Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 98 (10.12.1937)
- Date
- 1937-12-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 98 10. XII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 5 mi » 5* \S.' DER JTOISCIISN RUKDSCHAU ״A Liedl fun der Zieg“ Nachdruck verboten Alle Rechte Vorbehalten t~n der SVt'Jf T' £frj 'ge-Hro.r'~ tkh'ej*-S'~f je* /■Aer-je-ri-ssa&>r tSfrl- *fl__- /*«•- ־׳ar^ cif J». t1er/Seft'ßri.kl.—J)*r WP —--~~T T'i^-pe mitrierPtitmr stinrr tjtjsn^en A ucJ)*» A*'e •£' ej ,. __ Pri f’_Ar« 1 -An 3r ' c/0j Am. Jr-ef )</7rj' J 'T' Oj v׳־? Ä־r JieiAe jd}meijs*1\ dft Pt- -Ja Urf ~ / er mir oi'treftf'ti. Sr rrf <•4-/־•(׳/«* ,׳״ e-rn*. *rj-'fr ־ ־■/»'* < <? - e'Jjod■ - Zu dem ״Liedl fun der Zieg“ in unsere:.! heutigen Singblatt denke man sich dieses Milieu: Ueber den Chumescn- Folianten geneigt, schaukelt ein kleiner Chederjungc hin und her, und, indes er seinen Thoraabschnitt ״Wajlii erew...“ in altgewohnter Singsangweise repetiert, schleichen sich in die Monotonie seiner frommen Lernmelodie Gedanken, die mit der heiligen Lektion nicht viel gemein haben: Schon ist er daheim, und Klein-Jossele lärmt in seiner Wiege, «׳ährend Vater und Mutter fort sind, die Ziege zu suchen, die 8* auf einmal so eilte gehabt, sich vom ״Strick’!“ loszureißen. Vergessen sind Cliumesch und Cheöfer. Spielerisch hängt der Kleine Pflichtvergessene den bunten Träumereien nach. Plutzlieh aber besinnt % sich au! das Buch vor ihm, und drohend taucht das Schreckgespenst auf, der gestrenge Chedcr-Rebbt: ״Oj! Wet der Rebbe mich schmeißen!“ (״Uj, wird der Rebbe mich verprügeln!“) Dieses kleine Lied, seinem Charakter nach eher Volkslied als Operettenschlager, gehört zum Repertoire von Molly Pico n, dem ״Star“ der jiddisch-amerikanischen Operette. Dieses Theater erfreut sich bei seinem Publikum der gleichen Beliebtheit wie einst das Golfadensche Theater im Osten. In der jiddischen Theaterwelt vergangener Jahrzehnte galt der Schauspieler nichts, der die ״Vorschule“ des jüdischen Bühnenkünstlers, die ״Wanderschiniere“, nicht durchlaufen hatte. Man traute dem Künstler nicht so recht, der dies alles nicht am eigenen Leibe gespürt: In Wind und Wetter von Stadt zu Stadt, im winzigsten Marktflecken, im düstersten Schuppen Theater spielen. Das Schicksal der Schmierenkomödianten war ja nirgends besonders leicht, und auch anderswo eilte ihnen der Ruf voraus: ״Hängt die Wäsche fort! Die Komödianten kommen!" Doch hatten die ostjüdischen Wanderschauspieler noch weit mehr Steine aus dem Weg zu räumen, Neben dem Schrecken der zaristischen Behördcn-Strenge war der weit größere Schrecken zu überwinden, der aus den eigenen Reihen kam. Die Orthodoxie, die um jene Zeit mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Polens umfaßte, verfolgte diese jiddischen Theatcriruppen mit ihrem Haß und Bannfluch. Und nicht selten geschah es, daß die Spieler ihre Vorstellung abbrechen, die Kulissen auf den Rücken laden und eilends abziehen mußten, um noch mit heiler Haut davonzukommen. Trotz oder gerade wegen dieser qualvollen Bedingungen, zu denen noch Hunger und Elend sich gesellten, bewahrten die Schauspieler für den Rest ihres Lebens eine rührende Zärtlichkeit in der Erinnerung an diese Wanderjahre, und den Berufskollegen, der eine so ״ruhmreiche“ Vergangenheit nicht aufzuweisen hatte, behandelten sie ein wenig von oben herab, — Damit ist durchaus nicht erwiesen, daß sie die größeren Künstler waren. Doch hat es, ohne Zweifel, gerade unter diesen namenlosen Schmierenkomödianten hier und da einen ganz großen Schauspieler gegeben. Ich selbst entsinne mich noch, einen alten Schauspieler von einer solchen Wanderschmiere gekannt zu haben. Dieser damals schon greise Komödiant, ein Riese von Gestalt — einst ruhmreicher Heldentenor bei Goldfaden, dem Schöpfer der Jiddischen Volksoperette — konnte durchaus nicht glau ben, daß ein Schauspieler, den nicht Goldfadens Regie geschult hatte, richtig Theater spielen könnte. Mitleidig und ein wenig verächtlich sah er sich den Bühnennachwuchs, diese ״neumodischen Schauspieler-Jünglinge“ an. Und noch auf der Bühnenprobe ließ er sich zu dem Ausruf hinreiBen: ״Wozu schindet ihr euch? Es hat alles keinen Zweck mehr: Gold* faden ist tot, und mit ihm das jüdische Theater!“ Die Schauspielerin Molly Picon, die volkstümlichste Darstellerin des jiddischen Operettentheaters in New York, hat Jene ״Vorschule״־, das Leben im jiddischen Wandertheater, nicht mehr absolvier(, aber Ton, Klang und Gebärde, das gewisse Etwas jene! alten jiddischen Theaterluft, hat auch sie in sich aufgenominen aus der Atmosphäre ihrer Kindheit im Osten. Chemjo Winawer Im Leipziger Kulturbund-Konzert am 16. Dezember wird vom Collegium musicum jüdischer Musikliebhaber eine Koni- Position von Bartiet Licht uraufgeführt, und zwar: ״Thema und Variation über Moaus Zur“. Juden and Jüdische» Im Rundfunk. Sonnabend, 11. Dezember! Wien (507), 14: Schallpl. Eine halbe Stunde Joseph Schmidt — Sonntag, 12. Dezember! Sottens, 21.55: u. a. Kompositionen (lirstauinihrung) von Egon Wellesz irnd Darias Milhaad. Briefe an die Redaktion ״Das Volk des harten Schlafs“ Prag, den 3 Dezember Sehr geehrte Rcdaktk»! ״Das könnte den Ereignissen nach richtig «ein, in der Idee des Judentums aber stimmt cs nicht.“ Diesen Vorwurf aus der Besprechung meines Romans in Ihrer Nummer vom 30. Nov. möchte ich vor der Berichtigung der dort enthaltenen historischen Irrtüroer mit der Frag« konkontieren, wie der Besprecher dem ״geistigen Sieg des Judentums“ dargestellt wissen möchte, damit er in der Idee des Judentu ms stimme. Etwa: indem man das den Tatsachen nach Riehtige umbiegt? De־״. Besprecher scheinen außer der« rassischen auch sehr viel raiherliegende Quellen nicht zugänglich gewesesi zu sein. Selbst in der kurz gefaßten Geschichte Dubnowg, 2. Band, Seite 75, 76, hätte er finden müssen, daß die beiden Versionen (Bul-n als Jude — Buian b Chasare) ab *umindes( gleichbere'btigt nebencin?nd3׳'stehm, וי, daß Bulans Ohas׳■ re־־ ♦um ah ׳•»(renhaft he zeichne' ■st. Sein Name war chasa :«cb ״ssimiliert. I n wievielen Büche 1 hüt'c der Besprr h״ noch den •rriten histo- ־’'.'•!!er Firm-nnd widerlegt finden müssen, dzß ״die Chasarcn im ret1n‘״r J-hrhundert“ (der Roman spielt übrigen« im achten) eine höher» als die geschilderte Kultur, nämlich• Ackerbau und Ilande! gehabt Mtten. Auf Seite IC? spricht der Roman ernst und nachdrücklich vom soßhalt gew׳• denen Bauerntum der Chasaren. Indessen wissen alle Geschichtsberichte jener Zeit dennoch von kriegerischen ReiteTschwiirmen, die durch den Paß im Kaukasus, der darum heute r-ch ״Chasarenpaß“ heißt, in die Niederungen räuberisch einbrachen und die wildesten und gefürchtetsten IHHstruppen im bvzantinisrhen Heer waren. fTeberdies' ist es aber von der heutigen Wissenschaft als Gesehichtsirrtum erkannt, die kämpferischen Viehzüchter Nomaden kulturell niedriger m werten als die Ackerbauer. Der Kulturzusfand ist den spärlichen Quellen gewissenhaft nachgezeichnet. Oder hätte ich auch hier die richtigen Tatsachen lieber umbiegen Bollen? l\Ian darf auf solche Art die jahrelangen cm- *teil Vorstudien eines Schrift- *tellers nicht leicliterhand abtun. Ein finnisch-türkisches Volk z. B. ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ein Unding. Es gibt eine finnisch-ugrische Völkerfaniilie und eine türkisch-mongolische, die miteinander nichts zu tun haben. Und so könnte ich noch eine ganze Weile fortiahren. Das soll mich aber nur!cgitimleren, die auf dieseCesohichlsirrtümer gebaute Behauptung, dies Buch ״gehe an» geistigen Sieg des Judentums vorbei“, auf ein gefährliches, nebelhaftes Vorurteil zmäf'kzufiihrcn. In dieser Volk.-erzählung sollte zwi-chen dem Nor-Geist (dem Jrschiwe- Bocher) und der N!jr-Marht (der heidnis'-hen Umwelt) c׳ne gotlhe:!ן •de'e Ie,'enzeug1־nde Urgläubig feit jüdischer Seele die Mitte finden, etwa wie die Richter von Joschtmh bis Gideon de fanden: eine Inspiration des Instinkts, die, ohne die Heiligkeit ' der tlelrerlicferung anzutasten, ja, von dieser Heiligkeit eben inspiriert, in ncuschöpfcrischer ^nichtbarkett eine Gottesheimat unt»r den Menschen errichten kann, ■•erßiinglieh und unvollkomme■' wie alles Menschenworic, aber eine Stufe näher r.u Gott und zu jener reinen spiritualen Liebe, die di« abstrakten Ideenreiter — geistige Luitjuden - mit einem Sprang erreichen —ollen, je bequemer und opportunistischer im Alltag, desto gestrenger und unbedingter in der Theorie. Das sind heute die harten Schläfer, denen mein Weckruf galt. Oder wagt vielleicht wirklich jemand, von Jesaia zu glauben, daß er mit den hart Schlafenden die Richte! und die ihnen im Geist Nachfolgenden gemeint hat? I locf!achtungsvoll Oskar Baum Dazu schreibt uns de« Rezen sent: In dem vorstehenden Brie{ spricht Oskar Baum mehr von dem, wovon sein Roman ״spricht“, als von ■dem. was er gestaltet. Was er gestaltet und was nicht, halte ich in meiner Besprechung aufzuzeigen versucht. Wollte ich sie im einzclnen gegen Oskar Baums Be-!Wirkungen verteidigen-, so ent- Sünde daraus wieder . . . ein Huch. Ein Kapitel darin müßte iibersrhrieben sein: ״L u f t - Judentum oder Gewalt :■:••! ntum“. Ich selbst würde mich zu keinen: von beiden b״kenn»n. OskaT Baum, wie ich hoffe, auch nicht! Sinsheimer Das Ergebnis des Preisausschreibens für Kleinkunsttexte. Die Künstlcrhilfe hatte vor einiger Zeit ein Preisausschreiben erlassen mit dem Ziel, brauchbare Texte für jüdische Kleinkuiistprogramme m erhalten. Es erfolgten ca. 300 Ein- Sendungen von 250 Autoren. 30 Einsendungen kanten in die engere Wahl, bei der mehrere Werke wieder atisgesdiieden werden mußten, nachdem sie inzwischen anderweitig verwertet worden waren, so daß die Anonymität der Autoren nicht mehr gewahrt war. Der erste Preis konnte nicht zur Verteilung gelangen. Am 29, November fand die endgültige Beschlußfassung des Preisrichtcrkoliegitims statt. Die Preisträger wurden benachrichtigt. Den übrigen Einsendern werden die Manuskripte zur Verfügung gestellt. Medaillen- und Plaketten-Ausstellung In Budapest. Das kunstliebende jüdische Publikum der ungarischer! Hauptstadt sieht mit Interesse dem Ereignis einer jüdischen Kunstaus- Stellung entgegen. Ing. Georg Pärtos veranstaltet demnächst im Jüdischen Museum eine ״Repräsentative Medaillen- und Plaketten-Ausstellung Moderner jüdischer Meister“. Alle Künstler und Freunde der jüdischen Medaillen- und Plaketten- Eunst werden gebeten, sich mit dem Veranstalter der Aus- Stellung in Verbindung zu setzen. Es ist auch geplant, unter Zuziehung des Ausstellungsmaterials ein Buch über Jüdische Medailleure und Plakettenkiinstler herauszugeben. Briefanschrift: Ing. Georg Pärtos, Budapest, VII. Hern Ad ucca 5. Offene Auslandsstellen. (Zur Besetzung genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Es werden gesucht: 1. Für Peru ein jüdischer Projekt-Ingenieur. Bewerber mit umfassenden Kenntnissen des Maschinenbaus und mit kaufinännischen Erfahrungen werden bevorzugt. — 2- Für Columbien ein jüdischer Gewerbelehrer für das Gießereifach, ln Frage kommen nur Herren mit langjähriger theoretischer und praktischer Erfahrung im Gießereiwesen, die in der Lage sind, an einer Gewerbeschule die Ausbildung von Gießereilehrlingen zu organisieren, theoretischen und praktischen Unterricht zu erteilen und gleichzeitig Vorlesungen und Uebutigen über Gießereitechnik an der Technischen Hochschule zu halten. — Ausführliche Bewerbungen, nur aut Luftpostdünnpapier, Zeugnisabschriften, Lebenslauf, sowie Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Getneinde, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50. KASSEL Sonnabend, 11. Dezember, 20.30 Uhr, tn der Synagoge Kundgebung des Keren Hafessod und der Jewiih Agency Begrfl&ung! Gemelndefilfesier Dr. Lewtn Landrabbiner Dr. R. Gels Maurice Htrsdifeld, Berlins Palästina als Ziel und Aufgabe Die GemelndeCUestai / OrUnnllM Kassel der Jewtsh Agency Zionistische Ortsgruppe Kassel Oppenheim Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe CHarlottenburg, Wilmersdorf er Str. 115*116 U/nllcinffa — Snmf -- SfiiHan!foff0 120 Jahre Hamburger Tempel Zum Problem der religiösen Reform Der Hamturgtr Tempel, der in diesen Tagen seinen 120. Geburtstag feiert, stellt den ersten historisch bedeutsarn gewordenen Versuch dar, jüdischen Gottesdienst und — der Absicht nach gewiß auch — jüdisches Religionsleben im allgenteinen zu reformieren. Daß diese Dinge vor vier Generationen einer Erneuerung äußerst bedürftig waren, wird heute niemand bezweifeln. Und dabei ist es gleichgültig, auf welchem jüdisch-religiösen oder politischen Standpunkt er steht. Gerat!- in unseren Tagen, da auf dem Boden eines eigenständigen nationalen Gemeinwesens in Erez Israel die Frage der religiösen Form brennend geworden ist, dürfte es für national gesinnte Juden einleuchtend erscheinen, daß mittelalterliche Daseinsgestaltung, noch dam im Zustande offensichtlichen Verfalls, nicht konserviert werden kann, wenn dar religiöse Leben nicht absterben soll. Darüber möchte im Prinzip auch unter den Gesetzestreuen, die von hierzulande die Alijah angetreten haben, eine Einigung zu erzielen sein. Freilich war und ist vielfach noch heute mit der gottes« dienstlichen Reform, als deren Prototyp der Hamburger Tempel einst gegolten hat, etwas anderes verbunden: mit der religiösen, vor allem mit der gottesdienstlichen Umgestal« hing schien die Entnationalisierung des Judentums Hand in. Hand gehen zu müssen. Nicht daß man die Gebete kürzte, ist für das überschauende Urteil schwerwiegend, sondern worum man die Liturgie kürzte; nicht daß man läuterte, sondern was weggespült wurde, ist von historischem Belang geworden. Abraham Geiger hat einst unwirsch den Anhfingern des Tempels zum Vorwurf gemacht, daß sic ohne rechtes Prinzip reformierten. Aber dieser Streit berührt nur das enge Feld der jüdischen Liturgie. Vichtiger, allein wichtig war, daß die in der Idee des Judentums liegende, nur durch todbringende Operation zu trennende Einheit von Volkhaftem und Religiösem hier und bei den meisten Nachfahren aufgerissen wurde. Wir fühlen heute diesen Zusammenhang deutlicher als je seit den Tagen Moses. ,Hendi'lssoluis. I hui auch die Männer, welche im letzten Menschenalter auf den Hamburger Tempel Einfluß!׳enominen bähen, fühlen ihn langst und handeln danach. Was 10') Jahre falsch verstandener ,,'Uni'״׳rsa!ismuv׳ als , un/eitg1111׳älV‘ in die Ecke geschoben haben das ist: - schon vor der Wendung von 1933! —■ zumal durch Anregung des Rabbiners Italiener und des Kantors Körnitz er wieder eingefügt worden: man betet wieder für Jerusalem, trägt die Thora im herkömmlichen Niggun vor, sagt wieder Selidiot, begeht feierlich den Chafflikkah-Vorabend, wie nun auch die ganze Megilla wieder kint usw. — Kurz, man ist wieder ״konservativ“ geworden, viel mehr als i!1 unserm Berliner neuen Ritus. Es wird wenig liberale Synagogen in Deutschland geben, in denen die Tradition so ehrfurchtsvoll bcliandelt wird wie in dem prächtigen modernen Hamburger Gotteshaus. Sein Ritus verdiente es, Vorbild einer synagognlcn Kultur in Erez Israel zu werden. Max Wiener Der Schulkinderfonds. Die Reichsvertretung (Abteilung Zenfralwohlfahrfsstclle) unterhält seit 1934 einen Schulkinderfonds, aus dessen Mitteln hilfsbedürftige Kinder, die isoliert in Kleingemeinden leben, in denen sie nicht die Möglichkeit des Besuches einer jüdischen Schule haben, in Gemeinden mit Jüdischen Schulen unlcrgebraclit werden. Er unterstützt' daneben auch solche Kinder, die in ihren Familien verbleiben liönnen, denen aber das Fahrgeld fehlt, um die nächstgelegene jüdische Schule zu besuchen. Der Schulkinderfonds unterstützt 301 Kinder mit F.ihrgeldzusehüssrn und 225 Ki!1- <ler, die außerhalb ihrer Familie untergebracht sind. 161 Kin- ■der hiervon sind in der jüdischen Bezirksschule in Bad Nauheim untergebraeht. Dies« Bezirksschule ist an die Stelle der früheren israelitischen Kinderheilstätte in Bad Nauheim getreten, die aut diese Weis«: eine das ganze Jahr hindurch gehende Belegung erhalten kamt. Von den 161 Kindern leben 77 im Internat, während S1 als sogenannte ״Fahrkinder“ taglieh zur Schule kommen. Die Reichsvertretiuig ist leider im Augenblick nicht in der Lage, weiteret! Gesuchen um Beztischussnng aus dem Schulkinderfonds zu entsprechen, da die hierfür vorhandenen Mittel voll iti Anspruch genommen sind. Die Vermehrung der Mittel durch die Stärkung der Aktion für die ״Blaue Beitragskart(■“ und die Vergrößerung der Mittel des Zcntralansschusses für Hilfe und Aufbau ist daher dringend erforderlich. Ankündigungen aus dem Reich Breslau. Zion. VercintHTing. 14. Dezember, 20.30 Thr, Neue Graupen- Straße 3-4: ,,Drr jiklt-vhc IltiiiKU־'‘, heiterer Abemj mit Li Hern und Rezitationen (Max. Koninsld, AJfred Rn-Dao-h. l'.rlch Selnffrr). —־ Frankfurt a. M. Ohu1 ״ wri. K86! 1rr<hrimc־r LnmLfr. 65. 11. Dezcin!*^, 18 Uhr, Dr. Rand: ,,MVmlme Mm ־her SfnrhrM D׳nn 20. Todr*!a״}. — Am 13. Dezember, 20.30 Lhr, Hebebtr. 13. Khrrnnhrnd de« Ruth- Hanonr und lirith Osnhizirn Haiiim, ar>bßli־h des lOj.ihrigen Re־־ Stehens der T<n־aat Thora wa Awoda. — *Hamburg. ZOG. 11. .Dexember, 20.30 Uhr. Ucirnhiidor Sir. 70, Dr. I ians Friedenthal (Berlin): ״Der Judenstnat und die Juden der Welt'־— .־ Köln. ZOG. Am 11. Dezember: Oneg׳ SMahbaf, Ansprachen Hans bhiertner. 14. Dezember; Dr. Fritz Ikcnbcr״ (Düsseldorf): ״,Chaim Weidmann — der Staatsmann und sein WctU“. 10. Dezember: Arbeitskreis (Peel-Bericht). Sämtliche Veraast־;!.Rungen 20.45 Uhr, CäciJien.ttr. 18-22. — Leipzig. ZOG. Am 14. Dezember, Dresdner Str. 7, Jctika Levy- Stein (Berlin): ,Juden und Judentum in Amerika4‘. Familien -Nachrichten Herr Eduard Dreifu'ß und Frau H׳rmv. geh. de Levi, Offenbach am Main, llospitalstr. 8, begcbein am 12. l)cz. die- 51'berne Hochzeit. Frau Bertha F r e u d e n b e ז jj, Essen, Zweißcrtslr. 27, begeht am 15. Dezcmlier den 80. Geburtstag. Herr Heinrich Heitmann und Frau, Ilira-haid (Oberfranken), begehen am 12. Dezember die silberne Hochzeit. Herr Mart H irschheimer und Frau, Oss (Holland), früher Bamberg, begehen am 4. Januar die goldene Itoclizeit. Frau Betty Jablonsky, Kottbus, begeht am 17. Dezember de® 80. Geburtstag. Herr Hcimann Nebel und Frau Sara, geh. PWei, Gleiwitz (0,-S.), Mühhtr. 4, begehen am 25. Dezember die silberne Hschzeit. Geschäftliches. Am 7. Dezember blickte die Leipziger Rauchwarenfinna Gehr. Felsenstein auf ihr lOOjähriges Bestehen zurück. Barmiiwah-Termlne! Am 18. Dezember (14. Teweth): Max Harlam, Sohn von Felix Harlam, Pc,man, ul. Marcz. Focha 149. —• Am 25. _Dexember (21. Teweth): Lothar Michael Nisse n b a ti m, Sohn von II. Nisscnbaum. Frankfurt a. M., Elkcnhach'tr. 11. —• Am 1. Januar (28. Teweth): Hermann und Salo Jampel, Söhne vor Iä Jfampel, Cefeenkirchen, Schalk er Str. 158. 1