Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 69 (31.8.1937)
- Date
- 1937-08-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 69, 31. VIII. 1937 Zur Frage der Kalenderreform London, 27. Aug-ust. (JTA.) Das Jüdische Komitee für Fragen der Kalenderreform, dessen Vorsitzender der Oberrabbincr von Frankreich, Israel L e v i, und dessen Exekutivvorsitzender der Oberrabbiner des Britischen Rci• dies, Oberrabbiner Dr. J. H. Hertz ist, hat folgende Erklärung veröffentlicht: Die Frage der Kalenderreform ist plötzlich zu einer Angelcgenheit von brennendem Interesse für die religiösen Juden überall in der Welt geworden. Der Vorschlag, jährlief! eine Acht-Tage-Woche ein zuschalten, was zu einem wandernden, jedes Jahr auf einen anderen Wochentag fallenden Wochentag führt, wird dem Völkerbund von dem Vcrtreter Chiles unterbreitet. Am 1. August ist endgültig beschlossen worden, diesen Antrag bei der Tagung des Völkerbundsrat es zu erörtern. Sofort nachdem dies bekannt geworden war, hat sich Oberrabbiner Hertz, der bei der Frankfurter Konferenz von 1031 zum Vorsitzenden der Exekutive des Jüdischen Komitees für Fragen der Kalenderreform gewählt wurde, mit den wichtigsten Judenheiter! der Welt, ihren Rabhinaten und Konsistorien wegen der zur Verteidigung des Schab hat zu treffenden Maßnahmen in Verbindung gesetzt. Der Chief Rabbi stellt in dauernder Fühlung mit Grand Rabbi Israel Levi und anderen religiösen!־!ihrem der Jmlenheit i!1 dieser das gesamte Judentum zutiefst betreffenden Angelegenheit. Heilpädagogischer Fortbildungskurs. Die Reichsvertretung (Abteilung Zentral wohl fahrtsstelle) und das Wohlfahrts- und ■Jugendamt der fmli>chen (lemeiiule Berlin führen ah I. Okt. den heil p;1 d a g o g i s c h c n I o r t b i i d ungskursus ftir Sozialarbeiter, Kräfte der geschlossenen und halboffenen Fur-oige, sowie für Lehrer durch, Der Kursus umfaßt vier Monate. Im Lehrplan ist die Behandlung folgender Themen vorgesehen: )*.-•vciiopnUiologie des Kindesalters; Psychopatliologic des kindlichen Schwachsinns; Fragen und Aufgaben der 1 leiIpailagogik; Praktische Heilpädagogik an Hand von Lhn/eilallen; Aufgaben und Tätigkeit der Bcratungss1 eilen; Bertifsfragen für Scbwererziehbare; Aufgaben und Arbeit des So ח der hört es; i k'üpäda gogische Arbeit an schwachsinnigen Kindern; f 11 If-sscliulll n t er rieht; Die psychischen St 5rinigen des Kiemkiiulalters und ihre Behandlung; Psychotherapie: F.rMichkcüsf'ragen und Erbgesundheitslchre; Schwererziehbare mul psvchopathischc Kinder; Die Einrichtungen der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Psychopathenfürsorge; Die Arbeit der Jugendfürsorge. Der Kursus findet in zweiständigen ,•Mvendvorlesiingen und Arbeitsgemeinschaften an zwei Ahemini der Woche im Seminar für jüdische Kindergärtnerimieii und Hortnerinnen. Rerfin-Ciruiiewald, Wangenheimer Sir. 30, statt. Die Teilnehmergebühr beträgt 4 RM. Die Bekanntgabe des genauen Lehr- und Stundenplans nach Zeit und Referenten erfolgt in nächster Zeit. Anmeldungen für die Teilnahme sind unter binseiKiting eines kurzen Berichtes über die berufliche Tätigkeit an die keichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentral-Wohlfahrtsstefle, Beriin-Cliariottenhurg, Kantstr. 158, zu richten. — Außerdem veranstaltet die Reichsvertretung gemeinsam mit dem Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde Berlin einen einjährigen A 11 s h i 1 d 11!1 g s I e h r g a n g für Anstalts erzieh er und -erzic herinnen. Der Lehrgang beginnt Anfang Januar und soll eine Ausbildung in Theorie und Praxis der jüdischen Anstaltsarbcit zur Vorhereitung für eine hauptberufliche Tätigkeit umfassen. Als .Mindestaufnahmealter gilt das vollendete 20. Lebensjahr, als Höchstaufnahniealtcr das 35. Lebensjahr. Nur in Aiisnahmefällcn kann von dieser Altersbegrenzung abgewichen werden. Voraussetzung zur Aufnahme ist ferner mindestens die mittlere Schulreife, Ausbildung in einem anderen Beruf oder Abiturienten-Exa!nen und Ausübung einer praktischen Tätigkeit. Dem Lehrgang soll eine Vorpraxis von drei Monaten in einer jüdischen Anstalt vorausgeheri. Der Aiisbiklimgslelirgang wird in Berlin abgeftalten, die Teilnehmer werden in jüdischen Anstalten während der Zeit des Lehrgangs untergehracht. Die Vorpraxis kann auch in einer Anstalt außerhalb Herüns geleistet werden. Auf hebräische Sprachkeimtnisse wird hesoliderer Wert gelegt; die Teilnehmer sollen mindestens hebräisch lesen und 81!!reiben können. Bewerbungen sind bis spätestens 15. September unter Einreichung eines Lebenslaufs, Zeugnisabschriften über Ausbildung und bisherige berufliche Tätigkeit an die Rcichsvertretimg der Juden in Deutschland, Abteilung Zeiitribw ohliahrtssteile. /n übersenden. OSE-Konferenz eröffnet Paris, 29. August. (JTA.) Die anläßlich des 25jährige11 Bestehens der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden in den osteuropäischen Ländern O.SL veranstaltete Weltkonferenz ist in Anwesenheit von 10!) Delegierten aus vielen Ländern, darunter auch den Vereinigten Staaten, Argentinien und Australien, eröffnet worden. Dun Vorsitz führt der französische Staatsmann Senator Justin Godart. Begrüßungsansprachcn hielten ein Vertreter der französischen Regierung, der europäische Direktor des Joint Distribution Committee, Dr. Bernhard Kalui, der Direktor der Hicem, James Bernstein, und der Vorsitzende der Zentrahcrwaltung des Verbandes ORT, Dr. Leo B r a!11 s o 11. Ferner wurde auf der Konferenz ein Begrüßungsschreiben von Lord Rothschild verlesen, das dieser zwei Tage vor seinem Tode abgesandt hatte. Juden iin Ungarischen Nationahheater. Unser Budapester Berichterstatter schreibt uns: Das Ungarische Nationahheater, das älteste und bis heute vornehmste Theater der Haupt- Stadt, feierte am 22. August das Jubiläum seines lOtljährigen Bestandes. Bei dieser Gelegenheit veröffentlichen die Blätter Reminiszenzen an die Eröffnung und Vergangenheit dieser Kimstanstalt. An der allgemeinen nationalen Begeisterung und Opferfreudigkeit, mit der ״die Ziegel zusammengetragen wurden“, nahm auch die ungarische judenheit teil und (las Protokoll einer Pester Komitatsversainiiilung verewigt die bedeutenden Spenden der Ofner und Poster Judenheit. Die Pester Gemeinde abonnierte drei Logen im neuen Haus. Das Theater wurde mit einen! musikalischen Prolog des ״jiiilisehen Zigeuners“, Markus R ״ z s a v r> I g y i, eröffnet, dessen künstlerische Begabung und materielles F.Icnd Petöfi bei seinem Tode verherrlichte. Auch ein hebräisches Begriiflungsgedieht sollte das Ereignis feiern. Oleich unter den ersten Künstlern finden wir Juden, so den vicibeguibten Adolf El- I e n b o g e n als Primgeiger, Chor- und Ballettdirigcnten, Josef E 11 i 11 g e r als Tenoristen, Rosa Csillag als Sangerin um! Fanny Kolm als Tänzerin. Da das Nationaltheater bis zur Eröffnung des Opernhauses (1885) auch die Oper vertrat, errang die Operiisängi'iin Sofie II o f b a 11 e r, eine Schülerin (i o I d!11 a r k s. hier ihre ersten Erfolge, wie auch die ersten Kompositionen (ioklmarks, die Königin von Saba, hier über die Szene gingen. Unter der Direktion Eduard Pa 11 1a vs wurden hier die ersten Stücke des damals nodi jüdischen Ludwig Doczi. besonders ״Der Kuß“ mit großem Erfolge aufgeführt. In seine■;! ״Gemischten Paaren“ (1889) brachte dieser die Judenfrage auf die Bühne. Einen großen Erfolg erntete das Erstlingswerk Dezsö S z o in o r y s ״Freitag Abend“ mit seiner jüdischen Stimmung, feine Reihe vorzüglicher jüdischer Schauspieler wirkte in den späteren Jahren am Nationaitliealer, so die Tragödin Sarcna F a y, die später getaufte Eleidin vieler Volksstücke, Therese Csillag, der Charakterdarsteller Oskar Her eg i, das lebenslängliche Ehrenmitglied Julius G ä I und der ebenfalls zum Ehrenmitgiied ernannte Koloman 17 ״ z s a 11 e g y i, der beste Darsteiler ungarischer Batiernfiguren, der vier Wochen, nachdem sein Scliaiispielerjiibiiäum im Tabaktempel gefeiert wurde, die Taufe nahm. Auch der bedeutendste Dramaturg des Theaters, Alexander Hevesi, war Jude, Julius (jö/on als einziger im ׳Heutigen Ensemble ist es noch, Dr. A. F. HAG ALI LOH Lichtbildstreifen des KKL aus Anlaß der Tistiiri - Aktion S698 Die aktuellsten Bilder der letzten Monate mit ausführlichem Begleitvortrag von □r. E.Mechner, Tel Aviv Daganiah —־ Hule — Unter ■ Galiläa — Ober-Galiläa (Alte Kolonien) — Meron und Safed — Klar Gileadi — Tel Cha] — Wissenschaftliche Erschließung dos Hule-Gebietes Bildbericht Hagalilah 5698 50 Bilder RM 4.— Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages durch den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W 15, Meinekestr. 10. Postscheckk. Berlin 282 47 ZIEHUNG I Aus dem Reich Aflenstein. Die Zionistische Ortsgruppe dankt ihrem langjährigen Vorsitzenden, Herrn Arno hewin, bei .seiner l'eberöedlung nach Palästina für seine eifrige Tätigkeit und sein großes Interesse für die Ortsgruppe. Dank seiner Führung und Anregung entstand eine gedeihliche Gcmein5cl1aftsarheit. Bamberg. Am 24. August trafen .-ich die Mitglieder und Freunde der Ortsgruppe. Kantor Julius Schapiro berichtete über die Eindrücke seiner PaÜKtinarcise. Binswangen. Am 15. Flui waren es hundert Jahre, seit die schöne Synagoge von dem damaligen Rabbiner Kak liimeh Gunzcnhaü'cr eim-eweiht wurde. Fs wurde nur eine religiöse Feier veranojlict. Am Vtaiahend ver-ammelt־׳ sich die Gemeinde zum gemein- .samen Lernen, wobei Feiner Neuburger, Philippdmrg, Lehrvoitnige hhit. Bei der Femebeier in der Synagoge hielt, nach einleilenden Gedingt,׳!» des Gcmeindcvor.-uande-.! lern» G r a d mann Hezi! k-uahhincs Dr. Jacob, Aug.dnng, die Festansprache. Nach dem Gotte.-dien-U. begab sieh die Gemeinde auf den Friedhof an die Grabe-statte des >!:l. Rabbiners. Hier sprach Lehrer Neuburger tiefempfundene Worte <10י Dankes. Prichscnstadt. Am 22. Augimf fand in der Synagoge anläßlich ihres 25j.'ihrigen Me.-tehens eine Feier statt. Nachdem Herr Moritz Hahn II die (Liste begnißt hatte, hielten Bczirksr abbiner Dr. Kühler und Lehrer G r ü n e b a u m Ansprachen. Geschäftsjubiläum, Die Finna Frank Unter SchweißhläMerfahrik S. H itiiui 11 11 11>cn -V (G., Frankfurt am Main, begeht am 1. Scptember das 50j;.th!igc Bestehen. Familicn-Nachrictilcn: k rau Woog. TH Aviv, r/0. Wertheim, Ben Wimda Str. 131, begeht, am 21. September den 70. GchurG'ag. Zionistische Ortsgruppe Magdeburg Am Mittwoch, 1.September, 20.30 Uhr spricht in der Synagoge Dr. Geors;Josephthal. Berlin Uber ״Jüdisches natloßaiheim oder Judenstaat“ Bericht Uher den xx. Zionisten - Kongreß Eintritt für alle Gemeindemitglieder Ein Palästina-Bericht Läszlö Faragö: ״Palestina op de Iweesprong“. — Verlag Nedcrlandsche Keurbockerij. Amsterdam 1037. ״Palästina am Scheidewege“ ist der Bericht eines ungarischen Journalisten, der Palästina zur Zeit der Unruhen besuchte. Das Buch zeichnet sich durch eine lebendige Darstellung aus und der Verfasser bemüht sich, sowohl Juden wie Araber in ihrem Leben wie in ihren politischen Zielen zu schildern. Eine Reihe von Interviews und Gesprächen werden wiedergegeben. Sowohl der Mufti wie Sehcrtok, aber auch Abdullah von Transjordanien sagen Faragö ihre Ansichten. Die Darstellung der zionistischen Führer zeigt ein gutes Einfühlungsvermögen in die psychologischen Vorbedingungen des politischen Lebens. Im großen und ganzen bringt das Buch nicht viel Neues, aber die anschauliche Darstellung und die zahlreichen gut ausgewählten Bilder geben dem Buch seinen Wert. R. L. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 31. August: Straßburg (349), 19; Febertrarning aus Salzbürg ,,Xa11bt.־ri!(iu•*‘ mit A. KipnL. — Donnerstag, 2. September! 1 ou 1 üu22.35 ,(328) ■!■י: ThraU׳!׳ ■Frp^mcnt 0 ,,1 Ion manu ר Erzählungen־‘, vu!1 Olienbach. — Freitag, •i. September: Straliburg (349), 14.30: ״La Cluin.-.on de Förtunio“, von Ol tciibach. Max Rayiner-llntermaycr sang in dieser Saison 20mal im Radio New York. Für den Herbst wurde er als Lehrer für Sologesang an die Faculty for Music J. M. H. A. verpflichtet. — In seiner Eigenschaft als Maler werden seine neuen Ai beiten in USA. in einer Ausstellung in New ■York im September gezeigt. ״dapim“ ׳דפים״/ Hebräische Lese- und Lernhefte aas hebräischen Zeitungen und Zeitschriften zusammengestellt von Dr. S. Kaleko!5 Seiten - Großes Format Punktierte und unpunktierte Texte Breis RM 0,25 zuzügl. Porto Erhältlich beim Tarbuth-Dezern.t der ZVfD, Berlin W15, Meinekatr. 10 Hauswirtscnattifcfte Schulung in Lehnitz Beginn des neuen Lehrgänge«; 1. Okt. 1TI7 Auskunft: Erholungsheim Lehnitz Lehnitz bei Oranienburg., Viktoriastraßc 19 Telefon: Oranienburg?013 Für Kinder von 4 b i s 18 Jnh ren Körperliche Ertüchtigung Nachhilfe für it. Schulen Ausbildungsmögiichtkeiten Mäßigste Preise — Devisen bewilligt Dr. med. Adele Horva! ABBAZIA / Villa Flora The English Institute MtinthattraB« 16 / Toi.: 92 19 56 Die führende englische Schule Berlins Einzel- und Zirkslunterrieht nur durch gebildete aUSl.Lehr* kräfte. Zirkel auf allen Stufen. 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