Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 72 (10.9.1937)
- Date
- 1937-09-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 10. IX. 1937 ״Die Stützen der Gesellschaft” Premiere im Kulturbund Zur Berliner Feier von Henrik Ibsens 70. Geburtstag fm Jalirc 1898 stiitete Max Liebermann ein Blatt, das den Dichter als eine auf seinen Werken ruhende Sphinx darstdlte. Die Zeichnung gab die bekannten, so scharf gewordenen Züge des Greisenhauptes wieder, so daß sie nicht einmal als Karikatur wirken konnte. Als Ibsen die ״Stützen der Ge- Bellschaft“ schrieb, war er noch keine Sphinx, auch in seinem Aeußeren nicht; er war aus seiner ersten romantischen Epoche fiervorgetrctcn, aber er begann nun das Gefüge der bürgerliehen Gesellschaft abzutasten, nicht ohne die Vorstellung, Toni Hessel (I.illi Kann), Di na Dorff (Anneliese Tcicpfer) Und Johann (Fritz ,Melchior) Foto•: j. A.br»h,m daß es bei redlicher Wicdcrherstcllungsarbeit noch gestützt werden könnte. Die ״Stützen der Gesellschaft“ sind ein Uebcrgangswerk, aber als Theaterstück sind sie ein Meisterwerk, wie es Ibsen selbst nicht übertroffen hat. Mit dieser tcchnisclien Sicherheit, mit dieser unablässigen Steigerung.sklinst haben sie sich in der Aufführung des Kulturbundes auf das rühmlichste bewährt. _ Herbert Grün bau in hat sich da zum erstenmal als Regisseur versucht, und er hat löbliche Arbeit gemacht. Dekorativ ist_ die Aufgabe einfach. Ibsen verlangt nichts als das große Gartenzimmer bei dem Konsul Bernick, und es war praktisch eingerichtet, daß man zur Seite auch einen Abschnitt seines Arbeitszimmers sah; so hatte man die familiäre und die geschäftliche Existenz zusammen. Das Stück braucht eine Menge von Figuren, aber es ist keine so klein oder so unwichtig, daß sie nicht auch an der Weiterfühnmg der Hand- Jung beteiligt wäre. Grünbaum hat die vielen Fäden, die da durclieinandergeschlagen werden, mit guter Uebcrsicht in der Fland behalten. Aber der Zusammenhang mit dem Publikum war von vornherein hergestcllt, und die Klatschszene der kleinstädtischen Frauen, im Gartenzimmer, die Gina Friedmann mit ansprechendem Humor führte, hat gleich über den Anlang viel Vergnügen und Behaglichkeit gebreitet. Die ״Stützen der Gesellschaft“ sind ein F_nthüllungsdrama, wie es Ibsen da zum erstenmal versucht hat. ßas Haus des Konsuls Bernick steht fest und groß da, es ist der Stolz und der Glanz des Städtchens, in dem die Moral so wohl blüht wie das Geschäft. Das Schicksal beginnt an einem mors dien Grundpfeiler zu nagen, die Menschen bei Ibsen haben lange Rechnungen, und es wird ihnen auch aus Verjährungsgrimden nichts geschenkt. Der hochangeschcne Konsul hat vor fünfzehn Jahren einige Gemeinheiten verübt, indem er eigene Vergehen auf seinen Schwager Johann schieben ließ, und er hat seine Jugendfreundin Lona Hessel zufunsten ihrer reichen Halbschwester Betty sitzen lassen. Dafür ekam er von ihr eine Ohrfeige. Die beiden Amerikaner kommen ohne Rachegedanken, aber schon die Anwesenheit von so exotisch gewordenen Erscheinungen beunruhigt die Moral und die Selbstsicherheit der Gesellschaft Fritz W i s t e n spielt den ״von der Vergangenheit bedrohten Bernick, der gewöhnlich als ein Mann in den ״besten Jahren“ gegeben wurde, und diese reichten allmählich bis zu den Fünfzigern hinauf. Wisten hat wieder so genau gerechnet wie Ibsen selbst. Der Mann ist aus den Dreißigern noch nicht hinaus, er hat noch viel vor, wie jetzt den Bau einer Eisenbahn mit den anderen profitsüchtigen Stützen der Gesellschaft und darüber hinaus noch im Geheimen die Erwerbung der anliegenden Grundstücke. Der Mann, der in der Jugend einige Torheiten beging, ist kein Verbrecher, aber wohl auf dem Wege dazu, da die so genau rechnende Vergeltung an seiner Position erst zu nagen, dann mit immer heftigeren Stößen zu rütteln beginnt. Sein Werk hat auch Menschenleben oder wenigstens Menschenglück gekostet. Ein Motiv, das Ibsen dann in seinem Spätwerk noch mit besonderer Strenge angeschlagen hat. Flier bei diesem ersten milderen Anschlag findet noch eine Bekehrung, ein Widerruf statt einer Kafa- Strophe statt. Es war sehr fein von dem Darsteller, wenn er sich vor den Philistern, die ihn anfeiern wollen, am Ende selbst anklagt und selbst befreit, daß er diese Rede viel mehr an sich als die anderen zu halten schien. Dadurch erfuhr die unfehlbar theaterwirksame Schlußszene auch eine Verinnerliclrung. Auch der schaffende Mann, das war bei Ibsen ein fester Glaube, braucht das Vertrauen der Frau; sein Baugrund ist im tiefsten Fundament eine weibliche Seele, und wenn er die verletzt, stürzt das Haus ein. — Du hast das Liebcslebcn in mir getötet — diese Klage, die in Ibsens Spätwerk wiederkehrt, ist schon die von Lona Hessel, die der junge Bernick Herren- und Damen-Aus stattungen Berlin SW, friedridtstra/fe 50-51 verriet; es ist auch die seiner Frau, die er achtlos neben sich verkümmern ließ. Lilly Kann ist die Lona Hessel, die diese muffige Gesellschaft auslüften will, und der es auch gelingt. Die zurückgekehrte Amerikanerin rettet sich die Vorstellung von dem Mann, den sie einmal liebte. Man glaubt der Darstellerin, daß diese Enttäuschte und ebenso Beherzte einmal mit einer Ohrfeige antworten konnte, wenn sich ihre Resolutheit jetzt auch mehr auf moralische Ohrfeigen verläßt. Neben ihr als eine zartere Variante von Weiblichkeit und von Jenny Bernstein fein ausgeführt die Koiisulsfrau Betty, die sich aus Einschüchterung und Gedrücktheit an ihrer Mutterschaft aufrichtet. Es war nicht leicht für Gerda Klein, an der ganz Betty (Jenny Schaffer-Bernstein) und Bernick (Fritz Wisten) verkümmerten Tante Martha noch einen dritten Typus von verletztem Frauentum abzustecken. Die Jugend war allein, war bei Anneliese Töpfers Dina Dorff, die endlich aus der moralischen Verängstigung ausbricht und vor ihr mit ihrem Johann bis nach Amerika entflieht. Das war schon als Gegen* satz. eine Erquickung und besonders mit dieser schlichten Mädchenerscheinung, von der aber ein stiller, starker Lebensström ausging. Die zahlreichen Männerrollen waren gut besetzt. Fritz Melchiors Johann, mit seinem Kostüm vielleicht zu sdhr Cowboy״, hielt sich mit einer ruhigen, aber auch der kräftigen Entladung fähigen Männlichkeit, schon sympathisch durch einen xvarnren baritonalen Ton, ein Schauspieler von gtiter Erziehung. Sehr zuverlässig Martin Brandt als der Hilfspfarrer Rörlund, dem er die richtige beschränkte Ueberzeugtheit ohne Heuchelei gab. Alfred Berliner hatte den n«urasthenischen Vetter Hilmar, der immer Uh, Uh macht und von Ibsen selbst auf eine etwas äußere Komik angelegt ist. Also hat man sich sehr mit ihm belustigt. Fein profiliert wie iinrncr der Buchhalter Bernicks von Alfred Lichtenstein, diesmal etwa im Charakter einer bürokratischen Spitzmaus. Dann die Philisterchargen von Fritz Lion und Willy Prager. Und schließlich ans der anderen, der unteren Welt, die an die bürgerliche Gesellschaft leise anzuklopfen beginnt, der Werkmeister Anne, von Sigmund Nunberg brav und fest liingcstellt. Bernicks Söhn dien Olaf, sonst von kleinen Mädchen gegeben, ist diesmal mit Wolfgang Bernstein schon ausgewachsener; dafür gewinnt die Figur an Bedeutung: dieser kleine Mann wird sicher keine Stütze der Ge- Seilschaft werden. Das Publikum war von Anfang an warm mitgegangen, es folgte mit wachsender Spannung dem handlungsrcichen Drama, dem auch eine tiefere menschliche Sympathie zufiel, und es rief zum Schluß mit starkem Beifall alle Darsteller und Helfer vor den Vorhang. Arthur Eloesser Juden und Jüdisches Im Rundlunk. Freitag, den tO. September: Staatl. Llt. Rundfunk (Kowno), 20.25: Mascha Benjakonskl singt italienische Arien und hebräische und jiddische Lieder, Berichtigung. In dem Aufsatz ״Das Horn“ von Dr. A. Löb in Nr. 70/71 ist am Schluß ein sinnstörender Druckfehler unterlaufen. Es muß dort richtig heiße■: mit den äußeren Attributen ausstattet.. Zauber eines Kalenders Das 1 licr und das Dort €11,lim Weizmami hat auf den! jüngsten Kongreß in Zürich öfters darüber geklagt, die Geographie sei gegen das Judenttun. Fr meinte, die Trennung der jüdischen Politiker und Führer, die weite Entfernung ihrer Wohnsitze erschwere ihre Fühlungnahme und ihr Zusammenwirken. Man kann das gleiche noch viel stärker beklagen in bezug auf das Verhältnis aller Juden zu Ercz Israel. Nicht alle, das wissen wir, können dort einwandern, und mir Verhältnismäßig wenige können cs bcsudien. ״Die Geographie ist gegen das Judentum.‘' Die seelisclie l ׳Übereinstimmung zwar überwindet alle Entfernungen und konzentriert die innere Blickrieht 1 n 1p; des Judentums auf das kleine Land an der Siidostküsle des Mittelmeeres. Aber dieser wenn auch noch so starken zionistischen Ideologie fehlt die sinnliche Anschaulichkeil, cs fehlt ihr der sachliche Befund, der cs leicht hat, zu überzeugen und mit/umlien, es fehlt die Kongruenz zwischen dem Hier und dem Dort, Die Sehnsucht allerdings überwindet vieles, sie־ gibt der Imagination und den Träumen vom Land der Väter Raum, doch diesen auszudichten, auf-?!!füllen, den Weg von hier nach dort zu bahnen, das ist Aufgabe des Berichtes. Aber wiederum nicht Aufgabe der Fülle von Berichten, die leicht eher verwirren als klären können, sondern einer, sozusagen, mit beseeltem Auge getroffenen Auswahl von Tatsachen, von Sachen und Taten, von Landschaft und Mensrhcn, von Gewesenem, Seiendem und Werdendem. So nur, auf diese wahrhaft ״erwählte“ Weise, kann ein Einklang zwischen dein Hier und dem Dort geschaffen werden. Weil dieses Ziel und dieser Zweck von dem P a I äs t in a- Kalender 5 69 8 in einer besonders glücklichen Form erreicht worden ist, den die Zionistische Vereinigung für Deutschland im Verlage der ״Jüdischen Rundschau“ herausgegeben hat, soll hier von ihm die Rede sein. Es soll nicht vorschwiegen werden, daß die Zeitkrankheit, die man ״Photomanic“ neunen könnte, sich auch Palästinas und des zionisfisclien Aufbauwerkes bemächtigt hat. Bilder davon und Bilder daraus sind so häufig lind so billig wie Brombeeren. Ott genug sind sie zu billig. Nicht alles, was Bild ist, wirkt auch .,bildlich“, und nicht alles, was Figuren darbietet, erreicht die wahre ״Figurlnhkeit“. Nicht selten ist die Freude des Photographen atu Bebildern größer und deutlicher als die des Betrachters am Bild. Hier aber, in diesem Kalender, ist aus vielen Bildert! ein Gesamtbild und eine wahrhafte und kostbare Anschaulichkeit erreicht: nämlich die Beseitigung der Entfernung zwischen dem Hier und dem Dort und die Herstellung der inneren Nähe zwischen dem Land und denen, die es -. notgedrungen aus der Ferne — lieben. Das Land und das Werk schreitet in Bild und Wort auf uns zu. Die nicht dort sein können, sie besucht das Land selbst Der Berg kommt, immer mal wieder, zum Propheten, Man erlebt ihn als etwas Nahes — eine beglückende Wirkung dieses Kalenders. Ein Antlitz Mcir D i z e n g o f f ist es, der schon auf dem zweiten Kalenderblatt sich uns darstellt. Gerade in diesen Tagen, am siebenten Tage des Tischri, jährt sich ■der Tod dieses ersten Bürgermeisters und Gründers von Tel Aviv. Ein Meisterbild! Alle jüdischen Photographen sollten es studieren und daraus erkennen, wieviel Leben, wieviel ״Vorbild“ in einer Photographic sich sammeln kann. Man bekommt vor diesem Porträt förmlich Lust die innere Biographie des Gesichtes zu schreibcn. Es ist keine Momentaufnahme, cs ist das erschöpfende Dokument eines Lebens, eines Wesens und eines aus beiden herausleuchtendcn Werkes. Dieses Gesicht glüht noch in seiner Altersruhe von, man möchte sagen: schabbatlicher Eindringlichkeit. Welt und Geist, Tat und Gedanke sind in ihm eine Vereinigung eingegangen, die als Zeugnis eines _ im Dienst des zionistischen Aufbaues vollbrachten Lebens wirkt. Dieses sorgenvoll schweigende Antlitz spricht. Es ruft. Es ist wie ein Anruf und Aufruf. Dieser Alaun, den seit einem Jahr die Erde deckt, lebt weiter — in dem Bild, so, wie er in der Stadt weiterlebt, die sein Werk ist. 39 Kinder Man blättert weiter: singende Jugend, ein Bauarbeiter mitten in der Arbeit, eine lachende Bäuerin — und dann eine Totalaufnahme von, genau gezählt, neununddreißig Kindern, vielleicht sind es sogar vierzig. Nur wenige fchauen in den Apparat, der sie aufgenommen hat. Das sind entweder die Neugierigen oder die Scheuen. Die bei weitem meisten sehen nicht aus dem Bild heraus, sondern sind ganz und ungeteilt ihrer Kindlichkeit, ihrem Spiel und Gesang hingegeben: ״Vater kehrte vom Jahrmarkt zurück Und kaufte mir einen Freund, Wißt ihr, wen? Ein Zicklein, mein Zicklein...“ Man hört es förmlich aus diesem ״singenden“ Bild heraus: ״gad g'dij, gad g’dij“ — ein Lied fkialiks, der aus seiner kindlichen Seele heraus der kindlichen Beseeltheit der Jungsten so manchen rührenden Text geschrieben hat. Ist es nicht, als 9-b sich die Kinder diesen Text selbst gemacht hätten? Es ist keine strahlende Jugend, die das Bild zeigt. Das Biid lügt nicht. Man könnte aus vielen Gesichtern ablesen, wie schwer es die Eltern dieser Kinder bis vor kurzem gehabt haben mögen oder wie schwer sie es noch haben. Es sind Arbeiterkinder, die hier gelehrt werden und sich üben, das Schwere ihrer Herkunft zu vergessen und das Leichte lind Freudige ihres Lebensalters zu ergreifen. Ein Bild, ein Kinderbild — nicht mehr! und doch strahlt es Geschichte aus, Geschichte eines alten Volkes und eines jungen Landes. Etwas Trapkomisches liegt über diesen! Kinder-Totale. Man sieht und fühlt nicht nur das Spiel, man wittert auch den Ernst dahinter, den die Eltern dieser Kinder erfahren haben. Ein Teil der Kinder übt Horrah. Es geht noch nicht recht. Aber es wird bald gehen. Sie werden, diese neununddreißig oder vierzig Kinder, den Tanz bald gelernt haben und aus ihrer Kindheit in die Arbeit hineintanzen, ins neue Land, in die neue Zukunft. Die FadteWräger Drei, vier Köpfe von fackeltragendcn Knaben und Mädchen. Es ist ein Chanukkah-Umzug in Tel Aviv. An hohen Stöcken lodern Flammen aus Gehäusen. Aber man sehe die drei Gesichter im Vordergrund an — zwei Knaben und ein Mädchen. Es ist Spannung, Einkehr und Andacht in diesen kindlichen Zügen. Nichts Gestelltes und nichts Gewolltes. Die Kinder tragen mehr als diese Fackeln, die man ihnen in die Hand gedrückt hat. Sie tragen eine neue Frömmigkeit, eine neue Erfülltheit. Wer, der dieses Bild betrachtet, mochte nicht, daß heute oder morgen seine eigenen Kinder mit diesen da gingen? Was da getragen wird und sich selbst trägt, das ist neualtes Judentum: Andacht und Wille! Beruhendes Leben Der Kalender gibt viele Arbcits- und Arbeiterbilder her. Daß das Land unserer Väter ein Land der zugleich schwersten und fröhlichsten Arbeit geworden ist, weiß heute jeder Jude. Aber es ist doch immer wieder neu und spannend und erregend, die Brüder und Schwestern, die Söhne und Töchter zu schon, wie sie mit harten Händen angreifen und sich von der Härte der Arbeit innerlich ergreifen lassen. Sie tun es für uns alle, für das gesamte Judentum von heute, gestern und morgen. Es wirkt immer wieder und immer noch wie eine Demonstration, wie ein Akt des Gebarens und Geborenwerdens. Aber noch näher als die herrlichen Bilder davon, die der Kalender bringt, kommen uns jene anderen, in denen das Land, trotz allem mul allem: unser Land sich in seiner beruhenden Schönheit darbietet. In der gottgeschaffenen Schönheit, von der jüdische Hände förmlich den Schleier weggezogen, die sie erlöst und zum Blühen gebracht haben. Ob Eukalyptusbäume im Sturm oder ein Steinbruch, ob Kühe und Schafe oder ein Seebild, ob Weingärten oder Chrysanthemenbeete — hier ist und wird Heimat, Schönheit und Glanz einer Heimat, die in diese Bilder ihr Unverwechselbares und Einmaliges hingegeben hat als Geschenk auch für die, welche noch fern sind. Das Lockende lind Bezwingende dieser Bilder ist von ihren Autoren wie von Gärtnern gehegt und gezeigt. Es schenkt uns die Nähe. Alles in allem . . . Man pflegt von gelungenen Photos rühmend zu sagen, daß sie wie ״gemalt“ wirken, Vor dem Bilde etwa, wo Kwuzah-Kinder das neugeborene Kälbchen bewundern, ist man versucht, dies festzusteilen. Aber es wäre eine nicht sehr glückliche Feststellung. Denn der Reiz dieser Bilder besteht, alles in allem, gerade darin, daß sie nicht ״malen“ wollen, sondern das gesamte Leben von Erez Israel dokumentarisch belegen, mit illustren Bildern das Werdende illustrieren, das aus der Entschlossenheit einer Geineinschaft hervorbricht als ein neuer Morgen und als ein neues Morgen. Das Historische und Traditionelle schlägt sich wie ein selbstverständlieber Rahmen um pralles Leben und Wirken. Was schließlich in diesem Kalender-Bildwerk besticht und ergreift, das ist die bilderreich« und bildvolle Wahrheit von Licht und Schatten, woraus, nicht bloß technisch, ein Abbild des Lebens entsteht... 11s.