Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-07-02 · Heft 52 (2.7.1937) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 52 (2.7.1937)
Date
1937-07-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653675--30934-2685513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 2. JULI 1937 Das neue Chuldah Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Aviv, 23. Juni 1937 Abseits von der großen Straße Einen Teil der Straße, die Tel Aviv mit Jerusalem verbindet, schießt das Auto in flirrender Geschwindigkeit dahin. Der Asphalt ist glatt, der Verkehr nicht übermäßig, die Landschaft liegt friedlich und etwas verschlafen da, und wenn etwas an die Zeiten des Vorjahres erinnert, wo man auch aut dieser Hauptarterie des Landes mir unter schwerer Bedeckung reiste, so sind cs die Schutzgitter der Autobusse, von denen man nicht recht weiß, ob sie ״noch“ dran sind oder ״schon wieder“ für künftige Notfälle angebracht sind. Mit der gleichen Geschwindigkeit rasen wir durch Ness Zionah, Rischon und Rcchowoth, an den kleinen Hausern von Kfar Bilu vorbei, aber dann ist es auch vorbei mit der Geschwindigkeit und dem Komfort der polierten Straße. Der Asphaltweg geht weiter nach Gazah im Süden, wir aber schwenken ab und das kleine Bübchen, das im Wagen sitzt und alle großen Neuigkeiten der Landschaft mit ^hungrigen Augen verschlingt, fragt plötzlich: warum springt das Auto so und warum gibt es hier so viel Tiere? Die Frage ist richtig. Das Kind kennt die glatten Straßen der Stadt und die gut asphaltierten Hauptwege, aber cs kennt wie sehr viele andere nicht die aus tiefen Löchern und spitzen Steinen bestehenden Landpfade, wo die Wasser der Wadis im Winter tiefe Canons in das Erdreich reißen. Und es kennt die jiidische Stadt, die motorisiert ist, lind wo sich nur gelegentlich ein Eselchen oder ein Pferd findet und es kennt die Siedlungen, wo der Motor das Pferd, die Maschine das Zugtier verdrängt hat. Hier sind wir in einem Stückchen Palästina, wo nicht überall die Asphalthänder die Landschaft bedecken und wo aut den Stoppelweiden die jungen Eselchen neben ihren Müttern herspringen, wo die Kamele wie mit der Feder gezeichnet gegen den Horizont stehen und die offenen Dreschtennen der arabischen Dörfer noch ebenso ausschen wie zu Zeiten der Bibel. Es ist ganz lehrreich, wieder einmal abseits der großen Straße zu fahren, w'o das Palästina, das wir in den letzten Jahren nur in einer dauernden, alles verändernden Entwicklung kannten, plötzlich statisch erscheint, unverändert durch die Jahrtausende, mit seinen aus Lehm und Strohdimg zusammengekneteten Hütten, mit seinen primitiven Schöpfrädern, mit seinen nackten Kindern und rund um die Tenne gehenden Ochsen, ohne Wege, ohne ßewässertmg, ohne Licht, wahrscheinlich auch ohne Schulen. Durch ein oder zwei arabische Dörfer geht der Weg, durch das alte Ekron hindurch, wo die Assoziationen aus der Simson- Geschichte auftauchen. Da liegt die Dorfstraße, mit den alten, heute sonderbar ammitenden großen Häusern, die noch Von der Administration des Baron Rothschild gebaut wurden, mit einer unvermittelt in die Landschaft gesetzten Synagoge, alles sieht verschlafen und recht verlassen aus. Bei Ekron liegt eine Tenne, genau so wie bei einem arabischen Dorf, genau so primitiv bearbeitet, denn die Bauern von Ekron beschäftigen entweder arabische Arbeiter oder sie geben ihren Boden stückweise kleinen arabischen Pächtern und die. bestellen ihn, wie sie es seit Jahrhunderten gewohnt waren. So geht es von Ekron weiter, durch eine harte wasserlose Landschaft, wo man von ferne die dunkelgrünen Plantagen der anderen Kolonien sieht und den Wald von Chuldah. Dieser holprige Weg ist heute von einer ganzen Kette von Autos und Autobussen befahren, map sammelt sich aus Tel Aviv und Jerusalem, aus den verschiedensten Landwirtschriftlichen Siedlungen zur Feier der Grundstein- 1 e g u n g des neuen C h 111 d a h. Die Geschichte einer Siedlung Es ist etwas Sonderbares um das Schicksal bestimmter Siedlungspimkte im Lande. Da gibt es solche, die von vornherein einen guten Start haben und nach ein paar Jahren schon in voller Prodiiktionskraft und Expansion dastehen, so daß es dem Besucher scheinen will, als wäre hier durch Zauberkraft im Handumdrehen etwas geschaffen. Wenn man dann näher hinsieht, erkennt man freilich, daß der äußere Schein zu einem guten Teile trügt, daß schwerste Not und schwerste Mühe im Hintergründe des Erfolges stehen, daß eine Schicht der Siedler nach der andern hier bis zur äußersten Anspannung der Kräfte gearbeitet hat, um den Fortschritt zu sichern. Aber der Fortschritt ist da und er ist auf den ersten Blick zu erkennen. Und dann wieder gibt es Punkte im Laude, die Jahre und vielleicht Jahrzehnte hindurch nicht von der Steile kommen, wo die äußeren Bedingungen sich als so schwer erweisen, daß man ihrer nicht Herr werden kann und man findet den Ort nach einer langen Zeitspanne kaum verändert, vergraben in Mühe, Sorge und Armut und einem fast aussichtslos erscheinenden Kampf. Zu diesen letzteren Orten gehörte Chuldah. Als Dr. R u p p i n als der Leiter des Palästina-Amtes 1903 ins Land kam, um mit der zionistischen Siedlung zu beginnen — die Kolonisationswerke, die vorher waren, gehörten zur Arbeit des Barons Rothschild und der von ihm gegründeten Gesellschaff —, hatte_ der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajcmeth LejisraelJ an vier Stellen Boden zur Verfügung, und zwar in Ben-Schemen, Kinereth, Chuldah und Chittin. Von Siedlungsbedingungen hatte man damals nur sehr nebelhafte Vor- Stellungen, insbesondere wenn es sich darum handelte, das Land nicht nur zu besitzen und durch arabische Pächter oder Lohnarbeiter bestellen zu lassen, sondern durch Juden selbst zu bebauen. Die Geldmöglichkeiten waren für unsere heutigen Begriffe geradezu lächerlich beschränkt und es ist sehr lehrreich für uns, von Ruppin zu hören, mit welchen Summen er 1908 a!1 seine Aufgabe herauging. In Chuldah sollte wie in Bq1 Schemen eine Baumpflanzung zum Andenken an HerzI angelegt werden. Es waren dort im Jahre 1905 gegen 2000 Dunam Boden erworben worden, warum gerade dort, wußte eigentlich niemand. Der Platz war von der arabischen Stadt Ramleh aus in IC Stunden zu Wagen auf einem Wege, der kaum einer war, zu erreichen. Und was schlimmer war, es gab kein Wasser am Orte. Man benutzte den Brunnen des arabischen benachbarten Dorfes, aber das reichte nicht hin und nicht 11er, und oft mußte Wasser für die notwendigsten Bedürfnisse in Fässern angefahren werden. Wasser Die Suche nach dem Wasser ist für Chuldah die eigentliche Geschichte des Ortes. Fast dreißig Jahre lang, im Grunde seit seiner Begründung bis heute, hat man Wasser gesucht. Noch Ruppin hat in den ersten Jahren dort gebohrt, mit damals im Lande völlig neuen Maschinen, ohne Fachkräftc, unter größten finanziellen Schwierigkeiten und — ohne Erfolg. Und alle Suche nach Wasser ist in diesen dreißig Jahren auch ohne Erfolg geblieben. Ohne Wasser aber war eine gedeihliche Entwicklung des Ortes unmöglich. Bis zum Kriege war Chuldah eine Art Farm, ähnlich wie Ben Schemen eine war, dann wandelte cs sich in eine Kwuzah um, aber das Maximum, was man erreichen konnte, war ein kümmerliches Sichdurchsehlagen, es ging nicht vorwärts. Die Unruhen von 1929 zogen Chuldah in fürchterliche Mitleidenschaft. Hier wurde einer der bösesten Ueberfälle abgewehrt, er kostete Menschenopfer, der Wald wurde in Flammen gesteckt, die Häuser schwer beschädigt. Wie aber fast immer gerade in solchen Fällen, ließ man sich nicht dazu bringen, den Punkt aufzugeben. Die Bedingungen schienen aussichtslos, die Wasserfrage war nicht gelöst, die Sicherheitsfrage ebenso wenig. Dennoch fand sich sofort eine Gruppe der ״Gordoniah“, eines Teiles der Chaluzbewcgung, die sich nach dem Arbeiterphilosophen A. D. Gordon nannte, die vom KKL verlangte, nach Chuldah gehen zu dürfen. 1929 ging Chuldah in Flammen auf. 1930 Unterzeichnete die Kwuzah der ״Gordoniah“ einen Vertrag mit dem KKL, indem sie es unternahm, an Stelle der verbrannten Bäume neue zu pflanzen, die Häuser zu reparieren, die Oelbaumpflanzungen zu bearbeiten. Da aber kein Wasser am Orte war, konnte die Wirtschaft nicht entwickelt werden und die Gruppe suchte sich Außenarbeit, um das Nötigste zum Leben zu verdienen. Das war zu Beginn in dieser abseitigen Umgebung reichlich schwer und die Bedingungen wurden erst besser, als die Pflanzungsgesellschaft ,.Jachin“ die Mitglieder von Chuldah in größerem Maße in ihren Pflanzungen in und bei Naanah beschäftigte, Als ob es mit dem Wassermangel und der von den großen jüdischen Zentren abseitigen Lage noch nicht genug wäre, machte die Kwuzah bald eine schwere Typhusepidemie durch, an der einige Leute starben, andere schwer krank lagen. In dieser Zeit schien die Existenz Chuldalis wieder aufs schwerste gefährdet. Man erholte sich von diesem Schlag schließlich doch, es wurde der erste Anfang neuer Wirtschaftszweige gemacht, ein paar Kühe, ein paar Hundert Schafe, Bienenstöcke fanden ihren Weg in den alten Wirtschaftshof. Chuldah heute Wenn man heute nach Chuldah kommt, packt einen der ganze Jammer dieser schweren dreißig Jahre, und über allem liegt der Widerschein der endlosen Kämpfe. Da liegen noch die alten, für unsere heutigen Begriffe so unpraktischen Häuser, der große Hof, der in seiner Art einem arabischen Chan ähnelt, die Wirtschaftsgebäude sind überaus dürftig. Versöhnend wirkt nur der große Olivenhain, der Chuldah vorgelagert liegt und der Schatten der großen Palmen und Zierbäume, die das Haus umgeben. Es ist, als wäre hier die Zeit stillgestanden und hätte alles so gelassen, wie es vor langem war. Beratungen in Damaskus ״Geplante Vereinigung Palästinas mit Syrien" Es verlautet, daß Fakhri Nashashibi und der Bürgermeister von Nablus nach Damaskus ahgereist sind, wo sie im Aufträge der Anti -Mufti -Opposition der Agitation des Mufti gegen den Emir Abdullah entgegenwirken sollen. Der Tel Aviver ״Haboker“ meldet aus London, daß der Gegensatz zwischen dem Mufti von Jerusalem und Emir Ahdullah von Transjordanien nach den Informationen, die die Londoner politischen Kreise erhalten haben, sich in letzter Zeit bedeutend verstärkt hat. Von einigen syrischen Politikern werde der Versuch gemacht, Frieden zwischen dem Emir und dem Mufti zu stiften. Zu diesem Zweck schlagen sie vor, daß Abdullah der weltliche Herrscher des neuen arabisehen Reiches, der Mufti aber sein geistliches Oberhaupt werden soll. Diese Vermittlungsversuche haben jedoch bisher nicht zu einem Erfolg geführt. Inzwischen finden Unterredungen zwischen dem Emir Abdullah und der svrischcn Regiertmg über die geplante Vereinigung Syriens mit Palästina statt. Der Emir wird sich auch nach dem Irak begeben, um mit der dortigen Regierung Fühlung zu nehmen. Sollte es gelingen, einen Z ti s a m m e 11 s c 111 ti IS des arabisehen Teiles von Westpalästina, Syriens, Transjordaniens und dos Irak herbciziiführen, dann durfte der V i e r 111 ä c h t e - pakt zwischen Irak, Persien, der Türkei und Afghanistan scheitern, woran England starkes Interesse hat. (Diese Berichte beruhen wie alle anderen zunächst nur auf Kombinational. — A. d. R.) l111i111111111111111111111111111;11111!1m111m11!111n!1111m111!111!111m11(1111111111111!111:111111111!1M111111111M11111111mm111!11u11111!1111!111 Die ״lleading־Kraftstation“bei Tel Aviv je*י•'׳. . וי**ע-, Am Nordrand von Tel Aviv, jenseits des Jarhons, wurde soeben rnit dem Bau des neuen Rulhenberg-Eleklriziläls- Werkes begonnen, das nach Lord Re a ding benannt wird. Am Bau sind bereits heute viele Hunderte Arbeiter, auf Grund des neuen Abkommens zwischen der Hisladruih und der Revisionistischen Gewerkschaft (s. ״J. II." Palästina- Umschau vom 4. Juni 1937), beschäftigt, lieber den Jarkon wurde eine neue Brücke gelegt, 1־!>to: R.Wei.,en1tcin, T«!Aviv Das Fest Der große Hof an dem großen verwitterten Steinhaus aber ist heute voll von dem Gelächter und den eifrigen Unterhaltungen der Gäste, die in Massen von überall zusammengekommen sind. Würfel von gepreßtem Stroh sind übereinandergehäuft und bilden die Bühne und dort singt der Chor der Kwuzah in einer Art Sprechchor von der Geschichte des Ortes und der Such e n ach Wasse r. In der hebräischen Sprache und der palästinensischen Landschaff klingt alles an den Tenacli an, an die knappen und dabei so farbigen Erzählungen der Bibel. Von dieser ersten Bühne unter dem Schatten des alten Hofes wandert die Gesellschaft in einer langen Schlange hinüber nach dem Hügel, wo das neue G h u 1 d a h gebaut werden soll. Es ist ein sonderbares Bild: Arbeiter in Hose und Hemd, städtisch gekleidete Frauen und Männer, Kinder dazwischen und zu beiden Seiten Burschen zu Pferd, zum Teil mit dem bunten fransenbehängten arabischen Sattel, das Gewehr lihei der Schulter. Auch ein paar Araber, Fellachen aus dem henachbarten Dorf, sind gekommen und sehen und hören neugierig zu. An der neuen Stelle wird der Grundsrein für das neue Haus gelegt, der erste Baum gepflanzt und dann sitzt die ganze Gesellschaft wieder auf Strohhündeln, die in einem Halbkreis gehäuft sind, und auf der kleinen primitiven Hol/bühne stehen die Repräsentanten der verschiedenen Institutionen und halten die Festreden. Man hätte meinen dürfen, daß ein solches Fest an einem solchen Ort ein Moment des Ansruhens sein mußte, der Entspannung, eine Art Atempause. Aber davon ist nicht das Geringste zu spüren. In dem Fest, in den Reden, in der ganzen Ver- Sammlung herrscht auch heute die Anspannung, tlie last atemlose Anstrengung, die nötig war, um die letzten dreißig Jahre hindurch Chuldah nicht auf/ugehen. Es ist ein Fest, aber es ist wie eine Art Kampffest. Und es ist einleuchtend, daß es so ist. Denn hier ist ja nichts anderes gegeben als ein neuer Start, nicht einen Abschluß feiert man, .sondern einen neuen Anfang. Der Plan für die Zukunft Für das neue Chuldah ist zweierlei geschehen: man hat eine Röhre von Naanah nach Chuldah gelegt und gißt damit dem Ort die Möglichkeit, 20(1 Dunam zu bewässern. Damit ist /.um ersten Male die Wasserfrage einer Lösung näher gebracht und der Kwuzah das Minimum einer Existenzbasis gegeben. Und man hat sich nach langen Zweiteln doch entschlossen, die neuen Häuser nicht an dem alten Hof zu bauen, sondern sie lw Kilometer davon auf einen Hügel zu legen, der freie Aussicht nach allen Seiten hat und strategisch günstig ist. Außerdem hat die Kwuzah ein Budget für den Wirtschaftsaufhau von •10 Familien erhalten und. so beginnt für Chuldah eine neue Periode« Es wird geplant, Getreide, Futter, Oliven, Wein, Obst, Orangen zu ziehen, Kühe, Schafe, Bienen und Hühner zu halten. Nach dreißig Jahren eines hartnäckigen Kampfes beginnt Chuldah mit dem Aufbau einer modernen Wirtschaft. Wenn man nach dem Pest den Ort verläßt und die Lahnen auf der primitiven Bühne im Meerwind flattern sieht, fragt man sich, ob man nach einigen Jahren das neue Ciitildah vorfinden wird. Die Mitglieder der Kwuzah aber wandern den Weg zu ihrem alten Hof zurück in dem Bewußtsein, daß sie endlich imstande sind, ihre Arbeit mit den nötigen Hilfsmitteln zu beginnen. QerUchte um Wauchope Der ״New York Times“ wird aus Jerusalem ״aus zuverlässiger Quelle“ berichtet, daß als Nachfolger von Sir Arthur Wauchope der frühere Gouverneur von Bcngalien, Sir John Anderson, zum High Commiss'oncr von Paliistina ernannt werden soll. Man erwarte, daß der neue High Commissioner den Terror in Palästhia mit eiserner Faust unterdrücken wird. ״New York Times" meldet weiter, Wauchope habe die Berufung ins Oberhaus ahgelehnt und werde zum Gouverneur von Neu-Siidwales ernannt werden. Von amtlicher Seite in London wird der jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß die Meldungen der ״New York Times“ über eine Neubesetzung des ()berkommissariats in Palästina reine Kombination sind und jeder tats ä c h 1 i c 11 e ת ü r u 11 d läge e n t b e 11 r e n. Kapitalerhöhung bei Ruthenberg Wie im Handelsblatt der ״Times“ mitgeteilt wird, wird die Pa lest jne Electric Corporation (Ruthenberg) auf ihrer Generalversammlung am 15. Juli eine Erhöhung des Kapitals von 2,5 Millionen Pfund auf 1 ,Millionen Pfund Vorschlägen. Die Aktien werden zur Zeichnung zur gegeheilen Zeit aufgelegt werden. Das Direktorium hat beschlossen, die Ausschüttung einer endgültiger, steuerfreien Dividende von 5 11 ״ zu empfehlen; mit der bereits ausgezalilten vorläufigen Dividende von 2' ׳■.! ergibt sich somit eine steuerfreie Dividende von 71 ״ ■׳ für das Jahr 1937. Die Einnahmen der Gesellschaft betrugen 1936 C 582 765 gegen 4384-13 im Jahre 1935, der Gewinn für 1936 beträgt ■t 242 298, Die Kapitalerhöhung dient der Errichtung neuer Stationen (siche nebenstehendes Bild). Die Entschädigungen Die Kommission zur Prüfung der Ansprüche auf Ent- Schädigung im Zusammenhang mit den Unruhen hat eine Anzahl von Forderungen erhalten, die von Arabern angemeldet wurden. Die Forderungen von Angehörigen derjenigen Araber, die ün Kampf gegen Militär oder Polizei gefallen sind, wurden abgewiesen, während eine kleine Anzahl von Ansprüchen zur Prüfung angenommen wurde. 1111 englischen Unterhaus fragte Abg. Wedgwood den Kolonienminister, ob nur E n t s c h ä digungsfor d e r u 11 - gen für Schäden an Leih und Leben in Palästina geprüft werden oder ob auch die Beschädigung von Feldern, Vieh und Autos in Betracht gezogen werden würde. Der Kolonienmiiiistcr antwortete, daß die Zahlung von Entschädigungen für Verluste an Leib und Lehen bereits ge 11 ehmigt wurde. Vor kurzem habe er von dem High Commissioner weitere Vorschläge über Ersatz von Schäden an gewissen Eigentumskategorien erhalten. Diese Angelegenheit werde jetzt erwogen, — Colone! Wedgwood: Isi es 11‘idit an der Zeit, daß in dieser Sache eine Entscheidung getroffen wird, da ja der Schaden vor über einem Jahr angerichtct wurde? — Minister Ormsby-Gorc: Nein. Die Schäden dauerten ununterbrochen während des letzten Jahres an. Palästina stellt unter der Kontrolle des Schatzamtes, Ich muß die Mithilfe des Schatzamtes verlangen; alle diese Entschädigungsfragen sind immer sehr komplizierte Angelegenheiten. \ \ ■״\ \ ' \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.