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Jüdische Rundschau · 1937-06-22 · Heft 49 (22.6.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 49 (22.6.1937)
Date
1937-06-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU AUS DEM REICH Münchener Chronik Von unserem Berichterstatter Gemeindeleben״ In der letzten Sitzung von Gemeinde- Vorstand und -Vertretung berichtete der Qeincindevorsitzendc Dr. Neumeyer!!her die Verfassungsänderung im Landesverband und ihre Folgen für die Gemeinde München. Justizrat I>r. Oestrcich erörterte die Lage, die sich nach dem Ausscheiden der jüdischen Mitglieder aus dem Versorgungsverband ergibt. Die Gemeindevertretung schloß sich dem Vorstandsbeschluß, das Haus Hohcnzolicrnstr. 4 käuflich zu erwerben, an. Es war ursprünglich als Ersatz für das abgerissene Jugendheim (Von-der-Tann-Straße 19) vorgesehen, wird aber zunächst dem Lehrlingsheim eingeräumt werden. Die Einführung des 9. Schuljahres an der Volksschule der Gemeinde wurde vorbehaltlich der behördlichen Zustimmung gutgeheißen. Geistiges Leben. Im Lehrhaus sprach Rabbiner Dr. Herbert Finkclschcrcr über ״Don isaac AbrabancI“, — Ebenfalls als Lehrhaus-Kurs begann der Musikpädagoge Hans Neumeyer die Behandlung der Fragen musikalischer Veranlagung, Schulung und Gehörbildung. — Fräulein Dr. Lotte Pulvcrmachcr (Berlin) sprach auf Einladung des Lehrhauses über ״Das jüdische Antlitz in der bildenden Kunst“. Die bunte Folge von Bildnissen war anregend, konnte aber naturgemäß nicht das Thema voll ausschöpfen. Das Streichquartett des Kulturbunds Rhei n-Main (Frust Drucker, Theo Ratner, Richard Karp und Dr. Heinz Edelstein) erwies sich auch nach dem Ausscheiden des bisherigen Primarius Basscnuann als ein Ensemble von beachtlichem Rang, dessen Stärke allerdings augenblicklich noch mehr bei den Vertretern der dunklen Instrumente (Viola und Cello) zu liegen scheint. — Alexander Kipnis brachte bei seinem Vortragsabend acht biblische Gesänge Dvofaks zu Gehör. Zwei Arien (aus Haydns ״Schöpfung“ und Mendelssohns ״Elias״), Gesänge von Tschaikowsky und einige jüdische Volkslieder vervollständigten das Progranint, das dem die Hanptsynagoge füllenden Publikum fast zu kurz erschien und dessen Verlängerung sich die Begcistertetl bestimmt erzwungen hatten, wenn der Ort Beifallskundgebmigcn gestattet hätte. — Zum Abschluß' der Spielzeit 1936 37 brachte das Münchner Kulturbund-Orchester unter Erich Eis ne rs Stabführung und ergänzt von Berliner Bläsern in einem Syniphoniekonzert Mendelssohns ״Schottische“ und Dvofaks E-mo!l-Symphonie (״Aus der neuen Welt“). (Dem Vernehmen nach soll schon in der nächsten Spielzeit die Saalfrage ihrer dringend nötigen Lösung zugeführt werden.) Zionistisches Leben. Die Jugemlfiihrerin der Wohlfahrtsstelie der Münchner Kultusgemeinde, Ruth S z k o 1 n y, sprach in der Wi/o über Berufsfragen für Schulentlassene, vor allem über die Aushildungsstätten und Ncu-Planungcn im Bezirk München. — In einer Mitglieder-Veranstaltung der ZOG. gab Dr. Alfred Perlmutter einen lieberblick über die politische Lage. Zu Beginn der Veranstaltung erstattete Dr. Richard Eisen einen Bericht über die Organisation der Schekelaktion. Kunstleben in Hamburg Von unserem Berichterstatter Dr. Hans Buxbau m, der künstlerische Leiter des Hamburger Kulturbundes, hielt einen Vortrag über ״Kulturhund-Arbeit, Rückblick und Ausblick“. Viele Wünsche blichen unbefriedigt; Dr. Buxbaums Ausblicke lassen erhoffen, daß der gute Wille vorhanden sein wird, diese Wünsche nach Möglichkeit zu erfüllen. Das neue Haus, das mit der neuen Saison zugleich eröffnet werden soll, wird der Arbeit hoffentlich Auftrieb und verstärkte Resonanz geben. Unser Theaterensetnble ist jetzt zum offiziellen Ensemble des Reichsverband es erklärt worden, wird also voraussichtlich viel reisen, ohne aber Hamburg zu vernachlässigen. Eine neue Art der Besucherorganisation soll den Veranstaltunget^eine solidere Grundlage gehen. 13er Ausblick auf die neue Spielzeit klang verheißend: wir sollen u. a. Dramen von Scholem Alechcm, Zangwill und einigen weiteren jüdischen Dichtern scheu, Konzerte von Sabine Kalter und Kipnis hören. Die Veranstaltungen der letzten Wochen standen im Zeichen des leichten Genres. Max Ehrlich brachte mit seiner Kleinkunstbühne die Revue ״Herr Direktor — bitte Vorschuß“. Die schmissige Musik von Willy Rosen wurde vorzüglich von Werner Baer ausgeführt, von den Darstellern gefielen neben Ehrlich Lilli Sandberg mit ihren Tänzen und Cläre Arnstein mit ihren reizenden Liedern. — Die heimische Tanslehrerin Erika Michelson (Milee) brachte mit ihren Tanzgruppen hübsche Tanzvorführungen. Die Kurzrevue ״Ein Tag bei den Micky-Mäuscn“, von Frl. Michelson entworfen, brachte viel Vergnügen. Hervorzuheben ist die Begleitmusik, komponiert und für mechanisches Stettin Donnerstag, den 24. Juni, 20.30 Uhr im Saal, Friedrich - Karl . StraBe 3 Herzi-Gedenkfeier und Juni idums-veranstaitung anläßlich de« 40 jährigen Beetehon• dar ZVfD Df. David Schlossberg Herzi’8 Traum wird Wirklicltlieit — Vierzig Jahre Zionismu Sa Vom ״Jucienttaat" xur Batfour-Deklaratlon «׳ Engländer, Araber und Juden ׳׳ Nachtasyl und geteilte Haimat / Palästina u. Uebersea / Oie Antwort das jUdlschsn Volkes Stettiner Zionistische Vereinigung Klavier bearbeitet von dem begabten Robert H e i 1 b u t h, der damit zum ersten Male vor die Oeffentlichkeit trat. Die ״Sommeroperette“, die der Saisonscliluß traditionsgemäß bringt, bedeutete diesmal einen vollen Erfolg. ״Warum lügst du, Cherie?“ ist ein reizendes musikalisches Lustspiel von Leonhard K. Märker mit hübscher Musik, mit vielen, teils melodiösen, teils rhythmisch-pikanten Gesängen. Die Darstellung war vorzüglich, die Regie Buxbaums fein und diskret, das Bühnenbild Kurt Löwengards stimmungsvoll, die musikalische Leitung durch Kurt Behre ns zielbewußt und die Durchführung der für zwei Klaviere ausgezogenen Orchesterpartitur durch Kurt und Oswald Behrens sehr gut. L/nter den Darstellern ist an erster Stelle Elisabeth Springer zu nennen; sie eroberte mit ihrer eigenartigen, herben Grazie, mit ihrer lässigen Naturlichkeit in Spiel und Gesang das Publikum im Fluge. Ihr Partner, Fritz Be ns eher, entwickelt sich zu einem recht gewandten Operettensänger. Neben diesen beiden Hauptgestalten wirkten sehr verdienstlich Edith H e r ß i i k als aggressive Sängerin, Fritz Melchior als Kammerdiener und der urkomische Kurt Appel. Ein in Harmonisfsart famos singendes Detektivtrio holte sich einen wohlverdienten Separaterfolg. _ Leon Kornitzer Künstlerisches und geistiges Leben Mannheim. Das jüdische Lehrhaus hat im Sommer- Semester neben dem Kurswerk, das besonders in der englischen Sprache eine starke Ausdehnung erfahren hat, u. a. folgende Vorlesungen von allgemeinem Interesse angesetzt: Dr. Orünewald: ״Wege, die die Juden nicht gingen“; Prof. Billigheimer: ״Der Wandel der Gebetsauffassung von Mendelssohn bis zur Gegenwart“; Dr. Simon: ״Recht und Wirt- Schaft in Palästina und Diaspora“; Dr. Margulies: ״AchadHaam“. Nordhausen. Nachdem im März Georg Jacobsohn (John)-Berlin im ״Jiid. Kulturbund“ Vorträge aus dem jüdischen Leben gebracht hatte, sang am 11. April Frau Hör witz (Jansen), am Flügel Herr Manfred Segall. P. F. Stuttgart. Lehrer Makawski hielt einen Vortrag über Rabbi Jochanan ben Saccai in hebräischer Sprache. Er verstand es, eine der bedeutendsten nachbihlischen Gestalten den Hörern nahezubringen. Diese, zum großen Teil Jugendliehe, folgten mit Spannung den Ausführungen. An den Vortrag schloß sich eine kurze Aussprache ebenfalls in hebräischcr Sprache an. Zwickau i. Sachs. Die letzfe Kulturveranstaltung fand in Form eines Liederabends statt, zu dem der Bariton des Ensembles ״Der Bunte Karren“, Leipzig, Herr Santo Sonini-Sonnabend gewonnen wurde. Die Begleitung übernahm Dr. S. Rabinowitz, Leipzig, der auch einführende Worfe sprach ,,und jedem Lied eine erläuternde Einführung vorausschickte. Dr, Rabinowitz gelang es, charakteristische und wenig bekannte jiddische Lieder aufz.uspüren und gut einzuführen. Die Veranstaltung wurde besonders beifällig aufgenommen. Die beiden Vortragenden ergänzten sich aufs glücklichste. Zionistisches und Gemeindeleben Essen. Im überfüllten Saale des Jugendheims wurde am 27. Mai der ״llatikwah“- Film vorgeführt. Den begleitenden Vortrag hielt Rabbiner Dr. Philipp (Elberfeld). Die musikalische Begleitung und Untermalung des Films hatte Julius Gold borg (Köln) in verständnisvollster und feinsinnigster Weise übernommen. Dresden. Am 11. Mai wurde itn ״Trianon“ der Film ״Hatikwah“ vor einem zahlreich erschienenen Publikum vorgefiihrt. Zu Beginn trugen die Herren Walter Goldmann und FJeinz Meyer auf Klavier und Violine die ״Hebräischen Melodien“, von Isay DobroWen, vor. Nach Begräßung.sworl en des Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe, Herrn Allred F i s c 111, sprach Herr Rudolf Abraham (Berlin) über die Größe des von Juden in Palästina geleisteten Werkes und rief zur Teilnahme aller an der Schekel- Aktion auf. Der Film wurde mit großem Beifall aufgenommen. Göppingen. Die Vorführung des Films ״ilatikwah“, bei der Dr. Tänzer (Stuttgart) einleitende Worte sprach, fand am 23. Mai bei den Anwesenden reichen Beifall. Hildesheim. Am 1. Juni verließ Kantor Josef Cysner Hildesheim, um das Amt als Kantor an der Tempelgcmcinde zu Hamburg zu übernehmen. Landrabbiner Schwarz gab in einer Ansprache den Gefühlen der Gemeinde in der Stunde der Trennung Ausdruck. Kassel. Frau Josefa Flachslander führte eine Aktion für die Kinder- und Jugcnd-Alijah durch. Im Anschluß an einen Vortrag wurde der Film ״Jugend im Aufbruch“ gezeigt. Auch vor den Schülern der hiesigen jüdischen Schule wurde dieser Film in einer besonderen Veranstaltung vorgeführt. —• Dr. Joachim Prinz sprach in der Hauptsynagoge über das Thema: ״Die Schicksaisstunde des jüdischen Volkes“. — Am 1. April beging Lehrer Walter Bacher sein 25jähriges Dienstjubiläum. Kitzingen. Nachdem das Bezirksrabbinat Kitzingen 2>4 Jahre verwaist war, wurde jetzt Rabbinatskandidat Gotthelf Wohlgemuth ab 1. September 1937 als Bezirksrabbiner berufen. Gleichzeitig wurde ihm die Betreuung dos Rabbirtatsbezirks Ansbach übertragen. Mannheim. Dr. Margot Rieß, Frankfurt a. M., sprach über die Gestalt des Arbeiters in der jüdischen Malerei im Rahmen der Wizo. Frau Dr. Criinewald, die Vorsitzende der Wizo, konnta die dankbare Aufnahme des interessanten Vortrages feststellen. Ankündigungen Breslau: Zionistische Vereinigung, Am 24. Juni, 20.45 Uhr, im Palästina-Amt, Gartcnstr. 25, Hebräischer Abend: ״Juden kamen* Hebräisch (ernste und heitere Schilderungen)“. Referent: J. Rcznicov. Vorführung des neuesten Palästina-Bildstreifens mit hebräischem Begleittext. — Düsseldorf: ZOG. Am 24. Juni, 20.45 Uhr, Dr. Fritz Ikcnbcrg im Gemeindehaus, Grafenberger Allee, über ״Vor dem XX. Zionistenkongreß“. Vorführung des neuesten Licht.bildstrcifcns. — Frankfurt am Main: Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Am 29. Juni, 20.30 Uhr, Unterlindau 21, religiöse Feierstunde anläßlich der drei Trauerwochen. Rabb. Dr. Dienemann spricht über ״Die Zerstörung der beiden Tempel“. Familien - Nachrichten Herr Simon Klughaupt, Leipzig, Funkenburgstr. 1.1, begeht, ar* 24. Juni den 70. Geburtstag. Herr Julius Net he im und Frau Anna, geh. Levy, Norden (Ostfriesland), begehen am 25. Juni die Silberhochzeit. Frau. Wwe. David Samuel, Köln, Roonstr. 39, begeht am 29. Juni den 80. Geburtstag. Herr Fsaak Stiefel und Frau Flora, geh. Hirsch, Kassel, begehen am 26. Juni silberne Hochzeit. Herr Moritz Strauß, Oestrich a. Rh., begeht am 19. Juni den 70. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 26. Juni (17. Tamrnus): Manfred Wdowinski, Sohn von Oscar Wdowinski, Dortmund, Westcrihcllwcg 67. — Am 3. Juli (24. Tamrnus) Werner II eimann, Sohn von Eduard Hermann, Nürnberg, Hekleloffstr. 11. Halle Donnerstag, 24. Juni, 20.30 Uhr Gemeindehaus, Görmar straße Dr. HANS CAPELL Das indische Volk im Kampf um sein Recht auf Palästina ZIONISTISCHE ORTSGRUPPE HALLE MÜNCHEN L.BERNHEIMER MÖNCHEN/LEN BACH PLATZ 3 Stoffe / DeutscheTeppiche *»*_■_ Orientteppiche / Einzel- ™0"1*1,hgS־ möbel t Kunstgewerbe Einrichtungen M.T. WETZLAR MAXIMILIANSTR. 2 TELEFON 20061 Silber י Gold Reparaturen. Umarbeitungen Ihre Aussteuer Küchenmöbel Haushaltwaren Porzellan, Glas Geschenke kaufen Sie preiswert bei MARTIX PAIJSOX München, Neuhauser Str. 9 Alle wichtigen __ ___—^ Art ikel des *I. iwöTTUEB tägl. 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