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Jüdische Rundschau · 1937-06-25 · Heft 50 (25.6.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 50 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 50, 25, VI. 1937 Schaffung: von Lesebüchern Vierzig Jahre Von Rabb. Dr. Max Nußbaum Man hat vor wenigen Tagen — an einem Schabbat — in allen Synagogen der jüdischen Welt eine der inter* * essaritesten und merkwürdigsten Szenen der jüdischen Oeschichte gelesen. Eine Szene, die deshalb merkwürdig ist, weil sie in ihrer tragischen Symbolik für unsere Menschen so gewaltig und in dem, was sie zu sagen hat, so grausam ist: Das alte Hebräer-Geschlecht befindet sich in der Wüste auf der Wanderung nach Hebron, oder dem Tal Eschkoi, dem ״Traubettlal“ in der Nähe Hebrons. Sein Ziel ist die Eroberung Palästinas. Die Juden kennen das Land nicht. Sie schicken Kundschafter aus, und diese kommen zurück und sagen, daß das Land nicht gut sei. Und die Juden sind verzweifelt, weil sie nicht in ein Land gehen wollen, das ihnen nicht zusagt. Jetzt kommt die jüdische Tradition und erhebt diese Szene zu einer ungeheuren Anklage. Sie vergißt es dieser Generation nicht, daß sie das Verbrechen begangen, Kundschafter auszuschicken und die Vermessenheit besessen hat, aus ihrem negativen Bericht Konsequenzen ziehen zu wollen. Und wir — als Menschen des 20. Jahrhunderts — stehen bei der Lektüre einer solchen Stelle da und fragen uns: Hat ein Volk, das auf Eroberung ausgeht, nicht das Recht, sich über die Eigentümlichkeiten jenes Landes zu erkundigen und es abzulehnen, wenn es nicht ihrem Charakter entspricht? — Und das Palästina jener Zeit war ja auch nicht verlockend. Es hatte einen steinigen, schwer zu bearbeitenden Boden, eine alles versengende Sonne und ein ungewohntes Klima. Mit welchem Recht konnte die Tradition es einer Generation so ankreiden, daß sie gewagt hat, über ein ihr unbekanntes Land Erkundigungen einzuziehen? Bei jedem anderen Volk wäre es möglich gewesen, die Besitznahme des Landes von seiner Qualität abhängig zu machen. Nur bei einer Generation des jüdischen Volkes durfte es nicht passieren. Denn, was hier von der Tradition als Verbrecher! angekreidet wird, stellt eine einmalige Anklage aut ein großes geschichtlich-metaphysisches Vergessen —MAGISTER KIRSCH—. Der gute Likör Maglstor-MMirfabrlk, München VII. In Barlln zu b«l«h. durch dl« Weingroßhandlung Bernhard Brauer, Burgsiraßo 3 / Ru!: 5. 43 40 dar. Diese Generation hatte geglaubt, sie könnte Palästina nehmen, wenn es gut, und es ablchnen, wenn es schlecht gewesen wäre. Und sic hat vergessen — obgleich sie bcreits eine Thora empfangen hatte —, daß die Idee Palästinas a priori mit ihrer eigenen Existenz auf Gedeih und Verderb verbunden war. Diese Generation hatte nicht mehr die Kraft, an etwas Unsichtbares, etwas Nichtbeweisbares, an einen Trantn, etwas, was keine Wirklichkeit war, zu glauben. Sie besaß nicht mehr die Fälligkeit, an etwas zu lauben, was Gott einmal einem Uraiin, den sie nie gekannt atte, versprochen hat. Sie verstand weder die nationalen Träume noch die religiösen Märchen. Sie begab sich auf eine Ebene primitivster Wirklichkeit und wollte wissen, wie dort die Menschen sind — stark oder schwach, wie der Boden beschaffen sei — fett oder mager — und vergaß dabei, daß die Ehe zwischen Erez-lsrael und dem jüdischen Volk eine im Himmel geschlossene war — sozusagen eine unantastbare national-religiöse Monogamie. Und daraus resultiert, daß ein besonderes Erbgut der jüdischen Gedankenwelt keinen Eingang in ihr Inneres gefunden hat: Die besondere Rolle, die die Worte ״Traum“ und ״Wirklichkeit“ im Judentum spielen. In unserer Geschichte hat der Traum der Wirklichkeit so viel voraus. Letztere kann von einer zweiten abgelöst werden. Sie ist retouchierbar und dem ewigen Rhythmus von Auf und Ab unterworfen. Der Traum — dazu einer, der vom Schöpfer der Welt auf Jahrtausende berechnet ist — besitzt unsterhhehe Ewigkeit. Von welcher Wirklichkeit irgendeiner geschichtlichen Epoche könnte man dasselbe behaupten? Die Begriffe ״Traum“ und ״Wirklichkeit“ fungieren hei uns Juden mit völlig umgekehrten Vor- Zeichen. Bei uns ist ״Traum“ das Beständige, Beharrende, Statische, Ewige, und alle sogenannte ״Wirklichkeit“ fließend, dynamisch und zeitbedingt. Dies alles ist beim Geschlecht der Wüste in völlige Vergessenheit versunken. * ln diesen Tagen feiern wir in Berlin und im Reich das 40jährige Jubiläum, sozusagen den 40. Geburtstag einer Idee -- nämlich der nationalen Palästina-Idee. Uns interessieren die Fragen: Gab es eigentlich vor 40 Jahren eine Judenfrage? Warum haben wir den Kampf mit einer Generation, die dieses Land vergessen hat, geführt? Ist es eigentlich so verwunderlich, daß eine Generation, die das Land nicht kannte, den ersten Kundschaftern nicht geglaubt hat? Ist es richtig, daß das Schicksal sie deswegen so hart angepackt hat? Aut all diese Fragen gebe ich die gleiche Antwort: Nicht die Tatsache, daß unsere Generation die Idee des Judentums oder die Idee Palästinas nicht besaß, ist wichtig, sondern die Einstellung großer Kreise des Judentums in Deutschland in den letzten 40 Jahren zu dieser Idee, nachdem man sie in ihrer Erinnerung wachgerufen hat. Wichtig ist die Ansicht dieser Generation, die glaubte, zu Palästina ״Ja“ oder ״Nein“ sagen zu können — und sei es aus weiche« Gründen auch immer —, obgleich es diesen metaphysischen Traum und den historischen Plan gab, daß die beiden Hälften — Volk und Land — nicht ewig voneinander getrennt leben können — es sei denn als Zeichen einer großen Strafe, ja der größten, die man einem Volk auferlegen kann. — Diese Generation hatte etwas Fundamentales vergessen — die metaphysisch-nationale Bindung von Volk und Land — etwas, was man als Jude nie vergessen darf, ohne daß das Schicksal hart zupackt. Wenn man einmal in ruhigeren Tagen die Geschichte des jüdischen Volkes schreiben wird, sollte man ihr den Titel geben: ״Die Geschichte einer 3000jährigen Sehnsucht“ oder ״Die Oeschichte einer großen Liebe“. Und man sollte nicht vergessen, aufzuzeichnen, was wir Juden mit diesem Wort ״Sehnsucht“ 3000 Jahre lang gemacht haben. Wir haben — und das ist das Besondere — Sehnsucht nach irgendeinem Land nicht nur gehabt — nein, wir haben Sehnsucht ge I e b t, Sehnsucht gebetet, Sehnsucht gedichtet, Sehnsucht gesungen. Wir haben mit diesem Die Schulabteilung der Reichsvertretung hat bereits seit geraumer Zeit die Vorarbeiten •für die Schaffung von Lesebüchern für jüdische Schulen in die Hand genommen, Durch Erlaß des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 24. April 1936 (Aktenzeichen E II a Nr. 664, E II c, M) ist das Einverständnis mit der Schaffung eines besonderen jüdischen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ausgesprochen worden. Gleichzeitig sind die jüdischen Schulen von der Verpflichtung zur Einführung des staatlichen Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr befreit worden. Auf Grund eines Entwurfes der Herren Emanue! bin Gorion, Tel Aviv, und Dr. Siegfried Braun, Köln, ist ein Lesebuch fertiggestellt worden, an dem zusammen mit Dr. Leschnitzer und Julius Stern von der Schulabteilung der Reichsvertretung und einem der Verfasser des zugrundeliegenden Entwurfs, Dr. Braun, mitgewirkt haben: Dr. Epstein, Frankfurt a. M., Dr. Esther Frank, Köln, Dr. Gutmann, Würzbürg, Dr. Löwenberg, Hamburg, Schulleiterin Schiratzki, Berlin, und Dr. M. Spanier, Berlin. Nunmehr ist durch einen weiteren Erlaß vom 25. Mai 1937 (Aktenzeichen: Ella 1337/37) die Grundlage für die Inangriffnahme der Vorarbeiten für die Schaffung von Lesebüchern ־für das 2,, 3. und 4. Schuljahr gegeben worden. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: ״Gegen die Schaffung beson- Dr. Jakob Ehrlich, der seit vier Jahren das Amt des einzigen Vertreters der Wiener Judenschaft iiu Wiener Stadtrat ausübt, wurde nach Ablauf der Amtsperiode von Bürgermeister Schmitz neuerlich für die Dauer von vier Jahren in den Stadtrat berufen. Dr. Ehrlich, der seit Jahren dein Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde aneliört, ist einer der prominentesten Führer der Wiener ionisten. In der Sejm-Debatte über den Gesetzes Vorschlag des polnischen Unterrichtsministers Szwientoslawski zur Erleichterung der Studienbedingungen an den polnischen Hochschulen haben einzelne Mitglieder des Sejm, insbesondere der Abgeordnete Bakon, wieder scharfe judenfeindliehe Reden gehalten. Der Minister selbst bedauerte die deprimierenden Erscheinungen an den Hochschulen, gab aber der Hoffnung Ausdruck, daß die Lage sich bessern werde. Auf dem in Paris tagenden 15. Internationalen Penklub-Kongreß sind die jiddischen Schriftsteller durch eine fünfgliedrige Abordnung, bestehend aus den Herren I. Steinberg, Leo Koenig, Nachman Meiscl, Daniel Tscharny und M. Schabt, die hebräischen Schriftsteller durch die Dichter Saul Tschernichovvsky und Salman Schneur vertreten. Dem Kongreß wurde ein Entschlicßungsentwurf vorgelegt, in dem die Penklubs aufgefordert werden, judenfeindlichen Bestrebungen entgegenzuwirken. In Brüssel tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten des belgischen Hilfskomitees, Oottschalk, das Verbindungskomitee des Völkerbundsoberkommissariats für Auswandererfürsorge. Vertreter von 28 jüdischen und nichtjüdischen Hilfs- Organisationen nahmen an den Beratungen teil. Eine außerordentliche Versammlung der Aerzte des Kreises Warschau, die einberufen worden war, um zu der vom polnischen Aerztekongreß beschlossenen Einführung des Arierparagraphen Stellung zu nehmen, bat sich in einer Entschließung entschieden gegen die Einführung des Arierparagraphen ausgesprochen und die Leitung des polnischen Aerzteverbandes aufgefordert, einen außerordentlichen Kongreß zur Wiederaufhebung des am 19. Mai gefaßten Beschlusses einzuberufen. Wort ״Sehnsucht“ in einer Totalität gelebt. Wir haben uns ein Ghetto gezimmert und dieses Palästina hineingetan, wie man die Reproduktion eines Bildes in die Privatwohnung tut, wenn das Original nicht zu erlangen ist. Es war eine lebendige Sehnsucht eines Volkes zu einem Land, von dem es gewußt bat, daß es eine zweite außerordentliche und einmalige Hälfte des Lebens bedeutet. Daran hatte man nicht mehr gedacht. Die neue Wirklichkeit hatte eine alte, historisch bedingte Liebe grausam verdrängt. Es heißt einmal in der jüdischen Tradition, daß ein Traubenstengel, der von den Kundschaftern aus Palästina mitgebracht worden ist, von einem Engel nach oben getragen worden wäre, und daß jeder Wein, den seit jener Zeit Juden in der Welt trinken, jeder Kidduschbecher einen Tropfen jener Sehnsucht zwischen Volk und Land enthielte. Und es ist so, als ob dieser Tropfen sagte: Gedenket des Landes, aus dem ich komme. Es ist ein paar Jahrtausende her. Für die Wirklichkeit ist dies viel, aber für einen Traum nur eine Minute. Gedenket des Landes, aus dem ich komme. ' ן Etwas anders hat einmal Bialik denselben Gedanken in seinem großen Gedicht ״Die letzten Toten der Wüste“ formuliert. Als die Opfer dieses Vergessens klagend dalagen und die junge Generation vor ihnen stand, ertönte in der Wüste die Stimme Josuas: lisrael, kum resch, Stehe auf, jüdisches Volk, und tritt dein Erbe an! Wir haben in diesen Tagen den Juden in der Welt nichts anderes zu sagen, als das, was ein groBer Träumer vor Jahrtausenden ausgerufen hat: jüdisches Volk, tritt dein Erbe an! Jüdische Bauern in Dänemark? Die ,Jüdische Rundschau“ (Nr. 104/5 vom 30. Dezember 1930) brachte eine Notiz über die Ansiedlung jüdischer Bauern auf der Jtitländischen Heide. Hierzu teilt uns der Hilfs verein Jetzt mit, daß er vom Sekretariat der Jüdischen Gemeinde in Kopenhagen erfahren habe, daß der in dem Artikel erwähnte Besitz von der Jüdischen Gemeinde gekauft worden sei, und zwar anläßlich des Regierungsjubiläums des Königs Christian X., aber daB dort keinerlei Möglichkeiten vorhanden seien, Emigranten mit landwirtschaftlicher Arbeit zu beschattigen. derer Lesebücher für das 2., 3. und 4, Schuljahr jüdischer Schulen habe ich keine Bedenken. Ich ersuche Sie, die Lesebücher mit Ihrem Anträge entsprechend vorzulegen. Den jiidisehen Volksschulen ist die Einführung der neuen Lesebücher für das 2., 3. und 4. Schuljahr (Runderlaß vom 20. Mai 1936 — Ella 1054/36 - (RMinAnitsblDtschWiss. 1936, S. 278) und vom 26. Februar 1937 — Ella 626 — RMinAmtsblDtschWiss. 1937, S. 122) freizustelieii.“ Demnach sind die jüdischen Schu• len von der Verpflichtung zur Einführung der neuen Staatliehen Lesebücher befreit. Mit dem Erscheinen des Lesebuches für das 5. und 6. Schuljahr ist nach den großen Ferien zu rechnen. Die jüdische Oeffentlichkeit nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, daß es nunmehr gelungen ist, zur Schaffung eigener jüdischer Lesebücher zu kommen. Wer die schwierigen Situationen kannte, in die die Schulen bisher oftmals durch die Benutzung der allgemeinen Lesebücher geraten sind, wird verstehen, weiche dringende Notwendigkeit die Zusammen- Stellung eines eigenen jüdischen Lesebuches für den Unterrieht bedeutet, der nunmehr nach Sammlung des Stoffes auf eine viel systematischere Grundlage gestellt werden kann als bisher, wo sich fast jeder Lehrer den Lese- Stoff für seine Klasse selbst mühsam zusammensuchen mußte. Der Wiener Röntgenologe Dozent Dr. Georg Pol itzer ist an das Krankenhaus von P a t i a 1 a in Indien als Leiter der dortigen Röntgenabteilung berufen worden. Die Wiener Messe A. - G., die unter dem Elirenschutz des früheren Ministers Heini und des Wiener Vizebürgermeistere Kresse steht, hat ihre jüdischen Angestellten plötzlich entlassen. Interventionen bei der Messeleitung blieben erfolglos. Die 14. Konferenz des Misrachi-Weltve rbandes wird am 27. Juli in Wien eröffnet werden. Zahlreiche ungarische Rechtsanwälte sind, wie aus Budapest berichtet wird, von dem in Wien bestehenden ״Verband deutscharischer Rechtsanwälte Oesterreichs“ aufgeför* dert worden, sich an der Gründung eines Weltverbandes arischer Rechtsanwälte zu beteiligen. Der diesjährige Philosophie-Preis der Universität Genf (Prix Humbert) wurde unter drei Kandidaten verteilt, unter denen sich wiederum der Duisburger Wissenschaltier Max Mandellaub befindet. Er stellt damit seiner im letzten Jahre preisgekrönten moralphilosophischen Studie über Max Seheier eine Darstellung der Philosophie Emil Meyersona zur Seite. Nach den Aufzeichnungen der Hicem-Vertretung sind Im ersten Vierteljahr 1937 272 Juden, von denen 237 aus Europa kamen, nach Ecuador eingewandert. Von ihnen sind 32 nach Europa und 17 in südamerikanische Länder zurückgekehrt. Die Regierung von Ecuad-or hat die von jedem Einwanderer zu erlegende Kaution von 5Q auf 250 Dollar erhöht. Auf Grund eines mit dem Generalkotnmissar der Pariser Weltausstellung abgeschlossenen Vertrages wird die H a b i m a h im Rahmen der Ausstellung eine Reihe von Aufführungen veranstalten. Die Aufführungen finden im Trokadero in der Zeit vom 16. bis 31. Oktober statt. Das Programm umfaßt den ״Dybuk“, Calderons ״Krone Davids“, Gutzkows ״Uriei Acosfa“ und Leiwiks ״Golem“. Anschließend an die Aufführungen bei der Weltausstellung wird die Habimah eine Tournee durch die größeren Provinzstädte unternehmen. Bekenntnis zum Motk Die Schekelaktion entwickelt sich in Deutschland In diesen Tagen ihrem Höhepunkte entgegen. Die Resonanz, die die Aktion bei den Zionisten und darüber hinaus in der ganzen jüdischen Oeffentlichkeit gefunden hat, ist überaus lebhaft. Gerade in den kleinen und kleinsten Gemeinden ist das zu spüren. Wenn auch gewiß berücksichtigt werden muß, daß dort die organisatorischen Voraussetzungen leichter zu schaffen sind als in den größeren Städten, so sieht man doch deutlich, daß die Anteilnahme an den großen Fragen der Zukunft des jüdischen Volkes und Palästinas überall gleichmäßig stark ist. Das Ergebnis der Schekelaktion in Plätzen wie Nürnberg-Fürth, Gailingen und Halberstadt lehrt, daß auch innerhalb der orthodoxen Kreise die Erkenntnis vordringt, daß Unterschiede der religiösen Auffassung das Volk nicht hindern dürfen, vereint in Ercz Israel die Vorbedingungen für eine autonome innere Entwicklung zu schaffen. Eine Reihe größerer Ortsgruppen, wie Karlsruhe, Ulm, Darmstadt und Landau (Pfalz) haben ihre Schekelkontingente bereits übertroffen. Düsseldorf, Heidelberg, Stettin und Königsberg i. P r. nähern sich dem erstrebten Ziele, und sämtliche Berichte aus anderen großen Städten zeigen, daß es nur noch einer lelzten Anstrengung bedarf, um das erwünschte Ergebnis zu erreichen. Alijah und Auswanderung, die seit 1935 viele Tausende von Zionisten und Paiästinafreunden hinweggeführt haben, haben selbstverständlich Lücken gerissen. Aber immer wieder und wieder gelingt es, neuen Menschen klarzuniachen, daß die Zahlung des Schekels die Form ist, in der heute Juden ihre Erkenntnis und ihren Willen kundgeben: daß unser Volk ohne Palästina nicht lebe« kann, und daß es um sein Lebens- und Wachstumsrecht in Palästina kämpfen muß. Kurznadiridiien aus aller Well haben nur 14 Tage Urlaub wollen sich erholen — und wollen PALÄSTINA sehen Sie haben Reine Devlsenschwlerfgkellen, denn wir besorgen alle Visen, Bahnkarten usw*. REISEBÜRO ATLANTIC EXPRESS GmbH., BERLIN NW 7 Melden Sie sich daher sofort für die POLONIA-REISEN. Beginn: 6. und 20. Juli sowie 17. und 31. August. Preise ab Berlin bis Berlin nur RM 260.— Frledrlciiiftfraße lOO / Rufs 102910 / Vertretungen tan Reich

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