Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 73 (14.9.1937)
- Date
- 1937-09-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 73, 14, IX. 1937 Aus dem Reich Hamburger Chronik Vor! unseren Berichterstattern Gemeindeleben. Ueher die jüdische Auswanderung aus Hambtirg im Jahre 1936 liegen jetzt authentische Zahlen vor. Es gingen insgesamt 1013 Fersoncn ins Ausland! und zwar 42,47 0 ״ in europäische Länder, 21,76 0'״ nach Nord- und Südamerika, ]7,83 1 « nach Palästina und anderen asiatisehen l ändern, 7,19״״ nach Afrika und 0,40 0״ nach Australien. Von 10,33der Auswanderer ist der neue Aufenthalt unbekannt. Zu Ostern 1937 wurde in Hamburg der erste Lehrgang der ״Jüdischen Fachschule für Schneiderinnen“, eine Einrichtung der Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, begonnen. Hie Ausbildungszeit beträgt zwei ■Jahre und vermittelt neben dem praktischen Unterricht alle theoretischen Kenntnisse. Diese Ausbildung ist eingerichtet für Jugendliche, die den Beruf im Ausland ausüben wollen. Voraussetzung ist handwerkliche Anlage, der Nachweis einer abgeschlossenen Volksschulbildung oder einer gleichwertigen Schulbildung der Höheren Schule und die Erreichung des 16. Lebensjahres. (Auskunft erteilt die Leiterin, Margarete Neumann, Hamburg 13, Heimhuder Str. 70 II, oder die Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Hamburg 13, Beneckcstr. 2/1.) —e— Kulturelles Leben, Der Jüdische Kulturbund beteiligte sich an der grollen Werbeaktion der Kulturbünde, indem er an drei Werhcaheiiden auch jenem Teil der Hamburger Juden Gelegenheit gab, seine Darbietungen zu besuchen und m beurteilen, der bisher ferngeblieben war. Für diese Vorstellungen wurde die in der vorigen Saison besonders zugkräftige Operette .,Warum lügst du, Clicrie?“ gewählt. Alle drei Vorstellungen waren gut besucht, damit wird hoffentlich dem Zweck der Abende, zu werben, gedient worden sein. Die Beset/img war dieselbe, wie bei den früheren Aufführungen, mit ,allen Darstellern konnte man zufrieden sein, insbesondere gilt das für Fritz Be lisch er, der als Sänger merkbare Fortschritte aufwies und auch in seiner Darstellung abgerundeter und gewinnender wirkte. In der grollen Pause beteiligten sich die Darsteller an der Werbeaktion, sie suchten und gewannen in geschmackvoll errichteten kleinen Pavillons neue Mitglieder für den Kulturbund Die Große der die einzelnen Pavillons timdr,äugenden Menge zeugte für die Beliebtheit der betreffenden Darsteller, liier scholl, wie auch sonst, Fritz Melchior den Vogel ab. Den Ernst und den Zweck der Aktion beleuchteten Ansprachen, die an den einzelnen Abenden von Dr. Buxbäum, Dr. 1.0 e wen her g und Dr. Levie (Berlin) gehalten wurden. Neu war an diesen Vorstellungen die musikalische Lei 1111117, sie lag bei Lu(/ Pros kau er, der seine Sache sehr gut machte, die singenden Darsteller sorgsam betreute und dabei seinen schwierigen Klavierpart famos durchführte. Damit hat er, wenigstens im leichteren Genre, das Erbe des Ausgewanderten Kurt Behrens, dem der Hamburger Kulturbund musikalisch viel verdankt, ver- Heißungsvoll angetreten. Leon Kornitzer 50־Jahr-Feier der Münchner Hauptsynagoge Anläßlich der 50. Wiederkehr des Eimveihungsfages der Hauptsynagoge (16. September 1887) veranstalteten Rabbinat ■und Vorstand der!!israelitischen Kultnsgemeinde München eine Feierstunde, zu der sich eine besonders große Schar von Gemeindemitgliedcrri eingefunden hatten. Die Festpredigt hielt Gomeinderahbiner Dr. Leo Baerwald. Er gedachte der opferbereiten Männer, die den eindrucksvollen Bau schufen und ehrte besonders Professor Emanucl Kirsc 11 n e r, der schon vor einem Halbjahrhundert als Vorbeter wirkte und als Senior der Jubelfeier anwohnte. Der Vorsitzende der Gemeinde, Oberstlandesgerichtsrat a. D. Dr. Alfred Neumeyer, umriß den geschichtlichen Wandel im Bild der Gemeinde, ihres Aufbaus und ihrer Aufgaben, der das vergangene Halbjahrhundert kennzeichnet. Die Feierstunde fand ihre Umrahmung durch die Wiedergäbe von Lewandowskis Vertonungen von zwei Psalmen und Kirchners ״Hallelujah“, Tonwerken, die bereits bei der Einweihung erklungen waren und nun aufs neue in künstlerischer weise Andacht und Erhebung schufen. Anläßlich des Erinnerungstages hat die Münchener Gemeinde eine ansprechend ausgestattete, gut illustrierte und fesselnde, von Rabbiner Dr. L. Baerwald und Dr. Ludwig Feucht wanger verfaßte Festgabe erscheinen lassen, die von der Geschichte der Gemeinde, ihrer Synagogen und Einrichtungen und der in ihr führend gewesenen Männer berichtet. Die Erinnerungsschrift soll auch allen ausgewanderten Gemeindemitgliedern zugesandt werden; der Gemeinde- Vorstand hat aufgerufen, ihm deren Anschriften zu benennen. Die Hauptsynagoge zu München ist in den Jahren 1884 bis 1887 nach Entwürfen Albert Schmidts in einfachen, .spätromanischen Formen geschaffen worden. Mit annähernd 2000 Plätzen gehörte sie zur Zeit ihrer Erbauung zu den größten Synagogen Deutschlands, und auch heute werden nur wenige wesentlich größere Fassungskraft besitzen. Der Neubau der Synagoge war notwendig geworden, da das 1826 eingeweihte Gotteshaus an der Westenrieder Straße schon lang nicht mehr der rasch zur größten Gemeinde Bayerns allgewachsenen Münchener Gemeinde genügen konnte. ״H.L. Im Rahmen der Tisehrl-Campagne des Keren Kajemeth Lejjisrael 5698 sprechen: 18. Sept. In Chemnitz ״ Dresden ״ Hannover ״ München Dr. Hans Friedenthal, Berlin Dr. Hans CapeII, Berlin Dr, Josef Welss, Berlin Rabb. Dr. Max Nussbaum, Berlin 21. Sept. ״ Bielefeld Dr. Hans Capell, Berlin 22. Sept. 23. Sept. Aachen Rabb. Dr. Max Nussbaum, Berlin Bruchsal Dr. Grossberger, Heidelberg ,, Dr, Kurl Licht, Mannheim Duisburg Dr. Hans Capell, Berlin Düsseldorf Dr. Hans Friedenthai, Berlin Nürnberg Dr. Josef Welss, Berlin Essen Dr. Hans Friedenthal, Berlin Krefeld Dr. Hans Capell, Berlin ״ Kaiserslaut. Dr. Kurt Licht, Mannheim ״ Köln Rabb. Dr. Max Nussbaum, Berlin 25. Sept. ״ Wuppertal Rabb. Dr. Max Nussbaum, Berlin 29. Sepf. ״ Hannover Rabb, Dr, Max Nussbaum, Berlin KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Z«nt piI» für Deutschland BERLIN W 15 - MEINER ES TRASSE 10 Familien• Nachrichten Herr Daniel Hei mann. Dortmund, Schwatienstr. 41, begeht am 16. September den 80. Geburtstag. Barmizwah-Terminc: Am 18. September (13. Ti«rhri): Hans-Martin■ Elias Landau, Sohr! von Walter Landau. Breslau 13, Augustastz. 66, — Josef S t r a u II, Sohn von Henrv Strauli, Dami-'adt. Mathildenplatz 9. — Am 20. September (15. TLdui): Wolf Bernstein, Sohn von Boris Bernstein und Frau Elle, ged). Wollinann, Kaunas (Litauen), Kestuöio g-vc 63. MÜNCHEN Samstag, den 16. September, 20.30 Uhr Turnhalle des Itus, Pünganasrsirsfls?6 Haltestelle Johann-Cianzsstr., Liniert 8 u. 28 Rabbiner Dr. man hussbaum (Berlin) spricht Ober ״Der jüdische Staat“ EMt einer .Illusion Mw Maar anlang Eintritt: 60 Pfg,, för UuQ.ndHch* 30 Pfg. Karten tm Büro der ZOG, EchlossarstraB» Z/I (Tnlefon 53 052), Ewer-Buchhandlung und Abendkassa Zionistische ►ftigruppe München Ankündigungen Bochum! Dr. Neuberger (Dür-eklorf) spricht am 16. September, 20.30 Uhr, in der Synagoge über: ״Der Jüdische Staat — Finde einer Illusion oder neuer Aufbau — Ein Bericht vom XX. Zionistehkor.- ׳ gretj‘. — Breslau: Zionistische Vereinigung. Am 16. September, 20.30 Uhr, Freumle-Saal, Neue Grattpen.tr. 3-4, Dr. Waher Lux: ״Nach dem XX. Kongreß; Nationale Heimstätte oder Judenstaat?“ — Chemnitz! ZOG. Am 18. September, 20.15 Uhr, Synagoge Stephansplarz, Kundgebung mit I)r. Hans Friedcnthal, Berlin: ״Der jüdUche Staat — Ende einer Illusion oder neue Wirklichkeit?־‘ Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 14. September: Paris (1648). 16.30: U. a. Dnntasi: Hebräf. sehe» Lied. — Mittwoch, 15. September: Briinn (325), 17.40: Felix Langer: Petr Bezruc: Zum 70. Geburt»!,ag dev tscliechischen Dichters. — Prag (470), 20.25: G. Mahler, Sinfonie Nr. 2, — Monte Ceneri (257), 20.40: Stefan Krcnkel (Violine) spiel:. -— Donnerstag, 16. Sept.! Toulouse (389), 20.15: ״Sonnnci nachts! 1 atim", von OEienbach. — Freitag, 17. September: Paris (1648), 11.45: Israelitische Plauderei. — Sonnabend, 18. September: Hrii-scl (483). 18.15: Sarlv: llebräischer Tanz. — Stockholm (426), 16: U. a. Biuch: Kol Niciri. Palästina-Reise. Die Berliner Zionistische Vereinigung und der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde veranstalten gemeinsam eine Informationsreise nach Palästina. Die Reise beginnt am 11. Oktober (ab Triest 13. OktoLicr). Die Rückreise kann innerhalb 60 Tagen nach Belieben angetreten werden. Preis: Berlin—Berlin 560 RM. In diesem Preise sind einbegriffen: Bahnfahrt III. Klasse und Schiffsreise Touristenklasse (Gerusalemmc), eine zehntägige Rundreise in Palästina mit Unterkunft in guten Hotels, Verpflegung, landeskundiger Führung, Fahrspcseii usw. Auskünfte und ßuehungen durch: Deutsehland-Palästiria-Verkehrsgesellschaft, W 15, Kurfürstendämm 224, Palestine Express Co., NW7, Friedrielistr. 100, Palestine & Orient Lloyd, W 13, Meinekestr. 2. Offene Auslandsstellen. (Genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Es werden gesucht: 1. Für Columhien ein jüdischer Uhrmachergehilfe (nur tüchtiger Fachmann). Anfangsgehalt 100—150 Pesos. Reisekosten werden nicht vergütet. — 2. Für Paris ein jüdischer, journalistisch begabter Zoologe, der schon praktisch journalistisch tätig war. Da möglichst eigene Aufnahmen zu machen sind, wären photographische Kenntnisse erwünscht, aber nicht Bedingung. — 3, Nach Tanger (Marokko) eine jüdische Erzieherin zu drei Kindern von 6, 4 und 1 Jahr. Sie muß französisch und englisch sprechen und die Schul- und Klavieraufgaben des ältesten Kindes überwachen. Das einjährige Kind ist mit zu übernehmen. Alter nicht unter 25—30 Jahren, Gehalt 500 franz. Francs. Fici zweijährigem Vertrag bezahlte Hin- und Rückreise. — 4. Für Rom eine jüdische Säuglings- oder Kinderpflegerin oder ein Kinderfräulein. Es ist hauptsächlieh für einen Säugling und ein dreijähriges Kind zu sorgen, doch sind drei schulpflichtige Kinder mitzubetreuen. (Körperpflege, Instandhaltung der Sachen usw.) Hauspersonal vorhanden. Nur erfahrene, umsichtige Kräfte kommen in Frage. Die Arbeitsgcnehmigung wird besorgt. Die Reisekosten werden bezahlt. — 5. Für Stockholm ein junges, gebildetes Mädchen für Haus und Küche (Aerzt- Haushalt). — Bewerbungen werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde. Berlin SW 10, Lindenstraße 48/50. Asphaltierungen Pflasterungen Robert Wallers W1$ Kurfürsfendamm 48I4V Ruf: Q2 47 8G ■ Aut* (Igo Fahrstuhlbnu Ernst Fischer W 50, Kulmbacher Str. 6 Ruf: 24 78 51/52 Reparat, jeder Art, Pfla-je■, Fnhr«fuH!*ei!e Aaltest« jOdiicha Firm ג dieser Branche Liefer. u. Mitgl. der Jüdisdter» Gemeinde Auto »Reparatur Auto-UlarNstat! Fabriiuittr S. tcBiuster Abachlappdiinit auch nacht• Licht — Z t! n d u n v au! 28, aioeherstr. 32. Tel. 88 5a 81 Bauwesen B4V OES C; HSFT BERGER 6 CO. Spez.: Wohntingntedung, Fassaden Cleitbreditilraßa 12־ / Ruf! 317611 Sdilosser- Arbeiten HERBERT LEWIN Berlin N SS. Srh:in>״.״Scr Allee 127. ... Ruf, 44 <18;1 —. MORITZ WEGiER ArehitakturMra ■pezirll Faisuden-Renovationen und WnhnungvtcUungen, eigene Rötungen Z BERLIN C 2, Mnnbijoupl. 1 - Ruf: 42 53 05 (06 Beleuchtungskörper / Radio Ing. 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