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Jüdische Rundschau · 1933-01-31 · Heft 9 (31.1.1933) · p. Seite 41

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 9 (31.1.1933)
Date
1933-01-31
Page
Seite 41 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,23 Goldmark Zwei französische jüdische Bücher JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u. Freitag. Bezugspreisbeider Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Redaktion, Verlag und Anzeigen -Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr. 10. Telefon: J 1 Bismarck 716570־. P ostscheck - Konten: Berlin 17392. Basel V 9355, Belgrad 680 32. Brüssel 394 33. Budapest 596 93, Danzig!973, Haas 140 470, Prag 59410, Riga 4155, Straßburg 164 30, Warschau 190708, Wien 156030. Bank-Konten: Dresdener Bank, Depositen - Kasse Berlin, Kurfürstendamm 52, Rumänische Kreditbank, Ccrnauti (Rumänien); Anglo Palestine Co. in Haifa; Jerusalem, Tel-Aviv. Nummer 9 | Berlin, 31.1.1933 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ד שבט תרצ״ג | xxxvm. Jahrg. Der Zionismus erstrebt fOr das Jüdische Volk die 1 Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseier Programm." Regierung Hitler Abdullahs Rückzug Transf ordanien - Plan nicht definitiv gescheitert? Jerusalem 2G. Januar. (J. T. A.) Das vom Emir Abdullah von Transjordanien herausgegebene offizielle Communiq ti e über die Annullierung des Bodenpachtabkommens mit einer jüdischen Gesellschaft lautet: ״Die über die Verpachtung von Regierungsbßden an eine ausländische Gesellschaft oder ausländische Staatsangehörige verbreiteten Gerüchte werden vom Palast des Emirs als grundlos erklärt. Der Emir zieht das betreffend die ״acht der erwähnten Böden gemachte Angebot zurück. Von heute ab sind diese Böden nicht zu verkaufen.“ ■ Das Commimique wird von der arabischen Presse mit Genugtuung verzeichnet. Einzig ,,Falastin“, das Organ der Arabischen Exekutive, scheint noch einen Rest von Mißtrauen in die Absichten des Emirs zu hegen, denn die Zeitun״ bemerkt in ihrem der Transjordanien-Angclcgenheit gewidmeten Leitartikel, es wäre zu wünschen, daß der Emir seine Erklärung wirklich wahr macht, man habe das Gefühl, daß das Commimieue hauptsächlich darauf nb/ielt, die Gemüter zu beruhigen. Die jüdische Presse gibt das Coimnuniqne ohne Kommentare wieder. Einer Abordnung palästinensischer Araber gegeniiber, die ihn am 25. Januar in Amman besuchte, erklärte der Emir Abdullah, er habe bis jetzt keinen Boden an Juden verkauft und auch kein definitives Abkommen über Bodenpacht unterzeichnet. Er habe lediglich eine O p t i o n über Pacht eines bestimmten Bodenareals vergeben, habe aber nachträglich bcschlossen, diesen Boden an Ausländer nicht zu verpachten. Der Emir ermächtigte die arabische Presse, mit- Zuteilen, daß er jeden Gedanken an eine Verpachtung von transjordanischem Boden an Ausländer fallen gelassen h a b e. ln Jerusalemer jüdischen Kreisen glaubt man trotz all dieser Versicherungen des Emirs Abdullah nicht, daß der Plan einer Pacht oder eines Kaufs von Boden in Transjordanien durch Juden definitiv erledigt ist. Man weist darauf hin. daß zahlreiche Oberhäupter transjordanischer Stämme Bodenkau fange hote an Juden gemacht haben und an dem Abschluß der Bodentransaktionen außerordentlich stark intercssiert sind. Die Option auf Bodenpacht mit Vorkaufsrecht, die der Emir an eine jüdische Gesellschaft vergeben hat, läuft erst in sechs Monaten ab, bis dahin könne eine Lage cintreten, die dem Abschluß des Geschäfts günstiger ist. Die wirtschaftliche Lage in Transjordanien vorschlimmert sich zusehends und ehie Aussicht auf Besserung sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die Jerusalemer jiiclischen Kreise erwarten, daß der Plan, einen Teil Transjordaniens durch jüdische Arbeit zu entwickeln, wozu ein langfristiger Bodenpacht- oder ein Bodenkauf-Vertrag Voraus- Setzung ist, bald wieder aktuell werden und schließlieh zu einem Resultat führen wird, Mitkal Pascha, der transjordanische Stammeshäupt- Üng, von dem im Zusammenhang mit den Bodenangeboten wiederholt die Rede war, sandte dem politischen L.eiter der Palästina-Exekutive der Jcwish Agency, Dr. Chaim Arlosoroff, eines seiner besten Pferde als Pfand freundschaftlicher Beziehungen zur Jcwish Agency. Arabische Exekutive!ordert Verbot des Bodenkaufs Jerusalem, 26. Januar. (J.T. A) Die Arabische Exekutive Palästinas ließ dem High Commissioncr Sir Arthur Wauchopc ein Memorandum überreichen, in dem der Erlaß einer Verordnung gefordert wird, nacli der es den Juden verboten sein soll, weiteren Boden in Palästina zu kaufen. In dem Memorandum wird gegen die Regierung der Vorwurf erhoben, daß sie, die doch wiederholt erklärt hat, daß in Palästina nicht genug anbaufähiger Boden für alle seine Einwohner vorhanden ist, dennoch die Juden darin unterstützt, Boden aus arabischem Besitz zu erwerben. Diesen Widerspruch könne sich die Arabische Exekutive nur dadurch erklären, daß die Regierung unter dem Einfluß z i o n i s t i s c 11 e r P 0litiker steht. Zum Schluß des Memorandums kündigt die Arabische Exekutive den Erlaß einer Proklamation an, die es jedem Araber unter Bann-Androhung verbietet, Boden an Juden zu verkaufen. In aller Kürze Am 18. Januar wurde ein Bombenattentat auf das Haus des Scheichs Maclimud Dajani in der Nähe des Jaffa- Tores in Jerusalem ausgeübt. Die Bombe explodierte um 2 Uhr nachts. Es wurde erheblicher Schaden angerichtet und die Fensterscheiben aller Nachbarhäuser zerschlagen. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Der strenge Winter hat N o t 11!1 d Elend 'unter der polnischenjudcnheitin Stadt und Land zu einem kaum mehr erträglichen Maße gesteigert. In Warschau sind Tausende jüdische Familien ohne Nahrung und Heizmaterial. Gemäß einem Ucbercinkommcn zwischen dem spanischen Gesandten in Athen und dem griechischen Außenminister Rhallvs hat die spanische Regierung 219 jüdischen Familien Salonikis, deren Staatszugehörigkeit umstritten war, die s p a - nische Staatsbürgerschaft verliehen. Die gricchisehe Regierung hat diesen Akt anerkannt. Mehrere dieser Familien sind inzwischen zum Teil nach Palästina, zum anderen Teil nach Frankreich ausgewandert. Die Organisation der jüdischen LehrerBulgariens unternimmt eine Exkursion nach Palästina zum Studium des hebräischen Schulwesens und zur Sammlung von Erfahrungen für die Erziehung der jüdischen Schuljugend für Nationalfondsarbeit. Trotz der schweren Wirtscliaffsdeprcssion in Amerika haben die Geldüberweisungen amerikanischer Juden an ihre osteuropäischen Verwandten nicht aufgehört. Im abgelaufenen Jahre (von Januar bis September) sind allein durch den Lilas 774 000 Dollar in 448 00° Sendungen überwiesen worden. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und die Bildung einer Regierung, in welche die Nationalsozialisten die wichtigsten Machtpositionen innc haben, beendet einen Zustand der Unklarheit und sich immer erneuernden Verwirrungen, der die letzte Epoche innerer deutscher Geschichte charakterisiert. Wir stehen als Juden vor der Tatsache, daß eine uns feindliche Macht die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen hat. Wer ein Gefühl für Realität hatte und sich nicht durch die Beschwichtigungen der liberalen Presse, die immer wieder einen Zerfall der nationalsozialistischen Bewegung zu sehen glaubte, beirren ließ, konnte sieh freilich keiner Täuschung darüber hingeben, daß die in den großen nationalsozialistischen Wahlerfolgen zutage getretene politische Umgruppierung und geistige Umstellung des deutschen Volkes früher oder später auch in der Zusammensetzung der Regierung ihr Widerspicl finden müsse. Der Nationalsozialismus ist eine j ti d c n f e i n d 1 i c!1 e Bewegung, er ist programmatisch in einem Malle antlseinit's I! wie es noch keine Partei war, er verdankt der Skrupel! ־!•en Juden hetze* einen großen Teil seiner agitatorischen Erfolg ׳. Di s konnte uns aber nicma's verhindern, die Tatsache anzuerkennen, daß der Nationalsozialismus eine entscheidende Kraft im deutsehen Volke geworden ist, die geringzuse'iälzeii irrig wäre. Darum haben wir uns auch, als Hitler am 13. August und am 23. November vom Reichspräsidenten abgewiescu wurde, kt ir.eswegs so erleichtert und befriedigt gezeigt, wie ein Teil der Judenschaft, der Gesamtzusaminenhänge nicht sehen w'P und an den politischen Einzelerscheinungen des Tages haftet. Hit'er fand Gegner und Widerstände, aber wenn ihm im letzten halben Jahr der Weg zur!Macht versperrt war, so gewiß nicht wegen seines antisemitischen Programms. Eher kann man sagen, daß unter dem Drucke der Hitlcrpar'ei auch 0'1n: Machtergreifung Hitlers die Ausschaltung der Juden bereits betrieben wurde. Die ,,Jüdische Rundschau“ hat anläßlich der ersten Abweisurig Hitlers auf die augenfällige Parallele mit dem Schöpfer der christlich-sozialen Partei in Wien, Dr. Lueger, hingewiesen. Lueger, der zu seiner Zeit für die ganze Welt ebenso die Symbolgestalt des Antisemitismus war wie Hitler heute*, wurde nach seiner Wahl 711m Wiener Bürgermeister zweimal von Kaiser Franz Josef abgewiesen. Das dritte Mal mußte er bestätigt werden und errang so einen Triumph über den alten Kaiser. Unsere Vermutung, daß Hitler denselben Weg gehen wird, hat sich bestätigt. Noch vor 24 Stunden war man über die Lösung der Regierungskrise durchaus im Unklaren. Noch schien zwischen den einzelnen Gruppen der Rechten, die sich vor kurzem erbittert untereinander bekämpft haben, keine Einigung möglich. Auch die Rolle der einzelnen Persönlichkeiten in diesem Endspiel ist schwer zu durchschauen, aber es ist nicht unsere Sache, sie zu beurteilen. Die rechtsstehende ״D. A. Z.“ stellte in ihrer Sonntagsausgabe fest, daß Hindenlntrg sieh bisher stets entschieden geweigert hat, Hitler als Führer eines Präsidial-Kabinetts 711 akzeptieren, und da Hitlers Chaneen auf eine parlamentarische Mehrheit gering sind, stellte die ״D.A. Z.“ die Frage: ,,Hofft der Reichspräsident, daß die Hitler-Bewegung nachgeben wird oder hat er sich entschlossen, selbst nachzugelien?“ Die Zeitung will damit wohl sagen, daß beide Möglichkeiten ausschekicn. Die Mehrheit der Mandatskommission für den Gesetzgebenden Rat in Palästina (Von unserem Genfer Mitarbeiter.) K-y, Genf, den 23. Januar. Der dem Völkerbtmdrat vorliegende Verhandlungsbericht der Ständigen Mandatskommission ist ein dicker Band von 375 Seifen in quarto, der in normaler Buchform etwa 800 Druckseiten ausfüllen würde. Die Kommission hat nämlich während ihrer vorjährigen Novembertagung die Jahresberichte der Mandatarmächte aller 14 Mandatsgebiete — selbst, und dies 711m letzten Male, des schon emanzipierten Irak — zu prüfen gehabt, da im Jahre 1032 aus Sparsamkeitsgründen nur eine Tagung abgehalten wurde. Diese Tagung hat volle fünf Wochen ’gedauert und daher der so außerordentlich voluminöse Verhandlungsbericht. Aus bereits früher veröffentlichten Berichten sind den Leserti der ״Jüd. Rundschau“ die Einzelheiten der Palästina- Debatte sowie die dem Rate vorgeiegten Schlußfolgerungen der Kommission bekannt. Im großen und ganzen hat sich die Kommission von der Abgabe eines Urteils über die allgemeine Politik der Mandatarmacbt enthalten. Sie hat bloß festgestellt, daß ״das Jahr 1931 für Palästina eine Periode von Ruhe und Wohlstand gewesen ist“. Denn wohlgemerkt: Dieser Verbandlungsbericht und die Schlußfolgerungen, die erst Anfang 1033 das Tageslicht erblicken, beziehen sich auf Prüfungen der Kommission, die sie über den Jahresbericht der Verwaltung Palästinas ü b c r d a s Jahr 1931 angestellt hat. Wir hüben also in diesem Falle mit dem Beispiel eines doppelt langsamen Völkerbundvcrfahrens zu tun. In den an den Rat gerichteten ״Bemerkungen“ der Kornmission verdient ein kurzer und scheinbar ganz harmloser Satz besonders hervorgehoben zu werden. In diesem Satze ״nimmt die Kommission zur Kenntnis“ die Erklärung des Oberkonin1iss;:r=, die besagt, daß ״nach Inkrafttreten des neuen Gc- 1m׳i;;d.';yesctzdk entsprechende Schritte unternommen werden, l um einen Gesetzgebenden Rat in Palästina ins Leben Während diese Zeilen in Druck gehen, sind die Grundlagen, auf denen das neue Kabinett gebildet, wurde, noch nicht bekannt. Unklar ist vor allem, ob das Zentrum eine pariamentarische Lebensform des Kabinetts ermöglicht. Die Regierung scheint auf die Unterstützung von Gruppen angewiesen zu sein, die durch ihre Grundsätze und durch das (iebot politischer Klugheit gebunden sind, über die Wahrung der verfassungsmäßigen Grundrechte der Staatsbürger zu wachen. Den Reichs- Präsidenten, der 1 litler ernannt hat, bindet sein Verfassungscid, seine moialische Autorität und seine internationale Reputation. Die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der deutschen Juden ist aber i n d e r k e i e 11 s v e r fass u n g v crankcrt Stelle schrieben: ״Wird Hitler Reichskanzler, dann darf doch nicht das Programm der ״aliomilso/inüsiischrn Partei mit seinen bekannten antiji'ulischeii Satzungen das Programm des Deutschen Reiches werden. Als Parteiführer konnte Hitler sich auf die von ihm fanatixierten Massen stützen, als Reichskanzler muß er wässern, daß Deutschland aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt ist, die Anspruch auf Respektierung ihrer Ligenart haben.“ Die deutschen Julien, von der Partei des Reichskanzlers dauernd bedroht und beleidigt, lierabgewürdigt und verleumdet, fordern von i oder Regierung, welche es auch sei, die Respektierung ihrer Existenz, ihrer Ehre und Art. Die ganze Welt blickt heute auf DeuUchian 1, insbesondere das jüdische Volk. Trotz der numerischen Geringfügigkeit des deutschen Judentums steht für alle Juden der Welt das Schicksal der deutschen Juden itn Mittelpunkt des lutere־•:es. Wir sind überzeugt, daß auch im deutschen Volk die Kräfte noch wach sind, die sich gegen eine barbarische antijüdische Politik wenden würden. Darüber hinaus aber ist Deutschlands Stelhing innerhalb der gesamten Kulttirnafionen abhängig von seinem Verhalten in der Judenfrage. Auch ein nationalsozialistisch regiertes Deutschland kann die Verschlungcnheit der internationalen Beziehungen nicht ignorieren. Die deutschen Jude 11, denen die neue Wendung• nicht unerwartet kommen kann, haben ihre innere Ruhe und Würde zu waiiren. Es ist selbstverständlich, daß das deutsche Judentum sich gegen jeden Versuch der formalen und tatsächlichen Entreclilung und!Depossedierung mit allen Mitteln und aller Energie zur Wehr setzen w i r cl. Diesen Kampf kann nur ein Judentum führen, das von unbeugsamem Stolz auf sein Volk d::.11׳ erfüllt ist. Mit Versuchen der Anpassung und Selbstverleugnung ist es vorbei. Die deutschen Juden, die den falschen Parolen ihrer Führer von gestern vertraut haben, und sich dem Glauben an fortschreitende Besserung durch ״Auf-, Klärung“ hingaben, verlieren den Boden unter den Füßen. Angesichts der geschaffenen Bedingungen nitül das deutsche Judentum mehr als bisher sich zur Selbsthilfe zusammenschlicßcn. Den Geist des Judentums lebendig und aktiv zu erhalten — das ist die Aufgabe. Niemals war es so wichtig wie jetzt, den Glauben an das Judentum und seine Zukunft fest und uiicrschütterlich zu machen. Das jüdische Volk ist der Träger r.nvergänglicher Werte, der Fortseizer einer unvergleichlichen Geschichte. In Zeiten der Gefahr und in Zeiten der Not gilt zu rufen“. Diese kurze und wenig besagende ,,Bemerkung•'• hat eine recht I a n g e V o r g e s c In c 11 t e , deren wohl nur teilweise zum Druck gebrachte Spuren von jedermann in dem Verhandlungsbericht nachgelesvn werden können. Die politisch weitaus wichtigste Frage, mit der sich die, Kommission anläßlich ihrer letzten Palästina-Debatte zu be* schäbigen hatte, war der von Oberkomrnissar Sir Artuf Wauchope als bevorstehend nugckiindigtc neue Versuch def Schaffung eines Gesetzgebenden. Rates. Jeder aufmerksame Leser des Verhnndhingsberichtex wird leicht feststellen können, daß die Mandatskommission diese Ankündigung Sir Artur Wauehopcs mit Genugtuung aufgenommen hat. Anlaßlieh der Debatte über den Jahresbericht, der die Vertreter der Mandatarmacht beiwohnen, stellten die Mitglieder der Kommission an Wauchope mir sehr wenige Fragen über die geplante Finfülirung des Gesetzgebenden Rates. Bloß ein einziges Mitglied, der Holländer van Rees, brachte Bedenken zum Ausdruck und sprach davon, daß eine solche Maßnahme vielleicht übereilt wäre. Der Oberkommissar bcruhigte ihn mit der Erklärung, daß die Regierung erst nach Inkrafttreten des Oemeindegcsetzcs in Verhandlungen mit den Führern beider Bevöikeriingsteile über die Einrichtung des Gesetzgebenden Rates treten wird. Der eigentliche Meinungsaustausch der Kommission über die Frage des Gesetzgebenden Rates fand jedoch in Ab- Wesenheit der Vertreter der Mandatarmacht statt, und zwar anläßlich der Debatte über eine von dem ״Kongreß p a 1 ä s t i n e 11 s i s c h - a r a h! s c h e r F r a u e n“ zugesandte Petition. Die Petition enthielt eine Reihe sachlicher Klagen über das Vorgehen der Regierung auf verschiedenen sozialwirtschaftlichen Gebieten, aber gipfelte in der Forderung nach Abschaffung der Balfourilcklaration und des Mandates und nach Anerkennung der Unabhängigkeit Palästinas gemäß dem Vorbilde Iraks. Gemäß den Bestimmungen des Verfahrens prüft die Kommission Petitionen ohne persönliche Teilnahme des Vertreters der Mandatarmacht, Die englische Regierung hat der Kommission die arabische Petition mit ziemlich ausfiihriichen, schriftlichen Aufklärungen übermittelt, und die in ihr enthaltenen Klagen (über Ernennung von Beamten nichtes, stell diese Tatsache mit aller Kraft ins Be׳

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