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Jüdische Rundschau · 1937-11-23 · Heft 93 (23.11.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 93 (23.11.1937)
Date
1937-11-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Mp. 93, 23. XI. 1937 JÜDISCHE RUN [)SCHAU Seife 9 tgSSP^KHUdner *vERGAYGEXHFn V. Elijahu Zeitalter. Das von David neugegriindetc jüdische Reich zeigte bereits am Ende der äitferiich glanzvollen Regierung Salomos (1)70—930 v. Chr.), des Sohnes Davids, bedenkliche innere Risse. Der Eintritt Israels in den Kulturkreis der vorderasiatischen Mächte verschärfte die Spannung zwischen dem judäischen, in den patriarchalischen Lebensformen verharrenden viehziiehtenden Süden und dem Handel- und ackerbautreibenden, von kanaanäischcn Elementen durchsetzten Norden. Nach dem Tode Salomos kam es zum offenen Bruch: Nordisrael trennte sich endgültig von Juda. Im Nordreich setzte sich der Einfluß der heidnischen Kultur immer stärker durch, und die A bkehr vom Gott der Väter erreichte dort den Höhepunkt, nachdem der tatkräftige israelitische König־ Achab (875—S54 v. Chr.) mit Phönizien ein Bündnis geschlossen und die phönizische Königstochter Isebel geheiratet hatte: als eifrige Verehrerin des Baal-Melkart förderte Isehel auch in ihrer neuen Heimat seinen Dienst mit allen Machtmitteln des Staates. Persönlichkeit. Das mit dem phöriizischen Baalkult sich cinschleichende Gift der Assimilation und des religiösen Synkretismus rief im Inneren des Volkes eine starke Opposition wach, deren Wortführer ekstatische Gotteskünder (Nebiim) waren. Unter ihnen ragt die Gestalt des Elijahu (auch: Elijah — ,,der Immerwährende ist mein Gott“) aus Tishe in Gilead (Transjordanien) hervor. Etwas Unnahbar- Erhabenes und Ungestümes liegt im Wesen dieses Propheten, — etwas, was ihn mit seinem größte־! Vorgänger, — wmm f.1^1 v1׳ *w-f y.1?5.7 -f .?*ys Teil der Inschrift des Mesasteins (die 186S in Dibott gefundene Sleininschrift des moabilischen Königs Mesa, eines Zeitgenossen des Achab und des Elijahu, berichtet u. a. über seine erfolgreichen Kämpfe mit Israel) (Aus dem Jüdischen Lexikon, Band IV, Jüdischer Verlag) dem Schöpfer des jüdischen Gesetzes selbst — verwandt macht. Wie eine auflodernde Flamme taucht er plötzlich in der biblischen Geschichte auf, sein Element ist Feuer und Sturm, und sein Wort ״brennt wie eine Fackel“ (Ben Sira). Er hat keinen festen Wohnort, haust in den Bergen und in der Steppe, und nur wenn er dem König oder dem Volk etwas zu sagen hat, erscheint er in der Stadt, um dann wieder zu verschwinden. ״Ein Mann in härenem Gewand, mit einem ledernen Gürtel um die Lenden“ war er auch äußerlich ein Wüstensohn. Seiner Lebensweise nach stand er der von Jonadab ben Rechab begründeten religiösen Genossenschaft der Rechabiten (aus dem siidjudäischen Stamme der Keniter) nahe, die sieh den Hausbesitz und den Weingenuß versagten. Im Kampfe kannte Elijahu kein Paktieren: ein ganzer Mann ging er stets aufs Ganze aus, und das ״Hinken auf beiden Selten“ war ihm ein Greuel. Dieser unnachsichtige Eiferer hatte ein mitleidvolles, gütiges Herz. Er liebte sein Volk leidenschaftlich und war ein helfender Freu!ul der Armen (s. I. Kön. 17 — über die Witwe von Sarepta). Der Tiefe seines Gemüts entsprach sein Gottesglaube: er wußte, daß die wahre Offenbarung des ״Gottes der Heerscharen“ nicht im Sturmwinde, noch im Feuer, noch im Erdbeben, — sondern ״im leisen Flüstern der Stille“ ist (Szene auf dem Berge Choreb, I. Kön. 19). Werk. Der Kampf Elijahus gegen den Baal brachte ihm nur vorübergehend äußeren Erfolg (Gottesurteil auf dem Berge Karmel, I. Kön. 18). Wichtiger und dauernder war die erzieherische Wirkung seiner Persönlichkeit. Elijahu war kein Scliriftprophet, kein prophetischer Prediger und Dichter, — sondern ein Prophet der Tat: auch seine lapidaren Worte waren Taten. Er war ein Anwalt für die verfolgte Unschuld, und sein unerbittlicher Kampf galt nicht nur dem heidnischen Kult, sondern auch — in nicht geringem Maße — der sozialen Ungerechtigkeit (s. die Nabotgeschichte: I. Kön. 1— 29); dadurch wurde er Vorläufer des klassischen jüdischen Prophetismus, der im nächsten Jahrhundert zur Blüte!jelangte. An den innenpolitischen Kämpfen seiner Zeit scheint er selbst aktiv nicht teilgenommen zu haben. Aber durch seinen Jünger Elisa hat er mittelbar die weitere Entwicklung des nordisraelitischen Reiches beeinflußt. Elijahu in Sage und Volksbräuchen. Kein anderer der Helden der nachmosaischen Epoche hat auf seine Zeitgenossen und die folgenden Generationen einen so überwältigenden Eindruck ausgeiibt wie Elijahu. Die biblischen Erzählungen von seinen Wundertalen und seiner Himmelfahrt dienten als Vorbilder für die spätere religiöse Legende. Seine Gestalt regte die Volksphantasie aufs stärkste an, für die er noch bis "heute fortlebt als guter Genius der Nation, als Helfer der Armen und Tröster in der Nof, als Heiler vor! Krankheiten, gütiger Berater und Lehrmeister. Bereits die nachexilische Prophetie (Malcachi) weissagte, daß Elijahu Sonnabend, 27. Nov., 20• 15 Uhr Synagoge Oranienburger Strafte GEDENKFEIER FÜR FELIX M.WARBURG Begrünung: Heinrich Stahl Freitagabend-Liturgie von Jacob Weinberg, Felix M. Warburg gewidmet Für gemischten Chor. Soli und Orgel PAULA SALOMON- LINDBERG HANS JOHN JACOBSON Orgel: Erwin Joape Leitung: Chemjo Winewer Worte des Gedenkens: leo Beeck Eintritt frei — Nur für Gemelndtmitllleder REICHSVERTRETUNG DER JUDEN IN DEUTSCHLAND JÜDISCHE GEMEINDE ZU BERLIN JEWiSH AGENCY FOR PALESTINE HILFSVEREIN DER JUDEN IN DEUTSCHLAND wiederkehren würde als Vorläufer der messianischen Zeit und Verkünder des Messias. Dem Volksglauben gilt er als Schutzgeist der Familie und des Bundes Abrahams: er sei bei jedem Beschneidungsakt zugegen (weshalb für ihn ein besonderer Stuhl aufgestellt wird) und nehme auch unsichtbar als Gast an der Sederfeicr teil (wo man ihm einen besonderen Becher einschenkt). Literatur. Zu den biblischen Berichten über Elijahu (I. und II. Könige) sind die wissenschaftlichen Kommentare von Benziger, Klostermann, Kittel, Sanda, Ehrlich u. a. zu benutzen. Ueber sein Leben und seine Stellung in der Geschichte handeln H. Gunkel (Elias, Jahwe und Baal, 1906), A. Sanda (1914), W. Erbt (״Elia, Elisa, Josua“, 1907: ein z. T. phantastisch anmutender Versuch, nach dem Beispiel Wincklers den babylonisch(» Astralmythus zur Erklärung der Wundererzählungen heraszuzichcn). Ueber Elijahus Gestalt in der jüdischen Tradition und Sage siehe: M. V. Lcvinsohn, Der Prophet Elia nach Talmudim und Midraschim (Zürich 1929, Diss.); Jeh. Bergmann, ״Die Legende der Juden“ (1919; S. 73—83); Micha Josef bin Gorion: ״Der Born Judas“ und ״Sagen der Juden“. Dr. j. H. Bibliographische Ergänzung zum Aufsatz über Mose: Auf Anregung eines Lesers möchten wir in Ergänzung zu der angeführten Mose-Literatur auf die anregende, im jüdisch-traditionellen Geist geschriebene Mose- Biographie von Uriel Birnbaum (München, 1928) Hinweisen. Zu dem Artikel über ״David“ in Nr. 91 werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß cjje Gestalt König Davids von Otto Zarek im Jahre 1920 in einem Drama behandelt wurde. Postschlüsse nach Uebersee Vom 23. November bis 1. Dezember (ohne Gewähr) Die angegebenen Zeilen sind die Abgangs reiten, der Züge bzw. Flugteugc aus Berlin. Die Sendungen müssen in Berlin so rechtzeitig aufgegeben werden, dal! sie 1—l','s Stunden vor Abgang bei der zuatändigen K3hnhofspo,<t3ms!alt (Flugpost beim Postamt SW 11) vorliegen, oder unmittelbar zu dem angegebenen Zügen oder Flugzeugen gebracht «,erden. Anschluß im Leich entweder bei Durchgang der Züge bzw. Flugieugc oder durch Sendung nach Berlin oder diickt an die Zwischemslaliosen. Bei der Aufschrift empfiehlt sieb, die Anbringung von Leitvermerken. Palästina■ 23. Atrit. Bhf. 21.58 11.1■ 11 Nürnberg, An!!• Bhf. 22.12 nach Frankfurt a. Nf.: 25. Hiindid I',.(ic1't|.alcmt!;c“): 20. Haifa. 24, Anh. Bhf. 21.58 nach Nürnberg, via btanhc,!: 30. Haifa. ׳2 - - 6. Anh. Bhf. 21,58 fe!u׳n>o); 1. Haifa. — 27. Anh. 14h[. 21.5S nai'h N ü r nl k’1 : 28. Piriiws; 2. 1 lailn. .- 23. Anh. Bhf. 21.29 nach 1. t'ipzi^, via 1-ianiHjl;; 3. Haifa. — 30, Anh. Bhf. 21,58 nach N 11rnkr!r. Auii. Bhf. 11׳״;!! 22.12!׳'<;! cküir: .-!. 4L; 2. 111 ־inrli-i (.. (»a!iU*iä“ ); 6. 11 ai j ,1. — 1. Ant 1. Bi!!. 21.56 nach Niirnlierg. via Dtanhul; 7. Huii.1. Luftpost: Jeden Dienstag. Donnerstag, Sonnabend: Flug 8.30 nach Rom, 11.25 München, an Palästina nach 2 Tagen (Linie Amsterdam—Il-in׳ ■י׳ י ׳•'׳ Neaן)(■;>. Jeden Sonntag: Fing 8.30 nach Rom. 11.25 Aftinchcn, an Palästina nach 2 Tagen (Linie London—Singaporc I über Brindisi). Vereinigte Staaten von Nordamerika: 23. Chbjj. 11.20 nach Hannover; 24. Cherliourg (,.(Juccn Mary"); 20, New York. — 25. ('111111.20 .״ n:«11־׳ Hannover; 20. f'11?:l.״urg (.,Hambnrg'3;(־. New Vor);. - - 30. riTg. 11.20 nach Hannover; 1. Le IT»vre (..Normandie"); 6. Neu Y1״k. ■ ■ 1. Fht»;;, 11.20 nach Hannover; 2. 1.1׳ iiuvio 1 ,.W.׳• inog::יn"j; 9. New York. Südamerika: 24. ( bbg. 0.32 nah ILmnov: r; 24.!!.,!״i-urg <.';1 p Arcona"); 7. Kc.; 10. Hncno, An!,:-., 23. <'!!hg. 23.58 rofc!1 Hannover: 27. rhc!U>n,g I ..Ar!,,:;;13 : < ".,׳. Hin 17. Buenos A ires. - - 27. CI, Ich O. 32 n,!!׳I1 i In:,: iGvvr: 27. Brcmcrhnvrn L,(.'ap JS’orte“); 16. Rio I . Kuenoc Aires. L u i l p 0 st: 24. 1 ln!4 SW 25;סי׳.21 ,11;,M׳ rnnknirr'׳! 5.00 . 2". Rin; 28. U Aina ( '!.)eat-'h?: i-un;■׳V1J. 27. B0sh- Schluß SW’ 11. 0.30; 14.55 Knln; 30. Kio 1 Airtu־31• Hum; (nicht nach Bo!1׳ YlClh; .1 ,׳!;!.:: . 1, B - 0 ’!.־־ s\v 11, ־, 22.00 ׳) 00 ■5 .2 1!1 31.; 4. inid: 5• Be ■:••י״! •־- (J>. B.)n Südafrika! 25.!־'rrem, }:cirafi. 13. 58 nach!!annovno 26.?mithamptoü (״Wanvjck 13. Kan •׳! ׳1. ׳. Lultpcst: Jeden Dienstag und S0:;!1.1!1c1!d: Flug 8.33 nach Rom, 11.25 München.;1:1 Kapstadt nach 1 Tugen (Linie London — KapsUdt über Brindisi). Verbesserte Postverbindung nach Südamerika. D! r Süd, \!>reß F'.i! i■,—- Lissahm, der die leut r An *dilnüverbindung 7c; den In i.n-ahon anlegenden IWdaii'.plcrn 11;n h Sudan1. ,!;:׳״ hü:.׳, wird v 1:1 1e:?0 ab wieder zur Hebenimi״ing v׳>n i51 i״ן!•׳..n׳::!•. Au- Deutschland kommende Sendungen, die we-on spar« A!11 hcM-nin״ eien Anschluß an die Südamerika-Da! iipU:! nah; mein ua dcu!״ c;!g!!.׳ohe11 oder franibsisrhen Abgang׳! inieu ernTTen h׳!״;״־;:, wenden :einmeht" nach l..i.s.>abon geleitet, um d״!t noch die Dampfer abiar.gcn tu können. Juden und Jüdisches im Rundfunk. Am Mittwoch, 24, November: Söltens (443). 20.30; Konzert unter NFuviikung wn Nathan Mibtcin (Violine). ׳ - Am Donnerstag, 25. November: Prag 1 (4709 17.05: E. IUo׳h: Klavier-Ouintftt. ZutfvUHgl U% dei Wett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen (Unter dieser Rubrik veröffentlichen 'vir Anfragen aus ittwcrem 1 .cs«- kreise betreffend den 'verbleib vermißter Freunde. Jeder Anfrage sind zwei Briefmarken (biw, aus dem Auslande zwei interna: mnalr 7\utwortsrheinc) beizulcgcn. Diejenigen Leser, die über den Verbleib der Gesuchten Auskunft geben können, werden um Mitteilung ersucht.) Nr. 11. Olga Weinberg, Osterode (Harz), Marientnrsfr. 4, sucht Esther Servers, seit 30 Jahren in Chikaga, oder deren Bruder Advokat Milton Scrvos, ebenfalls Chikago. Nr. 12. Hugo Jacobs, Abterode (Hessen-Nassau), sucht. Isack Oppenheim aus Abterode, später Mühlhausen (Thüringen), dann Amerika. Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion beslimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. Asphaltierungen P t 1 a t 1 e tunken Robert Wollen W1S. Kurfüritendamm 4SI40 Rat! ea 41 so Aufzüge —- Fahratuhibau —■ Ernst Eischer W SO, Kutmbachar Str. 6 Ruf 24 7« 51/32 Reparal. jeder Art, Pflöge,. FnhrstuhUeüe Aeltettt jüdische Firma dieser Branche Lief*!־. u. Mitgl. der jüdiaehen Gemeinde | Auto-Garagen, T an kstell. IT OU* -Garaa»npaiB8t K M N I 8lr.1er.Ttl.31 80*1 Bauwesen Jljlfc BAU O ES C IfU l (D Bmom4co. 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