Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 68 (27.8.1937)
- Date
- 1937-08-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 t JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 27. VIII. 1937 Typische Fehler unserer Auswanderer Nachstehend veröffentlichen wir einen Aufsatz aus dem demnächst erscheinenden neuen Heft des Korrespondenzblattes ״Jüdische Auswanderung", licrausgegchen vom Hilfsverein der Juden in Deutschland. (Red.) Seit dem Beginn der jüdischen Auswanderung aus Deutschland sind über vier Jahre vergangen. In dieser Zeit haben weit mehr als 10b 000 Menschen Deutschland verlassen, um draußen eine neue Heimat;11 suchen. Mehr als ein Drittel von ihnen tand Einlall in Palästina und trat dort, beim Aufbau der jüdischen Nationalen Heimstätte, so besondere psychologische, wirtschaftliche und soziale Verhältnisse an, daß das Schicksal dieser Auswanderer — die zum großen Teil auch schon in Deutschland weltanscliaulieh und beiuflieh besonders vorgebildet worden waren — mit dem Geschick der übrigen zwei Drittel, die nach übersecischen oder europäischen Ländern gingen, kaum aut einen gemeinsamen Nenner gebracht werden kann. Auch obliegt die Betreuung der Palästinawanderung nicht dem Hilfsverein. Bei den vielen Zehntausendcn aber, die sich über alle Erdteile und eine Fülle von Ländern zerstreuten, haben sich ungeachtet aller Verschiedenheiten in den klimatischen, wirf- Schaft lieben, kulturelle!) und politischen Bedingungen dieser Einwanderiingsstaaten doch gewisse typische Ersc heinu ngen gezeigt, die auf Grund der zahllosen Aus• Wandererbriefe. Komiteeberichte und ähnlichen Dokumente, die dem Milfsverein Tag für Tag Zuströmen, eine nähere Betrachtung verdienen /11 in Nutzen unserer künftigen Auswanderer, die aus den Fehlern anderer lernen sollen. Unter diesem Gesichtspunkte werden im folgenden ge- Wisse Fehler charakterisiert, die in hohem Maße als Tür Unsere Menschen Ivpi.-ch anziispreclien sind gewiß nicht in dem Sinne, daß jeder unserer Auswanderer alle diese Fehler beginge, wohl aller so, daß fast jeder unserer Mensehen in den einen oder anderen verfallt und freilich oft genug auch in mehrere von ihnen. Hoher solche Fehler zu sprechen, ist nicht Srhulmei-terei. Vielleicht ist niemandem mehr als gerade den .Mitarbeitern des Hilfsvereins bewußt, welch eine Fülle guter Eigenschaften Fleiß, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und Intelligenz, Familiensinn und Hills- Bereitschaft - von unseren Auswanderern immer wieder bewiesen und bewährt wird, wenn sie sieh im Ausland unter schwierigen Bedingungen eine neue Existenz gründen. Von den Anstrengungen und Leistungen unserer Menschen itn Auslände zu sprechen, ist jedoch hier nicht der Ort, lind ist wohl auch jetzt nos. 11 nicht die Zeit. Von ihren Ff Hern aber zu berichten, ist nicht nur für die Nachfolgenden nützlich, sondern es mag auch in gewisser Weise denen dienen, die oft großzügige Kolonisatioiis- und Wanderung*• plane entwerfen, ohne die menschliche Natur unserer Auswandere!־ genügend zu kennen und zu berücksichtigen. 1. Eine der verhängnisvollsten Schwächen unserer Aus- Wanderer ist ihre Abneigung, sich von den großten Städten los zu 111 a e h e n und in die kleine- 1 eת Städte oder g a r aufs!. a nd zu gehe 11. Gewiß handelt es sich hier um eine Einstellung, die aus der soziologischen Struktur und bisherigen Lebensweise der Juden in Deutschland' leicht verständlich wird — um so notwendiger aber ist die bewußte willensmäßige Korrektur dieser natürliehen Neigung. Gerade weil die Berufsumschichtung für viele Tausende unserer Auswanderer aus Gründen des Alters, der körperlichen Eignung usw. nicht mehr in Frage kommt, ist eine bessere räumliche Verteilung der Einwanderer bei dem lleberwiegen kaufmännischer und intellektueller Berufe doppelt notwendig. Trotzdem ist es eine iti fast sämtlichen Einwanderiingsländern immer wieder beobachtete Erscheinung, daß die Mehrzahl der ans Deutschland eingewanderten Juden sich in den größten Städten zusammeiiballt — in Johannesbürg und Kapstadt, in Buenos Aires, in Rio de Janeiro und Säo Paulo und vor allem natürlich in New York — und schwer zu bewegen ist, auch nur in andere Großstädte, geschweige denn in kleine Städte oder Dörfer abzuwandern, selbst wenn dort die Frwerlr-möglichkciten wesentlich besser sind. Die Folgen die-es Verhaltens für die jüdische Gesamt• heit sind ernst. Denn durch das Zusammenströmen vieler Hunderte oder Tausende unserer Menschen an einem Ort ergibt sich meist die Unmöglichkeit, sie mit Hilfe der dort bestellenden jüdischen Gemeinden und Komitees alle unterztihriiigen seihst wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse de- 1.,indes bziv. der Hauptstadt noch so gut sind. Hierdurch werden die meist ohnehin allzu knappen Mittel der Komitees bis zum äußersten angespannt, während gleichzeitig auch die seelische Hilfsbereitschaft der einheimischen Juden durch das ihnen unverständliche Verhalten der Eingewanderten ungünstig beeinflußt wird. Vor allein aber druckt die ver-,׳,durfte Konkurrenz der Fingew,änderten untereinander dir 1 ohne in den Berufen, denen sie meist angehören, wesentlich herab, und alle diese Verhältnisse tragen zusammen dazu bei, daß sich auch die Stimmung der einheimischen Bevölkerung und der Regierung gegen die jikli-ehe Einwanderung verschlechtert. Aus diesen Gründen muß von mi-eren Aiimvanderem nachdrücklich gefordert werden, daß -1e -ich innerlich bereit machen, auch in initt- Icren oder kleineren Ortschaften zu leben und, statt die größten Gemeinden womöglich noch mehr zu überlaufen, neue Gemeinden zn gründen oder kleineren durch ihre Tatkraft einen neuen Aufschwung zu geben. Unsere Menschen müssen sich vor Augen halten, daß auch viele der heute blühendsten jüdischen Gemeinden in Uebersee von einigen wenigen Pioniernaturen gegründet worden sind, die vor Jahrzehnten, und oft unter sehr viel schwierigeren Verhälttnissen ab den heutigen, den Mut hatten, sich von der großen Masse loszureißen, voranzugehen und anderen neue Wege zu bahnen, 2. Mit der geschilderten Neigung unserer Auswanderer, dorthin zu gehen, wo schon möglichst viele Juden aus Deutschland leben, und sich in ihrem Kreis aufzuhalten, steht ein anderer Kardinalfehler unserer Menschen im Zusammenhang. ihre mangelnde Energie bei der Er- Innung der Landessprache. Freilich zeigt sich dieser Felder auch schon in hohem Maße bei der Vorbercitung der Auswanderung in Deutschland selbst- Viele Tausende unserer Menschen, denen innerlich längst klar ist, daß sie über kurz oder lang auswanderri müssen, ja die oft auch schon alle notwendigen wirtschaftlichen Vorbereitungen getroffen haben, halten die Erlernung der künftigen Landessprache für eine ״spätere Sorge“. Viele verlassen sich darauf, daß man Sprachen ja eigentlich doch erst im Lande selbst richtig lerne, und fangen deshalb in Deutschland erst gar nicht damit an — ein verhängnisvoller Irrtum, da_ es jeden Einwanderer wohl ausnahmslos schwere wirtschaftliche Opfer kostet, wenn er ohne Kenntnis der Umgangssprache im neuen Lande an kommt. Daß insbesondere bei kautmännisehen und intellektuellen Berufen die Beherrschung der Sprache die grundlegende Vorbedingung für fast jede Art von Erwerbstätigkeit bildet, liegt auf der Hand. Aber selbst bei bäuerlichen oder handwerklichen Berufen bedeutet die Unkenntnis der Landessprache ein schweres Hemmnis, eine sichere Beeinträchtigung der Verdienstmöglichkeiten. Und vom rein Wirtschaftlichen abgesehenist die Vertrautheit mit der Landessprache die Voraussetzung für jeden näheren gesellschaftlichen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung. Wer die Sprache des Landes nicht lernt, verurteilt sieh selbst dazu, mit seinen Schicksalsgenossen in einem Ghetto zu leben — abgeschlossen von dem pulsierenden Leben um ihn. Auch in der Sprachenfrage deckt sich das wohlverstandene Interesse des Einzelnen mit dem der jüdischen Gesamtheit und dem des Einwandenmgslandcs. Die An- Wesenheit von Tausenden von Fremden, die sich der Landesspräche gar nicht oder nur dürftig bedienen können, schafft überall Animosität gegen diese — eine Stimmung, die sich in dem Maße verschärft, in dem sich die Einwanderer an bestimmten Orten und in bestimmten Berufen konzentrieren. den Mantel oder Anzug üjDwia •ut dtm gr08»n jüd. 8p0zfalg«sch8ft FRANKFURT A.M, Hindenbürgplatz 12 0#־g®nOh*F dem Hauptbahrthof Daß die einheimischen Juden — die in fast allen Ländern den Ankömmlingen aus Deutschland unter großen eigenen Opfern helfen — eine derartige Entwicklung oft mit größter Sorge betrachten, ist ohne weiteres verständlich. Aus alledem ergibt sich für den Auswanderer die Not- Wendigkeit, rechtzeitig, d. h. möglichst lange vor der tatsächlichen Uebersicdlung, mit der Erlernung der künftigen Landessprache Ernst zu machen. Niemand soll sich einbilden, er sei besonders begabt und brauche nicht tüchtig zu arbeiten. Wer nicht mindestens ein halbes Jahr vor der Auswanderung eifrig zu lernen beginnt, wird bei der Ankunft im neuen Lande nicht einmal die Grundlagen der Sprache einigermaßen beherrschen. Außerdem besteht aber für den, der erst im Lande selbst die Sprache sozusagen nach dem Gehör zu lernen beginnt, die große Gefahr, daß er zwar bald sich verständigen, aber niemals richtig, d. h. den grammatikalischen Regeln gemäß, wie ein gebildeter Mensch zu sprechen lernt. — Auch ist es ein großer Irrtum anzunehmen, die wichtigste Weltspräche, Englisch, sei ״besonders leicht“. Die schwierige Aussprache und der unerschöpfliche Wortschatz machen die vollständige Beherrschung des Englischen seihst bei größter Begabung und Ausdauer für den Einwanderer in den ersten Jahren fast unmöglich. Doch wird glücklicherweise im allgemeinen schon die ernste Bemühung um die Beherrschung des Englischen und die Fähigkeit, sich einfach, aber richtig auszudrücken, von den Einheimischen gern anerkannt und bringt wirtschaftlich, wie vor allem auch sozial, große Vorteile mit sich. Wer aber wirklich eine Sprache gründlich lernt, der findet, über alle äußeren Vorteile hinaus, in ihr — in ihren Sprachbildern und Sprichwörtern, in ihrer Volkspoesie und den Werken der großen Dichter — den sichersten Weg Einbürgerung in Holland Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 24. August Dem vorläufigen Bericht der Zweiten Kammer über die laufenden Einliürgerungs-Gcsetzesanträge (in Holland wird die Einbürgerung durch ordentliches Gesetz vollzogen) ist zu entnehmen, daß innerhalb eines Zeitraumes von noch nicht zwei Monaten 57 Gesetzesentwürfe zur Einbürgerung von mehr als 1100 Personen (zu denen noch die mifeinzunürgernden Familienmitglieder kommen) bei der Zweiten Kammer eingegangen sind. Diese Tatsache hat all• gemeine Aufmerksamkeit erregt. Verschiedene Abgeordnete gaben ihrer Genugtuung Ausdruck darüber, daß die Regierung offenbar darauf bedacht gewesen ist, den Rückstand in der Erledigung von Einhürgerungsantrngen zu einem nicht unerheblichen Teile einzuholen. Sie sprachen die bestimmte Erwartung aus, daß die Regierung das Entstehen neuer Rückstände zu vermeiden wissen werde. Von verschiedenen Seiten wurde nach den Gründen gefragt, welche zu dem fast gleichzeitigen Eingang einer so großen Zahl von Einbürgerungsanträgen geführt haben. Einige Abgeordnete waren der Meinung, daß das Einreichen einer so großen Zahl von Einbürgerungs-Gesetzesanträgen die Kammer vor eine sehr ernste Frage stellt. Sie meinten, daß die niederländische Staatsangehörigkeit nicht an solche Personen verliehen werden sollte, deren Aufnahme in das niederländische Volk die Uneinigkeit vergroßem würde. Allein die Norm der Geistes- und Stammes- Verwandtschaft sei hier ausschlaggebend. In diesem Zusammenhange gaben sie zu erkennen, daß der Antisemitisrnus im Volke im Anwachsen sei. Sie erachteten es nicht für wünschenswert, daß immer mehr Juden von außen in die niederländische Volksgemeinschaft aufgenommen würden. Sie fragten, wieviel Juden unter den in diesen Gesetzentwürfen genannten Personen vorkämen. Verschiedene andere Kammermitglieder erklärten, nicht einsehen zu können, daß Einbürgerung von Juden die Uneinigkeit im holländischen Volke fördern würde. Von einem wachsenden Antisemitismus ist nach ihrer Meinung keine Rede. Was die Frage nach der Anzahl der Juden unter den jetzt einzubürgernden Personen betrifft, so brauche die Regierung diese nicht zu beantworten. Den Unterschied zwisehen Juden und anderen kenne weder das niederländische Gesetz noch die niederländische Gesellschaft, und alles, was zur Entstellung eines solchen Unterschiedes Anlaß geben könnte, sollte vermieden werden. Einige Abgeordnete erinnerten daran, daß die Stellung der Staatenlosen bereits wiederholt den Gegenstand von Verhandlungen gebildet habe. Von verschiedenen Seiten wurde darauf gedrungen, denjenigen Personen, die schon sehr lange 1'n Holland ansässig zum Verständnis des Denkens und Fuhlens, der Kultur und Eigenart der Bevölkerung, in deren Mitte er fortan leben soll, 3. Ist die Erlernung der neuen Landessprache da«■ sichtbarste äußere Kennzeichen für den Willen zur Anpassung an neue Verhältnisse, so bestellt ein anderer, allzu häufig begangener Fehler unserer Auswanderer in der mangelnden Bereitschaft, sich auch innerlich dem neuen Lande an zupassen und nicht stets und ständig jenen Maßstab des Althergebrachten, in Deutschland Gewohnten, an alles anzulegen, der seinen charakteristischsten Ausdruck in den beiden Worten findet: ״Bei uns In allen Einwanderung«• ländern ist viel böses Blut dadurch geschaffen worden, daß unsere Menschen, statt in erster Reihe sich als Ler• nende und Empfangende zu fühlen, als die überlegenen Lehrmeister aufgetreten sind und an andere, oft noch halb koloniale Länder die zivilisatorischen Maßstäbe etwa des Berliner Westens anlegen wollten. Muß man wirklich betonen, daß uns niemand iti diese Länder gerufen hat, damit wir dorthin die allerletzten Errungenschaften der Kultur brachten, sondern daß inan uns, oft genug noch während der Weltwirtschaftskrise und trotz einheimischer Arbeitslosigkeit, dankenswerterweise hineingelassen hat? Und muß man noch ausdrücklich sagen, daß in anderen Ländern die uns aus Deutschland gewohnten Kulturformen aus mancherlei Gründen durchaus unzweckmäßig sein können? Wer sich im neuen Lande jahrelang bewährt, wer beruflich und persönlich den Respekt seiner Mitbürger errungen hat, wird vielleicht auch das Recht erhalten, etwa wirklich vorhandene Mißstände zu bessern — was freilich immer eine langsame und zähe Arbeit voraussetzf. Aber ohne Verständnis der gegebenen Verhältnisse, ohne Einfühlung in die Seele und die Sitten des Volkes fremde Maßstäbe anzulegen, kann nur verlet2en, ohne irgendwie zu bessern. 4. Ist so im Aeußeren und im Inneren die Bereitschaft, zu lernen und sich anzupassen, dringend notwendig, so muß andererseits auf das dringendste gewarnt werden, in das andere Extrem zu verfalNi, d. h. sich aufzugeben und seine Vergangenheit zu verleugnen. Weder unsere Zugehörigkeit zum Judentum noch unsere Herkunft aus Deutschland sind etwas, dessen wir uns auch nur im entterntesten zu schämen hätten. Ja, von der Frage der inneren Würde und Aufrichtigkeit ganz abgesehen, wird jedes Verbergen-Wollen, jede unechte Anbiederung an fremde Sitten nur Mißtrauen hervorrufen. Wer kann jemanden achten, der sich selbst und seine Eltern nicht achtet, wer soll jemandem trauen, der seine Herkunft verheimlicht? Es ist sicherlieh kein typischer Fehler im Sinne der obengenannten, aber doch ein nicht ganz selten vorkommender Fehler unserer Auswanderer, daß sie selbst in Ländern wie Südafrika, deren einheimische Juden eine stolze und bewußte Gemeinschaft bilden, ihre eigene Zugehörigkeit zum Judentum schamhaft verheimlicht haben —, mit dem Erfolg, daß sie weder bei den Andersgläubigen noch bei den Juden irgendeinen Halt und irgendein Wohlwollen fanden. Gerade in angelsächsischen Ländern, deren Bevölkerungsmehrheit selbst mit großem Stolz an ihren Traditionen festhiilt, achtet man mit Recht nur den, der seine Herkunft und seine eigenen Traditionen ehrt. Dort weiß man auch, daß im allgemeinen der Mensch, der am Glauben seiner Väter und an seiner Gemeinde einen festen Half hat, auch als Mitbürger zuverlässiger und wertvoller ist als der Vereinzelte, der selbst nicht weiß oder wissen will, wohin er gehört. Und da gerade die jüdische Religion in unserer tausendjährigen Geschichte immer wieder die Kraft bewiesen hat, dem Einzelnen auf und nach allen Wanderungen den inneren Halt zu geben, der ihn befähigt, sich anzupassen und sich doch zu bewahren, — so wäre von allen . Fehlern, die der jüdische Auswanderer begehen kann, die״ Verleugnung seines Judentums wohl der schwerste. sind und nur mit Rücksicht auf die Kosten noch nicht die niederländische Staatsangehörigkeit erworben haben, den Erwerb der Staatsangehörigkeit gegen geringe Kosten möglich zu machen. Unter den Juristen, die an der Haager Akademie für Internationales Recht Vorlesungen halten, befinden sich auch zwei Mitglieder der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes. Es ist der Vizepräsident der Mandatskommission, William E. Rappard, der über den Wirtschaftliehen Nationalismus und den Völkerbund spricht, und das holländische Mitglied der Kommission, Baron F. M. van Asbeck, der über das Statut der Ausländer in den Kolonien eine Vorlesung hielt. Weltkongreß der polnischen Juden Antwerpen, 23. August. (JTA.) In Anwesenheit von Delegierten aus vielen Ländern Europas, Nord- und Südamerikas und aus Südafrika tagt in Antwerpen der Kon« g־reß des Welt verband es der polnischen J U - den im Auslande. Die Eröffnungsansprache hielt der Vorsitzende des Verbandes der polnischen Juden in Belgien, Z, Lieber. Die Erzbischöfe von Cantcrbury und York und der Bischof von Durham, sowie zahlreiche führende englische Politiker haben an den Kongreß Begrüßungs- und Sympathiekundgebungen gerichtet. Nach einem zusammenfassenden Referat des Präsidenten des Weltverbandes, Benjamin Winter (New York), sprachen B.. Groß köpf (Tel Aviv) über die Arbeit des Verbandes //eMjnOHH UoffmüHH Herren- und Damen-Ausstattunffen Berlin SW, Friedrichstraße 50-51 der polnischen Juden in Palästina, Abraham Kandel (New York) über die Lage der polnischen Juden in Amerika und Dr. Taubes (Amsterdam) über die Lage der polnischen Juden in Westeuropa. Eine Gedenkrede für Nahuin Sokolow, den ersten Präsidenten des Weltverbandes, hielt Z. Tygel (New York). In der Nachmittagssitzung erstattete N. Neuren« berger einen Bericht über die Arbeit des Weltverbandes in den letzten zwei Jahren, Jerusalemski (Antwerpen) behandelte die organisatorischen Aufgaben des Weltverbandes, S. Weiß (Tel Aviv) seine nächsten Ziele. Z. Tygel sprach über Existenzfragen der Judenheit in Polen, Z. Leiber über ihre Rechtslage und Dr. Taubes über ihre soziale und wirtschaftliche Situation. 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