Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 66 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 20. VIII. 1937 Schach Bearbeitet von J. Mieses Briefe an die Redaktion Wiederum sind wir in der erfreulichen Lage, unseren Problemfreunden iwci wertvolle Originalbciträge des Berliner Problemkünstlers Paul Ro.enblatt darzubieien. Aufgabe Nr. 21 .Von Paul Rosenblatt in Berlin Matt in zwei Zügen Ein Zweirüger mit schönem EinleitJmgszug und abwechslungsreidien Mamvenclungen. Aufgabe Nr. 22 Von Paul Rosenblatt in Berlin Matt in zwei Zügen Auch geübte Problemfreunde werden diesen, sehr geschickt aufgebauten Zwciziiger nicht so ohne weiteres lösen. Vom Internationalen Stockholmer Schachkongreß Unser Stockholmer H. R .-Mitarbeiter schreibt um: Unter vielen anderen Fahnen weht auch die!ו i n 1! w e i tS e mit dem Davidsfem vor dem Siocklmlmer OrarHi-lin!d, wo da«? diesjährige Internationale Scharfenrnior stattiinde׳. i';d;1e:na wir«! von der Tel Avivor Meisterin Fr!. Mav Kar!)' verfreon. Sie konnte ausgezeichnete Erfolge erringen. Weitere |ü1]i־.rhe Teil nehmer sind u. a. aas Amerika: S. Redicw-kv, R. Fine, j. Kak!:.].in, ). Ilorowitx. Ungarn: A. Lilienthal, K. Szabo, K, Steiner, KL. Hava.־?i. Polen: Dr. S. Tariakover, M. Nkijclon, P. FmJman und j. Appel, Beim Pa inen •Turnier u.a. die Polin Ilcrmanova sowie die Oesterreiehcrin Salome Reicher, Die Schlut'rt -u!ta!e ergaben einen 1. Steg Amerikas (Reshevskv gewann ״uberdeiu noch das Büu-Turnier) mit 54 Zähler; an 2. Stelle Ungarn mi! 48t! Zahler. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 20. August: Prag (470), allabendlich 18.40: Berichte «her Heil Keiie.-.-io Gcihulo in Maiienbad. — Sonnabend, 21. August: Straf.bürg (349). 21: l'citei t!,:gitng aus dem Kursaal von Ostende: Kontert unter Mltw. von K. . .1 ־ Tauber. — Sonntag, 22. August: Prag (470), 17.35: ״Das Kamel geht durch das Nadelöhr“, Lustspiel von F. Langer. Bar Mizwah-Termine Am 21. August (14. Elul): Gerd Hertz, Sohn von Albert Hertz, Coesfeld (Westfalen). — Ara 28. August (21. Elul): Max Freimann, Sohn von L. Frcimann, Mitterteich (Bayer. Ostmark), Hinüenburgstraße 21, BRAUNSCKWilO Kr88,״i.rot־Ärgh.r DP. HANS GAPELL Der JOdischB Staat Ende einer Jllusion oder neuer Anfang? Umstrittene Details Jerusalem, Heu 12. August 1937 Dr. Elias Auerbach aus Haifa hat in Ihrer Kummer vom 30. Juli sich scharf ablehnend zur Teilung geäußert. Nun gibt es zwar eine Reihe wichtiger Gründe gegen die Teilung, jedoch muß trotzdem gegen die apodiktische Art, mit der Dr. Auerbach seine Argumente gegen die Teilung entwickelt, Stellung genommen werden: 1. Die *Kiffern, die Dr. Auerbach anführt, sind leider alles andere als fundiert. Es geht zuiüiciisf nicht an, die Ziffer von 225 000, die im Berieht der Royal Commission als arabische Dorfbevölkerung des vorgeschlagenen Judenstaates getiannt wurde, damit abzutun. daß diese Ziffer sich vermutlich avtf die Zählung von 1931 gründet. Ein gewisses Maß von Umsicht sollte man den Verfassern eines solchen Dokuments in solch entscheidenden Punkten Zutrauen. Tatsächlich stimmt diese Ziffer fiir die arabische Landbevölke• rurig ungefähr mit dem Ergehnis neuester Berechnungen überein. Sowohl unter Einschluß der jüdischen Bevölkerung der vorläufig unter Uebcrgangsregime stehender! Städte als auch bei Eliminierung der Eiiuvohnetzahl dieser Städte ist in jedem Fall für den neuen Staat eine klare jüdische Mehrheit vorhanden. Diese Mehrheit wird — und diese Entwicklung wird anscheinend von der Kommission als M’lUstverstümlliche Folge der Neuordnung vorausgesetzt — in 1:0־ z.f .re: Zeit durch eine intensive jüdische •Einwanderung verstärkt und im Laufe absehbarer Zeit zu einer durch arabischen Bevölkerungszuwachs nicht mehr zu erschütternden Mehrheit werden. 2. Die Frage der Beziehungen zwischen Juden und Arabern kn neugeplanten Staat ist Zweifellos ein besonders kompliziertes Problem. Immerhin sieht die Kommission in vollem Bewußt• sein der vorhandenen Schwiciigkeiten die Alternative der frei willigen oder obligatorischen Aus- Siedlung vor. Die Unterschiede der Situation in Palästina gegenüber der im Falle des griechbeh-türkischen Bevölkerung*• austausches sind evident und werden auch von der Kommission kurz erwähnt, obwohl diese Lintersciiieile in anderer Hinsicht die Lösung des Problems in Palästina eher in günstigerem Licht erscheinen lassen. Ohne Zweifel bleibt die Frage der Aussiedlung eine der Aufgaben, an der beste englisch-zionistische StaaLsktmst sich bcwiihrcn muß. Das rechtfertigt aber in diesem Augenblick noch nicht die Behauptung, daß die Araber niemals auf solche Ideen eingchen werden. 3. Am wenigsten glücklich erscheinen die Aeußemngen Auerfrachs über die B e v ö 1 k e - ritngsd ich te. Mit Ziffern über die Bevölkerungsdichte läßt sich alles und gar nichts beweisen. Die Bevölkerungsdichte in Aegypten, einem Nachbarland Palästinas, beträgt — bei vollster Ausnützung des bewässerbaren Bodens — 460 Einwohi.et pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung lebt zwar zum großen Teil auf einem außerordentlieh niedrigen Lebensniveau; daneben haben jedoch Tausende von Besitzenden in den Städten Mühe, ihre riesigen Revenuen aulzuzehren. Länder wie Belgien, England und Wales Holland und eine Reihe überseeischer Gebiete haben eine Beviilkerungsdichte von über 200, ohne daß sich allein auf Grund dieser Zilfern weite:gellende Schlüsse über Fntwickhingsrnöglichkeiten aufstellen ließen. In dieser Hinsicht sind die Gutachten, die vor dem Kriege über die Aufnahmefähigkeit Palästinas abgegeben wurden und auf Grund von Vergleichen der Bevölkerungsdichte zu sehr negativen Urteilen kamen, recht lehrreich. Für die Bemessung der Möglichkeiten allein in der Küstenclvenc diene als Hinweis, daß auf den arabischen Ländereien zur Zeit rund 17 Dunam auf eine Person kommen, d .h. etwa die Fläche, die in der Kiistenelxrn« auf bcwässerbarem Boden als Grundläge der Ansiedlung einer jüdischcn Familie angesehen wird. 4. Was schließlich die Frage der Grenzen betrifft, so ist die Warnung vor einer Festlegting auf den vorgeschlagenen geringen Umfang des geplanten Ju«ienstaa!es, gegen die es später keine Berufung geben dürfe, gewiß von Gewicht, Immerhin laßt sich auch dagegen eimvenden, daß eine solche Festlegung nicht unbedingt als eine Kristallisierung der Entwicklungsmögliclilmten für alle Zeiten be* trachtet werden müsse. Was zunächst die von Auerbach so betonte Unveränderlichkeit de! Grenzen betrifft, so muß Hemgegenüber darauf hingewiesen werden, daß die Weit vielleicht keine Periode kannte, in der Grenzen sich so elastisch erwiesen, als in dem «eit Beginn des Jahrhunderts verflossenen Zeitraum, insbesondere im Gebiet der Levante. Schließlich läßt sich auch denken, daß die arabischen Nachbarländer nach Eintreten einer Pazifizierung gegen Zugeständnisse auf ander«» Gebieten einer Ausdehnung der jüdischen Siedlung auf ihrem Territorium zustimmon würden. Hinsichtlich Jerusalems ist bekanntgeworden, daß der F.in- Schluß zumindest des neuen Jeruäak'in, das über 90 0/0 der jüdischcn Bevölkerung der Sthdt enthält, in das Gebiet des jUdtsehen Staates eine conditio sine qua non der jüdischen Zustimrniing zur Teilung darstellt. 1)4mit entfallen also die darauf bezüglichen Bemerkungen Auerbachs. Um es zu wiederholen: Gegen die Teilung lassen sich Bedenken schwerwiegender Art erheben und, um sie abzuweisen, bedarf es .schon besonders nachdriicklieber Argumente, die die Gefahren der Ablehnung überzeugern! dartun; aber das, was von Dr. Auerbach gegen die Teilung vorgebracht wurde, kann nicht als eine glückliche Vertretung der gegen die Teilung gerichteteil Haltung angesehen werden. Mit vorzüglicher Hochachtung B.A. Ein hebräisches Lesebuch Dan und Gad, zweiter Teil. Hebräisches Lesebuch von W. N e i e r. —• Verlag Siegfried Seitdem, Berlin. Zur Freude aller, die vor einem Jahr den hebräischen Unterricht bei den Kleinen mit Nciers Fibel ״Dan und Gad“ begonnen haben, ist jetzt ihre Fortsetzung, ״Dan und Gad“ II. Teil, erschienen. Es ist ein Lesebuch für das 2. und 3. Jahr des Hebräisch-Lemens und will in kindertümlicher Weise den Uebergang zur Lektüre des T'nach darbieten. Das Lesebuch besteht aus drei Teilen. Die ersten 30 Seiten enthalten ganz leichte Erzählungen profanen lnhalts, in denen unsere alten Freunde Dan und Oad mit ihren Kameraden die Hauptrolle spielen. Doch wie sie selbst merklich gewachsen sind, hat sich auch ihr Interessenkrcis wesentlich erweitert; Spiele und Tiere, Haus und Schule, die heimatliche Umgebung und Erez Israel — all diese Themen sind in Geschichten, Liedern und vielen hübschen Bildern behandelt und dargestellt. Der zweite Teil ist unseren Feiertagen gewidmet. Zu jedem der Feste gibt es mehrere Erzählungen, Lieder, Spiele, Rätsel oder Stücke aus dem Ssiddur oder!׳nach, so daß man sowohl im ersten wie im zweiten Jahr der Benutzung des Lesehuchs eine reiche Auswahl geeigneter Festtagsstoffe vorfindet. Der dritte Teil schließlich, der fiir das dritte Lernjahr gedacht ist, enthält die Erzählungen des ersten Buches Mose von der Weltschöpfung bis zu Abrahams Tod. Alle wesentliehen Erzählungen sind aufgenommen worden. Kürrungen wurden sehr sparsam und vorsichtig ausgeführt, die T’nach- Sprache unverändert übernommen. Und doch stellt die Darbietung der Thora-Stücke int Lesebuch dem Original gjegenüber eine große Erleichterung dar: Die langen Kapitel sind in eine Anzahl kleiner Erzählungen aufgeteilt, von denen jede ihre Ueberschrift und viele geeignete Illustrationen haben. Durch Anwendung der aus der deutschen Schrift bekannten Interpunktionszeichen wird das Lesen und Verstehen des Textes wesentlich erleichtert. Das Buch enthalt auch einige Proben der hebräischen Kursivschrift als Muster und Anregung. S. Sch. Nur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die jüdisch oder jüdischer Abstammung sind AN G t BOTE Suche ftteHlgtnt«, gewissenhafte jQd.MltsreeRerin, litt (Mhr guten Kenntnissen in Stenographie, Ir «•In AnwattfbQro in mlHpld<»ut:1r>1pr 3ro6*t*dt, Falls erwünscht, wird Familien- «n»<hlaS und Pension geboten. Offert, unt, T8 •d die Ans.־• Abt. d.Jüd. 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