Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 44 (4.6.1937)
- Date
- 1937-06-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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-1 ü iO / Preis 25 Rpf• JÜDISCHE RUNDSCHAU Sd)r{ftl«Itu17,VuIas n. Aaislfsnvtrwalhuifi BtrllnWlS, Kitnaksitr.lO Fernrnfi fl 9031, T«logramn• Adr«u• t Orghip• — Betusjspreia einschließlich BcateligeM je Monat RM 2״—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 b*w. RM 5,39. — Postscheck - Konten der Vertriebs •Abteilung־׳ Berlin 71573 (für Groß-Berlin), Berlin 17392 (für das Übrige Reich). In Fallen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgebühren. — Erscheint jeden Dienstag and Freitag. B ERLIN כ״ה ס יו ן תרצ״ז FREITAG, 4. JUNI 1937 Gttltigp Anietgsnpralsllite Nr. 5. Die 12 gespaltene mm - Zeile 20 Rpf., für Familien Nachrichten!5 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Platzen wird keine Gewahr geleistet. Gelegenheit»• anzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck ב Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. AnnahmeschluB für dia Dienstag Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag .Ausgabe Mittwoch 13 Uhr, (Für Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstreb« Mir das indische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Frankreichs Haltung Keine Billigung des ״Evakuierungsplanes“ Polens Die Haltung der französischen amtlichen Kreise gegenüber den Plänen einer jüdischen Massenauswanderung aus Polen wird in einem unter der Ueberschrift ״Polnische Diplomatie und jüdische Auswanderung“ in der Pariser Zeitschrift ״L’Univers Israelite“ erschienenen Artikel erläutert. ״Was die Haltung Frankreichs betrifft“, so heißt es in dem Artikel, ״so könnten gewisse Vorfälle der letzten Zeit Anlaß zu irrigen und tendenziösen Interpretationen geben, die wir richtigsteilen möchten. Kolonienminister Marius M outet hat erklärt, daß er die Möglichkeit einer Erleichterung der Niederlassung jüdischer Auswanderung in gewissen französischen Kolonien studiere. Es wurde weiter die amtliche Aufklärung gegeben, daß von einer Massenkolonisation keine Rede sein könne, sondern daß derzeit lediglich die Ansiedlung von kleinen Gruppen von Menschen in Betracht gezogen werde, die unter Mitwirkung maßgeblicher jüdischer Organisationen sorgfältig ausgewählt werden sollen. Im letzten Monat wurde bekanntgegeben, daß eine polmische Untersuchungskommission aus Warschau nach Madagaskar abgereist sei, um mit Zustimmung der französischen Behörden die dortigen Kolonisationsmöglichkeiten zu studieren. Wir können daher mit Recht die Frage stellen, ob nicht die Regierung in dem Wunsche, ein menschenfreundliches Werk zu tun und die anscheinend noch nach den Methoden des vergangenen Jahrhunderts vor sich gehende Auswertung mancher unserer Kolonien zu beschleunigen, unbewußt Geist und Methoden des berühmten ״Evakuierungsplanes“ übernommen hat. Wir erfahren jedoch von maßgebender Seife, daß dies nicht der Fall ist. Polen hat den Wunsch geäußert, daß die französische Regierung einer Kommission von Fachleuten den Besuch der französischen Kolonien gestatte, damit sie die Kolonisationsmöglichkeiten an Ort und Stelle studieren kann. Der Kolonienminister hat sich bereiterklärt, ihr alle Erleichterungen für eine solche Untersuchung zu gewähren. Wenn Frankreichs Beziehungen zu Polen so freundlich sind, daß die Entsendung einer solchen Expedition gestattet werden kann, so können Frankreichs Juden dies nur mit Genugtuung feststellen; denn die französischen Minister werden dadurch nicht davon abgehalten, die Besorgnisse der Oeffentlichkcit angesichts einer gewissen Propaganda, gewisser Zwischenfälle und einer gewissen amtlichen Passivität zum Ausdruck zu bringen. Wie immer die Dinge liegen mögen, handelt es sich bloß darum, daß Erleichterungen für das Studium gewisser Tat- Sachen gewährt wurden; die Verantwortung für diese Untersuchung trägt ausschließlich die polnische Regierung. Die Zeit, in dear es möglich wäre, von einem Plan oder von Verhandlungen, die selbstredend nur in Genf oder am Quai d’Orsay stattfinden könnten, zu sprechen, scheint noch recht fern zu liegen. Zum Beweis dessen brauchen wir bloß eine Tatsache anniführen: Minister Moutet hat die Mitglieder der polnischen Delegation nur in Anwesenheit eines polnischen Diplomaten empfangen; also in der Art, wie er etwa eine amerikanische Mission zum Studium bestimmter Exportmöglichkeiten oder eine Kommission zum Studium der Kunst oder eine Gruppe schwedischer Architekten empfangen hätte, die Frankreich zum Studium der französischen Architektur besuchen.“ Ein Tag: für die Palästina-Debatte Erklärung im Unterhaus In der Unterhaussitzung vom 2. Juni wurde bekanntgegeben, daß für die Erörterung des Berichtes der Kgl. Kommission für Palästina eine besondere Sitz.ung des Unterhauses anberaumt werden wird. Der Abgeordnete Lunn brachte die Frage des Kommissionsberichtes zur Sprache, indem er durch den Antrag, das Budg'et des Kolonicnministeriums um 100 Pfund zu kürzen, eine Debatte eröffnete. Er erklärte, er habe erfahren, daß ein besonderer Tag für die Erörterung von Paiästina-Ange- Iegenheiten angesetzt werden soll, sobald der Bericht der Kgl. Kommission in den Händen des Kabinetts sei. Kolonienminister Ormsby-Gore unterbrach den Redner mit der Bemerkung, daß der Bericht noch nicht in seinem Besitz sei. Er höre von Lord Peei, daß der Bericht in der dritten Juni-Woche unterzeichnet werden wird. Daraufhin stellte der Abgeordnete Lunn fest, daß der Bericht, der den Abgeordneten noch nicht vorliege, wie er erfahre, vor dem Ende der Session erörtert und daß ein besonderer Tag;tu diesem Zweck festgesetzt werden wird. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Wedgwood verneinte es der Kolonienminister, daß Emir Abdullah mit dem Kolonienministerium oder der Regierung Verhandlungen über die Zulassung jüdischer Einwanderer nach Transjordanien geführt habe. Eine Beantwortung der weiteren Frage, welche Ergebnisse diese Verhandlungen gezeitigt hätten, erübrige sich daher. Der Abgeordnete Mander fragte, ob der Minister nicht vor der Entscheidung der Regierung über ihre kiinftige Palästinapolitik die Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission veranlassen wolle, da es wünschenswert sei, für jegliche Politik, die die Regierung der Mandatskommission Vorschlägen sollte, sei es durch die entschlossene Aufrechterhaltung der Ordnung unter dem gegenwärtigen System oder durch Teilung, die größtmögliche Unterstützung der Oeffentlichkeit zu erlangen. Minister Ormsby-Gore antwortete, er sei nicht in der Lage, seiner ausführlichen Antwort vom 24. Mai zu diesem Gegenstand etwas hinzuzufügen. Er verneinte auch die weitere Frage des Abgeordneten, ob er im Besitz neuer Informationen über den Termin der Veröffentlichung des Berichtes sei. Die Jttdennot in Polen Auf eine Anfrage des Abgeordneten Wedgwood über die. Lage der Juden in Polen und eine etwa dagegen gerichtete Einflußnahme der englischen Regierung antwortete Außenminister Anthony E d e ri, seine Aufmerksamkeit sei in den letzten Monaten auf Berichte über antijüdische Kundgebungen in Polen und die von den polnischen Behörden getroffenen Maßnahmen gelenkt worden. Die weitere hierzu von dem Abgeordneten Mander an ihn gerichtete Frage, ob diesen Juden nicht die Möglichkeit der Auswanderung nach Palästina gegeben werden könnte, ließ der Außenminister unbeantwortet. Das angebliche Multi - Attentat Der Abg. Wedgwood fragte den Kolonienminister, ob er Mitteilungen iioer das Communiqud machen könne, in dem erklärt worden w@r, der Großmutti habe einige Juden vor einer Menschenmenge geschützt, die sie töten wollte, und warum die Polizei ein so ungewöhnliches Communiquö herausgegeben habe. Minister Ormsby-Gore antwortete: In einem telegraphischen Bericht, den ich gestern erhielt, erklärt der High CommissioneT, daß die Aussagen über diesen Zwischenfall einander widersprechen und noch nicht miteinander in Uebereinstimmung gebracht werden können; anscheinend liege folgender Tatbestand vor: Als der Mufti am Sonnabend etwa um 8Uhr'abends über Waadi Joz zum St. Stephans-Tor zurückkehrte, sah er auf der Straße ein Auto stehen, in dem sich Juden befanden. Der Mufti erklärt, seine Reisebegleiter hätten ihm gesagt, sie hätten bemerkt, daß einer der Juden in dem Auto einen Revolver hatte. Der Mufti, der einen Anschlag auf sein Leben befürchtete, beauftragte seinen Diener, festzustellen, wer die Insassen des Autos seien, und ob einer von ihnen tatsächlich einen Revolver besitze. Es ist nicht festgcstellt worden, daß einer der Juden einen Revolver besaß. Es gab keinen Zusammenstoß, niemand wurde verwundet. Die jüdischen und die arabischen Reisegesellschaften haben ihre Beschwerden bei verschiedenen Polizeistationen vorgebracht. Die Untersuchung wurde sofort eingeleitet und wird fortgesetzt. In einem späteren Telegramm berichtet der High Commissioner, d ß die Polizei sich vollkommen davon überzeugt hat, daß die Insassen des Autos nicht die Absiclit hatten, irgend jemand anzugreifen. Abg. Wedgwood: Darf ich fragen, warum die Polizei die außergewöhnliche Maßnahme traf, ein Communique über diese Sache herauszugeben, und warum der Mufti eine Leibwache erhalten hat? Der Ko I o n i e n m i n i s t c r: Vermutlich ist es höchst notwendig, daß er eine Leibwache hat. Er hatte eine solche schon vor einiger Zeit. Der Grund, warum die Poiizci ein Communique herausgegeben hat, war der, daß in Palästina höchst außergewöhnliche Gerüchte über Zwischenfälle, besonders solche, die führende Persönlichkeiten betreffen, im Umlauf waren und, wie dies zu Beginn der Unruhen im vergangenen Jahr in Jaffa der Fall war, zu Ausschreitungen und Schwierigkeifen führen könnten. Abg. Wedgwood: Warum wurde gerade dieser Fall für ein Comtnuniquf: herausgegriffen? Warum wird in dem CommuniquS erklärt, daß der Mufti Juden das Leben gerettet hat? Minister Ormsby-Gore: Ich glaube nicht, daß dies das Wesentliche ist. Wesentlich ist, daß übertriebene Gerüchte verbreitet werden, besonders, wenn einer der Führer der einen oder der anderen Seite in dem Territorium im Spiele ist, falls man den Leuten nicht mitteilt, was sich ereignet hat. Italienisches Ministerium gegen Antisemitismus Paris, 31. Mai. (JTA.) Dem ״Temps“ wird aus Rom gemeldet, daß die offiziellen italienischen Kreise mit Besorgnis die im Ausland verbreiteten Gerüchte über Antisemitismus in Italien verfolgen und aut freundschaftliche Beziehungen zu den Juden in- und außerhalb Italiens Wert legen. In einer soeben veröffentlichten Erklärung habe das Ministerium für Volksbildung betont, daß es in Italien keinen amtlichen Antisemitismus gebe. Es weist in diesem Zusammenhang auf den begeisterten Empfang hin, den die Juden Lyhiens vor kurzem dem Duce bereitet haben. Hinzugefügt wird, daß Artikel über die Juden in der Presse keineswegs eine amtliche Meinung wiedergeben, sondem nur die persönlichen Anschauungen der Verfasser. (In letzter Zeit sind antijüdische Artikel besonders im Anschluß an das in der ״]. R.“ öfter besprochene Buch von Prof. Orano erschienen. In der vorigen Woehe erschienen solche Artikel, die freilich von den Verfassern gezeichnet waren, im ״Popolo d’Italia“, in der ״Tribuna“ und in der ״Starnpa“. — A.d. R.) Die Wartezeit Wir schreiben den Monat Juni — für diesen Monat ist das Erscheinen des Berichtes der Kgl. Kommission über Paläsfina und, was noch wichtiger ist, die Deklaration der Britisehen Regierung über ihre künftigen politischen Absichten angekündigt. Zwanzig Jahre nach der Balfour-Deklarafion soll die Bilanz dieser Politik gezogen werden, und auf Grund der veränderten Verhältnisse, vor allem des inzwischen Ge- Schaffellen, soll eine neue D e k l a r a t i o n gegeben werden, die an praktischer Bedeutung wohl kaum hinter der Dekiaration von 1917 znriiclcsteh.cn wird. Damals war es vor allem die offizielle Anerkennung einer Großmacht für die Ansprüche des jüdischen Volkes auf ein Nationaiheim, was epochemachend wirkte; denn bis dahin gab es im politischen und staatsrechtliehen Sinne kein jüdisches Volk, es war nicht in den Akten, und da für die meisten Kanzleien mir die Akten maßgebend waren und nicht die lebendige Weit, konnte ein solches ״nicht vorhandenes“ Volk auch keine Ansprüche haben. Diesem Zustand der Wirklichkeitsfremdheit und des Auge nverschließens machte die Balfour - Deklaration ein Lude. Die praktische Durchführung der in ihr angckiiudigten Politik wurde nach Kriegsende dann aufs engste mit der neugeschaffenen lnstitufion des Völkerbundes verknüpft. Nach zwanzig Jahren sicht das alles anders aus, und auch England, das an der Idee des Völkerbundes festh.iit, weiß, daß er mehr eine Hoffntingals eine Realität ist und daß die wirkliche Politik mit anderen Mitteln geführt wird. Inzwischen sind neue Kräfte auf den Plan getreten. War cs 1917 noch unmöglich, eine politische Entscheidung auf die tatsächlichen Verhältnisse in Palästina zu basieren, weil das Land administrativ, ökonomisch und verkehrstech« nisch völlig vernachlässigt war und durch die jüdische Einwanderung erst erschlossen werden sollte, so haben zwanzig Jahre moderner Verwaltung diese Verhältnisse grundlegend geändert. Auch die jüdische Einwanderung ist teilweise bereits zur Tat« sack e geworden, und wenn wir auch mit aller Macht 11ns dagegen wehren müssen, die heutige jüdische Bevölkerung des Landes bereits als das fertige, der Balfour-Deklarafion ent* sprechende Nationalheim anzuschen, so ist doch die jüdischa Besiedlung und Erschließung einzelner Landesteile aus dem Kalkül nicht wegzudenken; mehr als das schon Bestehende aber ist es die hier bewiesene kolonisatorische und zivilisatorische Kraft, die ihre Berücksichtigung fordert. Die zwanzig Jahre haben bewiesen, was geleistet werden k a n n, wenn der Strom nicht künstlich unterbrochen wird. Diese Erfah« rung ist der eine neue Faktor, der hinzugetreten ist; der andere neue Faktor ist der Fortschritt der palästinensischen Bevölkerung und ihre Entwicklung zu einer politischen Kraft, die sie früher nicht war. Zudem ist zu berücksichtigen, daß die Entscheidung von 1937 in einer ganz anderen weitpoii« tischen Atmosphäre vor sicti geht als 1917 oder 1022. Die Wartezeit nähert sich ihrem Ende. Daß sie allen Beteiligten keine geringe Nervenprobe auferlegt, braucht kaum betont zu werden. Auel! das Land als ganzes leidet darunter. Wenn sich kürzlich herausgestellt hat, daß die palästinensische Verwaltung für das vergangene Finanzjahr 711m ersten Male ein beträchtliches Defizit aufweist, so beruht dies nicht nur auf den effektiven Ausgaben für Miiitärkosten tisw־., es ist zugleich eine natürliche Folge der Stagnation, die dein Lande künstlich auferiegt wurde. An sich müßte die palästinensische Wirtschaft nicht in Stockung geraten; Kräfte genug stellen bereit, eine ungehinderte Einwanderung wurde neue Menschen und Kapital, Produzenten und Konsumenten ins Land bringen, und die psychologischen Imponderabilien, von denen Wirtschaft wie jedes menschliche Handeln abhängt, wurden bei einer anderen Stimmung zur Blüte des Ganzen beitragen. Nur wo Unternehmungsgeist, Arbeit, Pinnen auf lange Sicht, verständiges Disponieren möglich sind, kann Wirtschaft gedeihen und dem Staatssäckel entsprechende Linnalimcn zuführen. Wie kamt aber in der heutigen Ungewißheit ein Unternehmer oder ein Kaufmann Dispositionen treffen? Nicht nur die politische Nervosität, auch die L a 11 m Icgungderwir tschaftiichen Initiative ist eine schwere Prüfung für das Land. ״Dritte Juni-Woche“ — nur noch etwa zwei Wochen trennen uns von diesem Termin, den Mr. Ormsby-Gore dem Unterhaus bezeichnet hat. In letzter Stunde macht sich mach eine Verstärkung der Propaganda bemerkbar. Verschiedene Zeitungen wollen wissen, daß nicht nur die palästinensischen Araber, sondern arabische Einflüsse aller Art am Werk sind, um die englische Regierung zu beeinflussen. Soeben wird gemeldet, daß eine Deputation indischer Mohatnmed an er nach London abgegangen ist. Seit der Intervention von Schaukat Ali im Jahre 1931 haben die indischen Moslems sehr wenig Aktivität zugunsten ihrer palästinensischen Glau* bensgenossen entwickelt. Man darf annchmcn, daß es der Aktivität des Jerusalemer Mufti zu danken ist, wenn sie jetzt wieder auf den Plan treten. Der Mufti ist vielleicht der einzige arabische Politiker, dem etwas vorschwebt wie ein Gegengewicht gegen die zionistische Bewegung, indem außerpalästi* nensische Faktoren zugunsten der Araber mobilisiert wer* den. Wahrscheinlich nimmt man an, daß die Engländer gerade jetzt, wo sie in einem schweren Ringen mit der in• di sehen Kongreßpartei stehen und immer mehr Mos« leins sich der Kongreßbewegung ansciilicßen, bestrebt sein «׳erden, indische Moslems nicht zu verstimmen, zumal es sich um Persönlichkeiten handelt, die auf Grund der neuen indischen Konstitution bei den kürzlich durchgeführten Waiden in ge* setzgebende Körperschaften gewählt wurden, also formell mehr