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Jüdische Rundschau · 1937-06-25 · Heft 50 (25.6.1937) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 50 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 50, 25. JUNI 1937 PALÄS TI NA-BLATT Oekonomlsche Sorgen Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Aviv, 13. Juni 1937 Die Wirtschaft und nlchtfikonomlsche Einflüsse Auch in der gegenwärtigen Stagnation, wie schon mehrmals in früheren Perioden dieser Art, sind die wirtschaftlichen Geschehnisse in Palästina nur zu einem bestimmten Teil durch rein wirtschaftliche Entwicklungen zu erklären. Ein Land, das zu einem sehr hohen Maße von der Außenwelt abhängig ist, in der Einwanderung von der englischen Politik, im Kapitalimport von dem Druck, der auf den Judenheiten der Länder der gesamten Welt lastet, registriert in seiner Ent- Wicklung mit erstaunlicher Genauigkeit die Geschehnisse in Polen, in Südafrika, in Amerika usw. Vergrößerter Druck auf die jüdischen Massen in Polen verstärkt den Drang zur Immigration nach Palästina, preßt jüdische Kapitalien ins Land (wenn sie nicht, wie in den letzten Jahren, durch Devisensperren aufgehalten werden), eine Belebung der atnerikanisclien Wirtschaft, an der die dort in Massen konzen- Werten Juden automatisch teilnehmen, vergrößert die Einnahmen der nationalen Fonds. Spiegelt sich so in der nationalen wie in der privaten jüdischen Wirtschaft des Landes das Geschehen in der Weltwirtschaft und die bessere oder schlechtere Lage der verschiedenen Judenzentren, so verfehlen zugleich die politischen Entwicklungen im Lande selbst nicht ihren Einfluß auf die Wirtschaftsläge. Rein politische Wirren wie die des vorigen Jahres mußten selbstverständlich in der Oekonomie des Landes tiefe Spuren!unterlassen. Und in den letzten Monaten hat kein wirtschaffliches Moment so retardierend auf die Wiederbelebung der hiesigen Wirtschaft gewirkt, wie das Warten auf den Bericht der Königlichen Kommission. Wenn die politische Zukunft völlig in der Schwebe ist, wenn niemand genau sagen kann, welche Wege die englische Politik in Palästina einschlagen wird, wenn über die Formung neuer staatlicher Gebilde und die Absteckung neuer Grenzen gesprochen wird, werden sich nicht so leicht die Unternehmer finden, die an neue Werke herangehen. Das Kapital liegt in den palästinensischen Banken und wartet ab. Die große Welle, die Palästina bis vor dem Beginn der Unruhen vorwärts trug, ist zum Stillstand gekommen und droht sich in eine rückläufige Bewegung zu verwandeln. Der dynamische Faktor ausschlaggebend In einer ״normalen Wirtschaft“, worunter hier die eines Landes, das bereits in seiner vollen Entwicklung steht, verstanden sein soll, würde ein starker Rückgang der Investitionen allein keine ernste Schwierigkeit bedeuten. Denn die Neu-fnvestitionen bilden nur einen kleinen Sektor aus dem Gesamtkreis und können demnach die Wirtschaft nur zu einem geringen Teile beeinflussen. In Palästina liegen die Dinge, da es sich um ein in der Entwicklung befindliches Kolonisationsland handelt, umgekehrt. Hier ist der ״dynamische Sektor“ also der Teil, der mit Neuinvestitionen zu tun hat, verhältnismäßig sehr groß, der ״statische“, also die bereits im Lande verwurzelte, nicht auf neue Kapitalien und neue Menschen angewiesene Wirtschaft, von geringerem Gewicht. Je stärker der dynamische, also der neue Wirtschaftsteil ist, desto stärker macht sich die Einwanderung und der Kapitalimport bemerkbar. (Man kann es auch umgekehrt formulieren: je stärker Kapitalimport und Immigration, desto mächtiger der dynamische Sektor.) Die große Prosperität der letzten Jahre war zum überwiegenden Teil den neuen Kapitalien und Menschen zu verdanken. Mit dem Moment, wo diese Bewegung abschwoll, war der jüdischen Wirtschaft die Aufgabe gestellt, ohne ihren starken Ansporn auszulcommen und sich auf einer statischen dauernden Grundläge auszubalancieren, zumindest, bis mit einer neuen Einwandemngswelle die dynamischen Kräfte wieder genügend in Funktion treten. Da das ein sehr schmerzvoller und schwieriger Prozeß ist, geht diese Angleichung nicht ohne erhebliehe Erschütterungen vor sich. Außerdem ist es bisher nicht gelungen, auch für die Uebergangszeit, bis zum Ansatz eines neuen Aufschwungs, genügende Mittel zur Ankurbelung zu konzentrieren, die das Rad der Wirtschaft in einer wenigstens durchschnittlichen Bewegung halten können. Die gegenwärtige Lage Die bestehende Stagnation hat sich heute so ziemlich auf alle Wirtschaftszweige ausgebreitet. Auf dem Baumarkt ist ein steiles Absinken der Bewegung zu verzeichnen, was durch die abgeschwollene Einwanderung und die abwartende Haltung des Kapitals leicht zu erklären ist. In der Z i t r u s - Wirtschaft hat die schlechte Saison selbstverständlich jede Neuinvestition gestoppt (schon in der vorigen Saison waren bekanntlich die Neupflanzungen aus Angst vor einer überstürzten Expansion der Orangenwirtschaft sehr stark zurückgegangen). Außerdem aber leidet durch die Geldnot der Pflanzer auch die Bearbeitung der bestehenden Plantagen. Während der Ernte absorbierten die Pflanzungen für Pfücken, Sortieren, Packen und Transport eine große Anzahl von Arbeitern, aber nach Abschluß der Ernte (das ist ein normaler Prozeß) wurde ein großer Teil davon freigesetzt. Die Beschäftigung der Leute in der regulären Bearbeitung jedoch ist vielfach •dieses Jahr über Gebühr eingeschränkt worden, weil die Pflanzer nur das unumgänglichste für ihre Anlagen tun, jede Ausgabe aber, die darüber hinaus geht, vermeiden und manchmal nicht wissen, wo sie das Geld für die notwendigsten Arbeitsvorgänge hernehmen sollen. Auch in der Industrie liegen die Verhältnisse schwierlg. Zum Teil ist das auf den Rückgang im Bau zurückzuführen, mit dem ja ein erheblicher Prozentsatz der hiesigen Industrie eng verbunden war. Außerdem wirkt sich vor allen Dingen die stark verminderte Kaufkraft des Publikums aus. Auch die Verteuerung der Rohstoffe auf dem Weltmarkt spielt eine Rolle. Die Uebersehwemmung Palästinas mit ausländischen Waren ist geringer geworden, weil die bessere Lage im Inlande die verschiedenen Länder nicht mehr dazu zwingt, ihre Waren zu niedrigen Preisen zum Export zu bringen. Diese Erleichterung genügt jedoch nicht, um die genannten erschwerenden Momente auszugieicfien. Außerdem zeigen sich'in einer Situation des Stillstands wie der jetzigen mehr als früher die inneren Schwierigkeiten vieler Unternehmungen, technische Fehler, Unterkapitalisierung, zu große Generalkostcn, da die Unternehmer auf eine weitere Konjunktur hofften und ihre Werke auf einen Umfang einstellten, den die Wirtschaft nach dem Abschwcllen der Ein- Wanderung nicht erreichte. Während die allgemeine wirtschaftliche Lage gut war, kamen die inneren Schwächen der Industrie nicht so stark an die Oberfläche oder wurden durch gute Marktbedingungen weniger spürbar, im gegenwärtigen Moment vereinigen sich die inneren mit den äußeren Schwierigkeiten und verstärken einander. In der gemischten Landwirtschaft, die vielfach während des arabischen Streiks im vorigen Jahre einen Antrieb zur Entwicklung und Vergrößerung neuer Produktionszweige erhielt (Gemüse) macht sich die Verringerung der Kaufkraft bemerkbar, so daß Schwierigkeiten beim Absatz von Waren, insbesondere von Gemüse, bestehen. Es gib! unter den Experten «ine Auseinandersetzung darüber, ob es sich hierbei, wie auch bei anderen Zweigen der Wirtschaft, um eine zu große Produktion oder zu geringe Konsumtion, also geringe Kaufkraft handelt. Es ist dieselbe Fragestellung, wie man sie bei europäischen Krisen gewohnt ist, und ihre Beantwortung ist gerade in Palästina recht deutlich. Nicht eine zu rasch« Ausbreitung der Produktion ist für die Lage verantwortlich, sondern eine Schrumpfung der Kaufkraft, die sonst nach Palästina sozusagen fertig durch die Einwanderung in immer neuen Wellen importiert wurde, jetzt geringer geworden ist, weil die Immigration fast aufgehört hat, zugleich auch die Kaufkraft des Jiscliuw im Lande geschwächt worden ist. Mittel zur Abhilfe Aus dem, was im ersten Absatz gesagt worden fsf, daß nämlich ein großer Teil der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich aus den politischen ableitet, ergibt sich bereits, daß eines der wichtigen Heilmittel für die gegenwärtige Stagnation auf nichtwirtschaftlichem Gebiete zu suchen ist. Sobald sich die politischen Nebel lüften, sobald das Kapital wieder Politik und Sicherheit Auf einen jüdischen Autobus, der aus Jerusalem zum Toten Meer unterwegs •war, .wurden mehrere Schüsse abgegeben. Untersuchungen ergaben, daß die Schüsse von Gegnern des Emirs Abdullah in der Absicht abgefeuert wurden, die nach Amman reisenden palästinensischen Abordnungen, die von der arabischen Oppositions-Partei entsandt waren, in ihrem Vorhaben zu stören; aus Versehen wurde jedoch der jüdische Autobus angegriffen. Parteigänger von Naschas c h i b i legten bei der Regierung energischen Protest ein, woraufhin starke Polizeipatrouillen zur Bewachung der Chaussee, die nach Transjordanien führt, abgeordnet wurden. Die Opposition innerhalb des Obersten Arabisehen Komitees hat beinahe vollkommen aufgehört, sich an der Tätigkeit des Komitees zu beteiligen, ohne jedoch offiziell ihren Austritt anzumelden. Das Fernbleiben Naschaschibis anläßlich der Audienz, die der High Commissioner vor kurzem einer Abordnung des Komitees gewährte, wird auf diese Weise erklärt. Umfangreiche Manöver fanden vorige Woche in den Bergen um Nablus unter dem Kommando von General Dill statt, wobei die Truppen von Flugzeugen unterstützt wurden. Nach dem Attentat auf den Generalinspektor der Palästinapofizei, Roy G. Spicer, sollen laut ״Felestin“ zwei neue Regimenter aus Aegypten nach Palästina gebracht worden sein. Zwei Führer der Mufti-Partei sind behördlich gemaßregelt worden. Der eine, ein Sekretär des Mufti, namens Sauwa Junis e! Husseini, wurde für sechs Monate nach Jericho verbannt und unter Polizeiaufsicht gestellt, der andere, Munailal Laban, wurde, ebenfalls für ein halbes Jahr, nach Bet Dschibrin im Kreis Hebron verschickt. Zwei Araber, die Mittwoch in früher Morgenstunde durch die Benjchuda-Straße in Jerusalem zur Arbeit gingen, wurden von «inem Unbekannten angeschossen, wobei einer schwer, der andere weniger ernst verwundet u'urde. In einem von der Polizei herausgegebenen Cotnmuniqud heißt es, daß der Angreifer als Jude bezeichnet worden sei, während Augenzeugen berichten, daß es sich um einen Araber handele. Der 55jährige Joseph Prigoda, der einer der ältesten sephardischen Familien Jerusalems angehört, ist in seinem Geschäft in der Altstadt von einem Araber durch Revolverschüsse schwer verwundet worden. Sein Zustand ist ernst. Nach einer Meldung des ״Times“-Ko!respondenten ist der Verwundete der letzte Jude, der in dein chrislichen Viertel der Altstadt noch gewohnt hat. Der Bürgermeister und zehn angesehene Bürger der arabischen Stadt Khan Yunis, der südlichsten Stadt Palästinas, wurden nach einem anderen Bezirk verbannt, nachdem in der Gegend ständig Telephonleitungen durchschnitten worden waren. Im Dorfe Os ha bei Ramat Jochanan wurde ein Arabg• verhaftet, der nachts von Hilfspolizisten dabei ertappt wurde, wie er an eine Keren Kajemeth-Waldung Brand legen wollte. Wirtschaft Die arabischen Zeitungen melden, daS die Eigentümer des an Waadi Chawarit (Emek Chef er) anschließenden Gebietes von Waadi Kabana mit Vermessungsarbeiten zum Zweck des Boden Verkaufs an Juden begonnen haben. Das zu verkaufende Gebiet umfaßt 12000 Dunam. ״Felestin“ berichtet, auch die Beduinen im Gebiet von Beer Schewa hätten begonnen, Boden an Juden zu verkaufen. In der Kolonie R a a n a n a wurde die Entsumpfung einer Bodenfläche von 25 Dunam in Angriff genommen. Die Arbeit steht unter der Leitung des Direktors der Tel Aviver Gesundheitsabteilung. Fünfzig bis sechzig Arbeiter werden weiß, welche Zukunft es in Palästina zu erwarten hat, löst sich von selbst die wirtschaftliche Erstarrung, unter der wir heute leiden. Damit freilich ist auch bereits gesagt, daß die Lösung dieser Erstarrung nicht von heute auf morgen vor sich gehen kann, denn wir haben aus bitterer Erfahrung gelernt, daß die Lösung politischer Wirren lange Zeit fordert, Die Publikation des Peel-Berichtes bekommt in diesem Zusammenhang auch ein hohes wirtschaftliches Interesse; leider ist ja die Veröffentlichung irjnner wieder hinausgeschoben worden und ihr Zeitpunkt steht auch jetzt trotz allen Gerüchten nicht offiziell fest. Da wir über die politischen Faktoren nur begrenzta Macht haben, müssen wir uns zur Behebung der Wirtschafts* komplikationen an das rein ökonomische Gebiet halten. Hier hat uns die Geschichte Europas in den letzten Jahrzehnten gelehrt, daß da, wo der natürliche Kreislauf für den Antrieb nicht ausreicht, eine künstliche Ankurbelung eintreten muß, indem öffentliche Arbeiten und eine großzügige Sozialpolitik so weit wie möglich Arbeit und Brot schaffen, ohne den Markt mit Waren zu belasten, in Palästina gehen in der Tat auch die Pläne der leitenden wirtschaftlichen Institutionen in die Richtung verschiedener öffentlicher Arbeiten, die für die Tausende, die aus dem Arbeitsprozeß geworfen wurden, Beschäftigung schaffen und damit auch die allgemeine Kaufkraft heben sollen. In diesem Zusammenhang sind die geplanten Arbeiten der Stadt Tel Aviv zu erwähnen, die aus der neuen Anleihe finanziert werden sollen, deren Vorbereitung jedoch aus verschiedenen Gründen sehr lange Zeit in Anspruch nimmt. Der Bau der neuen Kraftstation von Rtitlienberg am Jarkon ist eine weitere Arbeitsquelle. Eine Reihe von anderen Projekten werden von der Jcwish Agency mit Hille der nationalen und halbnationalen Gesellschaften geplant. Jedoch läßt sich nicht leugnen, daß alle diese Dinge nur langsam vorwärtskommen, daß der Druck auf dem Arbeitsmarkte sich stark bemerkbar macht und daß die sehr lückenhafte Sozialfürsorge sehr viele Härten mit sich bringt, so daß der einzelne Arbeitslose schwer unter seinem Los leidet. Es ändert an diesen schweren Einzelschicksalen wenig, daß nach allen Schätzungen auch heute noch die Zahl der Arbeitslosen in Proportion zur Gesamtzahl der Arbeiter heute nicht übermäßig ist. Eine großzügige, baldige Ankurbelungsaktion der Wirtschaft ist von höchster Wichtigkeit, da sie für den Augenblick Erleichterung bringt, zudem auch für die Dauer dazu dient, weitere Rückstöße ,abzufangen. eine Zeitlang mit dieser Arbeit beschäftigt sein, die einen Kostenaufwand von 4000 Pfund erfordert. Im Gebiet des Tel Aviver Hafens wurde eine Reihe neuer Arbeiten mit dem Zwecke der Erweiterung des Hafens in Angriff genommen. Unter anderem ist mit dem Bau von sechzehn neuen Hafenbooten begonnen worden, die demnächst dem regelmäßigen Verkehr übergeben wer* den sollen. In Haifa ist unter Beteiligung von mehr als 120 Firmen die erste Industri (-Ausstellung eröffnet worden. An den Eröffnungsfeierlichkeiten nahmen die Vertreter der Jewish Agency, des Waad Leumi, des Industriellenverbandes u. a, teil. Die Ausstellung dauert zwölf Tage. Laut den von der Regierung veröffentlichten Ziffern wurden im ersten Vierteljahr 1937 von Juden insgesamt 6200 Dunam Boden zum Preise von 85 500 Pfund, d. h. durchschnittlich 13,8 Pfund pro Dunam, bei Arabern gekauft. Wegen Materialmangels sind die Arbeiten auf dem Flugplatz in Lydda, der der größte Flughafen des Nahen Ostens werden soll, vorübergehend eingestellt worden. Laut ״Fclestin“ hat die Regierung öffentliche Arbeiten in Jaffa aus finanziellen G r ü!1 d e 11 eingestellt. Dasselbe mußte die Jaffaer Stadtverwaltung tun, weil die Regierung den städtischen Haushalt noch nicht bestätigt hat. Die Siedlung Hulda (Judäa), die nach den Unruhen vom Jahre 1929 verlassen wurde, ist jetzt wieder von einer Siedlergruppe besetzt worden. Anläßlich der Neubcsiedlung fand gestern eine Feier statt, an der sich Vertreter der nationalen Körperschaften beteiligten. Der diesjährige Ertrag an Tafeltrau ben aus den jüdischen Weinbergen im Lande wird auf 70 000 bis 80 000 Kisten geschätzt. Zur Förderung des Absatzes wurden von der zuständigen Organisation für die Zeit vom 20. Juni bis 9. Juli 20״ ,Trauben-Tage“ angesetzt. Laut Ziffern, die von der polnisch-palästinensischen Handelskammer in Warschau veröffentlicht wurden, wurden inj Laufe des letzten Jahres 50 Millionen Zloty Un,ter- Stützungsgelder von palästinensischen Juden an ihre Verwandten in Polen geschickt. Die auf Grund des Arbeitsabkoinmens eröffnctc gemeinsame Arbeitszentrale in Tel Aviv erließ einen Aufruf, in welchem auf die schwierige Lage auf dem Baumarkte hingewiesen wird. Die verantwortlichen Stellen werden aufgefordert, sogleich an die großen Bauarbciten zu ehen, um eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit im augewerbe zu verhindern. Insbesondere müßten die Straßen« arbeiten, Schulbauten, Hafenarbeiten usw, unverzüglich iu Angriff genommen werden. Von der Universität Der französische Generalkonsul in Jerusalem hat detl Rektor der Hebräischen Universität, Prof. Dr. Hugo Berg« mann, besucht und ihm mitgeteilt, daß die französische Regierung 100 000 Francs für die Errichtung eines Lehr- Stuhls für französische Literatur an der Hebräischcn Universität zur Verfügung gestellt hat. (Eine ähnliche Stiftung ist vor einigen Jahren von der italienischen Regierung gemacht worden. — A. d.R.) In Jerusalem weilt augenblicklich der Professor für Bibelkunde und hebräische Sprache an der Universität Barcelona. Millas Wallikrossa. Prof. Wallikrossa hielt an der Hebräischen Universität Jerusalem zwei Vorlesungen in hebräischer Sprache über ״Die Verdienste Ahraham Ibn-Esras und Mosche Sefardis um die astrologische Wissenschaff“. Es ist dies das erstemal in der Geschichte der Hebräischen Universität, daß ein christlicher Professor in der modernen hebräischen Sprache Vorlesungen hält Spiegel der Ereignisse I

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