Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 56 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 56, 16. JULI 1937 Das ״Nein“ der Arbeiterpartei Der Mufti als Hindernis Arabischa Stimmungen In Galiläa Ein Sonderkorrespondent der Londoner ״Times‘‘ berichtet am 14. Juli von einem Besuch im Norden Palästinas, bei dem er sich einen Ucberblick über die Stimmung der arabischen Bevölkerung verschaffen wollte, deren größter Teil in dieser Gegend zu dem vorgeschlagenen jüdischen Staat gehören würde. Er schreibt, daß er in Haifa die nichtjüdische Bevölkerung sehr aufgeregt gefunden habe. Die Feindschaft zwischen Arabern und Juden sei in dieser Stadt weniger akut gewesen als anderswo; der leicht kosmopolitische Charakter der Hafenstadt machte die Bewohner toter a n t e r, und es gal) niemals einen überspitzten Nationalisnms, weder bei Juden noch Arabern. Dennoch seien die arabischen Wirtschaftskreise sehr deprimiert und sähen wenig Hoffnung für sich unter einer jüdischen Herrschaft. Man fürchtet eine starke Besteuerung und einen wirtschaftlichen Boykott. Auch bei den arabischen Beamten bestehen Befiirchtungen. Man diskutiert die Frage, ob England in der Lage sein wird, der jüdischen Forderung auf Aufhebung der Mandatskontrolle nach drei Jahren zu widerstehen. Auch wird gefragt, ob die G a r a n t i e n f it r die Minderheiten in mehr bestehen als unbestimmten Formeln und ob sie wohl wirksamer werden könnten als ähnliche Garantien im Irak (wo, n. b., die arabisciie Mehrheit es ist, über deren Behandlung der Minderheiten die Araber Haifas anscheinend skeptisch sind. — A. d. ״J. R “) In den Landdistrikten des Nordens, in denen die Araber seit langem mit den jüdischen Ansiedlern zusammenleben und gut mit ihnen stehen, hat der Berichterstatter der! Eindruck gewonnen, daß sie sich wahrscheinlich leicht in ihr Los fügen würden. Die etwa 10000 Drusen in diesem Bezirk scheinen auf den Schutz zu hoffen, der ihnen als einer Minderheit von England versprochen wurde; aber die Bewohner der stärker nationalbcwußten Gebiete sind verzweifelt. Sie wollen keine Unruhen, aber sie können sich mit der Idee einer jüdischen Regierung nicht befreunden. Die arabischen Christen sind sehr unglücklich, da sie ihre Chancen nicht hoch einschätzen, wenn sie in einem arabischmoslemischen Staat tibersiedeln müssen. Der Autor ist der Ansicht, daß ein aktiver Widerstand oder Unruhen i m Norddistrikt nicht zu erwarten sind. Aber die Stimmung gegen den Bericht, die zuerst noch unbestimmt war, gewinne allmählich Gestalt, und es scheint wenig Aussicht zu sein, daß irgend jemand, der die Vorteile des Berichtes erkennt, seine Stimme erheben wird, solange der Mufti von Jerusalem im Besitze seiner einflußreichen Stellung ist. Sein Ansehen hatte nach dem Ende der Unruhen stark gelitten. Viele Araber meinten, daß er sie in einen Erschöpfungskampf geführt hat, der ihnen nur materiellen Schallen, aber wenig Nutzen gebracht hat. Deshalb folgten in letzter Zeit viele arabisciie Notahein der Nashashibi- Partei und trennten sieb von der Führerschaft des Mufti, vor allem die führenden E f f c n d i s in H a i f a u n d Nablus, die der Ansicht waren, daß sie schon genug Unannehmlichkeitcn hatten. Nach dem Erscheinen des Berichtes nahm man an, daß seine Ausfälle gegen den Mufti zu seiner sofortigen Entfernung führen würden. Da er aber jetzt noch ~!m Amt ist und in der Lage, die Maschine der Agitation lind der Unruhestiftung zu lenken, ist man in die Enge getrieben. Wenn der Teilungsplan durchgellt, muß die Stellung des Mufti notwendigerweise beseitigt werden. Daher muß er mit letzter Krafi gegen die Teilung kämpfen. Jeder Araber, der eine versöhnliche Geste macht oder nicht ganz den Tcilungsplan als iiiiinögiich verwirft, muß erwarten, als Verräter angesehen und dem Terror ausgeliefert zu werden. Ein anderer Faktor auf der arabischen Seite, der die Stimmung gegen den Bericht bestärkt hat, ist eine Verlautbarung des Premierministers des Irak, Hikmat Sulciman, die an hervorragender Stelle in der arabischen Presse wiedergegeben wird und die etwa vorhandenen Befürworter des Plans entmutigt hat, dafür einzutreten. Zu dem Beschluß der palästinensischen Arbeiterpartei schreibt der Berichterstatter u. a,, daß die Tatsache von Bedeutung war, daß die Regierung keinerlei Absicht zeige, den Mufti abzusetzen. Dies wird 'dahin aufgefaßt, daß man dem arabischen Nationalismus freie Zügel läßt. Somit bedeutet der Mufti sowohl fiir Araber wie für Juden ein Hindernis, den Bericht ruhig auf seine Vorteile hin zu prüfen. Wenn die englische Regierung wirklich wünscht, daß er angenominell wird, würde es sehr viel dazu beitragen, wenn eine Ankündigung erfolgen würde, daß die Wahl eines neuen Präsidenten des moslemischen Oberrats frühestens stattfinden soll. Schenzvitt - Prozeß eröffnet In Jerusalem hat die Gerichtsverhandlung im Prozeß Schenzvitt, der des Mordes an Ing. Zwanger angeklagt ist, begonnen. Als einziger Richter fungiert der Oberste Riciitcr des Landes, Trusted. Diese in Kriininalfällcn seltene Erscheinung ist auf ein Gesuch des Angeklagten zurückzuführen. Zwei Aerzte sagten aus, daß Zwanger erwürgt worden sei. Sodann begann die Einvernehmung der Witwe des Ermordeten, die vermutlich einige Tage in Anspruch nehmen wird. Aus der Arbeit der HOG. Jerusalem. Die Hitachduth Olej Germania, Jerusalem, veröffentlicht ihren Arbcitsbericht für 193(1 37, aus dem hervorgeht, daß die Organisation in Jerusalem jetzt 550 Mitglieder umfaßt. Das von Frau Hilde Löwenstein geleitete Büro wurde von durchschnittlieh 900 Besuchern monatlich in Anspruch genommen; eine ausgedehnte Beratungstntigkeit konnte entfaltet werden. Das durchschnittliche Budget beträgt monatlich zwischen 90 und 100 Pfund, wovon durch Mitgliedsbeiträge etwa 20״!' aufgebracht werden. Außerordentlich rege war die Kulturarbeit der HOG.; insgesamt wurden von Januar 193(1 bis Juni d. J. 30 Vorträge gehalten. Einen besonderen Raum nimmt die Hebraisie rungsarbeit ein, die in Kursen und Chugim organisiert ist. in der Frage der Arbeitsvermittlung wurde ebenfalls erfolgreich gearbeitet. Die Kreditinstitution Kupat Milwe gab 1936 65 Anleihen im Werte von nahezu £ 2000 aus. Die Rückflüsse waren befriedigend. — Bei der letzten Generalversammlung wurde der Vorstand der HOG. Jerusalem in folgender Zusammensetzung gewählt: Dr. Julius Rosenfeld, Vorsitzender; ferner Alfred Berger, Dr. Harry Epstein, Max Goldreich, Dr. Arnold Hildesheimer, Richard Lichtheim, I)r. Joseph Marcus, Dr. Fritz Löwenstein, Dr. Fritz Noack, Frau Ccssi Rosenblüth, Dr. Alfred Wolfi, Dr. Georg Wollstein und Frau Siddy Wronsky. Die Tagung des Rates der Palästinensischen Arbeiterpartei (Jerusalem, 10. bis 12. Juli), an der sich 190 Delegierte aus allen Teilen Palästinas beteiligten, hat einstimmig einen ausführlichen Beschluß angenommen, in dein die Stellungnahme der Partei zu den Empfehlungen des Peel-Berichtes und zur Erklärung der Regierungspolitik zum Ausdruck gebracht wird. Der Text wurde von Berl Katzeneison redigiert. Die Resolution, die aus 12 Absätzen besteht, erklärt u. a., die willkürlich« Festsetzung eines Einwandcrungsmaximums für sämtliche Kategorien von Immigranten bedeute die Vernichtung mit einem Schlag des ganzen Status der Einwandcrung. Die Resolution ruft die Exekutive der Jewish Agency und die jüdische Oeffentlichkcit auf, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen diese noch nie dagewesene, weitgehende Beschränkung anzukämpfen. Die Peel-Kommission, so heißt es weiter, habe die Orenzen ihrer Befugnisse Überschriften, sich mit dem Mandat selbst beschäftigt und cs als undurchführbar verurteilt. Der Rat der Arbeiterpartei weise ein solches Urteil mit aller Entschiedenheit zurück; nicht das Mandat trage die Schuld an den Bedingungen, sondern die Palästina-Verwaltung, deren Pflicht es sei, das Mandat durchzuführen. Die Verwaltung habe von jeher illoyal gehandelt, indem sie das Mandat sowohl durch Taten als auch durch Unterlassung untergraben habe. Ferner behandelt die Resolution die beiden Alternativ- Vorschläge der Kommission. Der erste Vorschlag wahre die Form des Mandats, töte aber seinen Geist. Er bedeute die Liquidierung des Jüdischen Nationalheims. Der Rat der Arbeiterpartei erblicke aber auch keine Lösung der Frage im zweiten Vorschlag, der vorgebe, einen jüdischen Staat schaffen zu wollen. Die zionistische Arbeiterbewegung sei tiet verbunden mit der Herrischen Auffassung vom Juden- Staat, deren Zweck nicht die Befriedigung falscher Prestigebestrebungen sei, sondern die Lösung der Jtidenfrage durch Rettung von Millionen von obdachlosen, erwerbslosen Juden, Der Vorschlag der Kommission eröffne keine Aussicht aut die Absorbierung von jüdischen Massen. Die Einschließung in das Gebiet des Jiulensfaates von 5 000 000 Dunam, die zum größten Teil bevölkert sind, stelle einen Versuch zur Ein- Schränkung der Entwicklung des Nationalheimes dar. Während die Balfour-Deklaration anfänglich auf ein Gebiet von 60 Mil- Honen Dunam in beiden Teilen Palästinas angewendet werden sollte, wurde das Natioualheim 1922 auf Westpaläslina bcschränkt; die gegenwärtige Teilung reduziere es aut ein Fünftel des damals übriggelassenen Gebietes. Die Resolution zählt die Nachteile des von der Kornmission vorgeschlagenen Teilungsplanes auf: Abtrennung von Jerusalem; Ausschließung des Bezirkes Gaza, wo Juden bereits bedeutende Bodenkomplexe erworben haben lind große Aussichten auf Ansiedlung vorhanden sind; Sperrung des Negew, wo 60 000 Seelen auf 12 Millionen Dunam leben; Abtrennung der beiden Degania, der Wiegen der Arbeiter- Siedlung, und anliegenden Siedlungen, sowie des Hauptteiles der ßeisan-Ebene־, Entziehung des Ruthenberg-Werkes und der Pottasch-Konzcssion aus dem Gebiete des Judenstaates. Außerdem werde den Juden in den meisten Städten des zu bildenden Staates das Souveränitätsrecht verweigert; der Judenstaat werde genötigt, dem arabischen Staat einen delmitigenden Tribut zu zahlen; während der Uebergangsperiode werden die Juden einer Bürokratie unterstellt, deren Unfähigkeit und Feindseligkeit vollauf erwiesen worden seien. Aus d'esen Gründen sieht die palästinensische Arbeiterpartei keine Möglichkeit, den gegenwärtigen Vorschlag eines Judenstaates anzunehmen. Sie fordert die zionistischen Führer und die Bewegung auf, alle Anstrengungen zu machen, um den Mandatar zur loyalen restlosen Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Volke — Förderung der Einwanderung und der Kolonisation, Wahrung des Landfriedens — zu bewegen. Zum Schluß bringt die Resolution den tiefen Glauben der Arbeiterpartei an die Gerechtigkeit der Sache der Befreiung der Weltjudenheit und ihre Zuversicht auf den endgültigen Sieg zum Ausdruck. Nach Abschluß der Konferenz hat das Zentralkomitee der Partei einen Aufruf an den J i s c h u w, die Weitjudenheit und die zionistische Bewegung erlassen, in dem Die Aktionen der Araber Das Oberste Arabische Komitee erhielt eine ausweichende, nicht bindende Antwort von Ihn Saud, der einfacl'1 bemerkt, daß er vor keiner Anstrengung zuriiekweicheii wird, um eine gerechte Lösung des arabischen Problems zu finden, Die Antwort hat in arabischen Kreisen enttäuscht. Eine große Anzahl von Telegrammen und Botschaften sind bei dem Obersten Arabischen Komitee eingetroffen, darunter eine von der Jugendbewegung des Irak und eine vom Mufti von Mosul, die alle gegen eine Teilung Palästinas protestieren. Es gilt jetzt als unwahrscheinlich, daß die für den 17. Juli ein berufene Konferenz, der nationalen Komitees statlfinden wird, da U e b e r e i n s t i m 111 ti n g gegen eine Teilung Palästinas bestellt. Auni Abdul Haiti flog Mittwoch nach Bagdad, wo er Unterredungen mit dem Premier des Irak haben wird. Von dort aus wird er nach Genf Weiterreisen, wo er mit dem Mufti von Jerusalem und anderen Mitgliedern des Obersten Arabischen Komitees Zusammentreffen wird. Sie werden während der Sitzungen der Permanenten Mandatskommission dortbleibcn. Dem ״Haare/“ wird aus A m m a n berichtet, daß die Mehrheit dort den T e i I u 11 g s p 1 a n begrüßt, und zwar mit der Begründung, daß Amman die Hauptstadt des neuen arabischen Staates werden wird. Es wird allgemein angenommen, dajl der Posten des Premierministers Ragheb Naschasch ibi angeboten werden wird. Arabische Persönlichkeiten, die dem Obersten Komitee nahcstchcn, haben Vertretern ausländischer Zeitungen erklärt, daß die Durchführung der Teilung einen anti-britisehen Boykott seitens der arabischen Völker vom Mittel• meer bis zum Indischen Ozean nach sich ziehen würde. Die arabische Presse bringt zahlreiche Protestbe- Schlüsse von Körperschaften in Palästina und andere« Ländern, u. a. Aegypten und Irak, und veröffentlicht die Erklärung des Ministerpräsidenten von Irak, daß die Araber in der ganzen Weit den Teilungsplan bekämpfen und die Schaffung einer unabhängigen arabischen Regierung im ganzen Gebiet Palästinas anstreben werden. ״Al-Liwa“ beschwert sich darüber, daß der Bericht der Peel- Kommission, im Gegensatz zu früheren Berichten, die Ziozu heftigem Widerstand gegen di« Absicht der Regierung, Einwanderung und Bodenkauf zu beschränken, aufgefordert und Protest gegen die Vorschläge der Kgl. Kommission über die Abänderung bzw. Abschaffung des Palästina-Maildats erhoben wird. Einen ähnlichen Aufruf hat auch die Jüdische Gemeinde Jaffa-Tel Aviv erlassen. * Die Beschlüsse der palästinensischen Arbeiterpartei sind schon darum von besonderer Bedeutung, weil die palästinensische Arbeiterpartei den Kern der stärksten Kongreßfraktion bildet und ihre maßgebenden Vertreter auch in der heutigen Exekutive sitzen. Die Haltung der Arbeiterpartei wird daher die Entscheidung des K o n g r c׳ s s e s maßgeblich beeinflussen. Es wird ausdrück'ich hervorgehoben, daß der Beschluß einstimmig gefaßt wurde. Noch einen Tag vor Schluß der Konferenz war der Korrespondent der Londoner ״T i m e s“ der Meinung, daß die Konferenz in zwei Lager geteilt sei. Er meinte, die Scheidelinie verlaufe zwischen denen, die die Wichtigkeit einer sofortigen Erleichterung der Situation der Juden in Ost- und Mitteleuropa betonen und daher durch die Aussicht auf sofortige Verwirklichung eines jüdischen Staates verlockt werden, und denen, welche entschlossen sind, an den tirsprünglichcn Vorstellungen des Zionismus fest/uhalten ungcachtet (!er Schwierigkeiten und (ieirilircu, die dies mit sich bringt. Diese -— so schreibt der ״Tim cs״-Korrespondent — glauben, daß trotz der arabischen Gegnerschaft und trotz der von der Kommission vorgesehlagenen verkleinerten Ein- Wanderungsquote für den Fall, daß die Teilung nicht akzeptiert wird, die Kraft, Ausdauer und Energie der Judenheit, so groß sind, daß sie am Ende das erstrebte Ziel erreichen wird. Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht zeigt es sich, daß es doch zu einer ein 11 e i t I i c 11 c n Meinungsbildung gekommen ist; freilich ist auch hier --׳ wie im f alle des Aktions-Comites . schwer zu beurteilen, wie weit sich d i s s c n t i e r e n d e Delegierte dem Zw ang einer bestimmteil Taktik gebeugt haben. Jedenfalls ist die v er ö ff entlichte Stellungnahme eindeutig. Die Arbeiterpartei lehnt beide "feile des Kommissionsbenehtes unbedingt ab und verlangt eine weitere Ausführung öes Mandates -- also gerade das, was die Kommission als undurchführbar bezeichnet hat. Die Resolution scheint nach dem uns vorliegenden Auszug ein sehr wortreiches Dokument zu sein, dem der typische Charakter solcher Beschlüsse anhaftet, bei denen der Radikalismus einzelner Mitglieder durch immer neue Zusätze, die nicht gut abgewiesen werden können, sich auswirkt. Manche werden meinen, daß eine kürzere und prägnantere Fassung und der Verzicht auf manche Nchenbeinerkungen diese Kundgebung wirksamer gemacht hätte. Wir sind z. B. der Meinung, daß jeder, der den Bericht der Kommission aufmerksam liest und ihr merkliches Streben nach gewissenhafter Prüfung fühlt, die Belehrung an die Kommission, sie habe ihr Mandat überschritten, als überflüssig empfindet. Auch halten wir es für falsch, durch die Bezeichnung der vorgesehenen Geldablösung als ״demütigenden Tribut״ diese sachliche Frage mit Prestige-Momenten zu belasten. Aber wie immer dein sei, als Ganzes muß das bedingungslose Nein der Arbeiterpartei als wichtiges politisches Faktum zur Kenntnis genommen werden. Im übrigen hat bereits das R e s o 1111 i ״ n s f i e b e 1׳ eingesetzt. Aus allen Teilen der Welt kommen Nachrichten über Resolutionen, die von zionistischen l'arteien, Lanilesverbänden und Ortsgruppen gefaßt werden und sieh durchweg mit großer Schärfe gegen das P r o j e k t d e r P e e 1 - K o m - mission aussprechen. Wo im Rahmen dieser Kundgebungen eine positive Forderung erhoben wird, ist es die, daß England die Balfour-Deklaration und das Mandat!(neingeschränkt a u s f ii h r e n müsse, indem es die Erriditurig des Jüdischen Nationatheinis in ganz Palästina durchsetzt. nisten lobe, während die Araber und ihre Führer beschimpft werden. Das Oberste Arabische Komitee hat beschlossen, eine Delegation nach Genf zu entsenden, um gegen die Durchführung des Teihmgspianes zu kämpfen. Die Delegation, die am 19. Juli abreisen ־wird, besteht aus dem Mufti, Auni Abdul iladi und fünf weiteren Mitgliedern des Komitees. Verhandlungen mit N'aschaschihi, dessen Betciligung dem Komitee wünschenswert ersehe'nt, sind im Gange. Das Oberste Arabische Komitee hat eine Sitzung abgehalten, in der die Möglichkeit des Wiedereintrltts der Nashashibi-Partci in das Komitee besprochen wurde. In den Kreisen um den Mufti ist man zuversichtlich gestimmt über den Erolg der Einigungsbestrebungen und glaubt, daß der Zusammenschluß noch vor der Abreise der arabischen Delegation nach Genf erfolgen wird. _ Zeitungen verboten Die arabischen Zeitungen ״Al-Liva“ und ״Ad-Difaa“ sind für sechs bzw. vier Wochen verboten worden. Da ״Al- Jamia Al-Islamia“ bereits vor kurzem für zwei Monate verboten wurde, erscheint nunmehr nur noch ״Felestin". Das VAbot wurde verhängt, weil die beiden Zeitungen ein im ״Ai-Ahram“ (Kairo) erschienenes Manifest des sogenannten Palästina-Schutz-Komitees abgedruckt hatten, in dem der Bericht der Peel-Kommission verurteilt wird, weil er angeblieh die spätere Ucbergabe der mohammedanischen und christlichen Heiligen Stätten an die Juden anempfohlen habe. Die hebräische Tageszeit u n g ״H a b o k e r“ (Tel Aviv) wurde auf vierzehn Tage suspendier}, weil sie Artikel veröffentlicht habe, die ,*u Alarm und Verzweiflung Anlaß gegeben" hätten. Der Board of Directors der General Mortgage Bank of Palestine, Ltd., hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, wie irn Vorjahre 3 <V0 Zvvischendiviiiende, sowohl auf die Vorzugsaktien wie auf die Stammaktien der Gesellschaft, zu zahlen. Die Dividende ist wiederum am 1. September 1937 zahlbar. Das Hypothekengeschäft ist in den letzten Monaten lebhaft und die Geschäftsergebnisse des ersten halben Jahres entsprechen durchaus den Erwartungen.