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Jüdische Rundschau · 1937-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 38/39. 14. V. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife ח Der ״Munkacser Rebbe“ Kurznachrichten aus aller Welt Prag, 12. Mai. (JTA.) In den frühen Morgenstunden des 12. Mai ist in Munkacewo der in der Welt der Cliassidiin berühmte ״Munkacser Rebb e“, Lazar Spira, iin (37. Lebensjahr gestorben. Rabbi Spira war nicht nur der Leiter eines großen Zweiges der chassidischen Bewegung, sondern bekleidete auch den Posten eines Oberrabbiners der orthodoxen Jlidischen Gemeinde von Munkacewo in Karpathorußland. Er wurde 1871 in Szrzyzow (Ostgalizien) geboren und kam 1882 mit seinem Vater und Großvater nach Munkacewo, wo sein Großvater zum Oberrabbiner gewühlt wurde. Nach dessen Tod wurde der Vater des jetzt Verstorbenen Oberrabbiner und Oberhaupt der ״Munkacser Chassidim“. Als 1013 Rabbi Lazar Spira seine Nachfolge antrat, war seine Anhangersehaft bereits bedeutend gewachsen. Die Munkacscr ״Dynastie“ hat nicht nur in Karpathorußland, sondern auch in den benachbarten Teilen Ostgaliziens, in Ungarn und anderen Ländern, ja sogar in Amerika, eine zahlreiche Gefolgschaft. Rabbi Lazar Spira besaß die größte Bibliothek jüdischer religiöser Schriften in Europa. Er selbst hat sechzehn religiös-wissenschaftliche Werke verfaßt. Bekannt war der Verstorbene als unnachgiebiger Streifer gegen Zionismus und Hebraisnuis. Im Kreise seiner Anhänger hielt er oft heftige Reden gegen die zionistische Bewegung und gegen die nationale jüdische Erziehung. Das hebräische Gymnasium in Munkacewo war vor allem das Ziel seiner ständigen Angriffe. Er tat die Anstalt in den Bann und hat sie einmal sogar im Rahmen einer religiösen Zeremonie in der Synagoge verflucht. Der von der Leitung des Gvninnsiums deswegen gegen den Rabbi angestrengte Prozeß endete mit seiner Verurteilung. Auch über einzelne /ionistische Persönlichkeiten hat Rabbi Spira den Bann verhängt. Rabbi Spira betätigte sich auch auf landespolitischem Gebiet. Bei örtlichen und Landcswahlen stellte er den Listen der Jüdisch-Nationalen Listen seiner Anhänger entgegen. Zur Unterstützung dieser politischen Interessen wurde in den letzten Jahren in Munkacewo in jiddischer Sprache eine Wochenschrift unter seiner Patronanz herausgegeben. Ende März war Rabbi Spira schwer erkrankt und begab sich nach Budapest, um dort Aerzte zu Rate zu ziehen. Als sein Zustand sich verschlimmerte, wurde er auf seinen Wunsch nach Munkacewo zurückgebracht. Die Bestattung Rabbi Lazar Spiras hat noch am selben Tage gegen 18 Uhr stattgefunden. Viele tausende Cliassidiin und zahlreiche Rabhiner aus Munkacewo und Umgebung gaben dem Toten das letzte Geleit. Auch aus Ungarn und Galizien waren zahl• reiche Chassidim gekommen. Jüdische Aerzte In Kassenarzt •Verzeichnissen Der Reichs- und preußische Arbeitsminfeter hat an die Kassenärztliche Vereinigung in Deutschland nach Meldung des ״D e u18 c 11 e 11 Ae r/.t c b 1 att e s“ unter dem 13. April einen Erlaß über Kassenarzt-Verzeichnisse gerichtet. In ihm heißt es, daß die Verzeichnisse der zur Kassen- Praxis zugelassenen Aerzte, Zahnärzte und Dentisten in der Praxis bisher nicht nach einheitlichen Grundsätzen _ aufgcstellt worden seien. Für die Schaffung einer einheitlichen Praxis biete die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz eine geeignete Grundlage. In § 5 dieser Verordnung ist l>estimmt, wer Jude ist und wer als Jude gilt. Eine weitergehende Sonderbehandlung der Nichtarier jüdischer Abstntnmung sei in dieser Verordnung nicht mehr vorgesehen. Es seien daher auch einheitliche Verzeichnisse aufzustellen. Eine Kennzeichnung von nichtarischen Acrztcn, Zahnärzten und Dentisten in diesen Verzeichnissen sei nur insoweit zulässig, als sie nach der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz Juden sind oder als Juden gelten. Im übrigen seien Vermerke und Kennzeichnungen unstatthaft. Andere als diese Verzeichnisse dürften in den Kassenräumen nicht ausgehängt oder ausgelegt oder den Arbeitgebern und Versicherten ausgehiindigt werden. Die Kassenärztliche Vc־rcinigung Deutschlands sei bereit und in der Lage, auf kntorderung dem Träger der Krankenversicherung anzugeben, welche jüdischen Kassenärzte in dem jeweils in Betracht kommenden Bezirk niedergelassen sind. Die Wahl des Aerztes usvv. müsse der freien Entschließung des Vf rsicherten überlassen bleiben. Das schließe nicht aus, daß der Kassenbedienstcte seinen Rat zur Verfügung stellt, wenn er darum angegangen wird oder besondere Umstände dies sonst erforderlich machen. Diese Fälle dürfe er aber nicht dazu benutzen, eine Beeinflussung des Versicherten zu versuchen. Unter keinen Umständen dürfe die Ausstellung eines Krankenscheines auf einen vorn Versicherten bczeichneten Kassenarzt, Kassenzahnarzt oder Kassendentisten verweigert werden. Die Einwanderung nach Süd-Afrika Was sind ״one way-papers“? London, 11. Mai. (JTA.) Die im Zuge der Neureffelung der Einwanderung nach Südafrika vor kurzem getroffene Bestimmung, daß Personen mit sogenannten ״einseitigen Ausweispapieren‘‘ (onc way-papers) künftig zur Einreise nach Südafrika nicht mehr /!!gelassen werden sollen (״Jüd. Rundschau“ Nr. 36), hat vielfach 711 Unklarheiten über den Umkreis der Von dieser Maßnähme betroffenen Personen geführt. Vom Büro des High Commissioncr für Südafrika wird mitgeteilt, daß die Best immung sich aut von irgendeiner Regierung ausgestellte Pässe bezieht, die dem Inhaber die Rückkehr in das Ausstellerland nicht gestatten. Uebertretung des Verbotes, von Juden Spenden anzunehmen. Der ״Beobachter ain Main“ berichtet aus Offenbach: Der 53jährige Adolf Förder aus Offenbach wurde von der Großen Strafkammer Darmstadt wegen schweren Betrugs zu 15 Monaten Zuchthaus und 2 Jahren Ehrverlust verurteilt. Er hatte sich als Amtswalter der NSV. trotz grundsätzlichen Verbots, von Juden Spenden anzunchmen, etwa drei Jahre lang von einem Juden monatlich 20 RM. geben lassen, dafür im Namen der NSV. quittiert, das Geld aber für sich behalten. Das Gericht ahndete diesen groben Mißbrauch der Amtswaltereigenschaft dadurch, daß es über die Mindeststrafe hinausging. Das Kreisgericht in Radom hat sechs Juden aus Przytvk von der Anklage, das polnische Volk beleidigt zu haben, freigesprochen. Die Anklage war auf Veranlassting des aus dem Przytyker Pogrom bekannten nationaldemokratischen Agitators, V'inccnfv Korczak, erhoben worden. Unter den Belastungszeugen befand sich auch eine Frau, die bereits im Przytyker Pogromprozcß gegen die jüdischen Angeklagten ausgesagt hatte und dann wegen falscher Zeugenaussage angeklagt worden war. Die Firma Fedor Karpe, Glciwitz, ging in den Besitz der Textil-Spezialhaus G.in.b.H. über. Die Firma Paul S c g a 11, Rehhof, ist in den Besitz des Bckleidungshauses Wilhelm Lemke, Marienwerder, übergegangen. Nach einem Bericht der ״Rheinhessischen Volksblätter‘‘, Alzey, ist es der Gemeinde Baden heim gelungen, die Frage bezüglich des Eigentumsrechts an dein in der Nähe des Dorfes gelegenen jüdischen Friedhof ihrem Wunsche entsprechend 'zu erledigen. Die Reste der Umfassungsmauern und die Grabsteintrümmer sind entfernt, die Wildhecken bescitigt worden. Der Platz wurde eingeebnet und seiner Umgebung angeblichen. In der Generalversammlung des Vereins blinder Musiker und Musiklehrer in Wien wurde der Anfrag aut Einführung des Arierparagraphen angenommen und gleichzeitig alle jüdischen Mitglieder ausgeschlossen. 111 New York hat eine Konferenz der Führerinnen der zionistischen Fraucnorganisation Hadassah stattgefunden, an der 500 Delegierte tcilnahmcn. Die Konferenz beschäftigte sich mit der politischen Lage in Palästina und ließ dem britischen Botschafter L i n d s e y eine Petition an die Kgl. Kommission überreichen, in der diese aufgefordert wird, nichts zu unternehmen, das die jüdischen Rechte in Palästina vcrletzen oder gefährden könnte. Wie die Vereinigung Jüdischer Akademiker Amerikas ״Zeta-Beta-Tau“ mitteiit, ist beschlossen worden, die Richard G o 11 h e i I - M e d a i 1 i e für hervorragende Verdienste um die Judcnhcit in diesem Jahr dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevclt, zu ver* leihen. Wie aus Bagdad gemeldet wird, sind die ersten vier Kriegsschiffe, die die Regierung des Irak in Italien bestellt hat, bereits vom Stapel gelaufen. Die Kriegsschiffe sind dazu bestimmt, im Persischen Meerbusen die südlichen Grenzen Iraks zu bewachen. Durch die Unterstützung eines in Paris lebenden sephardischcn Juden ist es möglich geworden, den jüdischen Jugendverbänden in Frankreich eine grolle Jugendherberge zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um ein zirka 40 km von Paris entferntes Schloß, das auf drei Jahre gemietet worden ist und als Herberge eingerichtet werden wird. Bei dem Jiddischen Wissenschaftlichen Institut in Wilna ist eine Abteilung für jüdischen Sport eingerichtet worden. In der neuen Abteilung soll wissenschaftliche Forschungsarbeit auf dem Gebiet des jüdischen Sports geleistet werden. Der berühmte Handelsrcclitler Prof. Davide Supinaf ist im Alter von 86 Jahren in Pisa gestorben. Der bekannte jüdische Regisseur David Her man ist' im Alter von öl Jahren in New York einem Herzschlag erlegen. Die Bundeslcifung der E s r a - P i r c h e A g u d a s J i s * roel hat einen Bericht über ihr Jiingerentrcffen in Frank* furt a. M., das vor einiger Zeit stattgefunden hat, herausgegeben. Rowe Wal f er sang im I ondoncr Rundfunk eine Gruppe aus Hugo Wolfs kürzlich entdeckten Jugciidlicdern. — Dein Andenken des vor t iniger Zeit verstorbenen Sir George Heusehe], eines;ms 1 )eutsililand im letzten Jahrhundert eiligewanderien Juden, der in London als Ni״' -vr, 1 >:r!gent und Komponist Brnimisschcr Riclmnig sehr ge-■••'! ,t/t war, wurde in üuilford ein < >nh1׳-.ferk״n/ert vewldm׳. t. bei dem 11. a., sein Requiem anfgeführt wurde. Postschlüsse nach Uebersee Berlin: Postamt C 2: Frankfurt a. M.: Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München: Bahnposta int 1 oder 2 (Flughafen); Hamburg: Postamt 1; Köln: Bahnpostamt 10. Die Sendungen müssen so eingeworfen werden, daß sie zu den angeführten Zeiten beim Postschlußamt vorliegen oder dat Schiff mindestens im letzten Hafen erreichen können. europäischen P a 1 3 ג t i n! 18. Berlin 19.30 (19. ,Miinchen 9.30) 20. 5. Brindisi 24. 5. T.tffa 19. Berlin 19.30 (20. München 9.00) Balm 25. 5. ׳Haifa 21. Beiliii 19.30 (22. München 9.00) Balm 20, 5. Ihn ln 23. ficiiin 18.00 (24. Miinchen 9.00) Balm 28. 6. i iaifa 25. Be!!in 19.30 (26. München 9.30) 27. 5. Brindisi 31. 5. Jaffa f. u f t p c s t 19. Berlin 3.00 via Athen ca. 2Va Tage 19. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi ca. 3 Tage 21. Berlin 6.00 via Athen ca. 2t 5 Tage 22. Berlin 3.00 via Adieu ca. 21/j Tage 22. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi ca. 3 Tage 24. Berlin 6.00 via Athen ca. 21,0 Ta^e Vereinigte Staaten von Amerika 21. Cherbourg (..New York“) 25. llvcmcn (.,Kurnen") 20. t'heibourg (״Eurr.pa“) Luftpost 25. Berlin 18.00 (26. Köln 9.30) Flug zur ״Europa“ 31. 5. N. Y. 20. Berlin 24. Hamburg 25. Berlin 8.00 19.00 8.00 28. 31. 31. 5. New York 5. New York 5. New York Südamerika 19. Berlin 19.00; 20. Hamburg 6.00 (״C. A.“) 2. 6. Rio; 5. 6. B. Ä, 20. Bei iin 18.00; 21. Köln 8.00; 22. ICuLgne; 7. 0. R.; 11.6. Ü. A, 21. Berlin 16.00; 21. Ilambuig 19.00; 22.1fr.; 9. 6. K.; 14. 6, B, A, Luftpost 19. Berlin 21,00 (Frankfurt 24.00) 22. Rio; 23. B. Aires 22. Berlin 13.30 (Frankfurt 15.00) via Paris 25. Rio; 26• li. Aires Südafrika 19. Koin 21.00; 21. Southampton (״Varwick C.״) Luftpost 19. Berlin 6.00 via Athen 21. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi 22. Berlin 6.00 via Athen 25. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi 7. 6. Kapstadt ck. S Tage ca. 8 Tage ca. 8 Tage ca. 8 Tage Verlust der mit LZ ״Hindenburfi" beförderten Post. Wie das ״Amtsblatt des ReifhspostminLicrium■." in seiner letzten Ausgabe mitteilt, ist damit, zu rechnen, daß die ge-amte Foul,!düng des LZ ״llindcnburg“, die das Luftschiff am 3. Mai in Frankfurt-Main an Bord genommen halte, bei der Katastrophe in Lakelmrst vernichtet worden ist. — Im Zusammenhang mit der in der Tagcspresse veröffentlichten Miltrilung, wonach der I.ijflscbiildien-l mit LZ ״Graf Zeppelin“ zunürhst eingestellt worden ist, woi-cn wir darauf hin, daß Luftpostbriefe und Luftpostkarten narb Südamerika zur Zeit!tusschl. per Flugzeug befördert werden, während das Luftschiff nur Drucksachen, Cicschiiftspapiere, Misch-endungcn, Warenproben, I’äckdien sowie gewöhnliche Pakete an Empfänger in Südamerika übernahm. Jaden und Jüdisches Im Rundfunk Freitag, 14. Mal: Paris (1648), 11.45: Israelitische Plauderei. — Budapest (549,5), 19.30: ״Die Königin von Saba“, von Goldmark. — Eiffelturm (206), 20,30: Dichterische halbe Stunde. Mitwirkendc: Madckine Milhaud. Verurteilungen wegen Rassenschande. In Breslau erhielt laut ״Oberschlesischer Anzeiger“, Ratibor, vom 7. Mai, ein 45 Jahre alter jüdischer Angeklagter ein Jahr Zuchthaus. •— Ein 48 Jahre alter jüdischer Angeklagter erhielt unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Eine mitnngcklagte Zimtnervermicterin erhielt wegen Beihilfe sechs Wochen Gefängnis, eine Sittendirne wegen Erpressung vier Monate Gefängnis. — Ein 37 Jahre alter jüdischer Angeklagter erhielt zwei Jahre Zuchthaus. — In Berlin erhielt laut ״Berliner Volkszeitung“ vom 12. Mat ein 25iähriger jüdischer Angeklagter wegen versuchter Rassenschanae und Nötigung 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, ein vveitercr Angeklagter wegen Begünstigung 6 Monate Gefängnis. Um die Sandschak-Rcgcluttg. Unser K.-Brriehicrstaifcr schreibt aus Baris: Wie aus Ankara gemeldet wird, hat dort zwischen dem türkischen Außenminister und (km französiseiicn Botschafter eine ausführlich(‘ U'itci baluing über die Regelung des S a n d s c h a k K o 11 f i i k t c s stattgenmden. Obwohl anläßlich der Tagung des V.ölkcrbundsraU'S in Genf eine grundsätzliche Einigung über d e kruvlung des Alexandrdte-Koiitiiktcs auf Grund des Sandler-Berichtes erfolgt war, waren die seither in Genf pcf'.'hrU-n Verbandlungert in der letzten Zeit ins Slot ken geraten. Man hatte in Paris das (.1 efiilil, daß (I1׳׳-e Sein׳, ir:igkebc 1 weniger auf Differenzen über technische i'i!1/r!heitc!1 des Sainlsciutk- Abkommens nniick/uiuhreu waren, als auf die grundsätzlich von der franrösischen abweichende Haltung der türkischen Delegation. Vor allem hatte cs in Paris und Damaskus Unruhe erregt, daß sich die Türkei in allen Fragen henuihte, Regelungen herbeizuführen, die ihr im Falle degeringsten Konfliktes eine Intervention in die Affären des Sandschaks gestatteten. Die Türkei hafte unter anderem auch nur einer sehr geringen Po'.izeitruppe zustimmcu wollen, die im Falle von inneren Schwierigkeiten außerstande gewesen wäre, die Ordnung aufrcchtzuerhaltei!. Die Türkei ist, das haften die Verhandlungen immer wieder gezeigt, weniger an einer wirtschaftlichen Durchdringung oder einer nationalen Sicherung der türkischen Minderheit im Sandsclt.'ik interessiert als an einem strategischen Stutzpunkt für eine künftige Expansion. Diese Tendenzen der Türkei hatten nicht nur in den angrenzenden arabischen L.ändern, sondern auch in Paris und London Besorgnis hervor,gerufen. Die Nachricht von einer grundsätzlichen Einigung zwischen dem türkischen Außenminister und dem französischen Gesandten hat daher in Paris lebhafte Befriedigung erzeugt. Wie mitgeteilt wird, ist über die meisten strittigen Punkte Einigkeit erzielt worden. Man nimmt in Ankara an, daß bis zur Tagung des Volkerbundsrates am 21. Mai auch die restlichen Fraßen geklärt׳ sein werden, und daß dann ankili-!ich der Genfer Tagung die Vertrage über die syrischtürkische Grenzziehung sowie die (iaranlieverträge über den Sandschak zwischen Frankreich und der '1 urkei untcr/cichnet werden können. Die Frage nach der jüdischen Abstammung. Kürzlich ging durch die Presse eine Nachricht, die /.!. i,.d, wie stark noch die negativen Wirkungen der Assimilations-Ideologie hei manchen Judenstümmliugeii vorhanden sind. Der Nobelpreisträger für .Medizin, Dr. Karl L a 11 d s t e 1 n e r aus Wien, hat den Herausgeber des amerikanischen indischen ״Who’s who“ (,,Wer ist’sz״) auf 10;) 01)0 Dollar Schadenersatz wegen Aufnahme seines Namens in dem genannten N'achse!!l:1״e\verk verklagt. Land steiner ei klärte, seit 50 Jahren dir katholischen Kirche anzugehören und niemals in den Verdacht gekommen zu sein, daß seine Vorfahren jüdisch seien. Seine Aufnahme in dem jüdischen' Nachschlagewerk wurde für ihn eine ״schwere Erniedrigung“ bedeuten, Ls handelt sieh aKr> hier um die interessante Reeht.sfrage, ob di!• objektive Tat» Sache der Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse in einem Nachschlagewerk auch gegen den Willen des Bett ert-enden festgestellt werden darf. Ls liegt auf der Hand, daß das amerikanische Nachschlagebtich, um das cs sielt hier handelt, keine ״Beleidigung'‘ des Professors bezweckte, vielmehr handelt cs sich um ein von Juden redigiertes Werk, das unter durchaus positiven Gesichtspunkten die Zugehörigkeit zum Judentum feststellte. Zum 100. Geburtstage A. C. Swirtburnes publizierte die ״Times“ einen Brief des großen englischen Dichters an Oswald John Simon aus dem Jahre 1882. Der Anlaß zu diesem Brief an den damals bekannten englisch-jüdischen Adressaten waren die russischen Judenverfolgungen, gegen die Sw in* burne mit der ihm eigenen Leidenschaft hier wie in seinen verschiedenen politischen Gedichten Stellung nahm. In deut* scher Sprache ist Swinburncs Lyrik übrigens durch die schönen Uebertragungen von Hedwig I. a c h tn a n n bekannt geworden, während über ihn, den ״Geist im Harnisch“, vor allem Rudolt ßorclt a r d t und Georg B randes Bedeutendes veröffentlichten. Unter den ״Vorfahren“ von Swinburncs Talent nennt sein Biograph Edmund Gosse an erster Stelle den Propheten Jesaja. Das Verzeichnis der Schriften Eugen Mittwochs im letzten Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wurde von Dr. Walter Gottschalk zusammengestellt. Damen mäntel - Kostüme erosie nusuiam,MUgäe Freisei da eiDHieHersifiiiiMo um.flusseia₪))0 jed.zuiiscnenhandeis Fritz Todtmann, Berlin O, Alexa nderstr.451, a. d. Blumenstr. a Mlnutan vom 8־B»hnhof ■)•nnowlttbrflek• Verkauf täglich 8 v.;-6 Uhr (auch Sonnabends) Rock- Komplets

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