Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 100 (17.12.1937)
- Date
- 1937-12-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 17 .00 ו. XII. 1937 JÖDISCHE RUNDSCHAU Seife 5 Raw Jaakob Mase erzählt sein Leben Aus der Kulturgeschichte des russischen Judentums Die Lebenseriniierungen des berühmten Kronrabbiners des zaristischen Moskau, Jaakob Mase, sind vor kurzem im Verlage Jalkut in Tel Aviv erschienen (in Berlin in der Buchhandlung von Rubin Maß zu erhalten). Vier Epochen im Leben der russischen Juden stehen vor uns auf: ihr Leben vor mehr als sechzig Jahren in Weißrußland, mit den Kämpfen zwischen Haskalah und Orthodoxie; ihre Existenz außerhalb des Ansiedlungsrayons vor der Vertreibung aus Moskau; die Zeit der Verfolgungen bis zum Weltkrieg und der bolschewistischen Revolution; und die Hungerjahre in Sowjetrufiland bis zum Jahre 1922. Auf der Brücke zwischen Alt und Neu, zwischen Chassidim und Mitriagdiin stehend: so zeigt Masd schon die Geschichte seiner Kindheit in Mohilew. Ais das Kind einer ,,Mischehe“ bezeichnet sich Masd selbst. Denn die Mutter stammt von Mitnagdim, der früh verstorbene Vater von Chassidim. Der Vater stirbt im Alter von 25 Jahren, als der Kleine eben vier Jahre alt ist; aber als sich die Freunde des Vaters um das Kind mühen, ihm Wort für Wort das Kaddisch vorzusprechen, da überrascht sie der Kleine damit, daß er das ganze Gebet aufsagt; beim Vater habe er es gelernt, und täglich habe der Kranke ihn überhört, ob er es auch fließend sagen könne. Die Kinderfrau ist seine erste Lehrerin, sie macht ihn mit dem Schatze der Aggadah bekannt. Die Kunst des Erzählens hat er, wie er bekennt, von ihr gelernt. Aus dem Beth Hamidrasdi kommt er in das russische Gymnasium. Nicht ohne schwere Kümpfe mit der frommen Großmutter; der Großvater aber meint, daß auch die Weisheit der Völker notwendig sei für einen vollkommenen Juden. Noch während der Gymnasialzcit verfällt der junge Mas£ in schwere Krankheit; aber er weigert sich, seine Studien abzubrechen, weil in ihm ein starker Glaube an das Leben vorhanden ist. Der Student beteiligt sich eifrig an den Kämpfen des erwachenden jüdischen Volksgcfühls; er gründet zur Zeit der ״Biiu“ den jüdischen Jugendbund ״Bcrach Dodi“ (Flieh, Freund!), der ungefähr die gleichen Ziele wie die ״Bilu“ verfolgte. Zusammen mit Jechiel Tschienow, Ussischkin u. a. gründet er dann die ״Bne Zion“, die sich zuerst mit Biidungsbestrebungen, dann aber vorwiegend mit der Palästina- Bewegung befaßte. Ihr widmet.er während seines juristisehen Studiums den größten Teil seiner Zeit; %uch bei der Oründungsversammlung der ״Chowcive Zion“ ist er anwesend. UebcraU reist er umher una verficht mit der ihm eigenen glänzenden Rednergabe die neuen Ziele. Da wählt man ihn zum Raw in Odessa; von da aus kommt er nach Moskau, wo er über 30 Jahre wirkte. Tn dieser Zeit wird er mit allen den Großen der jüdischen Kultur und Wirtschaft bekannt; von manchem von ihnen entwirft er lebendigste Bilder in seinem Erinnerungsbuche. Viele innere und äußere Kämpfe bezeichnen den Weg dieses einflußreichen und viel beanspruchten Mannes. Mit der ״Maischinuth“, der lästigsten Begleiterin wirkender Menschen, muß er sich viele Tage und Nächte beschäftigen; Ehefragen, Erbschaftsangeiegenheiten gaben reichlichen Anlaß dazu. Aber voller klingt die Stimme dieses Riickbiickenden, wenn er von den Kämpfen berichtet, die er für die jüdische Volksgemeinschaft auszufechten hatte. Lebendiger noch als der gefeierte Redner so mancher Hespedim steht der juristisch, talmudisch und menschlich hervorragende Verteidiger des ungerecht angegriffenen Beilis vor unseren Augen. Und wir verstehen am Ende dieser vier inhaltsreichen Bände den kleinen Juden, der nach JMases vierstündiger Rede vor dem Gerichtshot mit Tränen in den Augen vor den Raw hintrat und ihm dankte. An die Kette der Geschlechter der Großen reiht sich Jaakob Masö, der Moskauer Raw, als würdiger Erbe an. Bertha B a d I - S t r a u ß Ui deildetl Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Nr. 34. Frau Berta Rosenthal, geb. Moses, Breslau, Sonnenstr. 21, sucht ihren Bruder Isidor Moses, geboren in Krojanke (Westpreußen), zuletzt in Fort Smith, Arkansas (USA.). Nr. 35. Karl Bodenheimer, Mannheim, J 4 a, 1, sucht Samuel Neu aus Sandhausen bei Heidelberg, um 1890 nach Amerika ausgewandert. Ferner; Angehörige der Familie Nathan und Sophie Weißenburger aus Gemmingen in Baden, und Angehörige des Ferdinand Weißenburger aus Gemmingen in Baden. Nr. 36. Max Kosterlitz, Mittweida in Sachsen, sucht die Geschwister Alfred, Siegmund, Louis, Julius, Willy׳, Alexander, Jenny, Lina Caro, vor 32 Jahren von Wcißenfels a. S. nach New York ausgewandert. Nr. 37. Frl. Urbach, Steglitz, Holsteinische Str. 54, sucht Max Paradies, letzte Adresse: Tillson, Ulster County (N. Y.), oder dessen Nachkommen. Nr. 38, Max Zieger, Berlin SO 36, Falkensteinstr. 41, sucht Frau Rosa Rappaport, gcb. Zieger, in Brzeskow bei Tarnow geboren, zuletzt in New York; ferner Pinkas Zieger oder seine Kinder, ebenfalls New York. Nr. 39. Malka Bodenstein, geb. Rubin, Berlin N, Prenz• lauer Str. 13, sucht ihren Neffen Chaim Schulz in New York, 1912/13 ausgewandert aus Bohordczany (Galizien). Nr. 41). Albert Rühr, Trier, Briickenstr. 82, sucht Ver■ wandte, die um 1860 aus Tholey (Bez. Trier) nach Cincinnati (USA.) ausgewandert sind, resp. deren Nachkommen. Ausbildung männlicher Turn- und Sportlehrkräfte. Die Reichsvertretung teilt mit: Um die Frage der Einrichtung eines neuen einjährigen Lehrgangs zur Ausbildung männlicher Turn- und Sportlchrkräftc in Stuttgart zu klären, werden Bewerber aufgefordert, umgehend eine Meldung in zweifacher Ausfertigung an die Schuhabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158/1!!, einzurciclieu. Beginn des Lehrgangs: 1. April; Schulgeld monatlich: 30 RM,; Aufnahmebedingungen: Vollendetes 19. Lebetisjahr, Versetzung nach Obersekunda bzw. Zeugnis der mittleren Reife, sportliche Befähigung. Der Meldung ist ein Lebenslauf mit einer Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse beizufügen. Bläserai'Sbildung. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 159, ist in der Lage, noch eine beschränkte Anzahl Musiker oder musikalisch vorgebildete Herren zu Bläsern ausbilden zu lassen. Ais Instrumente kommen nur Horn, Trompete oder Posaune in Frage. Zuschriften sind mit einem genauen Lebenslauf, der auch die musikalische Vorbildung enthalten muß, umgehend an die Künstlerhilfe zu richten. In dem landwirtschaftlichen Lehrgut Landwerk Neuendorl können zur Zeit eine Reihe von Ausbildungsplätzen für landwirtschaftliche und gärtnerische Ausbildung von Jungen und für die Ausbildung von Mädchen im Haushalt, in Geflügclzucht und Milchwirtschaft neu besetzt werden. Prospekte stehen auf Wunsch zur Verfügung. Anfragen von Selbstzahlern werden erbeten an dje Hauptverwaltung des Landwerk Neuendorf, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, Offene Auslandsstellen (zur Besetzung genehmigt vom Landesarbeitsamt Brandenburg). Es werden gesucht: 1, Für Rom ein gelernter, jüdischer Uhrmacher für Installation von elektrischen Uhrenanlagen. Verkaufsfähigkeiten erwünscht. — 2. Für Australien jüdische Ehepaare, die in der Lage sind, Stellung im Privathaushalt mit Garten anzunchmen. Die Frau hätte als Köchin zu arbeiten, der Ehemann zu chauffieren, die laufende Hausarbeit zu übernehmen und den Garten in Ordnung 7.u halten. Die Ehepaare werden für Vororte, Sommerhäuscr und aufs Land gesucht. Bezahlung £ 2—3 bei freier Station. Bewerbungen von Personen über 45 Jahren zwecklos. — 3. Für eine Provinzstadt in Peru ein tüchtiger, jüdischer Damenfriseur, der auch Dauerwellen zu machen versteht. Er müßte selbständig arbeiten und über eigene Apparatur verfügen. — 4. Für Ungarn ein junges, jüdisches Mädchen von 18—33 Jahren zur Erziehung von zwei Mäd* eher! im Alter von 12 und 18 Jahren. Beherrschung der französischen Sprache erwünscht. — 5. Für Sidney (Australien) cin jüdischer Oetreidemiiller, über 25 Jahre alt und mit Er• fahrung in der Behandlung von Reis(polieren), Hafer(rolien), Gerste(perlen). — Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Zeugnisabschriften, Lebenslauf sowie Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50. Schach Bearbeitet von J. Mieses Die nachstehende Partie wurde im Turnier um die Mnistcr-ohaft von Palästina am 23. September zu Jcru -alem ge.-piclt. Ais Sieger aus diesem Turnier ging, wie bereits gemeldet, H. J. Foerder hervor. Damenbauernspiel Labumk! Weiß Foerder Schwarz Stellung nach dem Weiß 22. Zug 1. d2—d4 d7—d5 2. «2—e3 L 08—i5 3. L fl—d3 e7—eö 4. S gl—f3 S g8—f6 5. D dl—e2 L f5Xd3 6. Dc2Xd3 . Weiß hat die Ei Öffnung in einer recht passiven, dem Gegner keinerlci Schwierigkeiten bereitenden Weise behandelt. 6. 7. 8. 9. 10. c7—c5 S b8—d7 c5X<14 D dB—a5 T a8—c8 dSXc4 S bl—d2 b2—b3 e3Xd4 0—0 11. c2—c4 12. b3Xc4 . Das ist ein positioncller Mißgriff. Weiß hätte mit dem Springer schlagen müssen, um auch seinerseits die offene c-Linie zu haben. Außerdem bilden die aut c 4 und d 4 ״hängenden“ Bauerri eine Schwäche. 22. I. c7Xc5 23. <14Xc5 Tb5:-' 5 24. I. c3—d4 . Weiß hat nichts Besseres, auf 24. S (3—c5, S a4X' - TclXc3 folgt b7—L5. denn 25. 24. 25. 26. 27. 12. 13. Lei—112 14. S d2—1)3 15. a2—a3 16. T fl—cl 1. f8- 0-0 I) 35■ L!)4 T f8- -1)4 -.16! 7ז- -d8 Trl־Xc4 I. d4 va7 D e2—d3 28. Dd3Xa6 L a7—d4 K fl—cl Kel—d2 29. 30. 31. Besser wäre 1. <14( Schwarz wob! erst T e5><c4 T c8Xc4 S a4—c3 T c4-—34 T a4 X;tft S [6—<15 17־—rc or.mf i:m״- Wie sich bald zeigt', wiirc D d3 wiorigem End spiei ec« innen —fl ein weit H־sserer Zug. weil würde. die Dame auf c 2 ungede■ kt. ist. 31. fi e3--l>5 17. S <17—1)6 32. r, (14-1)2 K rP—!7 18. S 1)3—d2 T d8—rl 5! 14; ~'3ו. .33 S 115—dö Damit nutzt S: hwavz den fchlcT- 34. Kc!2—<11 S du—04 hatten 17. Zu; des Gegners ge- 35. Kdl—el S c4—-15־ schickt aus. . 36. L 1)2—<14 19. K gl—fl T 115—;15 Auf 36. a4 —;u folgt nun h 11 20. 04—05 S 1)6—a4 S 0 5—b3. 21. S d2—04 X a 5 — b 5 36. T a6Xa4 22. L b2— (3 . 37. Tal—bl ScS—(13t Der letzte Zug von Weiß ist ein 38. Kel—d2 s dn—u4 entscheidender Fehler. Der rieh- 39. Ld4—05 ¬ז a4 -a2t tige Zug ist T al—bl. Sclnvar* Weiß gibt auf, da 40., gewinnt nun durch eine feine S b4—<13f bzw. R d5—c3t droht. Opfer!•;ombin.-tli m einen wicht igen Fine von sciter! Foerdcrs tadellos Baue n. gespielte Partie. Eine Problem-Sammlung. Zum 70. Geburtstag de s Schachmeisters Isidor C, r a i?> fqobiucn 1866 in Kislet an der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien) hat Traf. Julius Fröhlich in Karlovac (Jugoslawicn). Verlag M. Kngina, ein Büchlein herausgegeben, das 150 Problemc des Problemmeistcrs Groß enthält, und zwar 100 Zveizügler und 50 Drciziiglcr; in einem Anhang sind die Lösungen angegeben. Die Probleme von Groß sind zu verschiedenen Zeiten in Schach- Zeitungen aller Nationalitäten erschienen. Mittleren-Hachscharah ist cin Begriff, der der jüdischen Oeffentlichkeit rasch vertraut geworden ist. Eine soeben vom Hechaluz heratisgegebene Broschüre über ״Mittleren- Hachscharah" faßt in Wort und Bild sehr eindrucksvoll noch einmal alles zusammen, was über Wesen und Ziel dieser Ausbildung der Jugendlieben zwischen 15 und 17 Jahren zu sagen ist und enthält auch alle praktischen Angaben über den Weg zu dieser Ausbildung. Im Kulturbund für Ostwestfalen und angrenzende Gebiete gastierte der Schauspieler und Schnellzeichner Fritz, Melchior mit einem sehr abwechslungsreichen Programm. Dankbar für die heitere Unterhaltung zollte das Publikum dem Künstler überall herzlichen Beifall. W. H. Regina Schein, eine begabte Cellistin, debütierte kürzlieh in London mit ungewöhnlichem Erfolge und ist bereits eingeladen, noch in dieser Saison ein zweites Mal in London zu spielen. Regina Schein ist auch als Solistin für ein Konzert der Tschechischen Philharmonie in Prag (30. j.tmiar) und des Utrechter Orchesters in Amsterdam (15. März) engagiert. Oppenheim Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 115-116 Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe Ein Freund des Zionismus Ali Souri Zum Tode von Ali Nouri Dilmec Im November ferstarb in Istanbul Ali Nouri Dilmee im Alter von 77 Jahren. Ich habe ihn seit Jahren gekannt und eine Freundschaft verband uns, seitdem ich von den Beziehungen erfahren habe, die er zu Theodor Herzl gehabt hat. Sein Leben war wie ein Roman. Er war weder türkischer noch überhaupt orientalischer Herkunft, sondern stammte aus Schweden. Sein ursprünglicher Natu• war Nörlin, seine Heimatstadt Malmö. Schon in jungen Jahren, als er journalistisch in Berlin tätig war, zeigte er lebhaftes Interesse für den Orient. Seine Aufsätze zogen die Aufmerksamkeit des in der Gründerzeit sehr bekannten Finanzmannes Stroiisherg auf sich, der ihn als seinen Vertreter nach Konstantinopcl schickte. Hier, unter tier Herrschaft Ahdti! Hamids, durchschaute Ali Nouri die Schwäche der Türkei und cri-cinntc, daß nur eine Revolution sie retten könne. Durch seine Au'.sä,zc wurde Abdul Hamid :uif ihn an "cr!<mihi und versuchte, ihn für sich zu gewinnen. Dies gelang ihm auch durch Versprechungen ehrenvoller 11osten. Unter dem Einfluß des Hofes wurde Nörlin zum Islam bekehrt und erhielt den Namen Ali Nouri; er heiratete dann eine reiche tunesische Prinzessin. Nachdem er so das Vertrauen Abdul Hamids gewonnen hatte, beauftragte ihn die 1 ’forte mit geheimen diplomatischen Aktionen. Aber trotz dieses Aufstieges schwand in Ali Nouri nicht das Gefühl der Auflehnung gegen das a bsolutistische Regime der Tiirkei. Er nahm den Kampf wieder auf und wurde dafür — allerdings in ahsentia ־— zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Während der Zeit seiner Verbannung I e r nie er Herzt kennen, der ihn mehrfach in seinen Tagebüchern (Band III) erwähnt. Ali Nouri verfocht damals den phantastischen Plan, daß die Jupgtiirken und der Zionismus sich zusammentun sollten, weil eine Verwirklichung der zionistischen Ideen nur von einer jiingtürkischcn Regierung zu erwarten sei. Herzl richtete auf Grund des Artikels, in dem Ali Noun diese Ansicht vertreten hatte, am 3. November 1903 einen sehr allgemein gehaltenen Brief an Ali Nouri, in dein er sagte, daß er ״in den meisten Punkten mit ihm ubereinslinime“ und es für ihn von großem Wert wäre, mit ihm ״in eine nähere Beziehung zu kommen׳‘. Es war klar, daß die zionistische Bewegung, obwohl sie den Bestrebungen der Jungtürken sympathisch gegenüberstand, sich nicht an einer Verschwörung beteiligen konnte, und Herzl nennt Ali Nouri einmal an einer Stelle einen Abenteurer und einen ״Wikinger im Salonrock“ (fII, 571). Und Ali Nouri hat sicli sogar schwer . . Stellung ein. Trotz dieser Enttäuschung hörte Ali Nouri nicht auf, den Weg des Bündnisses mit dem Islam zu empfehlen, und schon vor 40 Jahren trat er für eine Verstiindigimg der Zionisten mit den Arabern ein. Noch 1931 hatte er die Ansicht, sich in Jerusalem niederzulassen. Der Tod dieses Schriftstellers, dessen Spezialgebiet die Sammlung türkischer Anekdoten war, wird von den inteliek- T!!eilen Kreisen der Türkei einmütig bedauert; der Zionismus verliert in dem seltsamen Mann einen aufrichtigen Lmimi. David Pardo, Istanbul Jüdisches in Paris. Unser Pariser K-Korrcspondcnt schreibt uns; Die Palästina-Konferenz des französischen Keren Hajessod gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Manifestation zugunsten des Palästinawerkes. Fast alle führenden Zionisten Frankreichs nahmen an der Konferenz teil, die von den! Präsidenten des Keren Hajessod, Weill-Halle, geleitet wurde. Die zionistischen Ovuppen Frankreichs hatten Delegierte gesandt. Das wichtigste Referat hielt Pr. Goldmann über die politische I age des Zionismus. Die Konferenz schloß mit einem Appell an die französischen Juden, ihre Pflichten gegenüber dem paläsfinensischen Aufbauwerk zu erfüllen und mit einem Protest gegen die Einwnndcrungsbcsdiräiikungen der Mandatarin acht. — Der Natiotialrat der ״Eciaireurs Igraelites de France“ hielt eine Tagung ab, die sieh vor allem mit den Grundlagen der jüdischen Seoutbewegung, fies größten jüdischen Jugendverbandcs in Frankreich, befaßte. Stizanne Deutsch de I a M e u r t h c ist gestorben. Sie entstammte einer jüdischen (iroßindnstrielleii-Familie aus Lotliriiigi 11 und widmete, dem Beispiel ihres Vaters folgend, ihre Aktivität der Entwicklung des Flugwesens, um das sie sich große Verdienste erworben hat. Bekannt ist vor allem der vor! ihr gestiftete und nach ihr benannte Preis für den intern,1110. nalen Schnelligkeitswettbewerb für Flugzeuge. Auch auf jüdischem Gebiet ist sie öfter als Philanthropin aufgetreten. Ankündigungen aus dem Reich Köln! Wizo. Am 20. Dezember, 20.45 Uhr, Cäciliensiraßc, Vir. KU* banskv: ,.Die Beurteilung des palästinensischen Itrztohungswe'-cns irtj Peel-Bericht“. — Wuppertal! ZOG. Am 21. Dezember, 20.30 Uhr, Gemeindehaus, Intensivkreis (Leitung: Dr. Ikenberg). Familien-Nachrichten Herr Aron Mars, Frankfurt a. M., Bockenhcimer Landstr. 101, hegeht am 25. Dezember den 85. Geburtstag. Barmlzwah-Termine: Am 25. Dezember (21. Tewetii): Kurt Biitow, Sohn von Hugo Biitoiv, Al lenste in, Friedrich-Wilhelm-I’huz 3. — Max Turteltaub, Solm von J. Turtcltaub, Dorlmu1.11, 11׳ ibgegartenstraße 18. — Am 1. Januar (28. Tcwefh): Manfred Joseph, Hannover, Schiilcrstraße 16, Sohn von Willy Joseph. Wold- :,berg (Neumark). — Claus Josephs, Binjamina, S״hn von Siegiad Josephs, Oldenburg. Ziegelhofstr. 82. — Am 25. Dezember (21. 'Feweih): Elijah« Chajirn und Sclilomoh Carle hac 11, S״!me von Oberrabbiner Dr. Carlcbach, Baden bei Wien, 1 ielenenstr. 4. Juden und Jüdisches Im Rundfunk. X Am Freitag, 17. Dezember! Mailand (369), 16: Emanuel Fcuermaim spielt. — Prcßbuig (299), 17.30: Lieder von ,Mendelssohn. — Am Sonnabend, 18. 1 )czesiber! Wien (507). 19.50: ״Pariser Leben“, von (Picnb.icli. — Am Sonntag, 19. Dezember: Brüssel (484), 21: .,Königin von Saba", von Goldmark. — Ain Montag, 20. Dczembc!: Prag (47u), 18.10: Zehn Minuten Roda Roda.