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Jüdische Rundschau · 1937-11-30 · Heft 95 (30.11.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 95 (30.11.1937)
Date
1937-11-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JODlSrwp pmi n יז? r H A l ו Nr. 95. 30. XI. 1937 PROLOG/ Von Hugo Striemer (Gesprochen bei der Eröffnung des neuen Kulturbund-Saales in Berlin am 28. November von Fritz Wlsten) Gebt, Kreumie. mir Gehör, eh noch einmal die tauben!!, die srelenlösende Munk, mit־ didiiem Fit! iuh euch ü׳n-,<T1licöi. Zuvor Vrill u־h euch grüßen, als die Nächsten euch, lind die Verdientesten, die Ersten hier in dic-em Stal, der un>er i־t, und der tum unsren N,v!nun t*a^cn soll. Da ־wert’ ich al5 Gruß und ab Willkommen «•׳udi cm Wort entgegen, h;ir\£ es s־׳hwehvnd auf inmitten Und heiß es dauern, hier in dic-em Saal. Die große Wort heißt: S;1 in in I u n g. Ach. wir •waren ZerMreu!e, nichit nur uIkt alle Wu!:. laicht nur zeoirente Leihe!׳, l'inro Seelen flohen einander, iLhm vor .odi •*dbä, fiic kannten ihie Mitte nicht mehr. So Verloren wir da י S: hwergewicht, verloren Ur.5 .... und w o 1 1 t e 11 uns verlieren. In S.ilcn sa[.h,-n wir, Vereinzelte, frcrnd unter Fienidcn suchten wir Genuß. Wir schon Zerstreute schrieen nach Zerstreuung, wir, tanh genni׳ sd!on, scliriecn nach Uctäuhmng, bis v ine-s Tage״ uns I\1viu!H1n lull authdren ließ und die Versprengten wieder zur eignen Mitte wie-., zum ernenn Kreis. lhn!,h, begannen wir das Werk. 1)10 Bühne der 1;׳ ,hcii Kun-f. er-tand. 1 )i-her der einz'ge 11ns eigne K.eiriu Denn 1!!r die leichten Bretter der heitnm Mo-e, inr das I'odium des Mn-ikc;- und mr den Y1״ n £!a.n־i no h Lia Heim. >:e tiL*•!׳eii 1ing> verstreut, 1nnnc!/:vh:! um!den C'C von S,.ai zu s;1al. Nor! hru! ah 1 -.naimeln >i-h au■-1!־ -io. User wir.! di.• Khcitkün-s ihre S!,,nc haben, dir1 keine kninu Kumt 1-t, Redner weiden den dm! mi: flcin hr-hvo'ien. und Musik £*1!ר dic-s;1 H.!3:11 י wie t nie S hale [ullen. Und v. i!■ d!1־ I )ui...׳e::t mit -וססהסס Stahe die \i׳hn I!. •! n 1 un m0 ■enkt und sammelt, &1c :n;;u ״׳•! zu dem einen!ei־ iigrnhitrn Zu-■c!ci1r:dd.׳■ g. /1־r 1 I a in!׳ ■:in־, so m״ge der <hi-t, de! .!ie-eu neuen Raum beherrscht, die va■ ■ t1;׳ I׳a irc;:H׳n zur Sammlung hilsren. an .-•! h. ו1׳ S'־>:n daß indor in ech selbst. 5eir> linr!; :0• ec! und daß er ■סל hin zu dm ih'elma linder suiue - Stamms. Ku'tu!;■a ni!e. wie mumme!• oirnt gogimdu, lmr S;!:el und Mwgc! uiner 11 ׳>h0n Seele; Ge-tuit gew ״: d r• a׳r (iemoin-!!;!'! -gebt, d a o i-t Ktdmr, Sein Atem wehr hin! Kr .ף>cnde l.chme da er g'htli h i-t 1 I>em nrum! Ifcaim gebe er dm Wrihc! Ks diene bald dem!.actum. Ldd dem Ernst, Dem Worte 1u-ut und morgen der Mudk. Einmal dem S-־hc!z und einmal der Belehrung, Dem Tanz, dem Bild, dem Liede, .... aller Kunst! Doch ein Dienst sei in jedem andren Dienst Verborgen, wie der Kern in einer Frucht: Der Dienit am Geist, der Dienst an unsrem V o 1 k, 1) er Dien s t. a n unsrer j ü d i s c h c n G cm ein schaft! Jetzt erste Büchsen-Leerung 5698 KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W15, Meinekestr. 10 Postscheck! Berlin 282 47 ״Judentum und Judenstaat“ Dr. GrUnewald im Jüdischen Lehrhaus Die Vortragsreihe des Jüdischen Lehrhauses und der Lehrstätte Bialik über die Probleme des Judenstaats fand am Donnerstag ihren Abschluß durch theologische Erörterungen, die Dr. Max Q r ii n e w a 1 d (Mannheim) anstellte. Er ging davon aus, daß die Frage: wie weit vertragen sicli Judentum und jüdisches Volk? lange erörtert worden ist und daß, im ganzen genommen, ans diesem Streit das Volk gestärkt hervorge gangen ist. Dennoch trifft uns, die wir über diese Dinge nur immer theoretisiert haben, die Aufgabe der praktischen Verwirklichung eines jüdischen Staates völlig unvorbereitet. Es gibt zwar von der Bibel bis zur Neuzeit zahlreiche Staatsgesetze oder Vorstellungen von einem Staat — aber keine konkrete Staat;׳,idee. Drei Fragen stellte Dr. Griincwald in diesem Vortrag: 1. Was hat der Staat an sich für eine religiöse Bedeutung? Wir verlieren heilt« nicht nur eine soziale, sondern auch eine geistige Ordnung. Weder die Theologen noch die Gemeinden vermögen dem Judentum in der Gallith eine wirkliche, in sich zentrierende Ordnung zu geben. Wir sind, so formulierte es Griincwald, ein ״ungeordnetes Volk“. Kann ein so abgelegener lind winziger, also gleichsam forrnaler Staat wie Palästina uns diese Ordnung geben? Er kann es, sagt Griincwald, wenn er sich nicht als endgültig betrachtet. Palästina hat stets die Bedeutung einer Rep r äsentation für die Juden gehabt; daß dieses Land Staatswesen wird, ist ein von außen aulgezwungener Zustand. 2. Kann man in Palästina Ernst machen mit dem Gedan• ken eines religiösen Staates? Darf man annehmen, daß die Mehrzald der Menschen in Palästina von religiösen Motiven sich leiten lassen und dem Gesetz unterwerfen wird? Es wäre ein Selbstbetrug, diese Frage zu bejahen und nicht zu sehen, daß der Glaube an die religiösen Grundwahr• heiten weitgehend geschwunden ist. Der Orient, der heute noch traditionsgebunden ist, macht freilich eine religiöse Krise durch. Es entsteht dort eine nationalistische, soziale Mystik, von der der Redner einige Beispiele gab. Würden wir einen religiösen Staat schaffen, so würden wir nach sei• ner Meinung in dieselbe Krise geraten, in der sich der ganze Vordere Orient jetzt befindet, d. h. der Staatsgedanke würde sehr bald sich als stärker erweisen als der religiöse. 3. Worin werden Staat und Religion im Widerspruch mit• einander steilen? Maimonidcs unterscheidet zwischen dem König in der Zeit und dem König Moschiach, den er tnögliehst nahe an die Zeit heran rückt. Die Vorstellung vom König Moschiach wird der Staat niemals verdrängen können; er wird sieh nur als eine Vorbereitung auf die ״Endzeit‘ fühlen können. Vom religiösen Aspekt aus also wird der ״König in der Zeit“ verwalten, aber nicht regieren — entgegen dem französischen Staatsgrundsatz ״Le roi regne, mais ii ne gouverne pas“. Da aber der Staat andererseits ein Bedürfnis hat, seine Grenzen auf Kosten der Religion auszudehnen, so würden wir in einem unauflösbaren Widersprach zum absoluten Staat stehen. Vom religiösen Standpunkt aus enthält also der Jmknstaat eine schwierige Problematik. N, Ankündigungen Frauen-Arbeitsgememschaft für Palästina. Am 30. November, 16.30 Lhr. Chanukka!! im Heim, Regensburger Sir. 26. Oberkantor John- Jacobson: I.irhtziindcn; Malta Scliloßberg: Clianiikkahbctrarhtung. *— Gruppe Nord und Ost: Am 30. November, 20.30 Uhr, Chanukkahfeier im Heim, Roscnthaler Sfr. 44. Lieder: Kantor Katz-Coheu. Dr. Martha Wertheimer: ,.Licht über Ercz Israel‘4. — Am 1. Dez., 16 Uhr, Chug Iwri, Leitung: Esther Rost, Regensburger Str. 20. ־— Am 2. Dezember, 17 Uhr, Arbeitsgemeinschaft, Regensburger Str. 26 (Leitung: Rahh. Dr. Jospe): ״Wir lesen Bibel“. Zu allen VeranRaltungen Gäste willkommen. Hebräische Kurse der BZV. N cu« Anßngerkuise: Kantstraßc 54 (Dr. AI. Bro-cr). Roscnthaler Straße 44 (I). Kantor) beginnen demnächst. — Kurse tür Anfänger und J'oitgcscbtittene (Leitung-. Leisner. Dr. Fischer), jeden Montag, 20.30 Uhr, Heim, Brücken- Straße 9. — Neuer Anfängerkurs, BZV.-Heim, Landsberger Str. 87 (Leitung: P. Schächter). Montag. 19.30 Uhr; Kurs fiir Fortgesrliriitenc, Landsberger Str. 87 (Leitung: P. Schächter), Mittwoch, 20.15 Uhr. — Kurs für Wcitfortgeschiittenc mit Stilübungei» und Lektüre s־on liibelkommenlaren (Leitung: J. D. Ilornstajoi. BZV. - Heim. Roscnthaler Str. 44. Montag und Afittwoch, 20.30 Uhr. — Kurse liir Anfänger und Fortges'hrittene jeden Montag (20 Uhr), BZV.-lleim, Neukölln, Jägerstr. 6 (Leitung: Dr, E. Stern). — Konversationszirkcl Dr. Broser: Teilnehmer können nicht mehr aulgenommen werden. Interessenten für einen neuen Zirkel werden um Voranmeldung gebeten, ln dem Montag. 19.30 Uhr, Rantstr. 54, stattfindenden Kurs tür Weit [ortgeschrittene (Kalöko) werden noch Teilnehmer aufgenommen. Desgleichen im Fortgeschrittenenkurs (Lomas), GolUstr. 21. Montag, 21 Uhr, Mittwoch, 20 Uhr. — Demnächst neuer Kurs für Fortgeschrittene (Leitung: Dr. Heller). Meinekestr. 10. Anmeldungen bei der Kulturabtcilung der BZV., VV 15, Meinekestr. 10 (91 90 31). Photogruppe T’munah. Am 7. Dezember, 20.30 Uhr, Kantstr. 54: Photographisches Praktikum. Es sprechen: I)r. Knoche, llaris Lcwy. Mlsrachi-Fraucngruppe. Teeairend am 30. November, 20.30 Uhr, Münchencr Str. 37, Dr. Altmann: ״Staatsgedanke der Makkabäer“. Jüdisches Lehrhaus und Lehrstätte Biafik. Arbeitsgemeinschaften: Es beginnen am 30. November: Analyse der Weiimannschen Real- Politik (Leitung: Benno Cohn), Goltistr. 21, BZV.-Heim, 20.30 Uhr: am 1. Dezember: Ausgewähltc Kapitel des Peel-Berichts (Leitung: Walter Groß), IHarburgcr Str. 5, 20.30 Uhr. Der zweite Teil fofgender Arbeitsgemcinsehaften beginnt (direkt im Anichluß an den ersten Teil, aber auch für neue Teilnehmer zugänglich): F.isenbcrg. Hebungen m freier Rede. Ausdruck, Diskussion: Sterniverg, Religions- Philosophie; Gofdscimiifit. Geschichte der WcltreihdoncM. Tag, Zeit. Ort wie im Lehrplan angegeben. — Intcnsivkursus für Englisch: Für Januar ist ein neuer Intcnsivkursus vorgesehen, für den bereits jetzt Anmeldungen entgegengenommen werden. Anmeldungen, Auskünfte tisw. im Sekretariat während der Sprechstunden. Montag bis Donnerstag, 10—13 Uhr und 16-18 Uhr. Künstlcrhilfe der Jüdischen Gemeinde. In der Volksschule. Kaiser- Straße 29-30, findet, am 4. Dezember, 20 Uhr, ein Konzert statt. Mitwirkende: Godfried Zeelander, Gustav Sabel, Ktrrl, Rahmcr, Johanna Mayer. Alexander Kipnis. Zweites (letztes) Konzen am 2. Januar im Brüdervercinshans. Hauskonzert bei Simon, IVannsce, Ilisniarckstr. 3. Am 12. Dezember, 17 Uhr. Es wirken mit: Godfried Zeelander, Lilli Schlesinger und Dr. Fritz Eise-nbcrg. Theaterabend d?8 Jüdischen Frauenunterstützungsverelns. Am 8. Dezember. 20.30 Lhr. in den Musiker«!Len, Kaiser-Wilhelm-Straße 31: ״Der Jcschiwe Bocher“. Karten bei Dora Müller, Münzstr. 14-16. Synagoge ״Ohel Jizchok“, Licsenstr. 3. Am 5. Dezember. 16 Uhr, Chanukkahfeicr der Jugend. Ansprache: Rabbiner Kaod. Klappholz. Die Generalversammlung der Talmud Thora ״Ez Cha- Jim“ fand arn 4. November statt. Der erste Vorsitzende, Oberkantor J. Hof nt an, zeichnete ein Bild von den Lei- Stangen der Talmud Thora. Herr A. Gold körn erstattete den Ergänznnirsbericlit. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwähl des bisherigen Vorstandes mit Oberkantor Hof man als ersten Vorsitzenden. Die Vortragskünstlerin Hedl Haase begibt sich Anfang Dezember mit ihrem Klavierbegleiter Rudi Lehmann au? eine Tournee nach Schwerin, Rostock und Stralsund. 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