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Jüdische Rundschau · 1937-04-09 · Heft 28 (9.4.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 28 (9.4.1937)
Date
1937-04-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 28, 9. IV. 1M7 Ankündigungen aus dem Reich Augiburgi Am 10. April, 20.30 Uhr, Im Trau«aal der Gemeinde, Vortrag Dr. Alfred Perlmutter, München, im Arlxüt-hrcis ütxrr „Aktueller und polhV:.«r Y.iotmn%m in ihrem geschichllii hen und aktuellen Verhältnis". — Bonn. ZOG. Am 32. April, 20.30 Uhr, jüdische Volksmusik mit Schalipl.tttcn: Lrituiigi Dr. Ci-riiard ßuetow, Köln, — Breslaui Wim. Am 12. April, 2o.30 Uhr, im Lesslng- «»»1. Agnesstr. 5. Vortrag l")r. Wcra Maliler: ..Palästina nach den Unruhen" (Kindt li-kc «iner Rebe). — HebrUschc Sprachschule. Beginn de» Unterrichte am 12. April. WalUtr. 9. Zimmer 5 und 7, Wallstr. 14, Zimmer 4. Neue Aofanojerkur-e für Erwachsene und Jugendliche werden cicecdchfrt. crwtifal.i neue Kurse iür Hibel und Grammatik. Bc.prcehungen tor Erwachsene am 13. April, 20 Uhr, iür Jugendliche am 15. April, 18 Uhr, Walbtr. 14. Zitroner 4, Anmeldungen Montag J.U Donncr-iug von 19!>b 19 30 Uhr, Wall- Straße 14, Zimmer 4. frier tr!rprnmi«-b: Montag |.i< Mittwoch von 12.30 bis 13.30 Uhr (Tel. 89 498). S|»serhv«iiKlc\l,^ Herrn Kfjnlcov Mittwoch von 17 bh IS Uhr, \Va!l,ir. 14. — Emden! ZOG. Am 12. April, 20,30 Ulli, im Ahn ■«heim Schoonhoveiistr. 13. Mitglieder- Versammlung, Frau Ida i'olak spricht über „Drei Palästina Zentren: Jerusalem, Tel-Awiw, Haifa". — Essen! Mittjan Iwri. Arn 10. April, 18 Uhr, Pirke Awoth. I.eittir,-: I. Ilrechrr, an-chlief.ien'1 OWf Srhabbat. — Frankfurt am Main: Clsig Iwri, Jugendheim. Am 10. April, 16 Uhr, Vortrag de? Herrn Meuterer über ntoderne hebrKiwhc Dehler. .- ZOG. Aus 13. April, 20.30 Uhr. Hörsaal, Unterlindati 21, Dr. Ott» IA-iVm-itz: „Das Kulturpiohlem in Eres Israel". — Hamburg: Zinn. Stammgruppc Z1ST. Am 15. April. 20.30 I hr, ]■".;.pendo. irrhanm 0, Vortrat; I'r. Max F!r»'h über li-ne Fal i »inn R'- Herne- /' >< \<n 11. \pnl 2u Iii, lili-hc, Jtif;en''h< i n. 1h' Im «ii iHi » n )■! i 't 1 V i'k in ik mit ffhallpNttrm In i D Gtrhul ll.un, K >'n. - Külns /DO. Am 10 Amil (i „» i>> t, .Die I til. dt r O n uY ((orhird Wa'h i Ri 'dm i \ ii l' \| ti \ i rl > \on (a i > Guth n um: Briefe an die Redaktion „I> e fu!rn >' — Vn 1- \ , Hl' v . r 0> r < V d n 1» M u I'r i K , ( .1 1« v f ••, I 1 l. ■» i > 1 \ U * M 1 Oh, K 1 ■Vilaribaeh: h iii 1 werden ' l' i Ii a-Fiims d i ii * Li tat), i i\ V l if - \rn I \ <i Uiii-, um Vtänuien: /'K \m i I i u' d>- 1~ \, i C,n 30 Uhr, il 1 I l I I ht 118- >' u,l Di G.orp, 13. Apnl, 20.30 Uhr, f i D.. 1 utz \ ' - 1 1 ' I, N< IIn KS\! 1 - hi.-i.doaeiicn. i:. - Regensburg: Au M A Familien - Nachrichten biet am (!.'. s i, Ki U.uier Mr. 1, begeht "1 f. "i. O Bar Mizwah-Termine Am 10. A:>riS w>o N,»..ni: Her; i :. Jo». :-h Srhuti, Sohn von Frau K. S. Imu, Hre-1 in. Tum- ,<•». 14. — Am 17. April (0. Ijar): Walter W i m idheimer (l'-.n*. Kne Vanijulin »), Sohn von Siegmimd Wunen,eurer. Ii lachen ( Pailen). — Am 24. April (13. Mar): Muco Golds, iimidt. Sohn von Joseph GoMschmidt, FurüM (R'm inii.'i-i nl. Im I nio teil. Prediger Hirsch, Koliurg. — Am 17. Apiil (0.!•.•>••: II. i.«-rr Herr, Sülm von Simon Hera, Dijon (Fuuiku i>30 Rae de Ronen. Gcschäftsjuhiläum, Die Firma J. TYmpcl, Leipzig, Plurhcrstraßc 6-8, liegcht in diesen Tag. n dir 2'iaini^.. C.csi i laltsjuiiiiiiuni. Todesfall. Aus Tel-Awiw wird berichtet, daß dort Un- «rwartet der frühen: Dresdener (leineindevorüteher Sieg Sorgen des Einwanderers Haifa, Ende Märt 193? Wichtigere» zu tun und ist mit „ , , . . einem Hunde! Papieren uuturm Sehr geehrte RedaltLonl Arm ühr,rM< mt n;eht |Ka dir. Ein braver Oleh erwartet kein Dann bekommst du einen gel'mphingskomilee im Hafen und prüften, patentierten Packer tn rechnet auch nicht auf besondere Hilfe, der in den wetiiftcn Mi- Rüi ksli htnahme. Er geht «im nuten,, die zur Verfügung «teilen, niiehften Spediteur und bittet dein Poricllan und was du ioiwt höfiichat um die Crle<U(!Ung seihart, rasch hereuutopft mit dem ncr Kisten, die zu verzollen und Eilolg, daß die Kit-tcn nicht zu lagern sind. mehr zugchen. Kundendienst, dus U eine y1-clltf|ü1' 'last dtt dich um Sache für sich, auch damit anderen Morgen dann mit leebraucht man nicht zu rechnen. m> Koffern cinKefuhden, Um Uns Wnrlcn im Zollamt be- 4!,,, Uebriggeblielieno hereinjuginnt. Warum .-oll man nicht iül!et1' u,,<! »»"ot nl>ennsk einmal fünf Stunden warten? i,ech* Stündchen auf die „For- (es empfiehlt sich, ein Huch »«alitätin". Auch das geht vor- «um Fesen mitzunehmen). Dann üb"rl,n,i <lu <!enk-t vielleicht, kommen die Zollbcamien und 0111 anderen Tai? steht dein Gestirnen »ich auf da« tagelang I':i'k im Lagerraum, O, weit »orgstim verpackte Hab und Gut. gefehlt, du ungeduldiger Olch, Da fhegen die »ehönen Itüchcr lh Ui el>en <lie »'"iKßebliebene in den Schmutz, da verteilen ilcnR« d("incs IIab un<1 Gules »ich deine Zeichnungen und 1,1 dcn ^'"fern im Zollhaus andere empi'uidliehe Gegeusliinde s,cl"'n Rd'l'")cn und wird nicht auf dem Hoden, und in wenden licraii»gela,<cn. Jetzt beginnt das Minuten ist lieiau^ewo.fen, was ''.einer mit Formalitäten und in Siunden geordnet ist. Da Protokollen von vorne. Kein stellen nun die Ki-ten leer und C,"mrl »" Aufregung, es daucltt siehst da »nd fwvn becrt nor rlnc Woche, — wenn fühlt Und bewundert ein unbeman I'eh hat unrl nicht tciliRten Arahernuhlikum deine dcn rirh,if:('fl Spediteur gerat. HahH-ligkeifen. Währendde^en 1<!l ,1:lb(' m,r h**ndlli aber notiert der Zollbeamte den ^'''Wiehere in einer Stunde Gummiarabikum al» Kölnisch-;hre '"eben^clicn bekommen Walser und die Zahnciemß al» 1,ßlU'n' Salbe, Da stehst du nun hilf- Hochachtungsvoll los, denn dein Spediteur hat IlehVmut Sander fried P t o II . o w s k i M>jähriK Restorbtn ist. Er zählte schon in jungen Jahren zur zionistischen Bewegung. In Dresden, wo er der (ieiiicindeverwaltiiiig zuerst als Gcmctiiderat, spater als!;c>cli.ihsfuhrcntlcr Vorsteher über ein Jahr/cimt angehörte, macliic er sich vor alieni um die Neu« regclung des Waldn chts und den Ausbau sozialer Gemeindeoinrirh;11<>i■ ii verdient. Mitte des Vorjahres siedelte Siegfried rionkowiki incii Ihalasfina über, Jüdische Haltung und thrlst'idic Dogmatik ripkeiten, die in vieler Bc?.lehnng wohl no-h größer waren a'.- bei eineiii heidnischen \'oll:e. l')ie erste Schwierigkeit machte der in Israel vorhandene Oot- Un'.jegriif. — Die höchste Ehre Israels war sein klarer Monotheismus: ,Höre. F-rael, der Herr, Unser flott, ist nur ein Göll!' .... Wie unendlich fern lag aolchem israelitischen Denken, daß dieser eine Gott, der keinen neben «ich hat, der reiner Geist ist, einen wirklichen Selm habe!" (S. 64.) Als zweite Schwierigkeit ficht Pick! die jüdische Mcemiähoffnting an und bemerkt in diesem Zusammenhange: ,.i)ie Möglichkeit eines metaptmi- »ehen wirklichen Sohne* Gotlr-» lag vollständig anCerhalb dc.s GolteMiegriffeii jener Perirde und aufVrha'h der Mcsia-iioffnuug jenes Zeitalters." (S. Oä,) In vorzüglicher Ilocha-htung Rubb, Dr. Steekelmachcr Ludwigshafen t. Rh,, 4, 4, 37 Sehr geehrte Redaktion! In der Besprechung der Schrift von Hans Joachim Schocpai „Jüdisch ■ Christliches Relißionsgesprach in 19 Jahrhunderten" in der Nr, 26 wird darauf hingewiesen, daß schon die Vorstellung einer Menschwerdung Gottes jüdisch nicht annehmbar sei. Dieser Ansicht wird auch, worauf ich «rgilnzend aufmerksam machen möchte, in der katholischen Religion«, forsehunr» Ausdruck gegeben. Jo- »ef V 1 c k I schreibt In jchicm Hüchel .Messias - König Jesus in der Auffassung seiner Zeitgenossen' (Verlag Kbsel & Pustet, München 1935): „Wir unterschätzen meist viel zu sehr die groCen Schwiciigkciten, welche die Mehre Jesu von «einer Gottheit gerade bei Mischten fand und finden mußte. Schwic- „Pcßadi kuHtirgcschiditlidi" Berlin, den 4. April 1937 jüdischen Geschichte mit ihrem deutlichen Hinweis auf den Sehr geehrte Redaktion! baldigen unwi leirul'.i hen Unter- Dr. Meiliis in Nr. 26 der Rang nicht bloß des jüdischen „1. K." glaubt, bisher als fest- Reiches. Das Unheil des lüdisiehei.d be?el hnete ge-.hi btsehen Volkes mußte größtenteils liehe Wahrheiten umdeuten zu auf seine falxihen Deuter und können. Fr zieht dazu einen seine falschen Propheten, die Salz aus der Huflar .h des Könige und \ olk zu beeinflussen 2. PeSadi'a.'es heran: 2, Kon, verstanden, zurückgeführt werden. 23, 22, den "er in ganz .-ubjek- Jener König sah solches ein Over WcUe deutet, ohne 11cu»'1 *'i.mle wieder ein ganz raeksichtigiing des \urherfiommer König, der gemäß der gehenden und Vaehfolgenden vorgefundenen alten Lehre alle Gebote derselben und in diesem und ohne Iierüeksi, lricung der Ilaiiarah des 1. Peß.nhlage»; Sinne — der alten Lehre — „Und es lagerten die Kinder a'teh d. Pefiaeh zur Ausführung Mr.aels in Gi!<>a! und veiriehbiaehfe „wie es geschrieben in U lm d. Pe'Ea.h (opfer) am Buche des Hundes* (ganz 14. Tage des Monats gegen wortgetreu übersetzt aus jenem Abend in den Gefilden Jeil-W Kap. 23). Das angekündigte V«. (Jo,ua 3, 5). hängnis kam nicht lange nach Jene Kapitel 2. KÖn. 22 u. 23 dem Tode dieses Königs, gehören zu den tiagbcln-tmi der Dr. J. Latte Ulf t)f rtiat ■ iriiairi itif »Dittdiif ■titfitai ui) if mit iiittDirttit iftitti i iittiiittiiiiinti nt iiiitmiiiiiiiiiiiti t itimiti ■■•tiiiiiiiiiiiriiaitiit itat)ia Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 9. Apriii Pari» (1G46). 12.45: Die Stimme Israels. — Straß, bürg (349). 17: Kammermu-ik von Erwin St Inihoff. — Brünn, 17.58: Felix Fanger lie<t seine Novelle „Sensation". Sonnabend, 10. Aprils Rabat (499). 15.25: Aus „Pariser Leben" von Offetibnch. — Pari; (431), 22.45: „M'enfan; tru<mc", Komödie von Natansohn. — Brüssel (322), 22.45: Konzert unter Leitung von Bruno Waller. Montag, 12. April: Hriis.-el (322), 16.55: Josef Schmidt singt. BMatiuno im ui, Kaufmann i^i Brühl 34 40 Leipzig C Seit 109Jahren Bezugsquolle für all» SCHULBUCHER Neue Luftpoat«treckc Berlin—Tel-Awiw. Seit Inkrafttreten des neuen Sommerflugplaiis besteht eine günstige Mnftpostverbiiidung zwischen Berlin und Palästina, die den Weg zwischen Absender und Empfänger anf 2 bis 2<'? Tage abkürzt. Es handelt sich um die Minie Berlin—-Athen—Lydda, die in Zusammenarbeit mit der polnischen Linie ,,Lot", die seit 4. April die Strecke Warschau—Paliistina bedient, beflogen wird. Der Start erfolgt 7 Uhr morgens auf dem Tempelhof er Flughafen; am nächsten Tage, 11.30 Uhr, geht es von Athen weiter nach Lydda (Palästina), wo das Flugzeug um 17 Uhr eintrifft. Luftpostsendungen werden mit der Kraftpost sofort nach Tel-Awiw weiterbefördert. Der Flug soll vorerst am Montag und Freitag jeder Woche durchgeführt werden, vorbehaltlich weiterer Aenderungen. Am Montag wurde auf dem Warschauer Flugplatz Ökencie die neue polnische Fluglinie in Anwesenheit der Behörden, vor Vertretern de» Diplomatischen Korps und der Wirtschaft feierlich eingeweiht. Kurz nach 14 Uhr startete die erste polnische Maschine zu ihrem Flug nach Palästina. (Alles Weitere in der wöchentlichen Rubrik „Postschlüsse nach Uebersee".) Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern. Die Schulabteiliitig <]er Keichsvertretung erinnert daran, dal) Ende April an dem Orthopädischen Gymnastischen Institut von Frau Alice Bloch in Stuttgart ein neuer von der Reichsvertretung und vom Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs vcranstaltetcr einjähriger Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern beginnt. Schulgeld monatlich 35 RM, Dauer des Lehrganges ein Jahr. Nach Abschluß Erlangung eines Diploms, das zur Lehrtätigkeit an jüdischen Schulen und Vereinen berechtigt. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der mittleren Reife sowie besondere sportliche Befähigung. .Meldungen umgehend an den Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart-W., Königstr. 82. Und Hanoi crzühlt nun, daß Eslher schon longo vorher «o trnttris herumgelaufen sei und dfift man sie einmal unten in der Küelie gi-frnut habe, w.ts sie loidrücke. Sie hol tcsieh schiadl ubguwandt und leise gesagt: Niehls, es sei nichts. * Es ist klnr, tlnft die Jugendalijali nicht das Zclhstaclium durchzoinnchen braucht, sie bezahlen ja für ihre Ausbildung, k:nimen nun 'Feil aus bt";üterten Kreisen. In dem Haus neben meinem Zelt sind die vier Zimmer vollkommen von Jugend mm Deutschland besetzt. Zwei Zininief mit Jungen, zwei Zimmer mit Madeheu. Du z.ti jedem Zimmer ein z.wcites kleineres Zimmer sebürt, ei-entlieli eineuesehlossone Veranda, wohnen zwanzig junga Meute in dem Haus, zehn Jungen und zehn Mädchen. Es ist ein sonnei-bitres Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Die M:\dchen sind in einem Alter, siebzehn und achtzehn, das man sexuell als außerordentlich attraktiv bezeichnet. Sie sind nu Ige wachsen In ihren Bünden und haben eine nbsichtlioh sexuelles Unbcwußtscin züchtende, auf dem Romantiker Ftotissenu aufbauende Erziehung genossen. Troizdem bleibt die physiologische Tatsache ihres Alters, sie ziehen an, ohne mit dieser Tatsache etwas anfangen oder sich mit ihr aussöhnen zu können. Auch die Jungen sind von Rousseau erzogen worden. Aber die viel aufwühlendere und umfangreichere männliche Pu!>crüit bringt es mit sich, daß sie sich mit der Tatsache der weiblichen Anziehungskraft bnld aussöhnen und sich im Namen Roussenus, mit einem Purilnneruuge und einem Spltzbubcnauge, im Mfldehenzitnmer aufhalten, so lange sie wollen. Es ist ein Mädchen bei der Jugcndal ijah, die diese Dinge bereits halb versteht, aber nur halb, ohne sich vor der Natur beugen zu wollen. Sie hat ein kleines dummes Gesicht wie ein Apfel, hat Esther und Josef zugesetzt, schwingt sich auf zur 1 ugondhüterin. Nicht lange, da beginnt sie, alle Arten von Skandal zu entfesseln: Die Jungen benutzen die zwischen den zwei Miklachoth (WaschriUunen) befindliche Luflklappe, um hinüberzusehauen, sie stehen sogar abends mit Fenster der Miklachath, die Jungen gehen nicht eher aus dem Zimmer, bis die Mädchen sich ausziehen und schlafen legen, die Jungen verdrehen Mfidrhen, die im Neglige1 zur ^M^klnchath eilen, mit Vorliebe die 1!finde, ohne ihnen indes, wie es schien, den Kopf verdrehen zu können, und die Jungen stellen einmal den Wecker im Mädchenzimmer auf ein Uhr, so daß es mitten in der Nacht Sturm gibt, Anlaß, hinüberzulaufen. Ihr Schweine, schreit das Apfelgesiclit, ihr wolltet nur einen Grund haben, nachts in unser Zimmer zu kommen. Dtt Gans, schreien die Jungen zurück, auf dein Anfelgesicht sind wir schon lange scharf. Der zoologische Diskurs hat Min Nachspiel. In der Assefa (Versammlung) der Noar German! ent« puppen sich einige Jungen als entschiedene Mflnnerrechtlcr. Die Mildchen werden ausgelacht, hören auf, im Neglige zur Miklachath zu gehen, verkleben sich «amtliche Fenster mit Papier und beginnen, die Zimmer verschlossen zu halten und nur Parolekundigen nach strengem Anruf zu öffnen. Das alles verdirbt die gesellschaftliche Stimmung. Mindestens drei Viertel der jungen Meute fangen an, sieh auf die Stadt einzustellen und auf die Stadt zu hoffen wie Gefangene auf die Freiheit. In dieser Zeit beruft Medinahi, der dem Fall Eslher uuf die Spur gekommen ist, eine allgemeine Versammlung ein, zu der auch die NoarGermani eingeladen ist. Er halt eine große, sehr ernste Rede, berichtet dem Meschek von Esther und Josef, charakterisiert deren Flucht uls Kinderei, entstanden aus Unwissenheit Über die moralischo Atmosphäre, die das Interesse an Innerer Alijah hervorrufen muß, und fordert, die neu entstandene Familie zurückzurufen und als feste Chawerim im Meschek aufzunehmen, zusammen natürlich mit dem Kind, das, wie alle Sabbrehkinder, den Säugling»-, Kleinkind- und später Erziehungsstationen des Kibbuz übergeben werden soll. Die Rede löst eine starke positive Erregung aus. Bei der Abstimmung erheben sich alle llünde für ,.ja". keine Hand für „nein". Esther und Josef sind legalisiert. Dieser Ausgang bringt in die Stimmung der Noar German! plötzlich einen Umschwung. Sie fühlen, daß man sie schützt Und daß man bereit ist, ihnen zu helfen. Darüber hinaus werden sie abgelenkt von ihren inneren Problemen und bekommen plötzlich eine gleiche Richtung: Sich mit Esther und Josef in Verbindung zu setzen, sie zurückzuholen und einen festlichen Empfang zu inszenieren. Wie es immer in solchen Füllen ist, lindert sich plftlzlich die gnnze Bewertung der Sache, vergißt man plötzlich die frühere Bewertung. Es gibt nichts Unselbständigeres auf der Welt als Leute, die urteilen: Esther und Josef sind plötzlich die heroischen Vorkämpfer der sexuellen Freiheit, die man zu bejahen anfangt, soweit sie auf einer gewissen Tiefe der seelischen Beziehung beruht. Man erinnert sich an das Paar, an die verschiedenen Züge Ihrer inneren seelischen Beziehung, an ihre Art, miteinander zu sprechen und einander anzusehen. Eine allcemeine Rührung stellt sich ein. Wer hat das Paar zur Flucht veranlaßt? Sie beginnen, Briefe zu schreiben, eine Flut von Briefen geht ah nach Jerusalem. Besonders das dumme Apfelgesicht verfaßt acht furchtbare Seiten, in denen sie schwülstig über Liebe spricht und über zukünftiges Glück. Medinahi hat Butter bestrahlt: die Butter zerfließt. Man beginnt, für das Paar ein Zimmer vorzubereiten und alles Privatgeld auf dessen Ausstattung »u konzentrieren: Gardinen, Decken, leichte Möbel werden von Haifa angeschleppt. Es sollte trotzdem noch ein« Zeit dauern, bis das Paar, da» inzwischen heiratet», nach Tel Hamon zurückkehrte. Die aligemeine Versammlung hat dem Pardess einen Betongraben bewilligt, der oberhalb des Pardess alle bisherigen liolzrinncn und Mrdgriiben vereinigen soll in einem zentralen Strombett. Man hat beschlossen, diese Arbeit nicht selbst auszuführen, sondern als Außenarbeit zu vergeben an die Tabutim, die von Tel Hamon alle nötigen Baustoffe bekommen, Sand, Zement, Chazas, Eisenstangen und Ver- «chalungsbretter für den Guß, und die nur die Arbelt auszuführen haben. Die Tabatim sitzen an dem Ort, von dem sich Tel Hamon buchstäblich heraufgearbeitet hat. Sie bewohnen zum Teil noch dieselben Baracken, in denen vor fünfzehn Jahren die Jünglinge Bar Koach und Ben Ezew wohnten. Bei ihnen sind Malaria zu Hause und die marxistisch sein wollende Phrase. Gleich am ersten Tag ihrer Arbeit an dem Betongraben verbreitet sich in Tel Hamon der Satz: Die Tabatim k(5nnen nicht arbeiten, geht hinunter und seht, wie sie arbeiten, es ist zum Lachen. Nach und nach stellte sich heraus, daß die Arbeitsteilung der Tabatim ihre schwächsten, unerfahrensten Arbeiter an dieser Stelle einsetzte. Bahlew, Ben Ezew bemühen sich, Druck auszuüben, für ein Tempo zu sorgen, das in einem Monat den fertigen Graben liefern kann. Vergeblieh, zudem ein großer Teil der Arbeiter von den Tabatim zu erkranken beginnt. Man macht eine vage Wahrscheinlichkeitsrechnung und kommt zu dem Schluß, daß in einem Monat höchstens ein Drittel der erforderlichen Lange fertig sein wird, gerade jenes Drittel, das außerhalb des Pardess liegt und lediglich dem Heran« transport des Wassers dient. Ben Ezew geht mit mir eines Tages nach oben, um an einer gewissen Stelle provisorische Zwischenlösungen vorzubereiten. Da wir uns nühern, ich gehe, die Turiah (schwere Hacke) geschultert, im Abstand hinter Bahlew, sagt einer der Jungen halblaut zu mir, auf hebräisch: Kommst du, um uns zu drücken? Es herrscht ein« sonderbare Gereiztheit. Eino Kwuznh ist bei der anderen als Arbeiter beschäftigt. Man ist doppelt empfindlich. Weil ich unter dem Eindruck sonderbarer, lokalpatriotischer, sozusagen brutaler Stimmungen stehe und in der Tat drücken will, schaffe ich demonstrativ in großem Stil, wühle einen Gang in eine hohe Böschung, runde und glatte au», gebe sanften Ablauf. Die Turiah fliegt mir in den HSnden. Ich höre, wie einer von den Tabatim sagt: Der kommt aus der Moschawah (private Kolonie), solche Leute sind richtig für Tel Hamon. Ben Ezew inzwischen mauert in dem Grabenstück, das fertig ist, eine gewisse, das Wasser schleusend« Eisenplatte ein, die im Zusammenhang mit einem besonderen System die genaue Messung der durchfließenden Wasser« menge erlaubt. Außerdem achlugt er am Boden des Grabens, gegenüber dem Gang, den ich grabe, ein handgroßes Loch in die Zementwand, /» . . i n (Fortsetzung folgt)

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