Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 93 (23.11.1937)
- Date
- 1937-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653713--31546-2686163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Kt. 93 y Jthrgnng 42 f*ref■ 23 Rpt JÜDISCHE RUNDSCHAU Rtdakttoit, Vwlas «and A autgcnvcrwaltoBRi B®*llaW 15, M»in«ltaitr. 1• Famrafi 919031,!•!•gracna »Adraiii« t Orghlp. - B«*ugspre1s eiaacWUBHcfe Bestellgeld j* Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, hei Abholung RM 1,88 biw. RM 539 — Postscheck ־ Konten der Vertrieb* »Abteilung: Berlin 715/3 (für GroS - Berlin), Berlin 17392 (für das übrige Reich). In Fallen hohemr Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Entartung etwa schon gesohlter Besugagehühren- — Erichalst Jeden Dienstag nnd Frsltag• BERLIN י״ט כסלו תרצ״ח DIENSTAG, 23. NOVEMBER 1937 CtUtig: AattlgaaptalllSite Nr• 5• Die 12 gespaltene mm - Zeile 20 RpfM ffr Familien - Nachrichten 15 Rpf, Für die Aufnahme von Anreigen in beatimanteci Ausgaben oder an bestimmten Platzen wird keine Gewahr geleistet. Gelegenheit*• anzeigen nur gegen Vorausrahlun? aut Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Moniag bi* 1‘reilag 9—18 Uhr. Annahmeschluß für di« Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, lur die Freitag •Ausgab• Mittwoeh 13 Uhr (Für Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheine• 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das!Qdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich ■ rechtlich gesickerten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Die jüdische Kaufmannschaft Der Kamp! der Juden Polens um ihre wirtschaftliche Position Von unserem Warschauer Berichterstatter Warscliau, den 19. November Im Vordergründe des jüdischen Interesses in Polen in der abgelaufenen Woche standen die Beratungen und Be- Schlüsse des Kongresses der christlichen Kaufmannschaft. Auch die Regierungspresse muß, wenn auch ungerne, den ausgesprochen antlse initischen Charakter dxses Kongresses bestätigen. Die lialboffiziclle ״Gazeta Polska“ schreibt ausdrücklich: ״Der Kampf mit dem jüdischen Handet war der Inhalt des Kongresses... Die Nationalisierung des Handels in Polen war das Ziel des Kongresses. Alle anderen Referate besprachen bloß die Wege, die zu diesem Endziele führen.“ Das polnische Regierungsorgan sucht dies damit zu rechtfertigen, daß ״die polnischen Kaufleute doch keine Handelsmaschinen seien und verschiedenen Einflüssen unterliegen“ und tröstet sich damit, daß der Beschluß, den Handel in Polen zu nationalisieren, gleichzeitig zur ״Verbesserung der Handelsmethoden“ aufruft. Der Kongreß hat in der Begründung seiner antiiiidisehen Kainpfnarolcn in tendenziöser Weise die Rolle und die Bedeutung des jüdischen Handels in Polen herabzusetzen gesucht. ״Der überwiegende Anteil der Juden sowohl im Außenals auch im Innenhandel Polens sei die Ursache des rimitiven Tauschapparates in Polen. Der verhältnismäßig edeutende Prozentsatz der Juden in polnischen Städten mache den Zufluß neuer polnischer Elemente in das städtisehe Gewerbe unmöglich und setze das Kulturniveau dieser Städte herab.“ Die Juden besitzen angeblich den größten Teil liquider Kapitalien und unbeweglicher städtischer Güter und ״durch diese Anhäufung habe sich in Polen das größte jüdische Ghetto in der Welt gebildet.“ Die Entjudung des Handels in Polen sei daher eine Vorbedingung zur Verbesserung des Tauschprozesses im Lande und eine nationale Notwendigkeit im Interesse der Staats- Verteidigung. Es war für die Vertreter der jüdischen Kaufmannschaft T881׳,־'ftff •*־die jüdisefie׳ Presse ein lelclftes,' diese scheinbar historisch und ökonomisch begründeten Beschuldigungen zurückzuweisen. Es würde genügen, auf das unlängst erschienene große Werk Ignaz Schippers über die Geschichte des jüdischen Handels in Polen hinzuweisen, um festzustellen, welche Verdienste sich die Juden im ehemaligen Polen erworben haben, als die damals he.rrsehende polnische Aristokratie dem Handel überhaupt feindlieh gegeniiberstand und die Juden die einzigen waren, die diese für das polnische Reich notwendige Wirtschaftsfunktion erfüllten. Im 19. Jahrhundert waren die Juden wiederum die einzigen, die an der Schwelle der kapitalistisehen Aera in den polnischen Ländern den Grundstein zur Entstehung der Industrie, des Bankwesens und Großhandels legten. Heute, im unabhängigen Polen, will man diese Verdienste der Juden herabmindern, um zu begründen, warum man einen selbständigen polnischen Kaufmannsstand auf Kosten der Juden schaffen müsse. Und was das heutige Niveau des jüdischen Handels anlangt, ist es für jedermann klar, daß in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit und der spezifischen Umstände, die sich in Polen für das jüdische Handelsgewerbe gebildet haben, es gerade als H eroismus bezeichnet werden kann, daß der jüdische Kaufmann seine Position aufrecht hält. Die Eingeweihten wissen, daß ohne diese Energien, Erfaßrungen und Beziehungen der jüdischen Kaufleute Polen auf dem Handelsgebiete weit hinterstellig wäre. Hätte der jüdische Kaufmann keine fiskalischen und administrativen Schikanen auszustehen, genösse er von sämtlichen Kreditmöglichkeiten, wäre er nicht von der Mehrzahl der Lieferungen ausgeschlossen, befreite man ihn von der Zwangs-Sonntagsrulie, und herrschte kein Protektions- und Boykott- System, könnte der jüdische Kaufmann ruhig existieren und dann könnte er noch erheblich mehr zur w irtschaftlichen Entwicklung des Staates beitragen. Objektiv genommen ist das Bestreben, Teile des polnischen Volkes in den Handel überzuleiten, ganz natürlich und verständlich. Dieser bereits seit Jahren begonnene Prozeß hat zwar der jüdischen Bevölkerung großen materiellen Schaden zugefügt, aber die verantwortlichen Leiter der jüdischen Politik und Wirtschaft mußten mit der neuen Situation rechnen und Wege und Mittel suchen, um einen Teil der Juden in andere Berufe überzuführen. In den ersten Jahren nach dem Kriege war eine der Hauptlosungen der Juden in Polen: Umschichtung und Produktivierung der Jugend. Bald stellte sich aber heraus, daß diese Bestrebungen infolge der schroffen antijüdischen Haltung sämtlicher in Betracht kommender Faktoren nicht zu verwirklichen sind. Die Verdrängungsnolitik gegenüber den Juden hat sämtliche Gebiete des Wirtschafts- und Berufslebens in Polen umfaßt. Die Juden wurden zu keinen neuen Erwerbszweigen zugelassen. Die Polen klagen zwar über die einseitige ökonomische Struktur der polnischen Judenheit, haben aber nicht die mindeste Absicht, den Juden die Möglichkeit zu geben, diese Struktur gesund zu machen. Nur ein Mittel wird von den Polen genannt, das angeblieh zur Lösung führen könnte: Auswanderung. Im Zusammenhang mit dem oben besprochenen Kongreß hat das Organ der polnischen Konservativen ״Czas“ wiederum das jüdische Emigrationsproblem aufgerollt. Das Blatt stellt fest, daß der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung in den Städten von 30,6 °/0 im Jahre 1921 auf 27,3 «/o im Jahre 1931 gesunken ist, weist auf die speziell von den polnischen Großgrundbesitzern immer wieder gestellte Forderung, die arme polnische Bauerninasse (statt ihr Boden zuzuweisen!) in die Städte abzudrängen, und kommt zu dem Schluß, daß die Auswanderung der Juden unbedingt forciert werden müsse. Aber das Blatt gibt selbst zu, daß die Juden gegenwärtig in größeren Massen weder nach Palästina noch in andere ״zivilisierte“ Länder emigrieren können. Der ״Czas“ findet aber folgenden Ausweg: die Juden sollen die ״nicht z i v i 1 i s i e rt e n“ Länder wie z. B. M a d a g a s k a r, oder die Länder Mittelamerikas kolonisieren. Die Mittel hierzu soll ״die jüdische internationale Finanzwelt“ hergeben und der polnische Staat solle den Juden helfen, sich für diese Kolonisation vorzubereiten. Es bedarf keiner Auseinandersetzung, um klarzumachen, wie naiv und unreell iri den gegenwärtigen Bedingungen dieser Vorschlag ist. Diese Gedanken sind aber weit verbreitet, sie dringen sogar in maßgebende Schichten, und die jüdische Delegation beim Staatspräsidenten konnte sich davon überzeugen, daß solche Pläne ernstgenommen werden. Wie stark auch der Emigrationsdrang der polnischen Juden ist, man muß nach reiflicher Ueberlegung und Ab- Schätzung sämtlicher Möglichkeiten zu dem Schlüsse kommen, daß die Mehrzahl der polnischen Juden sich hier wirtschaftlich behaupten könnte. Die Erfahrung der letzten Monate hat bewiesen, daß die neue Schicht polnischer Kaufleute gar nicht aus dem Dorfe kommt, daß viele von ihnen trotz Subsidien und Krediten sich häufig nicht lange halten können und nach einer gewissen Zeit Bankerott machen. Inzwischen aber bedienen sie sich im Konkurrenzkampf mit Juden solcher Mittel, die auch vom allgemeinen Standpunkt nicht nur gesetzwidrig, sondern ein Hohn sind, auch auf die elementarste Handelsmoral. Es sind z. B. genug Beweise dafür vorhanden, daß die Boykottposten vor jüdisehen Läden durch polnische Kaufieute gedungen und bezahlt werden. Der Rat der Jüdischen Kaufmannschaft hat mit gutem Recht in seiner Antwort auf die Beschlüsse des Kongresses feststellen können, daß die Eliminierung nach Wünschen des Kongresses der wirtschaftlichen Kraft der jüdischen Bevöljdlt! VeHiefdfgungsenergfe des polhisehen Staates abzuschwächen geeignet sei, daß ferner in Anbetracht der Verhältnisse in Polen Privilegien für einen Stand oder Angehörige einer Religion nicht nur das Niveau des polnischen Handels nicht heben, sondern ihn demoralisieren utrd seine Entwicklung verlangsamen müßr ten. Die Resolutionen des polnischen Kongresses, welche darauf abzielen, aus dem Handel ehrliche Konkurrenz™ ethoden auszuschalten, bedeuten unzweifelhaft eine Bedrohung des gegenwärtigen Gleichgewichts der Preise in Polen und müßten sämtliche Konsumenten belasten. Palästina-Konferenz in Polen Telegramm unseres Korrespondenten Warschau, 22. November. Die Palästina-Konferenz der polnischen Judenheit wurde Sonntag mittag in Warschau unter überaus großer Beteiligung eröffnet. Es waren 1300 Delegierte anwesend. Ansprachen hielten Oberrabbiner Prof. Schorr, der Delegierte des Keren Kajemeth Bistritzki (Jerusalem) und die palästinensischen Delegierten des Keren Hajessod: Sprinzak und Rabbi Meir Berlin. Ben Zwi, der Vorsitzende des Waad Leumi, konnte erst in der späten Nachtstunde in Warschau eintreffen. Die Arbeitssitzung der Palästina-Konferenz begann um 5 Uhr nachm. Vorher tagten Kommissionen. Gleichzeitig mit der Warschauer Konferenz fand in Lemberg eine Palästina-Konferenz statt, bei der der Direktor des Keren Hajessod, Leib Jaffe, Jerusalem, und Dr. Goldmann, Genf, anwesend waren. Der letztere spricht Montag abend in einer Versammlung in Lodz. Eia englischer Lehrstuhl für die Universität Jerusalem Auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Geoffrey Mander stellte Kolonienminister Ormsby-Gore in einer schriftlichen Antwort am 18. November fest, daß die Britische Regierung beabsichtige, dem französischen und italienischen Beispiel zu folgen und einen Lehrstuhl an der Hebräischen Universität zu errichten. Der Abgeordnete hatte die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, daß die französische Regierung einen Lehrstuhl an der flebräischen Universität gegründet habe, Gelder für den Ankauf von Büchern für die Universitätsbibliothek auswerfe und Stipendien zur Verfügung stelle, um Dozenten oder Studenten an der Universität ein Studium in Frankreich zu ermöglichen; ferner, daß die italienische Regierung ein ifalienisches Lektorat geschaffen habe; und er fragte, welche ahnliehe Ermutigung die Britische Regierung der Universität gegeben habe und welche Pläne für die Zukunft die Mandatsregierung in dieser Hinsicht habe. Ormsby-Gore antwortete u. a., daß die englische Regierung bisher noch keine ähnlichen Maßnahmen unternommen habe, obwohl solche in Vorb er ei tun g׳ seien. Die Palästina-Regierung habe von Zeit zu Zert gewissen Abteilungen der Universität Zuschüsse gegeben. Ausnahmezustand in Jerusalem aulgehoben Jerusalem, 19. November. (Palcor). Der Ausnahmezustand in Jerusalem Ist wieder aufgehoben worden. Passanten in den Straßen von Jerusalem werden von Polizei angehalten und untersucht. Araber, die in die Altstadt wollen, werden ebenfalls nach Waffen untersucht. Zwischen Lehen und Sterben 1. H. F. Die Geschichte der jüdischen Diaspora steht an einem entscheidenden Wendepunkt. In ihrer ganzen Breite und Tiefe ist die Judenfrage in der Welt in Bewegung gekommen. Die Judenfrage — das heißt der ganze Umfang des Spannungsfeldes an den Berührungsflächen des Volkes Israel mit den Völkern der Welt, die Untauglichkeit des Assimilationsprozesses als Therapeut icmn, das Ringen der Widerstandskräfte im Organismus des jüdischen Volkes mit Krankhcits- und Degenerationserscheinungen, die Unverdaulichkeit der Berufsschichtung der Juden für die Gastvölker, das Wiederaufflackern des Fremdheitsgefuhls gegenüber den Juden seitens des Wirtsvolkes. In einer friedlichen evolutionären Epoche kann die Judenfrage ruhen. Sie kann mit den anderen Problemen, die im Zusammenleben von Völkern entstehen, mitgeschleppt werden. Seit dem Jahre 1914 ist die Welt in das Stadium revolutionärer Entwicklungen eingetreten, die noch lange nicht abgeschlossen sind, ln dieser Welt, in der alles in Fluß gekommen ist, was in einem kurzen friedlichen Abschnitt der Weltgeschichte 7:11 schlummern schien, ist die Judenfrage in ihrer ganzen Grellheit und Problematik deutlich geworden. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Aber es ist notwendig, daß gerade wir Juden in Deutschland der jüdischen Welt diese Erkenntnis immer wieder vermitteln. Wir Zionisten die wir gewöhnt sind, mit dem Mittel der Analyse an die Judenfrage heranzugehen, und die wir uns ständig bemüht haben, das Universale der Judenfrage und ihre Gleichartigkeit in der Welt trotz aber graduellen Unterschiede zu erkennen, haben in diesem Aufklärungsprozeß unter den Juden eine besonders verantwortungsvolle und schwere Aufgäbe. Vor allem ist es notwendig zu sehen, daß die Aufrollung der Judenfrage in Deutschland zwar ihren besonderen Charakter trägt, daß aber im Grunde die Erscheinungsformen der Judenfrage in diesem Lande nur Nuancen ein und derselben Sache sind, die wir zu verschiedenen Zeiten überall in der Weit erleben, wo Juden wohnen. II. Uns Juden in Deutschland scheint die Zeit, in der man sich darüber stritt, ob wir Juden ein Volk oder nur eine Religionsgemeinschaft seien, wie ein grotesker Traum. Angesichts der Lage der Juden in der Welt und der — bei aller Differenzierung — Gleichartigkeit der Reaktion auf das Zusammentreffen mit den Juden ist es fast unverständlich, daß es noch Judenfreiten gibt, in denen diese Frage ernsthaft zur Diskussion gestellt wird. Gibt es stärkere Beweise für die Ein- .heitlichkeit des . jüdischen Volkes als die Entwicklung der letzten Jahre in allen Ländern der Welt? Man muß schon blind oder böswillig sein, um diese Erkenntnis abzulehnen. Allerdings ist der Zustand dieses Volkes furchtbar. Weite Teile des eigenes Volkes sind abtrünnig. Eine ungesunde und verstädterte Bcrufsschiehtung vermehrt in immer steigendetn Maße in allen Ländern die Abwehrhaltung der Völker. Die Schäden der nationalen Struktur, die durch eine lange Galuth- und Ohettoexistenz entstanden sind, sind besonders grell zu spüren in einer Zeit, die unter dem Signum der nationalen Eigenbesinnung der Völker steht. Innere Zerrissenheit und mangelnde Autoritätsgläubigkeit erschweren den Einigungsprozeß des jüdischen Volkes. Seine Krankheit ist in ein gefährliches Stadium getreten; das Fieber steigt, und bedrohlich scheinen die Schwächeerschcinungen zu werden. III. Zur gleichen Zeit werden die Abwehrkräfte im Organismus unseres Volkes lebendig. Noch schlägt sein Herz seinen starken Rhythmus, und aus dem Dämmer müder Resignation und dem Aufschrei der Verzweiflung sind uns die neuen Kräfte entstanden. Erez Israel wächst und ist zum Zentrum jüdischer Hoffnung und jüdischen Lebens geworden. Gewiß durchlebf das Land zur Zeit einen schwierigen Prozeß. Die Weltpolitik hat sich seiner bemächtigt, und wir sind, ohne es zu wollen, in das Kreuzfeuer neuer Entwickhingen gerafen. Noch klebt an uns die Mentalität der Diaspora. Appelle und Verhandlungen sind wesentliche Bestandteile unserer Politik. Wo aber bleibt der Einsatz des Volkes für Erez Israel? Das Blut der Opfer des arabischen Terrors im Lande klagt die an, die in den 20 Jahren seit der Baifour-Deklaration den Ruf jüdischen Zukunftswillens nicht hören wollten. Das ganze ungeteilte Erez Israel wäre unser, wenn unser Volk geeint auf die Baifour-Deklaration mit Ja geantwortet hätte. Aber auch heute noch könnten wir ruhig in die Zukunft sehen, wenn es wenigstens jetzt gelänge, angesichts der Gefahren unser Volk zu einer Aktion für das Land zu gewinnen. Was sollen wir sagen, wenn ein Volk von 16 Millionen in einem Jahr für Neukolonisation in Erez Israel nicht mehr als invUA, Ue&eMick Die Militärgerichte in Palästina haben am 18. 11. mit zwei Gerichten in Jerusalem und Haifa ihre Tätigkeit aufgenommen. Bei Tel Amal wurde ein jüdischer Siedler auf dem Felde erschossen. Der Täter wurde gefaßt. Die Erben Abdul Hamids gewannen ihren Prozeß gegen die Palästinaregierung wegen Eigentumsrechte an Regierungsboden.