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Jüdische Rundschau · 1937-06-18 · Heft 48 (18.6.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 48 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 J□DISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 18. VI. 1937 Eine Arbeitsperiode des Ueberganges Von Abraham Landsberg, Tel Aviv Die ״Jüdische Rund-chau“ stellt an mich das Verlangen, anlälJlich des juhiiäiims der Zionistischen Vereinigung für Deutschland über den Zeitabschnitt zu schreiben, in dem kh vorn Oktober 1023 bis Dezember 1921 die Geschäfte der ZVfD. geleitet habe. Es ist nicht leicht, nach allem, was inzwischen geschclien ist -- zumal von Erez Israel aus —, die Muße und Ucberlegung zu finden, die er- ״r«־.י forderlich sind, um sich auf f eine Zeit unr/ustelien, die so wett, weit hinter uns liegt. Man hatte cs nicht leicht danmls, wo immer man auch stand. Es begann die Hochinflation in Deutschland, die!,reise der ״Jüdischen Rundschau“ z. B. stiegen vonNummer zu Nummer von vielen Millionen auf viele Milliarden. Dann kam die Stabilisierung und in dem damals im Verhältnis zu heute zwar kleineu, aber immerhin beachtheben Wirtschaftskörper der Zionistischen Vereinigung für Deutschland gab es mannigfache Schwierigkeiten. Daß war im u esentlic hen das Verdienst treue-ton Pioniers zionistischer Ar- Ii-j)<!liierte so wie beute auch damals gie, Vorsicht mul Weitsicht, der die ersten Erfahrungen in der erlagen, die wir im Jahre 1021 bebald einen wesentlichen Teil unsemm. Der Konflikt zwischen Finanzher Erziehungsarbeit wurde stärker, und .Mißverhältnis',' bei dem die Erziehungswir ihrer Herr wir Betty Frankens!eins beit tri DeiiDclibmi. mit ungewohnte hu׳ Es war Keren t Inje gönnen hatten, tut rer Ge^anitnrhvit 1 aktion und zioni-ti wir fürchteten ein arbeit zu kurz die inneren Kr gewinnen und Jen, Sie t Etter Zeit, in Arb; it v die 111:111; kam. So :;׳■It es, im Stabilisienmgsjahr 1024, fte der ZVfD. zu sammeln, neue Menschen zu zu mobilisieren und der Fülle der Aufgaben Kitten Gluck, die besten Helfer stan- Ich nenne nur einen: Sehmariahu Lewin, in Dcut-wliland wohnte, stellte sich, wie!1 dut Dien-t unserer Arbeit mit seiner Inbrunst und seinem großen und reinen Wir Es war — /ionist waren Erwtc •rer A ihr prach und sehe sehr hsen Arbeit wenig!1 zu tri m ׳-Sitzung tge fuhr. 1 in 1.1p wurden td; rinnt 11 blieb noch lange — eine kleine Schar, trug, und der wirklich aktiven last galten wir die Hoffnung :׳.׳winnen, und eilt wesentlicher mit < 1׳ w.nuung der Jugend. Doch ■ rein: der lÜau-Wvili schien stark Bedenken einen gilt׳.:!! Nachwuchs,!!tuend war es, als ich Von einer IS London direkt nach Elpcrshofen London schien mir vieles waren!n-clit, 1 eine g. Dm an w< n. rrsh wir und et! frische Jungeus und ab bald da raut der dnrke Position in der dennoch gärte es in Jung-JtK " und Wunderbekannte sie!׳ die 1. ■!lieh 11er I beweg 1111 Er wurde dann zu einer unserer ut Palästina eingestellten ziouisti• die die Arhciler auf, die Teil imauch 111! und vor: Wie erfrischend Aktions-( loimti'-i■ zum Bundestag׳! überaltert und Mädels. Wie Bund aase;na! zionistischen Arbid v der Jugend weiter. Damals \ blind" die ״neutrale juge vorbehaltlos zum /ioun-mus stärksten Position, :1 in dar sehen Jugend in I )eulschiami. Mit Erez Israel und unseren Freunden dort hielten wir enge Fühlung. Zwei Monate meiner Arbeitszeit in der ZVfD, verbrachte ich drüben, denn es seinen uns unmöglich, die Arbeit in Deutschland zu fuhren ohne persönlichen engen Kontakt mit dem Ziel und dem Hauptinhalt dieser Arbeit Sc» verging ein schweres und arbeitsreiches Jahr. Dann kam der Abschluß, der Delegiertentag in Wiesbaden, der durch die Teilnahme Dr. Wei/manns seinen (ihm/ erhielt, Ihn begleitete Dr. Berthold Feiwel, damals Direktor des Keren Hajessod in London, der sich eng mit unserer Arbeit verbunden fühlte und dessen kluger Rat_ uns damals, wie schon früher oft, über manche Schwierigkeit hinweghalf. Reich war diese Zeit an Schwierigkeiten, Unzulänglichkeifen und langsam fastenden Versuchen. Aber dankbar denke ich zurück an das Vertrauen und die Kameradschaft, die ich in der Arbeit fand, für die es keine Lehre und Anweisung gab und wohl auch nie gehen wird. Heute in veränderter Zeit hat die zionistische Arbeit in Deutschland andere Formen und Dimensionen angenommen, aber ihr Ziel ist das gleiche geblieben, und in diesem Ziel bleiben wir in Erez Israel mit ihr vereint. Voller Achtung und Anerkennung begrüße ich zu dein Jubikiumstag der Zionistisehen Vereinigung für Deutschland die arbeitende Schar, die die Fackel unserer Idee weit er trägt, so wie wir sie damals übernommen haben vom denen, die uns vorangingen. Zionistische Frühgeschichte Von Max Bodenheimer (derzeit Jerusalem) Im Jahre 1891 veröffentlichte ich meine Broschüre: ״Wohin mit den russischen Juden?“, wodurch ich mit den damals in Berlin und Wien bestehenden Chowewe Zion und einigen nationaljüdischen Studentenvereinen in Verbindung kam, im Laufe der nächsten Jahre gelang es mir, David Wolffsohn und andere Freunde in Köln für den Gedanken des politischen Zionismus zu gewinnen.' Da uns die Zeit für eine öffentliche Aktion dieser Idee in Deutschland noch nicht reif schien, begründeten wir zunächst einen Kolonisationsverein irn Anschluß an den ״Esra“ in Berlin. Nachdem wir dann auf ein ״Minjan“ überzeugter An-!länger angewaclisen waren, schritten wir zur Gründung der Nationaljüdischen Vereinigung in Köln, deren Vorsitz kh übernahm. Die Veröffentlichung des ״ ludensfaates“ von Theodor Flerzl fand uns bereit, uns diesem rückhaltlos anzuschließcn. Wir hatten inzwischen Fabius Schach aus Berlin als Sekretär gewonnen, und eine intensive Propaganda durch Wort und Schrift auf Grund dreier Thesen begonnen, die den geschiehtliehen Zusammenhang mit Palästina und die Notwendigkeit eines Judenstaates betonten. Sie bildeten später die Grundläge des Baseler Programms. Nach langen Bemühungen gelang es mir, Professor Hermann Schapira aus Heidelberg für den Gedanken einer politischen Lösung der Judenfrage in Palästina zu gewinnen. Wir beschlossen alsdann im Frühjahr 1897 die Gründung der Natioiialjüdisdien Vereinigung für Deutschland und die Einberufung eines Delegicrtentages der deutschen Zionisten. \ < 'י Bodenheimer, v slcin gezeichnet (llicen- Es war ein herrlicher Sominertag, als ich am ersten Sonntag im JImJi 1897 mit Wolffsohn, Gustav Wolff und Fabius Schach nach Bingen fuhr, wo die Tagung im Büro des Rechtsanwalts Dr. Rudolf Schauer stattfand. Wir waren im ganzen elf Perso»cn. Estertnann kam als Delegierter der Berliner Gruppe, Göltein und Birkenstein von Frankfurt a. M., Friedmann aus Mainz, sowie Herr und Frau Prof. Schapira. Den Gegenstand unserer Beratungen bildete die Beschlußfassung über die Teilnahme am Kongreß, die Bestätigung unserer Thesen als Programm der Zionisten Deutschlands und eine Erklärung gegenüber dem Protest des Rabbinerverbandes Deutschlands. Schapira kämpfte wie ein gereizter Löwe gegen die Be- Zeichnung als ״nationnljüdischc Vereinigung“ und gegen die Aufnahme des Judenstaatsgedankens in das Programm. Im ersten Punkt gab der Dclegiertentag dem Wunsche Schapiras nach, im zweiten Punkte blieben wir fest und unsere Beteiligung am Kongreß wurde auf dieser Grundlage beschlossen. Schapiras erklärte sich bereit, als Delegierter zum Kongreß zu gehen, behielt sich aber vor, das Ziel des Judenstaates als Teil des Programmes zu bekämpfen. Er fürchtete einen erbitterten Kampf gegen den Zionismus, wenn der nationaljüdische Gedanke zum Ausdruck käme und die Parole des Judenstaates atisgegeben würde. Die Zukunft hat gezeigt, daß dieser Kampt auch durch eine noch so vorsichtige und bescheidene Formulierung nicht verhütet werden konnte. Einem Wunsche Herzls folgend, habe ich dann die Leitung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland von Köln, ans übernommen und der bitteren, kein Mittel des Hasses scheuenden Gegnerschaft der Assimilation mit Erfolg standgchalten. Ais ich den Vorsitz 15 Jahre später auf dem Delegiertentag in Frankfurt a. M. niedcriegte, konnte ich der neuen Führung in Berlin eine gefestigte Organisation übergeben, die in allen Teilen Deutschlands in Großgemeinden und auf dem Lande mehr als zehntausend Mitglieder zählte. Die Arbeit für die Zionistische Vereinigung für Deutschland vom Delegiertentag in Bingen bis zu der Tagung in Frankfurt a. M. ist eine der erhebendsten Erinnerungen meines Lebens. Herr zu werden. den uns zur?eite, s. A., der damals schon früher oft, ganzen glühenden Glauben. Vielleicht habet) wir uns damals verhältnismäßig wenig mit der äußeren Politik!)eseliiftigt und auch mit inneren politischen Fragen nicht sehr viel, soweit sie über den Rahmen der Arbeit der ZVfD. liiiiau-gingen. Wir hatten das (jefühl, daß es galt, sich aut die Konsolidierung des Zionismus in Deutschland zu konzen'rieren, und wenigstens darin hatten wir keinen geringen Erfolg, daß es gelang, alle Gruppen und alle Parteiströmungen in gemeinsamer Arbeit zusammenzuhai teil. Das zeigte sich so recht, als es galt, unsere Uebersiedlung aus der historischen ״Sächsischen Straße“ in das neue Heim in der Mcinekestraße durchzuführen und zu finanzieren. ״Meinekestraße 10“ ist dann zum Begriff geworden, Kennwort für die Zionistische Organisation in Deutschland, um sie mii ihren Vorzügen und Fehlen! zu kennzeichnen. Für mich wurde sie ein Stück Heimat, nicht nur, weil ich ar! der Umgestaltung des Hauses von der Oiirttrgischen Klinik, die es vorher beherbergte, zum Arbeilshatis der ZVfD. teiinahm, sondern weil es dort eine Gemeinschaft gab. in der jeder das Letzte aus sich herausholte, alle besessen von der Idee, das Judentum Deutschlands zur Besinnung lind Umkehr zu bringen. Wer heute in den Jahi g ingeii der ״Jüdischen Rundschau“ aus dieser Zeit blättert, muß staunen, wie aktuell noch mandies wirkt, Schon damals sprachen wir von der Notwendigkeit der Beschaffung lieh!׳ui-cher Lehrer für die Ortsgruppen, doch die meisten Gemeinden hatten it! ihrem großen Budget keine paar hundert Mark übrig, um solchen Lehrern das Exlsten/minimum zu l'arauncieii. r: .... ... Wir fuhren zum ersten Zionisten-Kongreß Eine Erinnerung von Fabius Schach Ein altes Bild taucht in mir auf, noch in der Erinnerung beglückend: das Bild des ersten Zionisten-Kongrcsses. Junge Juden, junger Zionismus! Wir fuhren zum ersten Kongreß nach Basei, der Kopf voll kühner Gedanken, das Herz voll überschwenglicher Hoffnung. Nach zweitausend Jahren soll wieder eine wirkliehe Vereinigung des jüdischen Volkes vor sich gehen. Gibt es etwas Gewaltigeres? Und die jugendliche Phantasie malt so herrliche Bilder, ein neues Werden, ein Aufblühen, die Vision des Propheten Jecheskel. Wir hatten in Köln manches vorbereitet: Thesen, Ideen, Entschlüsse. Nach all den schweren und häßlichen Kämpfen soll der Kongreß doch zur Wirklichkeit werden, der Grundstein zum Volksbau gesetzt werden. Wir waren drei aus Köln: Bodenheimer, wolffsohn und ich. In Frankfurt a. M. stiegen Juden mit langen Bärtc-n und glühenden Augen zu mir ein. ״Woher kommt man?“ — ״Aus Rußland!“ — ״Wohin fährt man?“ — ״Komische Frage, nach Basel zum Kongreß!“ — ״Scholaum alechetn!“ — ״Alecliem Schoianni“. Und schon ist man befreundet, man unterhält sich LONDON N. W. 3 11 A «J a Mrs. L. B. BENDHEIM Vornehme deutsch-englische Familitnpeniion!סס Hold lebhaft, man trinkt einander zu: ״Lechajim!“ — ״Lechajim ulscholauui!“ Und man spricht von Träumen und Erwartungen, von Ideen und Hoffnungen, Nun sind wir in Basel, der alten wunderbaren Rhein- Stadt und suchen unsere Gasthäuser auf. Der nächste Tag ist Schabbat. Es finden Vorbesprechungen statt, zu denen die bekanntesten Namen zugezogen werden. Man tritt einander näher, man lernt die Berühmtheiten persönlich kennen, man rüstet sich für den großen Tag. Am Sonntag ist die erste Sitzung. Nach kurzer Rede des Alterspräsidenten und nach schneller Erledigung der Bürowahlen stellt Theodor Herzl am Präsidententisch mit dem Hammer in der Hand. Schon seine schöne Gestalt führt ihn den Herzen näher, und auch die ihn noch nicht kannten, jubeln ihm zu. Er ergreift das Wort, Und er redet von allen Träumen und neuen Hoffnungen. Eine merkwürdige Sprache, wienerisch weich, einschmeichelnd und fein pointiert. Alles horcht auf, alles ist in Spannung, man hört zum erstenmal aus modernem Munde Worte, die geschichtlich und doch neu anmuten, <1 i e Sprache der jüdischen Seele. Man ist hingerissen, und viele umarmen einander in heiliger Begeisterung. Und nun spricht Max Nord au, der Mann mit schneeweißem Haare und jugendlichem Feuer, der geistige Revolutionär der ״Konventionellen Lügen der Kulturwelt“. Er zieht alle Register auf: Pathos, bezwingende Logik, bittere Ironie, beißenden Witz, Er spricht vom ewigen Leid der Galuth, vom Unverstand unserer Führer, von den Sünden unserer Reichen, von der Rache des Judenschicksais. Und auf dem Antlitz vieler sicht man Tränen der Rührung. Ich sehe mir die Ver- Sammlung an: Merkwürdige Typen, wunderbare Gesichter, und in allen glüht und vibriert es. Ich sehe Juden aus Ost und West, aus Morgen und Abend, verschiedene Trachten, versehiedene Zungen, aber ein Geist, ein Herz. Eine auferstandene Judenlieit feiert das Fest der Wiedergeburt, sie feiert es echt jüdisch, ohne äußeren Glanz, sie feiert es mit dem Herzen. Die zweite Sitzung ist den Diskussionen gewidmet. Das Programm soll festgelegt werden, — eine schwierige Sache. Man will zum Volke sprechen, das Volk zu seinem Berufe, seiner Aufgabe aufrufen, und man will diplomatisch-vorsichtig sein. Wie soll man das vereinigen? Und die Reden beginnen, Reden in allen Sprachen, allen Temperamenten. Man diskutiert nicht um Ideen, sondern utn Worte und Formulierungen. Und der Strom fließt und iiberströmt alle Ufer. Man reifet zwei Tage lang. Man redet in der Vollversammlung, man redet in den Kommissionen, man redet in den Vorhafen, auf den Treppen und auf der Straße. Man erhitzt sieh, man zankt imd verträgt sich. Wann wird man je Gelegenheit haben, ein so vornehmes, dankbares Publikum zu finden? Und man arbeitet auch. Es soll ja eine neue jüdische Welt entstehen, man soll nicht nur um Zion beten, sondern auch kämpfen. Eine welttmifasiende Organisation soll entstehen, die schwierigste, die es je gegeben hat. Man arbeitet in den Kommissionen, und man kämpft schwer, um das zusammengebraute Getränk den Widerspenstigen mundgerecht zu machen. Und man kommt schließlich zu einer Einigkeit. Merkwürdige Vorgänge und Wandlungen! Die Männer des Westens, gewohnt an Konventionelle Formen, müssen sich dem beinahe wilden Temperament des Ostens anpassen. Die Form ist ja zu eng, um diese strömende Fülle jüdischen Lebens aufzunehmen. Die Juristen müssen erkennen, daß ihre klugen Formeln keinen Schutz bieten vor dem Lawinenstürz des jüdischen Temperaments, der alles mit sich reißt. Das Lächeln über den ״unzivilisierten Osten“ verstummt, man erkennt, welche Kraft, welch kostbares jüdisches Material in diesen Menschen ruht. Ost und West müssen sich vermahlen, trotz aller Gegensätze, — nicht als Vernunftehe, sondern weil sie aus Natur und Geschichte zueinander gehören. Aus den Dissonanzen ringt sich eine neue Harmonie hervor: der jüdische V 01 k s g e d a n k e. Eine gewaltige Arbeit, die nur wahre Liebe leisten kann, wird bewältigt. Mau ist ermüdet und lecbzt doch nach neuer Arbeit, nach Verantwortung. Ein schwerer Bau? Um so schöner soll er werdet:, und er soll Raum haben für alle, die jüdisch fühlen und denken, er soll das Heim der jüdischen Seele werden. Ein Glück, daß es Pausen gibt, wo man nicht abgelenkt wird, aber Atem 1101t, seelische Erfrischung zu sich nimmt. Und wir sind lustig und übermütig, nicht ohne Geist, aber fröhlich, glücklich, wie es die jüdische Jugend ist. Der Witz sprudelt und die Parodien und ironischen Bemerkungen verschonen niemand. Es ist die aridere Seite des jüdischen Geistes, die hier ihre Triumphe feiert. Die drei Tage sind vorüber. Mit einer schönen Rede klingt der Kongreß aus. Und uns ist es, als wenn wir von etwas Liebem und Hohem scheiden müßten. Nur die Hoffnung, daß wir 1111s im nächsten Jahr Wiedersehen, mildert die wehmütige Stimmung. Bereichert und beglückt, im Herzen voller Mut und Hoffnung, scheiden wir vom Kongreß, von den neugewonnenen Brüdern. Ob der erste Kongreß geschichtlich der bedeutendste war, weiß ich nicht. Aber psychologisch gesehen war er der schönste und beghickendste. Weil an ihm alles jugendlichschlicht und echt war, weil es noch keine Fraktionen und Richtungen, keine Stände und Sonderinteressen gab. Und vielleicht — weil die Sehnsucht noch nicht von Erfahrung und Enttäuschung getrübt war. cLkdaf jCaMd-etouW*UHu>% Jetzt dritte Buchsen-Leerung 5697 KEREN KAJEMETH LEJI5RAEL Berlin W15, Melnekestr. 10 Postscheck: Berlin 28247 ״״״״״, ST RUMPFHAUS METZttER Friedrichstraße 91!2 NUR QUAUTAETSWAREN Wilmersdorf er Straße (Ojl K]1r/.ialisf en f ii r Strümpfe, Trikot agew, Herren wische, Damen wii weh e, Strickiraren, II an 11 schabe

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