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Jüdische Rundschau · 1937-09-14 · Heft 73 (14.9.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 73 (14.9.1937)
Date
1937-09-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, 14. IX. f 99? keine Erscheinung■ irgendeiner Konjunktur sind, sondern ein geschichtlicher Vorgang, der in die Verwirrungen und Kräfte der Welt verflochten ist und dessen Voll* endung die Kräfte von Generationen erfordert. Gerade jetzt ist ein Bericht erschienen, der auf das Problem der jüdischen Auswanderung aus Deutschland erneut ein Licht wirft, das geeignet ist, manche Illusionen zu zerstören, die hier und da bestehen mögen. Der Völkerbunds-Oberkommissar für Auswandererfürsorge, Sir Neill Malcolm, beschäftigt sich in seinem Bericht an den Völkerbundsrat mit der Lage der Emigration und widmet ein Kapitel der Frage der Aus- Wanderung und Ansiedlung solcher Refugies, die sich In europäischen Ländern befinden, ohne dort eine ausreichende Existenz gefunden zu haben. Er kommt zu dem bedauerlichen Ergebnis, daß die Ansiedlung Ausgewanderter in einem wesentlichen Umfange gegenwärtig nicht in Betracht kommt. Ueberhaupt seien die Aussichten für die Auswanderung infolge der Einwanderungsbeschränkungcn in einer Reihe von Ländern ernstlieh beeinträchtigt worden. Diese Feststellungen, die nichts Neues darstellen, richten sich mit großer Klarheit gegen die immer wieder auftauchenden ״territorialistischen“ Gedankengänge, die 'die Meinung vertreten, daß in absehbarer Zeit eine jüdische Großkolonisation in irgendeinem halblccrcn Lande der!Welt durchführbar ist. Wer die Dinge kennt und z. B. 'das Problem der englischen Wanderung und Kolonisation innerhalb des britischen Reiches verfolgt, das in der letzten Zeit vielfach diskutiert wo!den ist, kennt die Mannigfaltigkeit der Schwierigkeiten, die sich hierbei ergeben. Gewiß besteht die Möglichkeit, hier und da kleine (truppen von Juden anzusiedeln, wie in Südamerika mit Hilfe der Ica, im übrigen aber kann 'das Problem der Uebersec-Wanderung nur durch von Fall zu Fall zu ergreifende Ikilliativniaßnahmen gelöst werden, ohne daß sieh hierbei die Möglichkeit einer territorialen Konzentration jüdischer Massen ergibt, abgesehen natürlich von dem Einströmen neuer Einwanderer in die jüdischen Grußstadtsiedlungen, wie sie in New York, Buenos Aires und an anderen Orten bestehen. Um so bedeutsamer ist der Kampf, der um Palästina geführt wird, das als einziger Punkt auf 'der Erde die Möglichkeit zu jüdischer Konzentration und damit zu einer Lösung des Emigrationsproblems von Grund auf gibt. Wenn wir uns dagegen wenden, daß man hier und da einer gewissen Resignation nachgibt und die Dinge laufen läßt, ohne den ernsthaften Versuch zu machen, sein eigenes Leben oder das seiner Kinder willensmäßig zu gestalten, so wissen wir, daß eine solche Forderung sehr schwer zu verwirklichen ist. Ein ״Leben in Spannung“ Ist gewiß einige Zeit hindurch zu ertragen, Ja es bietet seine eigenen Reize, aber man vermag es nur schwer Jahr um Jahr zu ertragen und sehnt sich dann nach der Zeit, in der man etwas weniger auf sich zu achten hat und sich wieder treiben lassen kann. Dennoch wird unser Schicksal als Juden sich nur unter der Voraus- Setzung sinnvoll erfüllen können, wenn eine genügend große Zahl von Menschen, die sich als Träger des Volksschicksals empfinden, diese Schwere des Lebcns auf sich zu nehmen vermag. Die Worte, die an der Spitze dieser Ausführungen stehen und die am Jom Kippur verlesen werden, sind ja ein Anruf zu dieser Aktivität, die aus allen Dokumenten des Judentums spricht und auch im jüdischen Volkscharakter verankert ist. In den beinahe nicht abbrechenden Epochen der äußeren Not und Gefährdung, die das jüdische Volk auf seinem Gang durch die Geschichte erlebt hat, war ja immer ein großes Maß an innerer Kraft und Anspannung nötig, um sich nicht in der Zeit zu verlieren. Und wenn wir heute unser Gewissen prüfen und uns die Frage stellen, ob wir genug getan haben, um als Juden und als Menschen bestehen zu können, dann gehört eine solche Frage gleichfalls in das große Gebiet des ״Lebens in Spannung“. Das jüdische Volk kennt vielleicht keine andere so gewaltige Manifestation seines Glaubens und zugleich seines Volkstums, wie sie der Tag der Versöhnung darstellt, an dem viele den Weg zur jüdischen Gemeinschaft finden, die sonst abseits stehen. Wir müssen die Frage stellen, ob diese Manifestation echt ist, ob ״das rechte Fasten“ im Sinne der Worte Jesajas, das nicht äußere Form ist, sondern einer praktischen Lebenshaltung menschlicher Rechtschaffenheit entspricht, von uns geübt wird. Wir müssen uns prüfen, ob unsere geistigen Vorstellungen mit dem übereinstinnnen, was wir tun und unterlassen. Dann mag es uns scheinen, daß wir uns vielleicht manchmal zu sehr von den Kräften treiben lassen, die außerhalb unseres eigenen Kreises sind, daß wir mehr auf die Stimmen hören, die in der Welt laut werden, und allzuwenig auf die Stimme unseres eigenen Herzen« und den Trieb unseres Willens. Noch wirkt in uns jene ״innere Knecht- Schaft“ nach, von der Achad Haara als der Begleiterin der äußeren Freiheit sprach, die die Juden des Westens im 19. Jahrhundert errungen hatten. Auch heute noch sind viele von uns geneigt, sich Ihre Stimmungen und Entschlüsse durch den Zufall des äußeren Geschehens vorschreiben zu lassen und über all dem, das gewiß von großem Gewicht für uns ist, das eigene Wesen, seinen Wert und seine Bedeutung als Faktor jüdischer Zukunft zu vergessen. Am Beispiel unserer Beziehung zu den Vorgängen in Palästina wird dies deutlich; auch hierbei gilt es, die eigene Haltung auf den tieferen Internationale Aktion für Auswanderer Bericht des Auswanderer- Kommissars an den Völkerbundsrat Oenf, 9. September. (JTA.) Der Völkerbunds-Oberkommissar für Auswanderer-Fürsorge, Sir Neill Malcolm, hat dem Völkerbundsrat und den Mitgliedsstaaten des Völkerblindes den für die 18. Tagung der Völkerbundsversamrnlung bestimmten Bericht über den gegenwärtigen Stand und die mögliche Lösung des Auswandererprobkms unterbreitet. In diesem Bericht wird eine internationale Aktion als das einzige Mittel zur Regelung der Auswandererfragen vorgeschlagcn. Der Völkerbunds-Oberkommissar erinnert daran, daß die politische Kommission des Völkerbundes in ihrem Bericht an die 17. Tagung der Völkerbundsvcrsammlung erklärt hat, die Begrenzung der Völkerbundsfiirsorge für die aus Deutschland Ausgewanderten bis aut die Zeit von 1938 könne keineswegs die Entscheidungen präjudizieren, die die Völkerbunds-Versammlung von 1938 in dieser Sache etwa treffen würde. Darum müsse der Oberkomniissar darauf Hinweisen, daß das Ausgewanderten-Probletn auch ln seiner jetzigen Form nur durch eine gemeinsaue Aktion der verschiedenen Regierungen endgültig liquidiert werden kann. Das Hauptziel dieser internationalen Kooperation müsse der Beitritt der Regierungen zu den internationalen Einrichtungen für Ausgewanderte aus Deutschland sowie das Versprechen sein, Beschränkungen, die die Auswanderung berühren, nicht zu streng anzuwenden. Es wird vorgeschlagen, daß folgende!,unkte von der Völkerbunds-Versammlung in Betracht gezogen werden: 1. Einberufung einer zwischenstaatlichen Regierungskonferenz zur Annahme einer intemationalen Konvention zugunsten der aus Deutschland Ausgewanderten; 2. Schaffung eines Systems, bei dem Regierungen und der Oberkomtnlssar auf der einen Seite, und die Wohlfahrtsorganisationen auf der anderen Seite zu dem Zweck Zusammenarbeiten können, die Einwanderung von Refugids in Länder zu sichern, die unter der Voraussetzung entsprechender persönlicher Garantien bereit sind, sie aufzunehmen; 3. Anwendung aller Maßnahmen, die geeignet sind, die Auswanderung zu erleichtern (technische Vorbereitung, berufliche Umschulung usw.), durch die Regierungen derjenigen Länder, in denen sich Ausgewanderte jetzt aufhalten. Die wirtschaftliche Lage Der Bericht stellt fest, daß die Lage der Ausgewanderten während des Jahres 1937 sich nicht wesentlich verändert hat. Die endgültige Unterbringung der Ausgewanderten hat keine großen Fortschritte gemacht. Die Eimvan-derungsmaßnahinen der Regierung haben dazu geführt, daß die Weiterwanderung aus europäischen Ländern nach Uebersee sehr gering war. Andererseits war diese Lage auch durch Mangcl an Mitteln für die Finanzierung der Auswanderung, insbesondere derjenigen von Nichtjuden, bedingt. Daß ein Teil derjenigen, die Deutschland bereits verlassen haben, bisher sich erhalten konnten, ohne den fremden Ländern zur Last zu fallen, sei den großzügigen Maßnahmen einzelner Länder zu verdanken. Insbesondere wird hervorgehoben, daß Frankreich den Ausgewanderten Arbeitserlaubnis gewährt, bis sie nach Uebersee weiterwandem können. Andererseits hat die Lage in Palästina sich als ein wesentliches Hindernis für die Verwirklichung der Auswanderungsplane für dieses Land herausgestellt, 20000 Hilfsbedürftige Etwa 41 000 Personen sind seit 1933 nach Palästina, weltere 40 000 nach Uebersee ausgewandert. In der Berichts- Periode 1936/37 haben vermutlich rund 16 000 Personen Deutschland verlassen, doch dürften sich nicht mehr als 35 000 Ausgewanderte in den Nachbarländern Deutschlands aufhalten. Die Zahl der Ausgewanderten in Oesterreich, Belgien, der Tschechoslowakei, Dänemark und Holland dürfte 1936/37 zugenommen haben, in Italien und der Schweiz ist sie ungefähr gleich geblieben. Die Zahl der unterst üt zu ngs bedürft! gen Ausgewan derten in Frankreich ist nicht nur durch Weiterwanderung nach Uebersee, sondern auch dadurch verringert worden, daß die Regierung die endgültige Niederlassung einer Anzahl Ausgewanderter in Frankreich ermöglicht hat. Trotz Erhöhung der Zahl Ausgewanderter, die noch nicht endgültig zur Niederlassung in den europäischen Ländern gebracht wurden, ist die Zahl der Bedürftigen um nicht mehr als 5000 gestiogen. Von den 16 000 Personen, die Deutschland 1936/37 verlassen haben, konnte etwa der Hälfte Unterstützung bei der Niederlassung in einem europäischen Lande oder in Uebersee gewährt werden. Von den restlichen 8000 haben sich viele nicht an die lokalen Hilfskomitees gewandt, so daß es vermutlich insgesamt noch rund 20000 Ausgewanderte ln Europa gibt, die hlltsbedil rf tlg sind. Die Zunahme der Gesamtzahl der Ausgewanderten in t£- wissen europäischen Ländern ist darauf zurückzuführen, daß die Abreise nach Uebersee geringer geworden ist. Es wird weiter festgestellt, daß die Rechtslage der Ausgewanderten sich dadurch verbessert hat, daß das proviso■ rische Abkommen vom 4. Juli 1936 bisher von sieben Staa* ten, nämlich Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Nor• wegen, Spanien und der Schweiz unterzeichnet worden ist. Ferner wird das Abkommen von manchen Staaten, die es nicht unterzeichnet haben, trotzdem in der Praxis befolgt. Der Oberkommissar hat bei seinen Besprechungen den Eindruck gewonnen, daß auch die übrigen Staaten, die an der Konferenz vom Juli 1936 tcilgenommen haben, dieses Abkommen unterzeichnen werden oder, wenn dies bis dahin nicht geschehen sein sollte, der endgültigen internationalen Konvention beitreten werden, die von der einzuberufenden zwischenstaatlichen Regierungskonferenz beschlossen we» den soll, Df• Rechtslage Es wird sodann auf den vorläufigen Entwurf der Konvention hingewiesen, durch die die Bestimmungen des Abkommens von 1933 über die russischen und ar* manischen Flüchtlinge und die des provisorischen Abkom« mens vom 4. Juli 1936 über die Ausgewanderten aus Deutsch׳! land miteinander in Uebereinstimmung gebracht werden sollen. Eine Reihe von Staaten hat bis nun F. Juli 1937 Bemericun« gen zu diesem vorläufigen Entwurf eingesandt Diese Be* nierkungen werden geprüft werden, sobald der endgültig« Entwurf, der die Grundlage für die Arbeit der durch Be* Schluß der 17. Völkerbundstagung in Aussicht genommenen zwischenstaatlichen Regierungskonferenz bilden soll, erörtert werden wird. Auswanderung nnd Ansiedlang In dem Kapitel des Berichtes über Auswanderung und Ansiedlung wird darauf hingewiesen, daß diese Angelegenheiten in den Bereich der Privatorganisationen fallen. Aufgabe des Oberkommissars ist es, die von den Organisationen, die sich mit Auswanderung befassen, unternommenen Aktionen zu unterstützen und Vorkehrungen für das Studium konkreter Kolonisations- und Auswanderungs* plane, wenn nötig an Ort und Stelle, mit Zustimmung der in Betracht kommenden Regierungen zu treffen. Seit dem September 1936 wurde bei der Auswanderung und Ansiedlung von Refugifs kein wesentlicher Fortschritt erzielt Dies ist aut die noch in Kraft befindlichen Be- Schränkungen in allen Eirrwanderungsländem, sowie darauf zurückzuführen, daß auch andere Länder, die bis vor kurzem eine solche Politik nicht befolgten, jetzt schärfere Kontrollinaßnahmen getroffen haben. Die Aussichten für die Aus* Wanderung sind daher ernstlich beeinträchtigt; mit Ausnahme eines kleinen von dem Internationalen Christlichen Komitee in Columbien unternommenen Kolonisationsversuch« hat keine Organisation den Oberkommissar um Unterstützung ihrer Pläne oder um Prüfung eines speziellen Kolonisitionslaues an Ort und Stelle ersucht. Das Verbindungskomitee at auf seiner im Juni in Brüssel abgehaltenen Sitzung anerkannt, daß die Ansiedlung Ausgewanderter in irgendeinem wesentlichen Umfang gegenwärtig nicht fn Betracht kommt- Der Bericht befaßt sich sodann mit der Auswahl der Auswanderer und stellt fest, daß die Beschränk klingen in den überseeischen Einwanderungsländern zu einer Verstärkung der Einwanderung in gewisse Nachbarländer Deutschlands und damit zu einer ernsten Situation geführt hat, die nicht außer acht gelassen werden könne. Solange die bestehenden Hindernisse Vorhände» sind und die inter* nationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet nicht voll wirk* sam geworden ist, besteht die Gefahr, daß jeder Versuch, die Lage der Ausgewanderten zu verbessern, vereitelt wird. Es werden sodann die Beziehungen zu des 26 Wohlfahrtsorganisationen besprochen, die In dem Internationalen Verbindungskomitee unter dem Vorsitz von Lord Samuel vertreten sind. Diesem Komitee gehören u. a. das American Jewish Joint Distribution Committee in Paris, der Council for German Jewry in London, die HIAS- ICA Emigration Association (Hicem), die Jewish Agency for Palestine, die ICA, die Alliance israelite Universelle, das Joint Foreign Committee und die Agudas Jisroel an. Der Oberkommissar weist darauf hin, daß von 'dem vot* läufigen Abkommen vom Jahre 1936 nur diejenigen Aus• f' w Die Aufmerksamkeit der Völkerbundsversanimlung wird auf das Problem der übrigen staatenlosen Ausgewanderten gelenk! In einem Anhang zu dem Bericht wird der vorläufige Entwurf einer Konvention über den Rechtsstatus der Ausgewanderten wiedergegeben. Grundlagen unseres menschlichen und jüdischen Wesens zu basieren und nicht durch den Wind der politischen und wirtschaftlichen Konjunktur bestimmen zu lassen. Die Selbstprüfung, die In diesen Tagen von uns vorgenommen wird, gibt uns allerdings nicht nur zur Kritik Anlaß, sondern vermag auch unser Selbst* bewußt sein als Volk und als Einzelne zu festigen. Gewiß sind wir fern davon, uns für vollkommen und dem Bilde gemäß zu halten, das die größten Menschen unseres Stammes von ihrem Volke besaßen, aber dennoch empfinden wir eines mit aller Deutlichkeit: Das Volk der Juden ist eine Gemeinschaft, die zu ihrem Teile die Güte des menschlichen Herzens und das Ebenbild der Schöpfung in sich trägt. Nicht jeder Einzelne ist so, denn uns fehlen nicht Böse und Edle, Verbrecher und Wohltäter, aber im Volk als Eigenpersönlichkeit, als einer Gestalt der Geschichte und des gegenwärtigen Lebens ist ein Abglanz der Schöpfungsidee zu erkennen, die in ihm Form gewonnen hat. Wir kennen seine Leidensfähigkeit, in der es in vielen Kapiteln der Welt* geschichte Größe bewies, wir sehen seine Arb eitskraft, die ihm die Möglichkeit gibt, unter den widrigsten Umständen eine Existenz zu finden, obwohl sie immer wieder verloren ging, w׳^ sehen seine Ol aubensfähigkeit, die trotz allen Schicksalsschlägen einen Kern des Volkes erhält, der an sich selbst und an seine Zukunft glaubt. All dies haben wir auch in Palästina kennengelernt, nicht zuletzt die Kraft zu schöpferischer Arbeit, die den Reichtum des Menschengeschlechts auf dem so lange vernaclilässigten Boden des Landes vermehrt, und die Fähigkeit zu Disziplin und Einordnung, die bei der Erneuerung des Volkslebens in seinen äußeren Formen so notwendig ist. Wir wissen in jedem Augenblick, wie unvollkommen all dies noch ist und welche unübersehbaren Aufgaben vor uns und den kommenden Geschlechtern liegen. Aber wir erkennen zugleich die Kräfte, die im Volke vergraben sind, und wir haben das Bewußtsein, daß das Licht seiner Seele, seine unsterbliche Kraft noch nicht erloschen ist! Unsere Generation gehört zu denen, die dem Volke an einer besonders dornigen Stelle seines geschichtlichen Weges die Bahn frei machen sollen, um die Steine zu entfernen, die es straucheln machen könnten. Es ist eine Arbeit von historischer Bedeutung, deren Gelingen besondere Kräfte erfordert. Mancher unter uns widerstrebt vielleicht noch, jene Bahn zu beschreiten; dennoch aber wird er es tun müssen, nicht nur von äußeren Ursachen dazu bewegt, sondern von der Macht getrieben, die in ihm ist und ihm seine Richtung weisti von der Kraft eines jüdischen Herzens, das sich mit den* pulsierenden Herzen des Volkes vereinigen möchte. K. L. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert W e 116 c h, Berlin-Charl. 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter« Kurt Lcewenitein, Berlin. W15. Anzeigenlciter und verantwortlieh für den Inhalt der Ameigeni Hermann F i n n, Berlin W18. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.A. 11/1937 30318. — Druck; Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.

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