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Jüdische Rundschau · 1937-09-17 · Heft 74-75 (17.9.1937) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 74-75 (17.9.1937)
Date
1937-09-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU SPO Nr. 74/75, 17. SEPTEMBER 1937 Der erste Länderkampf in Erez Israel Griechenlands Schwimmer erfolgreich — Jüdische Nationalmannschaft siegt im Wasserbail - Neue griechische und palästinensische Landesrekorde Van unserem Berichterstatter Die besten Junioren und Jugendlichen des Makkabi in Leipzig Der Deutsche Makkabikreis veranstaltete am letzten Sonntag auf dem Platz des Bar Kacliba Leipzig seine diesphrigen leichtathletischen Meisterschaften für Junioren und jugendliche. Die unten aufgeführten Ergebnisse zeigen, daß der Nachwuchs des Makkabi seit dem vorigen Jahre große Fortschritte gemacht hat, und es ist doppelt erfreulich, daß trotz Abwanderung vieler Sportler ein derartiges Niveau erreicht wird. Bei den Junioren ragte neben dem Fünfkampf- Sieger Blanck (Hamburg) der Stuttgarter Rafael 11ervor, denen in nicht allzu großem Abstand der leider immer noch verletzte S i e r a d z k i (Leipzig) folgt. Die Zeit von Rafael für 100 m (11,6 Sek.) ist sehr beachtlich; dieser junge Stuttgarter hat sicher große Aussichten, bald zu den fiin- Tenden Sportlern des Makkabi zu rechnen. Von den Jugendliehen gefiel besonders Rath (Köln), bei dem weniger •die Zeiten, als sein Stil imponierte. Die Leichtigkeit, mit der er die 400 m lief, die Mühelosigkeit, mit der er in der Staffel gegen seine Gegner aufholte, das war ein wirklich schöner Anblick und berechtigt zu den schönsten Hoffnim״ eri. — Von den Mädchen ist besonders die junge Königsergerin Purwin zu beachten, die auf der bestimmt nicht leichten Leipziger Aschenbahn die 100 m in 13,3 Sek. lief. Neben ihr sei die Berlinerin Fließ und die Frankfurterin Seckbach erwähnt. Die Wettkämpfe, die leider öfter durch Regenschauer unterbrochen wurden, waren ein schöner sportlicher Erfolg des Makkabi. R. H. Ergebnisse: Junioren! 100 m: 1. Rafael (Stuttgart) 11.6 Sek.; 2. Woinbein (Diesden) 12.3 Sek. — 1500 m: 1. Rafael (Stuttgart) 4.43.6 Min.; 2.Vogel (Mamburg) 4.49.6Min. — fVoit.pning: 1, Blanck (Harnbürg) 6.53 ni; 2. Sicradzki (Leipzig) 6.12 in. — Speerwerfen: 1. Czopck (Leipzig) 35.79 m; 2. Blanck (Hamburg) 35.72 m. -י- Diskuswerfen: 1. Sicradzki (Leipzig) 32.73 ni; 2. Blanck (Hambürg) 30.30 m. — Fünfkampf: 1. Blanck (Hamburg) 2.430,55 Punkte; 2. Rafael (Stuttgart) 2.217.30 Punkte. Jugend A! 100 m: 1. Barrasth (Berlin) 11.9 Sek.; 2. Fuchs (Offenbacti) 12 Sek. —• 400 m: 1. Widmanrs (Köln) 58.9 Sek.; 2. BnSey (Olfenbach) 59.2 Sek. — 800 m: 1. Meyer (Stuttgart) 2.15,5 Mm.; 2. Bergmann (Berlin) 2.17.5 Min. ■— 4X100-m-Statfel: 1. Bar Kochba Berlin 49.6 Sek.; 2. Bar Kt)<•11 ba Leipzig 51.6 Sek. — Ilochsprung: 1. Scinfcld (Hamburg) 1.52 rn; 2. Crtinbaum (Berlin) 1.52 m. — Weitsprung: 1. Rath (Köln) 5.91 m; 2. Gninbauii! (Berlin) 5.57 m. •— Speerwerfen: 1. Ellern (Hamburg) 45.15 m; 2, Scinfcld (Hamburg) 41.42 m. ■— Diskuswerfen: 1. Tombov.ski (Berlin) 29.03 m; 2. Ellern (Hamburg) 28.90 in. — KugebloÜcn: 1. Tombowski (Berlin) 13.75 rn; 2. Zelmanowicz (Breslau! 13.12m. — Dreikampf: 1. Grünbaum (Berlin) 2:444.5 Punkte; 2. Seinield (Hamburg) 2.413,7 Punkte. — Jugend A und B: 3X200-m-Sta(fei: 1. Bar Kochba Leipzig 1.18,3 Min.; 2. Bar Kochba Ottenbach 1.19,6 Min. Jugend B! 100 in: 1. Ehrlich (Berlin) 12,1 Sek.; 2. Griinbaum (Borlin) 12.3 Sek. — 800 m: 1. Jonas (Berlin) 2.12 Min.; 2. Krämer (Leipzig) 2.19 Min. — 4Xl°0-n1-Sla(icl: 1. Bar Kochba Berlin 49.3 Sek.; 2. Bar Kochba Leipzig 52.2 Sek. — Ilochsprung: 1. ]Cramberg (Berlin) 1.51 m; 2. Ctnlkow-itz (Chemnitz) 1.45 in. — Weitsprung: 1. Braun (Leipzig) 5.92 in: 2. Kramberg (Berlin) 5.70 m. — Diskuswerfen: 1. N'icburg (Berlin) 30.08 111; 2. Braun (Leipzig) 26.42 m. — Kugelstoßen: 1. Kramberg (Berlin) 12.14 in; 2, A’icburg (Berlin) 11.49 m. Knaben: 100 in: 1. Franke! (Leipzig) 12.2 Sek.; 2. Putzmth (Berlin) 12.4 Sek. — 4X100-m-StaifeI: 1. Bar Kochba Berlin 52.2 Sek.; 2. Bar Kochba Leipzig 52.2 Sek. — Weitsprung; 1. l’utzrath (Berlin) 5.40 in; 2. Frankel (Leipzig) 5.25 tu. — Kugelstoßen: 1. Graimann (Berlin) 10.30 m; 2. Dicncs (Berlin) S.91 m. — Mädchen 1921-1922: 100 m: 1. Purwin (Königsberg) 13.3 Sek.; 2. Fließ (Berlin) 13.5 Sek. — 4X10Cr-m-Staf!el: 1. Bar Kochba Frankfurt 57.4 Sek.: 2. Bar Kochba Berlin 57.6 Sek. — Hochsprring: 1. Goldschmidt (Frankfurt) 1.27 m; 2. Färber (Karlsruhe) 1.24 m. — Speerwerfen: 1. C,oldberg (Leipzig) 26.50 m; 2. Speyer (Berlin) 24.10 m. — Kugelstoßen: 1. Kramer (Leipzig) 8.16 m; 2. Goldberg (Leipzig) 7.88 rat. Mädchen 1923100 :1924־ m: 1. Tcitclbaiim (Berlin) 13.9 Sek.; 2. Loevetialein (Frankfurt) 14 Sek. — 4XL0O-m-Staf(el: 1. Bar Kothba Leipzig 58.9 Sek.; 2. Bar Kochba Berlin 59 Sek. •—• Weitsprung: 1. Loewen-Ucin (Frankfurt) 4.50 m; 2, Romanus (Berlin) 4.46 in. — Ballwcitwerfen: 1. Romanus (Berlin) 55.57 m; 2. Goldschmidt (Frankfurt) 51.92 m. Thcodor-Herzl-Staffd: 1. Bar Kochba Berlin I 4.40,8 Min.; 2. Bar Kochba Berlin 11 4.48,6 Mm. Was bringt der Sonntag? Berlin, Sportplatz Schäfersee, Platz 1: 9.30 Uhr: JSG. I. Schüler gegen JSK. IF. Schüler; 10.40 Uhr: JSK. I. Schüler gegen Hakoah II, Schüler; 11.50 Uhr: Hakoalt I. Schüler gegen Hagibor II. Schüler. — Platz 2: 9,30 Uhr: Hagibor IV. Schüler gegen JSK. III. Schüler; 10.40 Uhr; Hagibor III. Schüler gegen JSK. IV. Schüler; 17.50 Uhr; JSG. II. Schüler gegen Hakoah IV. Schüler. Die Turnabteilungen des Bar Kochba-Hakoah veranstalfeit im Grunewald ein leichtathletisches Sportfest׳. Im Programm sind für verschiedene Jahrgänge mehrere Konkur* renzen vorgesehen. Beginn 9 Uhr, Leichtathletik und Boxen in Berlin. Am letzten Sonntag veranstalteten der Boxklub ״Maccabi“ und Bar Kochba- Hakoah ein Sportfest auf dem Grunewaldsportplatz, das neben leichtathletischen Wettbewerben je ein Handball- und Fußballspiel und mehrere Boxkämpfe vorsah. Die Resultale der leichtathletischen Wettkämpfe sind durch ungünstiges Wetter beeinträchtigt worden, da die Bahn sehr aufgeweicht war. Im Handballspiel siegle die aus Berliner Makkabivereine zusammengesetzte A-Mannschaft gegen B-Mann* Schaft 9:4, während im Fußball, wo das gleiche Experiment versucht worden ist, ebenfalls die A-Mannschaft mit 5:3 überlegen war. Hier erwies sieh besonders die Stürmerreihe als ausgezeichnet gut und es gelang ihr immer wieder, die Hintermannschaft des Gegners zu überspielen. — Bei den Boxern war Katz (Boxclub ״Maccabi“ Berlin) über Pick (Breslau), Hauser (Essen)) über Eskenzi II (Boxclub ״Maccabi“ Berlin) und Lewkowitz (Boxclub ״Maccabi“ Berlin) über Stern (Essen) nach interessanten Kämpfen erfolgreich. Im Rahmen des Schwimm-Länderkampfes Tschechaslowakei gegen Jugoslawien stellte der bekannte jüdische Schiwimmer Abeies (Tschechoslowakei) im 200-m-Brustschwimmen mit 2:53)4 Min. einen neuen Landes- und Makkabi-Rekord auf. fl. Haifa, den 8. September Nach dem großartigen Abschneiden der Schwimmer Erez Israels gegen ein syrisches Auswahiteam tauchte der Plan auf, eine europäische Ländermannschaft zu einem Start in Palästina zu verpflichten. Nach der Zusage Griechenlands ergaben sich plötzlich mannigfache Schwierigkeiten, so daß der Termin des Länderkampfcs zweimal verschoben werden mußte. Der Makkabi Haifa, der die Vorbereitungen übernommen hatte, ließ nichts unversucht, um die Veranstaltung dennoch zustande zu bringen. Mehr als 3000 Menschen im Makkabiah-Schwininistadion von Bath Galim, überfüllte Tribünen: die Fahnen Griechenlands, Englands und Erez Israels flattern von den Masten, eine mustergültige Organisation, großes Aufgebot von Polizei, das die Anfahrt der Besucher ruhig und sicher regelte. Ein hervorragendes Publikum, darunter die Spitzen der englischen und jüdischen Behörden, wie der Distriktskommissar E. Keith-Roach, t). Ha colien, Bürgermeister von Haifa, A .Gogos, der Generalkonsul von Griechenland; dazu die in Erez Israel lebenden Mitglieder der Exekutive des M. W. V., des A.-Ü. und der HAT(). Ein denkwürdiger Tag des Makkabi Erez Israel und ein besonderer persönlicher Erfolg eines Mannes, der unermüdlich für diesen Tag gearbeitet hat, des Kapitäns der jüdischen» Nationalmannschaft — Georg Fl es ch. Stürmisch begrüßt betreten* die Mannschaften das Schwimmstadion. Voran die prachtvollen Athlctengestalten der Griechen, die jüdische Nationalfahne tragend, gefolgt vom Team Erez Israels, das griechische Banner tragend. Der Präsident des Makkabi Erez Israel, Dr. C h c t, begrüßt die griechische Mannschaft in herzlichen Worten; der griechische Mannschaftsführer dankt für den freundlichen Empfang. Die Nationalhymnen beider Länder werden von der Makkabi- Kapelle intoniert: ein feierlicher Moment für alle Beteiligten. Zum ersten Mal« steht eine Ländermannschaft Erez Israels offiziell im Kampf, ein bedeutender Augenblick in der Geschichte des na! tonal jüdischen Sports, ein Ziel in den jahrelangen Bestrebungen des Makkabi ist erreicht. * 400 m Freistil: Provatopulos (Gr.) und Vago (E. I.) kämpfen vom Start weg Seite an Seite, bei 200 m geht Vago knapp in Führung, im Endspurt geht der Grieche vorbei und sieg•( mit Handschlag über den sein Letztes hergebenden Vago in der neuen griechischen Rekordzeit von 5:33 Min. 3. Georgiades (Gr.); 4. Feigenbaum (E. L). Griechenland führt mit 7:4 Punkten. 200 m Brust: Mit dem Startspruug geht Arzi (E. I.) in Führung ,und gewinnt das Rennen unangefochten in 3:05,3 Minuten. Um den zweiten Platz gibt es erbitterten Kampf bis ins Ziel, den Ajax (E. I.) zu seinen Gunsten entscheidet. 3. Semafis (Gr.), Erez Israel führt mit 12:9 Punkten. 100 m Freistil: Nach 30 m liegen Broussaiis (Gr.) und Tinshemet (E. I.) auf gleicher Höhe vor dem übrigen Feld, die 50-m-Wc11de nimmt der Grieche etwas besser und kommt knapp in Führung: bei 80 m schließt Tinshemet aut, der Grieche ist zum Schluß etwas stärker und schlägt 1 m Segelfliegen in Palästina Im Schulungslagcr von Kfar Jeladim im Emek Jesreel — Die ersten Segelflieger über Palästina — Der Palestine Aero-Club Es ist erst kurz nach 6 Uhr früh. Die Sonne brennt schon so in das Emek Jesreel herunter, als ob sie uns zum Zerschmelzen bringen möchte. Wir sind in Afule aus der Kleinbahn gestiegen und trotten eine knappe Stunde lang aut der baumlosen Chaussee aufwärts. Von Zeit zu Zeit sehen wir Aus dem Steelfiicger-Schuhmgslager in Kfar Jeladim Foto: W. Z«4«k, Tel Aviv fllly 1*יי' - uns sehnsüchtig um, ob uns nicht ein Auto nachkommt, das man anhaltcn und um Mitnahme bitten könnte. Doch um diese Stunde ist die Straße zu den drei weiß vor uns leuchtenden Gebäuden des Krankenhauses der Kupath Cholin! noch kaum befahren. Das ist besonders schlimm für die beiden jungen Arbeiter aus umliegenden Kibbuzim, die heute zur Visite ins Krankenhaus bestellt sind und trotz ihrer Leiden klaglos vorwärts marschieren. Jetzt sind sie da und scliwenken rechts ab. Oberhalb des einstigen Endor befindet sich am Berghang das — längst nicht mehr von Kindern bewohnte — früher an. Mit 1:01,9 Min. schwamm er einen neuen grie״ chischeii, Tinshemet mit 1:03 Min. einen neuen palästinensisehen Rekord. Um den dritten Platz gibt es ebenfalls ein erbittertes Finish, das auch liier den Vertreter Griechenlands, Mavrogeorgos, in 1:00,4 Min. vor liirschlcr (E. I.) in Front sieht. Stand des Länderkampfes: 16:16 Punkte. 100 m Rücken: In diesem Wettbewerb tritt die Ueberlegenheit der Gäste deutlich zutage. Pcstrustsos und Argirakes siegten in 1:24,2 Min. bzw. i :26 Min. vor Auerbach und Großmann. Der Rückencrawlstil der Griechen war an Technik den Vertretern Erez Israels weit überlegen. Stand: Griechenland führt mit 24 : 19 Punkten. 4x200 m Freistilstaffel: Bereits der erste Mann holt für Griechenland gegen Vago einen Vorsprung von 10 m heraus, Hirschler kämpft sieh im ersten Teil der Strecke zwar gut heran, muß jetkrh zum Schluß den Griechen um weitere 10 in ziehen lasset!. Arzi kann nichts aufholen, so daß Tinshemet mit ca. 25 m Rückstand 111s Wasser geht. Er kann den Vorsprung der < iästestaifcl zwar verringern: der Sieg Griechenlands in der Staffel und damit auch im Länderkanipt steht jedoch fest. Das Wasserballspiel: Kampfrciche Momente brachte das Wasserballspiel. Die griechische Sieben fand sich anfangs besser zusammen, während das Team Erez Israels etwas 7erfahren spielte. Kurz vor Halbzeit verwandelte Vago eine Vorlage von Rosen bla tf zum ersten Tor. Mit 1 :0 ging es in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn holte Griechenland bei einem Durchbruch ein Tor auf. Jetzt fand sich die jüdische Mannschaft richtig zusammen. Die griechischen Stürmer wtirden aufmerksamer gedeckt. Die Ucberlegenheit Erez Israels trat deutlich zutage. 11! kurzer Folge erzielten Vago und Liesch je zwei Tore, wahrend (!riechenland zum Schluß noch ein Tor aufholte. Mit 2: ל endete das überaus faire, auf hohem Niveau stehende Spiel für Erez Israel. Die jüdische Nationalmannschaft spielte in folgender Aufstellung: Bigger; Hirschler, GrolSmann; Vago; Rosenblatt, 1׳losch, Arzi. Der Mannschaftskapitän der Griechen äußerte sich in sehr anerkennenden Worten Ober die überaus herzliche Aufnahme, einwandfreie Organisation und den glänzenden Verlauf des 1 änderkampt'es, Ueber die guten Leistungen der jüdischen Mannschaft wäre er außerordentlich überrascht, und er war der Ansicht, daß hei größerer Erfahrung die Mannschaft ihre Leistungen noch steigern könnte. Der Leiter der Veranstaltung, Ernst Wei gier, der das Meeting in ruhiger und umsichtiger Weise leitete, sprach sielt dahin aus, daß mit einem Sieg in der Gesamtwertung keinesfalls gerechnet wurde. Die Aufgabe der jüdischen Nationalmannschaft bestand im wesentlichen darin, von ihren weitaus routinierteren Gegnern zu lernen. Er glaubt, daß die Wasserbällsteben von Erez Israel bereits über ein Können verfügt, das sie berechtigt, gegen starke ausländische Mannschatten anzutreten. Gesamtergebnis des Länderkamples: 45:41 für Griechen״ land. Kfar Jeladim (״Kindeniorf“), und in diesem gerade das erste Schulungslager für Segelflieger des Palestine Aero-Club, Rechts ab von der Chaussee — und schon stehen wir in dem großen Wirtsoll,ifishof, mitten zwischen drei, vier, fünf weißen, blauen, roten Segelflugzeugen und bastelnden, übenden jungen .Menschen. Zwei Mädels in kurzen Wanderhosen sind auch darunter. Ein langer Schlafraum, Bett neben Bett. Nur zwei sind noch nicht aufgeräumt. Darin liegen verschleiert unter großen Moskitonetzen die beiden jüdischen Hilfspolizisten, die in der Nacht Wache hatte;:. Alle anderen Bewohner sind zu dieser frühen Tagesstunde längst mit den! einfachen Früh״ stück fertig und beim Durchschau und Ausbessern der Maschinen. Das Schulflugzeug ist bereit. Hohe, gebräunte Gestalten tragen es heraus aus dem Häuserviereck. Ein Pferd zieht cs weiter über abgeerntete Maisfclder und ausgedörrten Gebirgslx)den. Ein junger Amerikaner trägt das schwere Startseil aus dickem Gummi. Ein Pole bringt das Wind Zeichen mit. Einer aus Deutschland die beiden arabischen Wasserknige, die bei der Heimkehr leer sein werden. Dort den Hammer und den Halteanker schultert einer, der schon in Palästina selbst geboren wurde. Am Startplatz gibt der Instruktor, früher Pilot und Flug- Iehrer in Deutschland und heute der Beste jüdische Flieger und Lehrer im Lande, letzte Anweisungen. Das Gtrmmisei! wird gespannt, das Startzeichen gegeben, hoch saust die Maschine nach vorn über das Emek Jesreel. Dreihundert Atensdien sind heute im Palestine Aero-Club organisiert. Im Jahre 1932 waren es sechs. Erst seit zwei Jahren wird wirklich geflogen. Zweimal in der Woche wird abends konstruiert, einmal ein theoretischer Vortrag gehört. Am Feiertag jeder Woche aber saust man früh hinaus, ans Meer, wo die Uebungsflüge stattfinden. Palästina hat Aussichten, eines der bekanntesten Segel* flugländer zu werden. Man wird hier Rekorde brechen. Denn die klimatischen V e r 11 ä 111! i s s e s i!1 d besser als in anderen Segelflieger-Ländern. Berge and Meer liegen ttah beieinander. Aus den Aeckern zwischen den Bergen kommen tagsüber starke thermische Aufwinde, die eit! Vor״ bleiben in der Luft selbst dann ermöglichen, wenn keine dynamischen Winde vorhanden sein sollten. Von abends bis morgens aber sind die thermischen Winde filier dem Meer sehr stark, daß auch in der Nacht ein Niedergehen nicht nötig ist. Mau wird hier Zeiten fliegen, die in Europa unvorstellbar sind. In Tel Aviv sind die Zentrale und Hauptgruppe des Klubs, in Haifa die Zweigstelle. Das Schulungslager ist im Emek Jesreel, das Lager der Motorflieger im Emek Hajarden (Jordantal). Denn auch zwei kleine Motorflugzeuge wurden dem Klub kürzlich zur Verfügung gestellt. Heute werden sie nur einzeln geflogen, sollen aber demnächst den Segel״ fiiegern neben Seil- und Motorstart auch den Flugzeugschlepp gestatten (Segelflugzeug gezogen von Motorflugzeug). ln Tel Aviv gibt es auch ein Realgymnasium, das immer schon technische Fächer besonders berücksichtigt hat. Dort unterrichtet man ein Freifach: Flugmodellbau. Es hatten sich soviel Jungen dazu gemeldet, <lai> dreißig zwischen 15 und 17 Jahren ausgesucht werden mußten. Das Material liefert die Schule, aber die fertigen Modelle gehören den Kindern. Hans Wendel

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