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Jüdische Rundschau · 1933-01-06 · Heft 2 (6.1.1933) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 2 (6.1.1933)
Date
1933-01-06
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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Seite 8 J&DISCHE RUNDSCHAU Nr. % 6.1.1933 in der hier geschilderten Weise seit einer Reihe von Jahren Bodenverkäufe in der Küstenebene an die Juden erfolgt sind, wobei die Verkäufer den Kauferlös zur Intensivierung ihrer Wirtschaft verwendet haben. Ein nicht unerheblicher Teil der jetzt in arabischen Händen befindliehen ü r a n g e n p 1 a n t a g c 11 in der Nähe der Kolonicn Ri schon le Zion, Rcchowoth, Petach T i k w a h ist mit Geldern gepflanzt worden, die die arabischen Eigentümer für den Verkauf eines Teiles ihres Bodens von den Juden erhalten haben. Die Araber haben dabei ein glänzendes Geschäft gemacht, denn der sandige Boden, den sie zu guten Preisen an die Juden verkauft haben, brachte ihnen früher so gut wie keine Einnahmen, während sie von den mit dem jüdischen Geld gepflanzten Orangen sehr hohe Einkünfte haben. Das ganze Problem ist, rein wirtschaftlich gesehen, cigentlieh das Ei des Kolumbus. Die Araber haben Boden, der Ihnen zw Zeit wenig einbringt, weil sie nicht das Kapital besitzen, um diesen Boden richtig auszunutzen. Die Juden sind bereit, ihnen durch Kauf eines Teils ihres Bodens das Kapital zu liefern, das für die Intensivierung ihrer Wirtschaft notwendig ist. Aber zur Zeit sehen die Araber die Entwicklunp Palästinas nicht unter wirtschaftlichen, sondern unter politischen Gesichtspunkten. Eine angesehene arabische Zeitung wandte sich vor kurzem heftig dagegen, daß die Regierung sich neuerdings um die Auffindung von Wasser bemüht, weil dadurch die Möglichkeit gegeben werde, die für eine Fellachenfarm erforderliche Fläche zu verkleinern. Das zeigt, daß nicht die Wirtschaft, sondern die Politik die Stunde beherrscht. Die Juden sind bereit, ihre landwirtschaftliche Kolonisafion auf den obigen Grundlinien mit Kenntnis der Regierung und im vollen lachte der!)Öffentlichkeit zu unternehmen. Es wäre ihnen durchaus willkommen, wenn von Zeit zu Zeit ein europäischer Experte von hohem Range von der Regierung mit der Aufgabe betraut werde, die kolonisatorische Tätigkeit der Juden mit Bezug auf ihre Folgen für die Fellachen zu untersuchen. Insbesondere hätte er die Lage der arabischen Dörfer, die einen Teil ihres Bodens an die Juden verkauft und mit dem Kauterlös ihre Wirtschaft intensiviert haben, mit den anderen Dörfern zu vergleichen, welche keinen Boden verkauft und ihre alte Wirtschaftsweise beibehaiten haben. Es könnte hiernach fortlaufend in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise festgesteilt werden, oh die jüdische Kolonisation für die Fellachen von wohltätigen oder nachteiligen Folgen begleitet ist. Regierungskredite fiir Development. Aus den obigen Ausführungen ergibt sieh, daß ein großer Teil des Development-Programms ohne jede f i 1! a 11 - z i c 11 c Beihilfe der Regier u 11 g durchgefuhrt werden kann, nämlich derjenige Teil, bei dem die Juden den Boden von dem jetzigen Bearbeitern kaufen. Von einem Kredit der Regierung war nur in drei Fällen die Rede: erstens, um den Pächter!» auf dem Lande von Großgrundbesitzern im Faiie des Verkaufs des Bodens an Juden die Möglichkeit zu geben, auf einer kleiner! Bodenflache, die sie von den Großgrundbesitzen» in Erbpacht oder gegen Ratenzahlungen zu Eigentum erhalten sollen, bewässerte Kulturen anzuiegen; zweitens war ein Kredit der Regierung als erwünscht bezeichnet zur Entsumpfung des Hulegebietes, drittens zur Verbesserung der Fcllachenvirtschaft im Berglande, ln den beiden ersten Fällen ist die Kreditgewährung gerade deshalb auf einer sicheren Basis möglich, weil sie mit jüdischer Kolonisation in Verbindüng steht. Die Regierung wird den Großgrundbesitzer nur dann durch Anwendung des Pächterschutzes dazu bewegen können, seinen bisherigen Pächtern einen Teil des Bodens in Erbpacht oder gegen Ratenzahlungen käuflich zu überlassen, wenn der Großgrundbesitzer weiß, daß er nur in diesem Falle von der Regierung die Erlaubnis bekommt, seinen Boden zu verkaufen. (Als Käufer kommen nur Juden in Frage; andere Käufer zu den jetzigen hohen Preisen gibt es nicht.) Bei der Kreditgewährung für die Entsumpfung des Hulegebietes kann die Regierung nur dann darauf rechnen, den von ihr für die Entsumpfiingsarbeiten vorzustreckenden Betrag in relativ kurzer Zeit wieder zurückzubekommen, wenn sic einen Teil des ameliorierten Bodens an Juden verkauft oder in Erbpacht gibt. Ohne Zusammenhang mit der jüdischen Kolonisation sind alle Regierungskredite in hohem Maße riskiert oder sogar uneinbringlich, im Zusammenhang mit der jüdischen Kolonisation gewinnen sie eine viel größere Sicherheit. — Für die Kredite im Bergbaude besteht diese Rückendeckung durch die jüdischen Bcxienkäufe nicht; aber hier ist dafür der für eine Familie erforderliche Kreditbetrag viel geringer. Es ist die Frage, ob Rcgierungskrcdite für die oben bezcichneten Zwecke nur möglich sind, wenn die Regierung, wie es bisher beabsichtigt gewesen zu sein scheint, eine große Development-Anleihe (man spricht von צ!. Millionen Pfund) aufnimmt. Wenn die Verhältnisse des Geldmarktes für die Aufnahme eines solchen Darlehens günstig wären, so wäre gegen die Aufnahme eines solchen Darlehens unter den oben genannten Voraussetzungen nichts zu sagen. Natürlich würden die Juden dann unter Berufung auf ihre hohen Steuerieistungen und auf das Palästina-Mandat, das der Regierung die Förderung der jüdische״ Landwirtschaft zur Pflicht macht, verlangen, daß auch die jüdische Kolonisation bei der Verwendung der Development-Anleihe ihrcii gerechten Anteil bekommt. Die Frage ist aber, ob es wirklich notwendig ist, so lange zu warten, bis die Lage des internationalen Geldmarktes die Ausgäbe einer großen Development-Anleihe ermöglicht oder ob nicht die Regierung bereits heute aus ihren laufenden Mitteln für solche Kredite bereits etwas tun kann. Wir glauben, daß das letztere nicht ausgeschlossen ist. Es handelt sich bei den oben erwähnten Bodenkäufen der Juden und bei dem Liebergang der Fellachen von einer extensiven zu einer intensiven Wirtschaft um einen Prozeß, der viele Jahre in Anspruch nehmen miß?. Ebenso ist auch die Entsumpfung des Hulegebietes «ine Arbeit, die sich auf eine Reihe von Jahren verteilt. Die Regierung könnte also, wenn sie in ihr Budget jährlich einen relativ gar nicht so hohen Betrag, sagen wir £P. 100—200.000 für diese Zwecke einsetzte, die Gründung eines landwirtschaftlichen Kreditinstitutes, einerseits für Araber, andererseits für Juden, und die Drainagearbeiten im Hulegebiete im Laufe der Zeit durchführen. Es wäre sehr zu begrüßen, ■wenn sie damit möglichst bald einen Anfang macht. Noch wichtiger aber wäre es, wenn sie helfen würde, die Vorschläge der Juden, soweit sie keine Regierungskredite erfordern, in die Wirklichkeit zu überführen und dadurch ihre praktische Brauchbarkeit zu erproben. Der Streit um Prof. Cohn. In einer Unterredung im preußisehen Kultusministerium mit Rektor und Senat der Universität Breslau am 4. d. M. erklärte sich der Rektor bereit, die seinerzeit beschlossene Erklärung gegen Prof. Cohn durch eine Voll- Sitzung des Senats überprüfen zu lassen, fm preußischen Landtag haben die Sozialdemokraten eine große Anfrage in Angelegenheit der Vorgänge in Breslau im Zusammenhang mit Prof. Cohn einccbracht. Die nationalsozialistische Fraktion des Landtags braclite ihrerseits einen Urantrag ein, der sich gegen die Berufung eines jüdischen Professors an die Charlottenburger Technische Hochschule wendet. Im Anträge heißt es: ״Um unliebsame Vorkommnisse wie in Breslau hier in Berlin zu vermeiden, ■wolle der Landtag beschließen, von der Erteilung eines Lehrauftrages an Dr. Schweriner abzusehen.“ Der Bombenanschlag in Nahaial Jerusalem, 2. Januar. (J.T.A.) Die hebräische Presse Palästinas veröffentlicht einen Aufruf, jedes im Januar d. J. in Palästina geborene jüdische Kind David Jacob zu benennen zur Erinnerung an den durch den Bombenwurf in Nahaial getöteten Knaben David J a c o b i. Dies soll eine Demonstration gegen den Terrorakt sein. An die Palästina-Regierung wurde das Ersuchen gerichtet, den gesamten Nahaial- Distrikt nachts durch Scheinwerfer beleuchten zu lassen, um etwaige weitere Anschläge vereiteln zu helfen. Die Regierung scheint willens zu sein, diesem Ersuchen stattzugeben. Die Exekutive der Jewish Agencv hat soeben einen Kontrakt über den Bau von 40 neuen Wohnhäuser« in Nahaial unterzeichnet. Mit dem Bau, der als eine Kundgebung des jüdisehen Aufbauwillens angesichts der antijüdischen Anschläge gedacht ist, soll schon in diesen Tagen begonnen werden. Ueber den Eindruck des Bombenattentats in Nahaial schreibt unser palästinensischer gl.-Korrespondent unter dem 26. Dezember vor. Js.: Gestern zog durch Tel-Awiw zur Feier des Chanukkah- Festes der Lichterzug der Schulkinder. Feuerwerk, Orchester, Lichter in den Fenstern, Fackeln, ein unendlicher Zug von Kindem mit Lichtem in den Händen, singend und lachend. Es sieht fröhlich aus und zukunftssicher, die Straßen sind voll von frohen Menschen, in der Stadt herrscht Heiterkeit. Am selben Tag wird in Nahaial ein Kind begraben, der Zug durch die Siedlung auf den Friedhof gibt einen grausig tragischen Hintergrund für den leuchtenden Zug in Tel-Awiw. Vor zwei Tagen hat man in eines der Häuser in Nahaial eine Bombe geworfen, mitten in die Stille der beginnenden Nacht hinein, ein Kind des Hauses starb an seinen Wunden, der Vater folgte kurze Zeit seinem Kinde in den Tod. Ganz Palästina weiß es: das Vorkommnis ist nichts Zufälliges, auch keine vereinzelte Tat. Es ist ein Glied in einer Kette von Uebcrfällen; diese sind organisiert, sie sind gut organisiert, mit kaltem Blute geplant und ausgeführt. Verwundete und Tote bezeichnen den Pfad der Täter. Wer sie sind, weiß man nicht, man kann sie nicht fassen. Der nationale Haß brodelt und wächst, er findet Leute, die die Pläne ausarbeiten, er findet Menschen, die sie ausführen und ein großer Teil der Bevölkerung, durchtränkt von Haß oder auch von Verzweiflung, sympathisiert mit den Tätern, verrat sie nicht, deckt sie. Die Grenzen des Landes sind unübersichtlich, auch Transjordanien bildet noch immer ein unübersichtliches Gebiet, in dem man sich leicht verbergen kann. Die Polizei ist machtlos, viele meinen, sjp will auch gar nicht ernstlich durchgreifen, jedenfalls nicht ihre niederen Organe. Wie dem auch sei, Tatsache ist, daß diese Gewalttaten immer von neuem verübt werden, daß sie nichts mit kriminellen Verbrechen zu tun haben, daß sie politisch gefärbt sind. Es sind wilde Zeichen einer unversöhnliehen Spannung des politischen Antagonismus. Sie kontrasfieren gerade heute, in der Zeit des wirtschaftlichen jüdischen Fortschrittes grausam und krall mit der Stimmung der Zuversicht und des Vorwärtsstrebens. Sie erinnern daran, daß die wirtschaftlichen Siege allein den politischen Ausgleich, die Mitderung des nationalen Hasses, nicht bringen, welche allein ein sicheres Leben in diesem Lande schaffen können, Sicherheit für Leib und Gut, reine Luft zum Atmen und eine klare Atmo- Sphäre für die Erziehung unserer Kinder. Professor Dr. Moritz Sobernheim NachSchluß der Redaktion erhalten wir dieNachricht, daß Prof. Dr. Moritz Sobernheim, erster Legationsrat im Auswärtigen Amt, am Donnerstag, dem 5. Januar, mittags, im 61. Lebensjahre gestorben ist. Prof. Sobernheim, seit einiger Zeit diabetesleidend, erkrankte vor einer Woche. In den letzten Tagen verbesserte sich sein Zustand. Jedoch trat in der Nacht zum Donnerstag eine Verschlimmerung ein, die seinen Tod herbeiführte. Mit Prof. Dr. Moritz Sobernheim ist ein Mann dahingegangen, dessen Leben dem Judentum und der Wissenschaft geweiht war. Das deutsche Judentum verliert in ihm einen treuen Sachwaltcr, der auf der Wacht jüdischer Interessen gestanden hat. Der Verstorbene brachte allen Erscheinungen im jüdischen Leben intensives Interesse entgegen und gehörte auch zu den Förderern und Freunden des Palästina-Aufbaus. Wir behalten uns vor, Bedeutung und Wirken Prof■ Sobernheims ausführlich, zu würdigen- Heute sei den Angehörigen und Freunden des Toten der Ausdruck unseres herzlichsten Mitgefühls ausgesprochen! Auf Esriel Carlebach, Hamburg, wurde Sn der Nacht vom 3. auf den 4. d. M. ein Revolverattentat verübt, an dessen Folgen er schwer krank darniederliegt. Man vermutet, daß das Attentat im Zusammenhang mit einer lebhaften komtnunistischen Protestbewegung gegen Carlebachs jüdische Reiseberichte aus Sowjetrußland steht. Der holländische zionistische Führer Professor D. Cohen in Amsterdam wurde in diesen Tagen 50 Jahre alt. Prof. Cohen, früherer Herausgeber der Zionistischen Wochenschrift ״De Joodsche Wächter“, ist in ■der holländischer, Judenheit eine populäre Persönlichkeit. _ Prof. Brodetsky hat in den letzten Tagen in Czernow i t z, Bukarest und in Wien an verschiedenen ziomstisehen Konferenzen teilgenommen. In Bukarest hatte Brodetsky Unterredungen reit dem Unterstaatssekretär des rumänischen Außenministeriums und mit dem englischen Gesandten. In Czernowitz nahm er an der Landeskonferenz der Bukowinaer Zionisten teil und In Bukarest an dem Landeskongreß der Zionisten Altrumäniens. 111 Wien sprach er in zwei zionistischen Versamm- Jungen. Prof. Brodetsky äußerte sich in seinen Referaten mit großer Zuversicht bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung in Palästina. In der ״Wcltbiihne“ vom 3. Januar d. J. beschäftigt sich Hermann Budzislawski mit Jakob Goldschmidt, der anläßlich seines 50. Geburtstages in der Presse Gegenstand aus- Jährlicher Würdigung gewesen ist. Unter anderem heißt es bei Budzislawski: ״Jüdisches Elend ging dem Bankier, der sich in der Enge der Orthodoxie wohl fühlte, besonders zu Herzen. Er ist Antizionist, aber nicht aus internationaler Gesinnung, aus kosmopolitischein Geist, sondern aus Furcht, in Deutschland an Boden zu verlieren“. Was Goldschmidt ist oder nicht ist, interessiert 1'n diesem Zusammenhang wenig. Uns interessiert eine Gesinnung wie die Budzislawskis, der mit seiner Formulierung (offenbar unter Billigung der Redaktion der ״Weltbühne“) einen Gegensatz zwischen Internationalismus und kosmopolitischem Geist einerseits und Zionismus andererseits als notarisch konstatiert. Wie sich der kleine Moritz Budzislawski den Zionismus vorstellt! Wenn in einer Versammlung von Analphabeten zwischen Volksbewußtheit und Internationalismus ein Gegensatz konstruiert wird, so kann man das noch dahingehen Tassen. Wenn aber die Intellektuellen der ״Weltbühne“ im Zusammenhang mit dem Zionismus das gleiche tun, so grinst daraus etwas entgegen, woran wir nur bei platter Kleinbürgerlichkeit gewöhnt waren. Wann werden die Leute des ״Weltbüh!1e“-Kreises ihre unsinnigen Vorstellungen von Zionismus und zionistisch et Gesinnung über ßord warfen? Vermischtes Prof. Dr. C. H. Becker, Staatsminister a. D., hält atn 1B. Januar, abends 8V4 Uhr, im Brüdcrvercinshaus, w 62, Kurfürstenstr. 115/16, einen Vortrag ״Durch biblische Lande“, Rcisceindrücke aus Persien, dem Irak und Palästina (mit Lichtbildern). Ferner spricht Rabb. Dr. Joachim Prinz über: ״Jugend in der Krise“. Eintrittskarten ä 2,50 und 1,50 RM. erhältlich im Büro des Hilfsvereins der Deutschen Juden, W30, Martin-Luther-Str. 91, Tel.: B 5, Barbarossa 6236 und 5169. Hebräische Kurse für Damen Im Beth-Am hvri. Im Beth- Am hvri bestehen seit einiger Zeit hebräische Kurse für Damen unter Leitung von erfahrenen Pädagogen. 1. Kursus für Anfängerinnen Montag und Donnerstag lÖG Uhr vorm.; 2. Kursus fiir Anfängerinnen Mittwoch 9 Uhr abends; Kursus für Mittlere Mittwoch 102/י Uhr vorm.; Kursus fiir Fortgeschrittene Montag 102/י Uhr vorm. Auskunft: Bismarck 1789, täglich von 12 bis 5 Uhr. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Donnerstag, 12. Januar, findet eine Tagung des Bezirksverbandes Rheinland und Westfalen in Essen, Jüdisches Jugendheim, Ruhrallee (Eingang Morsehofstr.), statt. Beginn pünktlich 3 Uhr. Tagesordnung: 1. Wege und Ziele unserer Arbeit: Frau Jettka L e v y -S t e i n - Berlin. 2. Aussprache. 3• Gruppen- und Bezirksarbeit: Referentin wird noch bekanntgegeben. 4. Aussprache. 5. Neuwahl der Bezirksleitung. Wizo-Chor. Die Proben des Chors sind von Mittwoch auf Dienstag verlegt worden. Die nächste Probe findet also am Dienstag, 10. Januar, 8 Uhr, im Beth-Am, Kurfürsten* dämm 61, statt. Spinoza-Ausstellung der Bibliothek der Jüdischen Gemcinde, Oranienburger Str. 29 (16. Dezember 1932 bis 8. Januar 1933), täglich außer Sonnabend 10—2 Uhr. Eintritt frei. Fühnuigen von Gruppen nach vorheriger Anmeldung. Die Makkabi-Winterspiele in Zakopane. Nur wenige Wochen trennen uns noch von der Eröffnung der 1. jüdischen Wintersport-Olympiade in Zakopane. Die sportlichen Wettbewerbe des Treffens jüdischer Wintersportler umfassen Skilaufen, Eishockey, Rodeln und Eisläufen. Nach den bisherigen Meldungen kann man bereits feststellen, daß die besten jüdischen Wettkämpfer aus Europa und möglicherweise sogar aus Amerika starten werden. Fast alle Länder, in denen sich Makkabi-Vereine befinden, werden bei den Makkabi-Wiuterspielen vertreten sein, und zahlreiche Touristen aus der ganzen Welt werden diese Veranstaltung zu einem imposanten Fest der jüdischen Sportbewegung gestalten. Erstmalig werden Skiläufe um das Makkabi-Leistungsabzeichen stattfinden. — Der Deutsche Makkabikreis, der ebenfalls über zahlreiche aktive Wintersportler verfügt, bisher aber die Wintersportarten nu־r in einzelnen Vereinen aktiv betrieben hat, wird eine repräsentative Mannschaft nach Zakopane entsenden. Der deutsche Makkabi hat für seine Mitglieder und für alle Freunde der Makkabtfaewegung eine Sonderfahrt zu den Makkabiwinterspielen in Zakopane arrangiert, die durch das Ullstein-Reisebüro darchgefiihrt wird. Die Abfahrt von Berlin findet für die deutsehen Teilnehmer und Touristen am 31. Januar ab Bahnhof Friedrichstraße statt. Ankunft in Zakopane am 2. Februar. Aufenthalt bis zuin 5. Februar abends. Die ganze Reise kostet bei 3. Klasse-Zug-Fahrt, gut bürgerlicher Unterbringung und Verpflegung nur 94,50 RM. jugendgruppen von mindestens 8 Personen können in einer besonders vorgesehenen Kategorie zu ermäßigtem Preis befördert werden. Die Beteiligung aus Deutschland ist sehr groß, zumal Zakopane zu den schönsten Hochgebirgskurorten Europas gehört und in der Höhe von 900 m im Tatra-Gebirge gelegen, ausgezeichnetes Gelände und prachtvolle Schneeverhültnisse besitzt. Für Deutschland ist bereits am 15. Januar der endgültige Meldeschluß. Anmeldungen sind an den Deutschen Makkabikreis, Berlin W 15, Meinekestraße 10 (Bismarck 7165), und an das Ullstein-Reisebüro, Berlin SW 68, Kochstr. 25 (Dönhoff 3600), zu richten. Der Fußball-Klub im Bar Kochba-Hakoah veranstaltet am 21. Januar einen Gesellschaftsball im Hotel Esplanade. Durch die Verpflichtung des bekannten Tanzorchesters llja Li v s c h a k o f f und durch das Mitwirken erster Künstler wird die Veranstaltung — wie alljährlich — ein beachtliches Niveau erhalten. Line großzügige und auserlesene Tombola wird im Mittelpunkt des Abends stehen. Einlaßkarten im Vorverkauf 2,50 RM., an der Abendkasse 3,50 RM., im Ballbüro, Lothringer Straße 19 (D 2, 8018), im Klubheim, Oranienburger Str. 60/63 (1> 2, 1003), bei Bote & Bock und Hermann Tietz. Tischrescrvate nur im Ballbüro gegen eine Gebühr von 0,50 RM. pro Platz. Wohltätigkeitsball des Vereins der österr. Handwerker, Sonnabend, f. Januar, im Hotel Esplanade, Bellevucstr. 16/18. Ballmusik: Barnabas v. Geezy; Tombola. Eintritt für Mitglieder 2,50 RM., für Gäste 4 RM. Einlaßkarten sind zu haben in der Geschäftsstelle J. Tauber, Leipziger Str. 109 (A 1, Jäger 2693), sowie bei folgenden Herren: J. Gottlieb, Steglitz, Albrecht- Straße 34 (G 2, Steglitz 3197), Leon Löffier, Friedrichstr. 127 (D 1, Norden 0137), M. lsakowitz, Seydelstr. 2 (A 6, Merku,r 1270). Der Unentgeltl. Arbeitsnachweis und die Berufsberatung der weiblichen Fürsorge E. V. für jüd. Frauen und Mädchen, f rankfurt a. M., bitten um Veröffentlichung nachstehenden Aufrufes: ״Jüdische Arbeitgeber! Eine große Anzahl Frauen und Mädcnen die den Schahbos halfen, tüchtige Kräfte mit besten Referenzen, suchen dringend Arbeit, sehr viele Mädchen, die Ostern die Schule verlassen, bangen um die Möglichkeit, eine Lehrstelle zu finden. Helfen Sie uns! Melden Sie uns die Vakanzen in Ihren Geschäften und Betrieben!“ (Tel. 25162.) Lehrlingsstelle. Eine Berliner Privatbank sucht 1—2 Lehrlinge mit entsprechender Vorbildung und guten Zeugnissen. Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf zur Weiterleitung erbeten an die Z.V.f.D., Berlin W15, Meinckestr. 10. Auskiinfte werden nicht erteilt. Gewerbeoberlehrerin für Fachschulen, landwirtschaftliche U.-Lehrerin, erfahren in allen Zweigen des Berufs, sucht geeignete Betätigung an Schule oder Internat oder m der Führung eines Sanatoriums oder sozialen Unternehmens. Näheres s. Inserat. Hamburg. Jung-Jüdisches Kollektiv, Sonntag, 5. Februar, 11 Uhr vorm., Oper im Schillertheater: ״Die einzige Lösan p“, Hebräische Sprachschule ״Kirjath-Sepher“, Breslau. Der Unterricht beginnt wieder Montag, den 9. Januar, im Jüdisch-Theologischen Seminar, Wallstr. 14, parterre, Zimmer 4. Unterrichtszeit: frühmorgens, nachmittags und abends. Für Fort- ..c1״“'T'.'• *""־־י׳ Lektüre und Besprechung wichtiger Artikel aus den hebräischen Zeitschriften und neu erscheinender literarischer Werke. — Anfängericurse nach Berlitz-System für Kinder und Erwachserte. — Bei genügender Beteiligung soll Mitte Januar ein Kursus eingerichtet werden, in dem in einer Reihe von Vorträgen und an Hand von Lektüre das Thema ״Die Sehnsucht nach neuen religiösen und sozialen Lebensformen in der moderneu hebräischen Literatur“ behandelt werden wird. A n m e I - düngen stets Montag — Mittwoch 19—20 Uhr, Wallstraße 14, parterre, Zimmer 4. Schriftliche Anmeldungen oder Anträgen sind an den Leiter der Schule, Herrn J. R e z n i c o v , Breslau 6, Sprottauer Sfr. 1, zu richten.

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