Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 35 (4.5.1937)
- Date
- 1937-05-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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-1. 5.1337 fir. 35 / Jahrgang 42 Prel« 25 Rpf. JUDISCHE RUNDSCHAU SchrlftIeltung,VrrI«g n. Anxelgenverwaltuugt Berlin W 15, Meinekeatr.10 Fernruf) 919031, Telegramm-Adresse i Orghlp. - Bezugspreis einschließlich BfSttllgtld je Monat RM 2,-, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 bzw. RM 5,39. — Postscheck - Konten der Vertriebs . Abteilung Berlin 715 73 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für dos übrige Reich). In Füllen hölierer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgcbühren. — Erscheint Jeden Dienstag und Freitag. BERLIN fsin 3"D DIENSTAG, 4. MAI 1937 GfilHgi Ansei ff«npr*laUite Nr. 5« Die 12 gespaltene mm ■ Zeile 20 Rpf., für Familien - Nachrichten 15 Rpf, Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Platzen wird keine Gewahr yeieistet. Gelesjenheitsanzeigen nur jjegen VorausEahlunjjj auf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitay 9 — 18 Uhr. Annahmeschluß für die* Dien&tng Ausgabe Montay 10 Uhr, für die Freitag- - Ausgab« Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien-Anreigren am Tay vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstatte in Palästina. (Baseler Programm) Aktivität im Roten Meer Italiener besetzen jemenitische Inseln Der „V. B." veröffentlicht nachstehenden Bericht aus Kairo: In der arabischen Presse häufen sich die Meldungen über italienische und englische Aktivität i in s ii d - liehen Roten Meer, die in ihren Einzelheiten unscheinbar sind, in ihrer Häufung aber bedeutsam werden und an jene Tage erinnern, da man in aller Stille den Abessinienfeldzug vorbereitete, von dessen Einleitung mau nichts ahnte und nichts beachtete, bis die ersten grollen Truppenversehiffiiugen die Blicke der ganzen VC'elt auf den Wetterwinkel im Osten Afrikas lenkten. Breite Beachtung findet der nach der L 5 s u n g Adens aus dein indischen Verwaitiuigsbereich eingeleitete militärische Ausbau dieser neuen englischen Kronkolonie zu einem strategischen Stützpunkt erster Ordnung. Eindrucksvoll sind auch die Meldungen über die Vorbereitungen auf P e r i m, wo die umfangreichen Oeltankanlagen bereits von der Oberfläche der Insel tief unter die Erde verschwunden sind. Nicht weniger interessant scheint der nahöstlichen Presse und Oeffentlichkeit das betonte englische Liebeswerben um S a u d i s c h - A ra b i e n. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß die englische Admiralität dem Saudisehen Kronprinzen für seine Reise zur Londoner Krönung ein englisches Kriegsschiff zur Verfügung stellte, und daß der englische Botschafter in Bagdad dem Saudischen Kronprinzen bei seinem Staatsbesuch' im Irak einen Empfangsabend bereitete, bei dem übrigens auch der französische Hochkommissar in Syrien, Oraf Martell, zugegen war. Aehnliehe Beachtung wie diese englische Aktivität findet auch die i t a 1 i e n i s c h e. Nach gleichlautenden Meldungen arabischer Korrespondenten haben italienische Marinesoldaten und Ingenieure verschiedene kleine Inseln der der Jemenküste vorgelagerten Inselgruppe besetzt, um sie zu italienischen Flottenstützpunkten auszubauen. Diese Inseln unterstehen, wenngleich zum Teil unbewohnt, der Souveränität des lmam vom Jemen. Beachtet wird auch der Ausbau des italienischen H a f e ti s A s s a b im südlichen Eritrea. Für den Ausbau und die Befestigung ist italienischerseits fast eine Million Ptund bereitgestellt. Und Assab liegt an einer Stelle, von der die Entfernung zum östlich gegenüberliegenden arabischen Festland von Jemen kaum 80 km beträgt, von wo aus also eine wirksame Kontrolle der Straße von Bab el Mandab ausgeübt werden kann. Diese italienische Aktivität wird als italienische Antwort betrachtet auf die Weigerung des Jemen, Italien, Konzessionen in Südarabien zu gewähren. Aber über die Grenzen des Jemen hinaus beschäftigt man sich mit dieser Situation im südlichen Roten Meer, wo sich ein neues englisch-italienisches Spannungsfeld zu entwickeln scheint. Soweit der vorliegende Bericht. Das Rote Meer ist heute in der Tat eine der Gefahrenzonen der Weltpolitik geworden. Um so größer wird die politische Bedeutung der arabischen Küstenstaaten, Saudia und Jemen. Auch "Palästina ist ein Küstenstaat des Roten Meeres, in dem bisher freilich unentwickelten Gebiet von Akaba, das im Weltkrieg als Ausgangspunkt der von Lawrence inspirierten Revolte Feisals eine historische Rolle gespielt hat und wo auch die Begegnung Feisals mit Weizmann 1<)!8 stattfand. Aul dem Luzerner Kongreß sprach Ben Gurion von Palästina als dem „Land zweier Meere" und in der Diskussion der letzten Zeit ist das Problem einer etwaigen Befestigung von Akaba und einer jüdischen Besiedlung des Negew (Süd-Palästina) in der Senke von Beer Schewa bis Akaba aufgetaucht. Die . besorgniserregenden Vorgänge im Röten Meer lasse« "die" Dringlichkeit einer vollen B e f r i e d u n g und Klärung der Mittelmeerf ragen um so stärker empfinden. Um die jüdische Ehre Das jüdische Volk steht in einem schweren Kampf um die Erhaltung seines Rechtsanspruchs auf Palästina. Es verteidigt die Positionen, die ihm von den Mächten der Welt in jenem Lande gegeben wurden, nicht nur um einen Beitrag zur Lösung der judemiot in den Ländern Europas zu geben, sondern auch aus dein Gefühl des n a t i o n a 1 e n Prestiges heraus, das tu Palästina auf dem Spiele steht. Ohne Zweifel bildet ja eine der wesentlichsten Antriebskräfte der zionistischen Bewegung die Idee, durch eine vor der Welt und vor den eigenen Volksgenossen so sichtbare Leistung, wie es die Wicderaufriclitung eines organisierten Volkslebens auf dem Boden der eigenen klassischen Geschichte ist, die nationale Ehre zu garantieren. Gerade in den Ländern des Westens, in denen Jahrzehnte hindurch die objektive Lage der Juden relativ günstig war, ist das Gefühl für verletzte E h r e u n el W ii r il e der stärkste Antriebsfaktor des Zionismus gewesen. Theodor llerzl selbst, der Begründer der Bewegung im Westen, liefert hierfür das einprägsamste Beispiel. Seit der Zeit seines Wirkens haben sich die Verhältnisse in manchen Ländern grunellegend gewandelt. Die Judenfrage ist in ihr „objektives Stadium'1 eingetreten und manifestiert sich in einer Ausbreitung der Judennot sowohl in territorialer Beziehung wie auch in der Stärke ihres Druckes, wie es niemand vorausgesagt hätte. Mit dieser Tatsache ist die Erscheinung verbunden, daß auch die Würde und Ehre el c s jüdischen Volkes stärksten Angriff e n ausgesetzt ist. Nun hängt gewiß die Ehre des Mensehen und auch einer menschlichen Gemeinschaft in erster Linie vom eigenen Selbstbewußtsein ab; doch können Juden, deren substantielle Verbindung mit dein Judentum nur eine lose ist und die seine geistigen und ethischen Werte nur oberflächlich kennen, auch in ihrem Selbstbewußtsein erschüttert werden, wenn sie ständig einer Diffamierung des eigenen Wesens gegenüberstehen In dieser seelischen Situation bedeutet der Aufbau Palästinas, seine Größe in quantitativer Hinsicht wie auch in heztig auf den inneren Wert des Geschaffenen etwas ganz. Außerordentliches und Einmaliges. Dort zeigt es sich nämlich, daß der Jude durch schöpferische Arbeit Leben schafft, das Leben des eigenen Volkes, aber auch einen Beitrag zum l-eben der Menschheit, zum Leben der anderen Völker. Die „A u s e r w ä h I u u g" des jüdischen Volkes (das Wort wird oft in seinem Sinn verkannt und mißbraucht) war in seiner religiösen Bedeutung der Ausdruck der besonderen ethischen Strenge, mit der das Judentum sieh selbst maß; mc wird in einem modernen Sinne von den heute lebenden Juden in ihren aktivsten Teilen so aufgefaßt, daß sie glauben, durch Schaffung eines neuen, in den ethischen Prinzipien des Judentums verankerten und zugleich in der modernen Zeit sich bewegenden jüdischen Volkslebens einen neuen Start in der Welt zu erlangen. Dies ist ein Werk des b r i e d e n s. In einer Zeit, in der die Völker der Erde einander mit-Mißtrauen betrachten, weil sie sieh voreinander fürchten, in der die Rüstungen der Welt ein Ausmaß angenommen haben, wie es noch vor einer Generation kaum möglich erschienen wäre, widmet sieh das jüdische Volk dieser Tat des Aufbaus in Palästina. Es will dadurch, durch eine eigene spezifische Leistung einen Beitrag zur Befriedung der Welt geben, Gewiß vollzielit sich die Verwirklichung dieser Idee in einem Raum, in dem sich die Dinge stoßen, und es ist vielleicht eine tiefe Tragik unseres Werkes, daß es Blut und Opfer in Palästina selbst fordert. Dennoch hat das jüdische Volk, haben die Pioniere seiner Jugend, die auf dem Boden Palästinas arbeiten, durch ihr Leben ein Dokument des Friedens geschaffen, und sie haben dadurch das nationale Prestige und die Ehre des jüdischen Volkes, ehe so oft angegriffen wurde, in unseren eigenen Augen und im Spiegel der Weltineinung gefestigt. Wir glauben ja als Juden, d:iß es die höchste Aufgabe der Völker als eler von Natur gegebenen menschlichen Gemeinschaften ist, elas Leben eler Menschheit durch Werke des Friedens zu bereichern. Der Sinn eler Vorgänge in Palästina, denen gegenüber alle Teile des jüdischen Volkes zusammenstehen, um den Kampf um unser Recht auf Einwanderung und Arbeit zu führen, geht darum weit über den Tag hinaus. Er rührt an die tiefsten seelischen und ethischen Grundlagen unserer Existenz als Juden und Menschen. Joachim Prinz nach USA. berufen Wir erhalten nachstehende Mitteilung: Dr. Joachim Prinz ist von einer mehrwöchigen Reise aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Er hat dort in großen jüdischen Versammlungen mit imgewöhnüchcm Erfolge in englischer Sprache über ehe Fragen der zionistischen Politik und des Palästina-Aufbaus gesprochen. Nach diesem Erfolge hat die Leitung des „United Palestiiie Appeal" Dr. Prinz eingeladen, seinen Wohnsitz nach Amerika zu verlegen, tun dort bei dem Aufbau der zionistischen Arbeit und eler Palästina-Aktionen führend teilzunehmen. Gleichzeitig ist Dr. Prinz die Möglichkeit gegeben worden, als Rabbiner und Dozent in New York tätig zu sein und Vorlesungen über jüdische Geschichte zu halten. Dr. Prinz hat die Berufung angenommen und wird im Laufe des Sommers nach Amerika übersiedeln. » Die jüdische Oeffentlichkeit in Deutschland wird die Nachricht vom Abgang Dr. P r i n z' mit großem B e d a u e r n zur Kenntnis nehmen. Dr. Prinz hat sieh bei den Juden Deutschlands durch seine Tätigkeit als Prediger und Seelsorger ebenso wie als Redner und Lehrer eine Stellung von ungewöhnlicher Beliebtheit und Wertschätzung erworben. Er hat elas Verdienst, durch unermüdliche tröstende und werbende Einwirkung in schweren Zeiten vielen Juden einen Rückhalt in ihrem jüdischen Bewußtsein und Freude an der Erfüllung ihres judischen Daseins gegeben zu haben. Prinz ist ein junger Mann und steht erst am Beginn seiner Laufbahn. Er wird in Amerika zweifellos ein weites und fruchtbares Feld jüdischer Tätigkeit vorfinden. Abgesehen von den vielen nach USA. gewanderten Juden aus Deutschland, für deren seelische Lage unel jüdischen Bedürfnisse ein aus Deutschland kommender Rabbiner ein Interpret sein kann, wirel Prinz gewiß auch an die große und verzweigte1 Juden-' heil Amerikas den Anschluß finden, zumal er im Zeichen der P a I ä s t i n a -1 d e e an sie herantritt. Der Wille zum Aufbau des Nationalheims in Palästina ist das einigende Band aller jüdischen Gruppen. Darum freuen wir uns, daß Prinz, seine Tätigkeit in USA. im Rahmen des UPA, der großen Palästina-Aktion, beginnen wird. Wir wünschen Joachim Prinz, ein großes, seiner Kraft würdiges Arbeitsfeld im Dienste des jüdischen Volkes und erfolgreiches Wirken für den Palästina-Gedanken — das bedeutet: zum Besten aller Teile der Judenheit. Klare Worte Das Zionistische A k t i o n s - C o m i t e hat in seiner Sitzung in Jerusalem den mit Spannung erwarteteii Beschlußgefaßt, der die Haltung der Jewish Agenev gegenüber den neu aufgetauchten Palästina-Problemen kundgeben sollte. Der Beschluß ist eindeutig unel bestimmt. Alle im Laufe der letzten Jahre aufgetauchten Anregungen einschließlich der jetzt der Peel-Kommission zugeschriebenen Vorschläge werden mit Entschiedenheit a b g e 1 e h n t (wobei nur eler Plan eler Errichtung eines Gesetzgebenden Rates nicht ausdrücklich erwähnt wirel). Daß das A.-G. die Teihingsideen ablehnen wird, war vorauszusehen, schon weil die angeblichen Vorschläge dieser Art ja noch gar nicht offiziell bekannt sind; infolgedessen konnten Für Kongreß in USA. New York, 20. April. (Palcor.) Anläßlich einer Versammlung, mit der die Schekelaktion in New York eingeleitet wurde, erklärte Dr. Stephen W i s c, elaß er den Beschluß des Aktions-Komitees, den XX. Kongreß nach der Schweiz einzuberufen, für verfehlt halte. Er glaube, daß die Entwicklung der nächsten Wochen eine A e n el e r u n g dieses Beschlusses und die Einberufung des Kongresses nach den Vereinigten Staaten erforderlich machen könne. Dr. Wise wies auf die Lage der zionistischen Bewegung hin und unterstrich die Notwendigkeit der Abhaltung des Kongresses inmitten der größten jüdischen Gemeinschaft, die unter einer Regierung lebe, deren rege Anteilnahme an den zionistischen Bestrebungen w iederholt erwiesen worden _se[. (Vgl. unsern Leitartikel „Washington" in Nr. 29 der „J. R." - A.d.R.) auch keinerlei Forderungen, die für den Fall einer Teilung erhoben werden könnten — z. B. bezüglich der Grenzziehung — formuliert werden. Wichtig ist jedoch, was das A.-C. an positiven Forderungen erhebt. Hier beschränkt sich das A.-C. auf die bisher von jedem Zionisfen-Kongreli gestellten Forderungen nach einer unbedingten und restlosen Durchführung des Mandats — dies wird von jedem Zionistert nachdrücklich unterstützt werden. Trotzdem werden manche Zionisten vom Wortlaut des Beschlusses enttäuscht sein. Nicht so sehr um dessentwillen, was er besagt, sondern weil darin überhaupt keine auch nur leiseste Andeutung zu finden ist, wie die neue Situation gemeistert werden soll. Das A.-C. geht an der Tatsache, dal! Palästina heute noch in andere Zusammenhänge verstrickt ist, vollständig vorüber. Der Vorsitzende des A.-C., Ussischkin, berichtete kürzlich in einem Vortrag über ein Gespräch, das er mit einem hochgestellten Engländer hatte. Er habe, so sagte er. dieser Persönlichkeit erklärt, in Palästina gebe es drei Parteien: Gott, das Volk Israel und die englische Mandatarmacht. W'er hier eine unzulässige Anwendung religiöser Betrachtungsweise sieht und, ohne den Respekt vor der Religion und die Ehrfurcht vor der Größe inessianischer Hoffnungen zu verletzen, politische Dinge politisch nimmt, wird nicht verstehen, daß das Arabertum Palästinas hier — zumindest gedanklich — ausgeschaltet wird. Hat das A.-C. sieh dieser Haltung angeschlossen? Dies würde schwerlich zu einer Lösung der Probleute führen. Ein Beschluß, der die von englischer Seite kommenden Anregungen zu einem Ausgleich der jüdischen und arabischen Interessen insgesamt als unannehmbar erklärt, hätte u. E. — das haben wir an dieser Stelle vor der A.-C.« Sitzung (Nr. 30 eler „Jüdischen Rundschau") ausgeführt — eine Alternative geben müssen. Sie kann u.E. nur darin bestehen, der Mandatarmacht nachzuweisen, elaß ihre frühere These, die „zwei Verpflichtungen" des Mandats seien miteinander vereinbar, auch heute noch aufrecht besteht, und daß die Juden helfen wollen, diese Vereinbarkeit tiefer zu verankern. Eine jüdische Haltung, die bei der Mandaiarmacht und bei der Weltmeinung den Einelruck verstärkt, es könne, auch soweit die jüdische Seite in Betracht kommt, von einer Vereinbarkeit der beiden Ziele nicht mehr die Rede sein, zwingt die Mandatarmacht, andere Wege zu gehen und bringt die Gefahr einer autoritären Entscheidung, die im Interesse der Zukunft unbedingt vermieden werden sollte, in greifbare Nähe. Die Oeffentlichkeit, die auf eine Direktive wartet, hat vom A.-C. diese Resolution erhalten. Was in der Sitzung selber vorging und wie die Meinungen im einzelnen verteilt waren, entzieht sich, wie unser palästinensischer Korrespondent weiter unten ausführt, der Kenntnis. Wer daher das Resultat dieser Sitzung gerecht beurteilen will, muß berücksichtigen, daß eine Körperschaft, die aus Parteivertretern zusammengesetzt ist, in einer Zwangslage ist. Sic ist immer gezwungen, der radikalsten Linie sich anzupassen, weil die extremen Gruppen, auch wenn sie numerisch klein sind, Konflikte heraufbeschwören können, denen sich eine derartige Körperschaft nicht aussetzen kann. Auch kann keine der Parteien, besonders vor den Wahlen zum Kongreß, sich eine Blöße geben oder etwas tun, was von ihren Gegnern in der Wahlkampagne als „Defaitismus" oder ähnlich bezeichnet werden könnte. Wir stehen hier in einem undurchbrechbaren Zauberkreise,-und dies bewirkt, daß die wirklichen Probleme in ganz anderer Gestalt sich doch immer wieder a u f d r ä n g e n und eine Antwort fordern. Wir würden wünschen, daß diese Antwort von einer jüdi« sehen Vertretung so gegeben wird, daß sie die Grundlage der weiteren Auseinandersetzungen und praktischen