Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-07-30 · Heft 60 (30.7.1937) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 60 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653683--31056-2685643
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

jüdische Rundschau Nr. 60, 30. JULI 1937 Teilen bder nicht teilen Von unserem palästinensischem Korrespondenten gl. Tel Aviv, 21. Juli 1937 Es gibt heute in Palästina keine wirkliche Diskussien über die Vorschläge des Peel-Berichtes. Es gibt eine Propaganda, und zwar ziemlich einlcuchtenderweise, eine Propaganda gegen das Teilungsprojekt. Eine echte Diskussion über den Bericht würde nicht nur eine prinzipielle Stellungnahme ״für und gegen“ bedeuten, sondern — auf Grund des sehr reichen, von der Kommission gesammelten Materials — eine Ueberprüfung der bisherigen jüdischen, englischen und arabischen Politik. Auf dieser Grundlage könnte man dann entscheiden, ob es — wie die Kommission so eindringlich sich zu beweisen bemüht — wirklich keinen anderen Ausweg als die Teilung des Landes gibt. Sollte man zu diesem Schluß gelangen, so müßte eine sachliclie Prüfung der Teilungsvorschiäge einsetzen, eine Ab• Wägung der mit ihr verbundenen wirtschaftlichen, strategisehen, administrativen Probleme. Wir sind beute sehr weit von einem solchen kühlen und sachlichen Kurse entfernt. Es gibt bereits eine Anzahl von Mensehen im Lande, die den Bericht in seinem vollen Umfange gelesen, und zwar gründlich gelesen haben. Und die hebräische Presse bringt auch fortlaufend Uebersetzungcn ausgewählter wichtiger Kapitel. Es fehlt aber bisher eine richtige Vorstellung davon, wie sich die Teilung praktisch vollziehen und die Arbeit in den neugebifdeten Gemeinwesen funktionieren würde. Die Atmosphäre im Lande ist einer derartigen genaueren Auseinandersetzung nicht günstig, weil sie völlig im Zeichen der Propaganda steht. Und wie nicht anders zu erwarten, sind die Stimmen gegen die Teilung sehr viel lauter und hemmungsloser als die dafür. Bei den Arabern sind bisher überhaupt keine Stimmen für die Teilung laut geworden, obwohl es ja ein öffentliches Geheimnis ist, daß politisch deutlich abgegrenzte Gruppen — die Opposition gegen den Mufti und die Anhänger des Emir — die Teilung befürworten. Unter den J u d e 11 dagegen hat es bereits Stimmen gegeben, die sich für die Teilung aussprechen. Wir berichteten in diesem Zusammenhang bereits über den Artikel von Smilanski, der nicht ohne Eindruck geblieben ist. Andererseits melden sich jetzt auch Meinungen, die sich um Alternativvorschläge im Sinne einer Verständigung mit den Arabern bemühen. Die Vorschläge von Dr. Magnes, der gegenwärtig im Auslande ist, sind den Lesern der ,,Jüdisclien Rundschau“ bekannt; sie wurden auch in den jüdischen Tageszeitungen Palästinas veröffentlicht. Ebenso wurde bereits die Broschüre von S a p!1 i r in der ״J. R.“ erwähnt. Diese Aeußcrungcn haben jedoch relativ wenig Widerhall gefunden. Und wenn man die arabische Stimmung untersucht, so ergibt sich dort eine so übermächtige Dominanz der extremistischen Propaganda, daß Anhänger einer gemäßigteren Politik oder der Teilungsidee notwendigerweise stumm bleiben müssen. Die ungewöhnlich scharfe Sprache, die auf Betreiben der palästinensischen Propaganda; im Irak gegen den Emir Abdullah geführt wurde, wirkte ' abschreckend.' Und daß man sich mit derartigen Beleidigungen nicht begnügt, sondern auch ohne viel Federlesen zur Waffe greift, um unangenehme Gegner aus dem W'ege zu schaffen, hat uns nicht nur das letzte Jahr gelehrt, sondern auch die verschiedenen Attentate der allerletzten Zeit. Es ist unter diesen Umständen kein Wunder, daß in ganz Palästina eine sehr bedeutsame Frage gestellt wird: was wird mit dem Mufti von Jerusalem? Im Peel-Bericht hat sich die Kommission recht eindeutig darüber geäußert, daß sie cs für einen Fehler hält, den Mufti so gewähren zu lassen, wie es geschah und ihn in seinem Vorsitz beim Obersten Moslemischen Rate praktisch unabsetzbar zu machen. Diese Stellungnahme, die Empfehlungen, im Falle der Not auch mit scharfen Mitteln nicht zu sparen, die Verbindung des Emir mit dem Teilungsplan, all das Schien eine Aenderung in der Haltung der Engländer zum Mufti anzudeuten. Die letzten Artikel der ״Times“ über diese Frage (die wir zitiert haben — A. d. R.) schienen diese Tendenz noch zu bekräftigen. Unterdessen jedoch blieb der Mufti weiter in seiner Position und hat in den letzten Wochen alle Kräfte konzentriert, um eine scharfe antienglische Propaganda, deren Spitze sich gegen die Teilung wendet, in den umliegenden arabischen Ländern zu entfalten und seine Anhänger in Palästina um sich zu scharen. Während alle Vorbereitungen für die neue große Kampagtie der Araber getroffen wurden, hat die Regierung den erste!» Schritt gegen den Obersten Arabischen Rat getan. Sie ließ das Büro des Rates durchsuchen, einen der aktiven Agitatoren verhaften und vor Gericht stellen, Papiere beschlagnahmen, einen Wächter des Tempelplatzes, der anscheinend auch zur Leibgarde des Mufti gehört und sich bei der Durchsuchung der Polizei entgegenstellte, verhaften und bestrafen. Der Mufti war bei der Durchsuchung nicht anwesend und führt nach diesem Zwischenfall seine Geschäfte weiter fort. Spekulationen darüber, wie die Regierung sich weiter verhalten wird, sind natürlich sehr verbreitet. Unterdessen benutzt der Mufti das Vorgehen der Polizei für seine Propaganda im In- und Auslände und die arabische Presse berichtet über zahlreiche Delegationen, die ihren Protest gegen die Durchsuchung irn Obersten Rat äußern. Diese Ereignisse in Palästina und der Kampf um die öffentliche Meinung im Lande sind nur das Vorspiel des größeren Kampfes, der jetzt in London und Genf auf dem Gebiete der internationalen Politik ausgefochten wird. Palästina horcht jetzt nach Europa hinüber, auf die Debatten in beiden Häusern des Parlaments, auf die Verhandlungen der Mandatskommission und des Zionistenkongresses, Die Stellung des Mufti Anfragen im Unterhaus (Siah» auch S. 3) Der Mordprozeß Scheinzwit Der Bodenmaklcr Reuben Scheinzwit in Tel Aviv ist wegen Ermordung seines früheren Geschäftsteilhabers, Jakob Zwange r, zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Der Mord wurde iin März d. J. begangen. Der Prozeß wurde am 12. Juli vor dem Obersten Richter Trusted eröffnet. Es ist der erste Fall, daß ein Mord in Palästina durch einen Einzelrichter abgeurteilt wird. Zwanger ist am 18. März verschwunden. Sein Leichnam wurde zehn Tage später in einer Sandgrube auf einem Grundstück Scheinzwits gefunden. Die Obduktion hatte ergeben, daß Zwanger erwürgt worden ist. Eine andere Anfrage des Abg. Wedgwood, ob Maßnahmen getroffen worden seien, um die fernere Agitation des Mufti zu unterbinden, wurde vom Kolonienminister folgendermaßen beantwortet: Die Palästina-Regierung beobachtet mit Unterstützung der Militärbehörden die Lage genau; ich bin überzeugt, daß alle erforderlichen Maßnahmen werden getroffen werden, um eine Agitation zu verhindern, die, in welchem Lager immer sie Vorkommen sollte, mit Ruhe und Ordnung und guter Regierung in Palästina unvereinbar ist. Abg. Wedgwood: Heißt das, daß dem Mufti noch immer die Freiheit gelassen wird, zu Unruhen in Palästina aufzureizen? Der Minister: Der Abgeordnete Wedgwood stellte eine Frage über Agitation. Ich glaube, er hat sich früher auf recht viel Agitation in seiner Laufbahn eingelassen. Politische Meinungsäußerung durch die üblichen Methoden, an die wir gewohnt sind, ist kein Vergehen. Abg. Wedgwood: Sollen wir atmehmen, daß der Kolonienminister die Agitation, die wir auf diesen Bänken führen, mit derjenigen des Mufti vergleicht? Der Minister: Nein. Abg. Wedgwood: Darf ich in diesem Fall fragen, ob der Mufti verhaftet oder in Freiheit gelassen werden soll? Minister Ormsby-Gore: Es ist mir nicht möglich, diese Frage zu beantworten, da dies vollkommen davon ab hängt, was er tut (Gelächter). Tn der Unterbaussitzung vom 28. Juli setzte sich der Abgeordnete Thos. Williams warm dafür ein, daß der Frage der künftigen staatlichen Zugehörigkeit von Degania, der ersten jüdischen genossenschaftlichen Siedlung in Palästina, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werde. Unterstaatssekretär Sir Lambert Ward, der die Anfrage im Namen des (nach Genf abgereisten) Koloniemninisters beantwortete, erklärte, es würde reichlich Zeit zur Prüfung solcher Fragen sein, bevor die endgültige Entscheidung über die Grenzziehung gefällt wird. Er glaube, daß diese Frage jetzt von dem Kolonienministcr erwogen werde. Die Lage im Irak An Außenminister Eden wurde vom Abg. Wedgwood die Frage gerichtet, ob er im Besitz von Mitteilungen über die judcnfcindlichcn Unruhen im Irak sei und ob man im Hinblick auf den mit dem iratc bestehenden Vertrag noch beabsichtige, den dortigen Juden Schutz zu gewähren. Der Außenminister antwortete, er sei nicht irn Besitz einer Bestätigung der Zeitungsmeklungen, auf die der Abgeordnete zweifellos Bezug nehme, aber er werde eine Anfrage an den britischen Gesandten i n Bagdad richten. Inzwischen habe der Abgeordnete feststellen können, daß der Gesandte des Irak in London in den Zcitungen ein amtlicb.es Dementi der betreffenden (jerüchte veröffentlicht hat. Was den Schutz der Juden im Irak im Hinblick auf den mit diesem Staat bestehenden Vertrag angehe, so enthalte der Anglo-Irakische Vertrag und das Bündnis keine Bestimmungen über den Schutz, der Minderheilen; dieser wurde in der (iar,antie-Erklärung behandelt, die die Regierung des Irak dem Völkerbund ubergeben hat. Soweit er unterrichtet sei, habe die Regierung des Irak gezeigt, daß sie sich ihrer Verantwortung in di«-er Sache voll bewußt ist, Abg. Wedgwood: Darf ich fragen, ob der Minister auch weiterhin der Regierung des Irak die Wichtigkeit des Schlitzes der Minderheiten in diesem Lande vor Augen halten wird? Außenminister Eden: Jawohl. Ich vertraue darauf, daß die Irak-Regierung, ebenso wie andere Regierungen» sich dessen voll bewußt ist. Von der Woche Der Waad Leumi hat an Lord Samuel ein Telegramm gerichtet, in dem er gegen den von diesem in seiner Rede im Oberhaus gemachten Vorschlag Einspruch erhebt, die Ein- Wanderung nach Palästina aus politischen Gründen einzuschränken. Der maronitische Patriarch des Libanon ist auf seiner Rückreise von Europa in Haifa eingetrofien und wurde dort von einem Delegierten des Waad Leumi begrüßt, dem er seine Versicherung der Freundschaft für die Juden wiederholte. Ein Patrouillen-Auto der Polizei stieß auf eine bewaffnete Bande auf der Hauptstraße zwischen Dschenin und Afuleh. Die Räuberbande hatte versucht, Barrikaden auf der Straße autzurichten. Einige Schüsse wurden gewechselt, die Bande entkam. Sonntag nacht wurden auf der gleichen Strecke einige Lastautos aufgehalten und die Chauffeure beraubt. Drei arabische Polizei Offiziere wurden in den Stand eines stellvertretenden Superintendenten erhoben. Es ist dies zum erstenmal, daß palästinensische Offiziere diesen Rang erreichen. Während eine Patrouille an der nördlichen Grenze nach einer syrischen Kamelkarawane suchte, wurde sie von einer neuhinzukommenden Karawane angegriffen. Ein Poli- 2ist wurde verwundet und ein Gewehr erobert, welches späterhin jedoch zurückerobert wurde. Gegenseitige Schießereien kamen vor, die Angreifer entkamen. In Damaskus hat sich das Gerücht verbreitet, daß Fauzi e! Kaukji, der Führer der Terroristen bei den Palästina-Unruhen, seinen Internierungsort Kirkuk im Irak in unbekannter Richtung verlassen hat. An der Eisenbahnkreuzung in Lydda ist eine Bombe geworfen worden. Im Hafen von Haifa wurde ein Koffer mit Waffen und Munition gefunden, der für die arabischen Terroristen bestimmt war. Der Eigentümer ist geflüchtet. Die Polizei hat eine Untersuchung cingeleitet. Die Palästina-Regierung hat die in Beirut crscheinende arabische Zeitung ״El Lahar“ und die Bagdader Zeitung ״Istikla!“ für 14 Tage in Palästina verboten, weil diese Blätter aufreizende Aufsätze und unrichtige Nachrichten zur Lage in Palästina veröffentlicht haben. In Palästina sind mehrere amerikanische Senatoreu und Staatsbeamte eingetroffen. Der Zweck ihres Besuches, der keinen offiziellen Charakter trägt, ist, die gegenwärtige Lage in Palästina aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Der Kommandat des Kriegsschiffes ״H a s f i n g“, das jetzt auf der Reede von Jaffa ankert, hat dem Bürgerme ist er von Tel Aviy einen offiziellen Besuch abgestattet. Zeev Tschlenoff, der 32jährige Sohn des verstorbenen Zionistenführers Dr. Tschlenoff, wurde von einem Bullen im Kibbuz Mischmar Haemek durchbohrt. Er starb später in einem Krankenhaus in Haifa. Der Grundstein zum ersten Haus in der Kwuzah Massada am Ufer des Kiniierctli-Sees wurde gelegt. W'ie ״Haarez“ meldet, hat die Regierung bewilligt, daß die Stadtverwaltung von Tel Aviv 10.000 Pfund für den Bau neuer Straßen verwendet. Der Tel-Aviver Theater-Referent der ״Jüdischen Rundschau“, Herr Manfred Geis, sprach im Jerusalemer Rundfunk über Probleme des jüdischen Theaters. Für August ist eine Diskussion zwischen Geis und dem Habiinah-Scbauspieler Zwi Friedland über das Thema ״Kollektiv-Theater“ vorgesehen. Der Londoner Zionist Israel Sieff hat der Kolonie M igdal 9 Dunam Boden geschenkt, was die Ansiedlung von weiteren zehn Familien ermöglicht. Die Rückzahlung der für die Ansiedlung notwendigen Mitte! erfolgt innerhalb von dreißig Jahren. In Haifa ist ein jüdischer Autoklub gegründet worden. Die Anschrift lautet: c/o Dr. Israel, Balfourstraße 11, P. O. B. 902, Tel. 1525. Der Gründer des ״Landesbundes Jüdischer Kriegsteilnclimer in Erez Israel“, über den wir in Nr, 45 berichteten, ist Martin Hirschberg aus Berlin, jetzt Tel Aviv, Jirmijahu- Straße 37. Neue vier Siedlungspunkte Ejn-Cliarod, 10. Juli 1937 Zwei Tage vor Bekanntgabe des Rechenschaftsberichtes der Kgl. Kommission geschah hier ein Ereignis, das noch nie in der zionistischen Geschichte zu verzeichnen war. An einem Tag gingen vier Plugoth zur Ansiedhing. Diese Tat, die nicht nur im jüdischen Jischuw, sondern auch in anderen Kreisen großen Widerhall fand, zeigt, daß der Jisciuuv konscquent seinen Weg fortsetzt und ihn auch in Zukunft weiter fortsetzen wird. Am 4. d. M. kamen mit dem Zug und vielen Autos Menschen zu uns nach Ejn-Cliarod, Chawerim, die hier die letzten Vorbereitungen zu ihrer Ansiedhing treffen wollten. Hier wurden schon die ersten Zifritn fertiggestellt, hier wur״» den schon die einzelnen Teile eines VVachfunncs gebaut. Die Menschen arbeiteten ohne Pause, zum Teil vag morgens bis zum Abendessen, ohne einen Bissen im Magen. Der Hof selbst war überfüllt von Autos und Menschen, ln den Werkstatten kreischten die Sägen, hallten die Hämmer, manchmal hörte man auch ein Lied. Aber dies ganz selten, denn die Arbeit drängte, noch in der gleichen Nacht wollten die Chawerim zu ihrem neuen Ansiedlungspunkt fahren und mit der Arbeit beginnen. Gegen 7 Uhr ajrends, mit dem Läuten zum Essen, ruhte auch hei ihnen die Arbeit. Im Spcisesaal war ein großes Gedränge, denn über 100 Menschen mehr als gewöhnlich! versammelten sich zum Essen. Und dann begann eine kleine Feier. Im Namen der Siedlung begrüßte Zißling die Chawerim von Kwuzah R a a 11 a 11 a 11, Bamessilah, Mas sad und Kwuzah Akiba. Dann sprach Har/feld (vom .Merkas Chaklai), der die Ansiedlung der vier Punkte im wesentlichen leitete: ״Aus dein einen Punkt werden morgen vier Punkte werden, und wo morgen vier Punkte sind, werden über» morgen zwanzig neue jüdische Siedlungen sein.“ Aus den Worten der Chawerim der neuen Plugoth war ein Gefühl von tiefer Freude und Dankbarkeit dem Merkas Chaklai und Har/.feld insbesondere zu entnehmen. ״Vor 36 Stunden saßen wir noch mit dem Merkas Chaklai zu» sammen und sprachen über eine etwaige Ansiedhing.“ Ein anderer: ״Drei Jahre bin ich erst im Land, aber in meinem, ganzen Leben habe ich noch nie eine solche Sitzung mit« erlebt.“ Zum Schluß sprach Levkovitz, ein Chawer von Ejn« Charod, der mit der 2. Aiijah ins Land kam. Er sagte u. a.: ״Einst glaubtet! wir selbst nicht daran, daß in uns so viel Kraft sein könnte. Gestern noch wurde über eine etwaige Möglichkeit zu siedeln beraten, und heute sind wir schon bereit. Die Geschichte wird einmal von dieser Tat erzählen.“ Am Morgen um J34 Uhr begann diese Aiijah. 16 Autos, beladen mit Draht, Holz, Wachturn!, Nahrungsmittel usw,, fuhren ab. lieber 180 Leute, nicht nur die Chawerim der neuen Punkte, sondern auch viele viele andere Chawerim, die mithelfen wollten. Kurz bevor die Autos abfuhren, trafen auch Berl Kaznelson (der eben von seiner Auslandsreise zu« rückkam) und Reines ein. Außerdem beteiligten sich noch 12 Gaffirim. Der neue Platz ist 5—6 km östlich Beth-Schan, etwa 2 knt vom Jordan entfernt und ist in den letzten zwei Jahren vom KKL erworben worden. Es besteht aber die Aussicht, noch 2000 Dunam zu erwerben. Vom KKL wurde dem neuen Platzder Name ״Maos“ gegeben, was soviel wie Kraft bedeutet. Nach Ankunft der Auto« war die erste Arbeit die Errichtung des Wachturmes; außerdem wurde gleichzeitig mit der Errichtung des Zaunes begonnen. Am Frühstück, das aus besonders ״guten Dingen“ zusammengesetzt war, be* teiligten sich auch zwei arabische Scheichs. Der Traktor arbeitete den ganzen Tag, die Fläche zu pflügen, und bis zum Abend war der Zaun, der Wachturm fertig, außerdem stand bereits ein langer, großer Zrit (Baracke). Chanan Weißberg Seit der Krise, die durch die Auswirkung des italienisch« abessinischen Konfliktes in Palästina entstanden ist» sinkt der Geldumlauf andauernd. Die Unruhen haben zu einer weiteren Verringerung des Geldumlaufes beigetragen. Ende Januar 1936 waren 5,717 000 Pfund Noten im Umlauf. Ende Mai 5 672 000 Pfund. Ende Januar 1937 war der Geldumlauf auf 5,066 Ö00 Pfund, Ende Mai auf 4,807 000 Pfund gesunken. Er ist um ll°,b kleiner als im Mai 1936.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.