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Jüdische Rundschau · 1937-03-19 · Heft 22 (19.3.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 22 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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/ Nr. 22 / Jahrgang 42 Preis 25 RpL JÜDISCHE RUNDSCHAU Scfarif Heltnug.VrrUg n. Anzolgenverwalton^i Berlin W15, M»in*k»(tr.10 Fararof c 8»mm*l - Nommer Jl (BUmcrck) 9031. — Bezugspreis einsdiHcBlidh Bestclljrtld j« Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 biw. RM 5,39. — Pontscrwdt - Konten der Vertrieb» . Abteilt»?- Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für das übrige Reich). In Fällen hüherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Beiugsgebiihren. — Erscheint jeden Dienstag and Freitag. BERLIN fsnn ', FREITAG, 19. MÄRZ 1937 Gültig! AnzelgenproUlIste Nr. 5. Die 12 gespaltene mm - Zeile 20 Rpf„ für Familien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewähr geleistet Getcgcnheit*. anneigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. AnnnhmeschluB für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag . Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte in Palastina. (Baseler Programm) „Nichts wird geschehen, was unsere Arbeit hindert" Eine Ansprache Weizmanns in London In einer Ansprache, die der Präsident der Jcwish Ageney und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim W e i z m a n n, bei der Eröffnung des Bazars des Jüdischen Nationalfonds in Whitechapel hielt, kam er auch auf die jüngsten Vorfälle in Palästina und auf die von der Kgl. Kommission zu erwartenden Entscheidungen zu sprechen. Ich bin sicher, sagte Dr. Weizmann, daß Sie alle von mir hören möchten, was uns in unmittelbarer Zukunft erwartet. Ich würde es gern sagen, wenn ich es wüßte. Das wenige, was icli weiß, bekanntzumachen, wäre für mich höchst unangemessen. Die ganze Angelegenheit liegt in den Köpfen, den Händen und den Herzen der Kgl. Kommission; was in ihrem Geist vorgeht, weiß ich nicht und ich will nicht versuchen, mich auf den schlüpfrigen Boden von Vermutungen über die möglichen Ereignisse in zwei oder drei Monaten zu begeben. Was immer geschehen sollte, so glaube ich, daß nichts geschehen wird, was uns an der Fortsetzung unserer Arbeit hindern wird. Ich glaube, daß es in diesem Zusammenhang, auch wenn die Entscheidung über die Angelegenheiten in Schwebe ist, zulässig ist, meine eigene Ucberzcugung dahin zu äußern, daß ich einer Sache völlig sicher bin: daß nämlich die Kommission an die ihr übertragene Aufgabe mit freiem und unvoreingenommenem Geiste herantritt. Ich glaube, es ist ebenso richtig zu sagen, daß wir unseren Standpunkt klar und unbehindert zum Ausdruck bringen konnten, ohne daß die Bemerkungen beschränkt wurden, die viele von uns vor der Kgl. Kommission zu machen hatten, und es ist werter ebenfalls richtig, zu sagen, daß die Kommission durchaus den Wunsch gezeigt hat, eine für alle beteiligten Parteien gerechte Lösung zu finden. Das ist sehr schwierig. Die Aufgabe ist für die Kommission durch die Vorfälle, die sich fast während des ganzen vergangenen Jahres im Lande ereignet haben, höchst schwierig und kompliziert gemacht worden. Seit dem 10. April 1030 hat sich der Kampf in Palästina zu so etwas wie einer Revolte entwickelt, zu einer Revolution und zur Herausforderung der Behörden der Palästina-Regierung. Jetler Beobachter der palästinensischen Zustände hält sich weiter bei dem Gedanken auf, ob es nicht möglich war, in einem kleinen Lande Ruhe und Ordnung mit den der Palästina-Regierung zur Verfügung stehenden Kräften aufrecht z u erhalten. Dies« Ordnung ist in gewissem Sinne auch heute noch nicht wiederhergestellt und gerade heute wird berichtet, daß zwei unschuldige Hirten in der Nähe des König-(ieorg-Waldcs ermordet wurden. Es ist augenblicklich schwierig, zwischen politischen Verbrechen und gewöhnlichen Straftaten, die nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen Araber stattfinden, zu unterscheiden. Selbstverständlich hat die so herrschende Atmosphäre eine Spannung geschaffen, die die Arbeit der Kommission schwieriger gemacht hat. Es hätte niemals zu dieser Lage kommen dürfen. Wenn und sobald der Bericht der Kommission veröffentlicht sein wird, werden wir Zeit haben und die entsprechende Gelegenheit, uns mit ihm zu befassen. Ich bin überzeugt, daß wir unser Werk fortführen werden können, wenn die Energie des jüdischen Volkes sich nicht vermindert, mögen die Schwierigkeiten noch so groß sein. Dr. Weizmann ging weiter auf die Stellung Palästinas im Verhältnis zu S i e d I u n g s p 1 ä n e n in anderen Teilen der Welt ein. Gegenwärtig gehen die Dinge in Palästina nicht glatt, und das kommt leider ziemlich oft vor. Immer dann sucht man in jüdischen Kreisen nach neuen Ländern, wo nian ein anderes Jüdisches Nationalheim aufbauen könne; die ständige Beschäftigung mit der Geographie der Welt ist ein Lieblingszeitvcrtrcib gewisser jüdischer Gruppen geworden. Diese Suche nach Ländern nimmt in dem Verhältnis ab, wie sich die Zwischenfälle in Palästina vermindern. Wenn wir verstehen können, daß nicht alle Juden nach Palästina gehen können, so ist es natürlich ganz in der Ordnung, zu versuchen, Auswege für diejenigen zu finden, die nicht nach Palästina zu gehen wünschen oder dorthin nicht gehen können. Aber man soll nicht mit der Idee herumgehen, daß man ein Nationalheim in einem leeren Lande bauen könne, wenn es zufällig leer ist. Der Aufbau von dem, was man in seiner Qualität Palästina parallel oder gleich setzen könnte, verlangt mehr als nur Geld. Was man für den Aufbau gebraucht, ist eine treibende Kraft; und diese treibende Kraft wird gespeist und unterhalten durch eine Idee; und diese Idee ist auf Palästina und kein anderes Land anwendbar. Man wird nicht die Begeisterung der Juden in Whitechapel, Warschau und New York für irgendein Land entflammen können, das nicht, wie Palästina, in den Herzen und Gemütern der Juden als Heiligtum bewahrt wird. Dr. Weizmann verurteilte diejenigen, die „bei gutem Wetter" Freunde des Zionismus sind und die den Erfolg an der Anzahl der Zertifikate messen. Dieses Maß ist schlecht. Wir werden Höhepunkte und Tiefpunkte haben. Es wird Fälle geben, wo die Zahl der Zertifikate ungenügend sein wird; sie wird immer ungenügend sein. Aber deshalb zu sagen, daß Palästina einen großen Wert für die Judenheit habe,*wenn es, sagen wir, 50 000 Juden aufnimmt, und einen kleineren Wert, wenn es 30 000 Juden einläßt, bedeutet einen schlechten Maßstab anlegen. Es ist sehr wichtig, daß wir die Höchstzahl von Einwanderern nach Palästina bringen. Aber der wirkliche Malistab der Palästinaarbeit ist der Aufbau einer jüdischen Zivilisation und einer jüdischen Zukunft, die unerschütterlich ist. Zu Wauchopes Rückkehr Wenn der High Commissioner von Palästina, Sir Arthur Wauchope, am heutigen Freitag nach etwa vierwöchigem Londoner Aufenthalt, früher als beabsichtigt, wieder in Jerusalem eintrifft, wird er eine höchst gespannte Lage vorfinden. Ein Sturm der Bewegung und des Protestes geht durch die Reihen der Juden Palästinas, und jeder unbefangene Beobachter muH zugeben, daß diese Erregung begreiflich und berechtigt ist. Auch über die Grenzen Palästinas hinaus ist das jüdische Volk aufs stärkste beunruhigt von den Ereignissen der letzten Tage. Eine Anzahl sinnloser, abscheulicher Mordtaten ist in Nordpalästina zu verzeichnen, und der Polizei ist es nicht gelungen, auch nur die geringste Spur der Täter zu entdecken, obwohl in einem Falle eine Herde von 400 Schafen gestohlen wurde, ein Objekt, das sich nicht so leicht den Blicken entziehen läßt. Jeder fragt sich, wie so etwas möglich ist. Es ist nicht zu verhindern, daß unter solchen Umständen Erbitterung und Mißtrauen die Gemüter ergreifen. Das aber ist ein Zustand, der in jeder Hinsicht und für alle Teile zu bedauern ist und neue Schwierigkeiten auf den Weg jeder denkbaren Lösung des Palästina-Problems türmt. Es ist daher die wichtigste Aufgabe des zurückgekehrten High Commissioners, die Atmosphäre des Vertrauens wieder herzustellen. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres hat die Regierung die Pflicht, Unruhen im Keime zu ersticken und einer um sich greifenden Anarchie von Anfang an mit Energie entgegenzutreten. Auf jüdischer Seite wird es sicher nicht an gutem Willen zur Zusammenarbeit mangeln. Die Jüden haben viel Geduld und Disziplin bewiesen; sie sind heute provoziert, aber sie werden aufatmen, wenn ernste Anzeichen zu sehen sind, daß Wauchope die Gefahr erkennt und die Zügel fest in die Hand nimmt. Daß die Juden keine Verschärfung der Stimmung wollen, bewies die letzte Londoner Rede Dr. Weizmanns, die voll Entschlossenheit und zugleich Selbstbeherrschung war. Weizmann gab ein Beispiel der Mäßigung. Seine Politik war stets auf der Erkenntnis der Notwendigkeit vertrauensvoller Zusammenarbeit mit England in Palästina aufgebaut. Es bedarf großer Staatskunst, aber auch wirklicher sichtbarer Taten, um diesen Weg fruchtbar zu machen. Heute trifft man unter palästinensischen Juden häufig ernste Zweifel an Englands gutem Willen zur Mandatsdurchführung, ja sogar zur Ausübung der normalen Pflichten jeder Regierung. Gewiß ist diese Stimmung übertrieben, aber das Gefühl persönlicher Unsicherheit ist eine unmögliche Grundlage eines Staatsbürgertums. Daß unter allen Umständen das jüdische Volk an dem Palästinawerk festhalten wird, hat Weizmann eindeutig,ausgesprochen.- Wenn er dabei u. a. auch gegen jene (meist im Literarischen steckenbleibende) Versuche von jüdischer Seite, andere Projekte als gl ei c h wert ig zu behandeln, Stellung nahm, so richtete sich dies gewiß nicht gegen Auswanderung notleidender Juden nach anderen Ländern. Aber ein territoriales Ziel für autonome und geschlossene jüdische Siedlung gibt es bisher nicht, und selbst wenn es eines gäbe, so wäre dies aus sozialen und humanitären Gründen zu begrüßen, in jüdischer Beziehung aber gewiß nicht mit Palästina auf eine Stufe zu stellen. Man täte gut, in jüdischen Kreisen diese geschichtswidrigen Parallelen, die nur polemischen Gereiztheiten dienen, endlich zu unterlassen. Die jüdische Energie, die bitter für die wirkliche Arbeit benötigt wird, sollte nicht für solche fiktiven Auseinandersetzungen verausgabt werden. * Jerusalem, 18. MSrz. (JTA.) Am 18. März, einen Tag vor der erwarteten Rückkehr des High Commissioners, ist in Jerusalem abermals der Ausnahmezustand verkündet worden. Das Betreten der Straßen ohne besondere Erlaubnis in der Zeit von 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens ist verboten. (Siehe auch Seite 11.) Einberufung des Aktions - Comites Die nächste Tagung des Aktions-Comites ist von der Exekutive für den 13. April in London (nicht in Jerusalem, wie früher gemeldet wurde) festgesetzt worden; unmittelbar daran anschließend findet die Tagung des Administrative Committee der Jewish Agcncy statt. Schrift, Volk und Land Von Hermann S i n s h e i m e r Der stärkste Kontrast, der einem immer wieder in der jüdischen Geschichte entgegentritt, drückt sich in der Hochhaltung der jüdischen Schriften einerseits und in der Miß- oder Nichtachtung des jüdischen Volkes andererseits aus. Worauf die Juden selbst, und mit Recht, stolz sind, nämlich ein oder das „Volk der Schrift" zu sein, das hat sich in politischer und «o/ialer Hinsicht entweder für sie überhaupt nicht oder aber gegen sie ausgewirkt. Ihre heiligen Bücher haben sie zuerst beim I leidentum in Verruf und in der frühen christlichen Zeit in eine Situation gebracht, die auf beiden Seiten die Apologetik und damit unabwendbarerweise die Polemik ausgelöst hat. Das Volk der Schrift zu sein, nämlich der auch tue die Entstehung des Christentums und des Islams grundlegenden heiligen Bücher, dieses Schicksal und diese Mission sind tiefer als alle sie begleitenden und aus ihnen folgenden Umstände in die jüdische Martyriologie eingeschrieben. Das jüdische Volk hat bis an die Schwelle der Neuzeit vor allem für seine Schriften gelitten. Diese Tatsache trägt, vom jüdischen Standpunkt aus, keinerlei Antinomie oder Paraduxie in sich. Denn der „Zaun um das Gesetz", den die 1.einer und Weisen des Talmuds errichtet haben, dieses Instrument nicht nur der Absonderung, sondern auch der Zusammenfassung und Zusammenhaltung, hat das Volk, um den hohen Preis seines Bestandes, notwendig in eine tragische Spannung zu den vorwiegend politisch-national iiitentioiiierte.il Völkern gebracht. Es hat beabsichtigt und erreicht, daß es Juden ohne religiöse Bindung, ohne geistige Spiegelung in der Schrift nie gegeben hat und wohl nie geben kann. Daraus bat sich jener dünne, aber unzerreißbare Faden gesponnen, der die in der Zerstreuung lebenden Juden von ihren Gastvölkern, auch bei den allergrößten Sympathien beider Teile, wenn schon nicht entfernt, so doch separiert gehalten hat. Die Folgerung daraus hat Franz Rosenzweig einmal etwa so (ich zitiere aus dem Gedächtnis) formuliert: Das Lebensgesetz der jüdischen Zerstreuung kann nun einmal nie der reine Nationalismus sein, sondern sie wird immer ihr nationales Element als eine Funktion des Religiösen behandeln müssen. Aus Gründen, so fügt Rosenzweig hinzu, der Minderheitssoziologie. Hier scheint wieder das Schicksal des „Volkes der Schrift" auf: ein kleines Volk wird gehalten und zusammengehalten durch seine grolle, wcltbcdcutende geistige und geistliche Leistung. Ohne diese, also ohne seine Schrift, verliert es den Sinn und das Ansehen eines Volkes. Mit ihr aber und durch sie wird es etwas anderes, sei es nun mehr oder weniger, als das, was die Welt als die Erscheinung eines Volkes zu befrachten sich gewöhnt hat. Wie immer man die Juden benennen mag: als Volk, Stamm, Rasse oder vollends Religionsgemeinschaft, alle diese Namen bleiben ohne Substanz und Anschaulichkeit, der erste so gut wie der letzte, wenn man aus ihnen das Begriffszentrum der Heiligen Schrift entfernt. Das scheint sich fast von selbst zu verstehen, so wie es sich von selbst versteht, daß die Kompaßnadel der magnetischen Neigung gen Norden folgt. Es hat aber leider seine Selbstverständlichkeit verloren in einer Zeit und Entwicklung, die das Religiöse, und zumal das überlieferte und im Buchstaben der Schrift verankerte Religiöse durch eine Unzahl von Metaphern ersetzt bat. Dieser Ersatz hat sieh auch aui die Buchstäblielikeit und Dokumeiitarität des jüdischen Volkes erstreckt. Es ist in ein Spiel der Begriffe geraten, nämlich der Vergleiche und Gleichnisse, und dabei ist das Gefühl dafür verloren gegangen, daß die, wenn auch noch so pulverisierte Existenz der Juden als Volk eine Realität ist, die sich an der Realität seiner Schrift (und an nichts Geringerem!) mißt und bewertet. So ist der Schriftkörper ein Volkskörper, der Schriftgeist ein Volksgeist geworden und geblieben. Darm ist das Heilige der Schrift für die Ebene des Diesseitigen genau so enthalten wie in ihrem göttlichen Ethos für die Ebene des Jenseitigen. Und so wie die Gebote der Schrift ihre Gläubigen an den Ewigen bindet, so binden nicht nur diese Gebote, sondern auch das historisch Dokumentäre der Schrift die Juden an das Land, in dem ihr Glaube, ihr Volk, ihr ganzes Wesen gewachsen ist. Es ist, trotz aller leicht auftauchenden Zweifel, Ermattungen und Enttäuschungen, doch ein Glück für die Juden, daß das heutige und übersehbare künftige Schicksal dieses Landes einem so bibelfester, und bibclfrcudigcn Volk wie dem englischen anvertraut ist. Es hat ja in der Geschichte des Alten Testaments innerhalb des europäischen und christlichen Bereichs kein Volk gegeben, das sich mit einem ähnlichen Verständnis und einer ähnlichen Einfühlungskraft der erhabenen Suggestion der jüdischen Schrift hingegeben hätte wie gerade das Volk der britischen Insel. Daran sich zu erinnern, ist nicht ohne Reiz, und Wert in diesen Tagen, wo von dein gewaltigen Hintergrund der jüdischen Eschatologie das brennende Problem der jüdischen Siedlung im Land der Schrift zur Diskussion und zur Entscheidung steht. Es ist nichts weniger als eine Abschweifung von den vorher geäußerten Gedankengängen, wenn wir hier der Rolle gedenken, die das Alte Testament gerade in seinem geschichtlichen Teil und Bestand in dem puritanischen England der zweiten Hälfte des sechzehnten und der ersten des siebzehnten Jahrhunderts gespielt hat. Der puritanische Eifer jener Zeit hat das jüdische Gottcsvolk und das jüdische Gottcsland geradezu zum lebendigen Gleichnis des eigenen

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