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Jüdische Rundschau · 1937-07-23 · Heft 58 (23.7.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 58 (23.7.1937)
Date
1937-07-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 58, 23. VII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Schach Bearbeitet tob). Mieses Von dem Turnier in Kemeri In der Zeit vom 15. Juni bis zum 0. Juli fand in Kemeri, in ,ier Nahe von Riga, ein sehr stark besetztes internationales Turnier statt, woran 18 Meister teilnahmen. Das Schlußergebnis war: Flohr, Pe troff und Rcschevsky errangen mit 12 Zählern gemein- *chaftlich die drei ersten Preise. Den vierten und fünften Preis teilten mit 111/2 Punkten Alechin und Keres. Dann folgten: A. Steiner 11, Tartakowcr 10]/2, Fine 9, Stahlbcrg 8<i, Mikenas 8, Apschenek, Btiök, Kellstab 71/2, Berg 6'/1. Feigim, Landau 5*/1, llasenius, Osols 3!/2 Punkte. — Unter den drei ersten Siegern sind also zwei Meister jüdischer Abkunft. Aber auch A. Steiner und Tartakowcr halten einen sehr guten Stand erreicht. Nur Fine hat die hohen Erwartungen, die man auf ihn tu setzen berochtigt war, diesmal nicht erfüllt. Der Holländer Landau, der unserem Leserkreis Ja bereits als schneidiger, eleganter Spieler bekannt ist, erhielt für die nachstehende Partie den für die schönste Partie des Turniers ausgesetzten Sonderpreis. Damenbauernspiel auf Weiß zunächst b2—b4 spielen wollte. Stellung nach dem 18. Zuge von Schwarz Landau Büök Weiß Schwarz 1. Ü2—d4 cl7—d 5 2. S gl-13 S g8—f6 3. e2—e3 c7—e6 4. L fl—d3 c7—c5 5. c2—c3 S b8—d7 0. 0—0 L iß—d8 7. S bl—d2 0—0 8. T fl—el D d8—c7 H ier hätte Schwarz Gelegenheit eS—e5 zu spielen. 9. e3—e4 c5Xd4 10. c3Xd4 d5Xe4 11. Sd2Xc4 Sf6Xc4 12. T elXe4 T 18—e8 13. T c4—h4 S d7—f8 14. S £3—g5 117—118 15. D dl—115 c6—e5 16. Lei—d2 c5Xd4 17. T al—cl D c7—e7 18. S g5—c4 . Jetzt droht L d2X116. 18. S 18—g6 19. Ld2—g51 D 07—c5 Schwätz kann den Läuter nicht schlagen, denn es würde 20. D 115 —h7f, Kg8—18. 21. D 117—h8f und matt im nächsten Zuge erfolgen. 20. 12—14 D e5—115 Etwas besser wäre De5—115, worb c d 21. S c4—f6f g7Xf8 22. L d3Xg8 L d6—f8 Schwarz hat nichts Besseres. 23. T cl—c7 L c8—e8 24. L g5XfS D d5Xb5 25. L g6X11S T e8—c8 20. L h5—f7f K g8—117 Nicht Le8><17? wegen T114— g4f usw. 27. T c7X08 L e6Xc8 28. Lf6X<14 L c8—f5 29. 1114־—h5 Schwarz gab hier die holfnungslose Partie auf. Auto-Unfall Dr. Mieses’ Unser Mitarbeiter J. Mieses, der Leiter unserer Schach• rubrik, hat leider während eines Aufenthaltes in Lettland anläßlich des Turniers in Kemeri einen Auto-Unfall er• litten, wobei er sich einen Schenkelbruch zuzog. Wir wünsehen Herrn Mieses, der sich in Spitalbehandlung in Riga befindet, eine baldige vollständige Genesung. Die ganze jüdische Schacliwelt nimmt an seinem Mißgeschick lebhaften Anteil. Aus jüdischen Sthadhvereinen In dem von der Schachabteilung des Bar Kochba-Hakoah e. V. ausgeschriebenen Turnier um die ..Berliner jüdische Schachmeister• Schaft 1938-37 errang in der Mristcrklassc Siegfried Winitzki in glanzvoller Weise mit 10';ä Punkten aus elf Partien, also ohne Verlustpunkte, den ersten Preis und den Titel. Den zweiten Platz belegte Herbert Keil mit 8 Punkten, Den dritten Preis teilen mit 6!,4 Punkten Erwin Lcxandro witsch und Dr. Bttla Hecht. — In der ersten Klasse erreichten Erich Binl und I.eo Radomski mit je 5',4 Punkten das beste Resultat und kamen damit zur Teilung des ersten und zweiten Preises. Den dritten Preis gewann Alfred Lehr Haupt mit 4 Punkten. — In der zweiten Klasse steht Chic! Kanarak an der Spitze vor Dr. Paul Kaplan als zweiter Preisträger. — Nach Beendigung des Hauptturniers wird jetzt ein kurzfristiges, vierrundiges und in zwei Klassen durcbgeliihrtes Blitzturnier um die ״Berliner Jüdische ,Meisterschaft im Blitzschach“ ausgetragen. Siegfried Wlnikkl siegt Überlegen im Berliner Schachmeistcrtur• Hier. Am Dienstag der vergangenen Woche wurde das Turnier um die Jüdische Schachmeisterschaft von Berlin beendet. Den Titel ״Jüdischer Schachmeister von Berlin“ erhielt Siegfried \V i n i k k i (Bar Kochbn), der 10'/3 Punkte aus elf Partien erringen konnte. Zweiter wurde Keil (ülau•Gold-Weiß Berlin) mit acht Punkten. Die Jüdische Schachvereinlgung Frankfurt (im Deutschen Makkabikreis) schlug in einem Klubkampf den TSV. Schild Frankfurt mit 8:2 Punkten. Der .Stärkeunterschied zwischen den beiden Gegnern war bedeutend; die Sieger erwiesen sich als um eine Klasse besser, obwohl sie nur ihre zweite und dritte Garnitur gestellt hatten. Den einzigen Sieg des Schild errang Altmeister Prot. Mannheimer gegen Präger, Flörsheim (Schild) gegen Goldschmidt (Lid. Kehadi- Vereinigung) und Hans Loeb (Schild) gegen Gianini (Jiid. Schach• Vereinigung) spielten remis. Alle übrigen acht Partien wurden überlegen von dem Frankfurter Makknbiverciti gewonnen. Ln einzelnen siegten von der Jiid. Schaehvereinigung Dankowitz, WissanVv, Labin, R. W intcr, G. Winter, Seligmann und Frl. Oppenheim iiljter T11. Loeb, Prager, Dr. Selig. M. Volhvciler, Zöllner, Drcyiuß und Degen• hardt vom Schild Frankfurt. UflWlSCÄAÖ freund®' An uns®r ,, (JqO yf״^n,;51Sder' wir au*»0״ KJVV.EH06R ־ einet b״cn herausg® W( fAitarb®^ ׳ Gldol ״ Sch-0d;scben Pr«J* 5S«nqV»e^Ävii״ yorbesl®״ , oder dire* y jüdische. Ru0d.f J0 Verlag '5ן (AetneWe*״ Berlin^.׳ Be,hn 7כי PosrschecK. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 23. Jul!: Wien (507), 20.05: ״Der Dummkopf“, Lustspiel von Ludwig Fulda. — Sonnabend, 24. Juli: Paris (432), 20.30: ״Esther de Carpentras“, komische Oper von Daritis Miihaud. — Wien (507), 22.20: G11d.1v Mahlers 2. Sinf. G-.M011. — Sonntag, 25. Julii Warschau (1339), 22: Stefan Frcnkcl (Yiol.) spielt. Rabbinische Lehranstalt ״Jesclihva“ (Hoffmannsche Jeschiwa), Frankfurt a. M. Das Wintersemester beginnt am 6. Oktober. Anmeldungen für alle vier Abteilungen müssen bis 18. September eitigereicht sein. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen, die nur geringe Kenntnisse in den jüdischen Fächern haben. Anmeldungen mit Altersdaten und Zeugnissen über jüdische Vorbildung und religiöse Lebensführung sind an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt Jcscluwa, Frankfurt a. M., Theobald-Christ-Straßc 6, zu richten. Die beiden schweren Kühne sind eigentlich die ganze Führe. Auf dem Wasser werden sie befestigt, nebeneinander, mit gekreuzten Balken und eisernen Schrauben. Bretter werden darübergelegt und angeschraubt. Die hölzernen Geliinder werden herumgestellt, und jeder Pflock mit dem nächsten verbunden und verkettet. Ein merkwürdig dicker Pflock wird auf zwei niedrige Böcke gelegt. Er verbindet das sandige Ufer mit dem Eingang zur Föhre. Fertig! Eigentlich — nicht ganz fertig! Es fehlt noch das Seil, das so dick ist wie eine Menschenfaust, und ganz mit Pech durchzogen, damit ihm das Wasser nichts schadet. Ohne das Seil ist die Fähre wie ein Körper ohne Seele, ohne das Seil würde die Fähre von der Strömung weggetragen werden, so jäh wie die ist, gegen die Flußmitte zu. Dieses Seil wird auf der anderen Seite des Teiches, unterm Sareptsehier Lehmberg, an einem eingegrabenen großen Anker befestigt, und auf dieser Seile wird es gezogen von einer ganzen hölzernen Maschinerie. Die besteht aus ein paar spitzen Schindeldachlein auf kurzen Pfosten. Unter den Döchlein ist eine große hölzerne Winde, in Gestalt eines massiven riesigen Treidels, die eine der eisernen Achsen dem Düchlein zugekehrt, die andere der Erde. Beide Achsen sitzen in ausgehöhlten Eichenklötzern und drücken sich in frische Wagenschmiere. Das andere Ende des Seils verzweigt sich unter dem Büchlein in eine Anzahl von dünneren Seilen und Stricken, von denen jeder entweder um ein glattes Rädchen oder um ein gezühntes Walkholz herumgelegt ist — ein paar sehen aus wie lange Spinnen mit hölzernen Füßen unterm Bauch und auf dem Rücken. Wozu man alles das braucht? — Man braucht es eben. Um diese ganze plumpe Maschinerie in Bewegung zu setzen, gibt es noch ein Rad, kleiner, auf zwei liegenden Achsen, mit einer Art von doppeltem Handgriff, der um und um geht, wie das Rad am Brunnen bei der Feuerwehr- Station. Dreht man dieses Rad geschwind und zieht alle Handgriffe hinauf, so fangen all die Walkhölzer und Rüdehen an, sich zu bewegen, klappernd und kreischend und polternd ... gich—gicli—gich klappern die kleinen, die größeren gehen langsamer, und sehr gelassen dreht sieh die mittelste große Winde, und wickelt sich Zoll um Zoll das große, aechzig-pudige Seil um den breiten Bauch, wie ein grobbauchiger Fuhrmann den zehn-ellenlangen Gürtel ... Auf diese Art hebt ein einziger Mensch das furchtbar schwere Seil aus dem Wasser, ohne viel Mühe und Schweiß, und zieht es von einem Ufer des Dnjepr zum anderen. Angespannt, surrt das geteerte Seil wie eine riesige Saite im Nachklang des hastigen Stroms und schwingt in dem ganzen Prahm mit, den es schleppen muß, als wäre er eine Geige. Wenn man das Seil anspannt, blecken unter der Winde riesige Ilauzähne und lassen cs nicht zurückgehen. Sic lassen das Seil anzichen — aber zurück darf es nicht. Will man das angespannte Seil auf einmal zurücklaufen lassen, so benutzt man einen schweren eichenen Hebel, mit einem spitzen Kopf, der ihn fast bis auf die Erde drückt. Und an diesen Kopf ist noch ein zweipudiges Gewicht aus Eisen befestigt, zur Sicherheit, falls der I-febcl einmal von selber aufspringen sollte. Löst man das eiserne Gewicht und hebt die hölzerne Kurbel vorsichtig empor, dann stellt die Winde die gewaltigen Hauziihne auf, und sie selbst, und alle die kleineren Rüder laufen hastig, stürmisch zurück. Und das schwere geteerte Seil füllt plötzlich in den Strom hinein, schneidet den Dnjepr quer durch wie ein Messer. Wo der Schnitt ist, springt eine Fontäne von weißem Schaum auf inmitten der glitzernden Bläue. Das Seil sinkt in die Tiefe und ist weg. Da können Segelboote, Dampfer und Flachkahne frei hinüberschwimmen, weiterfaliren, stromauf und stromab. So also wird das Seil rasch «bgerollt und langsam aufgezogen. Der Prahm mit seinen gezimmerten Wänden reibt sich hart an ihm, man meint, er möchte ausreißen, stromab. Und statt dessen fügt er sich und zieht über den Fluß, mit Packen und Kisten, Menschen und Vieh, Wagen und Pferden. So hat man sich die große Sehnsucht des Führkahns zunutze gemacht: sich einmal vom Seil loszureißen. — Wie ein wil* der Hund von der Kette, und nach Kiew zu rennen ... hinab mit der blitzenden Bläue . .. Lind mit seiner eigenen Kraft, mit der er sich losreißen will, treibt man ihn, den hölzernen Golem, von einem Ufer zum andern. Tagein, tagaus bis spät in die Nacht, hei Laternenschein. Denn auf dem Prahm ,gibt es noch so eine Art Kajüte aus Brettern für Antosch, den christlichen Wächter, der dort sein Essen kocht und schläft und wacht über die tückische Strömung des Dnjepr; er setzt auch inmitten der Nacht hinüber mit der ganzen Fracht von Passagieren und Vieh. Jedesmal wenn man vom Ufer abfährl, dreht sich der Prahm, um den hastigen Strom mit den scharfen Kielen seiner beiden Boote zu durchschncidon. Wer neugierig ist und •ich hinabbeugt, sieht, wie zwei riesige Geyser geboren Marienbad und Alexander Kipnis Kur in Marienbad hat der Arzt verordnet. O weh! das bedeutet: Brunnen trinken, der gar nicht schmeckt, Bäder nehmen, vorschriftsmäßig leben, keine freie Zeit haben, keine Berge kraxeln, keine Gleisehcrtourcn, kurzum: keine richtigen Ferien. Und wie schön waren die Wochen! Gesegnetes Wasser, innerlieh und äußerlich angewendet. Herrliche stundenlange, einsame Wanderungen durch tanncnwiirzigc Wälder, buntblumige Wiesen. Vogelsang, Rehe, Eichkätzchen; dunkelrote Walderdbeeren locken. (Kein Eßvcrbot wie sonst für viele leckere Sachen!) Ein besonders schöner Waldweg führt nach Bad Königswart. Dort gilt außer dem Schlot! vom Grafen Metternich als Sehenswürdigkeit eine Synagoge aus dem 11. Jahrhundert; 10 Minuten weiter auf einer Anhöhe, mitten im Walde, der gleichfalls Jahrhunderte alte große jüdische Friedhof mit verwitterten Steinen — alter ״jüdischer Boden“. Heute lebt nur noch ein S2j;iIrriger Jude!11 Königswart, der im vorigen Jahre eine erheblich jüngere Frau geheiratet hat. Marienbad dagegen hat eine große jüdische Gemeinde (zirka ICO Familien) mit schönem Tempel, in dem gutbesuchte Gottesdienste stattfinden, liier wie auf der Brunncnpromenade vereinigen sich die Juden vieler Länder, darunter auch zahlreiche Palästinenser. Sie trinken vereint den Brunnen, sie beten gemeinsam und sie diskutieren die Dreiteilung des ״Heiligen Landes“, häufig mit Heftigkeit, und Meinung steht gegen Meinung. Humorvoll amüsant schildert schon Scliolem Alejchem den Kurort und seine Gäste in seinen ״Marienbader Briefen“. Den Abschluß der Ferienwochen und einen ihrer Höhe« punkte bildete das Kipnis-Konzert im ausvcrkaiiften Saal, wie es niciit anders zu erwarten war. Gar so verschieden« artig von unserem Berliner Kulturbund-Publikum war die Zuhörerschaft hier nicht, und auch das Kipnis-Programm ist den Berlinern wohlbekannt. An dem immer wieder er« betencn und in gutmütigster Bereitwilligkeit gewährten ״Zu« gaben“ erkannte man ein dankbar begeistertes Stammpubli« kum, das in erhöhter Ferienfrische reichen Beifall spendete. Kipnis ist, wie immer, so vollkommen auf der Höhe seine? Kunst was Ton lind schauspielerische Gestaltung seines Vortrages betrifft, daß man nicht sagen könnte, oh er noch vor oder inmitten seiner Ferien ist. Die großen Arien aus ״Don Carlos“, aus ״Simone Boccanegra“, aus ״Boris Godunoff“, nicht zu vergessen die Serenade aas ״Faust“, sang er in gleicher Vollendung wie Schubertsche Lieder, russische Soldatenlieder und schwermütig russische Weisen. Und mit besonderem Charme sang er zum Schluß als Zugabe das Brahnissche Ständchen ״Gute Nacht, mein Schatz־‘. R. Gr. Persönliches. Am 23. Juli feiert Prof. Dr. Emil Hof. mann, der Rabbiner in Rcichenberg, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist einer der markantesten Köpfe des tschechoslowakischen Judentums. Ankündigungen aus dem Reich Kölns Jüdisches Lehrhaus. Am 20, August, 20.30 Uhr, spricht ha Gemeindehaus, Cücilienstr. 18-22, l’rof. Sukeuik über: ״Ausgrabrmgen in Palästina■‘. Mit Lichtbildern. — M.-Gladbach: Am 28. Juli, 20.30 Ehr, Ludendorfb.tr. 54, Vortrag Dr. Fritz Ikcnbcrg: ״Juden- Staat oder Nationalheim — Nach der Veröffentlichung des Peel- Berichts“. Rathenow. Am 1. Juli sprach Ernst Fürstenberg, Berlin, über das Thema: ״Jüdische Einsamkeit“. Max Mansfeld sang jüdische Lieder und Werner B a e r begleitete. Famillen-Nachrichten Herr Karl B ä h r, Köln, Schnurgasse 23, begeht am 25. Juli das 25jährige DicnstjubiUium als Angestellter der Synagrigengemeinde. Herr Isaak Loeb und Frau Karoünc, geh. Götz, Vallendar (Rhein), begehen am 24. Juli die diamantene Hochzeit. STUTTGART Mittwoch, den 28. Juli, 20.15 Uhr Gustav-Slegle-Haus (GroflerSaal) Dr. G e 0 r g J o 8 e p h t h a I - B e r 11 n Der Bericht der Königlichen Kommission—Unsere Antwort Zionistische Ortsgruppe Stuttgart werden und schäumen und rauschen hinterher wie zwei blinde Seetiere. .Sobald die schürfen Kiele sich gewendet haben, ist es, als hätte die ganze Weit sich gedreht. In der langsamen Bewegung merkt man gar nicht, daß das Ufer sich abgelüst hat und wegiüuft. Man bleibt hängen inmitten des Dnjepr, zwischen!linttnel und Wasser und zwei Ufern. Man stellt scheinbar still auf einem Fleck. Nur dos Seil hrunimt und scheint rasch zu laufen. Die Ufer zeigen unhe* kannte Linien, gebrochen und verwinkelt, aufgebläht und eingeschrumpft. Fs ist alles wie verzaubert. Man schwebt! und man steht fest mit beiden Füßen auf einer hölzernen Insel. Und da auf einmal sieht man, daß das jenseitige Ufer freu 11dl ich ent gegenk omm 1. Saretschie nähert sich. Der Prahm dreht sich wieder mit der Breitseite zu einem zweiten Anlegeplatz auf Böcken« der auf ihn zukommt. Ein Tau wird in einer Schlinge aus« geworfen, eine schwere Stange wird wie ein Riegel heraus« g, , mit Peitschenstielen und mit Bündeln auf den Schultern; und vor ihnen, zwischen zwei lehmigen Hügeln, schlingt sich eine neue Straße in eine neue Welt hinein ... Eine Kopeke nimmt der Fährmann Anschel für jede Person fürs tiebersetzen, drei Kopeken für ein ausgewachse« nes Tier und fünf für Pferd und Wagen. Kisten berechnet er extra. Zur Jahrmarktszeit kostet es doppelt soviel. — Soviel zahlt man, wenn man von Schklow nach Saretschie fährt. Aber wer von Saretschie kommt, der zahlt — gat nichts. Denn so oder so — die von Saretschie kommen! müssen doch wieder zurück — so gleicht sich das aus. Dem Fährmann hängt eine lederne Geldtasche an der rechten Gürtelseite, und genau so eine Tasche hat Basche, seine Frau, unter der Schürze. Wenn er am Ufer ist, so nimmt er das Geld ein, ist er nicht da, so kassiert sie. Von frühmorgens bis spät in die Nacht wühlt die Hand in dem klappernden Haufen von silbernen und kupfernen Mün« zen, um Wechselgeld heranszugeben, und fühlt den klingen* den Verdienst. Es ist ein Vergnügen, die breite Hand in die Tasche zu stecken, in die Fülle, und zu spüren, wie cs da wächst und immer schwerer und klingender wird. Es ■wird nicht geborgt — das ist kein Geschäft mit ständigen Kunden. So kriegt man bare Groschen in die Hand. Er ist eben der Fährmann, vom Eisgang bis tief in den Herbst! Autorisierte Uebersetzung von Grete Fischet! ia

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