Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1937)
- Date
- 1937-11-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 91, 16. XI 1937 gSS^JSdijAer VERGANGENHEIT IV. David Persönlichkeit. ' ׳1 י י - ■lückliche Schlacht bei Gilboa hatte zur Eolge, daß die ganze Jesreel-Eberie und ein Teil des Gebirges Ephraim abermals unter die Herrschaft der Philister kamen: das Lcbcnswcrk Sauls wurde zunichte. Einern Anderen, Größeren, war es beschießen, das Ge- Samtreich Israel in neuem Glanze aufzurichten: dem Manne, in dem Sauls monomanischer Argwohn den gefährlichen der Sohn des Isaj ans Bethlehem im Stamme Juda, der größte König Israels (um 1010—970 v. Chr.) und einer der glänzendsten und beliebtesten Helden der jüdisehen Geschichte, tritt uns in der Bibel in einer außerordentlich reichen, zum großen Teil zeitgenössischen Ueberlicfcrung entgegen. Von dieser Herrscherpersönliclikeit ging ein Zauber aus, dem niemand — auch nicht seine Feinde — widerstellen konnte. Er war Dichter und Kriegsheld, Künstler und Staats-', mann, ein Mensch weidien Herzens und empfiiidsaii’en Gemüts, aber auch <in Mann der Tat, der nie die Wirklichkeit und ihre harten Forderungen aus dem Auge verlor und seine Mitmenschen in allen ihren Schwächen und geheimen Regungen durchschaute. Als Regent zeichnete er sich durch Klugheit, Energie und Weitblick, Gewandtheit und Rcalitatssinn aus. Nur im Kampfe mit den Regtutgen seines Vaterherzens versagte manchmal seine Tatkrait. Anders als Saul, der sein Ziel mit einer Soldatischen Geradlinigkeit verfolgte, verstand es David auf virtuose Weise, Zähigkeit mit äußerster Elastizätät zu verbinden: er war sowohl im politischen als auch im 11111 i-!arischen Kampfe ein hervorragender Stratege und Taktiker. Werk. Mit Davids Regierung begann eine neue Periode Sn der politischen und geistigen Geschichte Israels. Ihm gelang es, die Vormundschaft der Philister endgültig zu brechen und sie unter seine Oberhoheit zu bringen. Durch die Eroberung der damals noch kanaanäischcn Festung Jeru- Salem und die Wahl dieser in der Mitte zwischen Nordlind Südpalästina liegenden Stadt zur Hauptstadt schuf David einen neuen, der Eifersucht der Stämme Entrückten neutralen Mittelpunkt des werden den G e s a m t r e i c 11 e s. Die Unterwerfung der Rand- Staaten im Ostjordanlande (Edom, Moab, Ammon, Aram) und ein Freundschaftsvertrag mit Phönizien sicherten die Grenzen des Staates. Im Gegensatz zu Saul suchte David das Kanaanäerproblem auf friedlichem Wege zu lösen: indem er ihre Stadtstaaten zu gleichen Rechten in das Reich Israel aufnalmi und dadurch ihre Auflösung im jüdischen Volkskörper förderte. Auch mit dem Priestertum lebte David in Frieden: Er selbst war ein eifriger Anhänger des altisruelitischen Gotteskultes. Von epochemachender Bedeutuiig für die Entwicklung der jüdischen Religion und die Geschichte Israels war die Gründung der zentralen Kultstätte in Jerusalem — auf dem ״heiligen Berge Zion“ —, die fortan Mittelpunkt des geistigen Lebens lind höchstes Symbol der religiös-nationalen Einheit war. Das IM Jebusitische Befestigung des ältesten Jerusalem aus der Zeit vor David Aus Auerbach ״Wüste und gelobtes Land“, Bandl, Schocken Verlag Ergebnis der Politik Davids war ein geeintes, erweitertes und gefestigtes Reich, das unter den Kleinstaaten Syriens eine führende Stellung einnahni. Die Schwäche des neuen Gebildes bestand in dein nicht ganz erloschenen Gegensatz zwischen den Nord- und den Südstäinincn (Aufstände Absaloms und Scbas) und der Unausgeglichenheit der Reicbsteile. Wirkung. Davids Gestalt wuchs in den Augen der Nachwelt zum höchsten Vorbild eines israelitischen Herrschers — des ״gesalbten Gottesknechtes“, der die Idee des Königtums im theokratischen Sinne verkörpert. Die Propheten feierten ihn als den geistigen Urheber des heiligen Tempels und den Stammvater des zur Herr- Schaft in Israel vorbcstimmten ewigen königlichen Geschlechts, aus dem einst der Messias (Maschiach ben David) als Erlöser Israels und der Menschheit hervorgehen wird. Auch als Dichter lebt David in der Tradition fort: er gilt ihr als der ״lieblichste Sänger Israels“ und Schöpfer der jüdisehen religiösen Lyrik, deren schönste Frucht die Psalmen (״Preisungen Davids“) sind. Mit besonderer Liebe haben die Aggadah und die spätere Volkssage das Leben Davids geschildert. Wertung. In der neueren Zeit — besonders seit der Aufklärung — wurde der Charakter Davids auf Grund des biblischen Berichtes sehr verschieden und oft — im Gegensatz zur Tradition — scharf abfällig bewertet (Bayle, Voltaire, Renan u. a.). indessen hat die Ueberlieferung mit intuitiver Sympathie den inneren Kern dieser vielscifig-komplizierten Persönlichkeit besser erschaut: ihre idealisierende Auffassung übersieht nicht das menschlich Unvollkommene im Wesen ihres Helden, hebt aber mit Recht die tieferen sittlich-relig lösen ürundkräfte hervor, die seine Seele formten. Die unzweifelhaften Schwächen und Mängel treten gegen die edlen Züge seines Charakters — Ritterlichkcit und Gerechtigkeit, Treue, Großzügigkeit und Herzensfrommigkeit — zurück. Und so steht David vor uns als ein Mensch voll Religiosität und Gottesvertrauen, der wohl seinem bösen Trieb unterliegen konnte, aber niemals? taub blieb gegen die Stimme des Gewissens, seine Vergehen durch aufrichtige Reue büßte und sich demütig vor dem .Urteil Gottes beugte. Sein langes Leben, das von schweren' JPriifangen nicht verschont blieb, wurde ihm ein Weg innerer Läuterurig. ' Literatur. Davids Leben und Wirken werden in d^n Bibclbiichcrn 1. und 11. Samuel (mit denen 1. Chronik 10—2L' zu vergleichen ist) geschildert. Für seine Charakteristik ist?» auch die Darstellung des Josephus (insbesondere: Altertümer, Buch 7, Kap. 15, Absclin. 2) heran/uziehen. Seiner Persönlichkeit lind seinem Zeitalter sind die Werke von H. Weiß (1880), B. Baentscli (1907), U. Molsen (1917) gewidmet. Die Bedeutntig Davids für die Entwicklung der messianischen Idee behandelt Großmann in seinem Buche ״Der Messias“ (1929). — Ueber Davids Bild in der jüdischen Tradition s.: A. Roßner, Davids Leben und Charakter nach Talmud und Midrasch (Bern 1908; Diss.). Das reiche Sagen- und Legendenmaterial ist in der Sammlung Emanuel Bin-Gorions zu finden (״Sagen der Juden“, Schocken-Ausgabc, S. 594 f.). Dichterisch ist der David-Stoff in der (noch unvollständigen) Trilogie von R. Beer -Hofmann behandelt. Or. J. H. Postschlüsse nach Uebersee Vom 16. bis 24, November (ohne Gewähr) Die angegebenen Zeiten sind die Abgang s Zeiten der Züge bzw. Flugzeuge aus Berlin, Die Sendungen müssen in Berlin so rechtzeitig 8'1'gegeben weiden, daß sie 1—1>.', *Stunden vor Abgang bei der zaständigen l?al)nhofspo*tans':t!t (Flugpost beim Postamt SU' 11) vorlicgen, oder unmittelbar zu den angegebenen Zügen oder Flugzeugen gebracht werden. Anschluß im Reich entweder bei Durchgang der Züge bzw׳. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zwtsehenstat ionen. Bei der Aufschritt empfiehlt sich die Anbringung von Lcitvermerken. Palästina t 16. Anli. Bhf. 21.58 nach A'iirrtberg; Anh. Bhf, 22.12 nach Frankfurt-M.; 18. Brindisi (״Galileo“) 22. Haifa 17. Anh. Bhf. 21.29 nach Lcizpig, via BelgradTst,-Al. 23. llaila 18. Auli. Bhf. 21.58 nach Nürnberg; Anh. Bhf.22.12 nach Frankfurt-M.; 20. Neapel (״Victoria“) 23. Haifa 19. Anh. Bhf. 21.58 narb Nürnberg, via Belgrad-Ist.-Al. 24. llaita 21. Anh. Bhf. 21.29 nach Leipzig, via Belgrad-Ist.-Al. 26. llaifa 23. A1111. Bhf. 21.58 rinrii Nürnberg; Anh. Bhf. 22.12 nach Fvankfuvt-M.; 25. Brindisi (..Gerusalemnie29 (‘־. Haifa 24. Anh. Bhf. 21.58 nach Nürnberg, via Belgrail-ist.״Al. 30. Haifa Luftpost: Jeden Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Flug 8.30 nach Tom, 11.25 München, an Palästina nach 2 Tagen (Linie Amsterdam—Bandoeng über Neapel). Jeden Sonntag: Flug 8.30 nach Tom, 11.25 München, an Palästina nach 2 Tagen (Linie London—Singapore I über Brindisi). Vereinigte Staaten von Nordamerika: 16. Chnrl. 31.20 nach Hannover; 17. Le Havre (..Normandie••); 22. New York. — 19. Charl. 11.20 nach Hannover; 20. Cherbourg (״Europa“); 25. New York. — 23. Charl. 11.20 n. Hann.; 24. Cherbourg (״Queen Mary“); 29, N.Y. Südamerika: 17. Charl. 22,52 narb Hannover, Potsd. Bhf. 23.42 nach Kassel; 20. Bordeaux (״Masülia“); 2. Rio; 5. B. A. — 24. Charl. 0.32 n- Hannover; 24. Hamburg (״Cap Arcona“); 7. Rio; 10. B. A. Luftpos 1: 17. Postsehl. SW 11 21.00; 18. 5.00 Frankf.-M.; 20.Rio; 21. B. A. (Deutsche Luftpost). — 20. Postschi, SW 11 9.30; 14,55 Köln; 23. Rio; 24. B. A. (nicht nach Bolivien, Franz. Luftpost). — 24. Poslschl. SW 11 21.00; 25• 5.00 Fr.-M.; 27. Rio; 28. B. A. (D. L.), Südafrika: 18. Friedrichstraße 13.58 nach Hannover; 19. Southampton (,,Balmoiai C“); 6, Kapstadt. Luftpost: Jeden Dienstag und Sonnabend: Fitrg 8.30 nach Rom, 11.25!München, an Kapstadt nach 7 Tagen (Linie London—Kap- Stadt über Brindisi). •Ktvalen gewittert hatte. I) a v i d. )Arnold Ztulikov ״Der junge David“ (Museum Tel Aviv) l־'oto: Herbert S.mneufeld Altpapier Ausräumung -- Abholung II ■ ■ h Eisen III I Jt, B ■ Metalle III I ali ä״II! Sieolrieü Feder. äV’ä Adolf Naftaniel N 85, Am Nerdhafen 5 / 46 26 05 kauft mit Einstampf - Garantie Asphaltierungen t t t a * . c r u n g <: *1 Robert Wolters W IS, Kurtüntenaamm 46144 Rat: 92 47 S6 Aulzüge Fahrstuhlbau Ernst Eischer W 50, Kulmbacher Sfr. 6 Rut. 24 78 51/52 Reparat. jeder Art, Pflöge, i־ ahrstuhlsoile Aeiteete jüdische Firma dieser Branche Liefcr. u. Mitgl. der Jüdischen Gemeinde Iffi Auto-Garagen. Tankstell. W ■II m -Oaragenpalast 1יא1י I Str. 127, Tel. 31 8081 ShXu8er‘,hRM m:: Benzin 36 RPI. Bandagen Bandagist 0||C$S Bruchbänder u. Leibbinden, ntug Plattfußeinlagen, Gummi• Strümpfe, Orthopädie, eigene Werkstatt. Krankenkassen und Behörden. Berlin NW?,Friedriehstr.113fam Oranienburg. Tor). 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