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Jüdische Rundschau · 1937-03-26 · Heft 24-25 (26.3.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 24-25 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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] u - Kunst Ander ampf Oeder i Nr. 24/25, 26. III. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Jüdisches Leben in Chile Von unserem Berichterstatter Santiago, den 9. März 1937 Zu der in der „Jüdischen Rundschau" vom 19. Januar ig37 veröffentlichten Nachricht, nach welcher in dem vom chilenischen Senat verabschiedeten Staatssicherheitsgesetz ein Passus enthalten sein soll, der besagt, daß die Regierung ermächtigt werden soll, für „Individuell bestimmter Rassen" das Betreten des Landes zu beschranken oder vorübergehend oder dauernd zu verbieten, muli berichtigend festgestellt werden, daß obiger Passus zwar in dem Gesetzentwurf enthalten ist, aber von der Kommission der Kammer, die sich mit dem Studium der einzelnen Paragraphen vor der Abstimmung zu befassen hatte, gestrichen wurde und in dem endgültigen vom Senat verabschiedeten Oesetz, das in der Regierungszeitung „La Nacion" vom 12. Februar 1937 veröffentlicht wurde, nicht enthalten ist. Vor einiger Zeit begann eine neue jiddische Zeitschrift „Das Wort" in Santiago zu erscheinen. Iti V a 1 p a r r i s o findet augenblicklich ein südamerikanisches Baskct-Hall-Turnier statt. In der chilenischen Ländermamischaft spielt auch ein Jude S a I a m o v i c h, der sich, wie die Zeitungen berichten, in den letzten Spielen gegen Brasilien und Peru, die Chile gewann, ganz besonders ausgezeichnet hat. Durch sein bravouröses Spielen stellte er in beiden Kämpfen den Sieg für Chile sicher. Juden in Venezuela Die in Buenos Aires erscheinende Zeitunp „Mundo Israelita" veröffentlicht den Bericht des Präsidenten der Zionistischen Vereinigung von Venezuela, Dr. E. I. 13 e n a r - rosch, über das Judentum in Venezuela. Dr. E. I. Benarrosch, der sich im Auftrage der Regierung von Venezuela in Buenos Aires aufhält, um in Argentinien die Maßnahmen zu studieren, die man gegen das auch in Venezuela sehr häufig auftretende Sumpffieber anwendet, berichtete der Zeitung über die Juden in Venezuela folgendes: In Venezuela leben 5000 Juden; die Hälfte sind sephardische Juden und seit vielen Jahren in Venezuela ansässig. Den sephardischen Juden ist es auch zu verdanken, daf! eine ganze An/ah! j ii d i s c Ii e r Institutionen ins Lehen gerufen wurden. Die größte jüdische Vereinigung ist die Asoeiaciön Israelita in Caracas. Dann existiert eine zionistische Vereinigung, deren Präsident Dr. ßenarrosch ist. Man ist im Augenblick damit beschäftigt, ein großes jüdisches Gemeindehaus zu bauen. Neben der Synagoge sollen Räume für kulturelle Veranstaltungen und ein Bibliothekssaal eingerichtet werden. Die Juden in Venezuela sind in der Hauptsache im Handel und in der Industrie tätig. Ihre wirtschaftliche Lage ist zufriedenstellend. Es herrscht das beste Einvernehmen zwischen den Juden und der nichtjüdischen Bevölkerung. Die Juden in Venezuela fühlen sieh mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Großes Interesse bringt man für alle Palästinafragen auf und die Keren Kajemetli- und Keren Hajessod- Aktionen haben in Venezuela gute Erfolge. Heinz Ootthilf Stockholmer Notizen Von unserem Berichterstatter Stockholm, 21. März Einnr großangelegten religions-wissenscbafflichen Artikel, betitelt „Jüdisches Volks- und Rcligionsproblem", veröffentlichte „Svenska Dagbladct" aus der Feder des jüdischen Verfassers Ernst Klein, in welchem die aktuellen jüdischzionistischen Fragen eingehend behandelt werden. Der diesjährige Stockholmer Keren Kaiemcth-Ball wurde ein großer künstlerischer Erfolg für alle Mitwirkenden. In der Zionistischen Vereinigung hielt Prof. Ehrenpreis einen Vortrag über seinen letzten Besuch im Wiener Herzl-Archiv, wo er Studien für seine geplante Herzl-Biographie machte. In Konsertförcnigen erspielte sich Emanuel Feuermann bei Publikum und Presse einen ungewöhnlichen Erfolg mit dem meisterhaften Vortrag von Dvoraks Violoncello-Konzert H-Moll. _ H. R. Der hebräische Schriftsteller Ruhen Brainin, der u. a. eine hebräische Hcrzl-Biographie geschrieben hat, feierte am 15. März in New York seinen 75. Geburtstag. Verschiedenheit der Rassen „Nicht Minderwertigkeit, sondern Andersartigkeit" Eine Tagung der Deutschen Gesellschaft für Vererbungswissenschaft, die in Frankfurt a. M. stattfand, ist mit einein Vortrag des Berliner Anthropologen Professor Dr. Eugen Fischer, des Leiters des Instituts für Anthropologie in der Kaiser-Wilhelin-(ksellschaft, zu Ende gegangen. Der Vortrag behandelte das Thema „Kultur und Rasse". Nach dem Bericht der „Frankf, Ztg." vom 23. März führte Prof. Fischer u. a. aus: lieber die wissenschaftlichen Darlegungen hinaus, die Beispiele von dem Aufblühen und Zerfall großer Kulturen zu einer Kette eindrucksvoller Bilder verflochten, fand der Gelehrte ein Wort des leidenschaftlichen Appells an das deutsche Volk, seine Kinderzahl zu erhöhen und noch rechtzeitig auf einem Wege umzukehren, der die westeuropäischen Nationen dem Schicksal der antiken Weltreiche zuführe. Rasse sei etwas Gegebenes, das die innere Einheit von Völkern bedinge und sich in der Reihe der Inkarnationen aus dem Vergangenen in unabsehbare Zukunft fortsetze. Geistigseelische Eigenschaften seien nicht minder erblich als körperliche Anlagen. Die Wissenschaft habe die Ungleichheit der Anlage bei de« verschiedenen Völkern und Völkergruppen festgestellt. Die Höhe der Kulturleistungen im antiken Griechenland sei nicht zum wenigsten auf die Einwanderung der „dorischen" nordischen Stämme wie der Illyrer und Spartaner zurückzuführen. Das römische Weltreich sei von den eingewanderten Umbrcrn, Sabellern und Latinern aufgebaut worden. Aelinliches gelte für die Renaissance in Italien, die weder als eine Neugeburt, noch überhaupt als eine Geburt zu bezeichnen sei. Es seien auch hier nur die biologischem Eigenschaften einer besonders wertvollen Schicht zum Ausdruck gekommen, so wie in si/ilischcn Regimentern des, heutigen Italiens lortihardische Bauern den Unten■offizierstamtn bilden und auch unter den Kolonisten der von Mussolini trockengelegten pontinisehen Sumpfe das tüchtige Element blonder llordifali'ttisclicr Hauern einen auffallenden Anteil ha he. Das von Professor bischer anije/ocrene Beispiel der Japaner beweist im übrigen, daß auch in anderen Erdteilen einzelne Rassen in stärkerem Maße wertem haftend aufgetreten sind als andere. Der oft iihen asrhend j.,he Verfall hoher Kulturleistungen erklärt sich aus einem Versagen des I oitpflnn/ungswillens der zur Herrschaft gestiegenen Schicht. In Griechenland erklärte er sich außerdem aus den großen Menschenverhisten in den persischen Kriegen und aus diu Kämpfen der Rruder- StämniL untereinander. Das Rom der Verfallszeit suchte vergebens durch Aufnahme des Alfoptionsprinzips dem fortschreitenden Untergang seiner au .sterbenden vornehmen Geschlechter Einhalt >u "tun. Bei dieser Gelegenheit, so sagte Professor Eiseher weiter, könne die Laxheit des französischen Volkes in der NVgerfragc nur mit Bedauern festgestellt werden. Die Verschiedenheit und Eigen nt der Neger gegenüber der weißer. Rasse beruhe nicht nur auf äußeren Merkmalen, sondern auch auf ihrer geringeren Kultiu iahigkeit. Im Rahmen einer negativen und positiven Rassenhygiene müsse das Judentum als ein (icgner des deutschen Volkes bezeichnet werden. Trotz bekannter Aufnahmen liege allerdings bei diesem < legner nirht Minderwertigkeit vor, wnhl aber eine \ n d e i - a r t i ie i f, die im Begriffe gewesen sei, den \'e>ik-.,ii1[!;au /u shui-n. Deutschlands Handel mit Syrien und Libanon. Wegen der benachbarten Lage und der engen handelspolitischen Verbindung zwischen Palästina und Syrien (bzw. Libanon) ist das soeben veröffentlichte deutsch-syrische Abkommen auch vom palästinensischen Gesichtspunkt von Interesse. Durch eine Verordnung des Reichsaußenministers sind das Handelsabkommen und das Zahlungsabkommen zwischen Deutschland und Syrien und Libanon ab 1. März vorläufig in Kraft gesetzt worden. Gleichzeitig erfolgt (RGBl. II Nr. 7) die Veröffentlichung der Verträge. Das Handelsabkommen gründet sich auf gegenseitige Meistbegünstigung und wird ergänzt durch ein Zeiclimiiigsprotokoll, das vor allem die Ausstellung von Ursprungszeugnissen für deutsche Waren regelt, und weiter durch ein „Protokoll zum Handelsabkommen". In diesem heißt es u. a.: „Um die Einfuhr syrischer und libanesischer Erzeugnisse in ihr Gebiet zu ermöglichen, verpflichtet sich die Deutsche Regierung, 1. jeden Monat die erforderlichen Devisen den deutschen Einfuhrern zur Verfügung zu stellen, und zwar bis zum Befrag von 45 °o des Wertes der monatlichen deutschen Verkäufe nach Syrien und dem Libanon. Dieser Prozentsatz wird gemäß der im Zahlungsabkommen getroffenen Regelung berechnet; 2. jeden Monat für diesen Betrag im Rahmen der deutschen Devisenbestimmungen Devisenbescheinigungen auszustellen." Oberrabbinat beim Israelitischen Tempelverband Hamburg. Der Verwalfungsaiisschuß des Israelitischen Tempetverbandes (Hamburg) hat am 21. März einstimmig beschlossen, dem Rabhinat des israelitischen Tempelvcrbandcs in Zukunft die Bezeichnung Oberrabbinat zu geben. Mit der Schaffung eines Groß-Hamburg würde sich die Tatsache ergeben, daß zwei Rabbinatc mit dem Titel „Oberrabbinat" in Groß- Hamburg existieren, die beide orthodox sein würden (Oberrabbinat des Deutsch-fsraelitischen Synagogen-Verbandes Hamburg und Oberrabbinat der Hochdeutschen Israeliten- Gemeinde Altona). Das ist im Hinblick auf die historische Bedeutung des Tempels als Miittergemeinde zahlreicher jüdischer Gemeinden der Welt und im Hinblick auf die gegenwärtige Bedeutung des Tempels für das religiöse Lehen Hamburgs untragbar. Rabbiner Dr. Italiener hat den Beschluß des Verwaltungsausschusses zur Kenntnis genommen und der Umbcnennung des Rabbinats des Israelitischen Tempelverbandes in ein Oberrabbinat zugestimmt, hält es jedoch für erforderlich, folgendes zu erklären: „Der Titel ,Rabbiner' ist eine Ehre; er besitzt die ihm eigene historisch gewordene jüdische Prägung. Dieser Titel kann durch kein aus der Umwelt entlehntes Siandesprädikat eine Erhöhung erfahren." Par r I1, int. in I: Inn Ott Ii lies IHM K.-Bericht- -sor an der .auleii Vorin und die ser Vortrag 1 'n r. ersit.it fi anzosisch- - die kulturellen da-tuüi ausbauen inalioil der pro- :•. n »-me Werbelin- K a g a n o f f 'räch. Die „IT-deration ■inen Aufruf für eine jvrolle -eben luden in I ra.nkreicl'i „I eil'' Mtion dt s Nx'ieteSeses jahies tagen. Auf der stehet: u. a. folgende ler Welt: Die Hilfe der : 1 >.c I iueiiiiingsfiirsorge; i )r. II Jüdisches Leben in Frankreich. I ii erstatter schreibt uns; In sualibntg hat Straßhttrger Universität Delpech iii trag über die! lebi.u-che Uinveifranzösischen Hnfliisse in i'al.istm hat den Strnßburg« r Ii. »mir» i Anlaß gegeben, einen Vatrtif zur i palästinensischen Instituts zu er! Beziehungen zwistdien i raiikren i soll. - . i las Pariser Komitee / palästinensischen Jugend h it m i Veranstaltung abgehalten, in ihr über die zionistische Bewegung > des Societes Jnivcs de I i.niee" hat Sammelaktion zugunsten vier poln erlassen. Der Ivn.T, 1! .Irr Juives de France'- wird im April d Tagesordnung der Besprechungen Themen: Die Inge der Juden in Föderation für die polnischen Inder Die Lage der Ausländer in Frankreich usw. Sportlehrerausbildung. Die Presseabteihing der Reichsverfretung teilt mit: Nachdem der Kursus A des Sportpädagogischen Lehrgangs vom <). bis 11. Dezember 1036 in Stuttgart die Absehiuliprufiuig g. macht hat, hat nunmehr vom 15. bis 17. März die Abschlußprüfung für die Teilnehmer Und Teilnehmerinnen des Kurses B stattgefunden. Alle 24 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben das Examen bestanden. Der Prüfung war für beide Kurse gemeinsam eine "Leichtathlctikpriifung vorausgegangen. Bei beiden Prüfungen ftihrte ein staatlicher Beauftragter den Vorsitz. Von jüdischer Seite nahmen an der Abschlußprüfung teil: Ilse Cohn (Reichsvertretung), die Geselläftsfnhrcr dis h'eielisau-sehusse.s; jüdischer Sportverbände, Walter Beck und Paul I.ewitisohn, für den Reichsausschuß judischer Sportverbamle Dr. Kurt Lew in. Ferner nahmen an der Oesaniipi ufung teil: Karl Adler, Alice Bloch, Felix David, bdwin Halle, Dr. K ö n i g s b e r g e r, IV. Joseph Neu, Ileddv Simon. Die Abhaltung eines neuen Lehrganges ist in Aussicht genommen. Anläßlich seines 75. Geburtstages war der Wiener Oberrabhiiter Dr, Israel T a g 1 i c Ii t Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Nach längerer Krankheit starb in New York der frühere Leiter des Gesundhcit-dicnstis der liadassah m Palästina, Dr. Simon T e u n e n b a u in. ) MARTIN BUBER MARTIN BUBER ripn brn nso njre nie nm FRANZ ROSFNZWEIG HANS 71Y KKR Neu- Erscheinungcn DER GROSSE MAGGID DIE FRAGE AN DEN EINZELNEN DR. S. MANDELKERN BibeUionkordanz Mit den Kommentaren; Dwadia von Bertinoro und Kizzur Toßtot Jörn Tow DER STERN DER ERLÖSUNG STUDIEN ZUR JÜDISCHEN snuisr- VF.R WA L TUNG IM ALTERTUM Neu- Erscheint! ngen im im Frühjahr 12« Seiten Zwei« vermehrte and verbesserte Au£i|> Zwei Bind« 200 Seiten Frühjahr 1937 323 Seiten / Leinen M 2.85 fUn. M 2.SO / Leinen M 3.50 1M8 S. / LWlleder M J0.— 1216 Seiten / Leinen M $.— 3 Bünde / Leinen M 12__ Kart. M>.— / Urnen M 7.20 1937 aus dem Schocken Verlag In MARTIN BUBER KÖNIGTUM GOTTES Zweite vermehrte Auflige byrw n-rop tto VoUstindige» Gebetbuch föi diu gsnzejihrmit einem trkiirenden Kommentar von DR. S. BAER tnibrtJ nunpo mw t*ain nren Di« fünf Buchte der Deining (Tori) mit dm klassischen Korn meruaren herausgegeben von S, MfcTTER :rnSna mxnpa min 'rem nvisn Die fünf Bücher der Weuung (Ton) mit den klassischen Kommentiren heriijigegeben von S. NETTER ARTHUR RUPPIN DREISSIG JAHRE AUFBAU IN PALÄSTINA Reden und Schriften ADOLF REÜ'TNBLRG DENKMÄLER DER JÜDISCHEN ANTIKE aus dem Schocken Verlag in Berlin 358 Seiten Grone AusgiSe Verkleinert« Auigibe Danndruck Ein Bilderhind der Büdierei mit 65 Tafeln Berlin Kart. M 7.50 / tonen M 9.S0 912 Seite« / Leinen M 9. SC 2BdiM20.—,SBdeM25.— 1M0 Seiten / Lernen M 9.80 412 Seiten / leinen M 7.50 192 Seiten / Lernen M 2.50 ^_' «...aWfe, - x .

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