Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1937)
- Date
- 1937-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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15 *. 1337 / U i 7 flr. $9 s Jahrgang 4t Prel« 25 Rpli JUDISCHE RUNDSCHAU SArlf tl»Itnng,V«rl«g n. Anzetganvcrwaltungi BerllnW IS, Malnakcatr.14 fmtwrmS 919031, Telegramm -Adtwie i Orghlp. - B»iujrspreis einschlieBlich Be»t«ll)r»W je Mon«t RM 2,-, je Vitrtelj.hr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 bew. RM 5,39. — Postscheck - Konten der Vertrieb« . Abteilung Berlin 71573 (für GroB - Berlin), Berlin 17392 (für da» übrij« Reich). In Killen höherer Gewillt besteht lein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung' etwa schon feiakUer Bezugsgebühren. — Erscheint jeden Dlanit>( and Freitig. BERLIN rsnn v\x '3 DIENSTAG, 13. APRIL 1937 Gültig! Aaz «Igen preis liste Nr. 5. Die 12 gespalt™«-! mm - Zeih' 20 Kpf», für- Familien - Nachrichten 15 Kpf. Für die Aufnahme von An/ei^rn in bestimmten Aussahen oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewahr jjeleistft. Gelrjfi-öheit«* anzeigrn nur jjeifcn Vorauszahlung out Postscheck - Konto Brrlin 71618 oder bar Montajj bis Freitag '> — 18 Uhr. AnrmhmeschluB für dia Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die F r e i i a jf - Ausg-abo Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien - Anzeigen am Tag vor hr scheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) ■Ma«Ba«mMaMHM>>sasasWaMI „Zurückhaltung geboten" Der angebliche Teilungsplan für Palästina Die Zeitschrift „Orcat R r i t a i n and t h e Hast" weist darauf hin, daß die Gerüchte über eine angebliche Absicht der Kgl. Kommission, eine Teilung Palästinas vorzuschlagen, mit Zurückhaltung aufzunehmen s i imI; diese Zurückhaltung sei nicht geboten, weil die Meldungen unglaubwürdig klingen, sondern weil sie sich nur auf Vtrmutungen,' nicht aber auf wirkliche Kenntnis stutzen. Iis sei nichts aus den Beratungen der Kommission durchgesickert; ihre Mitglieder hatten eine bewunderungsu üri%e Verschwiegenheit bewahrt. Ziemlich gewiß sei bloß, daß die Kgl. Kommission etwas Einschneidendes u n d Nützliches vorschlagen wird. Mit dieser Ueberzeugung müsse man sich zunächst zufriedengeben. Unbegründete Voraussage^ könnten nicht dazu beitragen, eine Entspannung der Atmosphäre herbeizuführen. Besorgnis sei natürlich, Ruhe aber wichtig. * Auch ein Tel der englischen Provinz presse nimmt zu den Meldungen Stellung. Die „Liverpool Daily P o s r' erklärt in einem Leitartikel: Ist die Teilung Palästinas in ein jüdisches Dominion mit Selbstverwaltung innerhalb des Britischen Reichs und in einen Staat ein Ausweg aus dem schwierigen Problem, das sich aus Lord Balfours geschulter Formulicrungsktinst entwickelt hat? Es heißt, daß die zionistische öffentliche Meinung dem Gedanken bei dem ersten Zusammentreffen mit ihm ungünstig gegenübersteht, sowohl aus gefiihlsmäIiigen Gründen als auch aus dem praktischen Grund, daß eine solche Lösung die jüdische Einwanderung zurückhalten wurde. Es könnte jedoch sein, daß die Führer der Judenheil bei einem zweiten Ueberdenkcn einsehen werden, welche Vorteile ein unabhängiger jüdischer Staat, wie groß immer er sein möge, als ein sich selbst verwaltendes Dominion innerhalb des British Commonwealth mit eigener Vertretung der jüdischen Nationalität in Genf ihrem Volk bieten würde. Der „Scotsman" befaßt sich mit den auf jüdischer Seite bestehenden Befürchtungen über eine Kantonisicrung Palästinas nach Schweizer Muster. Das Blatt schreibt: In zionistischen Kreisen ist starke Beunruhigung durch das Gerücht hervorgerufen worden, daß die Peel-Kommission entweder eine „Kantonisierung" Palästinas, etwa nach Schweizer Muster, oder die Schaffung von zwei unabhängigen Staaten empfehlen könnte. Alle Juden lehnen das Kantonssystem als Schädigung ihres Endzieles, eines geschlossenen nationalen Judenstaates, ab. Aber fast ebenso sehr hegen sie Mißtrauen gegen den anderen Vorsehlag, da sie befürchten, daß «las Ausmaß eines so kleinen Judenstaates die Einwanderung zahlreicher Immigrationsanwärter unmöglich machen würde. Außerdem würde ein jüdischer Staat, zu dem Jerusalem nicht gehört, keinen wesentlichen Anreiz auf die Judcnheit ausüben. Sollte die Kommission in dem angedeuteten Sinne berichten, dann werden die Zionisten geltend machen, daß sie ihre Aufgabe überschritten hat, und daß ihre Tätigkeit auf eine Untersuchung der jüngsten Unruhen und ihrer Ursachen sich hätte beschränken sollen. Sie führen Beschwerde darüber, daß die Kommission sich nicht erschöpfend mit der Frage der Unruhen und der damit verbundenen Verantwortung befaßt hat. Ob die palästinensischen Araber ein neues eigenes Königreich mit Emir Abdullah au der Spitze begrüßen würden, bleibt abzuwarten. In einem Interview sprach sich der Abgeordnete Colonel Josiah Wedgwood gegen den Vorschlag einer Teilung Palästinas aus. Ich erblicke, so erklärte er, in diesen angeblichen Vorschlägen einen neuen Versuch, uns unserer Verantwortung in Palästina zu entledigen. Wenn mau einen Teil Palästinas zu einem britischen Dominion machen kann, dann gibt es kein Mindeniis, ganz Palästina in. ein Dominion u m z u w a n d e I n. Es sollte in Palästina ein ordentliches Kronkolonieregime geben, eine feste Hand, und die britischen Beamten sollten erkennen, dal! ihnen eine gewohnte britische Aufgabe zur Durchführung übertragen wurde. Die Beamten wann gegen das Mandat, weil es ihnen nicht gefiel, und weil sie /eigen wollten, daß es undurchführbar ist. Sie gefährden sich selbst, wenn sie zu zeigen versuchen, daß britisch. Herrschaft in Palästina unmöglich ist. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen bezeichnete ColoneI Wedgwood die geplante Teilung Palästinas als einen Verzicht auf die Verantwortung Großbritanniens gegenüber d e u arabisch c n Fell a c h c n. Diese würden statt unter einer Art britischer Herrschaft zu stehen, wieder den Effendis ausgeliefert werden. Dies wäre eine Aufgabe der Verantwortung Englands gegenüber den christlichen Arabern, denen das Schicksal der Assyrer im Irak bevorstehen könnte. Es wäre auch eine Aufgabe der Verantwortung fiir die Sicherheit der jüdischen Kolonien und jüdischen Unternehmungen in Palästina, die der Gnade der arabischen Herrscher ausgeliefert sein würden. Teilung hat in Irland zu nichts Gutem geführt und würde es auch in Palästina nicht tun. Ich weiß nicht, ob die Juden mit der Teilung zufrieden sein würden oder nicht; für die Möglichkeit uneingeschränkter Einwanderung würden sie zweifellos vieles opfern. Ich betrachte die Angelegenheit einfach unter dem Gesichtspunkt des Britischen Reiches. 'Es würde nicht nur unser Ansehen im Nahen Osten schwinden, sondern wir würden uns auch sowohl Araber wie Juden zu Feinden machen, und diese würden uns als unfähig verachten. Die arabische Agitation wird mit einer durch einen solchen Verzicht verstärkten Wucht fortdauern. Die Juden werden Großbritannien durch nichts mehr verpflichtet sein. Wenn der jüdische Teil Palästinas ein Dominion des Britischen Reiches werden soll, dann würde die von mir stets befürwortete Umwandlung ganz Palästinas in einen Teil des Britischen Reiches ebenso durchführbar und weit ehrenhatter sein. Palästina könnte sogar sofort Volks vertrettingse i n r i c h t u u g e n nach der Art derjenigen in Kenva oder Jamaika erhalten, ein Wahlrecht auf Grund von Besitz oder Bildung Was in Palästina wirklich tiotttit, ist nur die Herrschaft von Gesetz und Ordnung und keine Giinstlingswirtschaft von Leuten, deren Aufgabe es wäre, das britische Regime zum Erfolg zu führen. Zeichen des Bevölkerungsrückgangs Zum erstenmal wird im zweiten Märzheft von „Wirtschaft und Statistik" eine Uebersicht über die Geburtenfolge der ehelich geborenen Kinder nach der Glauhenszugehörigkeit der Mütter in Preußen für die Jahre 1033 bis 1035 geboten. Die . Veröffentlichung enthält die Ziffern der von jüdischen Müttern ehelich Geborenen in diesen Jahren. Sie läßt weiter erkennen, wieviele Kinder als erstes, zweites oder drittes Kind geboren wurden. Es war bereits bekannt, daß die Zahl der ehelichen Geburten jüdischer Mütter von 1033 auf 1034 um ein Drittel, nämlich von 2100 auf 1400 zurückgegangen ist. Für 1935 wird dagegen wieder eine um ein wenig höhere Ziffer, 1700 eheliche Geburten jüdischer Mütter, ausgewiesen. Dies hat eine Ursache darin, daß 1034 die Zahl der jüdischen Eheschließungen in Preußen gegenüber 1033 etwas gestiegen war. Eine gleiche Entwicklung der Eheschließungen und Geburten war bei der nichtjüdischen Bevölkerung zu beobachten. Wenn trotz aller Bcvölkerungsverluste der Juden durch Abwanderung und Sterhefallüberschuß 1034 mehr jüdische Ehen geschlossen, 1035 mehr Kinder ans jüdischen Ehen geboren wurden, so lassen sich diese beiden Tatsachen vor allem daraus herleiten, daß viele jüdische Jugendliche 1034 die Bedeutung einer ehelichen Schicksalsgemeinschaft in gesteigertem Maße erfaßten. Dabei dürfte der Gedanke an eine gemeinsame Auswa n d c r u n g, besonders Siedlung in Palästina, eine entscheidende Rolle gespielt hahen. Das Anwachsen der jüdischen Geburtenziffer fiir Preußen könnte ferner mit der bekannten Konzentrafion auf die ja vorwiegend preußischen jüdischen Grofigemeinden zusammenhängen. Bei alledem ist jedoch zu bedenken, daß der unaufhaltsam wachsende Sterbefallübcrschuß der geringfügigen Erhöhung der Geburtenziffer ihren Wert nimmt. Der weitere Inhalt der amtlichen Uebersicht bietet durch die erstmalige Auskunft über die Gcburtenfolge zugleich ein wertvolles Anzeichen für die Kinderzahl, das heißt also dafür, ob die Familie ein, zwei, drei Kinder oder mehr zählt. Ueber die Hälfte aller jüdischen Kinder, die 1035 in Preußen geboren wurden, 53 v. H., sind erste Kinder. Das würde ein Beleg dafür sein können, daß es sich meist um Kinder aus jungen Ehen handelt. Nun zeigt aber die amtliche Statistik für 1034 bereits das gleiche Bild, für 1033 ein nur wenig günstigeres: Auch damals waren schon 51 v. H, erste Kinder. Aus dieser stetigen Entwicklung kann gefolgert werden, daß es sich nicht nur um erste, sondern um einzige Kinder handeln muß. Dieser Eindruck wird durch die Tatsache vertieft, daß 1033 noch 28 v. H., 1034 schon weniger, 27 v. H., 1035 nur noch 2b v. H , also beinahe nur ein Viertel der in Preußen gezählten ehelichen jüdischen Geburten, zweite Kinder waren. Für dritte, vierte Kinder aus jüdischen Ehen und mehr wurden für 1033 bis!0'35 fast einheitlich ungünstige Ziffern ausgewiesen: jeweils rund ein Fünftel der jüdischen Geborenen dieser drei Jahre hatte zwei oder mehr Geschwister. Das sind Kinderzahlen, die zeigen, daß eine biologische ßcstanderhaltung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland ausgeschlossen ist. Albert J. Phiebig Neill Malcolm greift ein Die Ausweisungen in Südafrika London, 8. April. (.ITA.) Wie die Jüd. Tel.-Agentur erfährt, hat der Völkerbundsoberkommissar für Auswandererfürsorge, Sir Neill Malcolm, im Hinblick auf die drohende A u s w e i s u n g einer größeren Zahl Neueingewanderter aus Südafrika mit dem High Commissioner für Sudafrika, te W a t e r, Fühlung genommen. Sir Neill hat Erhebungen darüber eingeleitet, wieviele Auswanderer aus Deutschland von den Maßnahmen auf Grund des neuen Fremdengeset/es betroffen werden könnten. Sobald diese Erhebungen abgeschlossen sind, wird der Völkerbundsoberkommissar in dieser Angelegenheit eingreifen. Neuer Kolonial-Unterstaatssekretär Am 1, Juli tritt der permanente Unterstaatssekretär im englischen Kolonialministcrhim, Sir John M a f f e y, von seinem Posten zurück. Zum Nachfolger ist sein bisheriger Assistent Sir Arthur Cosmo Parkinson ernannt worden, der auch bisher Referent für Palästinafragen war. An seine Stelle tritt Sir Henry Monck-Mason Moore, gegenwärtig Gouverneur von Sierra Leone. Die Aufführung des Films HATIKWAH findet ab 13. April statt. (Siehe Anzeige auf der letzten Seite.) Washington? Eine für die nächste Zukunft der Welt entscheidende Frage ist bis heute ungeklärt: die Frage, ob die Vereinigten Staaten von Amerika an einer Neugestaltung der zwischenstaatlichen und zwischcnvolklichen Verhältnisse der Alten Welt und damit zugleich an deren Beruhigung und Befriedung -- sowie an einer konstruktiven Belebung der Wirtschaft - - teilnehmen wolku oder nicht. In dieser Hinsicht ist die Persönlichkeit des Präsidenten Roosevclt von einem gewissen Dunkel umgeben, um! seine Reden lind Handlungen werden wm allen Wiltzciitien aumit größtem Interesse verfolgt und k.mimeniit rt. In der let/icn Zeit sprach Ii!«in von geheimen Mi--iouen eni/iim-r IVisi'iiiiiclikciU'ii, die Zeitungen registrieren allerhand V< rmuttingeii, was z.B. der zur Zucker-Konferenz muh London emtsamUe BoUchafter Davis in seiner Aktenmappe tragen im ige', in AmeiiLt seihst ist keine Frage so IcHlenisidiattlich umstritten wie die einer etwaigen I iiibezieiunig Amerikas in einen eiirop.iischcn Krieg. Das aulleroideiitiii he luierc-se. Jas die Stellung der l 'S.\. lind die angeblichen oder vermeintlichen Absichten Roosevelts überall finden, ist ein deutln lies Anzeichen für die' Machtstellung Amerikas. Dies i-t ein l'iiist.imi, den alle h wir Juden stets vor Augen behalten müssen, elenn in allem die Jinlcnlieit interessierenden Angelegenheiten, sei es min d:e Wamleriingsfrage oder die Finge der allgemeinen Beurteilung der jüdischen Stellung, vor allem aber auch in tie/m.'' auf!' a 1;t s t i n a, bilden die Vereinigten Staaten einen Faktor, «Jessen Meinung ins Gewicht fällt. Dies ist um so mehr eler I all in einer Zeit, in der offenkundig auch mit englischer Seite' das Bestreben voriianeleii ist, ehe 1025 durch Ramsav Mail fonald und Präshlent Hoover hergestellte und seither trotz, manchen Schwankungen im groben ganzen festgehaltene Kooperation zu wahren. Unter eliesem Gesichtspunkt gewinnt eler kürzlich von eleu amerikanischen Zionisten aufgeworfene Vorschlag, den nächsten Ziemistcn-Kongjcß in Washington abzuhalten, seineu hesemdereu Sinn. Die Abhaltung eines Kongresses in Washington wäre ein gewaltiges Novum um! zugleich eine so proiioiieierte Handlung, daß eler politische Hintergrund ohne weiteres erkennbar wäre. Ob sieh eler Plan durchführen läßt, ist zu he/wcifeln; wenn wir nicht irren, ist der Kongreß bereits nach Basel einberufen, und die übliche Routine geht ihren Gang. Freilich darf man sich nicht verhehlen, elali die Verlegung des Schwergewichts eies Zionismus nach eleu Vereinigten Staaten wahrscheinlich in Fugland kein besonde-rs freuinllichcs Echo finden würde. Wir haben schon zu Beginn elie-es Jahres, als Dr. Weizmaun aus Palästina zurückkam und sein Besuch nach Amerika angekündigt war, darauf hingewiesen, daß ehe Verschiebung seiner kVise in jüdischen Kreisen irritiert hat, weil man sich von dieser Reise' auch die Aktivierung helfender Kräfte für ehe jüdische Palästina-s.u he versprach, inzw ischen hat sieh herausgestellt, daß die Reuse nicht nur verschoben wurde, sondern überhaupt unterblieben ist. Dr. Wei/mann fahrt jetzt zur A.-C.-Sitzung nach Palästina um! wäret elaiin mit größter Beschleunigung wieder nach I omlou kommen, da nach eleu Kroniiiigsfeieiüchkeiteii im Mai die Veröffentlichung eles Berichtes der Pcel-Kommi-sion in Aussicht gestellt ist. Um diese Zeit i-t der Präsident der Jewi-h Agencv in I nndoti nicht abkömmlich. Vielleicht kann man annehmen, daß YJi'ciz.- mann es fiir unrichtig hielt, in einem so delikaten Moment «ine Reise zu m.iche'ii. die bucht auch als pohti-i he- 1 )i immstr.ilion mißeleutet werden konnte wenn auch eh r Haupt/weck eler Reise die Teilnahme an der Aufbringung der Mittel für Palastina in USA. gewesen wäre. Fs ist nicht unser Wunsch, elaß der Anschein entsteht, ehe Zionistische Organisation wolle andere Mäc'ne um Unterstützung gegen die Mauel,itarmaeiit anrufen. Auf der alliieren Seite aber muß in einem Moment wie dem jetzigen, wo im Gegensatz zu den bisherigen Piousorien von einer definitiven Gestaltung Palästinas für die nächste Zukunft die Rede ist, an ehe grunellege uden Tatsachen elei jetzigem politischen Konstruktion erinnert werden. Palästina als Mauelatarland unterliegt der Jurisdiktion eles Völkerbundes, den gerade England als führende Völkerbund-macht nicht bagatellisieren kann, und außerdem besteht ein Vertrag vom Mai 1022 zwischen England und den Vereinigten Staaten von Amerika, die dem Völkerbund nicht angeboren, aber noch vor der Bestätigung des Mandats ihre Rechte und Interessen an Palästina siehergestellt haben. So sind ehe USA. indirekt ein Mitgarant des Palastinamandats geworden. Das ist nicht so aufzufassen, als ob nun im Kampfe gegen Maßnahmen der Mnndatarmacht eine höhere Instanz angerufen werden sollte. Aber zugleich elarf mau auch in einer solchen Situation, wie sie heule ist, kenne Diskussionsmöglichkeit, die noch offen steht, beiseite schieben. Einer eler Hauptpunkte des c u g l i s c Ii - a tu e r i k a n i - sehen Vertrages von 1022 betriff, naturgemäß die Stellung eler amerikanischen Staatsbürger in Palästina. Dabei werden Regelungen über ehe Gerichtsbarkeit getroffen, diu einen Ersatz eler früher im türkischen Gebiet — und Palästina war türkisches Gebiet — geltenden Kapitulationen bilden. Es wird auch bestimmt, daß für eleu Fall der Beendigung des Mandats die Kapitulationen automatisch Wiederaufleben. Diese Paragraphen erhalten gerade in diesen Tagen ein erhöhtes Interesse, da in Montreux die Konferenz zusammentritt, die als Folge eles cnglisch-äg\ ptisclien Vertrages die Kapitulationen in Aegypten abschaffen soll. Andere