Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1933)
- Date
- 1933-02-03
- Page
- Seite 45 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kommunistische Absichten im Vorderen Orient Etnzetnummer OJtS Goldmsrk JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Anzeigenpreis: 8 ^״p. Nonpar^ illereile 0,50 G. •M Stellengesuche 0.25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10. Telefon: J 1 Bismarck 716570־. Anzeigenschluß: Dienst, g und Frei! .e n.chtnitt.g. 4 Uhr Po.!Scheck.Konten: Berlin 17392, Basel V 9355, Belgrad 68032, Brüssel 394 33, Bud.pest 596 93, Danzig 1973. Haag 140 470. Prag 59410. Rig. 4155, Str.Shurg 164 30, W.mchau 190 708. Wien 156 030. B.nk -Konten: Dresdener B«nk, Depositen - Kasse Berlin. Kurlürstend.mm 52. Rumänische Kreditbank, Cernauti (Rumänien); Angl״ P,leine Co. in H.il«; Jerusalem, Tel - Aviv. Nummer 10'/ | Berlin, 3. II. 1933 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ז שבט תרצ״ג | xxxvm. jahrg. Per Zionismus erstrebt tOr das )Qdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.״ Wieder Wahlen 1 Am 5. März sollen wieder Reichstags- und, aller Wahrseheinlichkeit nach, auch preußische Landtagswahlen vor sich gehen. In den Kreisen der neuen Regierung hofft man, daß der Ausgang der Wahlen eine Klärung der Situation, d. h. dem Regierungsblock eine klare Mehrheit bringen wird. Es wird freilich auch angedeutet — die ״Tägliche Rundschau“ äußert sich in diesem Sinn —׳ daß die Koalitionsgenossen, Deutschnationale und Nationalsozialisten, nicht mit den gleichen Absichten in den Wahlkampf ziehen. Hitler hofft, so heißt es dort, sich nach den Wahlen durch eine Koalition mit dem Zentrum oder sonstwie von der Vormund- Schaft der Deutschnationalen zu befreien; wieweit das stimmt, vermögen wir nicht zu beurteilen; daß aber die National- Sozialisten danach streben müssen, in immer höherem Maße ihre Macht zu vervollkommnen, liegt auf der Hand. Die neue Regierung hat einen Aufruf erlassen, der sich in seinen proklamatorisehen Teilen im wesentlichen mit den Grundgedanken deckt, die Herr von Papen seinerzeit schon verkündet hat: nationaler Oedanke, Christentum, Familie sollen die Elemente des geistigen Wiederaufbaus sein. Vom Judentum ist mit keinem Wort die Rede;'das ist begreiflich, denn das Judenproblem spielt für Deutschland eine viel zu geringe Rolle und Regierungsproklamationen sind schließlich keine Volksversammlungsreden, Dennoch wäre dies wahrscheinlich anders, wenn die Nazis allein am Ruder wären. Auch die Presse aller Richtungen spricht nach dem Amtsantritt der Regierung wenig von Judentum und Antisemitismus. Lediglich die ״Frankfurter Zeitung“ analysiert anläßlich der Machtergreifung Hitlers die geistigen Grundlagen des Nationalsozialismus und schreibt dabei: ״. . . Es war nicht zu begreifen, daß der so berechtigte Wunsch des Volkes, einen Ausweg aus dem Elend zu finden, daß seine Glaubensfreudigkeit an das Wunder in der Politik so skrupellos durch Führerschaft und Presse des Nationalsozialismus benutzt werden konnte. Die Triebkräfte, aus denen die Bewegung Leben gewonnen hat, gründen sich zum größten Teil auf dem gemeinsten und kleinlichsten aller Instinkte: auf dein Antisemitismus. Es zeugt von einer ungeheuren Verachtung der seelischen Kräfte unseres Volkes, wenn man sein Vertrauen auf dem Wege des Antisemitismus zu gewinnen sucht. Denn ein wahrhaft selbstbewußter Mensch hat es nicht nötig, eine andere Rasse zu hassen, um der eigenen Bedeutung bewußt zu werden.“ Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, wollten die deutschen Juden aus dem Schweigen über die Judenfrage in der Regierungs-Erklärung den Schluß ziehen, daß diese Frage ver- Die American Palestine Campagne New York, den 1. Februar (J. T. A.). Mit einer im Hotel Astor in New York abgehaltenen feierlichen Sitzung, an der 500 im öffentlichen Leben Amerikas stehende Juden aus allen Teilen der Vereinigten Staaten teilnahmen, wurde der diesjährige Palestine Campaign eröffnet. Zum Vorsitzenden des Direktorenrates des Campaign wurde der frühere Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Louis Lipsky, gewählt. Ehrenvorsitzende sind der Präsident des American Jewish Committee, Dr. Cvrus Adler, der Gouverncur des Staates New York, Herbert Lehman, Richter Julian W. Mack, Felix M. War bürg und Dr. Stephen W ise. Begrüßungstelegramme von Gouverneur Lehman, Nahum Sokolow und Dr. Chairn W ei z mann wurden unter dem begeisterten Beifall der Anwesenden verlesen. Das Telegramm von Gouverneur Lehman lautete: ״Seit vielen Jahren habe ich den Wunsch, Palästina mit eigenen Augen zu sehen, als die Stätte der Liebe und der Begeisterung all jener, die ein friedliches Leben der Arbeit führen wollen, für das Land, welches in der wunderbaren Tradition des Judentums aufgebaut wird. Die jüdischen Chaluzim gehen nach Palästina mit dem Ideal im Herzen, ihr eigenes Leben aufzubauen, ohne jemandem schaden zu wollen und mit voller Achtung der Rechte und Bestrebungen ihres Nachbarn.‘1 Lipsky teilte mit, daß im Verlaufe des Jahres 1932 ln Amerika für die Institutionen der Jewish Agency 574 000 Dollars aufgebracht wurden, davon sammelte allein die Hadassah 206000 Dollars. Ueber den Aufbau Palästinas und die Lage des Keren Hajessod in diesem Aufbau sprachen dann Felix M. Warburg, Dr. Cyrus Adler, Morricc Rothenberg־, Rabbi Samuel Schulmann und Richter Julius Lewis. Die Stimmung war eine sehr gehobene. ״\!lgentcl1ter Zionismus“ Das Zionistische Landcskornitee für Oesterreich veröffentlicht als Nr. 2 seiner Schriftenreihe eine Broschüre ״Probleme des Allgemeinen Zionismu s“. Die Broschüre enthält das Programm des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten, ferner eine ausführliche Abhandlung von Prof. Brodctsky über das Thema ״Allgemeiner Zionismus“. Es handelt sieh um einen Aufsatz, aus dem die ״Jüdische Rundschau“ bei früherer Gelegenheit bereits Teile wiedergegeben hat. Den Abschluß der Broschüre bildet ein Aufsatz, von Dr. Schwarzbarth (Krakau) ״Wo bleibt die Ichud-Bewegting des Allgemeinen Zionismus?“ Der Verfasser ruft dazu auf, die Differenzen innerhalb des Allgemeinen Zionismus zurückzustellen und zu einer einheitlichen Bewegung zu gelangen, gessen werden wird. Daß die Nationalsozialisten mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung in Deutschland und in der Welt ihre zweifellos zu antisemitischen Exzessen hinneigenden Anhängerscharen im Zaume »galten, ist noch kein Beweis, daß sie von praktisch realen Maßnahmen gegen die Juden absehen werden. Im nationalsozialistischen Programm heißt es: ״Der Antisemitismus ist gewissermaßen die gefühlsmäßige Unterlage unserer Bewegung“. Der erste Tag der hitlerischen Rcichskanzlerschaft ist ohne besondere antijüdische Ausschreitungen vorübergegangen. Aber schon am zweiten Tage gab es an der Berliner Universität antisemitische Demonstrationen und viele Nazistudenten zogen unter Führung eines Nazi- Abgeordneten vor die Börse, wo sie ihr altgewohntes ״Juda verrecke“ im Sprechchor den Börseliesuchern zu Gehör brachten. Am gleichen Tage überreichten die Nazi-Studenten in Breslau dem Rektorate eine Anzahl von Forderungen, von denen eine die Sistierung der Vorlesungen Prof. Cohns verlangte. Rektor Brockelmann hat •die Forderungen entgegengenommen und deren Prüfung zujgcsagt. Cohn hat daraufhin ״freiwillig“ auf seine Vorlesungen verzichtet. Der Fall Cohn scheint somit erled igt zu sein, bevor noch der bisherige kommissarische Bildungsminister Kachler durch den nationalsozialistischen Studien rat Rust ersetzt ist. Die nächsten Wochen mit ihren leidenschaftlichen Wahlkämpfen werden voraussichtlich den Beweis erbringen, daß das antisemitische Programm der Nationalsozialisten noch lebenskräftig ist. Woher soll der Zuwachs an Stimmen für die Regierung kommen? Zum großen Teile wohl aus den Schichten, die bisher für die Sozialdemokratie, für die Staatspartei, das Zentrum und auch für den Kommunismus gestimmt haben. Was aber ist im Deutschland von heute in der Agitation zugkräftiger als die Warnung vor der Mißleitung durch ״jüdische“ (marxistische, demokratische usw.) Führer? Es ist anzunehmen, daß neben vielen Versprechungen der Regierungspartei auf wirtschaftlichem Gebiete die Forderung nach Abkehr von der ״jüdischen Führung“ im Wahlkampf eine große Rolle spielen wird. Noch hat der Wahlkampf nicht begonnen. Aber schon heute kann man sagen: in viel stärkerem Grade als bisher wird es während der nächsten Wochen den Juden in Deutschland zum Bewußtsein kommen, wie sehr sie aus dem politischen Leben ausgeschaltet sind. Vielleicht wird diese Erkenntnis zu einer stärkeren Selbstbesinnung fuhren. Und dies wäre, der einzige Gewinn, den die deutschen Juden in der gegenwärtigen Lage erzielen können. In aller Kürze Die Handelskammern Palästinas treffen Vorbereitungen zu möglichst weitgehender Beteiligung Palästinas an der' Weltausstellung in Chicago i933. Zahlreiche jüdische Firmen Palästinas werden ihre Erzeugnisse in Chicago ausstellen, mehrere hundert Palästinenser werden sich zum Besuch der Ausstellung nach Chicago begeben. In der am 31. Januar abgehaltenen Vorstandssitzung des Deutsch-Israelitische 11 Ocmeinde-Bnndes ist Direktor Heinrich Stahl, Mitglied des Vorstandes und Leiter des Wohlfahrtswesens der Jüdischen Gemeinde Berlin, als Nachfolger von Professor Sobernheim zum ersten Vorsitzenden des Bundes gewählt worden. Die transjordanische Regierung hat der Palestine P o t a s h Company, einem jüdischen Unternehmen, ein umfangreiches Bodenarea! in der Nähe des Toten Meeres zur Verfügung gestellt, knüpfte aber hieran die Bedingung, daß der Boden nur zu geschäftlichen Zwecken und nicht für jüdische Kolonisation verwendet werden solle. ln London wurde soeben der Palestine Cooperafive Investment Trust, Ltd., mit dem Ziele gebildet, eine Investierung von Geldern in cicu zentralen Kooperativ-Institutionen Palästinas zu fördern. Während seines Aufenthaltes in Prag wurde Dr. Bernhard Kahn von der Tochter des Präsidenten Masaryk, Dr. Alice Masaryk, zu einer Aveistiindigen Besprechung empfangen. Gründimrf eines Pm-Haits-Komhees in Berlin. Auf fnitiative des Herrn Ahr. Brandstetter, Haifa.fand kürzlich in Berlin eine Zusammenkunft einer Reihe von Ziomstep statt. Hierbei wurde von den Herren Brandstetter und Ing. Joseph Loewv, Haifa, auf die große Bedeutung und die außerordentliehen Entwicklungsmögliclikciten Haifas hingewiesen, sowie auf die Gefahr, daß diese Entwicklung sich ohne genügend große Beteiligung der Juden vollziehen könnte. Auf Anregung der Herren wurde beschlossen, in Berlin ein ״Pro-1 iaifa-Komitee“ zu bilden. Dieses Komitee hat die Aufgabe, durch Pressepropaganda und Veranstaltungen auf die wachsende Bedeutung Haifas hinzuweisen, dafür zu sorgen, daß der Touristcn-Verkehr in stärkerem Maße als bisher auch Haifa berücksichtigt, wirtschaftliche Möglichkeiten und Projekte zu bearbeiten und zu propagieren, mit dem kürzlich in Palästina selbst geschaffenen ,,Pro-Haifa Komitee“ zusammenzuarbeiten usw. Das vorbereitende Komitee besteht aus den Herren: Prof. Dr. Otto Warburg, Sau.-Rat Dr. Benno Lcwv und Dr. Elias Auerbach. Die Durchführung der ersten praktischen Arbeiten wurde einem kleineren Komitee, bestehend aus den Herren Kurt Ruppin, Dr. E. Ascher und Walter Roth, übertragen, Innere Sicherheit Das Ereignis, an dessen Bcvorstchcn niemand recht;glauben wollte, ist über Nacht zur Tatsache geworden: Hitler ist Reichskanzler des Deutschen Reiches. Damit hebt eine neue Entwicklung an, die uns zwingt, die Lage im Lichte der Wirklichkeit zu sehen. Konnten wir doch im letzter. Abschnitt deutsch-jüdischer Geschichte, also etwa seit den September-Wahlen 1930, immer wieder die Beobachtung machen, wie das Verhalten der Juden durch das Bestreben gekennzeichnet war, die Wirklichkeit zu verschleiern, sich seihst und andere durch Ent- Stellung der Tatsachen irrezufiihrcn. Von welchen ״Juden“ sprechen wir? Gewiß nicht von den volksbewußten Juden, deren Sprachrohr die ,,Jüdische Rundschau“*' ist Aber leider wirkt sich das Auftreten unlegitimierter, einzelner Juden nach außen und innen auch als ״jüdisch“ aus. Die deutsche» Juden sind politisch unorganisiert, atomisiert und in wahrstem Sinne führerlos. Sie glauben noch heute, als Eitizelindividuen, ohne Zusammcnhatig mit einer jüdischen Gesamtverantwortung, Politik machen und Wortführer sein zu können, und auch diejenigen von ihnen, die für sich persönlich die Zugchörigkeit zum Judentum hzw. zur jüdischen ״Religionsgemcinschaft“ nicht ableugnen, erkennen nicht, daß diese Zugehörigkeit auch von Belang für ihr öffentliches Wirken ist. Auch die fortschrittlichsten und demokratischesten Persönlichkeiten dieser Art sehen keine Beziehung zwischen ihren ״Fortschritts״gcdanken und dem Judentum, das sie ein für alle Mal als verstaubtes Relikt einer ״unaufgeklärten“ Zeit betrachten. Die An- Wendung der Grundsätze moderner Politik auf das Judentum als solches, — das ist ein Novum, ist erst durch den Zionismus überhaupt in den Gesichtskreis gerückt worden, und der Prozeß des Umdenkens, der damit hätte einsetz.cn müssen, ist bei den Juden noch kaum begonnen,jDie deutschen Juden, durch die Schule der Assimiiation und des Liberalismus durchgegangen, verstanden sich einer jüdisch orientierten Zusammenfassung zu entziehen; sie vertrauten sieh teilweise Vereinen altväterischer Art an, die ihre Mitglieder in ihrer gewohnten Denkungsart bestärkten und jeden Gedanken moderner jüdischer Politik zu unterdrücken verstanden. Das zionistisclre Judentum hat zwar vielfach erzieherisch gewirkt und wir merken Spuren dieses Wirkens auch bei nichfzionistischen Juden; aber da der Zionismus — besonders in der ausschlaggebenden Nachkriegszeit — mit praktischen Aufgaben überlastet war, ist seine geistigpolitische Auswirkung iin Diaspora-Judentum ungenügend gewesen. Erst der letzte Dclegiertentag der Zionistischcn Vereinigung für Deutschland hat hier eine neue Initiative ergriffen. Heute ist: es unmöglicli, schlechthin vom ,.deutschen Judentum“ zu sprechen. Die Gesamtorganisationen, soweit sie bestehen, sind auch dies kann offen aus-' gesprochen werden — iin wesentlichen politisch belanglos geblieben. Sie begnügen sich mit der Vcnvaltung von Wolilfahitsgeldcm und Bezirksrnbbinafen, aber einen neuen Geist vermochten sie im Judentum nicht zu erzeugen. Wir Zionisten sind oft genug als Kritiker hervorgetreten. Seit 40 Jahren kämpfen wir gegen die Selbstverleugnung und den Kleinmut, der sich im Judentum eingenistet hat. Auch in den letzten zwei Jahren haben wir mit unserer Meinung nicht zurückgehalten. Das Verhalten mancher Juden war für das Judentum nicht ehrenvoll. Eine allzu primitive Handhabung der Abwehr des Antisemitismus, ein Nichtverstehcnwollen der damit zusammenhängenden tieferen Probleme, eine Geringschätzung der für uns wichtigsten, jüdischen Seite der Judenfrage machten es möglich, daß ein großer Teil der Juden mit ihren Angst- bzw. Erleichterungsgefiihlen einfach die Kurve des Auf- und Abstiegs nationalsozialistiscber Chancen begleiteten. Angesichts des offenen, Feindes, der sich selbst durch wüste antisemitische Agitation kenntlich machte, schien den deutschen Juden oft mancher Zustand annehmbar, über den man sich wohl ereifert hätte, wäre keine nationalsozialistische Gefahr im Hintergründe gewesen; und all dies mit einer Genügsamkeit, die keineswegs begleitet war von der Einsicht in die spezifische jüdische Tragik und die hier aufbrechenden Probleme des Judeseins, sondern die umgekehrt zu einer Verkennung aller wirklichen Sachverhalte und zu einer Abstumpfung gegenüber den Manlfestationen des Judenschicksals führte. Man glaubte sich gegen den vordringenden Antisemitismus innerlich schützen zu können, indem man den Nationalsozialismus bagatellisierte. Dieses Verbergen vor der Wirklichkeit ist zu Ende. In Wahrheit stellt das Leben in Deutschland bereits seit langer Zeit unter dem nationalsozialistisehen Druck. Ganz abgesehen davon, daß Juden aus