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Jüdische Rundschau · 1937-04-27 · Heft 33 (27.4.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 33 (27.4.1937)
Date
1937-04-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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2ä 4. V.-P1 Nr. 33 / Jahrgang 4ä Preis 25 Rpf. JÜDISCHE RUNDSCHAU SchrIftl»Itnnjj,V«rl«jf a. AnsalgsusverwalttMiffi Berlin W 15, M«!n«k«i!r.lO Fansruf t 919031, Telwjprmmm-Adrsasei Orghlp. — Bezugspreis timdiließlidi BestellsreW j« Monat RM 2,-, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 138 bzw. RM 5,39. — PosUchcdc. Konten der Vertriebs . Abteilung Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für das übrige Reich). In Fällen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferunjj oder Enttattunjj etwa schon gezahlter Bizugigcbühren. — Erscheint Jeden Dienstag and Freitag. BERLIN 1*3"in V'ü DIENSTAG, 27. APRIL 1937 Cttltifft AnB»Iff*Bpr«UII»t*> Nr. 5. Die 12 gespaltene mm - Zeüe 20 Rpf., für Familien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewahr geleistet Gelejjeiiheits* anzeigen nur ffeg-en Vorauszahlungauf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. Annahmesehhiß für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag - Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien-Anzeigen am Tag vor Erscheinen 33 Uhr) Der Zionismus erstrebt fOr das ludische Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstatte In Palästina. (Baseier Programm) n* -C-Sitzung in Jerusalem Ben Gurions Referat Zu dem von uns in voriger Nummer veröffentlichten Bericht über die Eröffnung der AC.-Sitzung ist noch nachzutragen: In seinem politischen Expose stellte David Ben Gurion fest, daß weder die Kgl. Kommission noch die Regierung bis jetzt irgendeine konkrete Andeutung über einen Plan der Teilung Palästinas gemacht haben, die ganze Frage trage einen spekulativen Charakter. Die Politik der Jewish Ageney in diesem Augenblick finde ihren Ausdruck in einem entschlossenen Widerstand gegen jeden Versuch, die Rechte der Juden im Rahmen des Jüdischen Nationallicims zu schmalem. Die Jewish Agency fordere von der Regierung mit aller Entschiedenheit die A n w e n d ti n g einer aktiven dynamischen Politik, die ein wirkliches Werkzeug des Mandats sein soll. Die Palästinaregierung ist laut Mandat verpflichtet, Bedingungen für die weitere Entwicklung des jüdischen Aufbauwerks zum Besten des Landes und aller seiner Einwohner zu schaffen. Zu den Gerüchten über eine Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat erklärte Ben Gurion weiter: Die Judenheit muß vor jeder Illusion, vor jeder Chimäre eines „J u d e n s t a a t c s" im Zusammenhang mit einem solchen Plan gewarnt werden: denn er birgt in sich die Gefahr der Liquidierung Palästinas als des Jüdischen Nationalheims; hinter seinem Zaubersclileier lauert die schwerste Enttäuschung. Er sieht die Loslösung der beiden Schlüssclstädte des Landes, Jerusalem und H a i f a, die beide eine jüdische Mehrheit haben, aus dem Jüdischen Nationalheim vor. Ohne diese Städte aber ist ein Jüdisches Nationalheim gar nicht denkbar. Der Zionismus wird keine einzige seiner Positionen aufgeben und von seiner Forderung nicht lassen, daß eine aktive National h eimpoli - t i k geführt werden muß. Er wird unter keinen Umständen von der Forderung lassen, daß Balfour-Deklaration und Mandat in vollem Maße verwirklicht werden. Zum Schluß übte Ben Gurion scharfe Kritik an der Palästinaverwaltung, die unbegrenzte Vollmachten und Möglichkeiten zur Liquidierung der Unruhen erhalten, diese aber nicht ausgenutzt hat. Es sei darum unmöglich, die Regierung Palästinas von der Verantwortung für die Ausbreitung der Unruhen und den Umfang, den sie angenommen haben, freizusprechen. Dr. Gold mann stellte fest, daß der Völkerbund das Stadium der Depression überwunden habe. Daraus ergebe sich, daß die Ständige Mandats-Kommission des Völkerbundes für das jüdische Volk und für Palästina größte Bedeutung habe. Die Behandlung der Palästinafragen durch dje Mandats-Kommission werde erst Ende Juli erfolgen. Abschluß der politischen Debatte in der Generaldebatte am Mittwoch, über die wir schon berichtet haben, wurde die Meinung geäußert, daß is bei allem Widerstand gegen eine Teilung nicht möglich sei, solange es sich nur um Vermutungen und keine konkreten Vorschläge handele, den angeblichen Plan in einer Resolution zurückzuweisen. L i c h t h c i m wies darauf hin, daß trotz allen Nachteilen eine solche Lösung auch gewisse Vorteile haben würde. Die Schaffung eines Judenstaates würde es deii Juden ermöglichen, die Einwanderung und die Siedhmgstätigkeit nach eigenem Ermessen auszudehnen und die Verantwortung für ihr nationales Schicksal nunmehr selbst zu tragen. Ohne ihre Bestrebungen aufzugeben, müßten sie doch überlegen, ob es nicht ratsam wäre, die am wenigsten unbefriedigende Lösung anzunehmen. Am Donnerstagvormittag wurde die Generaldebatte durch die Herren Ebner, R e m e z, U s s i s c h k i n, G r ü n - bäum, K 1 e i n b a u m, Farbstein und S u p r a s k y fortgesetzt. Die Debatte nahm den ganzen Nachmittag und Abend in Anspruch. U. a. beteiligten sich an ihr noch Berl Locker, Kurt B 1 u m e n f e I d, Chasan und Shragai, sowie das Exekutivmitglied Moschc Schertok. Sämtliche Reden zeichneten sich durch das völlige Fehlen von Parteigesichtspunkten aus; die Vertreter der Parteien brachten ihre persönlichen Ansichten frei zum Ausdruck. Die Debatte wurde um Mitternacht von S. Kaplansky abgeschlossen. Namens der Exekutive antwortete Ben Gurion, der in einer längeren Ansprache zur Schaffung einer festen Einheitsfront aufrief. Ruppin über jüdische Siedlung In seinem Referat über jüdische Siedlung in Palästina Berichtete Dr. Arthur Ruppin, daß seit dem letzten Kongreß dem Siedlungswcrk außer den festgesetzten 197 000 Pfund ein weiterer Betrag von 90 000 Pfund zugeflossen sei aus dem Verkauf von Pfandbriefen der P a 1 e s t i n e A g r i c u 11 u r a I S e 111 e m e n t Association (PASA), die erst kürzlich von der Jewish Agencv gegründet worden ist. Ferner berichtete Dr. Ruppin, daß seit dem letzten Kongreß 1560 Familien in M o s c h a w i m und Kwuzoth angesiedelt wurden; außerdem ermöglichte die Errichtung von zwei Wasserwerken die Ansicdlung von 500 Familien im E m e k. Dr. Ruppin schilderte die Erweiterung des Siedlungswerkes, das eine hundertprozentige Ausdehnung erfahren habe; aus 35 Keren Hajessod-Dörfern mit 5200 Einwohnern im Jahre WO sind bis 1936 53 Dörfer mit 11000 Einwohnern geworden; trotz der schwierigen Wirtschaftslage arbeiteten diese Siedlungen im letzten Jahr mit einem Reinertrag von 30000 Pfund, so daß sie bereits in der Lage sind, mit der Abzahlung ihrer Schulden zu beginnen. Der Referent berichtete dann über seinen kürzlichen Besuch in diesen Siedlungen, deren Bewohner trotz aller Gefahren ihre Begeisterung und ihren Mut nicht verloren haben. Ihre einzige Sorge ist die Frage, wie die Anzahl der Siedler erhöht und das Siedlungswerk noch weiter ausgebaut werden soll. Die Entwicklung, die er überall in den Keren Hajessod-Dörfern beobachtet habe, fuhr Dr. Ruppin fort, sei ganz außerordentlich. Die Kindersterblichkeit in diesen Siedlungen ist mit 2'4 pro Tausend die geringste in der ganzen Welt, während die Kindersterblichkeit in Aegypten 20 pro Tausend beträgt. Dr. Ruppin schilderte die neuen Siedlungen und bemerkte dabei, daß man jetzt wieder auf die unter der türkischen Herrschaft üblich gewesene Siedlungsmethode zurückgreife, bei der mit der Errichtung von Pfählen rund um ein Dorf begonnen wurde. Zur Frage der F. i n w ander ung führte der Referent aus, daß von den 3f> 000 Juden, die seit 1933 aus Deutschland nach Palästina gekommen sind, 8003 auf dem Lande tätig sind, abgesehen von den 150!) Angehörigen der Jugeiid-Alijali. Die deutsche Abteilung der Jewish Agency hat einen Betrag von '100 000 Pfund in landwirtschaftlichen Unternehmungen investiert. Aus den bisherigen Wasserforschungen hat sich ergeben, daß es möglich ist, 3 Millionen Dunam zu bewässern, wodurch die Möglichkeit einer Ansicdlung von 100 000 Familien in der Landwirtschaft gegeben wäre, so daß die Bevölkerungsziffer des Jischuw um zwei Millionen Seelen steigen würde! Dr. Ruppins Referat war eine lebendige und eindrucksvolle Schilderung der Leistungen jüdischer Siedlung; darüber hinaus gab Ruppin einen Abriß der Geschichte der ganzen jüdischen Kolonisation in den vergangenen 30 Jahren. Ussischkin über KKL Nach Dr. Ruppin folgte Ussischkin mit einem kurzen Bericht über die Tätigkeit des Keren K a j e m e t h. Er nannte als jüngste Bodenerwerbungen 25 000 Dunam im Beisan-Gebiet und 8000 Dunam im Jordantal. Außerdem beabsichtige der Keren Kajemeth eine neue Aktion ab Mai unter dem Schlagwort ,.N a c h ,G a 1 i 1 ä a", um im Oberen Galiläa Siedlungsmöglichkeiten zu schaffen. Ussischkin sprach mit besonderer Anerkennung über den von den Siedlern im Norden bewiesenen Heldenmut angesichts drohender Gefahren. Außerdem kündigte er an, daß demnächst Kibbuzim des Hapnel Hamisrachi und der Allgemein-Zionistischen Jugend im Beisan-Gebiet angesiedelt werden sollen. Die Siedlungspunkte bei Beisan Danach sprach Joseph W e i t z über die neuen Siedlungen im Beisan-Gebiet. Er hob den Wert, insbesondere die reichen Wasserquellen dieses Siedlungsgebietes hervor, das im Altertum unter dem Namen „Durchgang zum Paradies" bekannt war. Heute dagegen ist es vereinsamt und fast unbewohnt. 60 000 Dunam sind in jüdischem Besitz; außerdem hat die Regierung weitere 36 000 Dunam aus Staatsländereien für jüdische Siedlung zugesagt, so daß es in kurzer Zeit dort 15 Siedlungen einschließlieh der bereits gegründeten geben wird. Dadurch wird eine Kette jüdischer Zentren rings um das Tal von Beisan geschaffen werden. Weitz verglich die Bedeutung einer solchen Leistung mit dem Hafenbau in Tel-Awiw. Kaplans Finanzreferat Elieser Kaplan erklärte, er fürchte zwar keine Wirtschaftskrise für Palästina, doch sei die ungewisse politische Situation geeignet, einen ungünstigen Einfluß auf d i e P r i v a t i n v c s t i t i o n e n auszuüben. Die Bankdepositen betragen 15 Millionen Pfund, wovon über ein Drittel bei der Anglo Palestinc Bank liegt. Jüdisches Kapital fließt weiterhin ins" Land. Das ökonomische Gleichgewicht konnte selbst in den schwersten Tagen bewahrt werden. Die Arbeitslosigkeit ist gering, doch finden nicht überall Menschen ihren Lebensunterhalt. Kaplan wies auf das anhaltende Steigen d e r E i n n a hmen des Keren Hajessod hin, die im Jahre 1933 170 000 Pfund und 1936 über 300 000 Pfund betrugen. Eine weitere bedeutende Steigerung zeige sich im ersten Halbjahr 1936 37; andererseits habe der Keren Hajessod aber auch größere Ausgaben zu bestreiten. Kaplan führte aus, welch großen Eindruck in Londoner Finaiizkrcisen die Tatsache gemacht habe, daß die Siedlungen selbst in dem Jahr der Unruhen in der Lage waren, ihre Schulden an den Keren Hajessod abzuzahlen. In den letzten drei Jahren hat die Jewish Agencv einen Betrag von fast 800 00!) Pfund für landwirtschaftliche Zwecke zugunsten der Juden aus Deutschland investiert. Kaplan sprach dann über den vom Kongreß beschlossenen neuen S i e d I u n g s p I a n für 2200 Familien, dessen Kosten auf eine Million Pfund angesetzt sind. Er betonte, es sei notwendig, andere Kapitalquellen außerhalb der nationalen Fonds zu mobilisieren. Der Mifal Bizaron habe bisher 90 000 Pfund ergeben; darin ist allerdings Amerika noch nicht mit inbegriffen, wo die Aktion noch andauert; auch die Beiträge aus Palästina sind in diesem Betrag nicht enthalten. Für Sicherheit allein ist bisher ein Betrag von 10 000 Pfund ausgegeben worden. Die Sonntags-Sitzung Am Sonntag vormittag nahm das Plenum des Aktions- Comites seine Beratungen wieder auf, nachdem die am Freitag eingesetzten Kommissionen am Sonnabend abend Sitzungen abgehalten hatten. In der Vollversammlung sprach das Mitglied des Aktions-Comites Z u c h o w i t z k y über Schwierigkeiten in der Landwirtschaft und verlangte eine besondere Stützungsaktion für die landwirtschaftlichen Unternehmen und den jüdischen Mittelsfand. Hartzfeld berichtete ül>er die Kolonisation der letzten Zeit und hob den Mut und die Selbstaufopferung der Arbeiter hervor, die nach den Unruhen sich an der Errichtung neuer Siedlungen beteiligt haben. Rabbi J. L. F i s c h m a n n, der Vertreter des Misrachi in der Exekutive der Jewish Agency, hielt einen Vortrag über Organisationsfragen. M. M. Ussischkin legte einen Bericht über die Lage der zionistischen Bankinstitute vor. Ueber das Budget der Zionistischen Organisation sprach Jizchak Grünbaum. Zur Palästina-Politik Von ZIONI Die Erörterung über die politische Situation T tlästinns (Nr. 30 und 32) wird mit dem folgenden Artikel fortgesetzt. (Red.) Militärbasis in Palästina? In der englischen Presse wurde vor kurzem mitgeteilt, daß im Zusammenhang mit der Neuregelung der staatsrechtlichen Verhältnisse in Aegypten das OherU m m a n d o d er britischen Truppen im Nahen Osten von Aegypten nach Palästina, nämlich nach Jerusalem und Haifa, verlegt werden soll. Wie englische Zeitungen hinzufügen, habe die Peel- Kommission bei der Bearbeitung ihres Berichtes diese militärisch-strategischen Armierungen bereits berücksichtigt und sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß ihre Vorschlage im Zusammenhang mit den militärischen .Maßnahmen leichter durchgeführt werden könnten. Eine Teilung Palästinas werde zugleich die Möglichkeit geben, daß Jerusalem und Haifa als militärische Bas's entweder britische Kolonie werden oder weiter unter britischem Mandatsrcgimc b'ciben könnten. Diese Meldung wirft ein interessantes Lieht auf die Hintergründe, die bei der Erörterung des Palästiuaproblems in poli iselien Kreisen Englands eine Rolle spielen. Es gab bereits im vergangenen Jahre in Palästina Stimmen, die der Meinung waren, daß die Konzentration von englischen Truppen im Lande nicht so sehr zur wirksamen Bekämpfung der Aufruhrer erforderlich war, als um die militärische Basis Englands in diesem Teil des Imperiums zu stärken, nachdem Aegypten als militärischer Stützpunkt weitgehend ausgefallen ist. Diese Vermutungen werden durch die jetzigen Meldungen in gewisser Hinsicht gestützt, wobei es allerdings dahingestellt bleiben mag, inwieweit derartige Pläne tatsächlich verwirklicht werden. Es ist ohne Zweifel. von einer gewissen historischen Pikanterie, daß gerade Palästina, das Land der großen Weltreligionen, und insbesondere die Stadt Jerusalem zu einem Zentrum militärischer Macht werden könnte. Nach dem Wortlaut des Mandates ist eine Verwendung des Mandatsgebietes zu militärischen Zwecken der Mandatarmacht nicht vorgesehen. Das Mandat ist seinerzeit an England in dem Gefühl erteilt worden, daß Palästina im Schutz des mächtigen Empire eine friedliche Zukunft gesichert erhält. Man hat damals wohl — wenigstens in manchen idealistisch gesinnten Kreisen — nicht daran gedacht, daß im Heiligen Land dereinst ein militärisches Zentrum installiert werden könnte! Wie dem aber auch sei, die Geschichte fragt wenig nach derartigen sentimentalen Gefühlen — und sie hat sich ja auch in vergangenen Perioden nicht danach gerichtet, in denen die militärisch-strategische Bedeutung Palästinas im damaligen System der Weltpolitik von hohem Rang war. Wir Juden jedenfalls müssen heute feststellen, daß der militärische Schutz durch England für die Sicherheit des Landes Palastina gegenüber Augriffen von außen wie auch für die Aufrechterhnltung der inneren Ordnung von hohem Wert und für absehbare Zukunft voraussichtlich u n e n t b e h r 1 i c h ist. Wie immer die staatsrechtliche Stellung Palästinas geregelt werden mag, wir werden auf einen derartigen Schutz nicht verzichten können und werden schon dadurch die Partnerschaft mit der britischen Macht auch weiterhin sichtbar dokumentieren. „Palästinensischer Patriotismus" In der Diskussion, die um die Frage der vermutlichen Vorschläge der Peel-Kommission entstanden ist und sich insbesondere um das Problem einer Teilung des Landes bewegt, wird unser Interesse daran hervorgehoben, das Land als eine Einheit zu erhalten. Auch von der arabischen Seite wird dieses Argument gebraucht, naturgemäß gerade aus dem entgegengesetzten Grunde, nämlich davon ausgehend, daß ganz Palästina ein arabisches Land sein soll. In dieser Situation gewinnt jener Gedanke einen neuen Sinn, den man früher gelegentlich mit „palästinensischem Patriotismus" bezeichnet hat. Wie immer die Spannungen zwischen den Völkern, die Palästina bewohnen, sein mögen, und wie auch der Spruch Englands ausfallen mag — das Land Palästina bleibt bestehen; es ist mehr als ein geographischer Begriff, es ist eine natürliche Einheit, und i h m gilt unsere Liebe, unser Bemühen um die Zukunft. Niemand von uns wußte vor Beginn der zionistischen Arbeit, in welchen Landesteilen sich in der Hauptsache die jüdische Kolonisation entwickeln würde; niemand kann auch heute mit Sicherheit vorherbestimmen, welche Gebiete in Zukunft von der jüdischen Siedlung bevorzugt werden. Insofern ist das jüdische Volk mit dem ganzen Lande Palästina verbunden. Andererseits bedeutet jedoch diese Beziehung zum Land als solchem zugleich die Anerkenntnis, daß das arabische Volk, das in ihm seit vielen Jahrhunderten beheimatet ist, aus diesem Lande nicht weggedacht werden kann, und das heißt, daß es in der Natur der Sache liegende Grenzen der jüdischen kolonisatorischen Entfaltung in Palästina gibt. So wenig wir wissen können, welche Gebiete im einzelnen in Zukunft der jüdischen Arbeit erschlossen werden können, so klar ist es und muß in unserem politischen Programm ein für allemal deutlich festgelegt werden, daß das jüdische Volk nicht die Absicht haben kann — die auch ganz sinnlos w8re! — Palastina als Ganzes kolonisatorisch in Besitz zu nehmen. Wenn wir dies autoritativ

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