Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 36 (7.5.1937)
- Date
- 1937-05-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36,7. V. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 7 75 Jahre „Rom und Jerusalem" Von Manfred Meir Ro scnbcrr, Worms im Mai 1862 — also vor 75 Jahren — veröffentlichte Moses Heß, damals gerade 50 Jahre alt (am 21. Januar 1937 war sein 125. Geburtstag), seine Briefe „Rom und Jerusalem". In ihnen sind die Elemente einer Reformation des Judentums enthalten, die er legitim aus den hedanken entwickelt, die die Grundlagen des liberal-religiösen Judentums bilden. Hinter dein bestechenden Glanz und der wundervollen Diktion der Sprache Herzls ist das durch seine unübersichtliche Komposition schwer durchdringliche Werk von Heß in den Hintergrund gedrängt worden. Aber dafür eignet diesen Briefen eine Warme der jüdischen Empfindung und ein Verständnis der religiösen Eigenart und Existenzgrundlage Israels, <lie man bei Herzl vermissen muß. Das Wissen um eine Verbundenheit der Juden miteinander, die tiefer ist als sie in den soziologischen Erscheinungen von Not und Reichtum, Verfolgung und Emanzipation, Assimilation und nationalem Stolz zutage tritt; — das Wissen um eine Verbundenheit in den religiösen Sphären der menschlichen Seele weist dieser zionistischen Schrift «inen anderen Rang zu. Denn der nationale Zusammenschluß des jüdischen Volkes und der damit verknüpfte Wiederaufbau von Erez Israel ist für Heß nur das Mittel zur religiösen Wiedergeburt Israels in einer jüdischen Gemeinschaft. Unter Obhut eines schriftkundigen Großvaters aufgewachsen, hat Heß in seinem wechselreichen Leben gelernt, nicht in individuellen, sondern in kollektiven Kategorien zu denken und zu erkennen, daß die Menschheitsgeschichte nicht durch Vervollkommnung des einzelnen Individuums, sondern durch die Entwicklung von organischen Gruppen vorwärts schreite*. Dies schützte ihn bei dem auch ihn beherrschenden Gedanken vom herangebrochenen messianischen Zeitalter, dem Individuum allein Raum zu geben. Der Naturwissenschaftler und Geseikchaftskritiker, der ein Grundgesetz für die Entwicklung alles Lebens suchte, erklärte darum, wie Gott nicht eine allgemeine Pflanze .geschaffen hat, sondern viele Arten, so ist auch der vollkommenste Teil der Schöpfung, der Mensch, in verschiedenen Arten und Typen geschaffen. Die der Menschheit eigene Sphäre des sozialen Lebens untersteht aber ebenso ehernen Gesetzen wie das Leben der Natur, die ein sprunghaftes Fortschreiten ausschließen. „Wenn jedes moderne Volk, jede moderne Gesellschaft in dem Maße, wie sie ihre Wirksamkeit beginnt, ihren Beruf als spezielles Organ der Menschheit zeigt", so muß sich auch die jüdische Nation um der Einheit von Lehre und Leben willen die gesellschaftlichen Orundlagen schaffen, auf denen sie ihre sittlichen Forderungen zur Wahrheit machen kann. Das Gesetz der Geschichte der Welt ist noch wenig erkannt. Es gibt zwar Detailwissenschaften; doch keine zusammenfassende Wissenschaft erklärt das Geheimnis allen kosmischen, organischen und sozialen Lehens. Dafür ist der Menschheit aber dank dem religiösen Genie der Juden und ihren göttlichen Offenbarungen in prophetischer, mystischer und spekulativer Weise Licht in die Finsternis ihres Suehens gebracht worden. In der Schöpfungsgeschichte und ihrem Schabbat liegt das Geheimnis des Gesetzes verborgen, die Gewißheit, daß wir einen Gcschichtsschabbat erleben werden, in dem die Vollendung der sozialen Ordnung der Welt gefeiert wird, wie der Naturschabbat die der kosmischen Welt gebracht hat. Um diesem großen Ziel der Menschheit zu dienen, muß das jüdische Volk wieder regeneriert werden. Denn nur auf seiner eigenen gesellschaftlichen Grundlage kann es die Aufgabe erfüllen, Wenn Heß „die nationale Wurzel mehr als die humanen Blüten des Judentums" betonte, so hat das seinen Grund darin, daß man in seiner Zeit — wie er in einem treffenden Vergleich sagte — „nur zu geneigt ist, die schonen Blumen der Kulturgeschichte zu sammeln, um sich damit auszuschmücken, statt sie in dem Boden, auf dem sie wachsen, zu pflegen". Die Irrlehren, aus dem Individualismus in eine alle Menschen umfassende humanistische Gesellschaftsform hinüberspringen zu können, zwangen Heß, die nationalen Motive herauszukehren und seinen Zeitgenossen vor Augen zu halten, damit sie nicht von dem „humanen Chloroform" benebelt, ihr erhabenes Ziel aus den Augen verlören. Auf solcher nationalen Basis mit dem Aspekt auf ein messi a n i s c h e s Zeitalter legte Heß seine Anschauungen vom Judentum und dessen notwendiger Entwicklung dar. Und diese seine Anschauungen entsprechen vollkommen den Grundgedanken desjenigen Judentums, das wir in bezug auf seine religiösen Anschauungen „liberal" zu nennen pflegen. Doch solange diese seelische und geistige Erneuerung nicht vollzogen ist, hat der Revolutionär Heß Furcht vor den notwendigen Maßnahmen, da er wohl die einzuschlagenden Pfade, aber nicht ihr Ende weiß. Und so will er denn in der Sammlung der jüdischen Nation die Vor¬ Zusammenschluß von Gemeinden im rheinisch-wesffüliichen Industriegebiet. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden ist seit längerer Zeit bemüht, im rheinischwestfälischen Industriegebiet einen engeren Zusammenschluß der jüdischen Gemeinden herbeizuführen, um auf diese Weise die zur Zeit noch bestehenden erheblichen Unterschiede in der steuerlichen Belastung benachbarter Gemeinden auszugleichen. Als erstes Ergebnis dieser Bemühungen ist jetzt der Zusammenschluß1 der drei Gemeinden Duisburg, Hamborn und Duisburg-Ruhrort zur Jüdischen Gemeinde Duisburg grundsätzlich beschlossen worden. An den Verhandlungen, die von dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Duisburg, Rechtsanwalt Dr. Kaufmann, geleitet wurden, nahmen als Vertreter des Preußischen Landesverbandes Max Birnbaum (Berlin) und als Vertreterin der Zeirtrahvohlfahrtsstelle Gertrud Blank (Berlin) teil. Weltzentrum für jüdische Musik in Erez Israel. (Anschrift: Dr. S. Levi, Jerusalem, Honse Halbreich, King Georg Ave.) Das Initiativ-Komitee feilt mit: Joachim Stutschewskv, Darius Milhaud, Ernest Bloch, Kurt Weill, Karol Rathaus. Jakob Weinberg, Ernst Toch, Heinrich Schabt, Max Ettinger, Hugo Adler, Paul Dessau und Herbert Fromm haben sich als Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Die Gründung von „Länderkomitees zur Pflege und Förderung der jüdischen Musik'' ist in folgenden Ländern in die Wege geleitet: Vereinigte Staaten, England, Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Polen, Tschechoslowakei, Litauen, Jugoslawien, Dänemark, Schweiz, Italien, Aegypten, Syrien, Indien, Niederländisch-Indien, Südafrika. Für Deutschland hat Dr. Oscar Glitt mann (Anschrift: Berlin-Charlottenburg, Grolmanstr. 42 13) die Organiaussetzungen schaffen, um sein großes Werk der jüdischen Reformation zu betreiben; denn ohne diese nötige Sicherung wagt er sich an die gigantische Aufgabe nicht heran. „Im Exil kann das Judentum nicht regeneriert, kann durch Reformen höchstens zur Abtrünnigkeit gebracht werden." Ist es doch bis jetzt noch keinem, „selbst nicht der Meisterhand eines Mendelssohn, gegeben gewesen, jene harte Schale, mit welcher der Rabhinisnnis das Judentum umpanzert hatte, von außen zu zerbrechen, um Licht in dasselbe eindringen zu lassen, ohne sein innerstes Wesen, seinen nationalen Geschichtskultus, zu zerstören, und ein heiliges Leben zu morden". Diese Anschauung verurteilte Heß bis zur Erreichung seines jüdisch-politischen Zieles zu jüdisch-religiöser Tatenlosigkeit. Allein seine Erkenntnisse haben sich als richtig erwiesen. Die Reform hat das Judentum auf dem von ihr eingeschlagenen Weg ausgelaugt, weil sie auf die Verbindung mit dem Volkstum verzichtet hat. „Die rationalistische Reform, welche das Wesen des Judentums, seine Nationalität, verleugnet, kann nicht schöpferisch sein." Was sie „für die negative Kritik des Abgestorbenen" geleistet hat, geschah im Verfolg der Verhältnisse einer revolutionären Zeit, an die sich die jüdischen Reformatoren angeleimt hatten, was ihre Verantwortung zwar nicht aufhebt, aber doch in anderem Licht erscheinen läßt. Denn in Konsequenz des humanitären Ideals der Zeit hätte eine höhere Daseinsform alle Religionen, auch die jüdische, in sich auflösen müssen, während jedoch „der Beruf des Judentums in der Zerstreuung" mit gleicher Dringlichkeit verkündet wurde. So fragt Heß mit Recht, wie man „zugleich für die Auflösung des Judentums und für seinen Forlbestand schwärmen soll". Aber so recht Ließ auch mit seiner Kritik hatte, so unrecht harte er doch mit der Begrenzung der Möglichkeiten einer Reformation auf das neuerstaiidene Volk Israel in Erez Israel. Der Auflösungsprozeß der Juden ist durch Einwirkung von außen jetzt ebenso gehemmt wie vor einem Jahrhundert begünstigt worden. Man \vei(5, wieviel schwieriger die Regeneration des jüdischen Volkes sich in der Gallith als in Palästina vollzieht, man weil! aber auch, daß in den Jahrzehnten fieberhaften Auf bans die üolah in ihrer kulturellen Sättigung mehr Energien für die religiöse Erneuerung in sich freimachen konnte als der schaffende Arbeiter im Heiligen Lande. Heß' Aufgabe wäre in unendliche Ferne gerückt, wollte man nicht schon auf der Stelle in sich hineiuhorchen und aus der Versenkung in jüdisches Leben und jüdische Lehre den Geist wieder in sich erstehen lassen, „aus welchem sowohl unsere Gesetzeskundigen wie unsere Propheten ihre Weisheit und Inspiration geschöpft haben". Unsere eigene.jüngste Geschichte hat erwiesen,' daß ein Volk, schon totgesagt, zu neuem Leben erstehen kann, wenn nur eine Auslese aus ihm die Rückkehr in die Heimat vollzogen hat. Heß' Furcht, daß alle Entwicklung außerhalb Palästinas einem Eingriff von außen gleiche, ist unbegründet und beruht auf der beschränkten Erfahrung seiner Tage. Ist aber das jüdische Volk zu neuem Bewußtsein nicht nur seiner Nationalität, sondern auch seiner Aufgabe gelangt, so gebietet diese ihm Erfüllung. „Die starren Formen des orthodoxen Judentums, die bis zum Jahrhundert der Wiedergeburt vollkommen berechtigt waren, werden nur von innen durch die Keimkraft der lebendigen Idee der jüdischen Nationalität und ihres Geschichtskultus naturgemäß gesprengt. Nur aus der nationalen Wiedergeburt wird das religiöse Genie der Juden gleich dem Riesen, der die Muttererde berührt, neue Kräfte ziehen und vom heiligen Geist der Propheten wieder beseelt werden." Fünfundsiebzig Jahre sind seit dem Erscheinen von Heß' Briefen vergangen. Seiner Zeit konnte «r nichts sagen, weil sie nur den Lockungen der Umwelt ihr Herz, und ihr Ohr öffnen wollte und die reiche kulturelle Ernte einbrachte, deren wir uns als die letzte Generation der Assimilation noch erfreuen. Zudem svar es wohl auch die Person von Moses Heß, die allen Kredites in der jüdischen Gesellschaft bar war und über die sein — wissenschaftlich, aber nicht politisch — überlegener Nachbar im Geist, Abraham Geiger, schreiben durfte: „Ein fast ganz außerhalb stehender, ... der in Nationalismus machen will und neben der Frage über die Herstellung der tschechischen, montenegrinischen und szeklerischen usw. Nationalität auch die der jüdischen Nationalität erwecken will." Hier irrt Geiger! Das große Werk der Reformation und Weiterentwicklung des Judentums wird, nachdem das jüdische Volk seinen Lebenswillen wieder gestärkt, aus der kleinen Schrift von Moses Heß neue Kräfte ziehen, und das jüdische Volk wird erkennen, wie legitim aus der Sehnsucht nach seiner Renaissance das Bedürfnis nach religiöser Erneuerung des Judentums erwächst. safion übernommen. Alle in Deutschland lebenden jüdischen Musiker und Musikschriftsteller werden gebeten, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Die Mittelstelle für Jüdische Erwachsenenbildung hat vor kurzem einen Rundbrief an ihre Mitarbeiter versandt, der eine Reihe bemerkenswerter Beiträge enthält. Martin Bubers Frankfurter Lehrhausrede „Bildung und Weltanschauung" steht am Beginn des Rundbriefes; sodann folgt der Grundriß einer Arbeitsgemeinschaft „Der Jude und der Mensch der Umwelt nach der Lehre des Judentums'' von Rabb. Dr. Max Eschelbacher. Von Or. Ludwig Feucht« wanger stammt der Umriß eines Eiiiführungslehrgangs in die Geschichte der Juden während des Mittelalters. Einem Bericht von Julius Flörsheim über einen Grundlehrgang zur Ausfüllung von Lücken der Schulbildung sind charakteristische Abschnitte entnommen. Ernst Kantorowicz veröffentlicht einen Briefwechsel über Lektüre und Behandlung des „Großinquisitors" von Dostojewski. Der gleiche Autor bespricht eine Reihe von Büchern zur Geschichte, Völkerkunde, Wirtschaft und Technik. Karl Adler, Stuttgart, gibt eine Reihe v'ou Ratschlägen zum Singen. Diese Beiträge und eine Reihe kleinerer Notizen machen den Rundbrief für alle diejenigen außerordentlich nützlich, die sich mit den Problemen der jüdischen Erwachsenen und Jugendbildung beschäftigen. Ein zweiter Rundbrief enthält Martin Bubers Ansprache „Die Vorurteile der Jugend", die in der „Jüdischen Rundschau" Nr. 24 zum Abdruck gelangt ist. Die Rundbriefe können von der Mittelstelle für Jüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt a. AI, Fuchshohl 67, zum Preise von RM. 0,30 bezogen werden. ßfd* ßtiaxke Alligator!^ d a s s i n d g u t e, 1 e d e r w a ran r ..! UNSERE V E RKAUFSGESCHÄKTE: Berlin, Tauentxiomtmße 16 Essen, Am Hauptbahnhof 10 Hamburg, Jun^fenistio^ -13 Bochum, Korttimstraßc 67 Köln a. Rh.. Hohe Straße 115 Fr s nkf u rt-M., Roßmaikl 15 Eisen, Limheckearstrotie 10 Zrntrnle: Offenbach a. M. W uppert nl-Elberf p1 tl, Herzogstraß* 36 das Pleuedc in llütoze Der Oberrabbiner von Palästina, Dr. Isaac Ii erzog, ist vor seiner Abreise aus London vom Kolonienininister Ormsby-Gore empfangen worden. Im Laufe einer längeren Unterredung bekundete der Kolonienminister lebhaftes Interesse für jüdische Angelegenheiten im allgemeinen und für die Lage der palästinensischen Judenheit im besonderen. Dr. Herzog informierte den Minister eingehend über den Aufgabenkreis des palästinensischen Oberrabbinats. Die „Schlcsische Tageszeitung" in Breslau berichtet, daß Juden von diesem Jahre ab in Breslau der Zutritt zu sämtlichen städtischen B ä d e r n verh o t e n ist. Ihnen stehe allein die Kallenbachsche Schwimmanstalt zur Verfügung. Bisher konnten noch verschiedene Bäder von Juden besucht werden. Siebzig aus Deutschland ausgewanderte Juden, die das Lokal des zentralen 11 i 1 f s k%> m i t e e s in W a r s c Ii a u besetzt und erklärt hatten, sie würden es nicht räumen, bevor sie die verlangte Hilfe erhalten haben würden, sind von der Polizei entfernt worden. Das Lokal wurde dann behördlich geschlossen. Den Hilfsbedürftigen wurde erklärt, daß die Regierung drei hervorragende judi*che Sozialarbeiter mit Verhandlungen mit Vertretern der Ausgewanderten betrauen werde. Wie die in Mexiko erscheinende Zeitung „Her Wer;" mitteilt, hat der Abgeordnete f'hilippi dem Parlament den Plan der Einberufung tiner neuen Friedenskonferenz unterbreite!, auf der auch die internationale Stellung' des jüdischen Volkes geregelt werden soll. Der Plan wird gegenwärtig von einer speziellen Kommission des Parlaments bearbeitet. Jm Alfer von 0!) Jahren ist in Kansas City Rechtsanwalt Jacob Harzfeld, ein Führer der zionistischen Bewegung in Amerika und einer der Mitschöpfer der Verfassung der Jewish Agency, gestorben. Der National Council of Jewish Woinen in New York hat bekanntgegeben, daß er zwei Stipendien für Studien über den Frieden an der Hebräischen Universität Jerusalem gestiftet hat. Auf Anregung von Oberrabbiner Senator Prof. Schorr, Dr. Aron S o 1 o w a i t s c h i k und Dr. M. Tauber wurde in Warschau eine Kooperativgenossenschaft gegründet, die eine neue hebräische Tageszeitung herausgebe« will. Oesterreich hat auf die Meistbegünstigung aus dem Präferenzvertrage zwischen Palästina und Irak, die ihm auf Grund des Handelsvertrages mit Großbritannien zugestanden hätte, verzichtet. Es wird die Vergünstigungen, die Palästina dem Irak gewährt hat, demnach nicht in Anspruch nehmen. In der Wiener psychiatrischen Klinik wurde die von dem aus Deutschland ausgewanderten jüdischen Arzt Dr. Manfred Sake! erfundene neue Behandlungsart des jugendlichen Irreseins (Dementia praecox) durch Insulin von führenden österreichischen Nervenärzten besprochen. Prof. Pol/!, der sich als erster für die neue Methode Sakels eingesetzt hat, te ile mit, daß bei den bisher nach dieser Methode behandelten 700 Krankheitsfällen 70 ' ■> Heilerfolge zu verzeichnen waren. Professor Weingreen, der kürzlich zttin hebräischen Lektor in Dublin ernannt wurde, i>t, wie uns mit geteilt wird, ein Schüler von Mr. Eliassoff, des Leiters der Arjeh-Haus- Schule in Brighkm. Das G, S. von Rothschildschc Hospital, Frankfurt a. \\., hat Prof. Dr. Oskar David zum konsultierenden Köntgiisologen gewählt. Die Internationale Kunstrevue (Prag) bringt in ihrem letzten Heft außer einem Aufsatz ihres I lerausyebers Adolph Donath über den Weg des Impressionismus u. a. nach verschiedene für den judischen Leser besonders interessante Aufsätze und Mitteilungen. Vor allem berichtigt A. Hcppner einen seit Jahrhunderten eingebürgerten Irrt hui: K'einbrandts Moses-Bild aus der Berliner Galerie heißt: „Moses, die Gesetzestafeln zertrümmernd"; tatsächlich ist nicht der zertrümmernde Moses dargestellt, sondern der „Bringer des Gesetzes". Erkennen wir ihn „als den zermiirbu'ii, endlich ans Ziel gelaugten Kämpfer, so können wir erst ganz, die Tiefe des Ausdrucks in Rcmbrandts Moses verstehen. Vor uns ersteht, als vollkommener Gegensatz zu dem Wüterich: der leidgeprüfte Heros". — Der Wiener Graphiker Robert Austerlitz, der vor zehn Jahren zu radieren begonnen hatte, ist, 75 Jahre alt, gestorben. — Am 14, und 15. Juni Wird in Bern u. a. die „Große Judenbraut" von Rembrandt versteigert, deren letztes Exemplar 35 000 Mark brachte, ferner Licbcrmann-Drucke. Mieczyslaw Koünski: „Bunte Gestalten". Im Präger Musikverlag Sadlo sind zehn leichte Klavierstücke „Bunte Gestalten" von Mieczyslaw Koünski erschienen, die die Regsamkeit kindlicher Phantasie in ihrer natürlichen Einfalt in die Munterkeit eines leichten und gefälligen Spiels einströmen lassen. Einfach, so wie es jedes Kind erfinden würde, geben sich diese Stücke, gerade, ohne Gefiihlszutat, vielleicht* noch eine zweite Stimme, die mittut, ein bißchen Rasseln mit Schellen und sonst angedeuteten Instrumenten, Daß sie auch ilas Allcrnatiirlichste, den Geruch der böhmischen Erde, auf der die Kinder Kolinskis eben spielen und trimmen, an sich haften haben, versteht sich von selbst. Aus ihr stampft auch ein lustiger Baucrutanz, eine kleine Schalmei klingt aus den Bergen herüber. Mit einem Wort, Klavierstücke, die musizierfrohen Kindern Anregung geben können. Dr. J. Sch. Eduard i Weingroßhandlurig Fordern Sie unverbindlich meine Preisliste an *N, Brunnenttraße 42 *N, Müllerstraß« 1U *N, Chausjeettraße 76 *N, Schlvelbelner StraBe 6 •SO, Grünauer Straße 15 *SW, Bergm«nnstraße 11 »Moabit, GotzkowskystrtBe 31 »Moabit, Wilsnaeker Str. 25 Verkauf direkt vom FaO In allen mit * versehenen Stollen. »Steglitz, SchloQstraße 121 Schmargendorf. 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