Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1937)
- Date
- 1937-08-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Preisausschreiben für die Jüdische Winterhilfe 1937/38 Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland als zentrale Trägerin der Jüdischen Winterhilfe fordert die jüdisehen Künstler und die an der jüdischen Sozialarbeit interessierten Mitglieder der jüdischen Gemeinden zur Teilnahme an einem Preisausschreiben aut, dessen Ergebnisse der Werbung für die Jüdische Winterhilfe dienen sollen. Das Preisausschreiben gliedert sich in folgende Gruppen: Gmppe A: Pn’i-aus.fhrciben für bildliche Werbung. Verlangt werden gr.1|.!nVh!‘, zeii'lineiLehe oder phoingraphisrhe Entwürfe, die in A1>-iiihr111!g und Ideengehjlt dem Sinn der Jüdischen Winterhilfc Rechnung tragen und zur Veiöitentlieliung in der jüdischen Presse geeignet sind. Gruppe Ft: l’rchaiiwhi'cüxMi für textliche Werbung in der Presse, in Vcron-!;ilmtigm und dem einzelnen Spender gegenüber (Schlag- Zeilen, Merkeiu ILhc u 1. j, Gruppe C: Ideenwesitrevvcib zur Gewinnung von Anregungen, die sowohl für die allgemeine ab auch für die individuelle Werbung geeignet sind. Die Werbung, die u. a. an vorhandenes jüdisches Schriftgut und an jüdische Symbole anktitipfen kann, soll auch bei etwaiger fleiiuizttng humoristischer Mittel stets dem sozialen Gehalt und der Würde der mit der Jüdischen Winterhilfe gestellten Aufgabe entsprechen. Die Verwendung von Formein und Symbolen ries Winterhilfswerks des Deutschen Volkes ist!1 i c 111 zulässig. Für die drei Gruppen A, B und C des Preisausschreibens sind jeweiis drei Preise ansgeset/.t: Griropr \: Gruppe It: Gruppe! : 1. P.rL KM. 3״o.- KM. 2VP- KM. 120..- 2. Preis KM. 200.— KM. 100.— KM. 80.— 3. Preis KM. 100.— KM. 50.— KM. 40.— Der volle erste, zweite und dritte Preis der Gruppen A und B wird zuerkannt für eine Entwurfsrcihe für die allgemeine Werbung oder für die Werbung für eine der hesonderen Speiulenaiten (monatliche Geldspenden, Eintopfspenden ork•!׳ I,t'un11spe1ulen), die für jeden der sechs Winterhilfsmnna! e eine wechselnde Werbung vorsieht. Teilpreise werden dann /!!erkannt, wenn nicht eilte volle Entwurfsreihe, sondern nur eiii/ebie Entwürfe preisgekrönt werden. — Ankaut nicht preisgekrönter Entwürfe bleibt Vorbehalten. Die Prüfung der Entwürfe und die Entscheidung über die Zuteilung der Preise erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges durch die Reiehsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zent rni wohl fahrtsstelle, in Gemeinschaft mit nach ihrem E!messen hin/ugc/ogetien künstlerischen Sachverständigen, Werhefnchleuien und Persönlichkeiten aus den jüdischen Organisatio neu. Die preisgekrönten Entwürfe bleiben Eigentum der Zenfrahvohlfahrlsstelle der Juden in Deutschland, die damit das Recht der Veröffentlichung und Vervielfältigung erwirbt. Die Entwürfe sind mit dem Buchstaben der itt Frage kommenden Gruppe des Preisausschreibens und mit einem vom Ein- Sender zu bestimmenden Kennwort zu versehen. Name und Anschrift des Einsenders ist mit dem Kennwort zusammen in einem besonderen verschlossenen Briefumschlag einzusenden. Letzter Termin der Einsendungen ist der 1. Scpfernher F)37. Die Anschrift für alle Einsendungen lautet: Reiehsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle (Jüdische Winterhilfe), ßcrlin-Chariottcnburg 2, Kantstraßc 15$. Die Preisträger werden bis zum 15. Septemher 1037 von der Zentralwohlfahrtsstelle durch Briet bcnachrichtigt. _ Die Ernestine-Eschelbacher-Stiftung hat in diesem Sommer zum nennten Male Beihilfen zur Ausbildung von Mädchen und Frauen gegeben. Diese Zuschüsse sollen Erleichterung und Förderung sein auf dein Wege zur Erwcrbsfäliigkeit auf der Grundlage gelernter Arbeit. Die Freunde der Stiftung und alle die, welche zur Herbeiführung dieses Zweckes beitragen wollen, seien auf die Adresse des Schatzmeisters hingewiesen: Direktor Benario, Charlottenhurg, Bismarck- Straße ln'2 (Postscheck-Konto: Berlin 7000, Deutsche Effekten- und Wechsel-Bank, Berlin WS). Danksagung. Zahlreiche Gesinnungsgenossen in Erez Israel mul vielen Ländern der Golah haben den Abschluß des vierten Jahr/olmts meiner zionistischen Beamtenlaufbahn zum Anlaß genommen, um mir ihre Glückwünsche ausziidnickcn. I:s erfüllt mich mit Freude, daß meine langjährige, bescheidene Arbeit für unsere große Sache imstande war, soviele Freu title in allen Kreisen des Zionismus zu finden. Gern hatte ich jedem einzeln gedankt, da es mir aber beim besten Willen nicht möglich ist, hoffe ich, daß diese allgemeine Danksagung von allen zur Kenntnis genommen werden wird, die in so herzlicher Weise an mich gedacht haben. Adolf Pollak Ankündigungen aus dem Reich Breslau: Hebräische Sprachschule. Beginn des Unterrichts am 9. August, Wallstr. 9, Zimmer 5 und 7, und Wallstr. 14, Zimmer 4. Für Fortgeschrittene besondere Kurse in Bibel, Agada, Grammatik, mittelalterlicher und neuer Literatur. Neue Antangerkurse für Jugendliehe und Erwachsene. Besprechung für die Anfänger kurse: für Jugendliche am 11. August, für Erwachsene am 12. August, 18 Uhr, Wallstr. 14. Außerdem wird ein Kursus für Auswanderer eingerichtot, die in Palästina einen geistigen Beruf ergreifen. Sie sollen die Möglichkeit erb,alten, diesen Beruf in hebräischer Sprache au.ruüben. Vorkenntnisse erforderlich. Auskunft und Anmeldungen Montag bis Donnerstag, 19 bis 19.15 Uhr, und Mittwoch, 18—19 Uhr. Wallstr. 14, Zimmer 4, und telephonisch Montag und Mittwoch, 11 bis 12 Uhr, unter Nr. 85 496. Familien-Nachrichten Frau Natalie Berg, Samotschin, jetzt, bei Obeikanfor NT. Heiniann, Augsburg, Haklerstr. 8, begeht am 12. August den 80. Geburtstag. Herr Jakob Lcvi und Frau JettcUen, geh. Cohn, Otzenrath, begehen am 10. August die goldene Hochzeit. Frau Männchen R ü 1 f, geh. Kahn, Bebra (Bezirk Kassel), Fichte- Straße 1, begeht am 8. August den 60. Geburtstag. Bar Mizwah -Termine Am 14. August (7. Eiul): Kurt Ge rille, Sohn von Leo Gevstle, Frankfurt am Main, Bürger.xtr. 19. — Manfred Star er, Sohn von Simon Starer, Erfurt, Andrea sstr. 9. Das Minderheitenstatut des Sandschak. Unser Pariser K - Berichterstatter schreibt: Es werden jetzt Einzelheiten über die Regelung des Minderheitenstatutes im Sandschak von Alexandrette, das von einer gemischten Völkcrbundskommission ausgearbeitet wird, bekannt. Das Minderheitenstatut des Sandschak paßt sich im wesentlichen dem Minderheitenschutz an, der im Rahmen der Friedensvertrage verankert wurde. Das Sandschak-Statut trägt den enttäuschenden Erfahrungen der Nachkriegszeit hinsichtlich des Minderheitenschutzes Rechnung und bemüht sich, die Minoritätsgarantien möglichst präzis und eindeutig zu fassen. Den Bcvölkerungsminoritäten des Sandschak werden proportionclle Vertretungen im Sandschakparlament gesichert, und zwar ist die Minimalzahl der Vertreter der nationalen Minorität festgelegt. Es ist gleichfalls eine proportiortelle Beschäftigung der Minderheiten im Verwaltungsdienst garantiert. Als Amtssprachen sind Arabisch und Türkisch anerkannt, die beide voll gleichwertig sind. Die Modalitäten des Sprachgebrauches sind genau festgelegt. Dem kulturellen Leben der Minoritäten ist ungehinderte Entwicklung gesichert. Der Schutz der Sandschakminoritäten ist dem Völkerbund unterstellt, doch hat sich die Kommission diesmal bemüht, dieser Kontrolle eine möglichst wirkungsvolle Form zu geben. Die bisher zuständigen Dreierausschüsse werden im Sandschak durch ■einen Völkerbundskommissar für die Minoritäten ersetzt. Dieser ist viel eher als ein Ausschuß, in dem die Interessenten mit vertreten sind, in der Lage, die Minoritätenfragen dauernd und objektiv zu überwachen. Etwaige Beschwerden der Minoritäten leitet der Völkerbundskommissar als erste Instanz an die zweite Instanz, den Völkerbundsrat, weiter. Alle Ratsmitglieder haben auch ihrerseits das Recht, den Kommissar auf etwaige Mißstände aufmerksam zu machen. Um die bisher üblichen Verschleppungen von Minorität*- beschwerden zu verhüten, ist eine Antwortsfrist festgelegt, innerhalb deren der Kommissar diese Beschwerden beant- Worten inuß. Hebräische Vorbereitungskurse in Breslau für palästinenslsche Lehrerseminare. Das Hebräische Lehrerseminar ßeth- Hakerem nimmt nur solche Hörer aus Deutschland auf, die an einer jüdisch-theologischen Lehranstalt eine Prüfung in Tenacli, Mischna, hebräischer Sprache, Grammatik und Literatur und jüdischer Geschichte abgelegt haben; wir weisen deshalb auf die an dem Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau bestehenden Vorbereitungskurse zur Aufnahme in die palästinensisehen Lehrerseminare hin. Die Ausbildungszeit dauert etwa 2 Jahre. Aufnahmebedingungen sind die mittlere Reife und vollkommene Gesundheit. Das Schulgeld beträgt 20 Mark monatlich. Semesterbeginn 11. Oktober. Meldungen an Dr. Lewkowitz, Breslau, Wallstr, 14. Jamim noraim, Arbeitsplan und Stoffsammlung, zusammengestellt von Bernhard S. Jacobson, herausgegeben von der T’nuat Tora wa’Awoda für Deutschland, Berlin W 50, Augsburger Straße 60, erscheint in diesen Tagen in 2. Auflage und kann gegen Voreinsendung von RM 0,00 unter obiger Adresse angefordert werden. Juden und Jüdisches im Rundfunk Sonnabend, 7. August: Wien (507). 19.30: Opereste von Leo Ascher. — Sonntag, 8. August! Wien (507), 11: Mozart-Konzert unter Bruno Walter. —- Straßburg (349), 20.30: 2 Lieder von Gustav Mahler. — Brüssel (322), 22.40: Schallpl. .,Schöpfung der Welt“ v. Milhaud. Nr. 62, 6. VIII. 1937 .■■■ •■■־" —. — I '■ — ■ . — .... Schach Bearbeitet von J. Miese■ Die nachstehend« Partie wurde im internationalen Turnier zu Keinen am 23. Juni gespielt. Sizilianlsche Tartakower A. Steiner Weiß Schwarz X. 02* 04 ״״ 07•—c5 2. S bl—c3 S b8—06 3. g2—r3!J7—g6 4. Lfl-g2 L 18—g7 5. (12—d 3 e7-—e6 6. S gl—e2 S g8-—e7 7. L cl— g5 0—0 8. Dell—d2 S c6—d4 9. S e2X׳d4 c5Xd4 10. S c3—e2 (7—f6 11. L g5—110 L g7>;'i!6 12. D d2Xh6 D d8—b6 13. I) h6—cl dT—de 14. 0—0 c6—e5 15. c2—c4־ t!4Xc3 16. b2Xc3 K g8-g7 Um D cl—h6 zu verhindern. 17. Del—a3 I. c8—e6 18. T al—bl D b6—c7 19. 12—f4 b7—b6 20. d3—(14 T 18—c8 21. (4Xc5 Weiß sollte Sie {-Linie noch nicht öffnen, sondern zunäciist T fl—f2 spielen. 21. 16X0 5 22. T fl—f2 T c8—f8 23. T bl—fl T £8X!2 24. T 51Xf2 T a8—{8 25. T f2X(8 K g7Xf8 26. L 2״—fl K f8—g7 27. S e2—cl S e7 g8 28. d4—d5 L e®—(17 29. 03—c4 Sg8—(6! 30. L fl—d3 * 30. bS—fc 5! Dieser starke Zug deckt mit Eröffnung einem Schlage die Schwäche der weißen Stellung auf. Stellung nach dem 30. Zuge von Weiß 31. c4Xb5 Dc7—b8f 32. K gl —«2 . Falls 32. Kgl—fl, so 32.., D b6—e3 mit der Doppeldrohung L d7—h3f undS16Xe4. 32. S fß—g4 33. D a3—b2 S g4—e3f 34. K g2—hl ..... Nach gl oder f2 kann der König nicht ziehen, und au! 34. K g2—f3 folgt 34...., L d7—g4f usw. 34. Se3—'dl! 35. Db2—d2 Ld7—h3! 36. Dd2Xdl . Andernfalls entscheidet S dl—£2f usw. 38. D b8—f2 Weiß gibt auf Eine von A. Steiner ganz vortreiflich durchgeführte Partie. Aus der Schachwelt Bar Kochba Leipzig und Blau-Weiß Hamburg trugen in Leipzig einen Wettkampf an neun Brettern aus, der jeder Partei vier Siege und ein Remis brachte. Bemerkenswert ist der im Gegensatz zu anderen Begcgnungen sehr leicht errungene Sieg des Leipziger Fajarowicz über Schainowski und der einwandfreie Erfolg des stark verbesserten Perlmann (Hamburg) über liorovitz, — Ergebnisse: (Leipzig zuerst genannt): Fajarowicz 1, Schainowski 1; Mundszfuk 1, Schainowski 2; liorovitz 1. Perlmann; Goldfaden 0, Schainowski 3; Dresdner C. Zinn«; Baum 0, Frankel; Dr. Blumberg Lu, Kligler; Wühl 1, Brandsdorf«! Silberstein 1, Goldschmidt. Briefe an die Redaktion Jerusalem Köln, Ben 2. August Sehr geehrte Redaktion! ln Ihrer Nr. 60 vom 30, 7. belichteten Sie über eine Ver- Sammlung der HOG. Jerusalem, in der Dr. Georg Landauer für eine ״Politik des kleineren Lebels“ plädierte und u. a. gesagt haben soll, die Herausnähme Jerusalems aus dem geplanten jüdischen Staat sei zwar schmerzlich, aber nicht entscheidend, da die ״ewige tränszendente'* Bedeutung Jerusalerns weilerbestünde. Es ist leider nicht ausgeschlossen, daß das jüdische Volk sich für eine Politik des kleineren Lehels wird entscheiden müssen. Man soll aber auch darauf verzichten, sich mit der ewigen transzendenten Bedeutung Jerusalerns zu trösten, da ein soleher ״Trost“ unwahr und unzionistisch ist. Die Bedeutung des Zionismu* liegt, m. E. nicht zuletzt auch darin, daß er die ewige tränszendente Paläs!inasehnsucht de* jüdi-ehen Volkes in die Wirklichkcit des Aufhaus verwandelt hat, daß er dem undefinierbaren und schemenhaften ״geistigen Zion“ des jüdisch-religiösen Liheralisnms die Wirklichkeit Palästinas entgegenstelhe. Und 90 meinen wir, wenn wir Jerusalem sagen, nicht irgendein transzendentes י רו של ים ש ל מ ע לה sondem das Jerusalem, in dem sich unsere Universität und unsere zentralen Institutionen befinden und heute zirka 70 000 Juden leben. Das HerausreiSen Jerusalems aus dem geplanten jüdischen Staat empfinden wir als so unsinnig, schmerzlich und verletzend, daß jeder wie auch geartete Trost unangebracht ist.. Schalom! Leon Führe! BAD AACHEN Schloßhotel Bad Aachen Herskampstraße 52 Zimmwt vor! RM 2,50, m.Ptns, von RM 5,50 an AHLBECK (seebao) Rahe and Erholung finden Sie in Pension Tannenburg Cafe, Restaurant. J Diinenstr. 46, Tel. 123 Bademoj^IirJikeit vorhanden BAD EN WEILER Kur-Hotel Bellevue Gut« Verpflegung. Diät. Komfort. Lieg׳*• terra**?. Zimmer mit u. ohnePension. Tel. 208 BERLIN Pension Bernhard Pariser Str. 32, am Olivaer PI. Ruf: 92 03 81 Hochkomf. Zimmer frei, auch vorübergehend Solid. Preise s PENSIOÜ BOAS jetit: Brandenburglsche Str. 20,1 Gr. Kcmf.-Ximm. f. \ ״d, 2 Personen Erstkl, Verpfleg. Auch Mitlagstisch HUt: 92 10 40 HOTELS •PENSIONEN UND SANATORIEN BERLIN Pension Bernstein Meraner Strafte 6, hochpt., a. Bayer. Platz Tal.: 71 36 94 Komfort-, Leer«, Passanten Zimmer mit fließ. Wasser tu zeitgem. 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