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Jüdische Rundschau · 1937-05-28 · Heft 42 (28.5.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 42 (28.5.1937)
Date
1937-05-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Nr, 42 / Jahrgang 42 Preis 25 Rp! JÜDISCHE RUNDSCHAU Sd1rUHeIttsng«VerIa^ n. Anxelgcnverwaltang! B«rUnWl5, Meloekcatr.10 Fernrufs 919031, Telegramm •Adressat Orghlp. — Be2u$r«preis einschließlich Bestellgeld je Monet RM 2,-־־, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,83 h7.w. RM 5^9. — Po*t*check - Konten der Vertriebs - Abteilung Berlin 71573 (für Groß * Berlin), Berlin 17392 (für das übrige Reich). In Fällen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa *chon gezahlter Bezugsgebuhreo. - Erscheint jeden Dienstag and Freitag* BERLIN י״ח פיון תרצ״ז FREITAG, 28. MAI 1937 Gltltifft AnzelgenprelsUste Nr. 5. Die 12 gespaltene mm - Zeile 20 Rpf״ für Familien Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anteigeo in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewähr geleistet Gelegenheit»• anzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck Konto Berlin 71618 oder bar Montag bi» Freitag 9 — 18 Uhr. AnushmeicJiluß fGr die Dienstag . Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag •Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich ■ rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Drei Generationen Dritte Juni-Woche Peel-Bericht und Vorschläge der Regierung Kolonienminister Ormsby-Gore gab am 24. Mal Im englischen Unterhaus bekannt, daß die Kgl. Kommission für Palästina mit der Fertigstellung ihres Berichtes und seiner Vorlage an die Regierung für die dritte Juni- Woche rechne. Die Mitteilung, die der Minister auf eine Anfrage des Abgeordneten Geoffrey Mander machte, hatte folgenden Wortlaut: Ich erfahre, daß der Bericht der Kgl. Kommission Mitte Juni unterzeichnet werden wird. Bevor nicht der Bericht der Kgl. Kommission vorliegt, kann eine Ent- Scheidung über die Prozedur nicht getroffen werden. Man hofft, daß es der Regierung Sr. Majestät möglich sein wird, ihre Schlußfolgerungen ohne Verzug zu ziehen und sie gleichzeitig mit dem Bericht zu veröffentlichen. Selbstverständlich wird die übliche Gelegenheit geboten werden, den Bericht und die Schlußfolgerungen der Regierung zusammen zu diskutieren. Abg. Mander: Wird die Regierung nicht eine Veröffentlicliung des Berichtes vor ihrer Entscheidung in Erwägung ziehen, um es der öffentlichen Meinung Innerhalb und außerhalb des Hauses zu ermöglichen, sich zu dem Bericht zu äußern? Minister Ormsby-Gore: Nein. Ich glaube, daß es die klare Aufgabe der Regierung ist, dem Hause für jede Debatte eine Richtlinie durch ihre Ansichten über den Bericht der Kgl. Kommission zu gehen. Abg. R. C. Morrison: Glaubt der Kolonienminister, daß der Bericht der Kgl. Kommission und die Ansichten der Regierung dem Hause am 1. Juli zur Verfügung stehen werden? Minister Ormsby-Gore: Lord Peel und seine-KöTlegen hoffen, den Bericht in der dritten Juni-Wo che unterzeichnen zu können; er wird dann dem Kabinett zw Prüfung vorgelegt werden. Ich hoffe, daß keine Verzögerung bei der Vorlage des Berichtes und der Ansichten des Kabinetts über den Bericht elntreten wird. Gebesserte Lage In Palästina Der Kolonienminister gab weiter die foigende Erklärung Bber die gegenwärtige Lage in Palästina ab: ich habe soeben vom High Cotnmissioner eine Stat i s t i k der schweren Krirninalfälle in Palästina in der Zeit vom 1. Januar bis 10. Mai erhalten: aus ihr gellt eine allgemeine Besserung der Lage, ins- Das Teilungs-Projekt Der Londoner ״S u n d a v Dispatch“ veröffentlicht eine neue Version über die Vorschläge, die die Mehrheit der Mitglieder der Peel-Kommission zu machen beabsichtigt. Ueber die Einzelheiten dieses Planes, der die Umwandlung ganz Palästinas in ein einheitliches britisches Domin io n Vorsicht, erfährt das Blatt folgendes: Das britische Mandat soll im Einvernehmen mit dem Völkerbund aufgehoben werden. Palästina soll ein b r i - tisches Dominion werden, dessen Zentralregierung das Zolhvesen, das Verkehrswesen, die öffentliche Sicherheit, das Finanzwesen, Einwanderungs- und Bodenfragen unterstellt sein sollen. In der Kommunal Verwaltung sollen jüdische und arabische Städte vollständige muniz ipale Autonomie erhalten und soweit wie möglich sollen Juden jüdischen und Araber arabischen Körperschaften unterstellt sein. Dies würde arabische Selbstverwaltung bei vollem Minderheitenschutz in den größeren Städten mit vorwiegend mohammedanischer Bevölkerung, wie Ramieh, Lydda und Jaffa, bedeuten. Der gleiche Grundsatz würde in den jüdisehen Gebieten, wo das jüdische Bevölkerungselement zahlreicher ist, gelten. Das zahlenmäßige Verhältnis zur jüdischeu Bevölkerung, das vor dem Krieg 11:1 betrug und jetzt etwa 4:1 beträgt, soll auf eine noch festzusetzende geringere Spannung gebracht und die jüdische Einwanderung dementsprechend geregelt werden. Das neue Dominion würde Mitglied des vöikerbundes werden und eine britische Garnison für eine Reihe von Jahren für die Landesverteidigung und den Frieden zu sorgen haben. ״Sunday Dispatch“ erklärt, man behaupte, daß dieser Plan den Forderungen beider Parteien entsprechen und die künftige Wohlfahrt des Landes und seiner Bevölkerung gewährleisten würde. Der politische Korrespondent der ״Daily Mail“ stellt fest, daß die Kgl. Kommission noch keine Entscheidung über die Vorschläge einer Teilung Palästinas getroffen hat und daß endgültige Vorschläge nicht vor vierzehn Tagen zu mvarten sind. In eine m der Pläne, mit denen sich die Kgl. Komniission als einem Mittel zur Beseitigung der immer wieder auftretenden Reihungen zwischen Arabern und Juden befasse, sei die Schaffung eines . J ti d e n s t a a f e s in Palästina als Dominion des Britischen Reiches und Mitglied des Völkerbumles vorgesehen. Die Mitglieder der Kommission sollen davon überzeugt sein, daß diese Reibungen nur so beseitigt werden können’ daß England vom Völkerbund die Beendigung des jeteigen Mandats lind die Zustimmung zur Teilung des Landes verlangt. Die Trennungslinie solle vom Tiberias-See zum Toten Meer gezogen werden. Das Gebiet östlich dieser Linie soll ein Araberstaat unter der Herrschaft des Emirs Abdullah von Transjordanien werden, der Judenstaat soll ans den Küstengebieten gebildet werden. Haifa soll zu einem internationalen Hafen erklärt werden, die heili- Ken Städte Jerusalem, Bethlehem und Nazareth unter ein neues englisches Völkerbnndsmandat kommen. England soll auch die Verantwortung für die Landesverteidigung besondere im April, hervor. Diese Besserung hat auch bis zum 10. Mai angehalten. Die Statistik verzeichnet vom 1. Januar bis zum 31. März 102, im Monat April 40 und vom 1. bis zum 10. Mai 10 Fälle. Vier Morde — an einem Juden und drei Arabern — wurden im April verübt; außerdem gab es einen Mordversuch an einem Araber. Lalle dieser Art gab es in der Zeit vorn 1. bis 10. Mai überhaupt nicht. Fälle größerer Unruhen gab es in den letzten Wochen nicht, der einzige wichtigere Zwischenfall ist der vom 11. Mai 1037. Personen, die auf Grund der Notverordnung zur Verhütung von Verbrechen in einem Arbeitslager in Haifa gehalten wurden, erklärten den Hungerstreik gegen diese Schutzhaft. Der Hungerstreik ist jedoch beendet, und, wie ich höre, war er nicht von ernsten Unruhen begleitet. Die EntschädigungsSrafre Auf eine Anfrage des Abgeordneten Wedgwood über die Entschädigung der Kolonisten von Mizpa, deren aus 98 Stück Vieh bestellende Herde am 10. Mai von Arabern nach Syrien fortgetricben worden ist, antwortete der Kolonienminister, er habe dem Abgeordneten bereits einen Bericht des High Commissioner hierüber zugehen lassen, ln diesem Bericht, der zu lang sei, um bei der Anfrage wiedergegeben zu werden, seien die Umstände beschrieben, unter denen das Vieh gestohlen wurde, die zur Wiederauffindung der Herde und der Ergreifung der Räuber getroffenen Maßnahmen, sowie die finanzielle Hilfe, die die Regierung den Eigentümern gewährt hat. Colonel Wedgwood: Weiß der Kolonienminister, daß in der Antwort mitgeteilt war, die einzige diesen Menschen, die ihrer ganzen Erwerbsquelle beraubt worden sind, gewährte Entschädigung sei ein verzinsliches Darlehen von 30 Pfund gewesen? Darf ich fragen, ob nicht eine groß- Zügigere Art der Entschädigung gewährt werden könnte? Minister Ormsby-Gore: Das gesamte Problem der Entschädigung wird noch zu prüfen sein. Ich kann die Grundlage derartiger Dinge nicht durch Behandlang von Einzelfällen präjudizieren. Es ist offenkundig, daß es sich um eine sehr bedeutsame Frage handelt. Vom High Commissioner erfahre ich, daß die betreffenden Siedler zur Zeit nicht Not leiden. Es ist klar, daß die Entschädigungsfrage nicht erörtert oder geregelt werden kann,' bevor w׳ir die Gesamtlage in Palästina kennen. Wir können diese aber nicht kennen, bevor wir nicht den Bericht der Kgl. Kommission in Bänden haben. und die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in dem neuen Judenstaat übernehmen. Die Mitgliedschaft im Völkerbund werde den Juden den internationalen Status geben, den viele von ihnen wünschen. Pläne zum Schutz der Minderheiten in den künftigen Staaten seien von der Kommission noch nicht ausgearbeitet worden, ebenso wenig seien die mit dem Zollwesen, dem Transportwesen, der Einwanderung und der öffentlichen Verwaltung im allgemeineu verbundenen Fragen gelüst. Kongreß In Zürich Der XX. Zionistische Kongreß wird am 3. August in Zürich eröffnet werden. Zionistische Vereinigung für Deutschland Jubiläums - Festakt anläßlich ihres vierzigjährigen Bestehens am Montag, dem 3t. Mai, 20.1S Uhr, im Kulturbund-Theater, Berlin, Kommandantenstr. S7 WERNER SELIG-BASS: ״Feierliches Vorspiel׳* (preisgekrönt im musikalischen Preisausschreiben des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde) Orchester des Jüdischen Kulturbundes unter Leitung des Komponisten Chöre unter Leitung von Ch. XVinawct REDEN UND ANSPRACHEN! Rabbiner Dr. Max Joseph (Berlin) Ernst Bauer (Stuttgart) Rabbiner “Dr. Max Grünewald (Mannheim) DREI GENERATIONEN ZIONISMUS in DEUTSCHLAND FELIX MENDELSSOHN-BARTHOLDY: Ouvertüre op. SO/ Orchester des Jüdischen Kulturbundes, Leitung: Intendant Dr. Kart Singer Karten tu RM 0.80, 1.30, Xab 33. Mai im Vomrkauf bei Jtd. Rundschau, Meinekesir. 10; Buchhdlg. Maass, Pestalossittraße 13; Kand. Schneider, Kleiststr, 13! Drag. Laufet, Trautenaustr.O; Hansa - Konditorei, Flensburger Str.19! Apotb. Sallnger, Neue Königstr.?4; Zigarren - Epstein, Jerusalemer Straße g, Buchhdlg. Salles, Qrenadierstr. 30 Das Bedürfnis, Rückschau zu halten, ist ein Zeichen, daß eine Epoche zu Ende geht. Wir alle fühlen, daß die Welt — sichtbar und unsichtbar — gewaltige Umwälzungen auf allen Gebieten durdimacht, und auch für das jüdische Volk, ja für den jüdischen Menschen schlechthin, sich, eine Neuordnung vorbereitet. Der neue Jude, Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts, ist aber nicht willenloses Objekt des Geschehens. Er will Gestalter seines Schicksals sein. Fine neue jüdische Generation ist herangewaelisen, wachst heran, vom Schicksal hart mitgenommen, aber auch gehärtet: entschlossen, aufzubauen. Aus dem Chaos, das uns umgibt, soll durch eigene Kraft, unter ,Mühen und Opfern wieder eine Ordnung entstehen. Der Jude von heute hat eine klarere Einsicht in die besonderen Umstände seiner Existenz, die Bedingungen seiner Herkunft und die Zusammenhänge seiner Geschichte als der Jude von gestern. Er hat die ganze Fülle moderner Lrkcnntnismethodcn und moderner Lebenstechnik zur Verfügung, und mm erglüht in ihm, was lange Zeit durch Schutt und Asche überdeckt war, auch der alte Funke des Glaubens wieder. Der Jude, der an sich selbst glaubt und das Leben bejaht, der die lebendigen Kräfte seines Volkstums und seines Menschentums wieder als unendliche Melodie der Jahrhunderte in sich erklingen hört, ist reif, Meister seines Schicksals zu sein. Dieser gewaltige Lebensprozell, das Wunder der Auferstehung eines Volkes, geschichtlich voll zu würdigen erst aus der Perspektive der Jahrhunderte, findet seinen Niederschlag in den großen und kleinen Ereignissen unseres Alltags, kristallisiert sich in den Bestrebungen und Zielsetzungen der von ihm Ergriffenen. Als der Jude vor einem halben Jahrhundert, durch Aufklärung und Zivilisation hindurchgegangen, sielt seinem eigenen Problem zuwamlte und seine Unsicherheit trotz aller scheinbaren äußeren Sicherheit zu begreifen begann, trat ihm der ״K ö n i g s g e d a n k e“ des Zionismus entge• gen. Damit war eine ״Kopernikanische Wendung“ vollzogen, die Welt war verändert, und die draußen blieben, merkten es nicht. Eine neue Epoche jüdischer Geschichte w'ar angebrochen. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland kann jetzt auf eine Tätigkeit von vierzig Jahren zurückblicken. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus einem großen Geschehen, und es gab dabei so manche charakteristische Etappe. Es wird noch Gelegenheit sein, diese vierzig Jahre zu würdigen und manche kostbare Erinnerung von der älteren zur jüngeren Generation weiterzugeben. Am kommenden Montag wird das Jubiläum des vierzigjährigen Bestehens der ZVfD. zunächst in Rer! in in einer Kundgebung gefeiert, die unter der Devise steht ״Drei Generationen“. Kein Zweifel, daß drei Generationen in diesem Zeitraum sich deutlich abgrenzen; der Weltkrieg bildete einen tiefen Einschnitt. 1897—1937! Welch ein Zeitraum, welche gewaltigen Veränderungen in der Welt um uns, welcher Umschwung in der Lage der Juden! Diese Entwickiung haben die Pioniere ries zionistischen Gedankens vor vierzig Jahren nicht vorausahnen können. Als die Zionistische Vereinigung für Deutschland gegriindet wurde, galt es vor allem, einen Gedanken innerhalb der Judenheit dureluuset/en. Schon die Erkenntnis vom Wesen der Judenfrage, die für die Wcstjuden hörbar zum ersten Male von Theodor Herz! formuliert worden w׳ar, war an sich in einer Zeit der bürgerlichen Sicherheit revolutionär. Die Mehrheit der Juden wollte davon nichts wissen lind bekämpfte die Zionisten leidenschaftlich. Damals gehörte es ja zum guten Ton, nicht laut von Juden um! Judenfrage zu sprechen; der Antisemitismus, so meinte man, werde mit dem unaufhaltsamen Fortschritt der Welt von seihst verschwinden. Der Zionismus hatte sich gegen eine erbitterte Gegnerschaft 711 wehren. Viele Juden fürchteten, durch die Solidarität mit den unglücklichen jüdischen Massen etwas von den eigenen materiellen und sozialen Errungenschaften zu verlieren; sie wollten als Juden unerkannt bleiben und sich allmählich des Makels der Vergangenheit entledigen. Die Angst, der Errungenschäften des modernen Lehens wieder verlustig zu gehen und den mühsam erkämpften Status zu gefährden, war an sich begreiflich. Nur keine neue Art von Ghetto! Die Betonung der Zugehörigkeit zum Judentum seitens der Juden könne, so meinten viele, dazu führen, daß die Juden in ihrer Betätigung wieder auf rein jüdische Angelegenheiten beschränkt würden, ein Zustand, der mit Recht als schwerer Rückschlag gegenüber dem schon Erreichten erschienen wäre. Freilich, nicht der Zionismus war es, der solche Gefahren heran (beschwor, sondern er sah eine Entwicklung kommen, die für die Juden in höchstem Maße bedrohlich war und statt davor die Augen zu schließen, wollte er Vorarbeiten, einen Ausweg suchen, um für die Zeit der Krise gerüstet zu sein. Zu den vielen Aufgaben, die der Zionismus der Judenheit setzte, gehörte gerade auch diese, zu verhindern, daß durch die nationale Emanzipation das Judentum ״in ein Ghetto“ zurückgeführt wird. Ein jüdisches Volksleben galt es herbeizuführen, das alle Weite und Tiefe eines echten Volkslebens besitzt, ebenso weit entfernt von der furchtbaren Verelendung der ostjüdischen Massen wie von einem weltfernen Intellektualismus der großstädtischen Westjuden. Der verhängnisvolle Irrtum der Gegner des Zionismus von 1897, damals repräsentiert durch solche Erscheinungen wie ״Protestrabbiner“, lag darin, daß sie die Gefahren, die die Judenfrage in sich trug, dem Zionismus zur Last legten, statt zu erkennen, daß der Zionismus als einzige Kraft auf den Plan trat, um vorbeugend und reitend zu wirken. Hatten alle Juden das verstanden und mitgetan, wahrlich, das ganze jüdische Volk stünde 1937 anders da! So aber w׳ar der

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