenbar den Zweck, dem Vordringen des National- Sozialismus in Oesterreich Einhalt zu tun. Der Bischof brandmarkt mit größter Schärfe das Neuhcidentun! des National- Sozialismus und wendet sich auch gegen die uncliristiiche Rassentheorie. Bei der Beurteilung des Rassenantiseniit i s m u s kommt der Bischof dann auf die R o 11 e d e r Juden überhaupt zu sprechen und bekennt sich hierbei selbst als Anbänger einer antisemitischen Theorie. Es sei unmenschlich und unchristlich, das jüdische Volk wegen' seiner Abstammung zu verachten, zu hassen und zu verfolgen. Verschieden aber vom jüdischen Volkstum und von der jüdischen Religion sei der ,,jüdische internationale Weltgeist“ der gottentfremdeten Juden, die einen überaus schädlichen Einfluß auf allen Gebieten des Lebens ausüben. Diesem jüdischen Weltgeist schreibt der Bischof nicht nur die meisten Entartungen in Presse, Literafur und Kulturleben zu, sondern auch den ״materialistischen Geist“, der sowohl dem Kapitalismus als auch dem Sozialismus und Kommunismus zugrunde liegt. Thesen schädlichen Einfluß des Judentums zu bekämpfen, sei Christenpflicht. Dieser Hirtenbrief hat bei der Wiener liberalen Presse und in jüdischen Kreisen überaus verstimmt. Jüdische Organisaiionen Wiens haben Protestvcrsammlungcn dagegen veranstaltet, und auch die Wiener zionistische Presse nimmt gegen den Linzer Bischof Stellung. Bei der Kritik des Hirtenbriefes wird von jüdischer Seite darauf hingewiesen, daß der Bischof, der den Nationalsozialismus bekämpft, einen großen Teil der antisemitischen Phraseologie der Nazis übernommen hat. Das einfache Volk sei nicht unterschcidungsfäbig genug, um die feinen Differenzen zwischen der Theorie Gföüners und der Begründung anderer Antisemiten zu sehen, und der Effekt der Kundgebung wäre nur eine Verstärkung des Antisemitismus. Gewiß sind diese Einwendungen berechtigt, und in der praktischen Auswirkung sind, insbesondere wenn eine antisemitische Bewegung wie der Nationalsozialismus irrt Hintergründe steht, oft keine Unterschiede׳ zwischen den beiden Anschauungen festzustellcn. Auf der anderen Seite aber muß auch zugegeben werden, daB, jüdisch gesehen, der Grundgedanke dieses Hirtenbriefes einen fruchtbaren Kern enthält. Denn in der Tat kann ein Judentum, das von seinem Mutterboden und Volkstum losgelöst ist und das man in eine seelische und kulturelle Haltlosigkeit hineinzwingt, zu einem Faktor kultureller Negation werden. Dies ist aber nicht eine Folge des Judentums, sondern eine Folge der Zersetzung des Judentums durch die Assim i I ai i o n. Will man das vermeiden, dann gibt es nur einen Weg, nämlich den jüdischen Juden in seinem jüdischen Wesen bestätigen und die Verlockungen des Abfalls mindern. Gerade das aber wird nicht getan, vielmehr wird im allgemeinen der jüdische, sein ludentum hervorkehrende lüde schlechter gestellt als der das Judentum verleugnende. H i e r ist der Schlüssel zu dem Problem, das der Bischof von Linz in seinem Hirtenbrief angeführt hat. Es ist ein Prohlem, das auch von bewußter jüdischer Seite seit langer Zeit als brennend empfunden wird. Wer nicht glauben will — find es ist schwer (iies zu glauben —, daß es dem Bischof einfach um eine Anpassung an populär gewordene antisemitische Schlagworte ging, sondern wer hier eine ernste Stellungnahme zu einem ernsten Prohlem sieht, der wird wünschen müssen, daß an dem Punkt, der hier angedeutet wurde, die Klärung weitergeführt wird. Der Hirtenbrief Dr. Gföliners ist übrigens auch in der deutschen Presse vielfach kritisiert worden, weil er sich für den ״österreichischen Gedanken“ im Gegensatz zur deutschen Staatsidee einsetzt, worin man — wohl mit Recht — eine Stellungnahme gegen den Anschluß erblickt. Im deutschen Katholizismus gab der Hirtenbrief Gelegenheit zu einer neuen Stellungnahme gegen den Nation aisoziah'smus, da der nationalsozialistische Abt Schnellleitner den Hirtenbrief im ״Völkischen Beobachter“ angriff, wobei er erklärte, der Nationalsozialismus widerspreche nicht der katholischen Sittenlehre. Daraufhin hat der Münchener Erzbischof Kardinal Faulhaber sehr scharf gegen Sehachleitner Stellung genommen und darauf hingewiesen, daß das ganze hohe Episkopat vor dem Nationalsozialismus gewarnt hat, weil er Anschauungen vertritt, die mit der katholischen Lehre unvereinbar sind. Gegen Schachieitner ist von der Erzdiözese ein Verfahren eingeleitet worden. Wohin die Not treibt Jüdische Mütter setzen ihre Kinder ans! In der letzten Zeit kommt es in Warschau häufig vor, daß jüdische Mütter, die kein Brot für ihre Kinder beschaffen können, die Kinder aussetzen, in der Hoffnung, daß die öffentlichen Anstalten sich der gefundenen Kinder annehmen werden. Die Warschauer Staatsanwaltschaft hat in den letzten Wochen gegen etwa 30 jüdische Mütter, die ihre Kinder aussetzten, Strafanklagc erhoben, ln der Regel werden diese Mütter auf folgende Weise ermittelt: Bringt eine Mutter ihr fast verhungertes Kind in das Kinderheim, so nimmt man es ihr nicht ab; setzt sie es aber aus, so wird es in das Kinderheim gebracht, wo es auch verbleibt. Nachher melden sich die Mütter im Heim, um nach ihrem Kinde zu sehen. Den Müttern wird aber erst dann gestattet, ihre Kinder wiederzusehen, wenn sie von der Staatsanwaltschaft eine Bcscheinigung mitbringen, daß gegen sie wegen _ Kindesaussetziing Anklage erhoben worden ist. Dies bringt eine kuriose Situation mit sich: Frauen belagern die Staatsanwaltschaft und bestürmen die Beamten, doch nur recht baia den Anklageakt gegen sie fertigzusteiien, damit sie ihre Kinder Wiedersehen können. Auf Kindesaussetziing steht in Polen eine Strafe bis zu fünf Jahren Gefängnis. Die Richter zeigen sich aber milde und verhängen verhältnismäßig geringe Strafen. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler hat sdbstverständlich in der gesamten j ü d i s c h c n Presse des Auslandes ein lebhaftes Echo gefunden. Dem jüdischen Volk, dessen Splitter über die ganze Welt zerstreut sind, kann es natürlich nicht gleichgültig sein, wenn in einem großen und wichtigen Kulturland, das aus verschiedenen historischen Gründen stets eine besonders wichtige und geachtete Position im jüdischen Empfinden einnahm, an die Spitze der Regierung der Führer einer Partei berufen wird, für die der Antisemitismus die ,,gefühlsmäßige Unterlage“ ist und deren judenfeindliche PressepradnLte seit Jahren in der ganzen Welt bekannt sind. Es ist begreiflich, daß die Juden aller Länder heute nach Deutschland blicken, und daß sich in den Acußerungen der bewußt jüdischen Presse die Besorgnis um die Gestalhing der jüdischen Lebensverhältnisse in Deutschland ausdrückt. Das New Yorker ״Je w i s 11 Morning J 0 u r n a 1“, eine der größten jüdischen Tageszeitungen New Yorks, hat seinen Berliner Korrespondenten beauftragt, an zuständiger Regicrungsstelle eine Auskunft über die Absichten der Regierung in bezug auf Judenpolitik einzuholen. Der Korrespondent berichtet seinem Blatt, daß er von Legationsrat von Puttlitz im Auswärtigen Amt empfangen wurde, der ihn nach Beratung mit den zuständigen Stellen zur Weitergabe folgender Erklärung ermächtigte: .,Um die Befürchtungen der ausländischen Juden bezüglich des Schicksals der Juden ln Deutschland zu beruhigen, wird erklärt, daß das neue deutsche Kabinett Frieden und Ordnung für alle deutschen Bürger zu sichern bestrebt ist und nicht die Absicht hat, sich auf unvernünftige Experimente cinzulassen.“ Dieselbe Erklärung veröffentlicht auch der Londoner ״J e - wish Chronicle“, der ebenso wie die anderen jüdischen Zeitungen der Lage in Deutschland einen grollen Teil seines Platzes einräumt. Wir halten es für richtig, im gegenwärtigen Zeitpunkt uns eines Kommentars zu dieser Erklärung zu enthalten, zumal da noch nicht genügend geklärt ist, mit welcher Autorität sie abgegeben wurde. Daß es auch einer Regierung Hitler in der gegenwärtigen Situation unerwünscht wäre, wenn in einflußreichen Kreisen des Auslandes eine Beunruhigung entstünde, liegt auf der Hand, (m übrigen haben wir niemals viel von der Methode gehalten, von einzelnen Persönlichkeiten beruhigende Erklärungen zu extrahieren. Am allerwenigsten ist es erwünscht, daß den Juden selbst durch Beschwichtigungsversuche wieder das Empfinden für ihre wirkliche Situation genommen wird. Wir haben bereits unter früheren Rcgierungen darauf hingewiesen, daß es weniger auf formu- Vierte Erklärungen einzelner Persönlichkeiten ankommt, als auf die reale Wirklichkeit, in der wir stellen. Der Nationalso/ialismus ist heute in seiner Behandlung der Judenfrage in der Klemme zwischen dem offenkundigen Interesse Deutschlands, das durch Entrcchtungs- und Untcrdriickimgsmethodeu gegen die Juden empfindlich verletzt würde, und den Erwartungen der eigenen Anhänger, die man jahrelang mit skrupelloser Judenhetze vergiftet hat und die daher von ihren Führern antijüdische Maßnahmen erwarten. Daß in Wahrheit die Judenfrage für Deutschland so gut wie belanglos ist, daß das Deutsche Reich und die Regierung andere und schwerere Sorgen haben müssen — das vermag gewiß ein Teil der nationalsozialistisehen Anhängerschaft, zu primitivem Denken erzogen, nicht zu erfassen. Inzwischen haben die Nationalsozialisten auf dem Gebiete der Kulturpolitik ihre Reformen bereits begonnen. Nach der Ernennung des neuen preußischen ßildungsininisters Dr. Bernhard Rust scheinen die Nazi-Studenten den Moment Zweierlei Mafj Tramfordanien und Kenya Der Zufall will es, daß wieder zwei Ereignisse, die auf der einen Seite Palästina und auf der anderen Seite Britisch-Ostafrika betreffen, zeitlich zusammenfallen. Schon mehrmals hatte die ״Jüdische Rundschau“ Gelegenheit, auf einen Parallelismtis der englischen Politik in diesen zwei Gebieten hinzuweisen. Die beiden für Palästina so entscheidenden englischen Weißbücher von 1922 und 1930 kamen gleichzeitig mit Weißbüchern über Ostafrika heraus, mit denen sie auch einen inncren Zusammenhang hatten. In all diesen Dokumenten äußerte sich eine neue englische Haltung in der Behandlang des Problems der Eingeborenen. In Kenya stehen den Millionen Negern einige Tausend weiße (britische) Kolonisten gegenüber und die Regierung hat den weißen Kolonisten die Souveränität über das Gebiet verweigert, indem sie erklärte, der Schutz der Eingeborenen sei für England die den Vorrang beanspruchende Erwägung (״paramount consideration“). Diese Lehre von der ״Paramountcy“ wurde dann von Lord Passfieid auf Palästina übertragen, ohne die vollständig anders gelagerten Verhältnisse zu beriieksichtigen. In den Passfiepischen Weißbüchern des Jahres 1930 kommt diese Uebercins'.imnmng klar zum Ausdruck. Nun hat sich in Kenya etwas Merkwürdiges ereignet, ln den Reservationen der Eingeborenen wurde Gold gefür gekommen zu halten, um eine organisierte Kampagne gegen alle jüdischen Hochschullehrer ein/uleiten. In Berliner Universität am 3. Februar sagte der 'nalionaiso/ialistisehe Reiehstagsabgeordnete Frank!1 in einem Vortrag, cs sei die Zeit gekommen, an allen Universitäten die ״Falle C o h n z u b erei ״ ig c 11“. Dementsprechend hat auch schon an der Handelshochschule Königsberg die Opposition gegen den Professor der Nationalökonomie Arthur Feiler, ehemaligen Wirtschaftsredakteur der ״Frankfurter Zeitung“, eingesetzt. Die Studenten fordern die sofortige Beseitigung dieses ״jüdischen“ Professors. Feiler ist unseres Wissens ein getaufter Jude, ein Assimilant, der keinerlei jüdische Gesinnung hat. Fs geht hier aber nicht um die Person,'solidem um die g”r u 11 d s ä t / I i c h e Frage der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung und der Respektierung der Verfassung, auf die auch die' nationalsozialistischen Minister den Eid abgelegt haben. Es muß abgewartet obwohl Colins Vorlesungen nicht mehr stattfinden, auch noch nicht erledigt. Es muß mit allem Nachdruck gefordert werden, daß den Uebergriffen der Studentenschaft gesteuert wird und daß jüdische Proiessoren nicht nur ans dem Grunde, weil sie Juden sind, verdrängt werden. Zum Intendanten des Berliner Staatlichen Schauspielhauses soll der Dichter Hanns Johst ernannt werden; nach einer amtlichen Mitteilung ist die Ernennurig zwar noch nicht erfolgt, doch wird sie von der gesamten Presse als sicher erwartet. Johst ist ebenso wie der Kultusminister Rust ein Führer im nationalsozialistischen ״Kampfbund für deutsche Kultur“. Er hat übrigens interessante Anschauungen zur Judenfrage entwickelt, die wir an anderer Stelle wiedergeben. Es ist eine Pikanterie, daß sich für Johst als Dramatiker der frühere Staatstheater-Intendant, Prof. Leopold J c s s n e r, seinerzeit entschieden eingesetzt hat. Jcssner hat zwei Stücke von Johst in Bcrin uraufgeführt. Nur! wird Jolist der Vorgesetzte des jetzigen Staatstheater-Regisseurs Jcssner sein und es wird nicht uninteressant sein, wie sich das Verhältnis der beiden gestaltet. Uebrigens ist Jessticr schon durch die bisherige, immer mehr nach rechts tendierende Intendantur stark zurückgcsct/t worden. Er hat sich veranlaßt gesehen, wegen seiner vertraglich /!!gesicherten Stellung gegen den Preußischen Staat Klage zu erheben. Der Termin findet am 10. Februar vor dem Bühncnschiedsgericht statt. Auch im Rundfunk ist der neue kulturpolitische Kurs bereits deutlich fühlbar. Zum Programmleiter wurde gemäß Richard Kolb ernannt.'’ln den letzten Tagen wurden tatsächlieil auch bereits mehrere kulturpolitische Vorträge und Gespräche zum Besten gegeben, die voll von offenen und versteckten antisemitischen Bemerkungen waren. Es wäre noch zu erwähnen, daß die nationalsozialistische Presse jede Aetißerung aus liberalem -. und teilweise auch aus sozialistischem — Lager als ״jüdisch“ hinstellt, ln gleicher Weise wird auch dauernd von ״Judenpresse“ gesprochen, wobei cs selbstverständlich niemanden zu interessieren scheint, was wirklich jüdisch ist und m i t R e c h t so genannt werden darf. Der ״Angriff“ von Montag Abend berichtet über die Presse-Notverordnung unter der riesigen flammenden Ueber- Schrift ״Den Hetz juden das Handwerk gelegt״.! Was verschlägt’s, daß im Text ries Artikels von luden nicht die Rede ist? Die Fanfare dieser Ueherschrift haftet im Gej dächtnis der Anhänger, und aus dieser Giftsaat geht die Ernte auf. f u n d e n. Daraufhin hat der Gesetzgebende Rat von Kenya ein Amendement zu dem Weißbuch von 1930 angenommen, worin im Gegensatz zu den Versicherungen, daß den Schwarzen ihr Land für ewige Zeit verbleiben soll, verfügt wird, daß für Bergwerkszwecke Boden in den Negcr-Rcservationen von Weißen erworben werden darf, und zwar gegen Entschädigung in Geld. Die Invasion der goldsuchenden Weißen in das Negergebiet ist bereits in vollem Gange. In der englischen Presse hat eine überaus lebhafte Diskussioti über diese Angelegenheit eingesetzt. Die ״Times“ brachte wochenlang fast in jeder Nummer eine Aeußerung von prominenter englischer Seite dazu. Zum Teil meldeten sich Stimmen, die über den Wortbruch Englands sehr entrüstet sind und Schlimmes Voraussagen. An der Wirklichkeit aber wird dadurch nichts geändert, die Neger verlieren ihr Land. Das Geld, das sic dafür bekommen, ist für sic, wie allgemein hervorgehoben wird, wertlos, sie werden eine landlose Proletariermasse, zu Sklavendasein verurteilt. Gleichzeitig sind in Transjordanien ganze Stämme von ״Eingeborenen“ und der Landrsfiirst selbst an die jiidisehen Siedler Palästinas herangetreten mit dem Anerbieten, ihnen Boden zu verkaufen oder zu verpachten. Das Geld, das die transJordanisclien Araber hierfür bekämen, wäre fruchtbares Kapital, das mithclfcn würde, einen Teil des arabischen Landes für die Araber selbst zu entwickeln und das unbeschrei bliche Elend des Landes zu mildern. Was aber ge- Schicht? Die englische Regierung legt ihr

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