Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 72 (10.9.1937)
- Date
- 1937-09-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite U JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 10. IX. 1937 —L Um die Erhaltung der Gemeinschaft Gemeinde-Institutionen an der Front der sozialen Not Kuiturbimd-Spielplan. Theater in der Kommandantenstr. 57. 20.15 .Uhr. Am 19. September: ״Stützen der Gesellschaft“ (Abt. 24, 34). Am J.6. September: ,,Stützen der Gesellschaft“ (Abt. 25, 35). Am 18. September: ״Stützen der Gesellschaft“ (Abt 26, 36). Die Uraufführung von ״B'reschith" von Oskar Guttmarm, in Verbin- Hung mit der Weihe eines neuen Sef'er Thora (Ansprachen: Direktor 11c irtrith S1»!l und Rabb. Dr. van der Zyl) findet am 26. September, Vormittags li l'ltr, in der Xeuen Synagoge. Oranienburger Str. 30, statt. Soli: Oberkantor Harms ‘John Jacobsohn und Paula Salomon- Lindberg; gena-chter Chor, verstärktes OrcT.e.-ter der Künstlerhilfe und Orgel (Werner Harr). Leitung: Cherrtjo Win.wer. Das Werk hat bei dem Mu-ikprei-au-.schrciberi des Rcichsvcrbandcs der Jüdi- Bchen Kuhmhinide lobende Erwähnung gefunden. Jüdisches Museum. Zum Abschluß der Ahrahnnel. Ausstellung, die bis zum 19. September geöffnet ist, veranstaltet der Jüdische Museum.׳■ verein am 16, September, 20.15 Ehr, Oranienburger Str. 31, einen Vortrag von Dr. Fritz nürnberger: ״Leone Ebreo und seine Zeit. Ein Kapitel Kulturgeschichte der Renaissance.“ Gäste willkommen. Gedächtnis-Ausstellung Akiba Egcr- Pas Jüdische Museum plant nun 100, Tode.-tag des Gelehrten eine Ausstellung. Nachkommen Egers und Hcoitzer von it:M0: w. und sonstigen Materials aus der Zeit Akiba F.gers werden gebeten, mit dem Jüdischen Museum, Berlin N 4, Oranienburger Str. 31, in Verbindung zu treten. Der Bühnenbildner Osias Koffler, der gegenwärtig in der Ausstellung des Sekretariats für Bildende Kunst im Klubheim, Marburger Str. 5, Male:eiert und Graphiken zeigt, wurde von der Künstlerhilfe für die Au.'st.ittung des Kleinktinaprogramms ״Der große Bilderbogen“ (Mar.ü-ki ipt: Leo llir-eh; Regie: Eljaschoff) gewonnen. Gottesdienst - Nachrichten AhWürzuftjri'n: Fr Freitnjjribend. i־rSp — Frfita^-Spüiyottesdienit. SchF =s Schabbat• Frühj;nt{**5(iirD5t. SchH :־- StJ)alJ>nt*Hfluptyott״sdirnst. M Sdhabbatmtncha״ J«*Ja« gottfulirnnt. Pr Predigt. Sehr Srhnfferkinrunsf. L =» Lelirvortragj. OS<h &■ Ansd1h־׳ßrn-i Om•־׳־׳ Sth;1bb,5׳t. Wa VVochen‘ny-Ahen;i Wm Wochentag-Mor^ea Gottesdienst am Jom Kippur: Dienstag, d«*n 14. September, abends: in allen Synagogen ־.ind BrtsaDn 18.30 U!:r, Mittwoch. den 1 *5. September, morgens: Synagogen und Bcts-'iUrn!t aHct-1 Ritus 7.Uhr, Svn3g0*en und Bctsnle mit neuem Ritus 9 Uhr- Fest.Avisyans:: 19.0׳) Uhr Gemeinde-Synagogen nach neuem Ritus Neu«? Synagoge: Pf Nußhmim / xun d<-r Zyl F&ianenstraße: Pr Sw;:r>,1■ ncky / Gnllinrf LUh owslraÖe: Pr R׳i-־uk / NuÖhmum Limirmtratie : Pr Jo■«])-" / SaRmumki 1-evrtr.owstraße; Pf Mayhaum / I ,c־wko־.viD Friede rmtempel: l'r v.tn der Zyl I \X',;1׳r'-<־hnuer Prin7r«*gentenstraße: Pt Wiener / Swarsensky Schmargendorf: l'r Winter / Br»s:־b Köpenick: l'r!־'rank Oraniaoburg: Pr Loewf-nbcrg Gemeinde-Synagogen nach altem Ritus Alte Synagoge: Pr Fr־:״׳mnn / Freier Kai*er*traüe : Pr Freier t Sinv'errrmnn Rfkesirafle : Pr W1־yi / Nohel Münchener Straße: Altmann / Rrorb Grunewald: Pr WoWf Kottbusser Ufer : Pr Jakobovits Peitalozzifttratic : l'r BerkoviU Gottesdienste nach neuem Ritus Bach-Saal« Lützowstr, 76 : Pr Graf / Baetk Brlidexvcrcin, Kurfürstenstr. 115 116: Pr Salomomki / Wiener Leon, Kuriüritendamm 155 156: Pr Hamburger / Jospe Johann-Georß-bäi«, Johann - Georg* Str. 19, 3. Etage: Pr Fischei / Adler Kulturbund, Kommandantenstr. 57: Pr BrasHh / Weyl Coacordia * Säle, Andreasstr. 64: Pr Rosenthal / Lewinski Musikersäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 31, 1. Etafe: Pr Hirsch / Seidmann Berolina * Säle, bchöahauser Allee 28, 2, Etage: Pr Seidmann / Hirsch Fastsaal, Joachimsthaler Mraöe 13: Pr Goetz / Graf Schumasnsaal, LüliowstraÜ« 76: Pr Lewkowitr, t Mayhaum Festsaal, Halenaee, Kuriürstendamm 119: Pr Herrmann J Kariiner Johann-Georg-Saal, Johann-Geoeg-Straße 19, ptr. : Pr Sailer / Fische! Clubsaal des Brüdervereins, KurlürstcnstraSe 115/116: Pr Ludwig / Finkeischerer Gottesdienste nach altem Ritus Fcstsaal Alt-Wien, Landsberger Str. 31: Pr Nobel / Klapphol* Berolina. Schönhauser Allee 28, I. Etage: Pr Grünberg / Burg Musikersäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 31, ptr : Pr Gescheit / Loewenthal Synagoge, Gipsstr. 12a: Pr Offenberg / Geiles Artus-Bol, Perleberger Str. 29, ptr.: Pr Loewcnstein Jobann-Georg-Festsale, Johann-Georg-Straße 19, 2. Etage \ Pr Tobias / Kainski Cclibri, Martin-Luther-St;. 69: Pr KsinWi / Fried Waisenhaus (Turnhalle), Weinbergsweg 13: Pr Poppers / Jacob Festsaab Linlenstr. 197; Pr Grünftkl / Wcyl Vereins-Synagogen Ahawath Zion, SchSnhauncr Allee 4: Fr 18.45 / SchF 7 / SchH 9 / M 17.30 L L<״vy / Kot Nidie ls.3ü / Jom Kippur 7 Pr H Lcvy Beth Si'bolaurn (Minjan Mende'sohn), Markgraf-Albrecht-Straße 11-12 : Fr 18.45 / SchF 7 / Schli 9 / Kol Nidr« 18.30 Pr Hombach / Jom Kippur 7.15 Pr Amolskj Lipprrsann -Tauss, Gallnowstr, 12: Fr 18.30 / SchH 8.30 / J 15-45 / M 18.30 L S! n'^errnnnn /Kol Nidre 18.30 Pr Singerrnann / Jom Kippur 6.15 Pr/ Wa 18.15/ Wnn 6, '3 י Marmiach Jencbuab, Dragnnerstr. 34-35 : Fr 18,30 / SchF 7 / SchH 9 / M 18.15/ Kot Nidre IN 15 / Jom Kippur 7 Syn. Gesundbrunnen, Prinzenallee 87: Fr 18,45 / SchH 9 / M 18.30 / Kol Nidre!8,30 /V Airynnfh>r / Jom Kippur 7.3(! Pr / W8 18.45 / Wm 8.30 I«r. Vereinigung Lichtenberg, Frankfurter Allee 56 : Fr 18.30 / SchH 9 / K01 Nidre IWM! Pr Harry Mai / Jom Kippur 7.30 Pr Rasenlhal / Wa 18,45 / Wa h.'k) / Sonntag b.:;.ts Sy״. Passauer Str. *2: Fr 18.45 / SchH 9 / M IMS / Wa 18.30 / Wm 6.30 / Kot Nidre 18.V) l'r Broch / Jom Kippur 7 Pr Alim.mr» Jiid. Religionsgem. Chbg.5 Schuiatr. 7: Fr 18.30 / SchH 9.30 / Kol Nidrt }K.30 Pr Ad!-■r / Jom Kippur 9 Pr H!1 mhuryer J(id.Religionsverein der n«rdl. Vororte, Hermsdorf, Alhrechtstr. 10j KnlNl df• 1H.30 Pr Kinn / Jom Ktpour 9 Pr Klein Jüd. Religionsverein Friedenau-Steglitz, Siiemtr, 211 Fr 18.45 / SchH 9 i M 18.40' / Kol Nidre 18.30 Pr Winter / Jom Kippur 9 Pr Winter Sy ־.״Verein Lc w Jehudnh, Schßnthauser Allee 31: Fr 18.25 / SchF 6.45 / SchH 8.30 / Jom Kippur 7 Pr Rebhun Wie fern lebt man doch von dem wirklichen Geschehen, wie wenig weiß man von dem Traurigen, das sich rings um uns tagtäglich vollzieht! Eine Besichtigungsfahrt, die das Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde für einen kleinen Kreis veranstaltete, führte so recht zum Bewußtsein, daß es gerade in der Großsiadt Welten gibt, die getrennt voneinander leben und zu denen es vielleicht keine Brücke gibt. Keine Brücke? Die Behauptung muß doch etwas eingeschränkt werden, denn die Besichtigung verschiedener Au> acr Arbeit der jüdischen!\rankenhi!f! Institutionen zeigte gerade, daß die Menschen, die mit der Wahrnehmung der sozialen Aufgaben betraut sind, sich sehr darum bemühen, Brücken zu bauen, zu helfen und zu fördern und der Not zu steuern. Der Vorsitzende des Wohlfahrtsamts, Dr. Lam m, erläuterte vor Beginn der Besichtigungen den Aufgabenkreis seines Dezernats in bezug auf die Fürsorge für Mütter und Kinder, die natürlich nur ein Zweig des Gesamtaufgabenkreises ist. Es gibt zahlreiche sozial gefährdete Kinder, für die das Wohlfahrtsamt von der Geburt bis zur Berufsausbildung sorgen muß. Vor allem sind die unehelichen Kinder — ein Problem, das, wie dieser Vormittag erwies, heute «ine besondere Aufmerksamkeit verdient — Gegenstand der Betreuung durch das Wohlfahrtsamt; aber nicht nur sie, sondern auch Kinder aus zefrütteten Familien, die vor seelischen Schäden bewahrt werden müssen. Es stehen gegenwärtig etwa 300 sittlich gefährdete Kinder unter der Obhut des Wohlfahrtsamts. Schließlich nimmt sich diese Stelle auch jter Kinder aus unterstützungsbediirftigen Familien an, bei denen aber auch das seelische Moment wichtiger ist als das materielle. Sehr überzeugend legte Dr. Lamm dar, daß es der Gemeinde nicht möglich ist, in allen Fällen zu helfen und daß, so hart es im Einzelfalie auch sein mag, eine Auswahl getroffen werden muß. Nach dieser Vorbereitung wurde zuerst das Säugfings- und Kleinkinderheim in Niederschön־ hausen besichtigt, in dem 50 Säuglinge und 50 Kleinkinder in herrlicher Umgebung und in lichten Räumen Aufenthalt gefunden haben. Das Heim wird verwaltet von dem schon 34 Jahre bestehenden ״Fürsorgeverein für verwahrloste jüdische Kinder“, der sich der gesundheitlich gefährdeten und unehelichen Kinder annimmt. Die Kinder bleiben im allgemeinen bis zum schulpflichtigen Alter im Heim. Im Garten, an bunten Tischen, aut dem Rasen, im Planschbecken sahen wir die Größeren sich tummeln, und die ganz Kleinen liegen in gazeiiberdachten Bettchen und blinzeln in die Sonne. Aber hinter diesem idyllischen Bild versteckt sich manche menschliche Tragödie; aber es war doch auch wieder heruhigend, daß es noch immer viel menschliche Güte gibt, die sich bemüht, das Unglück zu lindern. Und n<jch stärker wurde uns der besorgniserregende körperliche und seelische Zustand mancher Kreise der jü-. dischen Gemeinschaft deutlich, als uns der leitende Arzt der Krankenhilfe der Gemeinde (früher Poliklinik) am Alexandcrpktz einiges aus seinen Erfahrungen berichtete. Etwa 30() Personen gehen täglich durch diese Räume, und alle möglichen äußeren und inneren Krankheiten müssen behandelt werden. Besonders erschreckend war es, als der Arzt ans erzählte, daß vielleicht die Hälfte der Besucher an seelischen Erkrankungen leiden. Wenn es nur möglich wäre, mehr an die Menschen herauzukommen; aber sie verschwinden in der großen Stadt. Tausende von Juden leben unter schwersten seelischen und materiellen Bedinungen oder krank abseits der Gemeinschaft, und die Kranennilfe weiß ein Lied von der Vereinsamung dieser Mensehen zu singen. Etwas freundlicher wurde das Bild zum Schluß im Gebäude der Kinderhilfe in der Blumenstraßc, wo 1936 etwa 7000 Kinder in 17 000 Konsultationen behandelt wurden. Alle möglichen Aufgaben gibt es hier zu erledigen: Sprachstörungen sind zu beseitigen, schwer erziehbare Kinder durch einen Heilpädagogen auf den richtigen Weg zu bringen, der Erkrankung tuberkulös gefährdeter Kinder vorzubeugen, Zahnpflege zu betreiben und vieles andere mehr. In geduldiger Kleinarbeit wird hier ein Dienst an der jüdischen Gesamtheit verrichtet, der der gesundheitlichen Förderung unserer jungen Generation gilt und gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Nur noch ein Wort über die finanzielle Frage; Alle die Einrichtungen, die wir an diesem Vormittag besuchten, erhalten sich zu einem gewissen Teile aus privaten Spenden. Wer einen Einblick in dieses Arbeitsgebiet erhalten hat, kann versichern, daß es wichtig ist, daß die jüdische Oeffentlichkeit nicht nachläßt in ihrer O p f e r w i 11 i gk e i t für die Aufrechterlialtung dieser Institutionen. Der Kampf des Wissens und des Willens gegen die übermächtige Not des Tages, de» sich hier täglich abspielt, ist wahrhaft ein heroischer, und er ist es um so mehr, als die Oeffentlichkeit davon so gut wie nichts weiß. N, Die Handelsschule 'der Jüdischen Gemeinde eröffnet am I. Oktober eine new Sprachenklasse (Englisch und Spanisch). Die Schule er. öffnet ferner am 1. Oktober einen Malbjahreskursus, der in gedrängtest«■ Kürze junge Menschen für die praktische kaufmännische Tätigkeit vorbereitet. Dabei wh־d besonderer Wert auf die technische Seite der Ausbildung gelegt (Stenographie und Schreibmaschine), Auskunft erteilt Dipl.-Handelslehrer Berger, Joachimsthaler Str. IS. In der Jüdischen Kinderhilje Im Säuglingsheim Niederschönhaasen Foto״ Herbert Sctmmield ygr.. In jedes jüdische Haus gehört der Ich bestell• bei Soeben erschienen «TG f PALÄSTINA KALENDER 5698 תרצ״וו Vorwort־. Joachim Prinz Umschlag: Heinz Condell Herausgeber: Zionistische Vereinigung für Deutschland Verlag: Jüdische Rundschau G.m.b.H. Buchverlag und Buchveririeb Berlin W15, Melnekestr. 10 Postscheckkonto: Berlin 715 76 Erhältlich Im jüdischen Buchhandel. Auslieferung nur an Juden ---— Exemplare des Im Verlag der Jüdischen Rundschau erschienenen! Palältlna-Kaiender 5698 c “ *um Preise von Reichsmark 1.90 m ־. Inland: zuzüglich 15 Rpf, Porto x Ausland: zuzüglich 25 Rpf. Porto Nim* Ort und Land Stral• und Nr.